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PALAEONTOGRAPHICA
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ZUR
NETUÜRGESCHICHTE DER VORZEII
Herausgegeben
von
Es KOKEN + und J. F. POMPECKJ
in Tiibingen in Gottingen.
Unter Mitwirkung von
O. Jaekel, A. von Koenen, A. Rothpletz und G. Steinmann
als Vertretern der Deutschen Geologischen Gesellschaft.
SUPPLEMENT-BAND VI.
HANS SCUPIN, Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
(Mit XV Tafeln und 50 Textfiguren.)
STUTTGART 1912—1913.
E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung,
Nägele & Dr. Sproesser.
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JUL 25 1931
Die Löwenberger Kreide
und ihre Fauna.
Von
HANS SCUPIN,
Halle a. S.
Mit Tafel I-XV und 50 Textfiguren.
SEUFTIGART 199271913.
E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung,
Nägele & Dr. Sproesser,
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| PALAEONTO GRAPHICA
BEILRAEGE
ZUR
NATURGESCHICHTE DER VORZEIT
Herausgegeben
von
J. F. POMPECKJ
in Tübingen.
Unter Mitwirkung von
O. Jaekel, A. von Koenen, A. Rothpletz und G. Steinmann
als Vertretern der Deutschen Geologischen Gesellschaft.
SUPPLEMENT-BAND VI.
HANS SCUPIN, Die Lowenberger Kreide und ihre Fauna.
(Mit XV Tafeln und 50 Textfiguren.)
STUTTGART 1912—1913. .
E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung,
Nägele & Dr. Sproesser.
BE. Sciiwéizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Nagele & Dr. Sproesser in Stuttgart.
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II. Anthropologischer Teil von A. Schliz. Die diluvialen Menschenreste Deutschlands.
IV. Chronologische Zusammenfassung.
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Grundzüge ‚der Dalaeobiologie der der Wirdetir
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Das Werk behandelt: I. Die Geschichte und Entwicklung der Palaeontologie. II. Die Über-
reste der fossilen Wirbeltiere. III. Die Wirbeltiere im Kampfe mit der Außenwelt. IV. Die Palaeo-
biologie und Phylogenie — und legt die strenge Gesetzmäßigkeit dar, nach der sich seit den
ältesten Zeiten organischen Lebens die Anpassung auf der Erde vollzieht.
Wir haben in der hier dargestellten und meisterhaft begründeten Methode etwas ganz
Neues vor uns.
Auf die üppige Ausstattung mit Bildern sei nur kurz hingewiesen. Das ist ein Buch,
das er Haare anschaffen und eifrigst studieren sollte. Prof. Dr. Bardeleben in Anatom. Anzeiger.
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stammung des Menschen. II. Das Schädelfragment von Brüx und ver-
wandte Schädelformen. III. Das Schädelfragment von Cannstatt |
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Die Lowenherger Kreide und ihre Fauna.
Von
HANS SCUPIN, Halle a. S.
(Mit Taf. I—XV und 50 Textfiguren.)
Einleitung.
Die ersten Notizen über Teile des Löwenberger Kreidegebietes stammen schon aus dem 18. Jahr-
hundert und finden sich in CGnarpentier’s Mineralogischer Geographie des Kurfürstentums Sachsen
von 1785 bei Behandlung der Oberlausitz. Diesem Forscher waren bereits die Sandsteine, Tone, Ton-
eisensteine und Kohlen der jüngsten Kreideschichten in der Gegend von Wehrau und südlich bei Ullers-
dorf unweit Naumburg a. (Ju. bekannt. Ziemlich gut gibt dann am Anfang des vorigen Jahrhunderts
v. Raumer' die Verbreitung seiner »Pläner- und Quadergebilde« für den östlichen Teil des Gebietes an.
Weitere Angaben machten später von Decnen” und im gleichen Jahre Lürke und Lupwiıs®. Auch
A. Rosmer widmet in seinen »Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges« dem Löwenberger
(Juadersandstein einige Bemerkungen, ebenso Gkinttz in seiner Beschreibung der Kieslingswalder Kreide.
Pesonders mit den auch von Drcuen behandelten, Kohlen führenden Ablagerungen der Kreide be-
schäftigte sich Bryricu in seiner Abhandlung »Uber die Entwicklung des Flötzgebirges in Schlesien«.'
Auch Grocker’s° Schilderung des Quadersandsteingebirges der preußischen Oberlausitz betrifft vorwiegend
die jüngeren Schichten.
Beykıcn war es wieder, der die in Frage kommenden Ablagerungen zum ersten Male strati-
graphisch gliederte. Schon in seiner Abhandlung: Uber die Lagerung der Kreideformation im schle-
sischen Gebirge ® wies Bryrıcn die tiefsten Schichten des (Juaders dem Cenoman, die jüngeren Pliner
westlich Pilgramsdorf dem Turon und einen nicht näher bezeichneten Ton sowie den (Juader von Giers-
1 Das Gebirge Niederschlesiens. Berlin 1819. S.128. — Es ist hier nur die wichtigste Literatur besprochen.
Ausführliche Literaturverzeichnisse finden sich in Rotu, Erläuterungen zur geognostischen Karte vom Niederschlesischen
Gebirge (Berlin 1867) und GüÜrIcH, Erläuterungen zur geologischen Karte von Schlesien (Breslau 1890).
? Das Flözgebirge am nördlichen Abhange des Riesengebirges, Karsten’s und DECHEN’S Archiv f. Mineralogie, 11,
1838, S. 130.
3 Ebenda S. 251.
* KARSTEN’S Archiv, Bd. 18, 1844, S. 45.
° Geognostische Beschreibung der preußischen Oberlausitz. Abhandl. d. naturforsch. Ges. zu Görlitz 1857, S, 194.
5 Abhandl. d. königl. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 1854, S. 60.
dorf und die noch jiingeren kohleführenden Tone und Sandsteine dem Senon zu. Eine speziellere Glie-
derung brachten dann aber erst seine Blätter Lowenberg und Liegnitz der geologischen Karte von
Niederschlesien. Er unterschied hier von oben nach unten:
5. jiingste Senonbildungen, Uberquader,
Senonquader,
3. senone tonig-sandige Gesteine,
2. turoner Plänerkalkstein,
1. Cenomanquader.
Einige Irrtümer derselben wurden durch die bald darauf erschienene Arbeit DrescuEr’s' berichtigt, der
einige weitere Fundpunkte des »turonen Plänerkalksteines« mitteilte und für einen Teil der »senonen
tonig-sandigen Gesteine« Bryricn’s, die Mergelsandsteine bei Löwenberg am Hospitalberg, Popelberg und
an den Mittelbergen ein turones Alter nachwies. Waren auch hier noch manche Schichten nicht richtig
gedeutet, und blieb naturgemäß auch noch eine Reihe von Fragen in dieser Arbeit offen, die auch die
randlichen Teile des Gebietes, besonders im Osten und Norden, nur unvollkommen oder gar nicht mit
in den Kreis der Betrachtung zieht, so ist die Arbeit für unsere Kenntnis vor allem doch auch insofern
von Bedeutung, als hier zum ersten Male die reichen organischen Reste der Löwenberger Kreide syste-
matisch mit bearbeitet wurden, wenn auch in Anbetracht der nicht sehr zahlreichen Abbildungen und
der Kürze oder dem gänzlichen Mangel einer Beschreibung eine Kritik der Bestimmung vielfach nicht
möglich ist. Eine wertvolle Ergänzung zu dieser Arbeit lieferte noch im gleichen Jahre Kuxrn durch
seine Arbeit über die von Drescher nicht mitberücksichtigte Lähner Mulde.”
Fast zwei Jahrzehnte später erschien die Arbeit Wırnıcer’s über die Löwenberger Kreidemulde,’
die sich gleichfalls nicht auf die Goldberger und Lähner Kreide erstreckte und auch auf die Tektonik
nicht näher einging. Die beigegebene Karte bedeutet zwar einen erheblichen Fortschritt gegenüber der
älteren geologischen Karte von Niederschlesien, zeigt aber leider z. T. so unrichtige Eintragungen, dab
sie stellenweise geradezu verwirrend wirkt.“ Die einzelnen von ihm unterschiedenen Schichtenglieder
haben eine sehr eingehende, von langen Fossillisten begleitete Darstellung hinsichtlich ihrer petro-
graphischen Beschaffenheit erfahren. Ganz besonders ist auf die Lagerungsverhältnisse und die technische
Bedeutung der jüngsten Kreideschichten des sog. Überquaders eingegangen. WirLiGER wies auch zuerst
darauf hin, daß die von Berricn und DrescHher noch zur obersten Kreide gerechneten, z. T. auch in
knolligen Gebilden vorkommenden (Juarzite nicht mehr zu dieser, sondern schon zum Tertiär gehören.
Er versuchte dabei gleichzeitig, die einzelnen Schichten der Löwenberger Kreide auf die in Nordwest-
deutschland üblichen Zonen zu beziehen, kam aber dabei zu der irrtümlichen Auffassung, daß die ganze
obere Kreide einschließlich des Danien hier vertreten sei.
Der erste, der diesen Irrtum erkannte, war Frec#’, der in seiner Arbeit über die untersenonen
Tone vom Siidrande am Harz auf die Beziehungen zu der schlesischen Überquader-Fauna aufmerksam
1 Über die Kreidebildungen der Gegend von Löwenberg. Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch., 15, 1863, S. 291.
2 "Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch., 11, 1863, S. 714.
3 Jahrbuch d. preuß. geol. Landesanst. f. 1881 (1882), Anhang 5. 55.
4 Vergl. S. 48.
5 Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch., 1887, S. 146.
1
machte. Doch blieb dieser Hinweis ziemlich unbeachtet, und auch Giricn’s vortrefflichen zusammen-
fassenden Darstellungen der Geologie von Schlesien ! ist die Winniser’sche Auffassung zu Grunde gelegt,
Eine kurze Schilderung der Kreide in der Goldberger Gegend gab Verfasser in einem Aufsatz:
»Die Giederung der Schichten in der Goldberger Mulde«,” m welcher das Vorkommen des cenomanen
Pläners, sowie eines turonen sandigen Mergels auch für den östlichen Teil des Kreidegebietes nach-
gewiesen werden konnte, wiewohl die beiden gegebene stratigraphise!.e Stellung zunächst noch nicht
die richtige war. Mit demselben Gebiete beschäftigte sich ein kurz darauf erschienener Aufsatz ZimMer-
MANN’S,”* der bezüglich des genannten sandigen Mergels zu elwas anderen Ergebnissen kam, die aber
ebensowenig das Richtige trafen.
Nach alledem schien eine Neubearbeitung der Löwenberger Kreide wünschenswert, die dann das
gesamte sich zwischen den Städten Görlitz, [lirschbere und Goldberg ausbreitende Gebiet zu berück-
sichtigen hatte und sich vor allem auf eine sorgfältige Neubestimmung des seit der Arbeit Wituicer’s
noch stark vermehrten Materials stützen mußte. Eine eingehende Bearbeitung der sehr umfangreichen
paläontologischen Schätze der Löwenberger Kreide erschien als eine um so dankbarere Aufgabe, als
eine große Zahl bedeutender Kreidemonographien, wie vor allem Horzarrzı's Werk über die Aachener
Kreidemollusken zur Zeit der Witiieaer’schen Arbeit noch nicht vorhanden waren, besonders aber auch
deshalb, weil die Löwenberger Kreide das vollständigste Profil in der sächsisch-
böhmisch-schlesischen Kreideprovinz enthält, da hier allein echtes Untersenon vorkommt.
Die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchungen sind bereits in einer Arbeit des Verfassers:
»Die stratigraphischen Beziehungen der jüngsten Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und Böhmen
mitgeteilt worden.“ Es konnte gezeigt werden, daß in den Löwenberger Kreideablagerungen tatsächlich
jüngere Schichten als Untersenon nicht mehr nachweisbar sind. Von oben nach unten konnten folgende
Horizonte, die auch für die vorliegende Arbeit festgehalten sind, unterschieden werden, wobei die unter
3a und 4a verzeichneten Schichten als lokale Fazies des Turons in der Goldberger Gegend aufzufassen sind:
Untersenon
8. Schlesischer Uberquader (Bryricn),
Emscher
7. Oberquader,
6. Neu-Warthauer Schichten,
Turon
5. Ludwigsdorfer Sandstein (oberer Mittelquader),
4. Groß-Rackwitzer Scaphitenmergel | 4a. Hermsdorfer Mergelsandstein,
3. Löwenberger Mergelsandstein J 3a. Rabendockensandstein (unterer Mittelquader),
Cenoman
2. Plenus-Zone,
1. Unterquader.
d 1 Erläuterungen zur geol. Karte von Schlesien, S. 136. Geologischer Führer in das Riesengebirge, Berlin 1900, S. 32.
Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges., 54, 1902, II, S. 106.
Der Bau der Gegend um Goldberg, Jahrb. d. preuß. geol. Landesanst., 1902 (1905), S. 694.
* Neues Jahrb. f. Min., Beil.-Bd. 24, 1907, S. 676.
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In Folgendem sind die Untersuchungen dieses Kreidegebietes fortgesetzt. Dabei wurde der
westlichste Teil desselben, die preußische Oberlausitz, wo Kreide nur noch sporadisch inselartig aus dem
Diluvium herausragt, nicht mehr in seiner ganzen Ausdehnung begangen, da der Aufwand an Zeit und
Mühe kaum im rechten Verhältnis zu den möglichen, für diese Arbeit in Betracht kommenden Ergeb-
nissen gestanden hätte. In diesem zum allergrößten Teil mit Wald bestandenen Gebiete wurden daher
nur die größeren und kleineren auf den Meßtischblättern verzeichneten Aufschlüsse, sowie die wich-
tigsten sich orographisch heraushebenden Teile besucht, deren Herausprägung möglicherweise mit dem
Auftreten eines festeren Kreidesandsteins in Verbindung gebracht werden konnte. Hat sich so auch die
Zahl der Kreidevorkommen gegenüber den von Bryrıcn eingezeichneten etwas vermehrt, speziell auf
Blatt Tiefenfurt, so ist danach immerhin doch die Möglichkeit vorhanden, daß die systematische Be-
zehung bei den Aufnahmen der geologischen Landesanstalt noch gelegentlich ein oder das andere Kreide-
vorkommen in diesem Gebiete kennen lehrt. Von Wichtigkeit waren in diesem Teile für mich auch einige
Bohrungen, deren Resultate mir von Herrn Bohrunternehmer HäscHEen in Penzig in freundlichster Weise
zugänglich gemacht wurden.
Die paläontologische Besprechung der einzelnen Arten bildet den größeren Teil dieser Abhand-
lung. Um eine Kritik der Bestimmungen zu ermöglichen, sind möglichst viele Arten abgebildet worden,
z. T. auch sehr bekannte, namentlich dann, wenn das Vorkommen sich als ein ungewöhnliches zeigte.
Wo der Erhaltungszustand eine Abbildung nicht gestattete, ist wenigstens angegeben, in welcher Samm-
lung, "gegebenenfalls auch unter welcher Sammlungsnummer die betreffenden Stücke zu finden sind.
Der Hauptteil des Materials entstammt der Königl. preußischen geologischen Landesanstalt und
der Sammlung des Realreformgymnasiums in Liwenberg, dle im Laufe vieler Jahrzehnte von dem jiingst
verstorbenen Kantor DRESLER zusammengebracht war. Ich bin dafür Herrn Geheimrat BEeyscaLaG und
Herrn Direktor Srexvorra-Lüwenberg zu ganz besonderem Danke verpflichtet. Dank schulde ich ferner
Herrn Geheimrat Brayca für Überlassung von Material aus dem Museum für Naturkunde zu Berlin und
Herrn Kantor Drester - Löwenberg, der mir seine ebenfalls recht reichhaltige Lokalsammlung zur Ver-
fügung stellte." Ferner konnte ich die Herrn Dr. von Rasenau unterstellte Sammlung der natur-
forschenden Gesellschaft zu Görlitz, die besonders gute Stücke aus dem Oberquader enthält, sowie die
kleine Lokalsammlung des Löwenberger Sammlers, Herrn Scuouz, einer Durchsicht unterziehen. Durch
Zusendung von Vergleichsmaterial unterstützten mich die Herren Geheimrat Crepner, Professor DANNEN-
BERG, FRECH, Horzarren, Geheimrat Kazkowsky, Professor von Koxen, Professor RotHpLErz, Geheimrat
STEINMANN und Professor TorxQuisr. Ebenso wurde mir durch Herrn Professor WatrHer das gesamte
Vergleichsmaterial der Sammlung des Hallischen geologischen Instituts, das besonders durch seine Reich-
haltigkeit an Stücken aus dem Salzbergmergel für mich von Wichtigkeit wurde, zur Verfügung gestellt.
Allen genannten Herren spreche ich auch an dieser Stelle meinen aufrichtigsten Dank aus.
“ Die Zeichnungen im paläontologischen Teile sind teils durch Herrn G. Horrmann in Berlin teils
durch Herrn Paur SchixpLer in Leipzig ausgeführt. Die Photographien wurden vom Verfasser selbst
aufgenommen.
1 Die im Folgenden als „Sammlung DRESLER" verzeichneten Stücke gingen während des Druckes in den Besitz
der preußischen geologischen Landesanstalt über.
Geologischer Teil.
Lagerungsverhältnisse. '
(Vergl. hierzu Taf. I und II.)
Das Löwenberger Kreidegebiet' bildet das Innerste einer Anzahl hercynisch gerichteter Mulden,
von denen die eigentliche Löwenberger Mulde im engeren Sinne, sodann die von ihr durch den
Plagwitzer Buntsandsteinsattel getrennte, sich weit nach O erstreckende Goldberg—Hermsdorfer
und die Groß-Hartmannsdorf— Neu-Warthauer Mulde ein geschlossenes, nur oberflächlich stellen-
weise durch Diluvialablagerungen getrenntes Kreidegebiet darstellen, während die südliche Lähner
Mulde von den übrigen getrennt liegt. Nördlich schließt sich dann noch die klemere Nieschwitzer
Mulde an. Die große Mulde, in der die einzelnen Spezialmulden nach Westen zusammenflieben,
bezeichnet GüricH? nach der Stadt Bunzlau. Konsequenterweise müßte man also das ganze
Kreidegebiet als Bunzlauer Kreide bezeichnen, doch wird man in Anbetracht der eingebürgerten Be
zeichnung weiter von Löwenberger Kreide zu sprechen haben, wenn auch die Löwenberger Mulde selbst
nur eine Spezialmulde darstellt. Die sich vielfach findende Bezeichnung Löwenberger Bucht ist un-
zutreffend, da die Umrandung der Kreide ihre jetzige Gestalt erst in postkretazischer Zeit erhalten hat.
Westlich schließt sich die Mulde erst jenseits der Neisse, wo bei Rothenburg noch (Juadersandstein er-
bohrt ist.” Das Fallen beträgt durchschnittlich 10—14° und geht außer im Muldentiefsten nur an den
Umbiegungsstellen der Streichlinie auf 3
4° oder noch weiter herunter, größer wird es nur in der
Gegend von Gr.-Hartmannsdorf und Herzogswaldau sowie in der Nähe von Briichen.
Das Liegende bildet durchweg die Trias: Buntsandstein in verschiedenen Horizonten oder
unterer Muschelkalk. Wo ältere Schichten, Rotliegendes oder die niederschlesische Tonschieferformation
an die Kreide stoßen, ist die Grenze durch Verwerfung bedingt. Die Auflagerung auf der Trias er-
scheint bei Betrachtung eines Aufschlusses gleichförmig. Daß sie diskordant ist, zeigt erst die Unter-
suchung eines größeren Gebietes bezw. die Auflagerung auf verschieden alten Schichten der Trias. So
liegt die Kreide bei Löwenberg auf mittlerem Buntsandstein, nördlich vom Heiligen Berge bei Armeruh
auf Röt, im Katzbachtal, wie es scheint, auf unterem Buntsandstein. Muschelkalk bildet das Liegende
! In Anbetracht der Größe des behandelten Gebietes mußte aus finanziellen Rücksichten von der Beigabe einer
Einzelheiten enthaltenden Karte abgesehen werden. Soweit die hier gegebene abgedeckte tektonische Skizze nicht aus-
reicht, vergleiche man für die allgemeine Orientierung die beiden erwähnten älteren Karten von BEYRICH und WILLIGER
(vergl. S. 6), deren letztere allerdings nur den mittleren Teil des Gebietes umfaßt, sowie die Generalstabskarte. Dabei
ist zu bemerken, daß die Mächtigkeit der Trias (bezw. des Buntsandsteins) auf der beigegebenen Kartenskizze gegenüber
der BEyrRICH'schen Karte eine Einschränkung erfahren mußte, da ein großer Teil der auf dieser als Buntsandstein ein-
getragenen roten Sandsteine als sandige Facies des Zechsteins aufgefaßt werden muß.
2 Geolog. Führer i. d. Riesengeb., S. 26.
3 Vergl. PRIEMEL, Die Braunkohlenformation des Hügellandes der preuß. Oberlausitz. Zeitschr. f. Berg-, Hütten-
und Salinenwesen, 55, 1907, S. 53.
Palaeontographica. Suppl. VI. 2
— 10 —
des Cenomans nordöstlich einer Linie Hermsdorf a. d. Katzbach-Großhartmannsdorf, die sich dann von hier
aus gegen W in der Richtung auf Herzogswaldau hinzieht. Bekannte Aufschlußpunkte sind besonders Herms-
dorf, Großhartmannsdorf selbst, Alt-Warthau und Wehrau. Daf es sich hier nicht um eine einfache Erosions-
diskordanz bezw. um Auflagerung auf verschieden tief erodierter Unterlage handelt, zeigt bereits die
Tatsache, daß eine merkliche Unvollständigkeit in den basalen Kreideschichten, wie sie in diesem Falle
zu erwarten wire, nirgends wahrzunehmen ist, wenn auch naturgemäf die Mächtigkeit nicht überall ganz
die gleiche ist. Es liegt also wie in anderen Gegenden Deutschlands auch hier eine prä-
cenomane Krustenbewegung vor, wobei man entweder eine ganz flache, schildartige, dem Auge un-
merkliche Faltung der Schichten oder eine präcenomane Verwerfung anzunehmen hitte, die etwa in der
Richtung des Nordrandes der Goldberger Mulde verläuft und sich ganz in der Nähe der nachher zu
besprechenden postkretaischen Hermsdorfer Spalte hält. Das letztere ist mir das Wahrscheinlichere.
Die einzelnen Spezialmulden sind durch eine Reihe von Staffelbrüchen gegeneinander verworfen.
Die Lähner Kreide liegt fast ganz in einem schmalen, nur wenige Kilometer breiten Graben,
der von einigen (Juerbrüchen durchsetzt ist. Der den Graben nordöstlich begrenzende Bruch ist als
Fortsetzung einer großen Verwerfung des Schmottseiffener Nordsprunges zu betrachten, die sich
von NW nach SO "mitten durch das Rotliegende der BEyricH-Roraschen Karte zwischen den beiden
Melaphyrzügen von Schmottseiffen und Oberneundorf-Görrisseiffen erstreckt, und das zweimalige Auftreten
des Melaphyrs in der Schichtenfolge bedingt. Der Verlauf der mindestens 36—40 km langen Verwerfung
wird bezeichnet durch den SW-Rand der beiden isolierten Kalkvorkommen der niederschlesischen Ton-
schieferformation bei Kl. Neundorf und Görisseitfen !'. —
Das Rotliegende nordöstlich dieser Linie besteht aus Konglomeraten, konglomeratischen Sandsteinen
und Arkosen des Mittelrotliegenden, die den Melaphyrzug des Ladenberges, Linden- und Zwickerberges
unterteufen, wie in dem Tälchen zwischen Lindenberg und Zwickerberg an einem WasserriB am Abhange
des ersteren zu sehen ist, während das Rotliegende südwestlich der Verwerfungslinie dem Oberrotliegenden
angehört, wie das Vorkommen von Porphyrgeröllen an verschiedenen Stellen nördlich und südlich Schmott-
seitfen zeigt. Es lagert dem südwestlichen Melaphyrzuge auf, der wieder von mittelrotliegenden Schichten
unterlagert wird. Die Verwerfung zieht sich weiter am Siidwestabhange des aus Melaphyr bestehenden
Höhenzuges nördlich Bahnhof Schmottseiffen entlang, biegt dann aus der SO-Richtung in die OSO—O-
Richtung ein bis fast nach Kol. Grenzhiiuser, wobei sie etwa mit der Landstraße zusammenfällt und geht
dann wieder in die SO-Richtung über.
Waren nördlich Schmottseiffen nur die Schichten bis zum Oberrotliegenden einschließlich in
das Liegende des Mittelrotliegenden bezw. des Melaphyrs verworfen, so treten zu diesen südöstlich
Kolonie Straßenhäuser noch Zechstein, Buntsandstein und obere Kreide hinzu, von denen die beiden
letzteren Formationen, muldenförmig eingesenkt, von der Straße Schmottseiffen-Grenzhäuser bis dicht
an den Melaphyr bezw. die diesen unterteufenden, mittelrotliegenden Konglomerate herantreten. Von
Kolonie Grenzhäuser verläuft der Bruch zwischen Oberrotliegendem und Buntsandstein, der nur in
wanz schmalem Saume unweit der Grenzhiiuser selbst, sowie an der Straße Märzdorf-Röhrsdorf unter
! Das dritte der auf der BeyricH-Rorn’schen Karte eingetragenen Schiefervorkommen bei Schmottseiffen, scheint
nicht vorhanden, es ist hier nur ein vorwiegend aus gerundeten Schieferbrocken bestehender Diluvialkies, sowie ein rot-
liegendes Konglomerat zu finden, das sich ebenfalls zumeist aus gerundeten Schieferbrocken aufbaut.
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der Kreide hervortrittt Auch das Oberrotliegende, das beim Absinken geschleppt wurde und steil
aufgerichtet ist, wie ein Aufschluß in der Nähe eines kleinen Wiesentälchens am Wege weiter südöstlich
zeigt, bildet nur einen schmalen Streifen, der nordöstlich durch einen aus mittelrotliegenden Konglo-
meraten bestehenden Höhenzug begrenzt wird. Da die allenthalben im Liegenden des Oberrothegenden
zu beobachtende Melaphyrdecke hier auf eine Länge von mehr als { km zu fehlen scheint, — eine ursprüng-
liche ungleichmäßige Ausbreitung der Melaphyrdecke kommt wohl hier kaum in Betracht — so wird ein
etwa parallel laufender, sich bei den Grenzhäusern abzweigender Seitenast des Bruches anzunehmen sein.
Die Melaphyrdecke erscheint erst südöstlich der Märzdorf-Röhrsdorfer Straße wieder. Steile Stellung
zeigt das eingeklemmte Rotliegende auch im Dorfe Schiefer, sowie bei Lähn, wo es am südlichen Aus-
gang des Eisenbahntunnels in einem schmalen geschleppten Streifen ansteht. Mittel- und oberrotliegende
Konglomerate sind auch da, wo die Melaphyrdecke fehlt, petrographisch meist leicht zu unterscheiden.
Das Mittelrotliegende ist mehr schmutzig braunrot und enthält viel Ausscheidungen von Brauneisen, das
Oberrotliegende ist deutlicher rötlich, enthält Porphyrgerölle und zeigt oft ein kalkiges Bindemittel, wie
dies auch anderswo so bei Neukirch an der Katzbach beobachtet werden konnte'.
Südlich von Lähnhaus nimmt der Bruch, auf dem der Basalt des Spitzberges (auf dem Meßtischblatt
mit Namen nicht verzeichnet) emporgedrungen ist, wieder eine mehr ostsüdöstliche Richtung an, wodurch
sich nunmehr eine größere Scholle des die Kreide unterlagernden Buntsandsteins zwischen diese und
den Bruch einschiebt, der das dicht am linken Boberufer in steiler Stellung anstehende mittelrotliegende
Konglomerat, den im gleichen Steinbruch im Kontakt mit letzterem aufgeschlossenen Melaphyr und dessen
Hangendes, das oberrotliegenden Konglomerat, schief abschneidet. Melaphyr und rotliegendes Konglo-
merat sind übrigens, was auf der Bryrtcn’schen Karte nicht zum Ausdruck kommt, auch auf der rechten
Boberseite zu beobachten.
Der schon am Waldschlößchen bei Lähn ebenfalls dieht am linken Boberufer in einem Steinbruche
aufgeschlossene Buntsandstein setzt stellenweise als konglomeratischer Sandstein mit Kieselgeröllen vor
allem die Berge östlich des Bobers südlich von Lähn wenigstens in ihrer Hauptmasse zusammen, wobei
der westlich des Bobers befindliche Teil etwas ins Liegende verschoben erscheint, wie die Lage der
Grenzen gegen das Cenoman erkennen läßt, so daß der Bober hier einer nordnordöstlich verlaufenden
Querstürung zu folgen scheint. Südlich des hier nach WSW umbiegenden Engeltbaches den Sockel
des oben vom Cenoman gekrönten Burgberges bildend, sowie auch am Ostufer des Baches und schließlich
an der Chaussee dicht bei Gießhübel heraustretend, verschwindet er dann gegen SO wieder unter dem
hochgelegenen Cenomanquader.
Die Fortsetzung des Bruches, der sich nun zwischen letzterem und den alten Schiefern des
Lähner Sporns wieder mehr gegen SO wendet, ist jetzt vielfach vom Diluvium verdeckt. Südlich von
Langenau drängt sich dann wieder zwischen das alte Schiefergebirge und den seiger stehenden (Juader
em schmaler Streifen Rotliegendes auf etwa 21/2 km Länge ein, der zunächst im Acker dicht an der
' Vergl. Scupin, Die Gliederung der Schichten in der Goldberger Mulde, Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 54. 1902.
Briefl. Mitteilungen, S. 102. — Zimmermann (Bericht über den geologischen Markscheiderkursus in Niederschlesien 1904.
Mitteilungen aus dem Markscheiderwesen 1905, S. 6) stellt das kalkige Konglomerat mit Malachitspuren im Kalkbruch
von Nieder-Görisseiffen schon zum Zechsteinkonglomerat. Ob indes alle Vorkommen eines roten kalkigen Konglomerates
in dem untersuchten Gebiet schon hierher gerechnet werden können, erscheint mindestens nicht erwiesen. stellenweise
sogar zweifelhaft. Ich führe das eben erwähnte rote Kalkkonglomerat daher noch zunächst als Oberrotliegendes mit auf.
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Dortstraße. dann mehrfach am Gehänge besonders in der Nähe des Weges zur »Hölle«, hier in Ver-
bindung mit Melaphyr, heraustritt. Von hier aus sich gegen das Dorf Flachenseiffen, dann in der Richtung
des Flachenseiffener Tälchens gegen SO wendend und die Cenoman-Turon-Schichten der Lähner Kreide
quer abschneidend, läuft der Bruch gegen SW und W zwischen Kreide und Schiefergebirge am Nordabhange
des Galgen- und Schieferberges quer durch das Nordende von Grunau und zieht sich dann am Nordabhang
des Silberberges gegen NW nach den Lerchenbergen, wo die Schichten in überkippter Stellung liegen,
wie schon von Kuxrx dargestellt wurde. Weiter nordwestlich kommen Störungen am rechten Boberufer bei
Bahnhof Mauer-Waltersdorf der Lähn-Hirschberger Bahn deutlich zum Ausdruck. An der Schiefergrenze liegt
hier ein oberrotliegendes Konglomerat in überkippter Stellung mit 80° Fallen gegen SW. Es folgt dann ein
rötlichweißer Sandstein, den man zunächst für Buntsandstein halten könnte, der aber offenbar Zechstein-
sandstein darstellt, wie aus dem Auftreten von mergeligem Zechsteinkalk ebenfalls in überkippter
Stellung, an der Abzweigung eines östlichen Seitenweges noch etwas weiter gegen NO hervorgeht.
Buntsandstein wurde in einer ganz schmalen Partie im unmittelbaren Liegenden des seiger stehenden
Cenomanquaders eines kleinen Steinbruches oben am Berge in einem Hohlwege beobachtet. Der Haupt-
teil des Buntsandsteins ist herunter gebrochen (vergl. das Profil Textfig. 1).
Auch die Grenze des Oberrotliegenden gegen die Schiefer ist wohl nicht durch die Diskordanz
sondern durch emen Bruch bedingt, von dem sich der eben geschilderte Längsbruch nordwestlich der
Lerchenberge abgezweigt hat. Melaphyr und mittelrotliegendes Konglomerat sind hier offenbar ab-
gesunken, von denen weiter nordwestlich zunächst der Melaphyr, dann auch das letztere wieder zum
Vorschein kommt. Daß die Grenze zwischen Melaphyr und Schiefer eine steile Fläche darstellt. zeigt
die Kartierung zwischen Schmottseiffen und Görisseiffen, während hier auf der NO-Seite des Melaphyrs
schon in etwa 200 m Entfernung das Oberrotliegende wieder flache Lagerung aufweist. Ohne die An-
nahme des Absinkens der mittelrotliegenden Sedimente müßte, wie ein Blick auf das Hauptprotil im
Taf. 2 zeigt, ein sehr schnelles Anschwellen dieser Schichten angenommen werden, die in dem Profil
schon in etwa 11/4 km Entfernung 200 m Mächtigkeit erreichen. Die zwischen dem Schmottseiffener
Nordsprung und diesem Schmottseiffener Südsprung liegende Rotliegend-Scholle ist dann also als
Fortsetzung des Lähner Grabens aufzufassen.
Der sich von der Hauptspalte unter spitzem Winkel abzweigende, schon genannte Bruch unmittel-
bar im Liegenden der Kreide zieht sich dann weiter über den Bober am Südwestabhange des Kienberges,
wo gelegentlich wieder Buntsandstein bezw. Zechsteinsandstein zwischen Rotliegendem und Kreide heraus-
tritt, über Husdorf hinaus etwa entlang der Straße nach Karlsthal. An dieser erscheint am Kirchhof wieder
eine kleine Partie eines roten Sandsteins, Buntsandstein oder Zechstein, wie auch ein wenig weiter nach
NW Zechsteinsandstein aufgeschlossen ist. Auf das Vorkommen von Buntsandstem im unmitteibaren
liegenden steil aufgerichteten (Juaders im Steinbruche von Karlsthal hat Gürıcn schon aufmerksam ge-
macht. Der Längsbruch wird hier durch eine (Juerverwerfung abgeschnitten, die mit einem sich von
SW gegen Karlsthal hinziehenden Tälchen zusammentillt. Während in diesem Tälchen am Wege, da
wo er den Bach überschreitet, auf der südöstlichen Seite des Tales noch Quader ansteht, tritt auf der
anderen Talseite, nur wenige Schritte entfernt, im Streichen der Schichten ein von roten Konglomeraten
des Rotliegenden unterlagerter grauer und roter Sandstein zutage. der offenbar wieder dem Zech-
stein angehört, welch letzterer auch noch im Nordwesten der Zechsteinkalkbrüche von Schmottseiffen
|
in sandiger Entwicklung zu beobachten ist. Eine weitere Querverwerfung scheint kurz vor Schmott-
seiffen den Zechstein und Buntsandstein vom Oberrotliegenden südlich Bahnhof Schmottseiffen zu trennen,
das hier ebenfalls ein kalkiges Bindemittel enthält und mit etwa 40°—50° gegen NO einfällt.
Auf eine lokale Uberschiebung deutet das Vorkommen von roten Konglomeraten mit Harnischen
im Hangenden des Zechsteinkalkes, wie es in den Steinbrüchen an der Chaussee Schmottseiffen-Rührsdorf
beobachtet wurde. Das Konglomerat erscheint stellenweise in den Zechsteinkalk taschenartig eingesenkt,
meist ist ein deutliches Lettenbesteg zwischen dem Kalk und dem Konglomerat bemerkbar. Güricx hielt
das Konglomerat der Lagerung im Hangenden des Zechsteins entsprechend fiir Buntsandstein, der ja
gelegentlich auch konglomeratisch werden kann, erwähnt aber selbst die Ähnlichkeit mit dem Konglo-
merat im Liegenden des Zechsteins, mit dem es das kalkige Bindemittel gemein hat; auch das Vor-
kommen von Schieferbruchstücken in diesen Konglomeraten ist mehr ein petrographisches Kennzeichen
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Altpaläoz. Mittel- : = Ober- PARTS DES Bunt- Cenoman- Cenoman- Turon-
Schiefer rotliegendes Melaphyı rotliegendes Zechstein „andstein quader planer mergel
Diluvium Alluvium
Fig. 1. Querprofil durch die Lähner Grabenmulde südlich Lahn. 1: 20000.
für Rothegendes als Buntsandstein. Ebenso hat auch Güricn schon auf die eigentümliche Art der Auf-
lagerung hingewiesen, indem er bemerkt, man erhielte den Eindruck. »als ob der Buntsandstein dis-
kordant auf den Zechstein aufgelagert wäre«. Ich möchte die hangenden Schichten daher eher für
Oberrotliegendes (eventuell Zechsteinkonglomerat) halten und als überschobene Scholle betrachten.
Die Lähner Kreide besteht zu unterst aus Cenomanquader, der von Mergeln (Plenus-Zone) und
Mergelsandsteinen überlagert wird. Das Hangende bildet der (Juader des Kienberges und Grunauer
Spitzberges, der dem Ludwigsdorfer Sandstein (Ouvieri-Zone) entspricht, so daß die Schichtenfolge hier
nicht in ganzer Vollständigkeit, sondern nur etwa ebenso weit wie im Elbtal vertreten ist.
Durch die sich keilförmig gegen NW vorschiebenden Schiefer von Lähn wird die Lähner Graben-
mulde von dem aus schwarzen, pflanzenführenden Schiefern, Arkosen und Konglomeraten bestehenden
Mittelrotliegenden des Schönauer Grabens getrennt. Die mittelrotliegenden Schichten sind am
Rande stellenweise geschleppt, wie dies besonders gut in der Schönauer Gegend zu sehen ist.
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Der Schünauer Graben geht gegen NW in die zweite der oben genannten Spezialmulden, die
Lüwenberger Mulde im engeren Sinne über. Der den Graben begrenzende nordéstliche Schü-
nau-Lüwenberger Bruch, dem auch der 500 m hohe Basaltkegel des Probsthayner Spitzberges auf-
sitzt, erlangt eine bedeutende Ausdehnung und ist bis jenseits von Plagwitz bei Löwenberg zu verfolgen.
Hier ist der Buntsandstein mit nordwestlichem Streichen in einem Hohlweg am Nordabhange des Stein-
berges mit fast seigerer Stellung entblößt in unmittelbarster Nähe des von zahlreichen Harnischen und
Klüften durchzogenen Cenomanquaders auf dem Gipfel des Berges, für den auch schon von älteren
Autoren steile Stellung angegeben wird, doch ist diese hier nicht so deutlich zu erkennen wie beim
3untsandstein. An dem Sprung ist der vom oberen Mergelsandstein überlagerte Rabendockensandstein
abgesunken, der unten am Bober die Chaussee Löwenberg—Zobten mit flachem nord-nordöstlichem Fallen
begleitet. Das weiter nordwestlich bei Kolonie Luftenberg auftretende Vorkommen von Plenus-Mergel
mit nordöstlichem Fallen, das oben am Berge wieder vom Rabendockenquader bedeckt wird, kann nur
durch einen zweiten, dicht neben dem Bruche herlaufenden Parallelsprung oder durch Annahme einer
sattelförmigen Lagerung des Plenus-Mergel erklärt werden.
Durch den Plagwitzer Buntsandsteinsattel wird die Löwenberger Mulde von der Goldberg —
Hermsdorfer Mulde getrennt. Der Südrand der letzteren verläuft zunächst in annähernd westöst-
licher Richtung, biegt dann aber in die SO-Richtung ein. Kleinere Störungen finden sich südwestlich
Neuwiese und südlich der Chaussee Neuwiese—Pilgramsdorf. Hier wird der am Abhange eines Hügels
etwa { km westlich Pilgramsdorf unter dem Cenoman hervortretende Buntsandstein westlich durch den
Cenomanquader, letzterer wieder '/ km westlich durch den Mergel der Plenus-Zone abgeschnitten.
Die Goldberg—Hermsdorfer Mulde selbst ist ihrerseits an einer langen Längsverwerfung, dem bereits
früher geschilderten! Hermsdorfer Bruch, gegen die nördlich gelegene Groß-Hartmannsdorf— Neu-
Warthauer Mulde abgesunken. Der Bruch ist im SO zunächst in der Nähe von Hasel nachweisbar, wo er das
etwa nördlich streichende Oberrotliegende und den Zechstein gegen die niederschlesische Tonschiefer-
formation abschneidet. In einem verlassenen Bruche nördlich Hasel ist der Zechsteinkalk selbst mit ver-
worfen. Seine steile Stellung wird auch bereits von Beyrıcn erwähnt. Das flache Fallen des Ober-
rotliegenden im oberen Teile des Steinbruches gegenüber der steilen Stellung des überkippten, bis 80°
gegen NO einfallenden Zechsteinkalkes hat LanGenHan’, der das Rotliegende wegen seiner höheren Lage
für Buntsandstein hielt, zu der irrigen Annahme einer Diskordanz zwischen Zechstein und Buntsandstein
geführt (vergl. Textfig. 2). Weiter nordwestlich wird der Bruch vom Diluvium bedeckt, doch wird er
bei Hermsdorf in einem Steinbruche (vergl. Textfig. 3) wieder sehr deutlich.
Wie bereits früher beschrieben, ist hier der abgesunkene mittelturone Rabendockensandstein am
Siidrande des Steinbruches zu sehen, während am Nordabhang die altpaläozoischen Schiefer heraustreten
und in der Mitte eine eingeklemmte Scholle von Buntsandstein und unterem Muschelkalk in über-
kippter Stellung erhalten ist, die sich auch noch etwas weiter nach SO verfolgen läßt. Ein kleines
Vorkommen von Basalttuff führt Einschlüsse der älteren Formationen, wie sie am Südrande der Mulde
zutage treten, des Rotliegenden einschließlich der in ihm auftretenden Porphyrdecken, des Zechsteins und
Buntsandsteins. Nordwestlich sowie südöstlich am Bahnhof Hermsdorf stößt der Quader unmittelbar an
! Scurix, Über vulkanische Bomben im Katzbachgebirge, Zeitschr. für Naturwissenschaften, Halle a. S., 1901. S. 361.
2 LANGENHAN, Versteinerungen der deutschen Trias, S. 5.
Schutt Weg
Fig. 2 Profil durch Rotliegendes (ro) und Zechstein (z) in dem verlassenen Kalkbruch im Gehölz nördlich Hasel (etwas
schematisiert). Links im Vordergrunde Schutt; inmitten desselben eine Scholle von rotliegendem Konglomerat und ver-
wittertem rotem altpaläozoischem Schiefer (sch). Der rechte Teil des Profils tritt in Wirklichkeit etwas nach hinten (SO) zurück.
die alten Schiefer, und nur oberhalb Bahnhof Hermsdorf ist noch ein schmaler Streifen der Mergel der
Plenus-Zone eingeklemmt; dicht an der Felsenquelle beobachtet man dabei etwas steilere Stellung der
(Juaderschichten.
Weiter nach NW wieder vom Diluvium verdeckt, zeigt sich der Bruch zunächst an den Hocken-
bergen bei Neudorf am Gröditzberge, wo der Oberquadersandstein mit nördlichem Einfallen gegen das
nördlich vorgelagerte Oberrotliegende abgesunken ist. Von der bei Hermsdorf unsymmetrisch” ausgebil-
deten Mulde mit flachem Süd- und steilerem Nordflügel ist hier infolge des zur Muldenaxe etwas schiefen
Verlaufes des Bruches nur der südliche Flügel der Kreideschichten erhalten. Nahe der Verwerfungs-
spalte ist der Basalt des Wachtelberges emporgedrungen.
Die auch weiter westlich zunächst wieder vom Diluvium verdeckte Verwerfung zieht dann nördlich
vom Kiefern- und Kretschamberge bei Hartliebsdorf vorüber. Südlich liegt der in diesem Höhenzuge
SW NO
9
Fig. 3. Alter Kalkbruch bei Hermsdorf. Am Nordostrand altpaläozoischer Schiefer als Gehängeschutt (sch); weiter nach SW
Buntsandstein (bs) und Muschelkalk (mk) in überkippter Stellung, letzterer in der Mitte des Bildes nur stellenweise zwischen
Schutt und Grasnarbe deutlicher heraustretend; am Südwestrand Turonquader (tq).
Tien
in mächtigen Steinbriichen aufgeschlossene, etwa nürdlich einfallende Oberquader, nérdlich der aus kon-
glomeratischem Cenomanquader bestehende Südtlügel des Groß Hartmannsdorfer Sattels. Versucht man
den Bruch noch weiter zu verfolgen, so könnte die Fortsetzung oder ein Seitenast in einer Linie gesucht
werden, die den nordwestlich streichenden Cenomanquader der Geiersberge südwestlich begleitend
zwischen diesem und dem Oberquader der Waldhöhe und bei Giersdorf hindurchläuft (auf der Karten-
skizze nicht zum Ausdruck gebracht). Die räumliche Entfernung der unter dem Diluvium des Brand-
busches zu suchenden südöstlichen Fortsetzung des Giersdorfer Oberquaders vom Cenoman senkrecht zum
Streichen erreicht hier nur den verhältnismäßig geringen Betrag von höchstens */4 km, zu dessen Er-
klärung ein noch allerdings unbedeutend steileres Einfallen als das bei Giersdorf beobachtete von 26— 29 °
gegen SW angenommen werden müßte.
Liegt die Kreide noch am Südflügel des Groß-Hartmannsdorfer Sattels, wie auch sonst überall
südwestlich einer Linie Hermsdorf -Groß-Hartmannsdorf, auf Buntsandstein, und zwar hier speziell auf
mittlerem Buntsandstein mit Carneolen, wie sie in Lesestücken auf den Äckern gesammelt werden konnten,
so wird sie in der Groß-Hartmannsdorf— Neu-Warthauer Mulde durchweg von Muschelkalk unter-
lagert,’ der hier ebenso wie in der Nieschwitzer Mulde oft stark gefaltet ist, so bei Groß-Hartmannsdorf am Süd-
und Ostrand der Mulde, bei Wehrau und bei Nieschwitz. Auch hier wird der Nordostflügel der Mulde von einer
streichenden Verwerfung, der Neu-Warthau-Wehrauer Spalte, durchschnitten, an der dessen südlicher,
hangender Teil abgesunken ist. Sie ist zunächst zwischen Alt- und Neu-Warthau deutlich nachzuweisen. Das
von Winuicer konstruierte Profil, in dem dieser die ganze Schichtenfolge der Löwenberger Kreide unterbrachte,
ist nicht vorhanden. Auf das als konglomeratischer Sandstein entwickelte Cenoman, das südlich von Alt-Warthau
einen langgestreckten Bergrücken zusammensetzt, folgt nach SW, östlich und westlich der alten Hauptstraße
Alt-Warthau—Neu-Warthau, ein breites, flaches Tal, unter dessen diluvialen Ablagerungen WILLIGER turone
Mergel vermutete, und das südwestlich wieder von einem Höhenzuge begrenzt wird. Verfolgt man
das Tal weiter nach NW, so hebt sich kurz vor der neuen Bahn Alt-Neu-Warthau ein schmaler Rücken
heraus, der sich bis zu der nordwestlichen Fahrstraße Alt-Neu-Warthau erstreckt, und der aus einem
bräunlichen Sandstein besteht. Versteinerungen wurden bisher nicht gefunden, wahrscheinlich entspricht er
dem Rabendockensandstein, dem er petrographisch gleicht, während der Ludwigsdorfer Sandstein durch
den Feldspatgehalt allenthalben abweicht. Die zwischen diesem bräunlichen und dem konglomeratischen
Sandstein liegende Senke würde dann den Plenus-Mergeln entsprechen. Etwa 200 m weiter nach SW
am Eingange des Bahneinschnittes trifft man feinkörnige tonige Sandsteine, die offenbar schon den Neu-
Warthauer Schichten angehören, wenn sie auch von dem bekannten Neu-Warthauer Gestein mit den
charakteristischen, in allen Sammlungen verbreiteten Versteinerungen durch etwas geringere Feinkörnig-
keit abweichen. Bezeichnende Fossilien wurden am Ausgang des Bahneinschnitts gefunden. Über diesen
Neu-Warthauer Schichten folgt dann wie in dem Wirvıger’schen Profil Oberquader und Uberquader.
Die Verwerfung liegt hiernach zwischen dem vermutungsweise als Rabendockensandstein angesprochenen
Gestein und dem südwestlich gelegenen, von der Bahn durchschnittenen Höhenzuge (vergl. das Haupt-
profil Taf. 2).
Sie setzt nordwestlich durch Bunzlau fort, wo an der von Looswitz kommenden Chaussee die
! Vergl. S. 10. Die Annahme eines postkretarischen oder obersenonen Bruches, an dem etwa der Muschelkalk
am Südflügel des Groß-Hartmannsdorfer Sattels abgesunken sein konnte, ist nicht nötig.
de ==
mit etwa 30° gegen SW einfallenden Tone und Sandsteine des Uberquaders gegen den konglomera-
tischen Cenomanquader verworfen sind. Der weitere Verlauf des Neu-Warthauer Bruches wird auch
noch nordwestlich Bunzlau durch das Auftreten einer aus dem Diluvium aufragenden isolierten Partie
dieses konglomeratischen cenomanen Sandsteins gekennzeichnet. Da die Streichrichtung hier aus der
nordwestlichen in eine mehr westnordwestliche (hora 8) übergeht, während die Richtung der Verwerfung
zwischen beiden Streichrichtungen liegt, so tritt hier nicht mehr der Überquader, sondern das nächst-
ältere Schichtenglied, der Oberquader, an die Verwerfung heran.’ Derselbe fällt in den beiden Stein-
brüchen 2 km nördlich Dobrau mit etwa 35° gegen die Verwerfung, also etwa NO bis NNO ein, während
das Einfallen des Oberquaders und des auflagernden Überquaders weiter südlich gegen SW gerichtet
ist. Die Schichten bilden hier also einen Sattel, dessen Achse nur wenig von der Richtung der Bruch-
linie gegen WNW abweicht. Dieser Lagerung entspricht die Tatsache, daß weiter nordwestlich wieder
Überquaderschichten an den Bruch herantreten. Die Neu-Warthauer Mulde wird somit durch einen
kleinen Spezialsattel noch einmal geteilt, der indessen sehr bald verflacht und schon am (Jueis nicht mehr
erkennbar ist. Er stellt die abgesunkene Spitze des Sattels dar, der die Neu-Warthauer Mulde von der
Nieschwitzer scheidet, so daß der Oberquader mit nordöstlichem Einfallen in den genannten Stein-
brüchen eigentlich schon zu dieser Mulde zu rechnen wäre. Ich halte diese Deutung für wahrschein-
licher als die Annahme überkippter Lagerung in Anbetracht eines kleinen Vorkommens von Uberquader-
sandstein 600 m westlich Obertillendorf in der Nähe der Bahnstrecke, das gleichfalls nordöstliches Ein-
fallen zeigt und durch einen Querbruch gegen den Oberquader verworfen ist, der nordwestlich in un-
mittelbarster Nähe im Streichen der Schichten wieder mit südwestlichem Fallen ansteht.
In der nordwestlichen Fortsetzung des Bruches ist bei Wehrau-Klitschdorf am Queis der Über-
quader gegen den Muschelkalk abgesunken, dessen steile Stellung schon Beyrıcn bekannt war. Der
Muschelkalk fällt auf der rechten Seite des (Jueis mit etwa 58—65°, auf der linken mit etwa 80° gegen
SW ein, ebenso der Röt, der aus grauen oder rötlichen dolomitischen Mergelschiefern mit eingeschal-
teten ‚festeren Kalkbänken besteht. Auch der aus weißen Sandsteinen bestehende mittlere Buntsandstein,
wie die höheren Horizonte dicht am Ufer aufgeschlossen, zeigt noch steiles Einfallen. Erst in der Nähe
der Brücke Wehrau-Klitschdorf wird das Einfallen des Buntsandsteins, der hier deutliche Kreuzschichtung
zeigt, wieder das normale von etwa 14°. Weiter nach NW kommt die Störung in einer Überkippung des
Überquaders bei Tiefenfurt zum Ausdruck. Die Längserstreckung des Bruches, soweit er sichtbar ist, beträgt
etwa 35 km, die Sprunghöhe bei Wehrau, wo sie den Höchstbetrag erreicht, mindestens 400 m. Bemerkens-
wert ist, daß die südöstliche Fortsetzung desselben gerade auf den Basaltkegel des Gröditzberges trifft.
Bei Bunzlau scheint eine Tiefbohrung in der »Viehweide« östlich der Stadt zwecks Anlage eines
artesischen Brunnens, die 400 m Tiefe erreichte, in die Verwerfungsspalte geraten zu sein. Es konnte
an anderer Stelle? gezeigt werden, daß das Bohrprofil, dessen Gesteinsproben ich durch die Freundlich-
keit von Herrn Geheimrat Breyscuitac einer Durchsicht unterziehen konnte, nicht mit der sonst zu be-
obachtenden Schichtenfolge in Einklang zu bringen ist, während es unter der Annahme verständlich
! Verwirrend wirkt auf der Bryricu’schen Karte die Einzeichnung von Cenoman (g,) nordwestlich von d, (Ober-
Quader), die auch von WILLIGER übernommen ist. Sie gründet sich offenbar auf einen großen, etwa 3 m hohen Block von
cenomanem konglomeratischem Sandstein in einer Sandgrube.
* Scupin, Über eine Tiefbohrung bei Bunzlau. Jahrb. d. preuß. geol. Landesanst. für 1911, Bd. 32, S. 53.
Palaeontographica. Suppl. VI. 3
cou
wird, daß eine Reihe z. T. steil gestellter, in Form von Schuppenstruktur durcheinander geschobener,
in die Spalte eingesunkener Schichten von der Bohrung durchsunken wurde.
Ebenso wurde in dem Aufsatze schon darauf hingewiesen, daß die Verwerfung möglicherweise
nordwestlich bis Freiwaldau fortsetzt, wo eine Bohrung im Ton stecken blieb, nachdem sie mehr als
200 m desselben durchsunken hatte. Dieser ganz ungewöhnlich hohe Betrag würde sich am einfachsten
unter der Annahme erklären, daß auch diese Bohrung in die bis hierher fortsetzende Spalte geraten ist,
die dann eine Länge von 50 km erreichen würde.
Durch den Alt-Warthauer Buntsandsteinsattel wird die Gr.-Hartmannsdorf—Neu-Warthauer von
der Nieschwitzer Mulde getrennt, die großenteils durch Diluvium verdeckt ist. Im Bereiche des
Profils Taf. 2 trifft man den Muschelkalk in der Umgegend der Goldmühle Nieschwitz in mehreren
verlassenen Steinbrüchen aufgeschlossen, an der Goldmühle selbst als kleine steile Falte. Der nächst
nördliche Steinbruch zeigt ihn bereits mit 18° südwestlichem Einfallen, gehört also schon dem Nordost-
flügel der Mulde an.
Zur Veranschaulichung des Gesagten diene das Taf. 2 dargestellte Querprofil.
Die Beziehungen der Tektonik zur vulkanischen Tätigkeit im Löwenberger Kreidegebiet.
Bei Besprechung der einzelnen Brüche wurde bereits kurz auf das Auftreten einzelner Basalt-
kuppen auf diesen tektonischen Spalten hingewiesen, doch ist die Frage auch für die Löwenberger Kreide
damit keineswegs erledigt.
Betrachtet man das Blatt Liegnitz des Beyricx-Roræ'sche Karte des niederschlesischen Gebirges,
so fällt südlich von Goldberg ohne weiteres die lineare Anordnung einiger Basaltkuppen auf. Es sind hier
zwei Reihen solcher Basalte erkennbar, eine nördliche Linie, gebildet durch den Basalt westlich Wilmannsdorf,
den Ziegenberg, Wolfsberg, die kleine Basaltkuppe nördlich Hermsdorf, sowie den Raumberg, und eine
südliche, gegeben durch die Linie Kahleberg— Steinberg, zwischen denen noch drei kleinere Basalt-
vorkommen (Putzberg, Geiersberg und ein unbenannter Berg) liegen. In die südöstliche Fortsetzung
dieser Linie fällt dann noch das große Basaltvorkommen östlich Mochau.
In nächster Nachbarschaft neben dem Kahleberg liegt dann eine weitere Basaltkuppe; zwei ganz
kleine Basaltvorkommen und ein drittes, nur wenig größeres liegen in der gleichen Richtung bei Konrads-
waldau. Derselben Zone gehören drei z. T. noch kleinere der Buntsandstein-Cenomangrenze aufsitzende
Basaltvorkommen, wenig westlich der Katzbach, an, die auf der Ror#-Bryrıca’schen Karte ebenso wie
das eine der letztgenannten nicht verzeichnet sind.
Die Basaltreihe Kahleberg— Steinberg liegt, wie die Karte zeigt, auf der Grenze zwischen Bunt-
sandstein und Kreide und legt daher für den Beschauer der Karte den Gedanken nahe, daß diese Grenze
eine Bruchgrenze sei. Das Vorhandensein eines Längsbruches ist indes hier nicht nachweisbar. Anderer-
seits aber kann auch nicht behauptet werden, daß Störungen hier gänzlich fehlen.
Wie oben gezeigt, liegt der Kreidesandstein hier ebenso wie in dem ganzen Gebiete westlich
bezw. südlich der Linie Hermsdorf—Groß-Hartmannsdorf—Herzogswaldau auf Buntsandstein. Die Grenze
selbst ist an mehreren Orten angeschnitten, und auch in diesem südöstlichen Gebiete ist die Überlagerung
des Buntsandsteins durch die Kreide zu sehen, wenn auch die Grenze auf Blatt Schönau nirgends haar-
scharf im Aufschluß entblößt ist. Besonders an der Chaussee Schünau — Goldberg am Katzbachufer
überzeugt man sich, daß der Buntsandstein den Quader nördlich des Geiersberges unterteuft. Immerhin
weisen die zahlreichen Harnische, wie man sie im Cenoman, besonders gut auch im Eisenbahneinschnitt
von Neuländel an der Katzbach sieht, auf tatsächlich eingetretene Verschiebungen hin, und so wäre
schließlich auch die Möglichkeit einer schrägen Dislokationsspalte vorhanden, die mit den angegebenen
Lagerungsverhältnissen durchaus in Einklang zu bringen wäre. Auch eine steil stehende Längsspalte
innerhalb des Buntsandsteins südwestlich des Wilsbaches, der die Kreide gar nicht mehr berührt, wäre nicht
unbedingt ausgeschlossen, doch liegen keinerlei Anhaltspunkte für eine solche vor. Man gelangt also
hier bezüglich der Frage nach den Zusammenhängen zwischen Tektonik und Vulkanismus zu einem
non liquet. Ebenso sind auch für einige andere Basalte außer den oben erwähnten an der Buntsandstein-
Kreidegrenze Dislokationen nicht nachweisbar, wenn auch Zerrungen im Schichtengefüge möglich wären;
hierher gehören einige Basaltvorkommen am Ostrand der Goldberger Mulde, sowie der Basalt von Sirgwitz.
Dagegen können die nördlich gelegenen Basaltvorkommen der Goldberger Gegend wenigstens
teilweise zu der Hermsdorfer Spalte in Beziehung gesetzt werden. Doch liegen hier nur einzelne
kleinere auf der Spalte selbst oder in solcher unmittelbarer Nähe, daß ein Zusammenhang beider Er-
scheinungen ohne weiteres als bestehend angenommen werden kann, jedenfalls aber verläuft die Spalte
nicht in der durch die Basaltreihe vorgezeichneten Linie. Die meisten der Basalte, besonders die größeren
Vorkommen, erscheinen mehr oder weniger von der Spalte abgerückt, so daß man zu der Vorstellung
einer die Verwerfung begleitenden Zone greifen muß, in der durch Zerrungen und Zerreißungen im
Schichtengefiige ein locus minoris resistentiae geschaffen ist. Im Osten liegen nördlich von Hasel vier
ganz kleine, z. T. nur wenige Meter Durchmesser zeigende Basaltvorkommen, die eine schnurgerade, in
Stunde 9 streichende Linie bilden. Der nordwestlichste derselben liegt ganz dicht an dem oben er-
wähnten Zechstein-Steinbruch, der von der Hermsdorfer Spalte durchschnitten wird. Ganz nahe, etwa
110 m westlich, liegt ein fünftes kleines Basaltvorkommen. Auch der nordöstlich des Bruches liegende
Basalt des Mühlberges gehört wohl noch in den Bereich dieser Verwerfung. Etwas weiter ab von der
Spalte liegt der Basalt des Eichberges und Flensberges, ferner das kleine Basaltvorkommen östlich der
Kreuzung des Weges Geiersberg— Prausnitz und der Wolfsdorf—Goldberger Chaussee. Die Entfernung
von der Spalte erreicht hier durchschnittlich '/2—*/s km. Dieselbe Entfernung zeigt auch der große
Basaltkegel des Wolfsberges und das früher beschriebene Basaltvorkommen mit Bomben südlich Bahnhof
Hermsdorf," während sie bei dem Basaltkegel des Ziegenberges auf mehr als 1!/ı km anwächst. Hier
könnte man bereits zu Zweifeln bezüglich des Zusammenhanges mit der Spalte gelangen. An der Spalte
selbst erscheint wieder ein Basaltkonglomerat von ganz geringer Ausdehnung an der Südwand des Herms-
dorfer, von der Verwerfung durchschnittenen Kalkbruches, ferner gehören hierher die beiden ganz kleinen
Basaltvorkommen südlich des Galgenberges bei Hermsdorf. Der SW—NO gestreckte Basalt des Hasel-
berges kommt der Bruchlinie ebenfalls bis auf etwa 125 m nahe, während der Basalt des Rammberges
wieder etwa 400 m entfernt liegt. Weiter gegen Westen ist südlich von Neudorf am Gröditzberge der
Basalt des Wachtelberges in etwa 120 m Entfernung von der Spalte zu finden; der Basaltkegel des Gröditz-
berges muß wegen seiner 3 km betragenden Entfernung von der Spalte für die Betrachtung ausscheiden.
Dagegen liegt er auf einer Linie, die in der Fortsetzung der Neu-Warthauer Spalte gegen SO verläuft.
| 1 Zeitschr. f. Naturw. 1901, S. 359.
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Ein anderer Basalt, der mit Spaltenbildung in Verbindung gebracht werden kann, ist der des
500 m hohen, stattlichen Probsthainer Spitzberges. Er liegt ziemlich genau in der Fortsetzung des
nördlichen Randbruches des Schünauer Grabens. Ebenso ist in der Lähner Mulde auf der nordöstlichen
Randspalte der Basalt des Spitzberges hervorgequollen, und vermutlich fällt auch der Basalt nördlich
Ludwigsdorf in eine Störungszone hinein. Immerhin ist die Spärlichkeit dieser Basaltausbrüche auf den
sehr langen Spalten im Gegensatz zu der eben erwähnten Spalte auffallend. Im NW des Gebietes in
der Liwenberg—Bunzlauer Hauptmulde treten sie nur noch sporadisch auf, sie häufen sich erst wieder
im kristallinen Gebirge und der niederschlesischen Tonschieferformation im Gebiet der Lausitzer Pforte
bezw. in der Richtung auf diese hin. Insbesondere konnten sie auch an der Neu-Warthauer Spalte
zwischen Neu-Warthau und Tiefenfurth nirgends beobachtet werden.
Ganz allgemein ergibt sich also hier das Resultat, daß für zahlreiche Basalte des Gebietes ein
Zusammenhang mit postkretazischen Spalten wahrscheinlich ist, daß aber die Vulkankegel nur in den
selteneren Fällen den Spalten aufsitzen, während die meisten in einer etwa 1 km breiten Störungszone
jederseits vom Bruche diesen begleiten. Es werden indes wohl kaum diese postkretazischen Brüche
allein als Ursache der vulkanischen Tätigkeit in Anspruch genommen werden können, wie die ungleiche
Verteilung der Vulkane auf die einzelnen Gebiete, speziell auf die einzelnen Brüche der Gegend zeigt.
Welche Faktoren hier mitgesprochen haben, ist zunächst nicht zu entscheiden. Vielleicht ist einer der-
selben das Vorhandensein nicht nachweisbarer Spalten der oben erwähnten auch für das Riesengebirgs-
vorland anzunehmenden präcenomanen Faltungsepoche, und man wird daher auch die Möglichkeit des
Auftretens derartiger älterer Spaltensysteme bei den reihenweise angeordneten Vulkanen, die zunächst
nicht ohne weiteres mit jüngeren Spalten in Beziehung zu setzen sind, wie der eben geschilderten süd-
lichen Reihe, in Rechnung zu ziehen haben.
Die Schichtenfolge in der Löwenberger Kreide.
Das Cenoman.
Innerhalb des Cenomans lassen sich iberall deutlich zwei Horizonte unterscheiden:
2. Pläner und Plänersandstein der Zone des Actinocamaz plenus.
{. Unterer Quadersandstein.
Der untere Quadersandstein.
Der cenomane (Juader tritt fast überall im Gelände als Höhenzug scharf heraus. Es ist em
tester, grobkörniger, weißer oder gelber Sandstein, der durch Größenzunahme seiner Bestandteile stellen-
weise konglomeratisch werden kann. Die einzelnen Sandkörner erreichen meist die Größe von Gries-
körnern, in den mehr konglomeratischen Schichten werden die Gerölle erbsen- bis kirschkerngroß, in
einzelnen Konglomeraten erlangen sie Haselnußgröße. Nicht selten sind in letzteren kantengerundete
Stücke, die in dreikanter-ähnliche Gebilde besonders im Norden in der Groß-Hartmannsdorfer Mulde
übergehen. Das Bindemittel ist meist tonig. Während der Cenomanquader im Südosten der Mulde fast
durchweg als normaler Sandstein entwickelt ist, tritt weiter nach Nordwesten häufiger konglomeratische
Entwicklung dazu. So bauen sich die Felsen des Jungfernstübchens bei Löwenberg aus derartigen Kon-
glomeraten auf; ebenso bemerkt man auf der anderen Talseite, wie der über dem kreuzgeschichteten,
III
gelblichen Buntsandstein liegende Cenomansandstein, dessen untere Grenze an der »Felsenruh« scharf
markiert ist, bereits dicht über dieser in konglomeratischen Sandstein übergeht. Beim weiteren Aufstieg
zu den malerischen Felsen der sog. »Löwenberger Schweiz« beobachtet man abwechselnd Sandsteine
und konglomeratische Bänke. Die konglomeratische Entwicklung herrscht vor bei Naumburg a. (Jueis,
bei Groß-Hartmannsdorf und bei Neu-Warthau. Bei Neu-Warthau beobachtet man im Hangenden des
Muschelkalkes nördlich des Bergzuges zwischen Alt-Warthau und Neu-Warthau hellbraune Sandsteine,
auf welche die den Höhenzug im wesentlichen zusammensetzenden weißen Konglomerate folgen. Ge-
legentlich werden die Sandsteine glaukonitisch, besonders gut sind solche am Silberberg bei Grunau m
der Lähner Mulde zu beobachten. Die Mächtigkeit erreicht 30—40 m, selten noch etwas mehr.
Die Auflagerung des (Juaders auf älteren Schichten ist an mehreren Stellen zu sehen. Nördlich
des Heiligenberges bei Armeruh geht die Grenze zwischen Buntsandstein und Kreide gerade durch
einen Steinbruch hindurch, ebenso am Nordabhang des Kugelberges bei Löwenberg. Auch die Felsen
am Südostabhang des Galgenherges nordwestlich der Strickermühle, die von WirLLıGEr im ganzen als
Quader kartiert wurden, zeigen deutlich die Auflagerung; auf die scharfe Grenze zwischen Buntsand-
stein und Cenoman an der Felsenruh bei Löwenberg wurde schon hingewiesen, in gleicher Weise wird
sie bei Langvorwerk von der Eisenbahn Siegersdorf—Löwenberg angeschnitten.
Die Zugehörigkeit zum Cenoman wird in erster Linie bewiesen durch das häufige Vorkommen
von Pecten asper Lam. und Vola aequicostata Lam. Drescurr und WirLıGEer führen u. a. auch noch
Acanthoceras Rhotomagense Durr. als Leitfossil an, doch gehören die mir bekannt gewordenen Originale nicht
zu dieser Art. Die Durcharbeitung des gesamten Materials ergab folgende Fossilliste:
Acanthoceras spec. ?
Pachydiscus spec.
conf. Tapes subfaba pd’ Ors.
Crassatella spec.
Pecten acuminatus GEIN.
hispidus GOLDF.
asper Lam.
Vola quadricostata Sow.
aequecostata Lam.
Lima Meyeri Woops
clypeiformis D’ORB.
Ostrea hippopodium Nits.
carinata Lam.
diluviana Linn.
Exogyra columba Lam.
conica var. nov. declivis
Rhynchonella Kunthii nov. nom.
Holaster suborbicularis Aa.
Kuxra nennt noch einige weitere Arten aus dem Lähner Cenomanquader, die mir jedoch un-
bekannt geblieben sind. Die meisten Stücke, über deren Vorkommen im paläontologischen Teil An-
gaben gemacht sind, stammen aus der Lüwenberger und Goldberger Gegend, spirlicher sind die Funde
aus der Liihner Mulde, fast versteinerungsleer sind die konglomeratischen Sandsteine im Norden.
In der Lähner Mulde ist das Auftreten des Cenomanquaders eingehend von Kunru beschrieben.
Er setzt hier im Norden den Humprich und den sich nordwestlich anschließenden Höhenzug zusammen.
Von Versteinerungen sind hier besonders Pecten asper, Vola aequecostata, Exogyra columba und Ithyncho-
nella Kunthii zu nennen. Der nordwestlich gelegene Hügel östlich Kolonie Straßenhäuser besteht bereits
aus dem die Kreide unterlagernden Buntsandstein, der unter der Diluvialbedeckung gelegentlich herausschaut
und sich ebenso, an mehreren Punkten der Chaussee Schmottseiffen—Lähn aufgeschlossen, am ganzen
SW-Abhang des Höhenzuges hinzieht.
Die Chaussee trifft die Grenze zwischen Buntsandstein und Cenoman dicht nördlich der Weg-
kreuzung Märzdorf—Klein-Röhrsdorf, biegt aber alsbald wieder in den Buntsandstein ein, der noch in
der Nähe der Feldschmiede bei Karlstal durch Rotfärbung des Bodens bemerkbar wird. Am Humprich
tritt dann der Quader selbst an die Chaussee heran, die, sich nach Osten biegend, hier die Mulde durch-
quert. Durch den obengenannten (Juerbruch südwestlich Karlstal gegen SW verworfen tritt steiler Cenoman-
quader wieder am Wege Karlstal—Ullersdorf, wo dieser den Bach überschreitet, auf der rechten Tal-
seite auf und zieht sich von hier auf der Nordostseite des Weges nach Husdorf und weiter am Südwest-
abhang des Kienberges entlang, wo er gegenüber Bahnhof Mauer-Waltersdort der Löwenberg—Hirsch-
berger Bahn auf der anderen Boberseite in einem Steinbruche aufgeschlossen ist. Er läßt sich in seigerer
Stellung weiter auf das rechte Boberufer verfolgen, wo ebenfalls mehrere, meist kleinere Steinbrüche in
ihm angelegt sind. Sehr schön ist die seigere Stellung in dem großen verlassenen Steinbruch im Walde
unterhalb des Weges Waltersdorf —Tschischdorf zu sehen. Pecten asper wurde hier überall beobachtet.
Der (Juader verschwindet dann südlich von Waltersdorf zunächst unter dem Diluvium, innerhalb dessen er
westlich Nieder-Langenau als Bergrücken heraustritt, der sich in den Lerchenbergen fortsetzt. Hier steht
er in überkippter Lagerung an, durch die oben geschilderte, von Karlsthal an zu verfolgende Verwerfung
von dem Diabas der niederschlesischen Tonschieferformation geschieden. Immer von letzterer und dem
Randbruch begleitet zieht er sich über Neu-Flachseiffen südlich des Grunauer Spitzberges, den Nord-
abhang des Silberberges, Schieferberges und Galgenberges bildend, über Grunau und biegt dann nach
Norden um, indem er am Südende von Flachenseiffen gegen die alten Schiefer abstößt.
Auf der Nordseite der Mulde findet er sich in steiler Stellung südöstlich von Ober-Langenau.
Nordöstlich dieses Dorfes, vielfach vom Diluvium bedeckt, ist er an der Lähner Chaussee sowie in einigen
Steinbrüchen östlich des Engeltbaches aufgeschlossen. Dicht bei Gießhübel bildet er einen kleinen be-
waldeten Höhenzug unmittelbar an der Chaussee, und ebenso besteht auf der Westseite des Engelt-
bachs der Gipfel des Burgberges aus Cenomanquader, in dem einige unbestimmbare Reste, u. a. ein
etwa talergroßer, glatter Pecten beobachtet wurde, während unten im Tale, unmittelbar am Engeltbach,
wieder der Buntsandstein heraustritt. Die Grenze des Quaders gegen den Buntsandstein unten im Tal
liegt da, wo die Chaussee Lihn—Oberlangenau nördlich Kolonie Wiesenhäuser aus dem Walde heraus-
tritt nahe der Umbiegungsstelle des Engeltbaches nach NNO. Der Quader ist hier auf der Seite des
Baches in einem alten Steinbruch aufgeschlossen, rechts tritt er unmittelbar an den Bach heran, indem
er mit etwa 53° gegen SW einfällt. Auch auf der Nordwestseite des Burgberges ist die Grenze zwischen
dem in einem Steinbruch an der Chaussee aufgeschlossenen, nordwestlich streichenden Buntsandstein
a ae
und dem Cenoman recht deutlich, dem bereits das Gehülz am Chausseeknie östlich der nördlichsten
Häuser von Waltersdorf angehört. Von hier aus setzt der Quader über den Engeltbach fort: er tritt
unterhalb des Gipfels des nicht benannten Berges nördlich der Mündung des Engeltbaches in den Bober
im Walde heraus, während der Gipfel selbst (315,4 m in Textfigur I) noch aus Buntsandstein besteht.
Nordwestlich des Bobers ist er durch die Bahn Lähn—Hirschberg am Fuße des Kienberges ent-
blößt, wo er mit etwa 30—35° gegen SW einfällt. Man beobachtet hier folgendes Profil: auf die bei
Lähn entstehenden alten Schiefer folgen an dem auf der linken Boberseite nach SW führenden Fuß-
wege mittelrotliegende Konglomerate in seigerer Stellung, die noch die Nordostwand des Steinbruches
in der Nähe des Tunneleingangs der Bahn Hirschberg—Lähn zusammensetzen, während der südwestliche
Teil des Steinbruches aus Melaphyr besteht. Weiter nach SW folgt am Waldschlößchen, in einem Stein-
bruch aufgeschlossen sowie schon vorher in Lesesteinen im Acker bemerkbar, hellroter Buntsandstein,
stellenweise arm an Bindemittel, während das den Melaphyr sonst überlagernde Oberrotliegende erst
weiter oben am Gehänge im Acker deutlicher heraustritt. Im Hangenden des Buntsandsteins ist an der
Bahn Cenomanquader angeschnitten, der oben eine etwa '/3 m mächtige Tonmergelbank enthält, die sich etwas
weiter oben am Gehänge spaltet und eine auskeilende Sandsteinbank einschließt. Während die obere
Partie der Tonmergelbank nur einige Zentimeter stark ist, nimmt die untere an Mächtigkeit etwas zu. Der
(Juader wird von tonigen Mergeln überlagert, die an der Ziegelei etwa 25° südwestliches Einfallen zeigen.
Es folgen dann wieder, wie oben beschrieben," bei Bahnhof Mauer-Waltersdorf, der liegende (Juader des
Gegenflügels in seigerer Stellung, weiter Buntsandstein in ganz geringer Mächtigkeit, überkippter Zech-
steinkalk, Zechsteinsandstein und Oberrotliegendes, sowie schließlich wieder die alten Schiefer. Die
Mergel im Muldeninnern werden von dem Quader des Kienberges überlagert.
Am nordöstlichen Abhang des Kienberges entlang läßt sich der Cenomanquader weiter nach NW
wieder bis zum Humprich und dessen nordwestlicher Fortsetzung verfolgen. Der unterlagernde Bunt-
sandstein tritt hier, wie im SW, so auch auf der Nordostseite mehrfach hervor, so dicht bei Kolonie
Grenzhäuser, an der Straße Märzdorf—Röhrsdorf, sowie noch weiter südöstlich im Acker.
In der Löwenberger Hauptmulde setzt der Cenomanquader, verschiedentlich in Steinbriichen auf-
geschlossen, am Südrande der Mulde einen langgestreckten Höhenzug, die Harte, den Spitzberg, Stein-
berg und Galgenberg, stellenweise von Diluvialkies bedeckt, zusammen. Bei Hartelangvorwerk ist
der Höhenzug durch die Bahn Löwenberg—Siegersdorf angeschnitten, wobei die Buntsandstein-Cenoman-
grenze entblößt ist. Man beobachtet hier folgendes Profil: zuunterst 40 m meist '/;—'/, m starke Bänke
eines weißen, vielfach gelblich gestreiften Sandsteins, meist mit Kreuzschichtung, mit dünngeschichteten
Zwischenlagen, unten mit einer roten tonigen Einlagerung, der da, wo Kreuzschichtung nicht zu sehen,
dem (Juadersandstein täuschend ähnlich wird und gelegentlich auch wie dieser Gerölle führt. Es folgt
8 m dünngeschichteter Sandstein, weiß oder leicht rosa gefärbt, oben wieder mit roten Bänken mit
typischer Kreuzschichtung. Diese dem Buntsandstein zuzurechnenden Schichten werden vom Cenoman-
quader überlagert, der unten auch Kreuzschichtung zeigt, durch die (Juaderung aber deutlich als Cenoman
kenntlich wird. Er enthält, wie auch anderweitig, eingestreute Gerölle, die nach oben zu häufiger werden.
Die Mächtigkeit dieses (Juaders beträgt 30 m, auf den dann eine Brauneisenbank folgt, die hier vielfach
an der Basis der Plenus-Zone beobachtet werden kann.
= 1 Vergl. S. 12 und Textfigur 1, S. 13.
—_ —
Zwei Seitentälchen, das von Gürrisseiffen und das von Moys, schaffen bei Lüwenberg selbst
Steilabstiirze des Quaders, dessen Unterlagerung durch Buntsandstein in beiden Tälern gut zu sehen ist.
Auch der Steinbruch am Nordabhang des Kugelberges schneidet die Buntsandstein-Cenomangrenze an.
Das Vorkommen konglomeratischer Schichten am Jungfernstiibchen und an den auf der anderen Talseite
liegenden Moyser Felsen, der sog. Lüwenberger Schweiz, wurde schon erwähnt. Charakteristische Ver-
steinerungen, wie Pecten asper und Vola aequecostata, fanden sich besonders bei Hartelangvorwerk und
im Steinbruch am Kugelberge. Der Höhenzug des Quaders zieht sich nordwestwärts über den Zigans-
berg und Paulusberg bis in die Gegend von Herzogswaldau bei Naumburg a. Queis, wo ebenfalls im
Walde an den Erlingsbergen konglomeratischer Sandstein mit 20—24° nord-nordöstlichem Fallen ansteht,
der dann unter jüngeren Gebilden verschwindet.
Dem Cenomanquader dürfte auch ein nordöstlich von Sohra gelegentlich im Gelände heraus-
tretender grober Sandstein angehören. Er ist hier auch im Hangenden des Buntsandsteins an der
Chaussee nach Görlitz zwischen 11,5 und 32 m Tiefe erbohrt worden.’
Weiter nach SO zu ist der Cenomanquader nocheinmal am linken Boberufer am Weinberg nörd-
lich von Siebeneichen bei Löwenberg aufgeschlossen. Ihm gehört der in der Weggabel Zobten— Löwen-
berg und Zobten—Höfel liegende, auf der Karte nicht benannte Berg südlich eines schmalen Wiesentälchens
an, das wohl den Mergeln der P/enus-Zone entspricht. Ebenso bildet er von diesem durch den Schönau-
Löwenberger Bruch getrennt den Gipfel des Steinberges. Weiter nordwestlich beobachtet man ihn in
der Richtung des Bruches mit nördlichem Fallen im Liegenden der Plenus-Mergel dicht vor Kolonie
Luftenberg.
Nördlich des Plagwitzer Buntsandsteins ist er am Hirseberge und westlich desselben mehrfach
in Steinbriichen aufgeschlossen, um dann mit etwa üstlichem Streichen weiter im Osten unter dem Di-
luvium zu verschwinden. Nördlich des Heiligenberges bei Armeruh taucht er wieder im Hangenden des
Buntsandsteins auf, der hier mit ihm zusammen durch einen Steinbruch angeschnitten wird, weiter zieht er
sich etwa 2'/2 km südlich der Chaussee Léwenberg—Goldberg im Liegenden des Cenomanpläners über
den Kellerberg bis zu einem Hügel westlich des Weges Hockenau—Harpersdorf, östlich dessen er wieder
auf etwa 300—400 m vom Diluvium verdeckt wird. Infolge der auf eine kurze Strecke zu verfolgenden
Umbiegung des Streichens nach NO tritt der Cenomanquader bei Neuwiese fast an die Chaussee heran,
um von hier aus mit einem Streichen von Stunde 7 wieder nach OSO abzulenken. Im Siiden gehüren
ihm der vom Buntsandstein unterlagerte Höhenzug des Tiergartenberges und Steinberges, sowie dessen
üstliche Fortsetzung an. Er ist hier ganz flach gelagert und zeigt hüchstens ein Einfallen von 5°, so
daß der Buntsandstein auf der Nordseite des Höhenzuges noch gelegentlich in Rotfärbung des Bodens
zum Ausdruck kommt. Etwa ‘2 km östlich Neuwiese ist er an einem kleinen N—S verlaufenden Quer-
bruche, der schon oben erwähnt wurde, nach Süden verworfen. Er erscheint daher jenseits dieser wieder
der Chaussee auf etwa '/ı km genähert und wird dann '/s km weiter östlich in einer zweiten, ebenfalls
schon erwähnten Querspalte vom Buntsandstein abgeschnitten. Zwischen diesem und dem Pliner der
Plenus-Zone tritt er dann an einem westlich von Pilgramsdorf ausgehenden (Juerwege in einem schmalen
Streifen heraus.
! PRIEMEL, Die Braunkohlenformation des Hügellandes d. preuß. Oberlausitz. Zeitschr. f. Berg-, Hütten- u. Salinen-
wesen, 1907, S. 52.
Weiterhin von den Schottern der schnellen Deichsel verdeckt erscheint der Cenomanquader jen-
seits Pilgramsdorf wieder, */s km südlich der Chaussee vom Buntsandstein unterlagert. Das Emfallen
beträgt hier etwa 35—40°, ist also verhältnismäßig steil. Am Nordabhang des aus Basalt bestehenden
Steinbergs entlang zieht er sich weiter im Liegenden des Cenomanpläners, den Rücken des auf der Süd-
seite von Lehm bedeckten Hühenzuges bildend, bis zur Katzbach bei Neuländel, wo er auf deren linker
Seite durch die Bahn angeschnitten wird. Pecten asper und Vola aequecostata sind auch hier die häufigsten
Versteinerungen. Auf der anderen Talseite, wo die Schichten etwas stärker nach SO umbiegen, tritt er
bei Neuländel an die Chaussee Goldberg— Schönau heran, die wenig südlich auch den Buntsandstein ent-
blößt. Die Grenze gegen diesen verläuft dann nördlich des basaltischen Geiersberges nach dem Chaussee-
knie der alten Goldberg—Schönauer Chaussee südlich des Dorfes Geiersberg, wo zwei Steinbrüche an
der (Juaderbasis liegen, und zieht sich dann, dicht unterhalb des obersten Bergrückens bleibend, noch
vom Quaderschutt verdeckt, nach den Steinbrüchen an der Steinmühle, unterhalb deren Buntsandstein
in etwa 320 m Höhe ansteht.
Weiter östlich liegt der Cenomanquader an der Straße Wolfsdorf—Konradswaldau noch in 400 m
Höhe, wo in Steinbrüchen dieht an der Straße wieder Vola aequecostata gefunden wurde. Das Fallen
der jetzt nach N umbiegenden Schichten ist hier sehr flach und erreicht nur etwa 4—5°. Ebenso gehören
dem Cenomanquader noch die höchsten Erhebungen des Bergrückens westlich von Hasel an, deren süd-
liche 430 m erreicht; auch hier ist die Grenze gegen den Buntsandstein, der am Waldwege Wolfsdorf—
Hasel zuerst in 330 m Höhe durch Rotfärbung des Bodens bemerkbar wird, durch Schutt verdeckt.
Dem Höhenzuge folgend und östlich des Ziegenberges wieder nach NW umbiegend_ist der, Cenoman-
quader mit Pecten asper am Nordrand der Goldberger Mulde nocheinmal durch einen Steinbruch dicht
an der Straße Praußnitz—Wolfsdorf an der Abzweigung des letzten Seitenweges nach Wolfsdorf auf-
geschlossen. Wenig weiter nordwestlich wird er, unter dem Diluvium verschwindend, von der südöst-
lichen Fortsetzung der Hermsdorfer Spalte abgeschnitten.
Jenseits derselben begegnet man ihm in konglomeratischer Entwicklung zunächst im Hangenden
des Groß-Hartmannsdorfer Buntsandstein-Sattels auf dessen Südwestseite in dem Höhenzug, dessen höchste
Erhebung der Geiersberg bei Groß-Hartmannsdorf darstellt. Er zeigt sich zunächst dicht an der Straße
Deutmannsdorf—Groß-Hartmannsdorf und zieht sich von hier aus etwa 3 km nach NW bis in die Nähe
von Försterei Kalkofen.
In der Groß-Hartmannsdorfer Mulde selbst gehört ihm am Südrande der konglomeratische Sand-
stein des Langenberges und am hohen Stein an. Am Ostrande tritt der Cenomanquader in Groß-Hart-
mannsdorf auf die rechte Talseite über. Der dicht nördlich an der Chausse nach Seitendorf anstehende
isoliert aus dem Diluvium hervorragende (Juader dürfte ebenso wie derjenige westlich Gut Günther, in
dessen Liegendem die Plenus-Mergel beobachtet wurden, nicht, wie Bryrıcn und WiLLIGER annahmen,
zum Cenoman, sondern zum Rabendockensandstein gehören.
Das Liegende des Cenomanquaders, der in der Groß-Hartmannsdorfer Mulde meist etwas steiler,
bis zu 30°, einfällt, bildet hier der Muschelkalk, dem er sich auch in der nordwestlichen Fortsetzung
zwischen Alt- und Neu-Warthau auflegt. Er setzt hier, durch diluviale Ablagerungen von dem Groß-
Hartmannsdorfer Quader getrennt, den wesentlich aus konglomeratischem Sandstein aufgebauten, von
etwas gleichmäßigerem Sandstein unterlagerten, bis in die Nähe von Groß-Hartmannsdorf reichenden
Palaeontographica. Suppl. VI. 4
ar of). Be
3ergrücken nördlich Neu-Warthau zusammen und ist dann, in seiner Fortsetzung z. T. vom Diluvium
verdeckt, jenseits der Chaussee Alt-Warthau—Bunzlau in einigen alten Steinbriichen im Gehölz auf-
geschlossen, auch südlich der Irrenanstalt tritt er in einem alten, vergrasten Aufschluß heraus. Nord-
westlich Bunzlau erscheint er in einem alten Steinbruch im Walde stark zerklüftet und durcheinander-
geworfen, so daß das südwestliche Einfallen nur stellenweise zu beobachten ist.
Die Plenus-Zone.
Die den (Juader überlagernde Zone der Actinocamax plenus von etwa 20—25 m Mächtigkeit setzt
sich vorwiegend aus tonigen Gesteinen zusammen. Vorherrschend ist ein grauer, in unregelmäßig linsen-
förmige Stücke zerfallender Pläner, der nur selten gute Schichtflächen erkennen läßt. Ausscheidungen
von kleinen Brauneisenpartikelchen sind nicht selten, wie auch die Plenus-Zone sich meist von einer Ton-
eisensteinschwarte unterlagert zeigt. Über ihm liegt in der Goldberger Gegend ein charakteristischer
Plänersandstein von hellbrauner Farbe, vielfach geflammt erscheinend, der oft durch Hornsteinausscheidungen
ein splitteriges Gefüge bekommt. Infolge der dadurch bedingten Festigkeit und Widerstandsfähigkeit
gegen Verwitterung ist er im Acker fast durchweg in Lesesteinen deutlich zu verfolgen. Eine dünne
Lage desselben Plänersandsteins tritt westlich Wolfsdorf im Liegenden des Pläners im Acker heraus.
Stellenweise führt die Zunahme des Tongehalts zur Bildung eines Tonmergels wie an der Lettengrube
am Vorwerksbusch bei Loewenberg.
WizriGer hatte diesen bereits von ihm an mehreren Punkten beobachteten, wenn auch nicht
immer richtig angegebenen Gesteinskomplex in seinem unteren Teile der Zone des Actinocamax plenus,
in seinem oberen der Labiatus-Zone zugeteilt. Auch die erstere wurde von ihm ins Turon gestellt, während
sie andere Forscher noch dem Cenoman zurechneten. Neuerdings hat sich Petrascnuek! eingehender mit
der Frage beschäftigt, wobei er ebenfalls zu dem Schlusse kommt, daß die Zone noch als Cenoman
aufzufassen sei; daß sie übrigens nicht überall als solehe im höheren Cenoman unterscheidbar ist, da
Actinocamax plenus auch schon in tieferen Schichten vorkommt,” hat J. Boum neuerlich ausdrücklich betont.
Die Überlagerung durch die Labiatus-Zone ist am besten in der Goldberger Gegend bei Wolfsdorf zu
sehen. Hier tritt der petrographisch leicht kenntliche Plänersandstein an einem Seitenwege des Dorfes
am Fuße des Ziegenberges heraus; das Hangende bildet der in den Steinbrüchen an der Westseite des
Berges aufgeschlossene Quader, der /noceramus labiatus in typischen Exemplaren geliefert hat.
Weniger klar liegen die Verhältnisse an dem von DrEscHEr und WirLıGEr beschriebenen Profil
in der »Lettengrube« am Vorwerksbusch (Waldhöhe bei Löwenberg). Auf einen schwarzen tonigen
Mergel folgt hier ein grauer bröckliger Mergelschiefer mit Acfinocamar plenus, derselbe enthält zahlreiche
Brauneisenkonkretionen, die im unteren Teil seltener auftreten. (Gelegentlich sind auch hier wieder
dunklere mehr tonige Bänke eingeschaltet. Der Schichtenkomplex dieser steil abfallenden Wand erreicht
etwa 11 m Mächtigkeit, von denen gegen 9—10 m auf die grauen Mergel entfallen. Am Gehänge ver-
rutscht ist im westlichen Teil des Aufschlusses ein graugrünlicher schieferiger Kalk zu beobachten,
! Die Zone des Actinocamax plenus in der Kreide im östlichen Böhmen. Jahrb. d. k. k. Reichsanst. 1905, 55, S. 399.
2 Vergl. J. Boum. Zum Bett des Ac/inocamazx plenus BLAINV. Monatsber. d. deutsch. geol. Gesellsch. 1909, S. 404.
Dali in Schlesien im Gegensatz zu anderen Kreidevorkommen eine solche oberste Zone auszuscheiden ist, bleibt unzweifel-
haft. Ähnlich liegen die Verhältnisse in Böhmen und Sachsen. Sie entspricht der Zeit, in welcher sich hier das Kreide-
meer etwas stärker zu vertiefen begann, und in der erst der anderwärts schon vorhandene Actinocamazx plenus seinen Einzug
nahm. Vergl. hinten S. 93.
offenbar die von Witiicer erwähnte Kalkbank im Hangenden des Mergelschiefers. In dieser finden
sich am häufigsten Inoceramen, von denen einige eine langgestreckte Form aufweisen, die WILLIGER
veranlaßte, sie zu In. labiutus zu stellen. Wie die Prüfung des Materials ergab, gehört indes keins der
Stücke zu dieser Art, insbesondere fehlt die charakteristische Einkrümmung; erst neuerdings hat sich
ein einzelnes Stück gefunden, das mit einiger Wahrscheinlichkeit zu /n. /abiatus gestellt werden kann
(vergl. Textfig. 30—33, S. 203). Man könnte daher diese Grenzschicht, in der außerdem noch Tremabolites
megastoma A. Roem. vorkommt, vielleicht schon zum Turon stellen. Andererseits erscheint das Vor-
kommen eines einzelnen derartigen Stückes noch nicht unbedingt beweisend, zumal auch ‘einige der
anderen, wenn auch schlecht erhaltenen Inoceramenreste von hier und aus dem Pläner der Plenus-Zone
des Hirseberges und von Neu-Wiese zusammengehüren könnten, wie auch Tremabolites megastoma A. RoEN.
hier sowie in diesem Pläner vorkommt.
In der Lähner Mulde gehört der Plenus-Zone offenbar der unterste Teil der dunkelgrauen Mergel
an, die dem Quadersockel des Kienberges auflagern und an der Bahn Lähn— Hirschberg auf der linken
Boberseite aufgeschlossen sind, eine Abgrenzung nach oben gegen die schon zum Turon gehörigen Mergel
ist hier nicht durchführbar. Weiter südlich findet sich der Pläner der P/enus-Zone an den Lerchenbergen,
wo er von den jüngeren sandigen Mergeln des Turons nordöstlich begrenzt wird. Westlich des Grunauer
Spitzberges ist er durch einen tiefen Wasserrifi angeschnitten, ebenso entspricht ihm östlich dieses Berges
am Nordosttliigel der Mulde ein schmales Tälchen zwischen Cenomanquader und dem hangenden
Mergelsandstein.
In der Löwenberger Hauptmulde tritt der Pläner im Hangenden des (Juaderzuges bei Hartelang-
vorwerk an der Bahn sowie im Acker heraus, wo auch die charakteristische Brauneisensteinbank an seiner
Basis von der Bahn in dem oben beschriebenen Profil angeschnitten wird. Weiter gegen NW bildet
er einen kleinen Hügel zwischen dem Cenomanquader der Harte bei Neuland und dem turonen Mergel-
sandstein der Mittelberge dicht am Wege, der von Neuland vorbei an den Steinbrüchen der Harte nach
Oberkesselsdorf führt. Hier wurde im Acker herausgewittert ein gutes, sehr kleines Exemplar von Plieatula
Barroisi Per. gefunden. Südöstlich ist er andererseits in der Nähe vom Lüwenberg am Wege” nach
la km westlich der Stelle, wo die Straße nach Langvorwerk abgeht:
dem Galgenberg zu sehen, etwa
er konnte weiter an der Südwestecke des Löwenberger Kirchhots am Aufstieg nach dem Hospitalberg er-
schürft werden, tritt dann, auf der Höhe des Hospitalberges durch Lehm verdeckt, im Hofe eines Hauses
an der Straße auf der Ostseite des Berges wieder heraus und zieht sich unter dem Boberalluvium nach
dem Vorwerksbusch oder der Waldhöhe, an deren Südwestabhang er in der sogenannten Lettengrube
aufgeschlossen ist, deren Schichtenfolge bereits oben besprochen wurde. Von hier stammen die meisten
organischen Reste dieses Horizontes, unter denen zunächst Aefinoeumax plenus Braınv. selbst von be-
sonderer Wichtigkeit für die stratigraphische Deutung ist. Die in der Löwenberger Kreide vorkommenden
Fischreste sind fast alle hier gefunden. Es sind größtenteils Selachierzähne. Am häufigsten zeigt sich
ein dünnschaliger glatter Pecten, der wahrscheinlich zu P. /aminosus Goupr. gehört. Eine Zusammen-
stellung der _Gesamtfauna ist am Schlusse dieses Abschnittes gegeben.
Auf der anderen Boberseite trifft man den P/enxs-Mergel, wie schon erwähnt, an der Schönau-
Löwenberger Verwerfung in Kolonie Luftenberg gegen den Berg hin einfallend.
_ 928 —
Erbohrt ist er endlich bei einer in 215 m Höhe hinter dem Rettungshaus bei Lowenberg an-
gesetzten Bohrung auf Wasser in 64 m Tiefe. Nachdem das Gestein dann bei 87 m Tiefe mehr sandig
geworden, macht es bei 88 m einem grüberen Sandstein Platz, der nach unten feiner wird. Bei 95 m
wird das Gestein wieder mergelig. Bei 96 m wurden noch einmal graue Mergel angetroffen, die in
102 m Tiefe wieder von Cenomanquader unterteuft werden. Ähnlich wie bei Lähn tritt also auch hier
im Liegenden des Gesamtkomplexes der Plenus-Mergel bereits im Quader eine Mergelbank auf (vergl. S. 23).
Auch bei Ullersdorf am Queis soll dieser Horizont nach WirciGer beim Abteufen eines Brunnens in der
Brauerei aufgefunden sein, die auch etwa im Streichen der oben genannten Vorkommen nordöstlich
der Harte gelegen ist.
Jenseits des Plagwitzer Sattels findet er sich im Hangenden des Cenomanquaders nördlich des
Hirseberges wieder, der ebenfalls ein Exemplar von <Actinocamax plenus geliefert hat. Durch die
Diluvialkiese der weißen Zeche verdeckt, erscheint er dann im Hangenden des Genomanquaders südlich
Hainwald. Im Walde mehrfach im Wege heraustretend, ist er an der vorhin genannten Umbiegung
der Schichten, die sich wohl nicht bruchlos vollzogen haben dürfte, in zwei Steinbrüchen in der
Nähe eines kleinen Bächleins °/, km westlich der Straße Hockenau — Harpersdorf aufgeschlossen.
Das Streichen wurde hier mit h 2 bei 45° nordwestlichem Einfallen gemessen. Von hier aus zieht
sich der Pläner nach Chaussee Löwenberg— Goldberg, die er an der Wegkreuzung Hockenau—
Harpersdorf überschreitet; er erscheint dann zunächst von jüngeren Bildungen bedeckt wieder am Ost-
ende des Dorfes Neuwiese in einem Steinbruch, der auch Bryrıcn schon bekannt war, wie er auch
den Hügel südwestlich desselben zusammensetzt, und wird in der Fortsetzung des sich südöstlich hin-
ziehenden Hügels durch den schon oben erwähnten, ihn teilweise durchsetzenden nordsüdlichen Quer-
bruch im Süden abgeschnitten, während er sich nördlich in südöstlicher Richtung mit etwa h7 dem
Quader folgend bis in die Nähe von Pilgramsdorf erstreckt. Östlich von Pilgramsdorf tritt er am Nord-
rande des Steinberges im Hangenden des Cenomanquaders deutlich hervor. Als überschobene Scholle
muß wohl ein kleines Vorkommen von Plenus-Mergel inmitten des hangenden (Juaders gedeutet werden.
Es zieht sich 11/4 km östlich Pilgramsdorf vom Fußwege nach Hermsdorf nordwestlich gegen ein kleines
Wiesentälchen, sich schwach über seme Umgebung heraushebend: das nordwestliche Ende der kleinen
Erhebung besteht bereits wieder aus (Juader. Vom Steinberge aus läßt sich die Zone deutlich über die
vom Hauptwege Pilgramsdorf—Hermsdorf ausgehenden Querwege fort verfolgen.
Der Pläner wird dann von der Katzbach am linken Ufer angeschnitten, hier von einem ganz
feinkörnigen thonigen Sandstein überlagert, und ist ebenso auch in der Nähe des rechten Ufers im
Liegenden eines im Bahneinschnitt Märzdorf—Goldberg anstehenden Quaders bei Gelegenheit der An-
lagen für die Goldberger Wasserleitung erbohrt worden. Er zieht sich dann zum Teil von Lehm be-
(deckt am Nordabhange der Anhöhe südlich Geiersberg über die Chaussee Goldberg— Schönau fort und
tritt jenseits derselben am Nordabfall der Wolfsdorfer Höhe überall wieder deutlich heraus. Man
findet den Piäner und den darüber lagernden Plänersandstein allenthalben als Lesesteine im Acker. Ein
großer Teil des flach abfallenden Gehänges, das in seinem unteren Teil ganz überwiegend mit Schottern
dieser beiden Gesteine bedeckt ist, scheint in der Plenus-Zone zu liegen. Anstehend trifft man ihn am
Hauptwege von Wolfsdorf nach den südlich gelegenen Steinbrüchen in der Nähe des Waldes. Östlich
des letzteren, an der aus Basalt bestehenden höchsten Erhebung des Bergrückens wendet sich die untere
NO —
Grenze der Zone [gegen NO nach dem Südostende von Wolfsdorf. Sie zieht sich dann im Tal im
Dorfe entlang bis in die Nähe des Wolfsdorfer Steinbruches, dessen zur Laliatus-Zone gehöriger Quader
den in einem Seitenwege des Dorfes angeschnittenen Plänersandstein überlagert. Den von Basalt
durchbrochenen Labiatus-Quader des Ziegenberges unterteufend, tritt die Zone noch auf der anderen
Seite des Berges im Hangenden des Cenomanquaders in einem langgestreckten Streifen wieder heraus, der
sich stellenweise schon vom Diluvium bedeckt über den Weg Wolfsdorf— Vikariengrund bis in die Nähe
der Ziegelei fort erstreckt, dann aber unter dem Diluvium gänzlich verschwindet und wie der unten
lagernde (Juader von dem Hermsdorfer Bruche abgeschnitten wird. Eine kleine Scholle liegt in der
Spalte selbst an der Grenze von altem Schiefer und jüngerem (Juader am Bahnhof Hermsdorf, wie zuerst
von ZimMerMANN beobachtet wurde. In den nördlich anschließenden Mulden ist die Zone zumeist ent-
weder infolge von Verwerfungen oder durch jüngere Ablagerungen verdeckt. Ich kenne sie hier nur
von Groß-Hartmannsdorf, dicht westlich von der Dorfstraße, wo ein grauer, stellenweise dunkelgefleckter
Mergel an einem Querwege in der Nähe vom Gut GüNrHER ansteht.
Die, wie gesagt, größtenteils der Lettengrube bei Löwenberg entstammende Fauna_ dieses Hori-
zontes, der einer Vertiefung des Meeres am Enden des Cenomans entspricht, ist folgende (es bedeutet
dabei H Hirseberg, Ha Hartelangvorwerk, L Lettengrube, Ln Lähn, N Neuländel, Nk Weg Neuland —
Oberkesselsdorf, Nw Neuwiese, G Weg zum Galgenberg bei Liwenberg):
Osmeroïdes lewesiensis Mayr. L.
Cyclolepis Agassizü Geix. L.
Corax falcatus AG. L.
Otodus appendiculatus Ac. L.
Odontaspis raphiodon Ac. L.
Oxyrhina Mantelli AG. L.
» angustidens Reuss L.
Ptychodus mammillaris Ac. L.
Actinocamax plenus BLaixv. L. H. G.
Inoceramus spec. H. Nw. (L.')
( » labiatus SCHLOTH. im Kalkschiefer)
(Avicula ef. modioliformis J. Müzz. Lx. ?)
Pecten cf. laminosus Goupr. L. Ha. G.
Pecten spec. (große glatte Form) L.
Vola Dresleri Drescu. L. Ha.
Spondylus striatus Sow. L.
Plicatula Barroisi Peron. Nk.
Ostrea semiplana Sow. Ln.
Exogyra lateralis Nis. H.
Serpula septemsulcata Gotta L.
Guettardia stellata Mic. N.
Tremabolites megastoma A. Rorm. L. H.
! Hier wohl nur im obersten Kalkschiefer (vergl. Textfig. 31—33, S. 203).
a oy
Von diesen Arten gehen außer Actinocamar plenus noch Spondylus striatus und Serpula septem-
suleata nicht über das Cenoman hinaus, nur auf diese Zone beschränkt ist die Lokalform Vola Dresleri.
Alle anderen Arten sind auch aus jüngeren Schichten bekannt. '
Das Turon.
Das untere Turon hat im Osten und Westen des Kreidegebietes eine” etwas verschiedene Ent-
wicklung erfahren.
Im Osten in der Goldberger Gegend folgt auf die Plenus-Zone ein etwa 80 m mächtiger (Juader-
sandstein, der an seiner Basis /noceramns labiatus führt. Er wurde nach dem Vorkommen an den sog.
Rabendocken am Bahnhof Hermsdorf als Rabendockensandstein (3a) bezeichnet ‘und wird zwischen
Hermsdorf und Pilgramsdorf von einem Mergelsandstein (4a) überlagert, der nach seinen Versteine-
rungen der Scaphiten-Zone angehört, so dab der Rabendockensandstein der Labiatus- und Brongniarti-
Zone zuzurechnen ist. Dieselbe Entwicklung zeigt sich nördlich von Löwenberg, südlich von Ludwigsdorf,
sowie im Hangenden der Mergel am Vorwerksbusch.
Dagegen besteht in unmittelbarster Nähe von Löwenberg sowie in der Lähner Mulde schon das
untere Turon aus Mergelsandsteinen, die hier den größten Teil desselben zusammensetzen und als Löwen-
berger Mergelsandstein (3) bezeichnet wurden. Sie werden bei Groß-Rackwitz von einem wenig
mächtigen tonigen Mergel (4) überlagert, der nach seiner Fauna der Scaphiten-Zone entspricht ;
ebenso wie die Hermsdorfer Mergelsandsteine dürfte ihr auch noch der oberste Teil des Löwenberger
Mergelsandsteins angehören. Das oberste Turon bildet ein Sandstein, der nach seinem Vorkommen als
Ludwigsdorfer Sandstein (5) bezeichnet wurde.
Der Rabendockensandstein (unterer Mittelquader).
Der Rabendockensandstein ist ein mittelkörniger, gelblicher bis brauner Sandstein, der oft Braun-
eisenausscheidungen enthält. Gelegentlich ist er durch Partikelchen kaolinisierten Feldspats weiß gefleckt.
Auf das Vorkommen von schwarzen traubigen Uberziigen von Psilomelan im Rabendockenquader von
Wolfsdorf, hat Ziumuermaxx schon hingewiesen. In seinem unteren Teile sind bei Neuländel am Weg-
einschnitt oberhalb der Eisenbahn Goldberg— Schönau konglomeratische Bänke entblößt. Von_ Verstei-
nerungen ist im unteren Teile Ærogyra columba am häufigsten, seltener ist Lima canalifera, die beide an
dem oben genannten Wegeinschnitte wenige Meter über der Plenus-Zone gefunden wurden. Ærogyra columba
findet sich hier massenhaft in Hohldrucken und Steinkernen; es ist bekannt, daß diese in Nordwestdeutsch-
land als Cenomanleitfossil geltende Art in der siidostdeutschen Kreide, in Sachsen, Böhmen, der Grafschaft
Glatz sowie auch bei Regensburg noch bis ins Mittelturon hinaufgeht.* Außerdem wurde an demselben
Fundpunkt ein Hohldruck von Otodus appendiculatus Ac. beobachtet. Bei Wolfsdorf kommen, ebenfalls
in den tieferen Schichten, typische Exemplare von /noceramus labiatus vor. In den höheren Schichten
im Steinbruch am Bahnhof Hermsdorf fand sich außer Lima canalifera, die nach oben hin häufiger zu
werden scheint, eine neue Pecten-Art (aff. multicostatus GEın. non Nils.) sowie Stellaster Schulzei Corra.
' Vergl. die Ubersichtstabelle S. 69. Eine von Herrn Prof. ZIMMERMANX im Plänersandstein der Goldberger Gegend
gesammelte Pinna konnte leider in der Sammlung der geologischen Landesanstalt nicht aufgefunden werden.
2 Vergl. S. 243.
Dem Rabendockensandstein gehürt im Osten, in der Goldberg—Hermsdorfer Mulde, der vom
Basalt durchbrochene Quader des Ziegenberges an, in dem der bereits oben erwiihnte Wolfsdorfer Stein-
bruch mit /noceramus labiatus im Hangenden der Plenus-Zone angelegt ist. Nach NW zu verschwindet
der Sandstein unter dem Diluvium, unter dem er nur gelegentlich, so an der Goldberger Straße südlich
des Praußnitzer Querweges, wie auch an der Ziegelei, hervorschaut; auch am Siidgehiinge des Wolfs-
berges tritt er, wie am Ziegenberge vom Basalt durchbrochen, gelegentlich heraus. Schotter und Lehm
verdecken den Rabendockenquader auch im Geiersberger Gelände bis hin zur Katzbach, während er in
dem das Gelände durchschneidenden Wilsbachtale jallenthalben bis zur Katzbach hin deutlich entblobt
ist. Im Katzbachtal selbst beobachtet man den Rabendockenquader nördlich von Neuländel über der
= ]
Fig. 4. Die Rabendocken am Balınhof Bad Hermsdorf. Turonquader des nördlichen Muldenflügels dieht an der durch die
Hermsdorfer Spalte gebildeten Grenze gegen die altpaläozoischen Schiefer. Nach Photographie des Verfassers.
Plenus-Zone; er wird hier durch die Eisenbahn und oberhalb der Strecke durch den Fußweg Neuländel—
Hermsdorf angeschnitten, wo er, wie erwähnt, konglomeratische Bänke enthält. Das Einfallen beträgt
hier etwa 8° gegen NO. Auch weiter nördlich nach dem Hangenden hin tritt er an die Katzbach in
steil abfallenden Felsen heran, die hier gelegentlich mürbe Bänke eingeschaltet enthalten. Wenig südlich
der Chaussee Seiffenau— Hermsdorf, die etwa mit dem Muldentiefsten zusammenfällt, wird er von einem
vulkanischen Schlot durchsetzt, der neben ausgezeichneten basaltischen Bomben bis zu mehr als Kopf-
größe, Brocken der durchbrochenen älteren Schichten, sowie auch jüngerer, der späteren Erosion zum
Opfer gefallener Kreidehorizonte enthält, inmitten deren kompakter nicht bis an die Oberfläche ge-
drungener Basalt zu beobachten ist.' Der Quader am Bahnhof Hermsdorf — die eigentlichen Raben-
1 Verel. Scupix, Uber vulkanische Bomben im Katzbachgebirge. Zeitschr. für Naturwissenschaften. Halle a. S.
1901. 5359.
2229
docken (Textfig. 4) —, in dem ein großer Steinbruch angelegt ist, gehört bereits dem nördlichen Mulden-
rande an. Er ist hier gegen den Schiefer der niederschlesischen Tonschieferformation abgesunken und
zeigt an der Verwerfung ein steileres Einfallen von etwa 25° und mehr. Auf der andern Katz-
bachseite tritt dieser den jiingsten Horizont des Rabendockensandsteins bildende Quader, der sich
aber petrographisch und kartographisch nicht von dem älteren Sandstein bei Neuländel unterscheiden
läßt, in schmalem Streifen am Ostrande des Dorfes Hermsdorf sowie nördlich desselben auf, hier vom
Muschelkalk begleitet, der, wie oben erwähnt, zusammen mit einer schmalen Buntsandsteinpartie in die
Verwerfungsspalte eingesunken ist. Er läßt sich von hier aus noch weiter nach NW bis nördlich des Hasel-
berges verfolgen, wo er zwischen Kieselschiefer und dem auflagernden Mergelsandstein dieses Berges
liegt. Unter dem Diluvium verschwindend wird er schließlich von dem zwischen Sandstein und Schiefer
etwas schräg zum Streichen verlaufenden Bruche weiter nordwestlich abgeschnitten.
Auf dem Südflügel der Mulde zieht sich der Rabendockenquader von der Katzbach aus, auf der
Höhe stellenweise wieder von Schottern und Lehm bedeckt, südlich des Fußweges Hermsdorf—Pilgrams-
dorf der Plenus-Zone aufruhend gegen Pilgramsdorf hin, überall in Querwegen oder an der Eisenbahn
deutlich aufgeschlossen. Die in einem trockenen Seitentale der Katzbach nahe der letzteren an der Bahn
anstehenden (Juaderfelsen zeigen in ihren hangendsten Schichten ein kalkiges Bindemittel, über denen
dann alsbald der bereits zur Scaphitenzone gehörige Hermsdorfer Mergelsandstein folgt. Östlich Pilgrams-
dorf gehören dem Rabendockensandstein die Steinbrüche im Hangenden der Plenus-Zone nördlich des
Steinberges sowie die am Hermsdorfer Fußweg dicht am Dorfe an. Jenseits des Tales der schnellen Deichsel
tritt er westlich Pilgramsdorf unter den Diluvialschottern über dem Pläner südlich der Chaussee wieder
auf eine Strecke hin hervor, ebenso nördlich derselben am Vorwerk Neuwiese. Weiter westlich setzt
er bei Hainwald, von der Chaussee Pilgramsdorf— Löwenberg durchschnitten, im Hangenden der Plenus-
Mergel den großen und kleinen Vogtsberg zusammen. Das unmittelbar Hangende ist hier ebenso wie
dicht bei Pilgramsdorf überall durch Diluvialablagerungen verdeckt, unter denen er auch westlich ver-
schwindet. Man findet den Rabendockenquader dann nördlich des Pläners am Hirseberge bei Plagwitz
wieder, von wo er sich weiter nach Westen gegen Braunau, in verschiedenen Wegeinschnitten entblößt hinzieht.
Auf der Südseite des Plagwitzer Sattels besteht der Gipfel der Waldhöhe aus einem gelblichen
Sandstein, der ebenso wie der die Chaussee Löwenberg—Lähn östlich der Waldhöhe begleitende, in
einem großen Steinbruch aufgeschlossene (Juader diesem Horizont zuzurechnen ist. Dem Rabendocken-
quader gehört offenbar auch der Hauptteil des (Juaders am Westabhange des Luftenberges zwischen
Braunau und der Kolonie Luftenberg an. Abgesehen von den am Fuße des Berges auftretenden, gegen
den Berg fallenden //enus-Mergeln, die ja allerdings nur an einer kleinen Stelle beobachtet wurden,
spricht auch die Häufigkeit von Eroyyra columba, die im Cenomanquader seltener ist als im Raben-
dockensandstein für diese Deutung. Besonders in den Felsen oberhalb der Braunauer Mühle sind Ab-
drücke dieser Art recht häufig. Dicht bei der Stadt Löwenberg selbst tritt Sandstein nur noch unter-
geordnet auf. Er wird hier durch den an nächster Stelle zu besprechenden Löwenberger Mergelsand-
stein ganz oder teilweise vertreten, wie folgendes Profil am Hospitalberge zeigt: Zu unterst liegen die
Sandsteine und Konglomerate des Jungfernstübchens, darüber am NW- und O-Abhange heraustretend,
oben dagegen durch Lehm verdeckt, der Mergel der Plenus-Zone, den der in den Hohlwegen auf der
Nordseite bloßgelegte Löwenberger Mergelsandstein überlagert; zu oberst folgt dann auf dem Nordabhange
Zu mn
wieder ein brauner Sandstein. Ebenso treten auch nordwestlich Löwenberg am Popelberg und der Bis-
marckhöhe braune bis gelbe Sandsteine in Verbindung mit dem Mergelsandstein auf, wie auch auf der
Höhe der Mittelberge ein solcher Sandstein über dem Mergelsandstein zu finden ist. Dem Rabendocken-
sandstein gehört ferner an das Sandsteinvorkommen bei Groß-Hartmannsdorf westlich Gut Günther,
sowie die kleine Sandsteinpartie an der Chaussee Hartmannsdorf—Seitendorf. Als Fortsetzung dieser zu
betrachten ist der obengenannte Sandsteinrücken bei Neu-Warthau (vergl. S. 16), auf dem der Kirchhof des
Ortes steht. Die Maximalmächtigkeit des Rabendockensandsteins beträgt bei Hermsdorf etwa 80 m und
nimmt dann langsam gegen Westen ab.
Der Löwenberger und Hermsdorfer Mergelsandstein.
Wie schon erwähnt, wird die oben besprochene sandige Fazies des Unter- bezw. Mittelturons
im westlichen Teil des Kreidegebietes ganz oder zum Teil durch mergelig-sandige Ablagerungen ver-
treten, die besonders in der Lähner Mulde sowie bei Löwenberg vorkommen. Vorherrschend ist ein
grauer, seltener weißlicher oder brauner Mergelsandstein, der gelegentlich in einen reineren Sandstein
übergeht und überall eine Kalkbank von etwa 1 m Mächtigkeit enthält. Er überlagert südlich von
Löwenberg auf dem Hospitalberg den Mergel der Plenus-Zone; nordwestlich der Stadt tritt er als Höhenzug
im Gelände deutlich heraus; hier baut er den Popelberg und die Bismarckhöhe und deren nordwestliche
Fortsetzung, die Mittelberge, zwischen Langvorwerk und Oberkesselsdorf auf, allenthalben in Wegein-
schnitten oder am Gehänge heraustretend. Nordöstlich der erstgenannten Berge wird er in langer
Strecke von der Bahn Löwenberg—Siegersdorf angeschnitten, die auch sein Hangendes, den Tonmergel
von Groß-Rackwitz, entblößt. Den Gegenflügel zu dem nordöstlich einfallenden Mergelsandstein der
Mittelberge bildet der südwestlich einfallende, den Nordrand der Löwenberger Spezialmulde bezeichnende
Mergelsandstein des Gickelberges, der unten an der Straße aufgeschlossen ist und ebenso wie der Mergel-
sandstein der Mittelberge von einem gelbbraunen Sandstein überlagert wird. Auf die auch anderweitig
an verschiedenen Stellen ein- oder aufgelagerten Sandsteinbänke wurde schon oben hingewiesen. Weiter
nordwestlich ist er auch noch unweit Herzogswaldau zu finden, wo er einzelne kleine Hügel in der
Niederung zwischen den Erlingsbergen und den Steinbrüchen des Oberquaders am Wege Naumburg—
Hänchen zusammensetzt. Ebenso sind die Schichten westlich Nieder-Groß-Hartmannsdorf in der Nähe des
Weges nach Berg—Warthau unter Diluvialbedeckung im Acker beim Suchen nach Kalk aufgefunden
worden. Von hier stammen schöne große Stücke von Ærogyra columba, die durch Herrn Stadtrat Kravr-
STRUNK in Bunzlau gesammelt wurden; eines derselben wird in der keramischen Schule in Bunzlau
aufbewahrt.
Fossilien sind am Hospitalberg, dem Popelberge und den Mittelbergen nicht selten, wenn auch
meist schlecht erhalten. Die Revision des älteren, zum Teil schon von Drescuer und WILLIGER be-
nützten Materials in Verbindung mit den neueren Aufsammlungen ergab hier folgende Fossilliste, in der
H Hospitalberg, M Mittelberge, P Popelberg bedeutet.
Natica acutimargo A. Roem. M.
Liopistha aequivalvis Goupr. sp. M.,
Pholadomya nodulifera et var. elliptica Muexsr. M.,
Palaeontographica, Suppl. VI. 5
= 8h —
Pholadomya Esmarcki Nits. M.,
Goniomya perlonga Frrrsch M.
Venus Goldfussi Gem. M.,
Radiolites fasciger nov. spec. H.,
Eriphyla lenticularis Goupr. sp. M.,
? Pectunculus Geinitzi D’ORB. M.,
Pinna decussata GoLpr. P.,
Modiola siliqua Marx. M.,
Inoceramus Brongniarti Sow. M. P.,
» aff. Jatus Sow. P.,
Avicula anomala Sow. M.,
Pecten decemcostatus MuENST. M.,
spatulatus A. Roem. M.
Vola quinquecostata Sow. M.,
Lima Hoperi var. Sowerbyi Grin. M.,
» canalifera Gozpr. M. P.,
Spondylus spinosus Sow. M. P.H.,
Ostrea hippopodium Nizs. M. P.,
» semiplana Sow. M.
Erogyra columba Lam. M.
> lateralis Nits. M.,
Rhynchonella plicatilis et var. bohemica SCHLOENB. M. P. H.,
Terebratula phaseolina Lam. M.,
Gauthieria radiata SORIGN. sp. M.,
Holaster suborbicularis AG. M.
Micraster cor testudinarium Gornr. M. P.,
Serpula trachinus Goupr. P.,
gordialis SCHLOTH. P.,
ampullacea Sow. M.,
Micrabacia coronula Goupr. M.
Craticularia tenuis A. Roem. M. P.,
» auricularis nov. spec. M.,
Leptophragma nov. spec. P.,
Pleurostoma bohemicum Zitr. M.,
Guettardia crassa nov. spec. M.,
Ventriculites angustatus var. distorta (JuENsT. M.,
Plocoscyphia pertusa Grin. M.,
Siphonia Geinitzi Zırr. M.,
Spongia saxonica Guin. M. P. H.
Nachdem Drescuer die Zugehörigkeit dieser Schichten zur Drongniarti- und Scaphiten-Zone an-
genommen hatte, wurden sie auf Grund des häufigen Vorkommens von /noceramus Brongniarti von Wir.-
LIGER der ersteren zugewiesen, der jedenfalls der größte Teil des genannten Höhenzuges zuzurechnen
ist, während für die untersten, der Plenus-Zone auflagernden Schichten, die in dem Tale nordwestlich
Löwenberg nicht zutage treten, die Zugehörigkeit zur Labiatus-Zone zu folgern ist. Dieselben sind auch
bei der oben genannten Bohrung am Löwenberger Rettungshaus angetroffen worden, wo unter einer
ziemlich mächtigen Lehmbedeckung mergelige Sandsteine mit wechselndem Sand- und Tongehalt durch-
sunken wurden, die bei 64 m Tiefe den mehr tonigen Mergeln der P/enus-Zone aufruhen.
Eine scharfe Grenze zwischen Labiatus- und Brongniarti-Zone ist nicht zu ziehen. Außer In.
Brongniarti, der ja nicht nur in dieser Zone vorkommt, spricht für diese auch das Vorkommen von
Idhynchonella plicatilis var. bohemica SCHLOENB. Von den übrigen Formen ist Spondylus spinosus nach
Geinırz in Sachsen! für die Scaphitenmergel von Strehlen bezeichnend; doch gibt ihn Frırscn” auch
schon aus den Semitzer Mergeln (Labiatus-Zone) an, ebenso ist Gauthieria radiata, die mitunter auch als
charakteristisch für Scaphitenzone angesehen wird, schon aus älteren Schichten bekannt geworden *.
Umgekehrt scheint in der südostdeutschen Kreide Erogyra columba, die gerade hier sehr häufig ist, über
die Brongniarti-Zone nur selten hinauszugehen. Sie wird nur aus der Regensburger Kreide von GÜmBEL
noch aus jüngeren Schichten genannt, während sich nach Frırsch die von ihm aus den Iserschichten
zitierte Form später als Ærogyra conica erwies. Die Ähnlichkeit mit den böhmischen Malnitzer Schichten,
die ebenfalls als Brongniarti-Zone aufgefaßt werden, ist eine sehr weitgehende; ein sehr großer Teil der
Formen findet sich in diesen wieder. Immerhin möchte auch ich, wie bereits oben angedeutet, den
obersten Teil des Löwenberger Mergelsandsteins, wie er besonders an der Eisenbahn Lowenberg—Siegers-
dorf vor Gr.-Rackwitz aufgeschlossen ist, schon zur Scaphiten-Zone rechnen, wiewohl charakteristische
Versteinerungen von hier nicht bekannt geworden sind. Ebensowenig wie gegen die Zabiatus-Zone läßt
sich gegen die Scaphiten-Zone eine scharfe Grenze ziehen. Die Schichten unterlagern hier den an
nächster Stelle zu besprechenden Gr.-Rackwitzer Tonmergel, der, wie noch gezeigt werden soll, und auch
früher* schon nachgewiesen wurde, genau den Tonmergeln von Zatzschke in Sachsen und dem unteren
Teile der Priesener Schichten in Böhmen entspricht. Man wird ihr Liegendes daher mit den Strehlener
Mergeln, die für etwas älter gelten als die Mergel von Zatzschke, sowie den die Priesener Schichten
unterlagernden Teplitzer Schichten gleichzustellen haben, welch letztere ebenso wie die Strehlener Mergel
schon zur Scaphiten-Zone gerechnet werden.
Zu dem gleichen Schluß gelangt man auf anderem Wege bei Betrachtung der Lagerungsver-
haltnisse weiter östlich, wo, wie oben gezeigt, das untere Turon aus Rabendockensandstein gebildet wird.
Hier legt sich an der Chaussee Löwenberg—Lähn zwischen km 0,8 und 0,9 etwa da, wo sich zwischen
den an die Chaussee herantretenden Bober und die letztere ein kleiner Tümpel einschiebt, über den
Rabendockenquader mit nordnordwestlichem Fallen ein Mergelsandstein, der hier also nur dem oberen
! Elbtalgeb. II. Palaeontgr. 1871, S. 31.
2 Weißenberger- und Malnitzer-Sch. Arch. f. Landesdurchforsch. v. Böhmen. IV. 1877. S. 138.
® Ebenda S. 147.
‘ Scurin, Die stratigraphischen Beziehungen der jüngsten Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und Böhmen,
Neues Jahrb. f. Min., Beil.-Bd. 24, 1907.
NN: eee
Teile des Mergelsandsteins zwischen Lowenberg und Gr.-Rackwitz entspricht und der auch an der Ab-
zweigung des Weges nach Kolonie Sauberhäuser unter der Diluvialbedeckung hervortritt. Ebenso ist der
obere Teil des Löwenberger Mergelsandsteins südlich von Ludwigsdorf überall deutlich in den Querwegen
nach Plagwitz über dem Rabendockensandstein angeschnitten und auch noch südlich der Braunauer Berge
im Acker zu erkennen, während er östlich zunächst ebenso wie dieser unter den Diluvialkiesen der
weißen Zeche verschwindet. Man findet ihn östlich von Pilgramsdorf in einer kleinen, unter dem
Diluvium hervortretenden Partie wieder, von wo er sich zunächst vom Diluvium verdeckt gegen Herms-
dorf hinzieht. Er tritt dann, in gleicher Weise dem Rabendockenquader auflagernd, sowohl am südlichen
wie nördlichen Muldenrande in Wegeeinschnitten und im Acker heraus und hat hier auch eine Reihe
von Versteinerungen geliefert. Das von Prof. Zimmermann und mir in der Nähe des Dorfes, sowie am
Haselberg gesammelte Material umfaßt folgende Arten:
Calianassu antiqua OTTo,
Tapes subfaba D’ORB.,
conf. Cardita Geinitzi D’ORB,.,
Eriphyla lenticularis GOLDF.,
Pectunculus Geinitzi p’ORB.,
Cucullaea nov. spec.,
Pinna decussata GOLDF.,
cretacea SCHLOTH.,
Inoceramus latus Sow.,
Vola quadricostata Sow. mut. Faujasi Pıcr. et Camp.
» quinquecostata Sow.,
Lima canalifera GoLpr.,
Spongia saxonica GEIN.
Auf Grund ihres Vorkommens in Nordwestdeutschland gelten einzelne dieser Formen vielfach als Leit-
formen für Untersenon, während ihr Vorkommen in Sachsen und Böhmen zeigt, daß sie bereits im Tu-
ron vorhanden sind.’ Hierher gehört Tapes sub/aba, deren Vorkommen im sächsischen Mittelturon * mir
ziemlich wahrscheinlich ist — jedenfalls ist die Zugehörigkeit der schlesischen Form zu der Art nicht besser
erhärtet —, sowie wohl auch Pectunculus Geinitzi, der schon in den böhmischen Malnitzer Schichten vorhanden
sein dürfte.” Auch Calianassa antiqua, die vorwiegend im Senon verbreitet ist, findet sich nach Gernitz
! Ein Vergleich der Fauna der südostdeutschen Kreide mit derjenigen Mittel- und besonders Nordwestdeutschlands
zeigt auch bei einer ganzen Reihe anderer Formen Abweichungen in der vertikalen Verteilung, die durch Faziesverschieden-
heiten und dadurch bedingte Wanderungen zu erklären sind. Wie die sonst cenomane Erogyra columba im sächsischen,
böhmischen, schlesischen und Regensburger Turon durchaus häufig ist, finden sich auch hier schon Formen, die ander-
weitig erst im Senon auftreten. Hierher gehören außer der oben genannten Eriphyla lenticularis und Pectunculus Geinitzi
besonders: Liopistha aequivalvis GoLDF., Pholadomya nodulifera und elliptica MUENST., Panopaea Geinitzi HoLzprL. und Pero-
niceras tricarinatum D'ORB. Andererseits scheinen auch nordwestdeutsche Turonformen in der böhmischen Kreide länger
fortzuleben, da FrirscH Helicoceras Reussianum D’ORB. noch aus den Chlomecker-Schichten zitiert (Arch. f. Landesdurch-
forsch. v. Böhmen. Bd. 10. 1897. S. 40).
2 Palaeontographica 20, II, S. 65, Taf. 18, Fig. 9, 10.
3 Vergl. S. 186.
497 —
' Von anderen Formen ist besonders charakteristisch /noceramus latus, dem eine An-
schon im Cenoman.
zahl von Stücken, darunter auch das typische Taf. 11, Fig. 5, abgebildete Exemplar, angehört. Dieser hat
nach SchLürer gerade seine Hauptverbreitung in der Scaphiten-Zone und gehört nach Grixrrz auch in den
Scaphiten-Mergeln von Zatzschke zu den häufigsten Fossilien, was auch für die gleichaltrigen Mergel
von Gr.-Rackwitz bei Löwenberg gilt. Nicht selten ist auch eine kleine Form, die wohl zu Cardita Geinitzi
D’ORB. (= tenuicosta Guin. u. Fritsch non Sow.) gehört, eine Art, die mit Sicherheit bisher nur aus dem
Scaphitenhorizont bekannt geworden ist. Daß der Hermsdorfer Mergelsandstein dem oberen Teil des
Löwenberger Mergelsandsteins entspricht, kann bei der völligen Übereinstimmung mit dem Plagwitz-
Deutmannsdorfer Profil nicht bezweifelt werden.
Die Mächtigkeit des den Rabendockensandste inüberlagernden, oberen (Hermsdorfer) Mergelsandsteins
schätze ich auf etwa 30—40 m, den ganzen Löwenberger Mergelsandstein auf 100 - 120 m, so daß bei
etwa 80 m Mächtigkeit des Rabendockenquaders die Gesamtmächtigkeit im Osten und Westen etwa gleich ist.
Kuntu hat dieses Schichtenglied m der Lähner Mulde zusammen mit den älteren Mergeln der
Plenus-Zone in seinen »Turonen-Mergeln« zusammengefaßt, wie sich aus seiner Darstellung ergibt. In der
Tat scheinen am Fuße des Kienberges dicht am Bober die tonigen P/enus-Mergel petrographisch von den
tiefsten Schichten dieses Horizontes kaum zu trennen sein. Diesem muß von den hier anstehenden
Mergeln, denen die oben? fraglich aufgeführte kleme Avicula, wahrscheinlich modioliformis J. Müuı., ent-
stammt, wohl schon ein Teil zugerechnet werden. Dagegen sind sie ın gleicher petrographischer Be-
schaffenheit mit steilem südsüdwestlichem Einfallen an der Mühle von Waltersdorf, sowie bei Nieder-
und Ober-Langenau in Wegeinschnitten wiederzufinden. Hier wurden auch beim Abstieg vom Lerchen-
berge nach Langenau im Gestein am Wege zwei nicht sicher bestimmbare Scaphiten (Se. ef. G@einitzi
p’ORB.) gefunden. Nördlich von Ober-Langenau tritt der Mergelsandstein nur gelegentlich unter der
Diluvialbedeckung hervor, weiter südöstlich unterteuft er den Quader des Grunauer Spitzberges, auf
dessen West-, Süd- und Südostabhang er besonders deutlich erkennbar wird, auch die charakteristische
Kalkbank sowie einige Stücke von Ahynchonella plicatilis var. bohemica Scuroexs. konnten hier am SW-
Abhang am Waldrand in der Nähe eines tief eingeschnittenen Wasserrisses beobachtet werden. Östlich
des Spitzberges erscheint er in den Wegen südlich Flachenseiffen, wo er, dem Zuge des Cenoman-
quaders folgend, wie dieser etwa an der Dorfstraße von den alten Schiefern abgeschnitten wird.
Die eben geschilderte Zunahme des sandigen Charakters der Ablagerungen nach Osten hin, die
z. T. auch schon in der Plenus-Zone bemerkbar wurde, war auch Wizricer aufgefallen, der deshalb schon
die Vermutung ausgesprochen hat, daß das Sediment von östlich einströmenden Flüssen mitgebracht
sei. Natürlich darf man sich nicht der Vorstellung hingeben, wie sie in der älteren Literatur zu herrschen
scheint, daß der Uferrand des Löwenberger Beckens oder wie vielfach irrtümlich zu lesen der »Löwen-
berger Bucht« durch die heutige Schieferumrandung bedingt gewesen sei. Wie schon hervorgehoben,
ist die Hauptfaltung postkretazisch und die Grenze gegen das Schiefergebirge im Osten bei Gold-
berg Bruchrand. Wie weit das Kreidemeer noch über das Schiefergebirge hinausgegriffen hat, ist genau
nicht zu sagen.
! Palaeontographica 20, Teil 1, S. 291.
2 Vergl. S 29.
= ese
Der Gross-Rackwitzer Scaphiten-Mergel.
Wiuuicer hat bereits das Vorkommen eines Mergels bei Groß-Rackwitz geschildert, der hier
beim Abteufen eines Brunnens erschlossen worden war, und gleichzeitig auch eine kleine Fauna be-
schrieben, auf Grund deren er den im Hangenden der Mittelberge liegenden Horizont als Scaphitenzone
mit Recht ansprach. Nach seiner Angabe liegen hier zu unterst dunkle, darüber hellgraue Mergel, auf
die nach oben ein Raseneisenerzlager folgt. Dieselben Mergel treten auch unter dem Lehm an der Groß-
Rackwitzer Ziegelei hervor. Sie erfüllen wohl als Muldeninneres die ganze Ebene zwischen den Mittel-
bergen und dem Gickelberge bei Groß-Rackwitz, die beide aus dem nächstälteren Löwenberger Mergel-
sandstein bestehen, der, wie erwähnt, in den Mittelbergen nordöstliches, im Gickelberge südwestliches
Einfallen zeigt. Durch den Bahnbau sind die Mergel neuerdings an der Strecke Löwenberg— Groß-
Rackwitz dicht am Dorfe unweit des Bahnhofs Groß-Rackwitz angeschnitten worden, ebenso konnten sie
in einer Kiesgrube in der Nähe erschürft werden.
Besonders durch den Lokalsammler Herrn Frepcer, früher in Löwenberg, ist von hier eine
ziemlich reiche Fauna zusammengebracht worden, die in den Besitz der geologischen Landesanstalt
übergegangen ist und die unsere Kenntnis der Schicht sehr vervollständigt. Sie ist insofern von be-
sonderem Interesse, als sie mit der des bekannten Mergels von Zatzschke in Sachsen übereinstimmt, dem
die stark tonigen Mergel auch petrographisch gleichen, und der auch dieselbe geringe Mächtigkeit von
höchstens 5 m zeigt. Derselbe entspricht, wie früher gezeigt, dem unteren Teil der Priesener Schichten.
In der folgenden Fossilliste, die sich nach Durcharbeitung des gesamten Materials ergab, bezeichnet die
Hinzufügung eines Z das Vorkommen bei Zatzschke, eines P das in den Priesener Schichten.
(Oxyrhina Mantelli Ac.)!,
Placenticeras Orbignyanum Guin. Z. P.,
Scaphites Geinitzi D'Ors. Z. P.,
> var. nov. intermedia P.,
conf. auritus SCHLÜT. (non FRITSCH u. SCHLOENB.),
Baculites bohemicus Fritsch u. ScHLOENB. Z. P.,
(Nautilus subluevigatus D'ORB.) P.,
Cinulia Humboldti J. Mou. P.,
Voluta canalifera Favre mut.,
Aporrhais (Lispodesthes) Schlotheimi A. Ror. P. Z.,
> megaloptera Reuss Z. P.,
> coarctuta Guin. Z. P.,
Rissoa Reussi Grin. Z. P.,
Natica (Lunatia) Geinitzi Houzpru. P.,
Turritella nodosa A. Roxm.,
(Delphinula tricarinata A. ROEM.),
Pleurotomaria baculitarum Gein. Z. P.,
» Reussi nov. nom. P.,
1 Die eingeklammerten Arten stammen von zweiter Lagerstätte, die Herkunft aus dem GroB-Rackwitzer Mergel
kann daher nur vermutet werden. Die Leitformen fiir den Horizont von Zatzschke sind gesperrt gedruckt.
eee
Acmaea cf. dimidiata Reuss P.,
Dentalium medium Sow. Z. P.,
Liopistha aequivalvis GOLDF.,
Panopaeu depressa nov. spec.,
Tellina semicostata Reuss,
Cardita Geinitzi p’Ors. P.,
Yriphyla lenticularis Goupr. P.,
Nucula striatula A. Roem. Z. P.,
>» productoides nov. nom. (N. producta auct.) Z. P.,
Leda semilunaris v. Buch P.,
Arca aff. Geinitzi Reuss P.,
» ef. undulata Reuss P.,
Inoceramus latus Sow. Z. P.,
? » Brongniarti Sow. P.,
Pecten conf. laminosus GOLDF.,
» » Dujardini A. Roem. P.,
Plicatula Barroisi Peron. Z. P.,
Serpula conf. ampullacea Sow. Z. P.,
Parasmilia centralis Mant. Z. P.
Wie die Liste zeigt, kommen fast alle von Groß-Rackwitz bekannten Formen bei Zatzschke
oder in den noch besser ausgebeuteten Priesener Schichten vor. Unter den in der Löwenberger Kreide
auf den Groß-Rackwitzer Horizont beschränkten Arten sind einzelne auch Leitformen für den Horizont
von Zatzschke und die unteren Priesener Schichten oder kommen wenigstens vorwiegend hier vor. Es
sind dies Scaphites Geinitzi var. intermedia, Baculites bohemicus Frirscx u. SCHLOENB., Pleurotomaria baculi-
tarum Geın., Pleurotomaria Reussi (= funata Reuss), Nucula productoides. Auch Dentalium medium soll
wenn auch schon bei Strehlen vorkommend, nach Fritsch sehr charakteristisch für die Priesener Schichten
sein. Das Gleiche gilt für Leda semilunaris Reuss. In den älteren Strehlener Mergeln (= Teplitzer
Schichten) und dem in Rede stehenden Horizont findet sich Pissoa Reussi Grin. und Aporrhais (Lispodesthes)
coarctata Gein. Gleichwie bei Zatzschke gehört Inoceramus latus auch bei Groß-Rackwitz zu den häufigsten
Fossilien.’ Es scheint somit nach allem kein Zweifel an der Gleichaltrigkeit des böhmisch-sächsischen
und des schlesischen Horizontes zu bestehen. Hieraus folgt ferner, daß die nächstälteren, fast ver-
steinerungsfreien obersten Schichten des Löwenberger Mergelsandsteins gleiches Alter wie die zur
Scaphitenzone gehörigen Teplitzer Schichten im Liegenden der Priesener, sowie die Mergel von Strehlen
und Weinböhla besitzen müssen.
Auch der hier in Rede stehende Horizont von Groß-Rackwitz ist noch als obere Abteilung der
Scaphitenzone zuzurechnen. Außer dem schon WiLLıGEer von Groß-Rackwitz bekannten Scaphites Geinitzi,
der in der Scaphitenzone bekanntlich seine Hauptverbreitung hat, ist besonders von Wichtigkeit Scaphites
! Die nach PETRASCHER gleichaltrigen Mergel der Teplitzer Straße in Dresden müssen für die Betrachtung vor-
läufig ausschalten, nach WANDERER sind sie nicht jünger als die Strehlener Mergel. Vergl. WANDERER, Zum Alter der Schichten
an der Teplitzer-Straße in Dresden-Strehlen. Abhandl. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1909, S. 114.
auritus SCHLÜTER (non Fritsch U. SCHLOENB.), der aus der sächsisch-böhmischen Kreide noch nicht be-
kannt geworden ist, aber von Lronnarp aus der oberschlesischen Kreide aufgeführt wird und der als
echtes Leitfossil dieser Zone gilt. Vorwiegend in den Scaphiten-Schichten verbreitet ist Baculites bohe-
micus, wenn er auch vielleicht nach Scattrer als große Seltenheit in der Brongniarti- und Cuvieri-
zone vorkommt. Ebenso wird /noceramus latus von Strombeck in Nordwestdeutschland als Leitfossil
für die Scaphitenzone genannt; er geht allerdings in der böhmisch-schlesischen Kreide noch bis in den
Emscher hinauf, wird hier aber doch schon seltener, während er bei Groß-Rackwitz zusammen mit
Scaphites Geinitzi alle anderen Arten an Häufigkeit übertrifft.
Die stratigraphische Stellung dieses Horizontes ist nicht nur für die Löwenberger Kreide, sondern
für die Altersstellung der jüngsten Kreideschichten in der ganzen südostdeutschen Kreide von großer
Wichtigkeit. *
Auffallend ist die Abweichung der Fauna des Groß-Rackwitzer Scaphitenmergels von dem ober-
schlesischen Scaphitenmergel. Die in den sächsisch-böhmischen und Löwenberger Ablagerungen sehr
häufigen Formen, wie Nucula productoïdes Scup., Leda semilunaris Reuss, Pleurotomaria baculitarum GEIN.,
Dentalium medium Sow., fehlen bei Oppeln. Umgekehrt ist Ananchytes ovata Leske, die dem ober-
schlesischen und baltischen Turon gemeinsam ist, hier nicht vorhanden. Es hat daher auch Leonnarp?
schon darauf hingewiesen, daß das Löwenberger und das oberschlesische Kreidemeer in keinem un-
mittelbaren Zusammenhange gestanden haben. Da die Glatzer Kreide ebenfalls der böhmisch-sächsisch-
niederschlesischen Entwicklung angehört, so wird man auch hier eine das letztgenannte Meeresbecken
von der oberschlesischen Kreide trennende Landmasse annehmen können, der im Süden das Altvater-
gebirge angehörte, und die sich von hier aus über den Gmeis der Eule und der Strehlener Berge, sowie
das Zobtengebirge nach Norden fortsetzte, wo auch aus faziellen Gründen östlich von Goldberg auf die
Nähe einer Küste geschlossen werden muß. Diese Landmasse, die als im Süden wurzelnde Halbinsel zu
denken ist, kann hier nur verhältnismäßig geringe Breite gehabt haben. Die Kieslingswalder Kreide ist
von der oberschlesischen bei Leobschütz noch nicht 80 km entfernt. Nun wird ihre Begrenzung eben-
falls durch Brüche bezeichnet, so daß sie, deren oberste Schichten bekanntlich dem Emscher angehören,
auch noch zu Beginn des Senons über ihre jetzigen Grenzen hinausgereicht haben muß. Da anderer-
seits damals die Küste seit der Zeit der Scaphitenzone bereits näher an den Neissegraben herangerückt
war, so reduziert sich die Breite der Halbinsel im Turon noch mehr.
Der Ludwigsdorfer Sandstein (oberer Mittelquader).
Der Löwenberger Mergelsandstein wird in dem Profil Plagwitz—Ludwigsdorf am Kappelberg bei
Ludwigsdorf von einem gelben oder weißen, mittelkörnigen Sandstein überlagert, der ein weißes toniges
Bindemittel enthält. Dasselbe tritt in kleinen Pünktchen an dem gelben Sandstein, den auch DRESCHER
schon als weiß getüpfelt beschrieb, deutlich hervor, und macht diesen Horizont fast überall leicht kenntlich.
Allerdings wird ihm der Rabendockenquader in einzelnen Bänken hinsichtlich des geschilderten Merkmals
mitunter recht ähnlich, doch ist dieses im Ludwigsdorfer (Juader meist noch stärker ausgeprägt.
7 1 Über die Folgerungen, die sich hieraus für die sächsisch-böhmische Kreide ergeben, vergl. Scupın, Die strati-
graphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten etc., S. 700, sowie hinten S. 76.
? Die Fauna der Kreideformation in Oberschlesien, Palaeontographica 44, S. 20.
aa, AW RE
Wicuicer hielt den Sandstein, veranlaßt durch dessen Lage über dem Mergelsandstein, für gleich-
alterig mit dem Sandstein auf dem Riicken des Popelberges und der Mittelberge und rechnete ihn daher
auch noch zur Zone des Inoceramus Brongniarti, der nach seiner Angabe hier in größter Häufigkeit auf-
treten soll. Ich habe denselben hier niemals beobachten können und auch Herr Kantor Dresuer, der
die ganze Umgegend Löwenbergs Jahrzehnte lang auf Verstemerungen durchsucht hatte, versicherte mir,
daß hier niemals ein Inoceramus Brongniarti von ihm beobachtet worden sei. Aber auch wenn ein solcher
trotzdem gefunden werden sollte, würde aus stratigraphischen Gründen die Auffassung Wicriéers unhaltbar
bleiben, da nach dem oben Gesagten der von gelbem Sandstein bedeckte Mergelsandstein des Popel-
berges und der Mittelberge älter ist, als der vom Rabendockenquader unterteufte Mergelsandstein zwischen
Plagwitz und Ludwigsdorf. Am Popelberg wird der Sandstein wieder vom jüngeren Mergelsandstein
überlagert, während der Ludwigsdorfer Quader von demselben Mergelsandstein unterlagert wird. WırLıGER
fehlt daher auch in seinem Schema ein die Curieri-Zone vertretendes Schichtenglied, das nach oben Ge-
sagtem also in dem zwischen Scaphiten-Zone und Emscher liegenden Ludwigsdorfer Sandstein zu suchen ist.
Versteinerungen fehlen in diesem fast ganz, außer einer Lima canalifera habe ich solche nirgends beobachtet.
Der westlich über die Braunau—Ludwigsdorfer Chaussee fortsetzende Ludwigsdorfer Sandstein
bildet hier den Bergrücken der südlichen Braunauer Berge und wird auch hier von der Löwenberg—
Bunzlauer Chaussee angeschnitten. Östlich des Kappelberges läßt er sich zusammenhängend bis in die
Nähe der Straße Deutmannsdorf—Zobten verfolgen. Ihm ist dann ferner zuzurechnen der aus dem
Diluvium herausragende (Juader des Buchberges sowie der (Juader der Steinkammer, wo auch die einzige
Lima canalifera gefunden wurde. Dem gleichen Horizont muß wohl auch der ganz grobe Quader der
Zigeunersteine bei Hainwald, der allerdings keinerlei Ähnlichkeit mit dem bisher beobachteten Ludwigs-
dorfer Sandstein hat, angehören, so daß man unter dem ihn südlich von dem Quader des kleinen Vogts-
berges trennenden Lehm den Hermsdorfer Mergelsandstein zu erwarten hätte. Wollte man ihn etwa
als jüngsten Rabendockensandstein auffassen, so würde sich für diesen eine zu große Mächtigkeit ergeben,
während die Entfernung bis zu dem Oberquader der Hockenberge wenigstens für eine ungestörte Schichten-
folge vom Hermsdorfer Mergelsandstein bis in die Neu-Warthauer Schichten zu gering würde. Die Auf-
fassung wird bestätigt durch das Vorkommen von Lesesteinen am nördlichen Waldrand, die wieder die
charakteristischen weißen Pünktchen in typischer Ausbildung zeigen. Der Horizont setzt sich fort in
dem Quader des Langenberges. Sehr häufig sind in diesem Höhenzuge Eisenanreicherungen im (Juader.
Ein zwischen Hermsdorf und Pilgramsdorf über dem Mergelsandstein der Scaphiten-Zone liegendes un-
bedeutendes Sandsteinvorkommen dürfte ebenfalls hierher gehören. |
In der Lähner Mulde bildet der Ludwigsdorfer Quader das Muldeninnerste, das nur in Form
zweier mächtiger Erosionsreste den beiden höchsten Erhebungen der Gegend entspricht. Es sind dies
im Norden der Kienberg bei Lähn, im Süden der Grunauer Spitzberg. Der am Boberufer aufgeschlossene,
den Sockel des Kienbergs bildende (Juader und Mergel wird hier von einem gelben oder weißen Sand-
stein überlagert, der oben in Steinbrüchen abgebaut wird. Petrographisch gleicht der feinkörnige, gleich-
mäßige Sandstein allerdings mehr dem später zu besprechenden Oberquader, wie ihn auch Kuxrx dem
zum Oberquader gehörigen Quader der Hockenberge gleichstellte, den er als Turon betrachtete. Indes
kann er nach seiner Lagerung über den turonen Mergeln, die den zuletzt behandelten Horizonten ent-
sprechen, wohl nur als Ludwigsdorfer (Juader betrachtet werden.
Palaeontographica. Suppl. VI. 6
ey) —
In gleicher Weise liegt der Quader des Grunauer Spitzberges, der am Gipfel in steilen Wänden
abfällt, dem mehrfach an seinem Fuße heraustretenden Löwenberger Mergelsandstein auf. Hier zeigt er
auch wieder gelegentlich die charakteristische petrographische Beschaffenheit wie am Kappelberge. Am
Siidabhang «dicht unter dem Gipfel ist er von Trümern eines weißen, pulverförmigen Kalkes durch-
zogen, der auf Auslaugung der ursprünglich dem Quader aufgelagerten, später fortgewaschenen Neu-
Warthauer Schichten zurückzuführen ist. Verstemerungen sind auch hier nirgends zu finden, wie auch
schon Kunru hervorhebt. Auch die Stembruchsarbeiter am Kienberge versicherten mir, daß Versteine-
rungen durchaus fehlen.
Die Miichtigkeit dieses Schichtenkomplexes läßt sich mit voller Schärfe nirgends berechnen. In
der Lähner Mulde schließt das Kreideprofil mit dieser Stufe ab; der Erosionsrest auf der Höhe des
Grunauer Spitzberges dürfte mindestens SO m erreichen, auf dem Kienberge sogar 90 —100 m. Ver-
sucht man für die Berechnung das Kreideprofil nordöstlich Herzogswaldau zu verwerten, wo die Schichten
zwischen Cenoman und Oberquader größtenteils vom Diluvium verdeckt sind, aus dem nur kleine Hügel
des Löwenberger Mergelsandsteins herausragen, so ergibt sich auch da nur ein unsicherer Wert. Der
Fallwinkel beträgt hier im Cenoman etwa 20—24°, gelegentlich auch mehr, während im Oberquader ein
soleher von 15°, gelegentlich auch 20° zu beobachten ist. Legt man dementsprechend einen Durch-
schnittswinkel von etwa 18° zu Grunde, so ergibt sich für die Kreideschichten bis zum Oberquader eine
Gesamtmächtigkeit von 350-375 m, so daß nach Abrechnung der Neu-Warthauer Schichten mit min-
destens 60 m und der liegenden Schichten mit 175 m für den Ludwigsdorfer Sandstein höchstens 115
bis 140 m verbleiben würden.
Zu einem ganz anderen Resultat würde man gelangen, wenn man für die Berechnung das Profil
Ludwigsdoif—Gehnsdorf unter Annahme ungestörter Lagerung zugrunde legt. Hier wird die obere
Grenze des Ludwigsdorfer Sandsteins vom Diluvium verdeckt, dagegen ist die untere Grenze desselben,
sowie die des Oberquaders bei Gehnsdorf ziemlich scharf. Der Abstand beider im Ausgehenden senk-
recht zum Streichen beträgt etwa 2'/s km. Das würde selbst unter Zugrundelegung des Minimaleinfalls-
winkels des Gehnsdorfer Oberquaders von 8—10°, nach Abzug von mindestens 60 m für die hangen-
den Neu-Warthauer Schichten bei Annahme ungestörter Lagerung eine Mächtigkeit von etwa 250 m
ergeben und zu dem gleichen Resultat würde man bei Zugrundelegung des Profils wenig westlich,
Ludwigsdorfer Sandstein der Braunauer Berge—Oberquader von Hohlstein, gelangen. Nicht geringer ist
die Entfernung des Ludwigsdorfer Sandsteins der Stemkammer weiter gegen Osten von dem Oberquader
des Kretschamberges und erst bei Hockenau, in dem Profil Zigeunerstein—Hockenberge verringert sich der
Abstand der Unterkante beider Stufen auf etwa 11/2 km. Überall liegt auch hier der größte Teil der
in Betracht kommenden Schichten unter Diluvialablagerungen. Leider ist der Gegenflügel zur Kontrolle
der Mächtigkeitszahlen nicht heranzuziehen, da hier der Luwigsdorfer Sandstein überall an der großen
Neu-Warthau— Wehrauer Spalte abgesunken ist. In Betracht kommen nur noch Profile in der kleinen
(roß-Hartmannsdorfer Mulde, wo der Ludwigsdorfer Quader aber ebenso vom Diluvium verdeckt ist.
Hier steht, wie erwähnt, westlich Gut Güytner Rabendockensandstein an; nicht ganz 1 km westlich
finden sich tiefere Neu-Warthauer Schichten. Die dazwischenliegenden Kreideschichten sind durch Diluvium
der Betrachtung entzogen. Legt man den hier im Rabendockenquader beobachteten Maximaleinfalls-
winkel von 20° für die Berechnung zugrunde, der etwas größer ist, als der für die liegenden Schichten
a —
nach ihrer Mächtigkeit anzunehmende Durchschnittsfallwinkel, so ergibt sich fiir die gesamten Zwischen-
schichten eine Mächtigkeit von 240 m, von denen etwa 40 m auf den oberen Mergelsandstein entfallen
würden. Nimmt man also nicht einen steileren Fallwinkel als in dem liegenden Rabendockenquader an,
so käme man bei der Berechnung hier nur auf höchstens 200 m. Doch könnten in diesen 240 m auch
noch Schichten des Rabendockenquaders und der Neu-Warthauer Schichten enthalten sein, über deren
Ausdehnung nach unten kein Profil Aufschluß gibt. Auch das ebenfalls unvollständig zutage tretende
Profil von Süden nach Norden, das im Cenoman und dessen Liegenden, dem Muschelkalk, einen Fallwinkel
bis zu 30° zeigt, würde hiermit in Einklang zu bringen sein, wenn man ein Flacherwerden des Kinfalls-
winkels nach dem Muldeninneren annimmt. Darnach wäre in den oben genannten drei Profilen am
Siidrand der Mulde wohl eine Störung anzunehmen, die entweder in einer leichten Aufwölbung der vom
Diluvium verdeckten Schichten oder in einem Absinken des liegenden Flügels an einer Längsverwerfung
bestehen könnte. Immerhin wird die Mächtigkeit des Ludwigsdorfer Sandsteins mit rund 150 m nicht
zu hoch geschätzt sein.
Der Emscher.
Die Neu-Warthauer Schichten.
Wie soeben erwähnt, wird die unmittelbare Fortsetzung des Normalprofils Plagwitz— Ludwigsdort
durch Diluvialablagerungen verdeckt, erst etwa {'/2 km nördlich Ludwigsdorf sind wieder graue sandige
Mergel dicht an der Chaussee nach Gehnsdorf entblößt. Sie verlieren stellenweise ihren Kalkgehalt und
gehen in tonige, leicht zerreibliche milde Sandsteine über, wie sie besonders von Neu-Warthau bekannt
sind. Daß sie diesen Neu-Warthauer Schichten gleichzustellen sind, wird durch die Überlagerung durch
den Oberquadersandstein von Gehnsdorf bewiesen, der auch bei Neu-Warthau das Hangende dieser Zone
bildet. Von Versteinerungen fanden sich hier:
Tapes subfaba D’ORB.
Hemifusus coronatus A. Roem.
Voluta subsemiplicata d’ Ors.
Turritella iniqueornata DRESCHER.
Diese treten außer Tapes subfaba sämtlich zuerst in den Neu-Warthauer Schichten auf, in denen die
letztgenannte Art besonders häufig ist. Ähnliche tonige Sandsteine, die diesem Horizonte zuzurechnen
sind, finden sich im Liegenden des Oberquaders von Ober-Kesselsdorf an mehreren Punkten, so in einem
Hohlwege zwischen Ober-Kesselsdorf und der Schwedenschenke und unmittelbar östlich derselben in einem
Steinbruche, der die Grenze zwischen Neu-Warthauer Schichten und Oberquader entblößt. Man beob-
achtet sie dann weiter östlich in einem kleinen Diluvialaufschluß am Wege Gehnsdorf— Deutmannsdorf,
sowie weiter im Liegenden des Oberquaders nördlich von Deutmannsdorf an der Vereinigung zweier vom
Dorfe kommender Hohlwege am Ostrande des Blattes Löwenberg bei Höhenlinie 270, ferner fand sie
schon Drescher am Südabhang- des Kretschamberges nördlich von Deutmannsdort. Sowohl Drescurr
wie WILLIGER erwähnen hier das Vorkommen eines turonen Mergels, der aber schon dem in Rede stehenden
Horizont zuzurechnen ist. Die Ähnlichkeit des Gesteins der Mittelberge mit den Neu-Warthauer Schichten
ist bisweilen eine recht große. Weiter östlich sind im Liegenden des Oberquaders der Hockenberge
a on
graue Mergel beim Abteufen eines Brunnens zutage gefördert worden, die ebenfalls hierher gehören und
eine wahrscheinlich neue Panopaea enthielten, die unten als Panopaea depressa beschrieben ist.
Das altbekannte Vorkommen, dem die in zahlreichen Sammlungen vertretenen Neu-Warthauer
Fossilien entstammen, liegt am Nordrande des Kreidegebietes zwischen Alt- und Neu-Warthau dicht bei
letzterem Orte. Das Neu-Warthauer Profil wurde bereits oben bei Besprechung der Tektonik beschrieben.!
Es ist hiernach in diesem ein unterer und ein oberer toniger Sandstein zu unterscheiden. Der untere
tonige Sandstein, der in dem sich nach SO erstreckenden flachen Höhenzuge von der Bahn angeschnitten
wird, ist hellfarbig bis rostbraun, mitunter geflammt und nicht ganz so feinkörnig wie der obere; der
letztere ist der durch Fossilreichtum allgemein bekannte; seine Farbe ist hellbraun, bald heller, bald etwas
dunkler. Es dürfte sich hier um einen entkalkten Mergel handeln, nur mitunter ist noch ein geringer
Kalkgehalt wahrnehmbar. Außer durch die Bahn werden die in Rede stehenden Schichten auch durch
Hohlwege gelegentlich angeschnitten; Fossilien kann man auch in Lesesteinen des Ackers weiter süd-
östlich in der Nähe eines kleinen Waldbestandes sammeln. Die Durcharbeitung der reichen Fauna
ergab folgende Arten:
Calianassa antiqua OTTO
Scalpellum maximum Sow.
Placenticeras Orbignyamm GEIN.
Scaphites kieslingwaldensis LANGENH. U. GRUNDEY
Baculites incurvatus Dus.
Nautilus sublaevigatus p’Ors.
Cinulia Humboldti J. Miu.
Voluta subsemiplicata D’ORB.
canalifera FAVRE ?
Hemifusus coronatus A. Ro.
Tudicla costata A. Roem. spec.
Aporrhais Schlotheimi A. Roem.
Cerithium Willigeri nov. spec.
Natica (Lunatia) Geinitzi Houzpru.
bulbiformis Sow. ?
» Roemeri GEIN.
Turritella iniqueornata DREsCH.
> nodosa A. Roem.
Drescheri nov. spec.
Delphinula tricarinata A. RoEm. sp.
Gastrochaena amphisbaena GOLDF.
Lyonsia Germari (GTEB.) GEIN.
Liopistha aequivalvis Goupr. sp.
Pholadomya nodulifera et var. elliptica MuensT.
Ceromya cretacea J. Miu,
1 Vergl. S. 16.
a ze
Panopaea Goldfussi »'OrB. mut. nov. plana.
> depressa nov. spec.
» Muelleri nov. nom.
Tellina strigata Goupr.
Renaurii MATH.
costulata GOLDF.
Tapes subfaba D’ORB.
Venus Goldfussi Grin.
Cytherea ovalis GOLDF. sp.
conf. polymorpha Zire.
Cypricardia trapezoidalis A. Roxen.
tricarinata A. Roem.
Granocardium productum Sow.
aff. Drescheri J. Boum.
Crassatella arcacea A. Roem.
> bohemica nov. nom.
gregaria nov. spec.
kriphyla lenticularis GoLpr.
Trigonia glaciana STURM
Pectunculus Geinitzi D’ORB.
Cucullaea cardiiformis nov. spec.
> nov. spec.
Pinna cretacea SCHLOTH.
Myoconcha gracilis Druscu.
Mytilus concinnus nov. spec.
Modiola siliqua Marn.
flagellifera Fors.
radiata MuENsT.
Crenella striatula nov. spec.
Inoceramus latus Sow.
> involutus Sow.
crassus PETRASCH.
Gervillia solenoides DEFR.
Avicula kieslingswaldensis STURM
Pecten virgatus Nıus.
» decemcostatus MUENST.
Vola quadricostata Sow.
propinqua Houzpru.
Lima canalifera GoLDr.
pseudocardium Reuss
LAC Le
Ostrea hippopodium Nits.
sudetica NOV. spec.
Spursicavea dichotoma GOoLDF. ?
Cardiaster nov. spec.
Schizaster Sturmi nov. nom.
Von Pflanzen sind außer einigen unsicheren Resten Blätter von Credneria denticulata Zenx. und
Zweige von Sequoia Keichenbachi Grrx. beobachtet.
Weiter nach NW und SO etwa an den beiden Hauptwegen Alt-Warthau— Neu-Warthau ver-
schwinden die Neu-Warthauer Schichten unter den jüngeren Bildungen. Südöstlich treten sie erst wieder
dicht an der Chaussee Seitendorf—Groß-Hartmannsdorf im westlichen Teil des Höhenzuges heraus, der
das Wiesentälchen südlich der Chaussee begrenzt. Der westlich durch ein kleines Tälchen abgeschnit-
tene Höhenzug ist oben größtenteils von Diluvialablagerungen bedeckt. Dicht an einem kleinen Tümpel tritt
hier ein mergeliger Sandstein heraus: ein Sandstein vom Habitus des Neu-Warthauer findet sich in un-
mittelbarster Nähe am Nordgehänge dicht an dem nach Groß-Hartmannsdorf führenden Wege. Von
Fossilien wurden hier beobachtet: Tapes subfaba v’Ors., cf. Lispodesthes Schlotheimi A. Roem. Verfolgt
man den Weg weiter nach Osten ins Liegende, so kann man bald den unteren Neu-Warthauer Sandstein
des Neu-Warthauer Profils im Acker in Lesesteinen erkennen. Diluvialablagerungen verdecken die
nächste Fortsetzung der Schichtenfolge bis zu dem bereits oben erwähnten, westlich Gut GüNTHER an-
stehenden Rabendockensandstein.
DrESCHER und WILLIGER stellten die Neu-Warthauer Schichten ins Untersenon. Aus den Fossilien
ergibt sich, daß sie dem Emscher zuzuweisen sind. Von den genannten Arten treten zuerst an der
Basis des Senons aut Baculites incurvatus, Turritella iniqueornata, Hemifusus coronatus, Ceromya eretacea, Panopaea
plana, Tellina costulata, Cytherea ovalis, Granocardium productum, Trigonia glaciana, Modiola flagellifera, Crassa-
tella arcacea, Avicula kieslingswaldensis, Inoceramus involutus, Vola propinqua. Uber den Emscher nicht
hinaus gehen /noceramus latus, Tudicla costata, Natica Roemeri und Placenticeras Orbignyanum. Ein anderer
den Emscher nicht iiberschreitender Ammonit, Peroniceras tricarinatum ist zwar bei Neu-Warthau nicht
vertreten, findet sich aber in den nächst jüngeren Schichten. Scaphites kieslingswaldensis, Lyonsia Germari
und Inoceramus involutus scheinen nur im Emscher vorhanden zu sein. Ebenso kommen /noceramus crassus
und Ostrea sudetica nur noch in den Chlomeker Schichten bezw. in dem zu diesen gehörigen Kieslings-
walder Sandstein vor, die ja bekanntlich auch zum Emscher zu rechnen sind. Trigonia glaciana, Panopaea
plana und Schizaster Sturmi sind mir außer aus den Chlomeker Schichten nur noch aus dem Salz-
bergmergel bekannt, dessen Gleichalterigkeit nach dem reichlichen Material der Hallischen Sammlung
recht wahrscheinlich ist.! Überhaupt ist die Zahl der Arten, die den Neu-Warthauer und den Chlomeker
Schichten gemeinsam sind, eine recht große, insbesondere findet sich der größte Teil der Neu-Warthauer
Arten bei Kieslingswalde wieder.
Die Mächtigkeit dieses Schichtenkomplexes berechnet sich bei Neu-Warthau auf etwa 60 m, die
indes nur einen Minimalwert darstellen. Da die Kreide hier an der Neu-Warthauer Spalte abgesunken
ist, so muß dahingestellt bleiben, wie hoch sich die wirkliche Mächtigkeit beläuft.
! Vergl. auch BRANDES, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 1905, Monatsschr. S. 576. Kayser, Lehrbuch der Formations-
kunde, II. Aufl., S. 498.
Der schlesische Oberquader.
An allen Punkten, von denen Neu-Warthauer Schichten erwähnt wurden, werden diese von
einem gleichmifig feinkörnigen, wie es scheint überall glimmerfreien Sandstein überlagert, für den
Berrıchn den Namen »Oberer Senonquader«, Drescher und Winniger die Bezeichnung »Oberer (Juader-
sandstein« gebrauchten. Zum Unterschied von ähnlichen Bezeichnungen anderer Gegenden verschiedenen
Alters wird er genauer als »schlesischer Oberquader« zu bezeichnen sein. Die gleichmäßig körnige
Beschaffenheit macht ihn zu einem auch für feinere Arbeiten sehr geschätzten Steine, so daß in dieser
Zone der Steinbruchbetrieb in der ganzen Löwenberger Gegend am stärksten ist. Stellenweise, so bei
Hockenau, bei Deutmannsdorf, bei Naumburg, ganz besonders aber bei Neu-Warthau reiht sich Stein-
bruch an Steinbruch, dem Streichen des Oberquaders folgend, der infolge seiner Festigkeit überall deutlich
im Gelände als Höhenzug heraustritt. Wıruıger unterschied zwei Abteilungen, einen unteren gelblichen
und einen oberen weißen Sandstein, beide getrennt durch eine Schicht, die sich durch häufiges Vor-
kommen von Nerinea bicincta Broxn (von WinriGer als Nerinea Geinitzi aufgeführt) auszeichnet. Daß
indes auch der untere Teil weiß sem kann, zeigt z. B. der Oberquader von Giersdorf im Liegenden der
von Winnicer selbst erwähnten Nerineenbank. Ebenso kann man bei Neu-Warthau beobachten, daß dem
weiBen\Sandstein gelbe Sandsteinbänke eingeschaltet sind, wie auch die Farbe innerhalb der Schicht oft
wechselt. Als obere Grenze betrachtete WirrLıser eine an vielen Stellen deutlich wahrnehmbare Ton-
bank von weißer oder rötlicher Farbe. Rosafärbung tritt mitunter auch innerhalb des weißen Sandsteins
auf. Ein ausgeprägt rotvioletter Sandstein wurde bei Neu-Warthau beobachtet. Der weiße Oberquader
ist meist leicht zu erkennen, während es bei den gelblichen Schichten fraglich werden kann, ob man
Oberquader oder Überquader vor sich hat. Eine oberflächliche Ähnlichkeit zeigen mitunter auch weiße
Sandsteine des Tertiärs. Ein solcher Sandstein steht im Gebiete des Oberquaders bei Langenau unweit
Görlitz an. Er gleicht diesem in Farbe und Festigkeit, besitzt aber noch feineres, staubartiges Korn
mit eingestreuten größeren, fettglinzenden Quarzkörnern, ein Gefüge, das auch der noch stärker ver-
kieselte tertiäre Knollenstein erkennen läßt.
Ober- und Überquader sind, wenn auch meist von Diluvium bedeckt und nur in einzelnen
Partien entblößt, erheblich weiter als die übrigen Schichtenglieder gegen NW zu verfolgen. Man trifft
den Oberquader zunächst östlich von Nieder-Bielau an der Neisse in einem verlassenen Steinbruche. Zu
unterst liegt hier ein konglomeratischer, darüber ein feinkörniger Sandstein, dessen Zugehörigkeit zum
Oberquader durch das Vorkommen massenhaft auftretender Exemplare von Nerinea bicincta BroxNn ge-
sichert ist. Das Hangende bildet eine Bank rotvioletten Thones, die als Grenze gegen den Überquader
anzusehen ist. Die stark ausgesprochene und regelmäßige Klüftung, die viel deutlicher als die Schichtung
ausgeprägt ist, täuscht zunächst ein Fallen nach SW vor, umsomehr, als auch die Größe des Fallwinkels
der Klüfte etwa dem normalen Fallen der Schichten in der Löwenberger Kreide entspricht. Daß das
Einfallen steil gegen NO gerichtet ist, läßt sich deutlicher nur an einzelnen Punkten beobachten. Die
Lagerung der Schichten wird bezeichnet durch das Auftreten stärker konglomeratischer Bänke in feinkörnigen,
sowie die Lage der Gerölle auf ihrer Breitseite. Das Streichen läuft etwa in Stunde 8, der Fallwinkel
erreicht 65°. Das steile Einfallen zeigt, daß die Lausitzer Granitscholle nicht nur gegen die sächsische,
sondern auch gegen die niederschlesische Kreide erheblich gehoben ist. Die weiter südöstlich gelegenen
as —
Steinbrüche bei Penzighammer, die Wıruıser ebenfalls hierher rechnet, möchte ich auf Grund ihrer petro-
graphischen Beschaffenheit lieber zum Überquader ziehen, ebenso die Sandsteinvorkommen in der Nähe der
Bahnstrecke Penzig— Kohlfurt, deren Zugehörigkeit zum Oberquader oder Uberquader Witticer fraglich läßt.
In mehreren Stembrüchen aufgeschlossen ist der Oberquader in der Gegend von Langenau und
Hochkirch. In dem Steinbruch östlich der Straße Niederlangenau-Hochkirch fällt der mit einer Bank
fleischroten Tones abschließende Quader etwa in Stunde 2 mit 15 - 18° ein. Ebenso wird jenseits der
Straße Hochkirch—Ober-Langenau der in zwei Steinbrüchen aufgeschlossene Quader von einer Bank
weißen Tones überlagert.’ Im Streichen des Quaders von Hochkirch gegen SO liegt das ebenfalls
isolierte Vorkommen bei Schützenhain, noch weiter östlich, aber etwas gegen N vorgeschoben und
wohl durch eine unter dem Diluvium verborgene Querstürung getrennt der Oberquader von Waldau,
ein weißer Sandstein von typischer Beschaffenheit. Sowohl Hochkirch wie Waldau haben eine Anzahl
wichtiger Versteinerungen geliefert, deren Herkunft von genannten Punkten in der untenstehenden Fossil-
liste vermerkt ist.
Durch Diluvialbedeckung auf eine größere Strecke hin der Betrachtung entzogen findet sich der
Oberquader zunächst bei Ullersdorf westlich von Naumburg am Queis wieder. Jenseits des Queistales
hebt er sich südöstlich von Naumburg als scharf markierte Geländestufe über das südwestlich vorgelagerte,
in den Ivenitzbach am Nordende von Herzogswaldau einmündende Wiesental heraus. Hier ist dicht an
der Straße nach Hänchen eine Reihe von Steinbrüchen in ihm angelegt, die überall das gleiche charakteristische
Gestein zeigen. Weiter südöstlich unter Diluvialkiesen verschwindend, erscheint der Oberquader wieder als
Höhenzug nördlich von Kesselsdorf über den Neu-Warthauer Schichten und bei Wenig Rackwitz sowie
jenseits des Bobers bei Sirgwitz. Von den drei letztgenannten Orten, in denen sich wieder mächtige Stein-
brüche finden, stammen die meisten der unten aufgezählten Versteinerungen dieser Zone. Hier sowie auch
bei Sirgwitz ist auch die Überlagerung durch den Überquader zu sehen. Von Sirgwitz aus setzt sich der
in steilen Wänden gegen Süden abfallende Rücken des Oberquaders über Hohlstein nach Gehnsdorf hin
fort, wo er mit nordnordöstlichem Einfallen von etwa 8—10° den oben genannten Mergelsandstein Neu-
Warthauer Alters überlagert. Auch hier sind in den Steinbrüchen eine Anzahl charakteristischer Ver-
steinerungen gefunden worden (vergl. unten). Gleichfalls von Neu-Warthauer Schichten unterlagert,
bildet er in zahlreichen Wegeinschnitten und Steinbrüchen aufgeschlossen den Rücken des Höhenzuges
nördlich Deutmannsdorf und Hartliebsdorf, Waldhöhe, Kretschamberg und Kiefernberg. Das Streichen
folgt der Erstreckung des Höhenzuges, das Fallen ist etwa nördlich. Die Eintragungen Wruticers, die
ein Streichen quer zum Bergrücken zeigen, bleiben unverständlich. Verfolgt man diese Richtung weiter
gegen OSO, so gelangt man zu den in großer Ausdehnung von Steinbrüchen durchsetzten Hockenbergen,
über deren Altersstellung die Ansichten mehrfach gewechselt haben.” Südlich des nach Norden zu ein-
fallenden, gelblichen Quaders liegt ein breites Diluvialtal, nördlich wird der Quader durch die Fortsetzung
der Hermsdorfer Spalte abgeschnitten, an der er gegen das Rotliegende abgesunken ist. Das Hangende
bleibt also unbekannt, im Liegenden sind Mergel erbohrt, die für sich allein betrachtet keine befriedi-
gende Deutung ermöglichen. Wenn dieselben vorhin den Neu-Warthauer Schichten zugerechnet wurden,
so geschah dies erst wieder auf Grund ihrer Stellung zu den in Rede stehenden Schichten.
! Die Angabe nordwestlichen Einfallens bei WiLLıGER beruht wohl nur auf einem Schreibfehler.
? Vergl. Scupın, Oberste Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und Böhmen S. 692.
In Frage kommen könnte außer dem Oberquader nur der Ludwigsdorfer Sandstein, dem
Drescher den Hockenauer Quader u. a. auch wegen des Vorkommens des gleichen weißen thonigen
Bindemittels gleichstellte, doch zeigt sich das letztere auch an anderen Punkten des Oberquaders, dem
das Gestein sonst auch hinsichtlich seiner Feinkérnigkeit gleicht, während der Ludwigsdorfer Sandstein
etwas gröberes und ungleichmäßigeres Korn besitzt. Von charakteristischen, an anderen Punkten des
Oberquaders beobachteten Fossilien erwähnt WirriGer, der zuerst für die Zurechnung des Hockenberg-
Sandsteins zum Oberquader eintrat, Nerinea Geinitzi Goupr. und Omphalia ornata Drescu., die aber, weil
mir von hier nicht bekannt, außer Betracht bleiben mögen. Überhaupt sind Versteinerungen nicht allzu
häufig. Von anderen Formen ist zu nennen ein /noceramus aus der Verwandtschaft des Imoceramus
Brongniarti, der mich auch zunächst veranlaßte, der Ansicht Drescaers beizutreten, der aber doch den
andern Typen dieses Formenkreises gegenüber eine gewisse Selbständigkeit zu besitzen scheint und bis-
her in der Löwenberger Kreide nur noch aus dem Oberquader von Gehnsdorf bekannt geworden ist.
Die Art wurde von Frese als Inoceramus Frechi aus der Heuscheuer-Kreide ohne Abbildung beschrieben.
Daß sie auch hier nur in Schichten vorkommt, die wohl sicher zum Emscher gerechnet werden müssen,
dem auch noch der Oberquader angehört, wie unten gezeigt werden soll, sei nur nebenbei erwähnt, da
gerade das Vorkommen in der Löwenberger Kreide mit zur Stütze für die Deutung der fraglichen Heu-
scheuer-Schichten dient.
Dem Nordflügel der Goldberg—Hermsdorfer Mulde jenseits des Hermsdorfer Sprunges gehört
auch die isoliert im Diluvium liegende Oberquaderscholle von Giersdorf an, die mit etwa 26—29° gegen
SW einfällt. Sie bildet den dicht an der Groß-Hartmannsdorfer Sattellinie liegenden Gegenflügel des
Gehnsdorfer Oberquaders und besteht aus dem typischen weißen, gelegentlich gelblich oder rosa ge-
fleckten, feinkörnigen Sandstein. Von der Nerineenschicht überlagert, entspricht sie dem unteren Teil
des Oberquaders. Nerinea bicincta Bronn, die allenthalben auf den Oberquader beschränkt ist, sowie
Actaeonella Beyrichii DrescH., die wenigstens vorwiegend in diesem vorkommt, gehört auch hier zu den
bezeichnendsten Versteinerungen.
Auch bei Neu-Warthau hebt sich der über den thonigen Sandsteinen liegende Oberquader, der
den bedeutendsten Steinbruchbetrieb der ganzen Gegend enthält, deutlich über die weicheren liegenden
Schichten als Hühenzug heraus, ohne scharfe orographische Grenze vom Uberquader iiberlagert. Die
beide trennende rote Tonbank ist deutlich aufgeschlossen. Weiter nordwestlich trifft man ihn erst jen-
seits Bunzlau wieder, wo er jedoch zumeist vom Diluvium verdeckt wird. Hier ist zunächst etwa !/ km
nördlich der Bahn Bunzlau-Kohlfurt an dem von Tillendorf nach den städtischen Rieselfeldern führenden
Wege ein rostbrauner, feinkörniger Sandstein mit einem Streichen in Stunde 8 und flachem nordnord-
östlichem Einfallen aufgeschlossen, der durch seine geringere Festigkeit und noch größere Feinkürnigkeit
eher an manche Uberquadersandsteine erinnert und auch auf der Kartenskizze dieser jüngeren Abteilung
zugewiesen wurde. Dagegen findet sich echter Oberquadersandstein etwa 200 m nordwestlich inmitten
der Rieselfelder. Das etwa 5 m höher liegende Vorkommen zeigt gleiches Streichen, aber südwestliches
Einfallen. Im weiteren Verlauf des Streichens liegt in der Nähe des Chausseehauses ein Sandstein mit
gleichem südwestlichem Einfallen, der von Tonen und Kohlen des Überquaders überlagert wird.' Nord-
! Vergl. unten S. 59.
Palaeontographica. Suppl. VI. 7
— 50 —
üstliches Einfallen unter 35° zeigt wieder der Oberquader in den bereits oben bei Besprechung der
Tektonik genannten Steinbriichen 2 km nördlich Dobrau im Walde, der den Gegenflügel in diesem Ober-
quadersattel bildet.
WirniGEr gibt Oberquader noch weiter nordwestlich am Queis bei Wehrau an und rechnet
hierher die steil zum Flusse abfallenden, vielfach ausgewaschenen und Höhlungen bildenden Felsen, aus
denen er Nerinea Geinitzi zitiert. Indes gehört dieser grobe, vielfach konglomeratische Sandstein schon
zum Uberquader, wie aus dem Vorkommen von Kohle an der Basis der in Betracht kommenden Schichten
hervorgeht." Nirgends kommen auch im Oberquader in derartiger Mächtigkeit grobkörnige Sandsteine
vor. Ich möchte daher annehmen, daß das angeblich von Wehrau stammende Stück, das im Museum
der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz aufbewahrt wird und eine typische Nerinea bicincta darstellt.
verwechselt ist. Könnte natürlich auch Nerinea bicincta ausnahmsweise in den Überquader hinaufgehen,
wie sie ja auch schon von WiruiGer bei Nieder-Bielau in der hangenden Tonschicht beobachtet wurde,
so spricht doch der Gesteinscharakter des Handstücks durchaus für eine Herkunft aus typischem Ober-
quadersandstein, wie er von anderen Punkten beschrieben wurde.
Die Mächtigkeit des Oberquaders berechnet sich nach Messungen bei Ober-Kesselsdorf und Neu-
Warthau, wo die Grenzen gegen das Liegende und Hangende ziemlich scharf sind, auf etwa 80—90 m.
Versteinerungen sind besonders bekannt geworden aus dem Oberquader von Giersdorf, Gehns-
dorf, Hockenau, Kesselsdorf, Waldau und Hochkirch. Von den beiden letzten Punkten hat WiLLıGEr
eine ziemlich große Fossilliste beigebracht. Die Stücke sind indes größtenteils so mangelhaft erhalten,
daß die Zahl der sicher bestimmbaren Arten von diesen beiden Fundpunkten sehr zusammenschrumpft.
In der folgenden Artenliste der Fauna des Oberquaders ist: B — Nieder-Bielau, Ge — Gehns-
dorf, Gi — Giersdorf, H — Hockenau, Hk = Hochkirch, Hw — Herzogswaldau, K — Kesselsdorf,
Sch = Schützenhain, U = Ullersdorf a. Qu., W = Waldau.
Placenticeras Orbignyanum Geis. K. Sch.
Peroniceras tricarinatum D’ORB. K. U. Hw.
westphalicum Strom». K.
Nautilus sublaerigatus DOOR». K.
rugatus FRITSCH u. SCHLOENB. K.
Actaeonella Beyrichi Drescu. Gi.
Aporrhais granulata Sow. Gi.?
Natica bulbiformis Sow. KR.
Nerinea bicincta Bronx. Ge. Gi. B.
incavata Bronn.? Gi.
Tylostoma Stolicshkai nov. nom. Gi.
Glauconia undulata Drescu. Gi.
> ornata Drescu.? Gi.
> ventricosa Drescu. Gi.
Scalaria spec. A. Rom. Gi.
| Mactra nov. spec. Ge.
1 Vergl. S. 60.
— 51 zen
Lyonsia Germari (GirB.) GEIN.
Liopistha aequivalvis Gorpr. sp. Ge. W. Hk.
Pholadamya nodulifera et var. elliptica Müssr. Hk.
Panopaea Geinitzi Houzern. Gi. K. Hk. W.
Tellina Renauri Mara. Ge.
Tapes subfaba p’Ors. Ge. Gi.
Venus Goldfussi Grin. Ge.
Cytherea ovalis Goupr. Ge. Gi.
nov. spec. aff. plana Sow. Kk.
Cardium cont. Ottonis Grin. Ge.
Granocardium Beyschlagi nov. spec. Gi.
Protocardium Hillanum Sow. RK.
Eriphyla lentiewlaris Gorpr.? Ge. Gi. K.
Trigonia glaciania Sturm. Ge. Gi.
Peetunculus senoniensis nov. spec. Gi. K.
Cucullaeu Matheronian« DOrn.? Gi.
abscisa nov. spec. Gi.
Pinna decussata GoLvr. H.
eretacea SCHLOTH. MH.
Modiola flagellifera Fors. W.
Inoceramus Frechi Free. H. Ge.
» Kleini G. Miu. Ge.
percostatus G. Müur. Hw.
Lusatiae ANDERT. Hw.
crassus PETRASCH. Hw.
lobatus Münst. Hw.
Perna Zimmermanni nov. spec.? Ge.
Avicula pectinoides Reuss. Gi. H.?
» caudigera Zxrr. Ge.
Ostrea fallax nov. spec. Gi.
Catopygus conf. pyriformis GoLvr. H.
Cardiaster ananchytis Lesxr. H.
Stellaster Schulzei Corra. H.
tuberculifera Drescu. H.
Astropecten nov. spec. H.
Außerdem finden sich Landpflanzenreste, besonders von Credneria und Debeya serrata Mrov.,
Stämme von Protopteris Singeri Gürr. werden von Giersdorf zitiert. Bemerkenswert ist das angeb-
liche Vorkommen von Fußspuren von Landtieren, wie es Wizcicer von Herzogswaldau erwihnt.' Die
1 a. a. O. S. 94.
Liste ist kleiner als diejenige WizziGers, der u. a. auch Belemnitella mucronata aufführte und den Ober-
quader zum Obersenon stellte. Bereits seine Beschreibung dieses Stückes zeigt, daß eigentlich nichts
Charakteristisches an dem Stücke vorhanden war; weder Gefäßeindrücke noch die charakteristische Spitze,
weder Alveolarrand noch Furche. Ob das zugrunde liegende wertlose Stück, das in der Sammlung der
naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz aufbewahrt wird, überhaupt ein tierischer Rest ist, erscheint min-
destens fraglich, jedenfalls ist es kein Belemnit. Auch eine ganze Reihe anderer von ihm aufgezählter Arten
ist mir unbekannt geblieben bezw. ist falsch bestimmt. Hierher gehören von den Arten, die er als besonders
charakteristisch für das Obersenon aufführt: Nautilus patens Kner, Inoceramus Lamarcki Park. und Ostrea
larva Lam. Ganz unrichtig ist es natürlich, wenn WizziGer bekannte Arten wie Nautilus sublaevigatus D’ORB,.,
Placenticeras Orbignyanum und Peroniceras tricarinatum unter den angeblichen Leitformen für Obersenon
mit aufzählt. Gerade die beiden letzteren sind für die Altersstellung von besonderer Wichtigkeit und
gehen nicht über den Emscher hinaus, wenn sie auch nicht, wie vielfach angenommen wird, nur Emscher-
Leitfossile sind. Ersterer findet sich von der Scaphitenzone an und kommt zuletzt in dem zum Emscher
gehörigen Kieslingswalder Sandstein bezw. den Chlomeckerschichten Böhmens vor, letzterer erscheint in
Böhmen in den Teplitzer Schichten als Seltenheit, bekommt seine Hauptverbreitung aber erst im Emscher,
auf den er in Nordwestdeutschland und Frankreich (Coniacien) beschränkt ist. Da sich ein jüngeres als
turones Alter bereits für die liegenden Neu-Warthauer Schichten ergab, so würden schon diese beiden
Formen eine Zurechnung zum Emscher nötig machen.
Ebenso scheint Nautilus rugatus Fritsch et SCHLOENB. nicht über den Emscher hinauszugehen.
Überhaupt nur aus dem Emscher bekannt ist Peroniceras westphalicum SonLür., Ostrea fallax Scur.,
Inoceramus Frechi FLEGEL, In. Kleinii G. MürL., In. percostatus G. Müzz., In. Lusatiae AND., In. crassus |
Perrascu., alles Formen, die, soweit sie nicht schon aus Mittel- und Nordwestdeutschland bekannt sind,
in den Chlomeker-Schichten Böhmens bezw. dem gleichalterigen oberen Heuscheuerquader oder Kies-
lingswalder Sandstein vorkommen,' ferner Lyonsia Germari Gem. und Cardium Ottonis Grin., dessen Be-
stimmung jedoch nicht ganz gesichert ist. Dem Emscher und Untersenon gehören an Actaeonella
Beyrichi Drescu., Omphalia undulata DrescH. und Inoceramus lobatus Murnst., von denen der letztere
allerdings vorwiegend untersenon ist. Auch Trigonia glaciana Sturm und Modiola flagellifera Fors. er-
scheinen zuerst an der Basis des Senon (in weiterem Sinne einschließlich Emscher) und würden auch
ohne die Kenntnis der Lagerungsverhältnisse für sich allein wenigstens ein senones Alter erweisen.
Die meisten Formen kommen schon im Turon vor, wenn auch einzelne derselben wie Liopistha aequi-
ralris, Pholadomya nodulifera, Panopaea Geinitzi, von denen die beiden ersten gerade im Oberquader sehr
häufig sind, erst im Senon ihre Hauptverbreitung. erreichen.
Wir würden darnach also in der Löwenberger Kreide im Emscher zwei Horizonte zu
unterscheiden haben.
Der Oberquader ist eine ausgesprochen küstennahe Bildung und entspricht einer weiter fort-
schreitenden Vertlachung des Meeres, wie sie sich auch bei Kieslingswalde in den Konglomeraten der
' Schöne Inoceramen der genannten Arten aus den Chlomeker-Schichten der Kreibitzer Gegend lernte ich durch
Herm H. ANDERT, Ebersbach in Sachsen, kennen. Sie sind inzwischen in einer während des Druckes erschienenen Arbeit
beschrieben worden. Vergl. H. ANDERT, Die Inoceramen des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges, Festschrift zum 25 jährigen
Bestehen des Humboldt-Vereins in Ebersbach in Sachsen, 1911.
Bag
Hirtensteine zeigt, denen der Oberquader zeitlich etwa gleichzusetzen ist. Hierbei könnten wohl auch
ins Meer gewehte Sandmassen eine Rolle gespielt haben, wie vielleicht auch schon bei der Bildung des
Ludwigsdorfer Quaders. Auf zeitweise auftretende Bildungen im eigentlichen Bereich des Landes würden
die gelegentlich vorkommenden angeblichen Fußspuren von Landtieren deuten, wenn auch das Strand-
gebiet schließlich wieder vom Meere überspült wurde.
Das Untersenon.
Der schlesische Uberquader.
Uber dem Oberquader liegt, wie bei Wenig-Rackwitz und verschiedenen anderen Punkten deutlich
zu sehen, ein auch faunistich wohl charakterisierter Schichtenkomplex, für den Bryricu den Namen
Uberquader eingeführt hat. Den älteren Auffassungen Bryricu’s und Drescner’s gegenüber hat WILLIGER,
der gerade diesem Schichtenglied eine besonders eingehende Schilderung gewidmet hat, den Horizont
bereits richtig abgegrenzt; er schloß einerseits die tiefsten unmittelbar über der oben genannten Nerineen-
bank liegenden Teile aus, die wie gesagt noch zum Oberquader gehören, da sie noch nicht die be-
zeichnenden, oberhalb der geschilderten Tonbank auftretenden Muscheln Cyrena cretacea Drescu. und
Cardium pectiniforme J. MürLn. (= Ottoi Drescn.) enthalten, während er andererseits richtig erkannte,
daß die von Drescher unterschiedene quarzitische Modifikation des angeblichen Uberquaders bereits
zum Tertiär gehört. Hierdurch erklärt sich die transgredierende Lagerung der von Bryrıch auf seiner
Karte als Überquader bezeichneten Schichten auch über den älteren Horizonten der Kreide. Auch hier
wird es mitunter nötig sein, um Verwechselungen mit dem älteren, noch turonen sächsischen Überquader
zu vermeiden, die Bezeichnung »Schlesischer Überquader« zu wählen.
Vorherrschend sind auch in dieser Abteilung feinkörnige Sandsteine, mit denen Tonlager, Kohlen-
tlözchen sowie Toneisensteine wechsellagern.
Die Sandsteine sind vielfach noch etwas feinkörniger als der Oberquadersandstein, von gelb-
licher bis brauner, oft aber auch weißlicher Farbe, die aber kaum irgendwo das Schneeweiße des Ober-
quaders erreicht. Oft enthalten sie Glimmerschüppchen, in welchem Falle dann auch leicht die Möglich-
keit einer petrographischen Unterscheidung gegeben ist, in andern Fällen sind es reinere (Juarz-
sandsteine mit weißem, tonigem Bindemittel. Infolge des Zurücktretens des letzteren werden die Sand-
steine mitunter sehr mürbe und können in kleineren Stückchen leicht zwischen den Fingern zerdrückt
werden. Überhaupt zeigen sie sehr häufig eine geringere Festigkeit als der Oberquader, wenigstens in
seinen weißen Lagen, doch ist eine petrographische Unterscheidung allen Sandsteinen des letzteren
gegenüber nicht immer leicht. In den obersten Schichten, so bei Langenau, östlich von Penzig bei
Görlitz, treten Bänke konglomeratischen Sandsteins auf. Die verstreut im Sandstein verteilten Gerölle
erreichen zum Teil Taubeneigröße; neben den vorherrschenden (Juarzgeröllen fand sich ein solches eines
konglomeratischen Sandsteins, der sehr viel kaolinisierten Feldspat enthält. Die bei der Kaolinisierung
frei gewordene Kieselsäure hat die Quarzkörner zum Teil fest verkittet, an einzelnen Stellen sind kleine un-
vollkommen ausgebildete (Juarzkriställchen sichtbar. Das Geröll dürfte sehr wahrscheinlich dem mittleren
Rotliegenden entstammen, ein weiterer Beweis einer mesozoischen Krustenbewegung, die sich hier aller-
dings nur als älter als senon charakterisiert.
Waren es im Oberquader die festen, gleichmäßig körnigen Sandsteine, die diesem Horizont
größere technische Bedeutung gaben, so sind es hier die besonders im tieferen Überquader vorkommenden
Tonlager; sie haben vor allem in der Bunzlauer Gegend eine rege Tonwarenindustrie ins Leben gerufen,
die der Fabrikation des bekannten Bunzlauer Geschirrs dient. Die Tone sind weiß, gelblich, rosa, rot-
braun, rotviolett, grünlich, graublau oder schwarz, am häufigsten sind Bänke von I m Michtigkeit; mit-
unter erreichen sie jedoch auch nur wenige Zentimeter, während sie in andern Fällen bis zu drei und
mehr Metern anschwellen. Analysen teilt bereits WırııGer mit, in neuerer Zeit sind sie durch RANDHAHN
zum Gegenstand einer besonderen Darstellung gemacht worden." Nach ihm sollen sie vorwiegend im
unteren Teile des Überquaders verbreitet sein. Daß sie indes auch in jüngeren Schichten vorkommen,
zeigen die Tone im Muldeninnersten bei Ullersdorf am Bober.
Es ist zu beachten, daß ein Teil der im westlichen Teil der Mulde vorkommenden Tone nicht
dem Uberquader, sondern schon dem Tertiär angehört. So liegen in den Tschirnaer Tonwerken zwischen
Ullersdorf und Siegersdorf dem tertiären Knollenstein graue und weiße Tone auf, die dem äußeren An-
schein nach nicht von den senonen Tonen unterschieden werden können. Nach den Ausführungen
Raxpiaux's gleichen die von ihm untersuchten weißen senonen Tone in geschlemmtem Zustande zum
Teil den Kaolinen und können wohl auch als umgelagerte Kaoline angesehen werden. Sie zeigen eine
erheblich größere Feuerfestigkeit als die tertiären Tone. die mehr Alkalien und Eisenoxyd enthalten und
nur als halbfeuerfest gelten können, wiewohl auch unter den senonen Tonen halbfeuerfeste und nicht
feuerteste vorhanden sind. Wie Kaolin sind die genannten senonen Tone zum Teil wenig bildsam und
sintern erst bei sehr hoher Temperatur. Ein derartiger weißer sandiger Ton, der in der Bunzlauer
Gegend und bei Naumburg vorkommt (woher die Probe selbst stammt, ist nicht angegeben) und ge-
schlemmt einen Schmelzpunkt von 1800° hat, ergab nach RANDHAHN:
Kieselsiure. . . 2 . . . . 77,04
Tonerdé..c> "er 2679
Hisenoxyd «= “a ~~ = 4, 0:59
Ral + Cote eee —
Mapnésid << yet: Sa sy Ot
Alkahlen: >33 2 CR 0 SD
Glühverlust . . . . . . . 5,07 nur Wasser
109,69
In der sogenannten rationellen Analyse wurden von RANDHAHN gefunden:
Tonsubstanz ..... . . 42,42
Quarz’ -. à 2° = ws 00 02
Feldspat. Mu » = + « = 2,06,
woraus sich fiir die Tonsubstanz berechnete
SO, SC a A ae aoe Se Be
ALO, CEA eens ere BA
Best), os: 27 Ween een eae:
1 K. RANDHAHN, Ein Beitrag zur Kenntnis der Bunzlauer Tone, Halle 1907.
MORON ur 5 44: 072
WAG TRA ce tM oc Ark, 26
H,O chem. geb. . . . . . . 11,84
Die weiteren Untersuchungen senoner Tone Ranpuann’s lassen sich in folgender Übersicht dar-
stellen; die Fundorte sind leider nur zum Teil angegeben:
Gesamtanalyse.
a b C d
Kieselsäure . . . . 60,20 56,56 69,76 62,51
Tonerde . . . . . 26,59 30,24 19,77 23,79
Eisenoxyd . . . . . 1.46 1,05 2,62 4,46
Kalk 0,48 0,19 0,31 0,30
Magnesia 0,55 0,43 0,40 0,88
Alkalien 2398 1,26 1,16 0,62
Titansäure . = 0,19
Glühverlust 8,20 9,95 6,42 7,90
Rationelle Analyse.
Tonsubstanz 71,61 81,27 54,79 74,08
Quarz 26,39 17,60 43,62 23,95
Feldspat 2,00 LAN LS 1,59 1,97
Tonsubstanz.
Kieselsiiure 45,51 47,21 45,45 50,00
Tonerde 36,71 Silt 35,24 31,43
Eisenoxyd . 2,04 1,31 4,74 5,99
Kalk . 0,67 0,24 0,56 0,40
Magnesia 017 0,54 0,73 Bole
Kali . De 2,80 1,33 1,63 0,40
Chem. geb. Wasser . 11,48 12,28 11,62 10,60
Schmelzpunkt.
1750° 17900 17100 1610°
Ton a: ein grauer, fetter, plastischer Ton;
b: Glashafenton, noch plastischer, von Königswaldau bei Naumburg a. Qu.;
c: hellgelber, plastischer, sandiger Ton mittlerer Beschaffenheit, halbfeuerfest:
» d: sehr fetter, plastischer, rotvioletter Ton an der Straße Bunzlau-Looswitz, für feuerfeste
Waren nicht mehr geeignet.
Weitere Analysen finden sich u. a. bei C. Bıscnor, Gesammelte Analysen, OuscHEwsky, Töpfer-
und Zieglerzeitung 1879, sowie bei Wiuricer. Weiter sind dem Uberquader Toneisensteine sowie
harte, rotbraune Eisensandsteine eingeschaltet.
= Be =
Heute nur noch von wissenschaftlicher Bedeutung sind die im Uberquader auftretenden kleinen
Kohlentlüze. Es sind meist tiefschwarze, stark glänzende, Kalilauge braun fiirbende Pechkohlen mit
muscheligem Bruch, nur gelegentlich auch von braunkohlenartigem Aussehen. Die Mächtigkeit beträgt
in der Regel höchstens etwas mehr als ‘2 m, viele Flözchen sind nur wenige Zentimeter stark. Der
Bergbau hat sich nirgends als lohnend erwiesen und ist überall wieder eingestellt worden. !
Der Uberquader bildet überall das Innerste der Gesamtmulde, die von Güricx als Bunzlauer
Bucht bezeichnet wird. Oberfliichlich ist er größtenteils durch Diluvialablagerungen verdeckt, zwischen
denen er in größeren oder kleineren Partien hervortritt.
Dem Südrande der Mulde gehören im Nordwesten einige kleinere von WirLıger teils noch zum
Oberquader gestellte, teils unbestimmt gelassene Sandstein-Vorkommen an, die bei Penzighammer am
Westrand der Gürlitzer Heide zwischen den Bahnstrecken Gürlitz-Kohlfurt und Horka-Kohlfurt in einer
Anzahl von Steinbrüchen mit südöstlichem bis südsüdöstlichen Streichen zutage treten. Im nördlichsten
Steinbruche bei Penzighammer am Krauschteich an der Neuen Hartmannseichen-Linie ist ein weißer bis
gelblicher mittel- bis feinkörniger Sandstein mit eingestreuten größeren Geröllen aufgeschlossen, der eine
2 m mächtige Tonbank und eine 1'/s m mächtige Bank eines sehr stark tonigen Sandsteins enthält.
Das Sandsteinmittel erreicht etwa 3'/« m Mächtigkeit. Zu oberst liegt wieder ein Sandstein, dem
im nördlichen Teile des Steinbruches ein rötlicher Ton eingeschaltet ist. Dieselbe Beschaffenheit
zeigen die weiter südöstlich gelegenen Sandsteinbrüche. Diesen Überquadersandsteinen entsprechen
offenbar die Sandsteine, die im Untergrund der Görlitzer Heide in Verbindung mit Tonen im Lie-
senden der Braunkohlenformation auftreten. Jenseits der Bahn Görlitz-Kohlfurt tritt derselbe Sand-
stein nördlich Langenau wieder zutage, er ist hier am Waldrande besonders gut in drei kleinen Stein-
brüchen aufgeschlossen, die ein schwaches Umbiegen in die OSO-Richtung erkennen lassen. Hier zeigen
sich die genannten konglomeratischen Bänke mit Geröllen bis zu Taubeneigröße, die meist aus Milchquarz
bestehen. Von hier stammt auch das oben erwähnte Gerölle eines wohl ursprünglich dem Rotliegenden
angehörenden konglomeratischen Sandsteins. Wegen der vorherrschend weißen Farbe war PRIEMEL ?
geneigt, die letztgenannten Sandsteine noch zum Oberquader zu rechnen. Ebenso glaubte WıLLıGER
den Sandstein unter der früher für die Tiefenfurter Steingutfabrik ausgebeuteten Tonbank im Hırcae’schen
Bruch bei Langenau für Oberquader ansehen zu müssen. Die Grenze liegt indes tiefer und wird durch
die Tonbank im Oberquader-Steinbruch südlich Langenau an der Straße nach Hochkirch bezeichnet.
Weiter östlich ist zwischen Kolonie Rothwasser und Maierslaune im Liegenden des Sandsteins,
der von einem Quarzit des Knollensteinhorizontes überlagert wird, ein Kohlenflöz abgebaut worden,
das Scumipt-Reper” für oberkretazisch ansah, eine Auffassung, der sich auch F. Rormer* anschloß
und die auch PrıEmEL für richtig hält. Sicheres ist ohne die leider verloren gegangenen Belegstücke
jedoch nicht zu sagen, wiewohl in der fraglichen Kohle dieselbe dreikantige Haselnuß wie in der Über-
quaderkohle von Klitschdorf (Corylus Schmidtianus) vorkommen soll (teste Grrnirz). Dementsprechend
! Verel. Scuprn, Die Entstehung der niederschlesischen Senonkohlen. Zeitschr. f. prakt. Geologie, 18, 1910, S. 255.
? PRIEMEL, Die Braunkohlenformation des Hügellandes der preuß. Oberlausitz, Zeitschr. f. Berg-, Hütten- und
Salinenwesen, 58, 1907, S. 45—47.
3 Akten d. Königl. Bergreviers Görlitz, 12. 5. 1884.
* Akten d. Königl. Bergreviers Görlitz, F. ROEMER an SCHMIDT-REDER, 8. 12. 1884.
hält es auch Priemez für möglich, daß ein durch Bohrungen zwischen Kolonie Rotwasser und Bahnhof
Kohlfurt gefundenes Kohlenflöz der Kreide bezw. dem Überquader angehört, wenngleich auch die
andere Möglichkeit bestehen bleibt, daß das Flöz die Fortsetzung des Braunkohlenflézes der Grube
Stadt Görlitz in der Görlitzer Heide bildet.
Am linken Ufer des (Jueis bei Ullersdorf folgt über dem dicht am Bahnübergang aufgeschlossenen
Oberquader das von WizriGer beschriebene Profil,’ zuunterst die Tone und Letten mit eingelagertem
Toneisenstein und Kohlenflözen der König-Wilhelmsgrube, von denen nur das oberste und stärkste, etwa
‘ly m mächtige abgebaut wurde, darüber wieder Sandstein mit drei eingelagerten Tonbänken. Der
Kohlenbergbau, der früher bis zu 60000 Zentner Pechkohle jährlich geliefert hat, ist jetzt wie auch an
anderen Orten zum Erliegen gekommen. Daß der Ton der ausgedehnten Tschirnaer Werke zwischen
Ullersdorf und Siegersdorf zum Teil auf Grund seiner Lagerung als tertiär anzusehen ist, wurde schon
oben ausgeführt. Auf der rechten Seite des (Jueis sind hierher gehörige weiße Tone in mehreren
Gruben unter Tage nördlich von Königswaldau im Hangenden des Oberquaderzuges östlich von Naum-
burg zwischen Überquadersandstein erschlossen. Weiter östlich ist dem Überquader ein gelber fein-
körniger Sandstein in Ottendorf in einem verlassenen Steinbruch dicht an der Straße zuzurechnen, in
der nach WırLıGer Cyrena cretacea gefunden sein soll, welches Leitfossil auch neben dem gleichfalls
charakteristischen Cardium pectiniforme sowie einigen anderen Formen in Ottendorfer Toneisensteinstiicken
des Görlitzer Museums enthalten ist. Ebenso sind auch hier Tone unter Tage erschlossen. Das Vor-
kommen des eben genannten Leitfossils im Inneren der Mulde, also auch in den hangendsten Schichten,
ist für die Beurteilung des Überquaders von besonderer Bedeutung. Dem gleichen Horizont gehören
die Tongruben zwischen Ottendorf und Neuen an. Der Überquader ist hier zumeist durch Diluvium
verdeckt. Weiter südlich im Liegenden zeugen bei Andreasthal alte Halden von berghaulichen
Versuchen, die auf Kohle gerichtet waren, aber wegen der geringen Mächtigkeit derselben auch hier
schon lange eingestellt sind. Zutage tritt der Überquader östlich des Schwarzen Berges an der Chaussee
Öttendorf— Wenig-Rackwitz in einem kleinen Gehölz. Die Grenze gegen den Oberquader dürfte etwa
an dem ostwestlichen Querwege liegen, der ungefähr */2 km südlich Vorwerk Andreasthal den Weg nach
Kesselsdorf kreuzt. Hier sind im Wege Sandsteine mit Toneisensteinen angeschnitten, die schon dem
Uberquader zuzurechnen sind, während der Sandstein unmittelbar südlich offenbar noch Oberquader ist.
‘Ja km nördlich dieses dem Streichen folgenden Weges kann man auch an der Straße Hänchen— Wenig-
Walditz die charakteristischen Überquaderfossilien in Lesestücken sammeln.
Am vollkommensten ist die Schichtenfolge Oberquader-Uberquader am Bober aufgeschlossen.
Das von Drescher beschriebene Profil zwischen Wenig-Rackwitz und Wenig-Walditz, das auch Breyricu
in seine Darstellung des Überquaders aufgenommen hat, ist allerdings leider nicht mehr in allen Einzel-
heiten deutlich erkennbar. Ein mächtiger grauer bis gelbbrauner, zum Teil Glimmer führender Sand-
stein schließt hier vier teilweise bis zu fast 8m mächtige Tonlager sowie fünf schwache Toneisenstein-
und zwei Kohlenflézchen ein. Im oberen Teile des Sandsteins wurden auch hier stellenweise kon-
glomeratische Schichten von Drescuer beobachtet. Ein zweites Profil, das sich beim Niederbringen
eines Schachtes auf diese Kohlenflöze ergab, hat Wırnısen mitgeteilt. Dasselbe weicht hinsichtlich der
Reihenfolge der Schichten verschiedentlich ab und zeigt auch eine durchaus andere Mächtigkeit der
1 a.a. O. Taf. 21, Fig. 5.
Palaeontographica. Suppl. VI. 8
Kohlentlöze, von denen das untere bei Wırnıcer 0,523 m, das obere 0,105 m mächtig ist, während bei
DrescHer das untere nur etwa 8 em (3 Zoll), das obere auch nur etwa 30 em (10—12 Zoll) erreicht.
Abweichend ist auch das von WiLLIGER von Sirgwitz auf der anderen Boberseite beschriebene Profil,
wo über einem 3 m mächtigen Ton Letten mit einem Kohlenflöz von '/ı m und darauf mürber Sand-
stein folgt.
Sirgwitz und Wenig-Rackwitz sind die Hauptfundpunkte für Fossilien geworden. Der größte
Teil der von Wenig-Rackwitz stammenden, unten verzeichneten Überquader-Versteinerungen, die sich
hier in einem äußerst feinkörnigen, leicht zerreiblichen gelbbraunen Sandstein finden, sind nach freund-
licher Mitteilung von Herrn Kantor DrrsLer-Loewenberg in einem beim Schürfen nach Kohle getriebenen,
jetzt nicht mehr zugänglichen Stollen gefunden worden. Die Fortsetzung des Wenig-Rackwitzer und
Wenig-Walditzer Profils ins Hangende bilden die Tone und Sandsteine von Walditz, sowie noch
weiter im Hangenden die ziemlich im Muldeninnersten liegenden Schichten von Ullersdorf und Dürr-
Kunzendorf, wo ebenfalls Tone zwischen Uberquadersandstein gelegentlich mit verkohlten Stämmen! bis
zu 8m Länge vorkommen. Ebendahin gehören die mit Sandsteinen wechsellagernden roten und weißen
Tone der Ziegelei an der Teichenstraße sowie die Tone und Sandsteine mit Toneisensteinstücken in der
Hohlsteiner Ziegelei, in der WirrıGer auch Kohlentrümmer beobachtete.
Am Nordrand der Mulde liegt Überquadersandstein über dem roten Ton im Hangenden des
Oberquaders und ebenso ist nach Winticer durch Brunnenabteufen bei Neu-Warthau Uberquadersandstein
und schwarzer Letten im Hangenden des Tones über Uberquaderton mit Kohlenflözchen bei Alt-
Jäschwitz festgestellt worden. Etwas mehr im Hangenden legen die Tongruben von Neu-Jäschwitz.
Die Fortsetzung der Uberquaderschichten von Neu-Warthau bilden die Tone, die an der Chaussee
Bunzlau-Looswitz gewonnen werden. Einem weißen Sandstein sind hier weiße und rote Tone ein-
geschaltet: auf die Nähe der Verwerfungslinie, die sie vom Cenoman trennt, weist das gelegentlich
steilere Einfallen bis zu 30° hin. Ein im Felde nördlich der Chaussee Looswitz-Bunzlau dicht bei
Looswitz heraustrefender Eisensandstein gehört ebenfalls dem Überquader an. Einem etwas jüngeren
Horizont entsprechen die Tongruben am Waldschloß sowie diejenigen des Bunzlauer Stadtforstes. Von
hier teilt RaxpHanx folgendes beim Abteufen eines Schachtes am Wege nach Hockenwald gewonnenes
Profil mit:
8 m Sandstein;
1,5 m sandiger weißer Ton;
3 m Sandstein;
{ m weißer fetter Ton:
{ m Sandstein.
Das Fallen ist hier bereits wieder das normale von etwa 10°, wie an einem Sandstein dicht an
der Jäschwitzer Straße am Nordrande des Waldes festgestellt werden konnte.
Siidwestlich von Bunzlau sind die Sandsteine und Tone des Überquaders meist vom Diluvium
verdeckt und daher auch auf der Wirricer'schen Karte nicht verzeichnet. Nur hie und da tritt der
Überquadersandstein besonders am Abfall des Geländes nach dem Bober, aber auch am Gipfel einzelner
Hügel heraus. Mit flacher Lagerung trifft man ihn anstehend an der Straße Bunzlau-Rothlach im Gehölz
1 WILLIGER, a. a. O, S. 103.
=.
in der Nähe der Badeanstalt, ferner bei Rothlach selbst kurz vor der Straßenkreuzung südwestlich Roth-
lach als Verwitterungs-Sand in dem sich streifenförmig südwestlich erstreckenden Gehölz, auf dem
Gipfel des Klingeberges, in den Wegeinschnitten am Schellenberg, vor allem aber südwestlich Uttig am
SW-Gehänge des Geländes, wo er auch dicht am Bober in zwei Stembrüchen mit fast söhliger Lagerung
aufgeschlossen ist. Er läßt sich dann noch weiter gegen Südosten und Osten verfolgen, wo in der
Gegend von Neu-Jäschwitz mehrfach Tone und Sandsteine zu beobachten sind. Links des Bobers werden
mit Sandsteinen wechsellagernde Tone des Überquaders besonders in den zahlreichen Tillendorfer Ton-
gruben ausgebeutet.
Nordwestlich von Bunzlau gehört wahrscheinlich der schon erwähnte braune Sandstein zum
Überquader, der am Wege von Tillendorf nach den städtischen Rieselfeldern flach gegen Nordosten ein-
fallend, ansteht. Südwestliches Einfallen zeigt wieder die Schichtenfolge, die in der Weggabel am
Chausseehaus der Straße Bunzlau — Klitschdorf in einem grabenartigen Tagebau aufgeschlossen ist. Das
Liegende bildet ein schon erwähnter Sandstein mit südwestlichem Einfallen, der wohl noch zum Ober-
quader zu rechnen ist; es folgt dann nach oben der charakteristische Wechsel von Sandsteinen, Tonen,
Kohlen, Toneisenstein; von oben nach unten beobachtet man:
Uberquadersandstein mit massenhaften Eisensandsteinkonkretionen ;
{'» m grauer Letten;
‘/4 m eisenschüssiger Sandstein mit Toneisensteinkonkretionen ;
‘Ja m dunkler Ton;
I m heller grauer Ton;
l m Pechkohle;
{'/2 m roter und weißer Ton, oben mit unreiner Kohle.
Das Hangende bildet ein gelblicher Sandstein, der in dem unmittelbar südlich gelegenen » Alten
Steinbruch« ansteht und hier unter Stunde 14 mit 21° einfällt, welcher Winkel auch in dem vorgenannten
Aufschluß gemessen wurde. In dem Ton finden sich gelegentlich abgerollte Gipskristalle.
Der Überquader erscheint dann als ziemlich grober Sandstein an mehreren Stellen weiter westlich
im Walde an der »schwarzen Pfütze« in einzelnen isoliert im Diluvium heraustretenden Partien und ist
dann besonders am Queis zwischen Wehrau-Klitschdorf und Siegersdorf aufgeschlossen, durch die Fort-
setzung der Neu-Warthauer Spalte von dem nördlich anstoßenden, steilgestellten Muschelkalk getrennt.
Das Vorkommen von Kohlen bei Wehrau und Klitschdorf im Uberquadersandstein ist schon”seit
dem 18. Jahrhundert bekannt und wurde bereits von Cuanrpentier in seiner Mineralogischen Geographie
des Kurfürstentums Sachsen beschrieben. Auf der rechten Talseite am Südgehänge eines alten, jetzt
ganz verwachsenen und mit Wasser erfüllten Steinbruchs, dessen Nordwand aus steil gestelltem Muschel-
kalk besteht, ist hier eine braune, verkohltes Holz enthaltende Kohle bemerkbar, die zunächst mehr an
tertiäre Braunkohle erinnert und, wie übrigens ja auch die Pechkohle des Überquaders, Kalilauge färbt.
Die alten Versuchsstollen sind jetzt verbrochen; nach Beyricu konnte in einem solchen deutlich gleich
steile Aufrichtung wie beim Muschelkalk beobachtet werden. Diese Feststellung ist von besonderer Wichtig-
keit, da man nach dem äußeren Anschein geneigt sein könnte, die Kohle als tertiäre Braunkohle anzu-
sprechen. Daß sich in ihr pflanzliche Reste finden — von Gernirz als Cycadospernum Schmidtianum be-
= A
zeichnet —, die Geinırz selbst als übereinstimmend mit den Haselnüssen aus der angeblich kretazischen
Braunkohle von Rothwasser ansah, wurde schon oben erwähnt. Leider ist, wie gesagt, die Zugehörigkeit
der Braunkohle von Rothwasser zur Kreide nicht unbedingt erwiesen, wenn auch sehr wahrscheinlich.
Nach Wicticer ist die Kohle, die auch stellenweise schwarz glänzend, also der sonstigen Uber-
quaderkohle ähnlich geschildert wird, von Letten begleitet. Sie wird von einem groben Sandstein unter-
lagert, der dicht über dem den alten Kalkbruch erfiillenden kleinen Teiche ansteht. Der durch Kohlen-
teilchen verunreinigte Sandstein zeigt etwa gleiches Korn, wie die weißen, steil abfallenden, von WILLIGER
für Oberquader angesprochenen Felsen der anderen Talseite. Das unmittelbar Hangende wird verdeckt
durch die festen tertiären Knollensteinbänke, die auch das Wehrauer Teufelswehr zusammensetzen. Erst
etwas weiter südlich an der Einmündung eines kleinen Seitentälchens, da wo das Gelände steiler gegen
die hier ziemlich breite Queisaue abfällt, zeigt sich wieder Überquadersandstein von gleicher grobkörniger
Beschaffenheit, übereinstimmend mit dem im Walde an der schwarzen Pfütze anstehenden.
Auf der anderen Talseite sind Kohlen ebenfalls schon lange bekannt. Ein Versuchsschacht wurde
in früherer Zeit in der Nähe der Chaussee nach Tiefenfurt niedergebracht. Kohliger Sandstein findet
sich dicht am Queis in unmittelbarster Nachbarschaft des Muschelkalks, auch hier wieder durch einen
kleinen, auch auf der Karte verzeichneten Tümpel von diesem getrennt. Das Einfallen beträgt hier nur
etwa 30°, während der Muschelkalk, wie oben gezeigt, erheblich steileres Einfallen zeigt. Das Hangende
bilden die bereits erwähnten steilen, oft ausgewaschenen und Höhlungen bildenden, romantischen Fels-
wände am Queisufer, die aus einem weißen, grobkörnigen bis konglomeratischen Sandstein bestehen und
von WirLiGer für Oberquader angesprochen wurden. In der Nähe der Papierfabrik trifft man wieder
einen mehr schmutzigbraunen bis kohligen Sandstein. Der gleiche Sandstein wie am Flußufer läßt sich
auch jenseits der Siegersdorfer Chaussee in unmittelbarer Nähe des alten Muschelkalkbruches ın einem
kleinen Gehölz, sowie an einem Hügel im Dorfe dicht hinter den Häusern beobachten.
Nur aus dem Hangenden dieser Sandsteine können die mit der Bezeichnung Wehrau ver-
sehenen Stücke von Toneisenstein und Ton mit massenhaften Exemplaren von Cyrena cretacea Drescu.
stammen, wie sie in den meisten der untersuchten Sammlungen vertreten sind. Als Fundort ist ge-
legentlich Ziegelberg bei Wehrau angegeben, wie auch Beyrıch diesen auf dem Meßtischblatt nicht ver-
zeichneten Fundpunkt erwähnt. Der mir von den Bewohnern bezeichnete Hügel, der von der Chaussee
Wehrau Siegersdorf angeschnitten wird, liegt bereits in Thommendorf. Es wurde hier früher Ton ge-
wonnen, doch ist jetzt oberflächlich nichts mehr zu sehen. Ebenfalls bei Thommendorf findet sich
Überquadersandstein, der hier zuerst von GüricH' im Bahneinschnitt bei Bahnhof Thommendorf beob-
achtet wurde.
Diesen Ablagerungen entsprechen auf der anderen Seite des Queis diejenigen von Aschitzau,
wo der Überquader in mehreren Steinbrüchen aufgeschlossen ist. Der nördlichste, also liegendste kleine
Steinbruch am Nordende des Dortes zeigt mehrere Ton- und Sandsteinschiehten, deren Mächtigkeit auf
geringe Entfernung hin etwas schwankt. Das sich infolgedessen bei fortschreitendem Abbau ändernde
Profil war zuizeit meines letzten Besuches folgendes: Zuunterst war ein gelblichweißer, mürber Sandstein
von '/a—3 m Mächtigkeit entblößt, von 1'/.—2'/ m dickbankigem Bausandstein überlagert, darüber
ein dünnbankiger Sandstein von gleicher Beschaffenheit wie der tiefere, ebenfalls mit Tonbänkchen
1 Jahrb. d. preuß. geol. Landesanst. für 1901 (1904), S. 442.
bis 1'/2 m Mächtigkeit, nach Osten zu auf etwa 1 m heruntergehend. Die beiden dünnbankigen Sand-
steinbänke im Liegenden und Hangenden des Bausandsteins treten an einer Stelle in Verbindung, indem
sich der untere gegen W hin gabelt und zwischen den Bausandstein einschiebt. Darüber liegt etwa '/ m
blaugrauer Ton, der durch etwa 2 m gelblichbraunen mürben Sandstein, sowie eine graue Tonbank von
etwas dunklerer Farbe als die untere und schließlich Diluvialkies überlagert wird.
Auch in dem weiter im Hangenden liegenden großen Sandsteinbruche nahe der Brücke nach
Thommendorf finden sich Tonbänkchen eingeschaltet, doch bleiben sie hier untergeordnet. Über dem
Sandstein liegt ein grauer Ton, der wieder von rotem Ton überlagert wird.
Einem etwas jüngeren Horizont gehören die Tongruben der Siegersdorfer Werke bei Bienitz an, deren
kretazisches Alter PRIEMEL (a. a. O.) schon vermutete. Besonders lehrreich ist die große mittlere Tongrube
westlich der Bahn Siegersdorf—Sagan. Hier liegt ein bläulicher Ton unter einem mit 16° gegen WSW
einfallenden Sandstein. Eine gut geschichtete Stelle zeigt ein Streichen von N {7° W, doch ist zu beachten,
daß bei der vielfach linsenförmigen Gestalt der einzelnen Ton- und Sandsteinlager die einzelnen Messungen
kleine Abweichungen von dem Generalstreichen aufweisen können. Der Sandstein ist gelegentlich durch
Kohle verunremigt und enthält ein etwa zentimeterstarkes sandiges, schwarzes Kohlentlözchen. Er zeigt
oben vielfach Eisensandsteinkonkretionen und geht hier, stellenweise von Tonfetzen durchsetzt, in einen
stark tonigen Eisensandstein bezw. sandigen Toneisenstein über. Derselbe Sandstein ist in der südlich
anstoßenden Tongrube zu sehen, wo er von einem weißen Ton überlagert wird.
Das Vorkommen kleiner Kohlentlöze bei Bienitz erwähnt übrigens auch schon GrLocker!, der
dieselben allerdings ebenso wie die Wehrauer Kohle für tertiär ansah.
Von Wehrau aus läßt sich der Überquader, unter tertiären, diluvialen und alluvialen Bildungen
fortstreichend, noch weiter gegen NW verfolgen. Hier tritt an der Chaussee Wehrau—Tiefenfurt unter
dem Diluvialkies in der Nähe der Eulenbadlinie, der Auerhahnbalzlinie und an zwei Punkten dicht an
der Rauhberglinie Überquadersandstein feineren bis mittleren Kornes hervor. Deutlicher ist er an dem
alten Steinbruch an der Marienhauslinie aufgeschlossen, wo ein weißer Sandstein ansteht, der ebenfalls wie
an anderen Orten stellenweise, wenn auch nur untergeordnet durch eingestreute Quarzgerülle konglomeratish
wird. Überquader ist dann wieder bei Weißvorwerk, nahe bei Tiefenfurt, erbohrt worden, wie aus der
mir freundlichst durch Herrn Bohrunternehmer Häncnex in Penzig zur Verfügung gestellten Bohrtabelle
hervorgehen dürfte, die nachstehend wiedergegeben ist:
1.80 weißer steiniger Sand
2.00 weißer magerer Ton
2.60 weißer steiniger Sand
2.00 weißer fetter Ton
1.00 weißer magerer Ton
6.60 Sand
6.50 fester Kies
1.50 gelber Ton
0.30 grauer fetter Ton
! Geognostische Beschreibung der preuß. Oberlausitz, S. 320.
BES
0.50 grauer Sand
0.50 gelber fetter Ton
2.70 blauer fetter Ton
0.20 weißer Ton
4.40 Sandstein
2.10 Sand
0.60 Sandstein
1.00 weißer Ton
3.00 blauer Ton
0.60 gelber Ton
5.35 Sandstein
0.80 schwarzer Ton
9.20 blauer Ton
0.90 gelber Ton.
Leider war eine Kontrolle der Bohrtabelle im einzelnen nicht möglich, da die Bohrproben selbst
nicht mehr vorhanden waren, wie ich auf Nachfrage in Weißvorwerk erfuhr. Jedenfalls aber würde
das Vorkommen von Sandsteinen für Überquader sprechen, so dal diesem wenigstens die tiefern Tone
zuzurechnen wären.
In unmittelbarster Nähe ist das Wiesengelände östlich der Großen Schrems durch denselben
Bohrunternehmer an zahlreichen Punkten abgebohrt worden. Bei Müruer’s Wirtschaft sah ich in der
Tongrube selbst noch größere Stücke eines den Ton unterteufenden Sandsteins, über dessen Zugehörig-
keit zum Überquader kein Zweifel ist.
Das Liegendste des hier aufgeschlossenen Überquaders bilden die Sandsteine und Tone, die dicht
an der Chaussee Tiefenfurt—Wehrau südöstlich des Chausseekniees an der Langen Treibe in Steinbrüchen
aufgeschlossen sind. Hier ist einem gelblichen Sandstein eine untere weiße und eine obere rote Tonbank
eingeschaltet. Auf die hier durchstreichende Fortsetzung der Neu-Warthau— Wehrauer Bruchlinie weist
die überkippte Lagerung der Schichten hin, die mit 63—73' gegen NO—NNO nach der Spalte zu
einfallen.
Überquadersandstein mit südwestlichem Einfallen, ebenso wie das Vorkommen bei Tiefenfurt auf
der Bryricu’schen Karte noch nicht verzeichnet, findet man dann weiter südlich im Walde an der
Kreuzung der Eulenbad- und Leichensteinlinie. Es ist ein feiner Sandstein, der leicht in losen Sand
zerfällt; die Schichtung ist vielfach undeutlich, am besten ist Streichen und Fallen an dem südlichsten
der Aufschlüsse auf der Leichensteinlinie wahrzunehmen.
RaxpHanx glaubte innerhalb des Überquaders zwei Abteilungen unterscheiden zu können, eine
untere, vorwiegend tonige, mit schwachen Kohlen- und Toneisensteinflözen, und eine obere, in der
Sandstein mit Ton abwechselt. Das Profil Wehrau—Siegersdorf zeigt, daß gerade auch in den höheren
Schichten Tone eine bedeutende Rolle spielen und auch kohlige Schichten vorkommen, wie andererseits
auch die liegenden Schichten von Wehrau an der Bruchlinie, die ja allerdings nicht dem tiefsten Über-
quader zu entsprechen brauchen, aus mächtigen Sandsteinen bestehen. Ebenso gehören am Südflügel
die Sandsteine von Wenig-Rackwitz einem noch ziemlich tiefen Horizonte an, so daß "man jedenfalls
hier nicht von vorwiegend tonigen Schichten sprechen kann, während auch im Muldeninnersten Tone
mit verkohlten Stämmen wiederkehren. Die etwas stärkeren Kohlenflöze von Bunzlau, Wehrau und
Wenig-Rackwitz entsprechen allerdings einem tiefen Horizonte des Überquaders. Tonlager sind sowohl
in den unteren wie mittleren wie oberen Horizonten verbreitet, wie die Vorkommen in der Nähe von
Bunzlau, ferner am Waldschloß südlich Bunzlau, im Bunzlauer Stadtforst, sowie bei Jäschwitz zeigen.
Die Mächtigkeit des Überquaders ist eine sehr erhebliche. Auf dem Südflügel wurde bei Groß-
Walditz, also noch südlich des Muldeninnersten, in etwa 150 m Tiefe ein Tonschichten führender, also
zum Überquader gehöriger Sandstein durchsunken; doch ist die Gesamtmächtigkeit wohl beträchtlich
größer. Bei ungestörter Lagerung würde sich trotz des nach dem Muldeninneren flacher werdenden
Einfallswinkels schon bei Walditz, etwa 2 km vom Ausgehenden des Oberquaders, annähernd die doppelte
Mächtigkeit der erbohrten Tiefe berechnen. Indes ist damit zu rechnen, daf die vermutete, oben er-
wähnte Längsstörung zwischen Ludwigsdorf und Gehnsdorf auch hier noch von Einfluß ist.
Am Nordflügel fällt der Überquader im südlichen Steinbruch von Aschitzau in 2'/s km Entfernung
von der Neu-Warthau—Wehrauer Spalte, also dem Ausgehenden des tiefsten hier zu beobachtenden
Überquaders, noch mit etwa 8—10° gegen SW, so daß also bei normalen Lagerungsverhältnissen die
Mächtigkeit hier schon etwa 350 m betragen würde, zumal der Einfallswinkel gegen das Liegende hin
steiler wird. Von hier bis zu den Tongruben der Siegersdorfer Werke, wenig nördlich der Bahn
Kohlfurt — Siegersdorf, die ebenfalls noch dem Nordflügel angehören, beträgt die Entfernung senkrecht
zum Streichen etwa 5'/> km. Auch hier ist die Neigung der Schichten nicht geringer, wenn auch der
in der einen Tongrube gemessene, verhältnismäßig hohe Betrag von 16° zum Teil auf lokale Ursachen
zurückzuführen sein mag. Jedenfalls aber darf man kaum auch nur den bei Aschitzau gemessenen
niedrigeren Betrag gleichmäßig auf dieser ganzen großen Strecke für die Berechnung der Mächtigkeit
einstellen. Man wird wohl hier noch mit flachen lokalen Falten rechnen müssen, die infolge der Tertiär-
und Diluvialbedeckung nicht sichtbar werden: insbesondere könnte man an die letzten flachen Falten
der weiter südöstlich deutlich ausgeprägten Spezialmulden denken. Das Gebiet unmittelbar nördlich
Siegersdorf könnte dann als Fortsetzung der Neu-Warthau—Groß-Hartmannsdorfer Spezialmulde auf-
gefaßt werden und ebenso der kleine Sattel nordwestlich Bunzlau wenigstens in einer ganz flachen
Lagerung der von jüngeren Gebilden verdeckten Schichten zwischen Aschitzau und Wehrau—Klitschdorf
zum Ausdruck kommen.
Die Hauptmasse der bearbeiteten Fauna stammt aus den Schichten an der Basis des Überquaders,
besonders den Tonen, Toneisensteinen und Sandsteinen von Wenig Rackwitz und Sirgwitz. Einen nur
wenig höheren Horizont repräsentieren die von Wehrau stammenden Stücke. In dem nachstehenden
Verzeichnis der Fauna des Überquaders bezeichnet Bi Nieder-Bielau, N Neuen, O Ottendorf, Si Sirgwitz,
T Tillendorf (am Chausseehaus), U Ullersdorf am Bober, W Wehrau, WR Wenig Rackwitz:
Hamites Roemeri Grin. WR.
Voluta subsemiplicata D'Or. WR.
Hemifusus coronatus A. Rorn. sp. ?
Aporrhais vespertilio Gorpr. Si WR.
> (Lispodesthes) Schlotheimi A. Rorm.? WR.
EC er
Cerithium Dresleri nov. sp. WR.
Mesostoma Charlottae nov. spec. WR.
Nerinea bicincta Broxn.? Bi.
Keilostoma Winkleri J. Misun. WR.
Natica bulbiformis Sow. WR.
Turritella iniqueornata DRESCH. Si.
> nodosa À. Romm. WR.
Glauconia ornata Drescu. Si.
Sealaria cont. Brancoi Horzprr.. WR. |
Clavagella nov. sp. (ef. elegans J. Müur.) Si. WR.
Anatina lanceolata Grin. Si.
Goniomya designata GoLpr. WR.
Liopistha aequivalvis GOLDF. sp. Si.
Pholadomya nodulifera WR.
Panopaea Geinitzi Horzrrr. WR.
Tellina strigata Goupr. WR. Si?
>» Renaurii v’OrB. WR.
» costulata Gotpr. WR.
Tapes subfaba D'OrB. Si.
Cytherea ovalis GoLDF. sp. WR. Si.
Cyprimeria discus Mara. WR.
Cypricardia trapezoidalis A. Rorm. WR. Si.
Venilicardia Steinvorthi nov. sp. WR.
Isocardia sudetica nov. sp. WR.
Cyrena cretacea Drescu. Si. WR. W.0.
» nov. sp. Si.
Cardium pectiniforme J. Müzz. WR. Si. W.0.
Granocardium Beyschlagi nov. sp.? Si.
Protocardium Hillanum Sow. WR.
Eriphyla lenticularis GoLDF. sp. Si. WR.
Trigonia glaciana Sturm Si. WR.
Pectunculus Geinitzi p’OrB. WR.
Arca conf. propinqua Gein. Si. O.
Cucullaea Matheroniana v’Ors. WR. Si. var. :
» > » var. perversa Sturm WR.
Macrodon Boehmi nov. sp. WR. |
Pinna decussata Goupr. T. WR.
« cretacea SCHLOTH. WR.
Mytilus rackwitzensis nov. sp. WR.
Modiola siliqua Marx. WR.
— 65 —
Modiola flagellifera Fors. WR. Si.
Perna Zimmermanni nov. spec. WR. Si.
» cretacea Reuss WR.
Aricula caudigera Zire. var. WR.
kieslingswaldensis Sturm WR.
Pecten Royanus D’OrB. WR.
Lima Haidingeri Zarr. WR.
Plicatula Drescheri nov. nom. WR.
Anomia subtruncata p’ORB. WR.
Ostrea hippopodium Nits. WR.
Von den von Winuicer aufgeführten Pflanzenresten ist mir nur der geringste Teil bekannt ge-
worden. Außer einigen spezifisch unbestimmbaren Arten werden folgende zum Teil schon von Gorpprrr
genannt:
Muensteria Schneideriana Görp. (nach Scutmprr — Keckia annulata GLocK.) N.
Gleichenia Dresleriana GöPpERT WR. U.
Cunninghamites oxycedrus Presi. U. WR.
Sequoia Reichenbachii Grr. WR.
Phyllieites laevigatus Miqu. U.
Debeya serrata Miqu. U.
Laurus cretacea Err. WR.
Andromeda Parlatorii HErErR WR.
Der größte Teil der tierischen Reste entstammt dem Sandstein, eine Reihe von Formen finden
sich daneben auch in den tonigen Schichten, hier besonders die Turritellen, Glauconia ornata, Aporrhais
vespertilio, Area propinqua und Cardium pectiniforme. Cyrena cretacea ist im Ton und Toneisenstein in
großen Massen verbreitet und tritt hier ganze Bänke bildend auf, während sie im Sandstein weniger
häufig ist. Nur aus dem Toneisenstein kenne ich Mytilus rackwitzensis und Plicatula Drescheri. Die ein-
geschwemmten Pflanzenreste stammen zumeist aus dem Toneisenstein oder Ton, zum Teil auch aus
dem Sandstein.
Außer den beiden oben genannten Leitfossilien Cyrena eretacea und Cardium peectiniforme er-
scheinen hier neu mehrere Arten, die zunächst nur von hier bekannt geworden sind: Cerithium Dresleri
nov. spec., Isocardia sudetica nov. spec., Macrodon Boehmi nov. spec., Plicatula Drescheri nov. nom.
Dazu kommen weiter einige Formen, die anderweitig, so in den Chlomeker Schichten vom Alter der
Neu-Warthauer schon vorhanden waren, aber ins Untersenon hinaufgehen: Hamites Roemeri, Aporrhais
vespertilio, (lavagella elegans, Anatina lanceolata, Goniomya designata. Mit der Gosauformation gemeinsam
sind Cyprimeria discus, Lima Haidingeri und Avicula caudigera. letztere Art ist zwar schon im Ober-
quader vorhanden, wird aber hier erst häufiger. Das gleiche gilt auch von der Lokalform Perna
Zimmermanni und Cucullaea Matheroniana var. Bisher nur aus Senonschichten bekannt ist Ae//ostoma
Winkleri. Gute Leitfossilien für Untersenon sind ebenso die beiden für den Überquader am meisten
charakteristischen und häufigsten Fossilien Cyrena eretacea und Cardium pectiniforme, die auch noch in
Palaeontographica. Suppl. VI. 9
— 66 —
den hangendsten Uberquaderschichten beobachtet wurden. Sie finden sich am Harzrande in teilweise
recht ähnlichen Schichten. aus denen sie Frech beschrieb. Erloschen sind Peroniceras tricarinatum und
Placenticeras Orbignyanum, die nirgendwo über den Emscher hinausgehen. Man kann daher wohl mit
Sicherheit den Schluß auf Untersenon machen.
Im Überquader macht die Verlandung des Gebietes weitere Fortschritte. Die Landpflanzen häufen
sich, massenhafte Cyrenen deuten auf Ablagerungen in halbsalzigem Wasser. Daß die hier vorkommenden
Kohlenflüze als Zeugnis für schließlich eintretende Sumpt- und Moorbildung in ihrem Verbreitungs-
gebiet, also als authochthon anzusehen sind, möchte ich bezweiteln; wahrscheinlicher ist ihre alloch-
thone Herkunft. Nirgends sind in den wenig mächtigen Flözen aufrechte Stämme beobachtet worden,
ebensowenig Wurzeln im Liegenden der Flöze. Andererseits sprieht für Allochthonie die auf geringe
Strecken schon stark wechselnde Mächtigkeit der Flöze, sowie das Vorkommen von Kohlentrümmern in
den die Kohlen einschlieBenden Letten und Tonen. Ebenso wie die Tone und die in ihnen vorkom-
menden Kohlenteile wurde auch die reinere Kohle in einem flachen, schlammigen Becken abgelagert,
das nur noch unvollkommen mit dem Meere ın Verbindung stand. Ich möchte diese Kohlenflöze vor-
wiegend für umgelagerte Moore halten. Hierdurch wird dann auch das Auftreten umgelagerter
Kaoline in der Bunzlauer Gegend, die ursprünglich unter den Mooren gelegen haben und aus der
Zersetzung kristalliner Gesteine durch Moorwasser hervorgegangen sein dürften, sehr verständlich." Durch
Zerstörung und Umlagerung von Raseneisensteinen sind wohl die Thoneisensteine entstanden zu denken.
Auf eine gelegentlich eintretende Zunahme des Salzgehaltes weist das erneute Erscheinen einer
kiistennahen Meeresfauna in den Sandsteinen hin, die im wesentlichen aus Zweischalern und einigen
Schneckenarten besteht, während Cephalopoden bemerkenswerterweise so gut wie ganz fehlen. Das
einzige hier beobachtete Bruchstück eines Hamiten dürfte eingeschwemmt sein. Die Brackwasserformen
werden allerdings auch hier nicht ganz vermißt; während sie aber in einzelnen Ton- und Toneisenstein-
schichten massenhaft die Gesteinstlächen bedecken, sind hier nur einzelne Individuen zu finden, die
gegenüber der zum Teil auch schon in den älteren, marinen Schichten auftretenden Meeresfauna voll-
ständige zurücktreten.
Wir haben hier wieder ein schönes Beispiel für die oft beobachtete Tatsache, daß bei wechselndem
Salzgehalt emes Beckens eine artenarme, wenn auch oft sehr individuenreiche Fauna ein nicht normal
eesalzenes Wasser kennzeichnet, da eben nur wenige Arten die Änderung des Salzgehaltes ertragen können,
während normales Seewasser durch artenreichere Fauna bezeichnet wird.
Mit dem Uberquader schließt die Schichtenfolge der Löwenberger Kreide ab, soweit sie der
Denudation entgangen ist. Zur Veranschaulichung derselben diene folgendes schematische Profil. In
ihm ist für den Ludwigsdorfer Quader nur die gelegentlich als Erosionsrest beobachtete Minimalmächtig-
keit voll ausgezeichnet. Dal die infolge geringerer Bedeckung genauer nicht festzustellende wirkliche
Miichtigkeit nicht unerheblich größer wird, ist durch die nach oben spärlicher werdende Punktierung
und die unterbrochene Randlinie ohne festen Abschluß angedeutet. Fbenso sind von dem Überquader
nur die untersten 150 m eingetragen, die wohl nur den kleinsten Teil des gesamten Schichtenkomplexes
darstellen.
' Scupis, Zeitschr. f. prakt. Geologie 1910, S. 254.
Uber die Verbreitung der Löwenberger Arten, besonders in den Horizonten der sächsisch-
böhmischen Kreide, gibt die dann folgende Zusammenstellung Aufschluß. In der letzten Kolumne sind
Angaben nur eingetragen, wenn das Vorkommen in der sächsisch-böhmischen Kreide nicht die volle
Vertikalverbreitung wiedergibt. Ein + bezeichnet das Auftreten der gleichen Art, ein X das einer nah
verwandten. Wo das Vorkommen gegenüber dem Hauptvorkommen nur die Ausnahme darstellt oder
nicht ganz sicher ist, wurde das Kreuz in Klammern gesetzt. In der letzten Kolumne bezeichnet
N Neokom, G Gault, C Cenoman, Tu und To bezw. T, , Turon (nach den bekannten Zonen), E Emscher,
Su und So Unter- und Obersenon. Vereinzelte, nur generisch bestimmbare Stücke sind, wenn auch in
paläontologischen Teil besonders besprochen, in der Tabelle nicht mit berücksichtigt.
68
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Die vertikale Verbreitung der einzelnen Arten in der Lowenberger und sächsisch-böhmischen Kreide,
Pisces
Osmeroïdes lewesiensis MAN’.
Cyclolepis Agassizi GEIN.
Corax falcatus AG. .
Otodus appendiculatus AG.
Odontaspis raphiodon AG.
Oxyrhina Mantelli AG.
. angustidens REUSS
Ptychodus mammillaris AG. .
Crustacea
Calianassa antiqua OTTO
Scalpellum maximum Sow.
Mollusca
Cephalopoda
Actinocamax plenus BLAINV.
Placenticeras Orbignyanum GEIN. .
Peroniceras tricarinatum D'ORB.
i westphalicum STROMB.
Scaphites Geinitzi D'ORB.
cf. auritus SCHLÜT.
kieslingswaldensis LANGH. GRUND.
Baculites incurvatus Du.
5 bohemicus FRITSCH
Humites Roemeri GEIN.
Nautilus sublaevigatus D'ORB.
a rugatus FRITSCH U. SCHLOENB.
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Voluta subsemiplicata D'ORB. .
canalifera FAVRE et mut.
Hemifusus coronatus A. ROEM. sp.
Tudicla costata A. ROEM. spec.
Aporrhais vespertilio GOLDF.
= granulata Sow.
s Schlotheimi A. Ror.
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= coarctata GEIN. Sp.
Cerithium Willigeri nov. spec.
7 Dresleri nov. spec.
Mesostoma Charlottae nov. sp.
Nerinea bicincta BRONN
? Nerinea incavata :
Keilostoma Winkleri MÜLL. sp.
l'issoa Reussi GEIN.
Natica Geinitzi HOLZAPFEL
7 bulbiformis Sow.
acutimargo A. ROEM.
Roemeri GEIN.
Tylostoma Stoliezkai nov. noi.
Turritella iniqueornata DRESCH.
À nodosa A. ROEM.
+ Drescheri nov. spec.
Glauconia undulata DRESCH.
ornata DRESCH.
ventricosa DRESCH. .
Scalarianov.spec. (cf. Brancoi HOLZAPFEL)
Delphinula tricarinata A. ROEM.
Pleurotomaria baculitarum GEIN.
Reussi nov. nom.
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Dentalium medium Sow.
Lamellibranchiata
Gastrochaena amphisbaena GOLDE.
Clavagella nov. spec. aff. elegans J. MÜLL.
Mactra nov. spec.
Anatina lanceolata (EIN.
Lyonsia Germari GRIN.
Liopistha aequivalvis GOLDE. Sp. .
Pholadomya nodulifera Münst. et var.
elliptica MUnsv.
Pholadomya Esmarcki Nis.
Goniomya designata GOLDF.
à perlonga FRITSCH
Ceromya cretacea J. MULL.
Panopaea plana mov spec.
depressa nov. spec.
f Mueller? nov. nom.
à Geinitzi HLZPPL.
Tellina strigata GOLDF.
Renauxii D'ORB.-
costulata GOLDF.
= semicostata REUSS.
Tapes subfaba D'ORB. .
Venus Goldfussi Grin.
Cytherea ovalis GOLDER. sp.
3 nov. spec. aff. plana Sow. .
à conf. polymorpha ZATT.
Cyprimeria discus MATH. .
Venilicardia Steinvorthi nov. spec.
Cypricardia trapezoidalis A. Ror.
tricarinata A, ROEM.
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Cyrena cretacea DRESCH.
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Cardium pectiniforme
cf. Ottonis GEIN. |
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Granocardium productum Sow. | |
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Beyschlagi nov. spec.. | |
cf. Drescheri J. BÖHM |
Protocardium Hillanum Sow. |
Radiolites faseiger nov. spec. | + |.
Crassatella arcacea A. ROEM. IE
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Cardita Geinitzi D'ORB.
Eriphyla lenticularis GOLDF. sp.
Trigonia glaciana STURM
Nucula striatula A. Roem.
» productoides nov. nom.
Leda semilunaris v. BUCH
Pectunculus Geinitzi D'ORB.
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Arca aff. Geinitzi Reuss .
conf. propingua Reuss
conf. undulata Reuss .
Cucullaea Matheroniana D'ORB. var.
var. perversa STURM
7 abscisa nov. spec.
cardiiformis nov. spec. .
nov. spec.
Macrodon Böhmi nov. spec.
Pinna decussata GOLDF.
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Myoconcha gracilis DRESCH.
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Gervillia solenoides DEFR. . 2. 2.2... ; ; le (tere rea | : A ? (+) (4+) (4) (+) No
Avicula pectinoides REUSS . . ne. if» ale «© |. |-]. i. *-]. : Ole ö ie : , —Nu
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Rectenach lamanosus GOLDER; = 2. We Fe]. | | | ee | et. ; 5 : ? 2 ; les Su
» Spatulatus A. Roem. . . . . . |. ! . |. + le!
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» Conf. acuminatus GEIN.. . . . ||. . Se lee | It sell OX
„ hispidus GOLDF. . . . . . . NE . |. ll... [| + ; . : | lu
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3 decemcostatus GOLDF. . . . . : . 4 : ; Et ; ; + . 4 | ar
» spec, (conf, suxonicus SCUP.) .
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propinqua HOLZPFI.
Dresleri DRESCH.
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aequecostata LaM.
Lima Haidingeri ZITT.
Meyeri Woops.
. Hoperi var. Sowerbyi (EIN.
clypeiformis D'ORB.
canalifera GOLDF.
pseudocardium Reuss .
Plicatula Barroisi PERON.
Drescheri nov. nom.
Spondylus striatus Sow.
”
spinosus Sow.
Anomia subtruncata D'ORB.
Ostrea hippopodium NILS.
fallax nov. spec
semiplana Sow.
diluviana Linn.
carinata LAM.
i sudetica nov. spec.
Exogyra columba Lan.
lateralis NILS.
declivis nov. spec.
Molluscoidea
Brachiopoda
Rhynchonella plicatilis Sow. et var.
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Terebratula phaseolina Lan.
Bryozoa
Sparsicavea dichotoma GOLDF. ?
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Gauthieria radiata SORIGNET spec.
Catopygus cf. pyriformis Gorpr. .
Holaster suborbicularis AG.
Cardiaster ananchytis LESK.
n NOV: Spec: a... 0 .
Micraster cor testudinarium (Goipr.
à Sturmi nov. nom.
Stellaster Schulzei Covra
s tuberculifer DRESCH. .
Astropecten nov. spec.
Vermes
Serpula socialis GOLDF.
ampullacea Sow.
Fr trachinus GOLDE.
‘i gordialis SCHLOTH.
5 septemsulcatu Corrs
Coelenterata
Anthozoa
Micrabacia coronula GoLpr.
Parasmilia centralis MAN’. sp.
Spongiae
Craticularia tenuis A. RoEn.
Craticularia auricularis nov. spec.
Leptophragma nov. spec.
Pleurostoma bohemicum Zrvv.
Guettardia stellata Mic.
Guettardia crassa nov. spec. 3
Ventriculiter di, angustatus var. distorta Qu.
Plocoscyphia pertusa GEIx.
Tremabolites megastoma A. Rorm.
Siphonia Geinitzi ZirTr.
Spongia saxonica GEIN.
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Brongniarti-Zone
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Brongniarti-
Quader
Iser-Sch.
Strehlener Pläner
Teplitzer-Schichten
Mergel von Zatzschke
Priesener-Scl
Cuvieri-Zone
Sächs. Uberquader
Nenon
Emscher
Chlomeker-Schichten
Sonstiges Vorkommen
Dogger
-Senon?
= So
Jura u.
Kreide
Nu
Stratigraphische Folgerungen für die sächsisch-böhmische Kreide.'
Die Beziehungen der einzelnen Schichten der Löwenberger Kreide zu denen der benachbarten
Gebiete sind oben bereits kurz besprochen worden, doch mögen hier noch einmal die Folgerungen zu-
sammenfassend hervorgehoben werden, die sich aus ihnen für die Deutung der einzelnen, hinsichtlich ihrer
stratigraphischen Stellung z. T. noch umstrittenen Schichtenglieder der sächsisch-böhmischen Kreide ergeben.
Abgesehen von dem allgemeinen Interesse, das die schon durch WirnıgEr erfolgte Feststellung
der //enus-Zone auch in der Löwenberger Kreide bietet, ist über die älteren Schichten in dieser Beziehung
kaum etwas zu bemerken. Die Übereinstimmung besonders der älteren Turonschichten mit denen Sachsens
und Böhmens ist, wie erwähnt, eine sehr weitgehende und nirgends dürften jetzt bezüglich der Deutung
der Weißenberger und Malnitzer Schichten Böhmens und ihrer sächsischen Äquivalente Meinungs-
verschiedenheiten bestehen. Auch die Zurechnung der Teplitzer Schichten und der sog. jüngeren Brongniarti-
Mergel, der Mergel von Strehlen und Weinböhla zur Scaphitenzone, für die zuletzt besonders PETRASCHEK
eingetreten ist, dürfte wohl als einwandfrei angesehen werden. Dal die früher vielfach für Senon
angesprochenen Iserschichten Böhmens noch turonen Alters sind, hat J. Jann* eingehend begründet,
nach dessen Beobachtungen sich in Ostböhmen Iserschichten und Teplitzer Schichten gegenseitig ver-
treten; daß sie auch als Äquivalent der Malnitzer Schichten auftreten, ergibt sich aus den Ausführungen
Zauaukas® bezüglich des westlicheren Böhmens, sowie derjenigen FLEGELS *
ım Osten des Gebietes, wo
der von Frirscu als Iserschichten bezeichnete Quader der Adersbach-Wachelsdorfer Felsen sich als zur
Brongniarti-Zone gehörig kennzeichnet. Die Iserschichten sind hiernach nichts anderes als der sog. noch
in die Scaphitenzone hineinreichende Brongniarti-Quader der sächsischen Geologen.
Stärker umstritten ist die Stellung der Priesener Schichten und der ihnen zuzurechnenden Ba-
kulitenmergel von Zatzschke in Sachsen. Beide wurden ebenso wie die Mergel des Marterberges mit
gleicher Fauna ursprünglich als Senon aufgefaßt. Nachdem für die sehr mächtigen Priesener Schichten
J. Jann (a. a. O.) nachgewiesen hatte, daß ihr unterer Teil noch dem Turon angehöre und ebenso die
Mergel von Zatzschke von den Geologen der sächsischen geologischen Landesanstalt zur Scaphitenzone
gezogen worden waren, hat später PETRASCHEK (a. a. O.) die letzteren in die Curieri-Zone gestellt, indem
er weiter den sie überlagernden sächsischen Überquader als Äquivalent des Emschers bezw. der Chlomeker
Schichten Böhmens betrachtete. Daß diese Auffassung nicht mit den Lagerungsverhiltnissen in Schlesien
in Einklang zu bringen ist, wurde bereits in einer eingangs erwähnten, besonderen Arbeit des Verfassers
gezeigt. Da die dort dargelegte Auffassung indes noch nicht allseitig angenommen ist, die irrige
Deutung vielmehr schon in weitverbreitete Lehrbücher übergegangen ist, mögen hier nocheinmal die
wichtigsten für einen Vergleich in Betracht kommenden Gesichtspunkte hervorgehoben werden.
Die Bedeutung der geschilderten Schichtenfolge in der Löwenberger Kreide für
die sächsische liegt einerseits in der petrographischen und faunistischen Übereinstimmung
einzelner Schichtenglieder, die auch teilweise dieselbe Mächtigkeit besitzen, sowie anderer-
' Uber die jüngsten Schichten der Kreide Sachsens, Abhandl. d. Isis. Dresden. 1904. Heft 1, S. 3.
2 Beiträge zur Kenntnis der böhmischen Kreideformation. Jahrb. d. k. k. Reichsanst. 45. 1895. S. 216.
3 Die stratigraphische Bedeutung der Bischitzer Ubergangsschichten. Jahrb. d. k. k. Reichsanst. 45. 1895. 1. Heft, S. 85.
e.
* Heuscheuer und Adersbach-Weckelsdorf. Eine Studie über die obere Kreide im böhmisch-schlesischen Gebirg
Festschr. der schles. Ges. f. vaterl. Kultur z. Tagung d. deutsch. geolog. Ges. in Breslau. 1904. III. Teil
seits in der größeren Vollständigkeit bezw. im Auftreten eines im Elbtal nicht mehr vor-
handenen charakteristischen Deckhorizontes mit reicher, bezeichnender Fauna, der die
Stellung der liegenden Schichten vom Alter der jüngsten Kreideschichten im Elbgebiet
sehr viel genauer bestimmt, als dies in Sachsen nur auf Grund der dortigen Schichten-
folge möglich ist.
Wie oben ausgeführt, kann wohl kein Zweifel sein an der Gleichalterigkeit der Mergel von Grofi-
Rackwitz in der Löwenberger Kreide und der sächsischen Mergel von Zatzschke. Daraus folgt weiter die
Gleichalterigkeit der ihnen auflagernden Sandsteine, des Ludwigsdorfer Sandsteims in Schlesien und des
sächsischen Uberquaders. Nun liegt, wie gezeigt, dieser Ludwigsdorfer Sandstein unter den Neu-Warthauer
Schichten vom Alter des Kieslingswalder Sandsteins bezw. der Chlomeker Schichten, mit denen Prrra-
scuek den Überquader identifizierte. Es ist damit auch die Unrichtigkeit dieser Auffassung erwiesen und es
ist also dem sächsischen Überquader ein höheres Alter gegenüber den Chlomeker Schichten
zuzusprechen. Da nun die Neu-Warthauer Schichten zweifelsfrei als Emscher angesprochen werden,
so wird man für den Ludwigsdorfer Sandstein, wie oben ausgeführt, und damit auch für den sächsischen
Uberquader zunächst zu dem Schlusse auf Curieri-Zone geführt, doch bliebe immer noch die Müg-
lichkeit, daß der Überquader und der Ludwigsdorfer Sandstein eine ältere Emscher-Zone repräsentieren,
in welchem Falle die Zone von Zatzschke weiter als Cuvieri-Zone bestehen bleiben würde. Es wäre daher
zu prüfen, in wieweit die von Prrrascuex aufgeführten Fossilien des sächsischen Uberquaders wirklich
zu einer derartigen Auffassung nötigen. Nach Prrrascher finden sich hier folgende Arten:
Placenticeras Orbignyanım GEIN.
Nautilus rugatus Fritsch & SCHLOENB.
Pholadomya nodulifera Münsr.
Liopistha aequiralris GOLDF.
Panopaca Geinitzi Horzrr1.
Pholas sclerotites GEIN.
Tapes [aba Sow.
Cyprina quadrata vp Ors.
Pinna cretacea SCHLOTH.
Vola quadricostata Sow.
Lima canalifera GoLnr.
Alectryonia frons Park.
Ostrea semiplana Sow.
Lxogyra lateralis Nis.
Catopygus albensis GEIN.
Cardium Ottoi Grit
Von diesen Arten wäre nur Cardium Ottoi, falls richtig bestimint, von Wichtigkeit, doch liegt der
Bestimmung nur ein ganz schlechter fragmentärer Abdruck zugrunde, dessen Gattungszugehörigkeit nicht
einmal sicher festzustellen ist, und der mit wohl noch größerem Rechte zu Lima (vielleicht pseudocardimm)
gestellt werden könnte, also für die Betrachtung ganz ausscheiden muß. Ebensowenig ist aus den
andern Arten zu folgern. Sie kommen sämtlich schon in älteren Schichten vor. Schon im Cenoman
erscheinen Pholas selerotites, Cyprina quadrata, Vola quadricostata (in weiterem Sinne), Ærogyra lateralis,
Catopygus albensis. Das mitunter als Leitfossil für Emscher aufgefaßte Placenticeras Orbignyanum kommt
bereits im Mergel von Zatzschke, sowie im gleichalterigen Gr. Rackwitzer Mergel vor, deren turones
Alter niemand bezweifeln wird. Ebenso ist Nautilus rugatus schon in den Iserschiehten und Teplitzer
Schichten Böhmens, sowie dem Strehlener und Oppelner Mergel vertreten. Vielfach für Senon-
formen gelten P’holadomya nodulifera, Liopistha aequivalvis, Panopaea Geinitzi und Tapes faba. Wie im
paläontologischen Teil zu zeigen, ist ihre Verbreitung jedoch in der südostdeutschen Kreide eine andere
wie in Mittel- und Nordwestdeutschland. Pholadomya nodulifera und Liopistha aequivalvis smd in der
Löwenberger Brongniati-Zone (Löwenberger Mergelsandstein der Mittelberge) vorhanden, /’anopara Geinitzi
kenne ich aus dem sächsischen Drongniarti- Quader von Langhennersdorf (Kgl. Museum zu Dresden).
Tapes faba ist eine englische Cenomanform, und ebenso kommt Tapes subfaba, die wohl gemeint ist:
schon im Strehlener Mergel und in der schlesischen Kreide in dem gleichaltrigen Mergelsandstein von
Hermsdorf vor. Pinna erctacea findet sich in denselben Schichten, sowie zusammen mit Lima canalifera
im sächsischen Zrongniarti-(Juader, die auch in den Iserschichten und dem untersten Turonquader der
l,öwenberger Kreide beobachtet ist. .WUeetryonia frons und Ostrea semiplanı gehören schon den Strehlener
Mergeln an, letztere kenne ich außerdem aus den noch älteren Mergelsandsteinen der Mittelberge, un-
weit Löwenberg. Es ist also keine einzige Art vorhanden, welche für die Zurechnung
des sächsischen Überquaders zum Emscher in Anspruch genommen werden kann.
Für diese fehlt jeder Beweis.
Auch die Fauna der ihn unterlagernden Mergel von Zatzschke spricht nicht im
mindesten dafür, sondern dagegen. Daß sich sein schlesisches Äquivalent, der Mergel von
Gr.-Rackwitz zwanglos dem Scaphiten-Horizont einreihen läßt, wurde oben ausgeführt, die gleichen
faunistischen Gründe gelten für die sächsische Schicht, und es wird an deren Deutung als Scaphitenzone
auch nichts durch das Vorkommen zweier Formen geändert, die Pernaschzx als Seaphites Lamberti Gross.
und Scaphites kieslingswaldensis Sturm bestimmte, zwei Arten, die mit Sicherheit bisher nur aus dem
Emscher bekannt sind.’ Beide Formen erweisen sich als abweichend ’, sie dürften dem Formenkreis des
ja sehr veränderlichen Scaphites @einitzi angehören: die als Sc. Lamberti bestimmte ist auch in Gr.-Rack-
witz vorhanden und als Se. @einitzi var. intermedia beschrieben, die andere nur in einem schlechten Bruch-
stück vorliegende steht letzterer mindestens sehr nahe. Daß auch die von PETRASCHEK als untersenon
angeführten Arten aus den von ihm für gleichaltrig gehaltenen Mergeln der Teplitzer Straße in Dresden
der Fauna dieser Zone kein jüngeres Gepräge aufdrücken können, wurde in dem genannten Aufsatze
des Verfassers ausführlicher dargelegt. Zum Teil kommen die Arten schon in älteren Schichten vor,
zum Teil sind sie zweifelhaft, einige auch dürfen sicher bei schärferer Fassung des Begriffes nicht den
vom Autor gewählten Namen tragen. Die als Leda Foersteri J. Müzr. aufgeführte Form, die ich da-
mals noch für echt hielt, glaube ich jetzt nach Vergleich größeren Materials zu Leda semilunaris
v. Bucu stellen zu müssen. Ich sehe davon ab, die früher gemachten Ausführungen noch einmal zu
1 Die aus dem Turon unter dem Namen Se. Lamberti zitierten Formen gehören wahrscheinlich nicht zu
dieser Art.
2 Verel. S. 99 u. 102.
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wiederholen, zumal die Gleichalterigkeit der genannten Mergel der Teplitzer Straße mit denen von
Zatzschke nach den Ausführungen Wanperer’s nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. !
Auch bei vorsichtigster Bewertung aller Möglichkeiten ist also die Zurechnung des sächsischen
Uberquaders zum Emscher und der Mergel von Zatzschke zur Curieri-Zone nicht zu halten. Diese Aut-
fassung steht mit allen beobachteten Tatsachen im Widerspruch. Bewiesen erscheint mir für den
sächsischen Überquader dureh den Vergleich mit den entsprechenden Schichten der Löwenberger
Kreide das höhere Alter gegenüber den Chlomeker Schichten, zum mindesten nicht
entkräftet sind die gewichtigen faunistischen Gründe, die für die Deutung seines
Liegenden, der Mergel von Zatzschke als Scaphiten-Zone sprechen und so kommt man
zwanglos wieder zu der älteren Auffassung der sächsischen Geologen zurück, wie sie auch noch in der
letzten Auflage von Crepnen’s Elementen der Geologie zum Ausdruck gebracht ist. Der Baculiten-
Mergel von Zatzschke ist der Scaphitenzone zuzuweisen, deren hangendsten Horizont
er bildet, der sächsische Überquader entspricht der Cuvieri-Zone.?
Ohne Schwierigkeiten ist die Schichtenfolge in Böhmen mit dieser Auffassung in Einklang zu
bringen. Von vornherein ist klar, daß eine völlige Gleichstellung der Mergel von Zatzschke mit den
Priesener Schichten Böhmens, wie sie sich mitunter in Tabellen findet, in Anbetracht der sehr verschie-
denen Mächtigkeit unzulässig ist. Ganz mit Recht hat daher auch Perrascner den Mergel von Zatzschke
nur mit dem unteren Teil der Priesener Schichten identifiziert, doch müssen die Priesener Schichten
nunmehr mit dem genannten sächsischen Horizont herabrücken. Danach sind dann im größten Teile
Böhmens Scaphi/en- und Cuvieri-Zone mergelig vertreten. Die stellenweise außerordentlich große Wich-
tigkeit der Priesener Mergelschichten läßt sogar den Schluß zu, daß sie noch ins Senon bezw.
den Emscher hineinreichen, wie schon J. Janus den unteren Teil der Priesener Schichten als
Turon — Scaphiten- und Curieri-Zone —, den oberen als Senon auffaßte. Allerdings mag es dahin-
gestellt bleiben, ob die von ihm ins Senon gestellte oberste Schicht des von Frirsch beschriebenen,
in 6 Zonen eingeteilten Priesener Profils” schon dem Senon angehört, da dem negativen Merkmal, dem
Fehlen turoner Formen, in Anbetracht der überhaupt nicht sehr zahlreichen Arten kein allzugroßer Wert
beigemessen werden darf. Fehlen doch auch eine Reihe von Formen, die nachweislich in dieser Zeit
gelebt haben. Betrachtet man die allerjüngsten Priesener Schichten, die anderwärts nicht unerheblich
mächtiger sind als in dem genannten Priesener von Tertiär bedeckten, unvollständigen Profil, schon als
Emscher, so würden diese hier als mergelige Vertretung der im Osten abgelagerten, sandigen Chlomeker
Schichten aufzufassen sein.
Andererseits wird da, wo in Böhmen die Mächtigkeit der Priesener Schichten eine geringere ist,
naturgemäß auch der sie überlagernde Sandstein, der dann unter den Begriff »Chlomeker Schichten
fällt, auch noch z. T. dem obersten Turon angehören können. Damit würden nach persönlicher Mit-
1 Vergl. S. 39, Fußnote.
2 Dab der Emscher in Sachsen trotzdem nicht ganz fehlt, zeigt die schon genannte, während des Druckes er-
schienene Arbeit von H. AnDERT, Die Inoceramen des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges, Festschrift zum 50 jährigen Be-
stehen des Humboldt-Vereins in Ebersbach in Sachsen, 1911, S. 33.
3 Priesener Schichten. Archiv f. Landesdurchforschung von Böhmen, Bd. 9, 1893, S. 12.
== 20) —
teilung von Herrn Axperr in Ebersbach in Sachsen Beobachtungen gut im Einklang stehen, die jüngst
durch ihn in der Gegend von Kreibitz gemacht worden sind.!
Den Priesener Schichten zuzurechnen sind nach ihrer Fauna auch die Mergel des Marterberges
bei Passau, wie schon Güumser erkannte. Da ihr Liegendes etwa mit den Iserschichten übereinstimmt,
dürften sie im wesentlichen den unteren Priesener Schichten bezw. den Mergeln von Zatzschke ent-
sprechen, wenn sie vielleicht auch noch in die Curieri-Zone hineinragen mögen, deren Hauptteil jedoch
wieder wie in Sachsen sandig vertreten erscheint. Dem sächsischen Überquader entspricht der die Mergel
bedeckende Großbergsandstein. Leider fehlt auch hier ein zur schärferen Kennzeichnung des Horizontes
dienender Deckhorizont. Wie sich die älteren Schichten der fränkischen Kreide zu den böhmisch-sächsisch-
schlesischen in Beziehung setzen lassen, ist in der Tabelle S. St angegeben. Eine Neubearbeitung
dieses Kreidegebietes dürfte eine sehr dankenswerte Aufgabe sein.
Wie die Löwenberger Kreide sich ganz an die sächsische Entwicklung derselben anschließt, so
lassen sich die einzelnen Horizonte der böhmischen Kreide im südlichen Teil von Schlesien, wo die
böhmische Kreide auf reichsdeutsches Gebiet übergreift, in der Glatzer Kreide wiederfinden. Daß der
Kieslingswalder Sandstein den Chlomeker Schichten zugerechnet werden muß, ist unbezweifelt. Sehr groß
ist die faunistische Übereinstimmung mit den Neu-Warthauer Schichten und dem schlesischen Oberquader.
Die darunterliegenden Kieslingswalder Tone im Hangenden von Brongniarti-Schichten gehören offenbar den
Teplitzer und Priesener Schichten an. Wie sie sich im einzelnen auf diese verteilen, kann erst nach einer
Spezialuntersuchung mit Sicherheit festgestellt werden; wahrscheinlich entspricht die untere Abteilung der
unteren Kieslingswalder Tone den Teplitzer Schichten, während die obere Abteilung der letzteren, sowie die
oberen Kieslingswalder Tone dem turonen Teil der Priesener Schichten zu parallelisieren sind.” Faßt man so
die obere Abteilung der unteren Kieslingswalder Tone als Äquivalent der Zone von Zatzschke auf, so würden
die ganzen unteren Kieslingswalder Tone als Scaphiten-Zone, die oberen Kieslingswalder Tone als Cuvieri-
Schichten zu deuten sein. Bezüglich der Beurteilung der Heuscheuer Kreide folge ich, wie schon früher
dargelegt, der Auffassung FLeGEL’s, der im Gegensatz zu PrrrascHer den oberen Heuscheuer-Quader als zum
Emscher bezw. zu den Chlomeker Schichten gehörig betrachtete. Die von FLEGEL mitgeteilte Fauna ist zwar
nicht groß, fällt aber durch die Ähnlichkeit mit der des gleichfalls fossilarmen Sandsteins von Hockenau
in der Löwenberger Kreide auf: vor allem ist bemerkenswert das Auftreten des Inoceramus Frechi FLEGEL,
der sich bisher nur noch im Oberquader von Hockenau und Gehnsdorf sowie in den Chlomeker Schichten
gefunden hat. Daß die angezweifelte Bestimmung des gleichfalls für Emscher sprechenden /noceramus
percostatus G. Müun. für einen Teil der Stücke zutrifft, scheint mir durch eine Nachuntersuchung bestätigt.
Die den oberen Heuscheuerquader unterlagernden Karlsberger Pläner würden also dann den ganzen
Kieslingswalder Tonen bezw. der Scaphiten- und Cuvieri-Zone gleich zu setzen sein. Faßt man den Heu-
scheuerquader mit Prrrascher als Cuvieri-Zone und den Karlsberger Pliner als Scaphiten-Zone auf, so
würde diese letztere hier eine Mächtigkeit erreichen, die mit 120 m etwa das Dreifache dieser Zone in
der Löwenberger Kreide umfassen würde, während das ältere Turon etwa die gleiche Mächtigkeit zeigt.
Über die Beziehungen der Löwenberger Kreide zu der sächsischen, böhmischen, Glatzer und
fränkischen Kreide gibt nachstehende Tabelle Aufschluf.
! Näheres darüber wird eine weitere Abhandlung des genannten Herrn bringen.
2 H. ANDERT a. a. 0. S. 54, Taf. 9, Fig. 1, Taf. 3, Fig. 3, Taf. 8, Fig. 3—5.
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Suppl. VI.
Palaeontographica.
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Zur Geschichte der Kreidetransgression in der Umgebung der Sudeten.
Erdgeschichtlicher Rückblick.'
Die Überflutung des altkretazischen Festlandes in Sachsen, Böhmen und Schlesien wurde wohl
nicht durch ein auf weite Flächen hin gleichmäßiges Sinken desselben verursacht. Die Senkung scheint
sich vielmehr in der Umgebung einzelner Teile der jetzigen Sudeten vollzogen zu haben, die
als Inseln oder Halbinseln stehen blieben. Lepstus hatte sich bereits bezüglich der Lausitzer Platte in
ähnlichem Sinne geäußert”. Indes darf, glaube ich, gerade hier aus dem Fehlen von Kreideablagerungen
nicht der Schluß auf das Vorhandensein trocknen Landes an dieser Stelle gezogen werden. Vielmehr
dürften die sächsischen und schlesichen bis dicht bei Görlitz nachweisbaren Kreideschichten über die
Lausitzer Platte hinweg in unmittelbarem Zusammenhange gestanden haben. Am Hohen Schneeberg
liegt schon das mittlere Turon etwa 120 m höher, als die höchsten Gipfel des Lausitzer Hügellandes,
die bis etwa 600 m erreichen. In der Südwestecke des Blattes Rosenthal—Hoher Schneeberg der sächsischen
geologischen Landesaufnahme liegt die Unterkante des Cenomans mit 550 m sogar fast gleich hoch wie diese.
Muß man nun auch diese Teile ebenso wie die Kreideschollen auf dem Erzgebirge als gehoben
betrachten, so steht dem andererseits die sehr bedeutende Hebung der Lausitzer Platte selbst gegenüber.
Auch an der Hohnsteiner Uberschiebung liegt der Brongniarti-Quader schon bis 580 m hoch. Rechnet
man hierzu die Sprunghöhe der Überschiebung, die mindestens 300 m beträgt, wahrscheinlich aber nicht
unwesentlich größer ist, so wird man sich, wenn man nicht eine erheblich stärkere Abtragung für den
Lausitzer Granit gegenüber dem (Juadersandstein annehmen will, vorstellen dürfen, daß wenigstens die
Wogen des Brongniarti-Meeres über den Lausitzer Granit nach Schlesien hinüber-
spülten, eine Auffassung, die in Schlesien andererseits durch die steile Stellung des Oberquaders bei
Niederbielau nahe dem Lausitzer Granit eine Stütze erhält*.
Dagegen sprechen die Faziesverhältnisse in der sächsischen Kreide für ein etwas weiter
südöstlich gelegenes Festland, das etwa in der Gegend des Iser- und Riesengebirges zu
suchen sein dürfte. In den meisten Horizonten der sächsischen Kreide geht die sandige Fazies nach
Nordwesten mehr oder weniger deutlich in die mergelige über. Es gilt dies insbesondere für die Labiatus-,
Brongniarti- und Scaphiten-Zone, zu der auch der obere Teil des sächsischen Brongniarti-Quaders gehört.
Auch der Bakuliten-Mergel von Zatzschke keilt gegen SO aus und ebenso geht im Cenoman der Planer
der Plenus-Zone gegen SO in Plänersandstein über. Wenn hier der Faziesgegensatz nicht immer gleich
gut hervortritt, so ist das nicht besonders auffällig, da durch den ungleichmäßigen Untergrund bezw.
die den basalen (Juader durchragenden Klippen naturgemäß hier auch Ungleichmäßigkeiten in der Fazies
bedingt werden müssen.
Auch in Böhmen sind ganz ähnliche Faziesverschiedenheiten bemerkbar. Die sandigen Iser-
schichten sind in der Nähe des Gebirgsrandes, die mehr mergeligen Weißenberger, Malnitzer und Teplitzer
Schichten in größerer Entfernung von diesem zu finden, wie dies besonders gut auf der Karte im Archiv
für Landesdurchforschung von Böhmen hervortritt, wo die ersteren mit grüngelben, die letzteren mit
| 1 Vergl. auch Scupix: Über sudetische, praetertiäre, junge Krustenbewegungen und die Verteilung von Wasser
und Land zur Kreidezeit in der Umgebung der Sudeten und des Erzgebirges. Zeitschr. f. Naturw., Halle a. S., 82, 1910, S. 321.
2 Geologie von Deutschland I, S. 174 u. 175.
3 Vergl. S. 47.
Be.
blauen Tönen eingezeichnet sind. Auch die mergeligen Priesener Schichten scheinen gegen den Ge-
birgsrand hin auszukeilen. So sollen nach Frirscn nordöstlich von Turnau bei Vorderrad und Zbiroh
am Jeschkengebirge die Sandsteine der Iserschichten von denen der Chlomeker überlagert werden.
Man ist daher nach allem wohl berechtigt, anzunehmen, daß der oben bezeichnete Teil der Sudeten
eine Insel im Kreidemeer gebildet hat, dessen Einbruch wohl durch das Absinken der altkretazischen
Landmasse in dem Umkreis dieser bedingt war.
Umgekehrt sprechen diese Faziesverschiedenheiten dafür, daß ebenso wie die Lausitzer Platte
auch das Erzgebirge in der Kreidezeit noch nicht aus dem Meere hervorgeragt hat.
Die auf seiner Südseite liegenden, durch den Erzgebirgischen Randbruch von ıhm getrennten Kreide-
ablagerungen sind offenbar ebenso wie die weiter nordwestlich gelegenen sächsischen Kreidemergel und
Pläner in größerer Entfernung von der Küste zur Ablagerung gelangt und dürften über dem Rücken
des jetzigen Gebirges, dessen Heraushebung erst in postkretazischer Zeit erfolgte, mit den gleichartigen
Ablagerungen in der Gegend von Dresden in Verbmdung gestanden haben.
Vielleicht fällt in diese Zeit des Absinkens des altkretazischen Landes um die als Pfeiler stehen-
gebliebene »Riesengebirgsinsel« auch der Beginn der Einsenkung des Hirschberger Kessels, wenn auch
natürlich nicht in seiner heutigen durch spätere Vorgänge bedingten Begrenzung; nur wenige Kilometer
nördlich Hirschberg, südlich vom Grunauer Spitzberg, finden sich bereits Kreideablagerungen, und schon
Gürich' hat auf die Möglichkeit hingewiesen, daß auch der Boden des Hirschberger Kessels vielleicht
eine Kreidescholle getragen habe, die der späteren andauernden Tätigkeit der Gebirgswässer zum Opfer
gefallen ist, und ähnlich liegen wohl möglicherweise auch die Verhältnisse im Vorlande des Isergebirges.
Die angenommene cenomane Krustenbewegung ist die Fortsetzung der älteren
oben erwähnten, die den Muschelkalk jenseits der Linie Hermsdorf an der Katzbach— Groß-Hartmanns-
dorf und darüber hinaus ins Niveau des Buntsandsteins verschob. Ob diese spätjurassisch oder altkretazisch
ist, kann nicht genau gesagt werden, jedenfalls war die Auflagerungsfläche beim Einbruch des Kreide-
meeres schon so gut wie ganz wieder eingeebnet. Die Haupthebung des Gebirges bleibt allerdings post-
kretazisch und dieser Hauptakt der gebirgsbildenden Vorgänge war es auch, der die Kreideablagerungen
südlich des Gebirges m Böhmen und der Grafschaft Glatz in so bedeutende Höhe von zum Teil mehr
als 900 m brachte und der in der Gegend von Landeshut einen Sattel schuf, dessen Abtragung wohl
erst die räumliche Trennung der böhmischen, sich bis Grüssau vorschiebenden Kreideablagerungen be-
wirkte. Läßt sich auch, wie schon Parrscn* erwähnt, ein ursprünglich unmittelbarer Zusammenhang der
Löwenberger und der böhmischen Kreide über Landeshut—Griissau hinweg nicht geradezu beweisen, so
kommt ihm doch namentlich nach den neueren Untersuchungen Fresen's” in Anbetracht der weitgehenden
Übereinstimmung zwischen beiden Ablagerungen, die eine freie Kommunikation zwischen beiden Meeres-
becken vermuten läßt, ein großes Maß von Wahrscheinlichkeit zu. Die Entfernung beider Kreidegebiete
voneinander ist verhältnismäßig gering, sie ist von der Südostecke der Lähner Mulde bis Grüssau nur
etwa 1'/,mal so groß (30 km) wie bis zur Goldberger Mulde. Beachtenswert ist in dieser Beziehung
! Geologischer Führer ins Riesengebirge S. 27.
2 In Schlesien S. 149.
3 Heuscheuer und Adersbach Weckelsdorf. Festschr. d. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Kultur 1904. III.
ONE
besonders auch das Auftreten feinklastischer Gesteine (Pläner, Plänersandstein, Mergelsandstein) an der
Grenze von Cenoman und Turon, die sich einander weit entgegenschieben.
Die fortgewaschenen Ablagerungen wiirden dann einem Meeresarm entsprechen, der die
»Riesengebirgsinsel« im Osten umspülte Er schob sich offenbar zwischen diese
und eine andere Landmasse, auf deren Vorhandensein zunächst die Faziesverhältnisse in
der Aderbach—Weckelsdorfer und Heuscheuer-Kreide hinweisen. Wie PETRASCHEK! und
FLEsEL” erkannten, beruht das Fehlen des Brongniarti-Quaders der Braunauer und Wünschelburger
Lehne weiter südwestlich auf Faziesverschiedenheit; er wird im SW durch Mergel ersetzt. Ebenso hat
auch Sturm’ auf das Vorkommen sandiger Bildungen in der Drongniarti-Zone der Grafschaft Glatz
westlich und nordwestlich von Habelschwerdt aufmerksam gemacht. Offenbar lag hier im NO eine
Landmasse, die im Eulengebirge, sowie vielleicht auch in den später durch den ostsudetischen
Randbruch getrennten Reichenbacher und Strehlener Gneisen gesucht werden könnte. Es
handelt sich hier wohl um Teile derjenigen Landmasse, die man zwischen der oberschlesischen
und der böhmischen sowie Löwenberger Kreide zur Erklärung der Abweichungen beider an-
nehmen muß‘, so daß das Vorhandensein einer solchen somit auch noch von rein faziellem Gesichts-
punkte aus wahrscheinlich gemacht wird. Im Süden schiebt sich zwischen die böhmisch-glätzischen und
oberschlesischen Ablagerungen das Reichensteiner und Altvatergebirge, die daher die südliche
Fortsetzung dieser Halbinsel gebildet haben dürften, während ihr nach Norden zu wohl noch das Zobten-
gebirge, sowie auch vielleicht die Striegauer Granite angehört haben könnten. Auch der gegen
Osten hin zunehmende sandige Charakter der Löwenberg—Goldberger Ablagerungen von der Plenus-
bis in die Brongniarti-Zone deutet, wie oben ausgeführt, auf das Vorhandensein einer derartigen östlichen
Landmasse, die sich noch weiter gegen Norden hin erstreckt haben dürfte.
Einen Überblick über die Verteilung von Wasser und Land gibt etwa die Kartenskizze auf S. 85.
Die Senkung des Gebietes hielt während des ganzen Cenomans und Turons an
und kam erst im Senon zum Stillstand. indem sich das Gefälle der Flüsse und damit deren ero-
dierende Kraft durch die Senkung ihres Mündungsgebietes verstärkte, strebten diese gleichsam. danach,
die Niveauverschiebung des Meeresbodens durch erhöhte Aufschüttung mitgeführten Materials auszu-
gleichen. Gegen Ende des Cenomans erreicht der Betrag der Senkung im weiteren Umkreis der
eben skizzierten Landmassen das Übergewicht über den der Sedimentbildung, so daß sich hier jetzt
allenthalben das feinklastische Material der /’/enws-Zone über die gröberen, älteren Schichten legt.
Vom Beginn des Turon an nimmt der Betrag der Aufschüttung wieder zu, neue, gewaltige
Sandmassen schieben sich über das feinkörnige Material der Pläner und Plänersandsteine; es entstehen die
Sandsteine der Rabendocken, die (Juadergebilde der sächsischen Schweiz, der Isersandstein Böhmens, und erst
in etwas größerer Entfernung von der Küste, wenn auch immerhin noch in verhältnismäßig flachem Wasser,
bildet sich der Löwenberger Mergelsandstein, der Labiatus-, Brongniarti- und untere Scaphiten-Mergel
Sachsens, der Mergel der Weißenberger, Malnitzer und Teplitzer Schichten Böhmens. Erst gegen Ende
' Zur Geologie des Heuscheuergebirges. Verhandl. d. k. k. geolog. Reichsanstalt 1903. No. 13 S. 261.
2 Heuscheuer und Adersbach Weckelsdorf S. 17.
* Der Sandstein vom Kieslingswalde. Jahrb. d. k. preuß. geol. Landesanstalt f. 1900 S. 43.
4 Vergl. S. 40.
Han
des Turons erlangt der Betrag der Senkung von neuem das Übergewicht. Das Meer dringt in
Schlesien, Sachsen und Böhmen überall vor, tonige Sedimente mit einer reichen Fauna von Fischen,
Cephalopoden und Meeresschnecken schieben sich wieder über die Sedimente gröberen Kornes, es ent-
stehen die Mergel von Gr.-Rackwitz in Schlesien und von Zatzschke in Sachsen, während sich in
Böhmen die mergeligen Priesener Schichten auch über den Sandsteinen der Iserschichten abzulagern
beginnen. In dieser Zeit dürfte in Schlesien und Sachsen die größte Meerestiefe er-
reicht sein.
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Fig. 6. ‘Schematische Darstellung der Verteilung von Wasser und Land in der Umgebung der Sudeten etwa am Beginn des
Turons. 'Im Osten das mit dem baltischen Kreidemeer in Verbindung stehende oberschlesische Becken, das durch die
sich vom Altvatergebirge über das Eulengebirge gegen Norden erstreckende Ostsudetische Landmasse von dem west-
sudetischen Kreidemeer getrennt war, weiter westlich die Riesengebirgs-Insel. Zwischen dieser und der letzteren das
Löwenberger Becken, das mit dem sächsisch-böhmischen nördlich in der Lausitz sowie südlich des Riesengebirges
in der Landeshuter Gegend in Verbindung stand. — (Scupin, Zeitschr. f. Naturwissensch., 1911, S 333.)
Von jetzt ab wird hier im Norden das Meer ziemlich stetig tlacher, nur gelegentlich künnte dieser
Prozeß,jwenn Aufschüttung und Senkung sich das Gleichgewicht hielten zum Stillstand gekommen sein oder
auch wieder einen unbedeutenden Rückschritt getan haben. Es bilden sich die Sandsteine des sächsischen
Überquaders und der Ludwigsdorfer Sandstein Schlesiens, dem sich später im Emscher die Neu-War-
thauer Schichten und der schlesische Oberquader auflagern. Dagegen behält im größten Teile Böhmens
und der Grafschaft Glatz das Meer noch länger seine bedeutendere Tiefe. Wohl hat auch hier
in der Nähe des Landes bereits am Schlusse der Turonzeit wieder die Bildung von sandigen Sedimenten
begonnen, aber noch in ziemlich weit gegen Osten vorgeschobenen Kreidegebieten, so in der Kieslings-
= S65 pa
walder und Heuscheuer-Kreide, sowie auch noch nördlich bei Kreibitz schieben sich erst am Beginn
der Emscherzeit wieder Kiistensedimente über die tonigen Ablagerungen der oberen Scaphiten- und
Curieri-Zone, während weiter westlich vielleicht auch noch am Beginn des Senons kiisten-
fernere Sedimente zur Ablagerung kommen, so daß die beginnende Verlandung auch dieses Teiles
in eine noch etwas spätere Zeit zu verlegen ist.
In der Löwenberger Kreide hat das Land, wie es scheint, bereits am Beginn des Untersenons
an den Küsten einen Zuwachs erfahren. Ein flaches, schlammiges Becken ist entstanden, das vielleicht
nur noch durch schmale Kanäle mit dem Meere in Verbindung stand. Es beginnt sich auszusüßen, eine
an halbsalziges Wasser angepaßte Tierwelt nimmt ihren Einzug. Zusammen mit dem Tonschlamm werden
auch zahlreiche Pflanzenteile, Blätter und Holz eingeschwemmt und zeitweise besteht stellenweise die
ganze Sedimentbildung aus zerstörten, eingespülten Torfmooren, die sich inzwischen
auf den eben genannten Landmassen gebildet haben und die hier auf zweiter Lagerstätte zu
späterer Kohlenbildung führen. Diese Torfmoore waren, in ihrer ursprünglichen Lagerstätte den
Graniten aufruhend, wohl wieder die Ursache für die Bildung von Kaolin, der nun nach ihrer
Entfernung ebenfalls umgelagert wird. Gelegentliche Einbrüche des Meeres infolge weiteren
Sinkens des Küstengebietes werden durch die stellenweise reiche Salzwasserfauna bezeichnet, wenn auch
die Meeresbedeckung nur eine ganz flache gewesen sein mag.
Hier reißt der Faden ab. Was noch später zur Ablagerung gelangt, ist wieder abgewaschen
worden, und wir können daher nicht mit Sicherheit angeben. ob die völlige Verlandung schon vor Be-
sinn des Obersenons erfolgt ist.
Der so mannigfache Fazieswechsel in der Umgebung der Sudeten erscheint nach
oben Gesagtem also nicht als Folge einer wiederholten Hebung und Senkung, er ist viel-
mehr nur der Ausdruck des Kampfes zwischen Senkung und Aufschüttung, bei dem bald
die erstere, bald die letztere die Oberhand erhält.
Die wechselnde Meerestiefe etwa in dem Gebiet zwischen Bunzlau und Löwenberg läßt sich in
folgender Kurve zum Ausdruck bringen:
Fig. 7. Schematische Darstellung der Veränderung der Meerestiefe während der oberen Kreide für die Gegend zwischen
Bunzlau und Löwenberg in Schlesien. — (Scurix, Zeitschr. f. Naturw. 1911, S. 343.)
e = Cenoman, pl = Plenus-Zone, t = Turon, sc = Scaphiten-Zone, e = Emscher, su = Untersenon.
Paläontologischer Teil.
Die Bedeutung der einzelnen Tierklassen für die verschiedenen Schichten ist je nach der Meeres-
tiefe, in denen diese abgesetzt wurden, naturgemäß eine sehr verschiedene. Fischreste sind fast aus-
schließlich auf die im tieferen Wasser abgelagerten Plenus-Mergel beschränkt, wo sie fast die Hälfte der
beobachteten Arten bilden. Cephalopoden sind im allgemeinen selten, in größerem Individuenreichtum
finden sie sich nur in dem ebenfalls in tieferem Wasser abgesetzten Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz.
Die Gastropoden sind gleichfalls verhältnismäßig am artenreichsten — wenn auch individuenarm im Ver-
hältnis zu den anderen Tiergruppen — in den Gr.-Rackwitzer Mergeln vertreten, wo ihre Artenzahl fast
die der Zweischaler erreicht, wenn sie auch absolut m den Neu-Warthauer Schichten etwas größer ist.
Zweischaler bilden in dem artenarmen unteren Cenoman fast die ganze Fauna, ebenso kommen in dem
seichten Wasser des Untersenons neben den sehr zahlreichen Zweischalerformen nur wenige Arten anderer
Tierstäimme vor. Auch im Oberquader, sowie den Neu-Warthauer Schichten sind sie erheblich zahl-
reicher als alle anderen Tiergruppen zusammen. Brachiopoden finden sich in größerem Individuen-
reichtum nur im Löwenberger Mergelsandsteine, außerdem ab und zu noch im Cenomanquader. Auch
der größte Teil der Seeigel-Stücke stammt aus dem Löwenberger Mergelsandstein, aus dem jedoch auch
nur wenige Arten bekannt sind. Ebenso ist der Löwenberger Mergelsandstein das Lager für fast alle
Schwämme. Foraminiferen sind auf Grund der sächsischen und böhmischen Vorkommen in den Mergeln
der Plenus-Zone und den Groß-Rackwitzer Scaphiten-Mergeln von vornherein schon zu erwarten. Sie
wurden vorläufig von der Bearbeitung ausgeschlossen. !
Vertebrata.
Pisces.
Fischreste sind im Vergleich zu andern Formen nicht besonders zahlreich und fast ausschließlich
auf die mergeligen Gesteine der Plenuszone und der oberen Scaphitenzone (Groß-Rackwitzer Mergel)
beschränkt. Meist liegt von den einzelnen Arten nur ein Zahn vor, wogegen allerdings Drescher viel-
fach auch ein häufigeres Vorkommen erwähnt.
Teleostei.
Osmeroides lewesiensis Maxr.
1833—34. Osmeroides lewesiensis AGassız. Poissons fossiles, V, 2, S. 14, 105, Taf. 60b, c, Fig. 1, 2, 5—7.
1845—46. Osmeroides lewesiensis Reuss. Versteinerungen d. böhmisch. Kreideformation, I, S.12, Taf. 5, Fig. 10, 16, 19.
! Nach Abschluß der Abhandlung (Frühjahr 1910) wurden noch zahlreiche schöne Stücke besonders in den palä-
ontologisch noch weniger ausgebeuteten Oberquaderbrüchen von Herzogswaldau, vor allem Peroniceras-Steinkerne bis zu
!/a m Durchmesser, sowie große Inoceramen gefunden. Während einige derselben noch während des Druckes berücksichtigt
werden konnten, muß der Hauptteil einem später zu gebenden Nachtrag vorbehalten bleiben.
— 88 —
1872—75. Osmeroides lewesiensis GEINITZ. Elbtalgebirge II, Palaeontographica 20, 2, S. 228, Taf. 45, Fig. 10 —14.
1863. Osmeroides lewesiensis DRESCHER. Kreidebildungen von Lowenberg. Zeitschrift d. deutsch. geol. Gesellsch.,
XV, S. 326.
Ein Bruchstiick einer diinnen Schuppe mit sehr feiner konzentrischer Streifung und 3 deutlichen,
sowie 2 nur angedeuteten Radialfalten weist auf diese Art hin. Es liegt nur dies eine Stiick dieser
nach DrescHEer bei Löwenberg nicht seltenen, bis ins Obersenon reichenden Art aus den Mergeln der
Plenuszone vor. Sammlung des Lüwenberger Realgymnasiums.
Cyclolepis Agassizii Get.
1839. Cycloidenschuppe. Gernirz, Charakteristik des sächsischen Kreidegebirges, S. 11, Taf. 2, Fig. 2a.
1849. Aulolepis Reussii GEIN. Quader Deutschlands, S. 86.
1863. Aulolepis Reussii DRESCHER. Kreidebildungen von Lüwenberg, S. 327.
1872—75. Cyclolepis Agassizii GEINITZ. Elbtalgebirge II, S. 229, Taf. 45, Fig. 20, 21.
1878. Cyclolepis Agassizii FrirscH. Reptilien und Fische der böhmischen Kreideformation, S. 34, Fig. 58—60.
In der Plenuszone der Lettengrube finden sich kleine ganzrandige vier- oder fiinfseitig gerundete
Schuppen mit sehr feiner konzentrischer Streifung, die zusammen mit einigen etwas größeren Kopf-
knochenfragmenten am besten hierher gestellt werden. Sammlung des Löwenberger Realgymnasiums. :
Anschließend erwähne ich eine winzige ovale Schuppe (vergl. Textfigur) mit ziemlich genau in
der Mitte liegendem, sich über die Ränder erhebendem Anwachszentrum und ähnlichen feinen, jedoch
mehr welligen, an Acrogrammatolepis' erinnernden konzentrischen Linien, die nur im vorderen Teil der
Schuppe bemerkbar sind und nach hinten zu verschwinden. Der hintere Teil ist von breiten ganz un-
regelmäßigen Streifen überzogen, die flache dachziegelartig übereinanderliegende Zacken bilden. Löwen-
berger Realgymnasium.
Ganoidei.
Von Ganoiden nennt DRESCHER außer der unten zu behandelnden Macropoma Mantelli, deren
Vorkommen fraglich ist,
Pycnodus scrobiculatus Reuss.
Leider war das Stück m keiner der untersuchten Sammlungen aufzufinden, so daß eine Kritik
der Bestimmung nicht möglich war.
Selachii.
Corax falcatus Ac.
1843. Corax falcatus AG. Poiss. foss., III, S. 226, Taf. 26, Fig. 14, Taf. 26a, Fig. 1—15.
1845—46. Corax heterodon Reuss. Böhm. Kreideformation, I, S. 3, Taf. 3, Fig. 49 —71.
1845—46. Corar obliquus ebenda, S. 4, Taf. 4, Fig. 1—3.
1863. Corax heterodon DRESCHER. Löwenberg, S. 327.
1872 —75. Corax obliquus GEINITZ. Elbtal II, S. 210, Taf. 40, Fig. 2-15.
1878. Corax obliquus Fritsch. Reptilien und Fische der böhmischen Kreide, S.11, Fig. 23, 24.
Mehrere dreieckige Zähne mit gezähneltem Rande, die gut mit den Figuren bei GEINITz überein-
stimmen, liegen aus der Plenuszone der Lettengrube bei Löwenberg vor (Löwenberger Realgymnasium,
! Vergl. Gemnitz, Elbtal II, Taf. 45, Fig. 22.
SO
Sammlung Drester). In Sachsen ist die Form im gleichen Horizont beobachtet, sie wird aber erst bei
Strehlen häufiger, in Böhmen ist sie auch noch aus den Priesener Schichten bekannt geworden; die
von Frırsch aus den Chlomeker Schichten von Kieslingswalde und Neu-Waltersdorf in der Grafschaft
Glatz genannten Zähne gehören dagegen nach Srurm zu dem besonders in der Maastrichter Kreide ver-
breiteten Corax pristiodontus. Anderweitig geht die Art nach Smirn-Woopwarp ins Senon hinauf.
Otodus appendiculatus Ac.
1833 - 43. Otodus appendiculatus AGASSIZ. Poissons fossiles, III, S. 270, Taf. 32, Fig. 1— 25.
1845—46. Otodus appndiculatus Reuss. Böhmische Kreide, I, S. 99, Taf. 3, Fig. 23 - 31.
1863. Otodus appendiculatus DRESCHER. Löwenberg, S. 328. |
1871—75. Otodus appendiculatus GEINITZ. Elbtal I, Palaeontogr. 20. 1. S. 294, Taf. 65, Fig. 6, 7. II, Taf. 38, Fig. 37 - 54.
1839. Lamna appendiculata Smiru-Woopwarp. Catalogue of the fossil fishes, S. 398.
1897 — 98. Lamna appendiculata LEONHARD. Fauna d. Kreideformation in Oberschlesien, Palaeontogr. 44, S. 64.
1901. Otodus appendiculatus STURM. Der Sandstein v. Kieslingswalde, Jahrb. d. preuß. geol. Landesanst. f. 1900, S. 56.
Die charakteristischen aus einer Haupt- und zwei kurzen Nebenspitzen bestehenden Zähne dieser
Art finden sich besonders in der Plenuszone der Lettengrube am Vorwerksbusch bei Löwenberg (Löwen-
berger Realgymnasium, Sammlung Drester). Außerdem fand sich ein Abdruck in der nächst jüngeren
Schicht, dem unterturonen Quader bei Neuländel an der Katzbach. Aus jüngeren Schichten der Löwen-
berger Kreide ist sie mir noch nicht bekannt geworden, während die im Gault erscheinende Art ander-
weitig noch im Oberturon und Senon verbreitet ist.
Odontaspis raphiodon Ac.
1833—43. Lamna raphiodon AGassiz. Poissons fossiles, II, S. 296, Taf. 37a, Fig. 11—16.
1845. Odontaspis raphiodon Reuss. Böhmische Kreide, I, S. 7, Taf. 7, Fig. 15, Taf. 12, Fig. 3.
1863. Odontaspis raphiodon DRESCHER. Löwenberg, S. 328.
1871—75. Lamna raphiodon Grinitz. Elbtal I, S. 295, Taf. 65, Fig. 9—11, II, S. 209.
1878. Lamna raphiodon FrirscH. Reptilien und Fische der böhmischen Kreide, S.10, Fig. 17.
Zwei sehr schlanke Zähne dieser Art lassen die charakteristische Liingsstreifung auf der ge-
wölbten Innenseite gut erkennen, während die zarten Seitenspitzen abgebrochen sind. Die Stücke
stammen ebenfalls aus der Plenuszone der Lettengrube bei Löwenberg (Löwenberger Realgymnasium,
Sammlung Drester). Die Art geht in Sachsen bis in die Strehlener Mergel hinauf und soll nach Reuss
auch noch in den Priesener Schichten vorhanden sein. Ebenso nach Leonnarp im mittleren Turon Ober-
schlesiens. In England noch im Senon.
Oxyrhina Mantelli Ac.
1833—43. Oxyrhina Mantelli AGAssiz. Poissons fossiles, HI, S. 280, Taf. 33, Fig. 1— 9.
1845. Oxyrhina Mantelli Reuss. Böhmische Kreide, I, S. 5, Taf. 3, Fig. 1—6.
1863. Oxyrhina Mantelli DRESCHER. Lowenberg, S. 328.
1871—75. Oxyrhina Mantelli GEINITZ. Elbtal I, S. 294, IT, Taf. 38, Fig. 1— 21.
Zu dieser Art gehören einige dreieckige Zähne aus der Plenuszone der Lettengrube bei Löwen-
berg und aus einer Kiesgrube bei Groß-Rackwitz. Das in letzterer gefundene Stück dürfte offenbar
den Groß-Rackwitzer Mergeln (Scaphitenzone) entstammen. (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung
Drester). Die in dem gleichen Horizont in Sachsen vorkommende Art geht bis ins Senon hinein.
Palaeontographica. Suppl VI. 12
=. 290 2
Oxyrhina an 'ustidens Reuss.
1845. Oryrhina ongustidens Reuss. Böhmische Kreide, I, S. 6, Taf. 3, Fig. 7—13.
1845. Oryrhina heteromorpha and acuminata Reuss. Ebenda, S.7, Taf. 3, Fig. 14—19.
1863. Oryrhina angustidens DRESCHER. Löwenberg, S. 328.
1871 75. Oryrhina angustidens GEINITZ. Elbtalgeb. I, 293, Taf. 65, Fig. 1—3, U, Taf. 38, Fig. 22—28.
1878. Oryrhina angustidens FRITSCH. Reptilien und Fische der böhmischen Kreideformation, S. 8, Taf. 13.
1901. Oxyrhina angustidens STURM Kieslingswalde, S. 56, Taf. 3, Fig. 2.
Von dieser durch die schlanke Form der Zähne von der vorigen unterschiedenen Art, die in
Sachsen in der Plenuszone in außerordentlicher Häufigkeit auftreten soll, liegen Zähne aus dem gleichen
Horizont der Lettengrube bei Löwenberg vor (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Drester). Die
im Strehlener Mergel schon seltener werdende Art ist durch Sturm auch noch aus dem Kieslingswalder
Sandstein (Emscher) nachgewiesen worden und geht anderweitig auch noch höher ins Senon hinauf.
Ptychodus mammillaris Ac.
Taf. III, Fig. 2.
1833 —43. Ptychodus mammillaris AGAssiz. Poissons fossiles, III, S.151, Taf. 25b, Fig. 11— 20.
1845. Ptychodus mammillaris Reuss. Böhmische Kreide, I, S. 2, Taf. 2, Fig. 11—13.
1871— 75. Ptychodus mammillaris GEINITZ. Elbtal I, S. 297, Taf. 64, Fig. 26. II, Taf. 40, Fig. 23—29.
1878. Ptychodus mammillaris FRITSCH. Reptilien und Fische der böhmischen Kreideformation, S. 14, Fig. 33.
1882. Ptychodus latissimus WILLIGER. Die Kreidemulde von Löwenberg, Jahrb. d. preuß. geol. Landesanst. f. 1881,
Anhang S. 68.
1884. Ptychodus mammillaris FRITSCH. Weißenberger u. Malnitzer Schichten, Archiv f. d. naturwissensch. Landes-
durchforschung von Böhmen, IV, S. 97, Fig. 36.
Ein schön erhaltener vierseitiger Zahn, dessen durch 6 kräftige, kantige Falten ausgezeichneter
Mittelteil sich stark über seine Umgebung heraushebt. Der Rand ist durch konzentrische, unregelmäßig
wellig verlaufende, gelegentlich körnig werdende Schmelzfältchen verziert. Durch den stark heraus-
tretenden Mittelteil unterscheidet sich die Art von Ptychodus latissimus, auf den WırLıGer den Zahn
bezog. Das Stück stammt aus der Plenuszone der Lettengrube bei Löwenberg (Löwenberger Real-
gymnasium). Die Hauptverbreitung der bis in Senon hinaufgehenden Art liest im Turon, wo sie aus
Brongniarti-, besonders aber Scaphiten-Schichten vielfach aufgeführt wird. In Böhmen wird sie von
Reuss nur noch aus den Priesener Schichten zitiert, wo sie indes seltener sein soll.
Koprolithen.
In der Plenuszone der Lettengrube bei Löwenberg finden sich Koprolithen, die in der Form und
der teilweise wellig verlaufenden Spiralzeichnung genau mit den von Geinitz als zu Macropoma Mantelli
gehörig abgebildeten Koprolithen übereinstimmen und auch von DRESCHER und WiLLıGER unter diesem
Namen aufgeführt worden sind. Da die Art jedoch aus der böhmisch-sächsischen Kreideprovinz nicht
mit Sicherheit bekannt geworden ist — auch die von Geinırz abgebildeten Schuppen sind zweifelhaft -,
so ist jedenfalls die Zugehörigkeit zu Macropoma Mantelli nicht erwiesen, wie auch schon Geısırz selbst,
trotzdem er die Koprolithen unter diesem Namen aufführte, auf die Unsicherheit der Bestimmung unter
Bezugnahme auf Kiprranorr hingewiesen hat.'
1 Elbtal II, S. 219.
Arthropoda.
Crustacea.
Malacostraca.
Calianassa antiqua Orro.
1841. Calianassa antiqua OTTo, A. Roem. Versteinerungen der norddeutschen Kreide, S. 106, Taf.16, Fig. 25.
1843. Calianassa antiqua GEINITZ. Kieslingswalde, S. 6, Taf. 1, Fig. 1—4.
1867. Calianassa antiqua A. FrirscH. Calianassen d. böhm. Kreideformation, Abhandl. d. k. böhm. Gesellsch. d.
Wissensch., S. 7, Taf. 2, Fig. 1—6.
1871—75. Calianassa antiqua GEINITZ. Elbtal T, S. 289, Taf. 64, Fig. 1 —8.
1887. Calianassa antiqua FRITSCH u. Karka. Crustaceen d. böhm. Kreideformation, S. 42, Fig. 62—65.
1897. Calianassa antiqua Fritsch. Chlomeker Schichten, Archiv f. Landesdurchforsch. v. Böhmen, X, 8. 69, Fig. 90.
1901. Calianassa Faujasi Sturm. Kieslingswalde S. 57.
Diese besonders von Geinıtz und Frırscn eingehend beschriebene Art, die von den meisten
Autoren von Calianassa Faujasi Desm. von Maastricht getrennt gehalten wird, ist zuletzt von Sturm
wieder mit dieser vereinigt worden. Größenunterschiede, wie sie Frırschn und Gernrrz für diese Formen
annahmen, sind nach Srurm nicht vorhanden, da auch bei Kieslingswalde Stücke von gleicher
Größe, wie bei Maastricht, vorkommen sollen. Abgesehen davon indes, daß bei der älteren Form nur
einzelne Exemplare die Größe der Maastrichter erreichen, während die Hauptmasse kleiner bleibt, ist
ein Unterschied weiter auch in der Form der Scheren gegeben, die bei Calianassa Faujasi relativ breiter
sind. Allerdings bildet Geinirz auch eine Form! von Kieslingswalde ab, die sich auch hinsichtlich dieses
Punktes nicht von Maastrichter Stücken unterscheidet, wie auch andererseits unter den Maastrichter
Stücken solche von schlankerer Gestalt vorkommen, doch ergab eine Untersuchung des reichlichen
Maastrichter Materials des Berliner Museums für Naturkunde, daß bei Maastricht jedenfalls die breite
Scherenform die bei weitem herrschende ist, wogegen andererseits namentlich bei meinem Neu-Warthauer
Material die Hauptmasse der Formen schlankere Gestalt besitzt. Mag man nun annehmen wollen, dab im
Untersenon bezw. Emscher neben der schlanken Form gelegentlich auch die breite als selbständige Art
vorkommt und umgekehrt bei Maastricht neben der breiten ausnahmsweise die schlankere, oder mag man
annehmen, daß der Variationsbereich der beiden Arten ausnahmsweise noch Formen vom Habitus der
anderen mit umfaßt, so wird man doch in jedem Falle der Tatsache, daß die Hauptmasse der älteren
und der jüngeren Formen verschieden ist, auch durch verschiedene Benennung Rechnung tragen müssen.
Außer einem fraglichen Schwanzstücke liegen eine Reihe von wohlerhaltenen rechten und linken
Scherenfüßen vor, die die charakteristischen Merkmale der Art gut erkennen lassen. Dieselben stammen
meist aus den Neu-Warthauer Schichten, sowie dem Hermsdorfer Mergelsandstein. In Böhmen ist sie
bisher aus dem oberen Teile der Iser-Schichten und entsprechend dem Neu-Warthauer Vorkommen aus
den Chlomeker Schichten bekannt geworden, während sie Grinirz aus Sachsen schon aus dem Cenoman
abbildet. Andererseits geht sie noch über den Emscher hinaus ins echte Untersenon, aus dem sie von
Aachen, Westfalen und dem Harzrande genannt wird.
1 GEINITZ, Elbtal I, Taf. 64, Fig. 5.
Entomostraca.
Scalpellum maximum Sow.
Taf. TH, Fig. 6.
1829. Pollicipes maximus und sulcatus SoweRBY. Min. Conch., Taf. 606, Fig. 2, 4, 6 (non 1, 3, 5, 7).
1851. Scalpellum maximum Darwin. Fossil Lepadidae, Palaeontograph. Soc., S. 26, Taf. 2, Fig. 1—10.
1863. Pollicipes angustatus DRESCHER. Lüwenberg, S. 329.
1871 75. Scalpellum angustatum GEINITz. Elbtalgeb.'ll, S. 202, Taf. 37, Fig. 14—20.
1887. Scalpellum maximum FritscH u. Karka. Crustaceen der böhmischen Kreideformation, S. 6, Fig. 7.
1893. Scalpellum maximum FrirscH. Priesener Schichten. Archiv für Landesdurchforschung von Böhmen, IX,
S. 109, Fig. 141.
Eine einzelne den Neu-Warthauer Schichten entstammende, als Geschiebe bei Hohlstein ge-
fundene, schlanke Carina, die schon von DrESCHER erwähnt wurde, stimmt besonders gut mit dem von
Gernitz aus dem Strehlener Mergel als Sc. angustatum abgebildeten Stücke überein, das ebenso wie die
vorliegende Form zu Sc. marimum Sow. gehört. (Löwenberger Realgymnasium.)
Die zuerst im Obersenon Englands beobachtete Art findet sich in Sachsen schon im Strehlener
Mergel und wird aus Böhmen aus den etwas jüngeren Priesener Schichten von Frırscn abgebildet. Noch
jünger ist das vorliegende Vorkommen in den Neu-Warthauer Schichten (unterer Emscher). Sie steigt
auch in Deutschland bis ins Obersenon hinauf, aus dem sie GRIEPENKERL aus der Braunschweiger
Kreide nennt.
Mollusca.
Cephalopoda.
Belemnoidea.
Actinocamax plenus Braısv.
Textfigur 8.
1827. Belemnites plenus BLAINVILLE. Mem. sur les Belemnites, S. 59, Taf. 1, Fig. 6.
1829. Belemnites lanceolatus SOWERBY. Mineral Conchology VI, S. 208, Taf. 600, Fig. 8—9.
1863. Belemnites lanceolatus KUNTH. Die Kreidemulde bei Lähn, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 15, S. 732.
1872. Belemnites lanceolatus FRITSCH u. SCHLOENBACH. Cephalopoden der böhmischen Kreideformation, S. 18,
Taf. 11, Fig. 6.
1871—75. Belemnitella plena GEINITZ. Elbtal-Geb. I. 277, Taf. 61, Fig. 11—13.
1872—75. Belemnitella plena Geinitz. Elbtal-Geb. II. S. 180 z. T. Taf. 31 Fig. 15 (non 13. 14).
1876. Actinomax plenus SCHLÜTER. Cephalopoden d. oberen Kreide S. 186, Taf. 52 Fig. 16-19.
1881. Actinomax plenus WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde S. 68.
In dem das Hangende des Cenomanquaders bildenden Mergel finden sich mehrfach schlanke,
keulenförmige Belemniten mit nicht besonders deutlichen Dorsolateralfurchen, die von WirrısEr richtig
als Actinocamax plenus Sow. bestimmt worden sind. Die Stücke sind meist von geringer Größe und ent-
sprechen in ihrer Gestalt größtenteils dem von SowerBy als Belemnites lanceolatus abgebildeten Typus,
doch ist auch die größere Form in einem Bruchstück vertreten. Während die Sowergy'sche Form
— 93
von einer Reihe älterer Autoren mit A. plenus vereinigt wurde, ist neuerdings STOLLEY
nach dem Vorgange LamBEris geneigt, beide zu trennen." Nach ihm sollen beide
auch im Alter verschieden sein, indem der schon mittelturone A. /anceolatus dem jüngeren
A. plenus vorausgeht; auch das Sowerpy’sche Original soll nach Iuxes-Brown dem
Varianspläner entstammen. Das Vorkommen beider nebeneinander zeigen schon die
Abbildungen von Schuürer und Gerinirz, wie sie auch in Schlesien auf den gleichen
Horizont beschränkt sind.” Sie sind bisher überall in Sachsen, Böhmen und Schlesien nur
im höheren Cenoman in Schichten unterhalb der Labiatus-Zone gefunden worden, die der
nach der Art benannten, von Scuutrer schon zum Turon gestellten Zone in Westfalen
entsprechen. Die Verbreitung dieser Zone in Böhmen ist von PerrascueK geschildert
worden, nach dessen Beobachtungen schlanke und dickere Formen nebeneinander
auch hier vorkommen, und der vor allem auch den cenomanen Charakter der Zone
nachgewiesen hat. Daß Act. plenus auch in Westfalen zusammen mit typischen Ceno-
manleitfossilien auftritt, hat später Srıuır? gezeigt, wobei er auch die Zweifel-
haftigkeit des zuerst von Schnürer aus der Labiatus-Zone des Harzrandes zitierten an-
Fig. 8.
Actinocamax plenus
BLAINV.
Plenus-Mergel, Hir-
seberg bei Löwen-
berg. Löwenber-
ger Realgymnas.
geblichen A. plenus nochmals hervorhebt, nachdem schon Scuzirer selbst dieses Vorkommen in der Ver-
breitungstabelle als fraglich aufgeführt hatte.” Während, wie J. Born neuerdings hervorgehoben, Ac.
plenus auch schon in tieferen Horizonten des nordwestdeutschen Genomans vorkommt, bleibt die Aus-
scheidung einer Zone des Act. plenus an der oberen Cenomangrenze der südostdeutschen Kreide, wie
oben gezeigt, durchaus gerechtfertigt.
Am häufigsten ist die Art in den //enus-Mergeln der Lettengrube am Vorwerksbusch bei Löwen-
berg, ein Exemplar stammt aus den gleichaltrigen Mergeln des Hirseberges (Löwenberger Realgymnasium,
Geologische Landesanstalt, Sammlung Scholz), einige weitere aus dem Aufschluß am Wege nach dem
Schießhaus, ein weiteres nennt Kunru aus derselben Zone vom Lerchenberge der Lähner Mulde.
Ammonoidea.
Prionotropidae Zırr.
Peroniceras GrossouvRE,
Peroniceras tricarinatum p’Orp.
Taf. III, Fig. 5.
1840. Ammonites tricarinatus D'ORBIGNY. Palaeont. française, Terr. eretac. I, S. 307, Taf. 91, Fig. 1-2.
1850. Ammonites subtricarinatus D'ORBIGNY. Prodrome II, S. 212.
' 14. Jahresbericht d. Vereins f. Naturwissensch. z. Braunschweig S. 89.
? Allerdings werden hier erst im oberen Cenoman die Lebensbedingungen für Cephalopoden durch Vertiefung des
Meeres günstigere, so daß im mittleren Cenoman von vornherein keine Belemniten zu erwarten sind.
# Die Zone des Actinocamax plenus in der Kreide des östlichen Böhmens. Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Bd. 55.
1905. S. 409.
* Actinocamax aus norddeutschem Cenoman, Monatsber. d. deutsch. geol. Ges. 1905, S. 159.
° Cephalopoden d. oberen deutsch. Kreide, Palaeontogr. 24. 1876-77. S. 257.
== (OLE
1863. Ammonites subtricarinatus DRESCHER. Lowenberg, S. 331, Taf. 8, Fig 2—4.
1872. Ammonites tricarinatus SCHLUTER. Cephalop. d. ober. deutsch. Kreide, S. 44, Taf. 13, Fig 1—4.
1893. Peroniceras subtricarinatum GROSSOUVRE. Les Ammonites de la craie supérieure d. |]. France, S. 94 Taf. 10,
Fig. 1-3; Taf. 11, Fig. 1.
1893. Schloenbachia subtricarinata FRITSCH. Priesener Schichten, S. 74, Fig. 48.
1900. Peroniceras subtricarinatum STURN. Kieslingswalde, S. 60, Taf. 3, Fig. 5, 5a.
Von dieser Art bildete Drescher aus dem Oberquader ein schönes Stück ab, das leider nicht
aufgefunden werden konnte. Sehr schöne Stücke von etwa '/2 m Durchmesser aus dem Oberquader von
Herzogswaldau sah ich bei Herrn Stadtrat Kraursrrunk in Bunzlau. Hierher gehört ferner das ab-
gebildete Bruchstück aus dem Oberquader von Ullersdorf a. Queis (Berliner Museum für Naturkunde),
das die charakteristischen drei durch Furchen getrennten Externkiele sowie mehrere kräftige, innen
und außen zu Knoten anschwellende Rippen erkennen läßt, die nach Stärke und Stellung denen in den
zitierten Abbildungen entsprechen.
Nachdem Sturm die Art im Gegensatz zu ScHLÜüTER ebenso wie die meisten anderen Autoren
als Per. subtriearinatum aufgeführt hatte, ist SchLürer später! nochmals für die Bezeichnung Per, tricari-
natum eingetreten, unter welchem Namen die Art auch hier aufgeführt werden möge.
Die Art kommt in der Löwenberger Kreide nur im Oberquader vor. In der Grafschaft Glatz
ist sie durch Dames aus dem Liegenden der Kieslingswalder Sandsteine, den oberen Kieslingswalder
Tonen (= Cuvieri-Zone) bekannt geworden. In Böhmen erscheint sie zuerst in den Teplitzer Schichten,
sie setzt sich in die Priesener Schichten fort und erreicht ihre Hauptverbreitung in den dem Emscher
entsprechenden Chlomeker Schichten, wie sie auch in Frankreich als Leitfossil des Emschers (Coniacien)
gilt, während sie in Westfalen auch schon in der Cuvieri-Zone, wenn auch seltener, vorkommt.
Peroniceras westphalicum Srromp.
Tat. IV. nies 8:
1859. Ammonites westphalicus v. SYROMBECK. Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges., S. 53.
1867. Ammonites westphalicus SCHLÜTER. Die jüngsten Ammoneen Norddeutschlands, S. 30, Taf. 6, Fig. 2.
1872. Ammonites westphalicus SCHLÜTER. Cephalopoden d. ober. deutsch. Kreideform. S. 45, Taf. 13, Fig. 5—6. |
1893. Peroniceras westphalicum GROSSOUVRE. Les Ammonites de la craie supérieure, S. 98, Taf. 12, Fig. 1—2.
Peroniceras westphalicum, das aus der böhmisch-sächsisch-schlesischen Kreideprovinz noch nicht
bekannt ist, hat mit der vorigen Art den von zwei Furchen begleiteten Mittelkiel auf der Externseite
gemein und zeigt ebenfalls kräftige, an der Extern- und Nabelkante zu starken Knoten anschwellende
Rippen, die aber hier noch plumper und breiter und dementsprechend auch in geringerer Anzahl vor-
handen sind. Während bei der vorigen Art auf einen Umgang etwa 30 Rippen kommen, sind hier nur
gegen 20 vorhanden. Dieselben sind in ihrem mittleren Teile meist recht unbestimmt und treten nur da,
wo sie zu Knoten anschwellen, stärker hervor. Von beiden Knotenreihen ist die äußere die stärkere.
Die inneren Knoten verflachen in der Richtung der Rippen und sind nur seitlich etwas deutlicher aus-
geprägt, während die äußeren eine breit gerundete, mehr kugelige Form zeigen. Die Lobenlinie wird
der durch Dresoner von Peroniceras tricarinatum abgebildeten äußerst ähnlich, wie überhaupt eine Unter-
' Zeitschr. d. Deutsch. geol. Gesellsch. 54, S. 330. 1902.
95 —
scheidung nicht immer leicht ist, so daß auch Grossouvre die Vermutung ausspricht, daß die vor-
liegende Form nur eine Varietät dieser letzteren sei, die sich in typischen Stücken durch eine grübere
Zahl von Windungen, deutlicher ausgepriigte gerundete Innenknoten, meist etwas bestimmtere Rippen
und vielfach auch engere Stellung und dementsprechend größere Zahl der letzteren auf einer Windung
unterscheidet. Daß in letzterer Beziehung mitunter auch eine Annäherung beider Formen eintreten
kann, geht aus den Angaben Scuitrer’s hervor,' auch das eben bei Per. tricarinatum genannte Stück
von Herzogswaldau wurde nur wegen seiner zahlreicheren Umgänge zu dieser Art gestellt, während die
Zahl der Rippen eine mittlere ist. Übergänge zeigt auch die Ausbildung der Innenknoten.
So zeigt eine von Fritsch und SCHLoENnBACH? aus den Chlomeker Schichten als subtriearinatus
D’ORB. (= tricarinatus p’Ors.) abgebildete Form in der Zahl der Rippen und der Ausbildung der Knoten
Übereinstimmung mit der vorliegenden Art, während die Zahl der Windungen für #ricarinatum spricht.
Ein an gleicher Stelle Fig. 5 abgebildetes Stück stimmt ebenfalls hinsichtlich der Windungen und hier
auch der Rippenzahl mit tricarinatum überein, zeigt aber die gleiche gestreckte Ausbildungsweise der
Knoten wie bei Peron. westphalicum. Das Gleiche gilt von dem aus den Teplitzer Schichten abgebildeten
Stück Taf. {. Eine stärkere Einrollung zeigt wieder Fig. 2 bei Frırsch und SCHLOENBACH, die sonst
einen typischen fricarinatus darstellt.
Trotzdem wird man beide Formen vorläufig getrennt halten müssen, da die genannten Unter-
scheidungsmerkmale verhältnismäßig häufig zusammentreffen; auch ist das typische Peroniceras west-
phalicum bisher nur aus dem Emscher nachgewiesen, während #ricarinatus, wie oben erwähnt, schon in
der Scaphitenzone vorkommt. Allerdings ist das publizierte Material aus Emscher-Schichten vorläufig
noch sehr mangelhaft.
Die im westfälischen Emscher sowie im Coniacien Frankreichs vorkommende Art liest aus dem
D
oberen Quader von Kesselsdorf (oberer Emscher) in zwei Stücken, dem größeren abgebildeten sowie
einem kleineren Bruchstücke eines Abdruckes vor. (Löwenberger Realgymnasium.)
Desmoceratidae Zrrr.
Pachydiscus spec.
Textfigur 9.
Ein einzelnes großes Bruchstück aus dem Cenoman von Braunau von ovalem Windungsquer-
schnitt zeigt an der Nabelkante kräftige gerundete Falten, die nach der gerundeten Außenseite hin etwa
in halber Windungshöhe verflachen. Von Pachydiscus peramplus unterscheidet sich die Form durch den
höheren Windungsquerschnitt.
! Bei dem von SCHLÜTER gegebenen Vergleich beider Formen ist statt #ricarinatum mehrfach versehentlich Zridor-
satum geschrieben. Daß hier nicht diese hinter Per. westphalicum behandelte Art, sondern das vorher besprochene tricari-
natum gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
2 Gephalopoden d. böhm. Kreide Taf. 10 Fig. 1.
bo
Fig. 9. Pachydiscus spec. Cenomanquader, Braunau bei Löwenberg. Löwenberger Realgymnasium. 1:
Cosmoceratidae Zırr.
Placenticeras Merk.
Placenticeras Orbygnyanum GEIx. sp.
Taf. III, Fig. 10.
1843. Ammonites Vibrayeanus GEINITZ. Kieslingswalde S. 8 Taf. 1 Fig. 8.
1850. Ammonites Orbignyanus GEINITZ. Quadersandsteingeb. S. 114 Taf. 4 Fig. 1.
1863. Ammonites Orbignyanus DRESCHER. Lowenberg S. 330 Taf. 8 Fig. 1.
1872. Ammonites syrtalis MoRTON ex parte bei SCHLÜTER, Cephalopoden d. ob. deutsch. Kreide, Palaeontographica 21
S. 46 Taf. 15 Fig. 4.
1872. Ammonites Orbignyanus FRITSCH u. SCHLOENB. A.C. H. Cephalop. d. böhm. Kreideform., S. 36 Taf. 10 Fig. 4—5.
Tal NM RE
1893. Placenticeras Fritschi. GROSSOUVRE, Recherches sur la craie supérieure d. 1. France. II. Les Ammonites de
la craie supérieure. — Mém. p. servir à l’explic. d. 1. Carte géol. det. d. 1. France I, S. 124 Taf. 5
Fig. 1-2.
1893 u. 97. Placenticeras Orbignyanum Fritsch. Priesener Schichten S. 75 Fig. 53, u. Chlomeker Sch. S.37 Fig. 18.
Mehrere scheibenförmige, allerdings teilweise unvollständige, eng genabelte Stücke mit 2 deut-
lichen Externkanten, die bei großen Stücken nach der Mündung zu undeutlich werden, hohem, ovalen
Mündungsquerschnitt und glatter oder an der Nabelkante ganz schwache, knötchenartige Anschwellungen
tragender Oberfläche gehören zu dieser Art. Die Lobenlinie, die bei einem Kesselsdorfer Stücke gut
erhalten ist, hat Drescher eingehend beschrieben. Mit Sturm’ und PrrrascHer?” halte ich Placenticeras
Orbignyanum von Pl. syrtalis, mit dem ScHLÜTErR die Art vereinigte, getrennt.
Die horizontal sehr weit verbreitete, in der Kreide von Texas, dem Coniacien (Emscher) Frank-
reichs und der Otator-Gruppe Indiens vorkommende Art tritt in Böhmen und Sachsen zuerst in den
! Kieslingswalde, S. 59.
? Die Ammoniten der sächsischen Kreideformation, Beitr. z. Paläontologie u. Geologie Osterr.-Ungarns u. d. Orients,
XIV, 1901, S. 134.
— 97 —
Priesener Schichten bezw. den Tonmergeln von Zatzschke auf. Dem scheint das Vorkommen bei Lüwen-
berg zu entsprechen; wenigstens liegen von hier zwei Stücke vor, die, obwohl ohne nähere Fundorts-
bezeichnung, wohl nur aus den Tonmergeln von Gr.-Rackwitz stammen können (Preußische Geologische
Landesanstalt). Sie ist dann in Sachsen im Uberquader zu finden und erreicht in Bühmen ihre Haupt-
verbreitung im Emscher (Chlomeker-Schichten), welchem Vorkommen in der Lüwenberger Kreide das
Fig. 10. Acanthoceras spec. Cenomanquader, Fuchswinkel bei Braunau. Löwenberger Realgymnasium. 2:3,
EI
in den Neu-Warthauer Schichten (Berliner Museum für Naturkunde), namentlich aber im Oberquader ent-
spricht, aus dem sie in großen Stücken von Kesselsdorf vorliegt. (Löwenberger Realgymnasium.)
Acanthoceras Nrumayr.
Acanthoceras spec.
Textfigur 10 (s. oben).
1863. Ammonites Rhotomagensis DRESCHER. Lowenberg, S. 333.
Palaeontographica. Suppl VI. ]
w
= 40, —
Ein schlecht erhaltener Stemkernrest aus grobem Cenomanquader vom Fuchswinkel bei Braunau.
Die Nabelkante trägt kräftige Knoten; die von ihr ausstrahlenden geraden Rippen treten höchstens bis
etwa zur Mitte stärker hervor, werden dann aber ziemlich flach und schwellen auch nur in den
älteren Windungen an der Außenkante wieder etwas an. Den von der Nabelkante ausgehenden Haupt-
rippen ist ausnahmsweise eine kürzere eingeschaltet. Es kommen etwa 13—15 Rippen auf einen Um-
gang. Die Externseite sowie der (Juerschnitt sind leider der Beobachtung entzogen. Ebenso sind die
inneren Windungen nicht zu beobachten. Die Weite des Nabels entspricht etwa der des A. Rhotoma-
gense. DRESCHER, dem WiırLıGEr folgte, bestimmte die Form als zu dieser Art gehörig, die aber deut-
lichere Knoten an der Externkante hat. Auch sind die Rippen bei dieser Art meist in ihrer ganzen
Länge stärker entwickelt. Jedenfalls ist die Zugehörigkeit namentlich auch in Anbetracht der mangel-
haften Erhaltung mindestens sehr unsicher. Löwenberger Realgymnasium.
Scaphites Park.
Scaphites Geinitzi p’Ors. et var. intermedia Scur.
typus.
1850. Scaphites Geinitzii D ORB. Prodrome II, S. 214.
1870. Scaphites Geinitzii F. Roemer. Geologie von Oberschlesien, S. 320, Taf. 35, Fig. 6.
1872. Scaphites Geinitzii SCHLÜTER. Cephalopoden d. ober. deutschen Kreide, S. 75, Taf. 23, Fig. 12—22, Taf. 27,
Fig. 9.
1872. Scaphites Geinitzii FRITSCH u. SCHLOENBACH. Cephalopoden d. böhm. Kreide, S. 42, Taf. 13, Fig. 7, 10, 12.
Taf. 14, Fig. 11.
1872—75. Scaphites Geinitzii GEINITZ. Elbtalgebirge U, S. 191, Taf. 35, Fig. 1—4.
1881. Scaphites Geinitzii WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde, S. 77.
1891. Scaphites Geinitzii FrirscH. Teplitzer Schichten. Arch. f. Landesdurchforsch. v. Böhm. VI, 8. 71, Fig. 43.
var. intermedia Scup.
1891. Scaphites Geinitzii var. binodosa A. ROEMER bei JAHN, Ein Beitrag zur Kenntnis d. Fauna d. Priesener
Sch. Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. 41, S. 180, Fig. 1.
1895. Scaphites cf. Lamberti ex parte Jann, Beitr. z. Kenntnis d. böhm. Kreide, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. 45,
S. 132. (Non GROSSOUVRE, Les Ammonites de la craie supérieure, S. 241, Taf. 32, Fig. 1. 5.)
1905. Scuphites Lamberti und Ubergangsformen zu Geinitzi PETRASCHEK. Uber die jüngsten Schichten der Kreide
Sachsens. Abhandl. d. naturw. Gesellsch. Isis Dresden, Jahrg. 1904, S. 6.
1907. Scaphites Geinitzi var. intermedia SCUPIN. Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten
in Sachsen, Schlesien und Böhmen. Neues Jahrb. f. Min., Beil.-Bd. 24, S. 696, 704.
Von dieser Art liegen sowohl die stärker- wie die feingerippte Form vor. Die erstere entspricht
etwa der Figur 14 und 17 bei Schnürer (a. a. O.); die wenig zahlreichen Rippen sind durch breite
Zwischenräume getrennt und auf dem Haken in 2—3 feinere Rippen gespalten, zwischen denen noch
{—2 weitere feine Rippchen zu beobachten sind. Knoten sind nur auf dem nicht eingerollten Teile an
der Gabelstelle zu beobachten, während auf dem eingerollten Teil nur einfache Spaltrippen wahrnehmbar
sind, zwischen die sich nur gelegentlich einzelne weitere Rippen einschieben. Häufiger ist der Fig. 22
bei ScHLÜTER entsprechende feingerippte Typus mit oder ohne Knoten. Einzelne Stücke zeigen eine
eng, —
Andeutung einer zweiten, inneren Knotenreihe, ähnlich dem Exemplare Scuzürers Fig. 23. Derartige
auch in den gleichaltrigen sächsischen Mergeln von Zatzschke und den böhmischen Priesener Schichten
nicht selten vorkommenden Formen leiten durch stärkere Ausbildung dieser Innenknoten über zu Formen,
die mitunter als Scaphites Lamberti bezeichnet worden sind. Mit diesem Namen belegte Grossouvre
eine Form des französischen Coniacien, indem er ihn gleichzeitig auch auf die von Frrrscu und ScHLoEN-
BACH a. a. O. Taf. 14, Fig. 13 als Se. Geinitzii var. binodosa A. Rosmer aus den Priesener Schichten ab-
gebildete Form anwandte.
Indes sind bei der Form des südostdeutschen Oberturon die inneren Knoten meist erheblich
schwächer ausgebildet als bei der französischen Emscher-Form, deren innere Knoten bei dem Fig. 5
abgebildeten Stücke Grossouvres sogar merklich stärker entwickelt sind als die äußeren; weniger auf-
fallend ist der Unterschied bei der anderen Figur Grossouvres. Die inneren Knoten der Turonform,
innerhalb deren ebenso wie beim typischen Se. @einitzi feiner und stärker gerippte Formen vorkommen,
können dabei wohl umfangreicher werden als die äußeren, doch sind sie flacher als diese. Nur bei der
ebengenannten von Frrrsch und SchLornsachH abgebildeten, auch von Jann schon zu Se. Lamberti gestellten
Form erreichen sie etwa die Stärke der äußeren, aber auch hier nur an einzelnen Stellen, während an
andern die Innenknoten schwächer bleiben und stellenweise gar nicht ausgebildet sind. Der Unterschied
dieser Form von der weniger extremen Fig. 1 bei Grossouvre ist nicht mehr allzugroß. Auch bei dieser
sind die Innenknoten etwas unbestimmter als die äußeren, doch bleiben sie immerhin stärker als die bei
Fritsch. Es ist daher meines Erachtens auch das Gegebene, auch diese Form zusammen mit den im
gleichen Horizont vorkommenden Stücken mit schwächeren Innenknoten, wie sie Jaun unter dem Frirscn-
schen Namen a. a. O. abbildet, noch als Varietät an Scaphites Geinitzi anzuschließen, doch darf diese dann
nicht als var. binodos« A. Roem. bezeichnet werden, da Se. binodosus A. Rom. eine ganz andere Form
darstellt." Ich möchte sie wegen ihrer Zwischenstellung zwischen Sc. @einitzi und Lamberti als Se. Geinitzi
var. intermedia bezeichnen. Eine besondere Bezeichnung dieser also durch eine schwächere innere und
eine stärkere äußere Knotenreihe ausgezeichneten Form erscheint vorläufig um so eher gerechtfertigt,
als noch zu prüfen bleibt, ob die vertikale Verbreitung. genau die gleiche ist, wie bei der Hauptform.
Ein einwandsfreier Nachweis des Vorkommens des typischen Sc. Lamberti in den Priesener bezw.
gleichaltrigen sächsischen und schlesischen Schichten scheint mir bisher nicht erbracht. Ob das von Jaux
als Se. conf. Geinitzi var. Lamberti? abgebildete Stück ohne Wohnkammer zu dieser Art gehört, läßt
sich wegen dieses Mangels nicht entscheiden; die allein vorhandenen Luftkammern, welche die charak-
teristischen Merkmale nicht zeigen, sollen nach Jan allerdings mit denen typischer Exemplare mit er-
haltenen Wohnkammern übereinstimmen, doch faßt auch Jaux den Begriff der in Rede stehenden Art
etwas weiter, als ich dies in Anbetracht des geologischen Vorkommens tun möchte, wie aus seinem
Hinweis auf seine oben zitierte Form bei Besprechung des Frrrscu’schen Scaph. Geinitzi var. binodosu
hervorgeht, welche Form ebenfalls von ihm zu Sc. Lamberti gestellt wird.
Auch der Scaphites Lamberti Lronnarps aus der oberschlesischen Kreide* gehört sicher nicht zu
1 Nicht hierher gehörig ist dagegen die von Frirscu als Scaphites binodosus A. ROEM. abgebildete Form der Chlo-
meker Schichten von Kieslingswalde, für die LANGENHAN und GRUNDEY den Namen Sc. kieslingsiwaldensis eingeführt hatten,
welcher Name der Form zu belassen ist (vergl. Sturm, Kieslingswalde S. 61).
? Jahrbuch d. k. k. geol. Reichsanst. 45. 1895, Taf. 8, Fig. 1.
3 Die Fauna der Kreideformation in Oberschlesien. Palaeontogr. 44, 1897, Taf. 6, Fig. 8.
—- 100 —
dieser Art und unterscheidet sich wesentlich nur durch die weniger zahlreichen, stärkeren Rippen von
der ebenda als Ubergangsform zu Se. Geinitzi abgebildeten Form, die wohl noch zu Scaph. Geinitzi selbst,
so wie er meist gefaßt wird, gehören dürfte. Knoten sind trotz der erhaltenen Wohnkammer ebenso-
wenig wie bei dieser Übergangsform Lronnarps zu sehen. Sehr wahrscheinlich liegt hier ebenfalls nur
eine Varietät des Scaphites Geinitzi vor.
In die Nähe vorliegender Form gehört auch die von PerrascueK! als Scaphites kieslingswaldensis
LANGENH. u. GRUNDEY aus den Tonmergeln von Zatzschke zitierte Form, deren Original ich dank der
Liebenswiirdigkeit von Herrn Geheimrat CreDxER besichtigen konnte. Ist das Stück auch für genauere
Bestimmung zu unvollständig, so dürfte es doch jedenfalls nicht zu dieser erst in jüngeren Schichten
auftretenden Art gehören.
Scaphites Geinitzi einschl. var. intermedia ist in der Löwenberger Kreide ebenso nur aus den Ton-
mergeln von Gr.-Rackwitz bekannt geworden, woher ihn auch schon WirLıGer beschrieb (Löwenberger
Realgymnasium, Sammlung der geol. Landesanstalt, zahlreiche z. T. allerdings nicht sehr gut erhaltene
Stücke). Die in Sachsen auf die Scaphitenzone beschränkte, in den Strehlener Mergeln und dem Horizont
von Zatzschke häufige Art wird in Böhmen von Frırsch schon aus den Weißenberger und Malnitzer
Schichten (Unterturon) genannt, aber erst aus den Teplitzer Schichten abgebildet, sehr häufig ist sie in
den Priesener Schichten. In ähnlicher Weise auch in Westfalen schon als Seltenheit in der Brogniarti-
zone, aber erst in der Scaphiten- und Cuvierizone weiter verbreitet. Die sich bei Grrnrrz findende
Angabe eines auch senonen Vorkommens erklärt sich durch irrtümliche Deutung der in Frage kommenden
Schichten.
Scaphites Geinitzi p’ORs. var.
Taf. III, Fig. 7.
Ein einzelnes Stück der geologischen Landesanstalt aus den Mergeln von Gr.-Rackwitz schließt
sich ebenfalls an Scaphites Geinitzi an. Die Rippen sind hier auch auf dem nicht eingerollten Teil meist
nur einfach gespalten, ab und zu ist eine einzelne Rippe eingeschaltet. Das Stück nähert sich in
dieser Beziehung dem von Leonnarp als Scaphites Lamberti Grossouvre von Oppeln abgebildeten, ? das
jedoch, wie schon erwähnt, kaum zu dieser Art gehören dürfte. Von den für die Art charakteristischen
zwei Knotenreihen ist bei der Oppelner Art nichts zu sehen, die Unterscheidung Leonnarps von dem
bei ihm als feinrippig gekennzeichneten Scaphites Geinitzi gründet sich vielmehr nur auf die weniger
zahlreichen stärkeren Rippen, die allerdings namentlich im Hinblick auf die geringe Zahl der Spaltrippen,
trotz der Veränderlichkeit der Art in dieser Beziehung, eine Abtrennung rechtfertigen könnten, wenn
auch nicht eine Zurechnung zu der Grossovyre’schen Art. Immerhin ist die Form eng mit Scaphites
Geinitzi verknüpft. Die von Leoxhann abgebildete Übergangsform? dürfte, wie gesagt, schon in den
Variationsbereich der jedoch keineswegs immer feinrippigen Art gehören. In Anbetracht des spärlichen
Materials sehe ich zunächst von einer besonderen Benennung ab.
! Über die jüngsten Schichten der Kreide Sachsens, Isis 1904, S. 6.
2 Kreideformation in Oberschlesien. Taf. 6, Fig. 8.
3 Ebenda, Fig. 7.
— {01 —
Scaphites auritus SCHLÜT.?
Textfigur 11.
1870. Scaphites spec. F. RoEMER. Geologie von Oberschlesien, S. 334, Taf. 29, Fig. 17, 18.
1871. Ammonites Bladenensis SCHLÜTER. Cephalopoden d. oberen Kreide, S. 30, Taf. 10, Fig. 5, 6.
1873. Scaphites auritus SCHLÜTER. Ebenda S. 77, Taf, 23, Fig. 7—9.
1897. Scaphites auritus LEONHARD, Fauna der Kreideformation in Oberschlesien, Palaeontographica 44, 5. 61.
Hierher könnte ein unvollständiges Stück aus den Tonmergeln von Gr.-Rackwitz mit weitem
Nabel gehören, das 3-4 innere Windungen erkennen läßt und in der Skulptur mit ScuLürse’s Fig. 9
gut übereinstimmt. Dieselbe besteht aus kräftigen Rippen, die sich durch einfache Spaltung oder Neu-
einsetzung vermehren. Der charakteristische, abstehende Haken ist leider nicht erhalten. (Sammlung
der geologischen Landesanstalt.)
Außerdem liegen einige kleine verkieste Formen vor, welche (Löwen-
berger Realgymnasium) ganz dem Typus des Ammonites Bladenensis ent-
sprechen, den Schtürer selbst schon als wahrscheinlich identisch mit den
inneren Windungen des Sc. auritus ansah und der auch von LEONHARD zu
dieser Art gezogen wird. Die Stücke, die nur wenige Millimeter Durch-
messer erreichen, sind scheibenförmig und ganz evolut. Auf der letzten im
Querschnitt etwa kreisförmig erscheinenden Windung sind schwache, flach-
wellige Rippchen sichtbar, die inneren Umgänge erscheinen glatt. Die aus
der sächsisch-böhmischen Kreide noch nicht bekannte Art ist in der Scaphiten-
Fig. 11.
Scaphites conf. auritus SCHLÜTER.
Scapitenmergel von Gr.-Rack-
Zone weit verbreitet, wird von Barroıs jedoch auch aus der Plenus-Zone zitiert. witz. Geologische Landesanstalt.
Scaphites cf. kieslingswaldensis LanGenH. u. GRUNDEY.
1891. Scaphites kieslingswaldensis LANGENHAN u. GRUNDEY. Das Kieslingswalder Gestein. ‚Jahresbericht des Glatzer
Gebirgsvereins, X, S. 9, Taf. 1, Fig. 1.
1893. Scaphites Mesleï GROSSOUVRE. Les Ammonites de la craie supérieure, S. 239, Taf. 32, Pig. 4. 7.
1897. Scaphites binodosus FRITSCH (non A. Roem). Chlomeker-Schichten, S. 37, Fig. 20.
1901. Scaphites kieslingswaldersis STURM. Sandstein von Kieslingswalde, S. 61, Taf. 3, Fig. 8.
Die von LanGEenHan und Grunpey aufgestellte, später von Frirscn zu Se. binodosus A. Roem.
gezogene, dann von Sturm wieder unter dem ursprünglichen Namen aufgeführte Art hat besonders von
letzterem eine eingehende Beschreibung erfahren.
Es liegt nur ein einzelnes Bruchstück mit starken, durch breite Zwischenräume getrennten
Rippen vor, die am Nabelrande zu länglichen Höckern und am Außenrande zu kräftigen Knoten an-
schwellen, an denen Gabelung erfolgt. Zwischen den Teilrippen sind noch etwa 2—3 weitere feine
Rippen eingeschaltet.
Nach Srurm’s Beschreibung sind bei Sc. kieslingswaldensis die Außenknoten ebenso wie bei dem
identischen französischen Sc. Mesleï Grossouvre im Gegensatz zu dem nah verwandten Sc. Lamberti
Grossouvre' quergestellt, bei dem sie gerundet sein sollen. In dem vorliegenden Stücke ist das nur an
einem Teil der Knétchen wahrzunehmen, doch zeigen auch bei Grossouvre nicht alle Knötchen diese
i Awa. OS 241 Taf. 32, Fig. 1. 5,
— 102 —
Ausbildungsweise, wie sich überhaupt Scaphites kieslingswaldensis bezw. Meslei und Sc. Lamberti sehr nahe
stehen. Als Unterscheidungsmerkmal gibt Grossouvne für letztere Art außer der Form der Knoten die
geraden Rippen an, die bei seinem Scaphites Meslei mehr geschwungen sein sollen, doch kommt auch
dieses Merkmal, das sich bei einem Teil der Rippen der Grossouvre’schen Abbildungen recht gut beob-
achten läßt, nicht überall mit der gleichen Deutlichkeit zum Ausdruck, und ist auch nur an einem Teil
der Rippen des hierhergehürigen, von Frirscn als Scaphites binodosus A. Rorm. abgebildeten Stückes von
Kieslingswalde zu erkennen. Betrachtet man dementsprechend überhaupt nur das Auftreten derartiger
leicht geschwungener Rippen und ebenso quergestellter Knoten als hinreiehend zur Unterscheidung, so
wird man auch das vorliegende Stück, das nur an dem kleineren Teil der Rippen die charakteristische
Ausbildung erkennen läßt, im übrigen aber gerade Rippen zeigt und daher nach Sc. Lamberti hinneigt,
zu der in Rede stehenden Art stellen müssen, wofür auch weiter die Ausbildung der Innenhöcker spricht,
die bei Se. kieslingswaldensis in der Richtung der Rippen gestreckt sind, bei Sc. Lamberti aber gerundet
erscheinen.
Das einzige vorliegende Stück stammt aus den dem Kieslingswalder Sandstein gleichaltrigen
Neu Warthauer Schichten (Sammlung Drzster). Die Art ist bisher nur aus dem Emscher (Kieslings-
walder Sandstein, Coniacien Frankreichs) bekannt geworden. Die von PETRASCHER aus den Tonmergeln
von Zatzschke unter diesem Namen zitierte Art gehört, wie schon oben' bemerkt wurde, nicht hierher.
Lytoceratidae Neumayr emend. Zırr.
Baculites Lan.
Baculites incurvatus Dus.
Tat. II, Figs 10:8;
1835. Baculites incurvatus Dusarpın. Mémoires d. |. soc. géol. d. France, S. 232, Taf. 17, Fig. 13.
1863. Baculites incurvatus DRESCHER. Lowenberg, S. 333.
1872. Baculites incurvatus FRITSCH u. SCHLOENBACH. Cephalopoden der böhm. Kreide, S. 51, Taf. 13, Fig. 21.
1876. Baculites incurvatus SCHLÜTER. Cephalopoden d. ob. Kreide, S. 142, Taf. 39, Fig. 6. 7., Taf. 40, Fig 3.
1887. Baculites incurvatus HoLzaprEerL. Mollusken der Aachener Kreide, Palaeontographica 34, S. 64, Taf. 4, Fig. 5. 6.,
Taf. 5, Fig. 10.
1897. Baculites incurvatus FrıTscH. Chlomeker Schichten, S. 40, Fig. 23.
1901. Baculites incurvatus Sturm. Kieslingswalde, S. 62, Taf. 4, Fig. 1.
Zu dieser Art gehören zwei Stücke von ovalem Querschnitt mit gerundeten, geschwungenen
Rippen, von denen etwa je die vierte oder fünfte in einem Knoten endigt, während die übrigen nach
dem Rücken zu verflachen. Die Rippen sind bei dem einen Stücke etwas stärker als bei den meisten,
z. B. auch den Schrürer’schen Abbildungen. Die Lobenlinie ist leider nicht erkennbar.
Beide Stücke (Sammlung der geolog. Landesanstalt, Sammlung Drester) stammen aus den Neu-
Warthauer Schichten. Aus echtem Untersenon, in dem sie anderweitig noch vorkommt, ist sie in der
Löwenberger Gegend bisher noch nicht bekannt geworden. In Böhmen in den Chlomeker Schichten,
im Emscher und der Granulatenkreide Westfalens und des Harzes, ebenso im Aachener Untersenon.
1 Vergl. Seite 100.
— 1083 —
Baculites bohemicus FrirscH.
1872. Baculites Faujasi var. bohemica FRITSCH u. SCHLOENBACH. Cephalop. d. böhm. Kreide, S. 49, Tat. 13,
Fig. 2325, 29. 30.
1874. Baculites baculoides Grinirz. Elbtalgebirge Il, S. 195, Taf. 35, Fig. 17— 21.
1876. Baculites cf. bohemicus SCHLÜTER. Cephalop. d. oberen deutschen Kreide II, S 140, Taf. 39, Fig. 1—5.
Mehrere kleine unvollständige Stücke von elliptischem (Juerschnitt stimmen gut mit den Ab-
bildungen bei Frrrscu überein. Die Skulptur besteht bei zwei Stücken aus feinen, schrägen, an der
Siphonalseite vorgebogenen und hier gelegentlich etwas anschwellenden Rippen und entspricht etwa
Fig. 23 bei Frirscu (a. a. O.); ein anderes Stück trägt zwei stärkere Falten von gleichem Verlauf. Bei
zwei Stücken ist die Lobenlinie gut erkennbar. Sie zeigt gut die von Fritsch gezeichneten Eigentümlich-
keiten, insbesondere ist auch hier der erste Seitensattel etwa doppelt so breit wie der zweite, ein
Merkmal, auf das Frırsch besonders hinweist. Ebenso ist auch hier der Siphonallobus der Angabe
von FrırscH entsprechend etwas seitlich verschoben. Sämtliche Stücke (Geologische Landesanstalt, Löwen-
berger Realgymnasium) stammen aus den Tonmergeln von Gr.-Rackwitz (Scaphiten-Zone). In der Grafschaft
Glatz in den mittel- bezw. oberturonen Kieslingswalder Tonen, dem Liegenden des Kieslingswalder Sand-
steins. In Sachsen in den Mergeln von Zatzschke, aber auch bereits in den ebenfalls schon zur Scaphiten-
Zone gehörigen Strehlener Mergeln, sowie ferner in den Priesener Schichten Böhmens, wo sie außer-
ordentlich häufig ist, und am Marterberge bei Passau. In Nordwestdeutschland nennt sie SCHLÜTER
ebenso vor allem aus dem Scapbiten-Pläner, während sie als große Seltenheit vielleicht auch schon im
Brongniarti- und auch im Cuvieri-Pliner vorhanden sein soll.
Hamites Park.
Hamites Roemeri Guin.
Taf. III, Fig. 4.
1841. Hamites intermedius A. Roem. (non Sow.) Norddeutsche Kreide, S. 92, Taf. 13, Fig. 15.
1850. Hamites Roemeri GEINITZ. (Juadersandsteingebirge in Deutschland, S. 118.
1887. Hamites Roemeri HotzapreL. Mollusken der Aachener Kreide, Palaeontograph., S. 67, Taf. 5, Fig. 4. 5.
Ein kleines Bruchstück von ovalem Querschnitt mit scharfen, kräftigen, sehr weit auseinander-
stehenden, geraden Rippen aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz stimmt recht gut mit der von
A. Roemer als Hamites intermedius Sow. beschriebenen Form überein, die von Grtnirz später den Namen
Hamites Roemeri erhielt. Die englische Form unterscheidet sich durch die etwas gekrümmten Rippen.
Die im Aachener Untersenon vorkommende Art findet sich nach Geinırz auch schon bei Kies-
lingswalde, also im Emscher und wird von ihm auch von Kreibitz genannt. Das Stück beansprucht in-
sofern ein gewisses Interesse, als es der einzige Cephalopodenrest im Löwenberger Untersenon ist, der
offenbar pseudoplanktonisch eingespült ist. Sammlung DresLer.
Erwähnt werden möge der Vollständigkeit halber em Bruchstück aus dem Tonmergel von Groß-
Rackwitz, das am meisten an 7'oroceras turoniense SCHLÜTER erinnert, aber zu genauerer Bestimmung
nicht ausreicht. (Geologische Landesanstalt No. 943). Von der Schuürzrr’schen Form ist es durch die
etwas breiteren Zwischenräume der Rippen unterschieden.
— 104 —
Nautiloidea.
Nautilus Breyy.
Nautilus sublaevigatus p’Ors.
1840. Nautilus sublaevigatus D'ORBIGNY. Palaeont. franc. terr. crét. I, S. 84, Taf. 17.
1849. Nautilus sublaevigatus GEINITZ. (Juader Deutschlands, S. 110, Taf. 3, Fig. 2.
1850. Nautilus sublaevigatus D'ORBIGNY. Prodrome II, S. 189.
1872. Nautilus sublaevigatus FRITSCH U. SCHLOENBACH. Cephalop. d. böhm. Kreideform, S. 21, Taf. 12, Fig. 1.
1875. Nautilus sublaevigatus GEINITZ. Elbtalgebirge II, S. 182, Taf. 32, Fig. 1—3.
1905. Nautilus sublaevigatus WEGNER. Granulatenkreide des westlichen Münsterlandes. Zeitschr. d. deutsch. geol.
Gesellsch., 57, S. 102, Taf. 10, Fig. 4.
Mehrere glatte Stiicke aus verschiedenen Horizonten mit breit gerundeter Externseite liegen vor.
Dieselben stimmen hinsichtlich der äußeren Form und der S-förmigen Krümmung der Kammerscheide-
wände in der Nähe des engen Nabels gut mit den zitierten Abbildungen überein, bei kleinen Exemplaren
tritt diese S-förmige Biegung etwas zurück. Gerrxirz hat, wie schon SchLürrr hervorhebt, den Begriff
der Art wohl etwas zu weit gefaßt, indem er auch den Nautilus galea Frırsch und SCHLOENB.' mit ein-
begreift, welch letzteren ScHLürTEr zu seinem Nautilus westphalicus stellt, während ihn WEGNER wieder
in die Synonymik aufnimmt.
Nautilus sublaevigatus wird von Fritsch von den Weißenberger Schichten bis in die Priesener
Schichten, also aus dem ganzen Turon genannt, während er ihn aus den Chlomeker Schichten nur
fraglich erwähnt. In Sachsen ebenso im Turon und zwar besonders in dessen oberer Abteilung, im
Harz nach Brauns und G. Mürrer im Salzberggestein, in Westfalen nach Weaver vom oberen Emscher
bis in die Quadratenkreide. Aus der Löwenberger Kreide liegen zwei Stücke, leider ohne Etikette, aus
einem tonigen Mergel vor, der wohl nur dem Scaphiten-Horizont von Groß-Rackwitz angehören kann.
(Geologische Landesanstalt.) Etwa demselben Horizont gehören wohl einige Stücke aus tonigsandigen
Schichten an, die in einer Kiesgrube bei Gr.-Rackwitz gefunden wurden (Sammlung Drester). Zwei
kleme Stücke entstammen den Neu Warthauer Schichten (Sammlung Drester), aus denen noch emige
weitere vermutlich hierher gehörige Bruchstücke vorliegen. Die schönsten Stücke wurden in dem nächst
jüngeren Horizont, dem Oberquader von Kesselsdorf, gefunden (Löwenberger Realgymnasium, Görlitzer
Sammlung).
Nautilus rugatus FRITSCH u. SCHLOENB.
1870. Nautilus elegans F. ROEMER. Geologie von Oberschlesien, S. 314, Taf. 35, Fig. 4.
1872. Nautilus rugatus FRITSCH u. SCHLOENBACH. Cephalop. d. böhm. Kreide, S. 23, Taf. 12, Fig. 2.
1872—75. Nautilus rugatus GEINITzZ. Elbtalgeb. II, S. 181, Taf. 31, Fig. 16.
1873. Nautilus rugatus SCHLÜTER. Cephalop. d. oberen deutschen Kreide II, S. 173.
1887. Nautilus rugatus Fritsch. Iserschichten, Archiv naturwissensch. Landesdurchforschung v. Böhmen, V,
S. 90, Fig. 50.
1897. Nautilus rugatus LEONHARD. Fauna d. Kreideform. in Oberschlesien, S. 56.
Von dieser Art, die durch ihre im Alter auftretenden breiten, auf den Seiten nach vorn, auf
der Externseite zurückgebogenen Rippen leicht kenntlich ist, liegt nur ein einzelnes Bruchstück eines
1 Cephalop. d. böhm. Kreide S. 23, Taf. 12, Fig. 3, Taf. 15, Fig. 3, 4.
2 Cephalop. d. oberen deutschen Kreide, S. 175, Taf. 47, Fig. 1, 2.
— 105 —
großen Abdruckes vor. Die Rippenabdriicke zeigen bis 5 mm Breite, die Abdrücke der Zwischenräume
nur etwa 2—3 mm. Die ersteren erreichen nicht ganz die Breite wie einzelne Rippen bei den Figuren
von Fritsch und SCHLOENBACH (a. a. O.) oder Gernirz und erinnern dadurch etwas an den vorwiegend
cenomanen, gleichmäßiger und enger gerippten Nautilus elegans Sow., doch dürfte die Form immerhin
noch hierher zu rechnen sein. Sie nähert sich am meisten der Figur bei Römer (a. a. O.), die auch
LEONHARD zu Nautilus rugatus stellt.
Das einzige vorliegende Stück stammt aus dem Oberquader (oberen Emscher) von Kesselsdorf
(Löwenberger Realgymnasium). In Sachsen findet sich die Art von der Scaphiten-Zone ab, aus der
sie Grinirz von Strehlen und Weinböhla nennt, sie geht hier nach Prrrascher' bis in den Überquader
(Cuvieri-Zone) hinauf. Ebenso ist sie in Böhmen vom mittleren Turon (Iserschichten, Teplitzer Schichten)
an vorhanden und findet sich auch in den Chlomeker Schichten, während sie aus Nordwestdeutschland
von SCHLÜTER nur aus der Scaphiten-Zone genannt wird.
Nautilus spec.
Taf. II, Fig. 3.
Ein einzelnes Bruchstück eines hochmündigen, flachen, ganz eng genabelten Nautilus liegt aus
den Groß-Rackwitzer Scaphitenmergeln vor. Die Kammerscheidewände sind leicht S-formig gebogen,
bezw. an der Außenseite schwach nach hinten gekrümmt.
In der schmalen Form erinnert das Stück äußerlich am meisten an Nautilus Galicianus ALTH., ?
dessen Mündung jedoch gleichmäßiger elliptisch ist und der vor allem eine deutlich geschwungene Loben-
linie zeigt. Bei dem großen Nautilus westphalicus Scarür.* mit scharfem nicht wie hier gerundetem Kiel
zeigen die Kammerscheidewände im größten Teile der Seiten einen ähnlich geraden Verlauf, während
sie in der Nähe des Nabels geknickt erscheinen. Auch die schmalen Formen des Nautilus sublaerigatus
sind durch die Lobenlinie leicht zu unterscheiden. (Löwenberger Realgymnasium.)
Gastropoda.
Schnecken sind in der Löwenberger Kreide in großem Individuenreichtum vorhanden, leider
aber meist nur in Form von Steinkernen, die vielfach auch nur in Bruchstücken auftreten. Charakte-
ristische Merkmale wie Beschaffenheit der Spindel, des Mundrandes ete. sind daher nur selten wahrzu-
nehmen, und man ist infolgedessen meistens auf die allgemeine Form und die Skulptur für die Be-
stimmung angewiesen, so daß die Sicherheit der letzteren nicht immer gewährleistet ist. Trotzdem
wurde auch in solchen Fällen, soweit angängig, eine Bestimmung versucht, da durch die jeweilige An-
gabe der zur Bestimmung verwerteten Merkmale eine Kritik des Vorkommens ermöglicht wird und es
andererseits wünschenswert erschien, späteren Forschern mit Hilfe der Abbildungen Material für weitere
Untersuchungen an die Hand zu geben.
ı Über das Alter des Uberquaders im sächsischen Elbtalgebirge. Abhandlungen der naturwiss. Gesellsch. Isis.
1897, Dresden, S. 28.
? Favre, Mollusques fossiles de la craie des environs de Lemberg, 1869, Taf. 2, Fig. 2.
® SCHLÜTER, Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, S. 175, Taf. 47, Fig. 1, 2.
Palaeontographica. Suppl. VI. 14
— 106 —
Opisthobranchiata.
Actaeonidae p’Ors.
Actaeonella b’Ors.
Actaeonella Beyrichii Drescu.
Textfigur 12.
1863. Actaeonella Beyrichii DRESCHER. Löwenberg, S. 337, Taf. 9, Fig. 8—11.
1882. Actaeonella Beyrichii WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde, S. 87.
1897. Actaeonella Beyrichii Fritsch. Chlomeker Schichten, S. 48, Fig. 46.
1901. Actaeonella Beyrichii Sturm. Kieslingswalde, S.73, Taf. 5, Fig. 9, 9a.
Fig. 12.
Actaeonella Beyrichii DRESCH.
Oberer Emscher (Oberquader)
Giersdorf; nach DRESCHER.
Der ausführlichen Beschreibung Drescuer’s, dessen Originale mir
vorlagen, ist nichts hinzuzufiigen. Die Abbildungen sind in jeder Beziehung
charakteristisch und bringen die Veränderlichkeit der Art hinsichtlich der Win-
dungen und der Stärke der Knoten gut zum Ausdruck.
Die sehr ähnliche Actaeonella cretacea J. Mürr.! soll sich nach Horz-
APFEL durch geringere Schlankheit unterscheiden, doch hält dieses Merkmal
nicht immer stand, da, wie gesagt, gerade in der äußeren Gestalt Schwan-
kungen vorkommen. So ist Fig. 10 bei Drescher kaum schlanker als die
Horzarrer'schen Figuren. Auch die Stärke der Knoten, die bei beiden die
gleiche Anordnung zeigen, schwankt bei der Aachener und schlesischen Art
in ganz gleichen Grenzen, doch möchte ich mich ohne größeres Vergleichs-
material eines Urteils betreffs der Identität beider enthalten.
Die Art ist im schlesischen Oberquader nicht selten, aus dem sie in
einer Reihe von Stücken, Steinkernen und Hohldrucken, von Giersdorf vor-
liegt. WiciGer nennt sie außerdem auch vom Hockenberge, der, wie aus-
geführt, dem gleichen Horizont (oberer Emscher) angehören dürfte. Diesem
Vorkommen entspricht auch das in der Grafschaft Glatz im Kieslingswalder
Sandstein und in den Chlomeker Schichten Böhmens. Nach Hozzarrez auch
im Untersenon des Harzrandes. ?
Cinulia Gray.
Cinulia Humboldti J. Mürr. et var.
Taf. III, Fig. 12, 13.
1851. Avellana Humboldti J. MÜLLER. Monographie der Aachener Kreide, II, S. 13, Taf. 3, Fig. 15.
1863. Arellana Archiaciana DRESCHER. Löwenberg, S. 337.
1888. Cinulia Humboldti HoLzapreL. Mollusken der Aachener Kreide, I, S. 84, Tat. 6, Fig. 19—21.
1893. Avellana Humboldti FRITSCH. Priesener Schichten, S. 89, Fig. 96.
2 a, a. O., S. 50.
1 HoLZAPFEL, Aachener Kreide, I, S. 82, Taf. 7, Fig. 11, 14 —16.
= HOY =
1901. Cinulia [umboldti Sturm. Kieslingswalde, S. 72, Taf. 5, Fig. 8, 8a.
1905. Cinulia Humboldti DENINGER. Gastropoden der sächsischen Kreide, Beitr. z. Geol. u. Paläont. Osterr.-Ung.
u. d. Orients, 19, S. 32.
In den Neu-Warthauer Schichten finden sich kleine 15—20 mm lange eiförmige Skulpturstein-
kerne, die 4—5 Windungen mit feinen Spiralstreifen erkennen lassen, von denen auf dem letzten Umgang
etwa 25 gezählt wurden. Die sonst auf der Schale vorhandenen punktförmigen Vertiefungen sind in-
folge des Erhaltungszustandes meist vollständig verwischt und lassen sich nur an einzelnen Stellen, aber
auch hier nur andeutungsweise wahrnehmen. Die Stücke sind größtenteils stark verdrückt, meist ın
der Längsrichtung verzerrt, wodurch die letzte Windung bezw. die Mundöffnung im Verhältnis zum ganzen
Stück weniger hoch erscheint. Bei normalen Stücken wird sie etwa dreimal so hoch wie die übrigen
zusammen, bei verzerrten Stücken oft nur einundeinhalbmal so hoch, gelegentlich sogar nicht viel höher
als die übrigen. Derartige Stücke, wie das Fig. 12 abgebildete, erscheinen dann sehr viel schlanker als
die übrigen, während das Verhältnis von Mundhöhe zu Dicke ziemlich das gleiche bleibt, und erinnern
an Cinulia Archiaciana D’Ors., zu welcher Art auch Drescuer und WicziGer die Form stellten. Mitunter
nähern sich auch unverdrückte Stücke dieser Art. Während bei zwei normalen Stücken ein Verhältnis
von Länge zu Dicke = 133 : 100 und 125 : 100 gemessen wurde, geht es bei einem weiteren auf
141 : 100 herauf, bleibt also dem Verhältnis 143 : 100, wie es die Figur von p’Orstiany’s Avellana Archia-
ciana (33:23) zeigt, nicht mehr fern; fast ebenso nahe allerdings steht nach der anderen Seite ein
Original Horzarrer’s, das ein Verhältnis von 137: 100 zeigt. Bei einem verdrückten Exemplar der
Löwenberger Sammlung geht dieses Verhältnis sogar auf 200 : 100 herauf. Die sich nach hinten ver-
schmälernde ganzrandige Mündung ist bei einigen Stücken erhalten. Sie zeigt eine verdickte Außen-
lippe, die breite Innenlippe trägt einige Schwielen, die jedoch nicht immer gleich deutlich sichtbar sind.
Außer in den Neu-Warthauer Schichten, aus denen Stücke in allen Sammlungen liegen, scheint
die Art auch schon in den älteren Scaphitenmergeln von Groß-Rackwitz vorzukommen, von wo ein
einzelnes dickes Exemplar von gleicher Form und Skulptur (Sammlung Dreszer) vorliegt. Ein Stück
des Löwenberger Realgymnasiums, das nur den Vermerk »Turon von Lähn« trägt, könnte ebenfalls
hierher gehören.
Cinulia Humboldti kommt in der böhmischen Kreide nach FrirscH vom unteren Turon an vor,
sie findet sich in Sachsen im Strehlener Scaphitenmergel und ist auch im Kieslingswalder Sandstein ver-
treten. Ihre Hauptverbreitung liegt im Untersenon, wo sie weitere Verbreitung (Harzrand, Aachen) erlangt.
Prosobranchiata.
Volutidae Gray.
Voluta Livy.
Voluta (Volutilithes) conf. subsemiplicats D Org.
Taf. III, Fig. 11.
1844. Pleurotoma semiplicata GOLDFUSS. Petrefacta Germaniae, Ill, S.19, Taf. 170, Fig. 11.
1850. Fusus subsemiplicatus D'ORBIGNY. Prodrome I, S. 229,
= {OSS —
1863. Voluta semiplicata DRESCHER. Kreidebildungen von Lowenberg, S. 340.
1882. Voluta semiplicata WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde, S. 101.
1887. Volutulithes subsemiplicata HOLZAPFEL Aachener Kreide, J, S. 95, Taf. 10, Fig. 1—3.
Außer einigen von den älteren Autoren hierher gestellten Hohldrucken, deren Zugehörigkeit
zur vorliegenden Art nicht sicher ist, liegen nur ein einigermaßen vollständiger Hohldruck sowie mehrere
Bruchstücke von Steinkernen bezw. Skulptursteinkernen vor, von denen allen die letzten Windungen
erhalten sind.
Die große Schlußwindung übertrifft die vorhergehende sehr beträchtlich an Höhe. Bei dem
genannten Hohldruck erreicht sie etwas mehr als die halbe Gesamthöhe. Die charakteristischen flachen
Falten der schlanken an der Naht eingeschnürten Windungen sind bei einem Steinkern (geologische
Landesanstalt) nur angedeutet, an der oberen Nahtkante erscheinen sie etwas knotig, während sie nach
unten hin verflachen. An mehreren Steinkernen sind drei Eindrücke von Spindelfalten deutlich zu
erkennen.
Trotz der Unvollständigkeit des Materials ist die Zugehörigkeit der meisten Stücke zu der in
Rede stehenden Art sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht vollständig gesichert. Zwei Bruchstücke
stammen aus den Neu-Warthauer Schichten von Neu-Warthau selbst, ein weiteres Stück aus dem
gleichen Horizont südlich Gehnsdorf (Sammlung des Verfassers), einige andere (geologische Landesanstalt)
sowie ein Hohldruck aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz (Löwenberger Realgymnasium). Ob die
Art schon in älteren Schichten auftritt, erscheint fraglich. Aus sächsischem Turon zitierten sie PETRASCHEK !
und Denincer’, ersterer aus den Mergeln der Teplitzer Straße, letzterer von Strehlen. Die Form
PerrascHer’s hat nach dem Original in Dresden eine etwas stärker gewölbte Schlußwindung. Auch
DENINGER faßt den Begriff weiter, wie aus der Zitierung der von Geinirz als V. suturalis abgebildeten
Form * hervorgeht, die nach Horzarreı, den Namen J’. suta Goupr. führen muß und sich ebenfalls durch
stärker gewölbte Schlußwindung auszeichnet. Auch die jüngere von Frırscn aus den Chlomeker Schichten
abgebildete Form, deren Zugehörigkeit schon Sturm bezweifelt, dürfte hierher gehören, dieselbe zeigt
nur auf dem letzten Umgange einige wenige Falten, ist sonst aber glatt. Häufig bei Aachen im Unter-
senon, ebenso in Westfalen und in Braunschweig, nach GRIEPENKERL auch noch ins untere Obersenon
hinaufgehend. *
Voluta (Volutilithes) nov. spec.
Textfigur 13.
Ein einzelner Abdruck von schlank spindelförmiger, nach der Spitze zu schneller an
Dieke abnehmender Gestalt besteht aus 5—6 scharf gegeneinander abgesetzten Windungen,
von denen die Schlußwindung etwa ?/s der 25 mm betragenden Gesamthöhe erreicht. Die
Skulptur besteht aus kräftigen, deutlich ausgeprägten, unterhalb der Naht etwas anschwel-
Fig. 13. lenden Rippen, die enger stehen und dementsprechend zahlreicher sind als bei Vol. sub-
Voluta (Volu- Re
lan 1 Isis 1904, S. 3.
tilithes) nov. er ächsicel TERN
spec. Unter- 2 sastropoden deı sächsisc len. Kreide, S. 32.
senon Sirg- 3 Elbthal II, S. 172, Taf. 31, Fig. 2.
witz. Lowenb. 4 Die Versteinerungen der senonen Kreide von Königslutter im Herzogtum Braunschweig. Palaont.
Realgymnas, Abhandl. v. Dames u. Kayser, Bd. 4, Heft 5, S. 93 (395). 1889.
semiplicata, von der sich auch die Form schon durch die stumpfere Spitze unterscheidet. Auf der
Spindel ist eine kräftige Falte sichtbar.
Am nächsten verwandt ist Vo/utilithes Noeggerathi Miuu.', doch hat diese Form auch noch eine
etwas schärfere Spitze.
Der einzige vorliegende Hohldruck stammt aus dem Untersenon (Überquader) von Sirgwitz
(Löwenberger Realgymnasıum).
? Voluta (Volutilithes) canalifera Favre spec. mut.
1869. Fusus canalifer Favre. Craie de Lemberg, S. 85, Taf.10, Fig. 11.
1898. Voluta (Volutilithes) canalifera Mürner. Molluskenfauna des Untersenon von Braunschweig und Ilsede,
Abhandl. d. preuß. geol. Landesanstalt, Neue Folge, Heft 25, S.124, Taf. 16, Fig. 13, 14.
1905. Voluta canalifera PETRASCHER. Über die jüngsten Schichten der Kreide Sachsens, Isis 1904, S. 5.
Ein einzelnes Stück aus den Tonmergeln von Groß-Rackwitz (geologische Landesanstalt) erinnert
an diese zuerst aus dem galizischen Senon bekannt gewordene Art. Dasselbe läßt etwa 5 flach ge-
wölbte Windungen erkennen, von denen die letzte nicht in ihrer ganzen Länge erhaltene beträchtlich
höher ist als die übrigen. Die Skulptur besteht aus zahlreichen deutlichen Querrippen, von denen ich
auf dem frei liegenden Teile der letzten Windung etwa 15 zähle. Die Spiralskulptur ist nur andeutungs-
weise zu beobachten, dagegen ist das für die Art charakteristische Band oberhalb der Naht deutlich
wahrnehmbar. Die Mündung ist leider nicht sichtbar.
Die Form zeigt große Ähnlichkeit mit einer in den etwa gleichalterigen Priesener Schichten
vorkommenden Form, die von Grixirz ursprünglich? auf Kostellaria elongat« A. Rom.” (non Sow.) be-
zogen, später von Reuss als Pleurotoma, dann Faseioluria Roemeri abgebildet und endlich wieder
von Geinitz, der schon in seinem »Quader Deutschlands« die Verschiedenheit von der Rormer’schen
Form vermutungsweise ausgesprochen, nach dem Vorgange p’OrBiany’s* als Mitra Roemeri beschrieben
wurde °; letzterer rechnete n’Orsıcny auch A. Rormer’s Cerithium reticudatum® und Gxixirz eine von ihm
früher als Zostellaria acutirostris beschriebene Form von Strehlen zu, während dieser die ursprüngliche
Rormer’sche elongata als Voluta Rocmeri beschrieb. Denxixcrr® hat neuerdings beide Formen ohne An-
gabe von Gründen wieder vereinigt, was nach den auch von Geinirz angegebenen Unterschieden der
stärkeren und weniger zahlreichen Querrippen bei der Rormur’schen Form nicht einwandsfrei erscheint,
wenn auch beide zu Voluta gehören mögen. Die feiner gerippte Form („Mitra“ Roemeri) stimmt in ihrer
Berippung etwa mit Voluta canalifera überein, sie unterscheidet sich nach den Abbildungen wesentlich
nur durch das Fehlen des Nahtbandes, doch ist wenigstens bei dem Original der von Geinitz be-
schriebenen und hierher gehörigen Kostellaria «cutirostris ein solches, wenn auch nur angedeutet, zu
beobachten. Diese Form unterscheidet sich indes wieder ebenso wie die vorliegende durch die schwächere
! HoLzAPFEL, Aachener Kreide, I, S. 98, Taf. 9, Fig. 7.
? Charakteristik der sächsisch-böhmischen Kreide, S. 71.
3 Norddeutsche Kreide, Taf. 11, Fig. 5.
* Prodrome II, S. 226.
5 Elbtal II, S. 173.
5 Norddeutsche Kreide, Taf. 11, Fig. 18.
7 Charakteristik, S. 44, Taf. 15, Fig. 3.
Gastropoden der sächsischen Kreide, Beitr. z. Geologie u. Palaeontol. Österr.-Ung. u. d. Orients, 19, S. 32.
— 110 —
Ausbildung der Spiralskulptur, die auch bei der Form von Grixirz nur mit der Lupe stellenweise sichtbar
wird, während sie bei der PETRAScHEr's etwas stärker hervortritt. Wenn nun auch die sehr geringe
Deutlichkeit der Spiralstreifen bei den beiden ersten Formen z. T. mit auf Rechnung der Erhaltung
kommen dürfte, so sind doch jedenfalls Formen mit so starker Spiralskulptur, wie sie z. B. Favre
zeichnet, nicht bekannt. Dab übrigens auch im Senon die Spiralskulptur nicht immer ganz so stark
ist, beweist die eine von MürLzer! abgebildete Form vom Harzrand. Man könnte daher, soweit das
Material überhaupt ein Urteil in dieser Beziehung gestattet, die vorliegende Form in Verbindung mit
der PETRASCHER'schen und dem genannten Gernirz’schen Stücke als wenig verschiedenen Vorläufer der
Senonform betrachten, wird diese Formen jedoch andererseits kaum aus dem mit ihnen zusammen vor-
kommenden Formenkreis herausreißen können, zumal auch das Nahtband der Senonform nicht auf allen
Windungen gleich deutlich ausgebildet ist und daher auch turone Formen ohne jedes Nahtband mit
ihnen vereinigen müssen.
Die als „Mitra“ Roemeri von Geixitz beschriebene Form ist daher, wenn man im Gegensatz zu
DEXINGER an der Trennung von Voluta Roemeri festhalten will, entweder als 7. acutirostris Grin. zu be-
zeichnen, und dieser Art ist dann auch die vorliegende und die Prrrascher’sche Form einzureihen, oder
sie ist als ältere Mutation von Voluta eanalifera« anzusehen, von der sie sich durch meist schwächere oder
wenigstens die Maximalstärke der Senonform nicht erreichende Spiralstreifung und das nicht konstante,
nur bei einem Teile der Formen auftretende Nahtband unterscheidet, die aber anderer-
seits auch Formen enthalten kann, die sich von manchen senonen kaum unter-
scheiden lassen, wie Ähnliches bei deszendenten Formen ja nicht selten beobachtet
werden kann. Auf die engen Beziehungen seiner „Mitra“ Roemeri zu der mit Voluta
canalifera sehr nahe verwandten Voluta induta GotLpr.” hat übrigens auch GkinıTz
schon hingewiesen.
Außer dem erwähnten Groß-Rackwitzer Stücke liegen noch einige kleinere
Stiicke mit deutlicher Spiralskulptur aus dem unteren Emscher von Neu-Warthau
vor, die vielleicht zu Voluta canalifera gerechnet werden können.
Voluta spec.
Textfigur 14.
Im mittelturonen Mergelsandstein der Mittelberge fanden sich mehrfach
Bruchstücke, sowie ein einzelner Steinkern einer ziemlich großen Voluta, die sich
auf keine der bekannten Arten beziehen lassen. Das schlanke Stück zeigt zahl-
reiche mäßig gewölbte, scharf gegeneinander abgesetzte Windungen, deren letzte
fast die halbe Höhe der ganzen Schale erreicht. Der Spirawinkel beträgt etwa 20°.
Die Obertläche sämtlicher Stücke ist vollständig glatt, auch der zugehörige Abdruck
des großen Stückes läßt keinerlei Skulptur erkennen. Löwenberger Realgymnasium.
Fig. 14.
Voluta spec.
Mergelsandstein der Geologische Landesanstalt.
Brongniarti-Zone, —
nach Photographie. La. a. O., Fig. 13.
Löwenb. Realgymnas. 2 Petrefacta Germaniae, II, 8.19, Taf. 170, Fig. 10.
— iif —
Fusidae Tryon.
Fusus Lam.
Fusus (Hemifusus) coronatus A. Rormer spec.
Taf. Ill, Fig. 14.
1841. Pyrula coronata A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 78, Taf. 11, Fig. 13.
1863. Pyrula coronata DRESCHER. Kreidebildungen von Löwenberg, S. 340.
1887. Tudiela Monheimi FRECH. Versteinerungen der untersenonen Tonlager von Suderode. Zeitschr. d. deutsch.
geol. Gesellsch., S. 197, Taf. 19, Fig. 6—8,
1888. Hemifusus coronatus HOLZAPFEL Aachener Kreide, I, S. 105, Taf. 11, Fig. 8—13.
1901. Hemifusus coronatus STURM. Kieslingswalde, S. 70, Taf. 5, Fig. 4.
Die Art ist bekanntlich ausgezeichnet durch sechs scharf voneinander abgesetzte, kantige Win-
dungen, große, sich nach vorn allmählich verschmälernde, in einen ziemlich langen Kanal übergehende
Schlußwindung, deren Höhe hinsichtlich des Größenverhältnisses zu den übrigen einigen Schwankungen
unterliegt, kräftige, an der Windungskante oft Knoten tragende, nach vorn allmählich schwächer werdende
Rippen, die durch breitere Zwischenräume getrennt sind und eine feinere Spiralskulptur.
Bei dem abgebildeten Stücke ist die Kante an den Windungen nicht so deutlich wie bei den
meisten Horzarrer’schen Figuren, was wohl der Erhaltung als Skulptursteinkern zuzuschreiben ist. Sie
erinnert dadurch etwas an Tudicla Monheimi J. Mürr., als deren Hauptunterscheidungsmerkmal HouzaPrEr,
eben den Mangel dieser Kante angibt, doch wird diese auch bei der von Horzarren zu Tudiela Monheimi
gezogenen Pyropsis Beuthiana J. Mtv. bei J. Borum!, wenigstens der Abbildung nach, ziemlich deutlich,
z. T. sogar schärfer als bei einigen Figuren von Hemifusus coronatus bei Howzarrer; bei dem von Hozz-
APFEL abgebildeten Steinkern Fig. 13 tritt sie ebenso wie hier ganz zurück. Zur Unterscheidung dient
dann der bei Tudiela Monheimi etwas schärfer abgesetzte Kanal, das Merkmal, das Horzaprez zur Unter-
bringung der Form bei Tudicla veranlaßte und das besonders gut in Fig. 3a bei Boum zu sehen ist.
Die deutliche Abschnürung des vorderen Teils verursacht eine zweite Kante, die als sehr bezeichnendes
Merkmal gelten kann und sowohl bei der Horzarrer’schen wie bei der Bönm’schen Figur gut erkennbar
ist. Sturm hat auf diese Kante bei Besprechung der zitierten Suderoder Form Frecas ebenfalls schon
hingewiesen.
Die Art ist vom Emscher bis ins Obersenon verbreitet. Sie tritt in der Löwenberger Kreide
in den Neu-Warthauer Schichten besonders bei diesem Orte selbst auf, woher sie auch Dréscaer und
WIELIGER ‘nennen. Ich sammelte sie außerdem im gleichen Horizont im Liegenden des Oberquaders
(oberer Emscher) bei Gehnsdorf dicht an der Chaussee nach Ludwigsdorf, WirLıser nennt außerdem
noch aus dem Uberquader eine Pyrula ef. coronata, die mir leider nicht bekannt geworden ist. Aus dem
Sandstein von Kieslingswalde vom Alter des hier genanten Vorkommens hat Srurm die Art abgebildet,
während sie aus den gleichaltrigen Chlomeker Schichten Böhmens bisher noch nicht nachgewiesen ist.
Ferner im Harzer und Aachener Untersenon, bei Aachen nach Horzarrer vereinzelt außerdem auch im
Obersenon. Nach Kaunnoven® auch in der Maastrichter Kreide bei Kunraed.
ı J. Boum, Der Grünsand von Aachen, Verhandl. d. naturhist. Vereins f. Rheinlande u. Westfalen 42. 1885, S. 63.
Tata ih Rio. 3.
1 Die Gastropoden der Maastrichter Kreide. Palaeont. Abhandl. von DAMES u. KOKEN 8 (4) 1898, S. 88.
— "12 —
Tudicla Linck.
Tudicla costata A. Rorm. spec.
Taf. IIL, Fig. 9.
1841. Pyrula costata Roemer. Norddeutsche Kreide, S. 79, Taf. 11, Fig. 10.
1840—1842. Pyrula costata GEINITZ. Charakteristik d. sächs.-böhm. Kreide II, S. 40, Taf. 15, Fig. 4. 5.
1843. Pyrula costata GEINITZ. Kieslingswalde, S. 9, Taf. 1, Fig. 12. 13.
1850. Fusus subcostatus D'ORBIGNY. Prodrome II, S. 228.
1872—75. Rapa costata GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 173. Taf. 30, Fig. 19—21.
1875. Tudicla clathrata Sow. bei Brauns. Salzbergmergel, S. 346.
1901. Pyrula subcostata Sturm. Kieslingswalde, S. 70. Taf. 5, Fig. 5.
1905. Tudicla costata DENINGER. Die Gastropoden der sächs. Kreide, S. 31.
Ein einzelner Skulptursteinkern von Neu-Warthau besteht aus 3-4. Umgängen, deren letzter
stark aufgebläht und in einen schlanken, nicht in seiner ganzen Länge erhaltenen Kanal ausgezogen
ist. Die Schlußwindung trägt 4 starke, durch breite Zwischenräume getrennte Gürtel, vor denen noch
ein weniger starker und ein ganz feiner liegt. Außerdem ist eine wenig deutliche Querskulptur zu be-
merken, die über die Spiralrippen fortläuft und diese daher unregelmäßig rauh erscheinen läßt; sie setzt
sich auf der Außenseite des Kanals in Form sehr feiner Streifen fort.
Die ersten Windungen sind etwas höher als in den Abbildungen bei Geinıtz, etwa ebenso wie
in der sonst wenig charakteristischen Abbildung Rornmer’s, doch erwähnt auch Geinirz das Vorkommen
höher gewundener Formen bei Kreibitz (= Neu-Warthauer Schichten). Will man diese von denen
mit niedrigerem Gewinde trennen, so müßten letztere neu benannt werden, doch wird eine scharfe
Unterscheidung kaum durchführbar sein.
Etwas abweichend von den älteren Abbildungen ist auch die.Zahl der Spiralgürtel auf der Basis.
Nach Geinirz geht die Gesamtzahl der Gürtel auf dem letzten Umgange bis 8 herauf, bei dem vor-
liegenden Stücke sind im ganzen 6 vorhanden, von denen allerdings der sehr feine letzte in der Ab-
bildung nicht zum Ausdruck kommt. Bei einem sonst typischen Stück mit niedriger Windung aus dem
Salzbergmergel, aus dem Brauns die Art als T'udicla elathrata Sow. beschrieb (Hallische Sammlung),
sind sogar nur 5 zu sehen, so dal) offenbar auf die Anzahl der Basisgürtel nicht allzuviel Wert gelegt
werden darf.
Die früher meist zu Pyrula gestellte Art dürfte namentlich wegen des deutlich abgesetzten Kanals
zu Tudicla gehören, wohin sie auch schon Brauxs stellte. Letzteres Merkmal tritt allerdings bei den
älteren Abbildungen nicht hervor; besser noch als bei dem vorliegenden Stücke ist es bei emem von
LANGENHAN und Grunpey von Kieslingswalde abgebildeten und ebenso auch bei der allerdings sonst
schlechten Srurm’schen Figur zu beobachten, typisch ist es bei dem genannten Stücke vom Salzberge,
das den Kanal in seiner vollen Länge zeigt.
Auf die engen Beziehungen der Art zu T'udicla quadricarinata J. Mürr. hat Denincer schon
hingewiesen, der als Unterschied die geringere Anzahl der Spiralgürtel bei der Aachener Form angibt,
doch würde dieses Merkmal bei obiger Fassung der vorliegenden Art nicht immer verwendbar sein.
Der Hauptunterschied würde dann in der sehr viel bedeutenderen Größe der Aachener, übrigens etwas
jüngeren Art zu suchen sein.
rn aa
113
Die Art hat ihre Verbreitung von der Scaphitenzone an bis ins Obersenon. Aus ersterem ist
sie in Sachsen von Strehlen bekannt geworden, dem Emscher gehört das in Rede stehende Vorkommen
von Neu-Warthau, ferner das schon genannte von Kieslingswalde und Kreibitz in Böhmen an, und ebenso
kommt sie, wie erwähnt, auch im Salzbergmergel vor. Aus dem braunschweigischen unteren Obersenon
nennt sie GRIEPENKERL. Löwenberger Realgymnasium.
Aporrhaidae Pui.
Aporrhais pa Costa.
Aporrhais vespertilio GoLDr.
Taf. IV, 2710 16.
1841. Rostellaria anserina A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 78, Taf. 9, Fig. 7.
1841—44. Rostellaria vespertilio GOLDFUSS. Petrefacta Germaniae III, Taf. 170, Fig.
1843. Rostellaria anserina GEInıTz. Kieslingswalde, S. 9, Taf. 1, Fig. 10.
1846. Rostellaria anserina Reuss. Böhm. Kreide II, S. 111, Taf. 45, Fig. 19.
1863. Rostellaria vespertilio DRESCHER. Löwenberg, S 338.
1891. Rostellaria anserina LANGENHAN und GRUNDEY. Das Kieslingswalder Gestein, S. 9, Taf. 2, Fig. 18.
1899. Rostellaria anserina FrivscH. Chlomeker Sch., S. 45.
1901. Rostellaria hirundo Sturm. Kieslingswalde, S. 68, Taf. 5, Fig. 3.
Or
Zahlreiche Gewindebruchstiicke als Steinkerne und Hohldrucke, sowie mehrere Abdriicke von
Flügeln fanden sich im Sandstein und Toneisenstein von Wenig-Rackwitz und Sirgwitz. Ziemlich voll-
ständig ist nur der Hohldruck des abgebildeten Stückes. Es sind etwa 9 gewölbte Windungen mit 12
bis 14 starken, infolge einer sie kreuzenden Längsskulptur etwas geknotet erscheinenden (Juerrippen auf
jedem Umgange zu beobachten, der Spirawinkel beträgt ungefähr 25°, geht aber auch bis etwa 40°
herauf. Auf dem letzten Umgange bilden sich zwei kräftige geknotete Kiele aus, die in den Ecken des
ausgeschweiften Flügels endigen, die feine Längsskulptur ist auch zwischen den beiden starken Kielen
auf dem Flügel zu bemerken. Der hintere Lappen des Flügels ist meist länger als der vordere. Am
Hinterrande ist der Flügel deutlich ausgeschweift, ganz wie bei dem mir vorliegenden, mir von Herrn
Geheimrat STEINMANN freundlichst zum Vergleich übersandten Original von GoLpruss, das in verschie-
denen Punkten von der Kombinationsfigur Taf. 170 Fig. 5b abweicht, welche diese Ausschweifung nicht
zeigt. Überhaupt ist hier der hinter der hinteren Flügelrippe liegende Lappen zu groß gezeichnet, auch
trägt er keineswegs so kräftige Längsrippen; es ist vielmehr nur eine Längsrippe ganz schwach an-
gedeutet; einige weitere sehr feine Längslinien sind auch mit der Lupe kaum bemerkbar. Diese Längs-
skulptur ist so schwach, daß ihr Fehlen bei dem abgebildeten Stücke der Löwenberger Kreide ohne
Belang ist. Ebenso ist bei dem Gorpruss’schen Original von Kieslingswalde auf dem Flügel zwischen
den beiden Längsrippen eine weitere feine Längsrippe angedeutet, die etwas stärker ist als die zarte
Längsskulptur bei der abgebildeten Form, doch kommen hierin bei A. respertilio kleine Schwankungen
vor, ebenso wie auch hinsichtlich der Stärke des Flügelausschnittes, der auch bei der Kieslingswalder
Form bald stärker, bald schwächer ausgeprägt ist; bei dem Goupruss’schen Original ist die Ausbuchtung
Ou
Palaeontographica. Suppl. VI. 1
— 114 —
nur unbedeutend, in der Abbildung kommt sie gar nicht zum Ausdruck, wodurch Sturm zur Aufstellung seiner
A. hirundo veranlaßt wurde, für deren Vereinigung mit A. vespertilio sich schon J. Boum ausgesprochen hat’.
Unter dem älteren Namen À. anserina Nits. wurde die Art von A. Roemer, Reuss, GEINITz und
Fritsch beschrieben, welchem Namen die Priorität zukäme, falls sich die Zusammengehörigkeit der
Nırsox’schen und GoLpruss’schen Form erweisen ließe. Leider läßt sich infolge der mangelhaften Nırson-
schen Abbildung in dieser Beziehung kein Urteil abgeben. Sollte der Flügel bei der Nırson’schen Form
soweit nach hinten gehen, wie in der Abbildung, so wäre dies ein wesentlicher Unterschied, doch ist
gerade dieser Teil der Zeichnung Rekonstruktion. Der Name 4. anserina ist daher in Anbetracht der
schlechten Darstellung keinesfalls zu verwenden.
A. vespertiho ist außer bei Kieslingswalde auch in den böhmischen Chlomeker Schichten ver-
breitet. In der Löwenberger Kreide ist sie mir aus diesem Horizont noch nicht bekannt, sie tritt hier
erst im echten Untersenon auf. Genaue Übereinstimmung zeigt die von Brauns beschriebene Form des
Salzbergmergels.
cf. Aporrhais (Helicaulax) granulata Sow.
1832. Rostellaria granulata SOWERBY. Geol. soc. Transact. Ill. Taf. 38, Fig. 23.
1844. Rostellaria striata GoLDFUSS. Petrefacta Germaniae III, S. 18, Taf. 170, Fig. 7.
1887. Rostellaria (Helicaulax) granulata FRECH. Tone von Suderode, S. 193, Taf. 19, Fig. 10, 12—14.
1888. Helicaulax granulata HOLZAPFEL. Aachener Kreide, I, S. 117, Taf. 12, Fig. 6—9.
1898. Aporrhais (Ilelicaulax) granulata G. MÜLLER. Untersenonfauna v. Braunschweig u. Ilsede, S.112, Taf. 14, Fig. 18.
1901. Aporrhais (Helicaulax) granulata Sturm. Kieslingswalde, S. 68, Taf. 5, Fig. 2.
Aus dem oberen Emscher (Oberquader) stammt ein einzelnes unvollständiges, nur aus zwei ge-
wölbten Windungen bestehendes Stück der geologischen Landesanstalt, ohne Flügel, dessen Skulptur
indes so gut mit der genannten Art, besonders Fig. 7 bei Horzarreu (a. a. O.) übereinstimmt, daß die
Identität trotz der fragmentären Erhaltung wahrscheinlich ist. Als Fundort ist fraglich Giersdorf an-
gegeben, bezüglich der Herkunft aus dem Oberquader kann nach dem Gestein ein Zweifel nicht bestehen.
Die zweite Windung ist etwas aufgebläht und zeigt eine deutliche Quer- und Spiralskulptur, die
an den Kreuzungsstellen Knötchen entstehen läßt. Auf der vorhergehenden Windung ist dieselbe ziem-
lich verwischt. Über der Stelle stärkster Wölbung tritt die Querskulptur etwas zurück, während die
hier aus zwei Gürteln bestehende Spiralskulptur deutlicher bleibt, wie dies ähnlich bei HorzapreL’s Ab-
bildungen zu sehen ist.
Aus etwa dem gleichen Horizont wie in der Löwenberger Kreide, ist die Art durch Sturm von
Kieslingswalde bekannt geworden. Ferner im Untersenon von Aachen und des Harzrandes, nach GRIEPEN-
KERL, der die Art als striata? zitiert, auch im Obersenon von Braunschweig.
Aporrhais. (Lispodesthes) Schlotheimi A. Roem. sp.
1841. Rostellaria Schlotheimi A. RoEMER. Norddeutsche Kreide, S. 77, Taf. 11, Fig. 6.
?1844. Rostellaria papilionacea GoLDFUSS. Petrefacta Germaniae III, S. 18, Taf. 170, Fig. 8.
1887. Lispodesthes Schlotheimi HoLzAPFEL. Aachener Kreide, I, S. 118, Taf. 12, Fig. 11—13.
1898. Aporrhais (Lispodesthes) Schlotheimi G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, S. 109, Taf. 14, Fig. 17.
1901. Lispodesthes cf. Schlotheimi Sturm. Kieslingswalde, S. 69.
1 N. Jahrb. f. Min. 1905, Bd. I, S. 300.
* Kreide von Königslutter, S. 88 (390). 1889.
— 115 —
Mehrere Bruchstiicke, von denen aber nur bei einem der Flügel, leider auch nur unvollständig,
erhalten ist. Die Skulptur besteht auf jeder Windung aus etwa 20 scharfen, durch breite Zwischenräume
getrennten Rippen, die auf der hohen Schlußwindung nur noch stellenweise deutlicher zu sehen sind.
Auf dem breiten Flügel sind nur undeutliche (Juerstreifen wahrnehmbar.
Leider gibt kein Stück über die Gestalt des Flügels Auskunft, doch möchte ich die Form zu-
nächst der ScnLorkzim’schen, besonders von J. Boum! und Horzarren (a. a. O.) eingehend besprochenen
Art einreihen, wenngleich der Name für die Löwenberger Form möglicherweise in Aporrhais papilionacea
Gotpr. umgeändert werden muß. Die Schvorkrım'sche, bei Aachen vorkommende Form ist durch einen
Ausschnitt am Hinterrand des Flügels ausgezeichnet, der Flügel der Gorbruss’schen Abbildung ist hinten
ganzrandig. Horzarren vermutete in der in die Synonymik aufgenommenen Gorpruss’schen Figur eine
falsche Rekonstruktion, während er die von Reuss und Geinırz gegebenen Abbildungen einer böhmischen
und Kieslingswalder Form mit ebenfalls ganzrandigem Flügel zunächst von der Synonymik ausschloß.
Wenn auch zuletzt Sturm noch die Kieslingswalder Form als Lisp. ef. Schlotheimi aufgeführt hat, so
muß doch möglicherweise auf die schlesisch-böhmische Form der Goupruss’sche Name angewendet werden,
vorausgesetzt, daß die Zeichnung richtig und hier ein konstantes Merkmal vorliegt”. Dieser könnte dann
vielleicht in Anbetracht der sonstigen Übereinstimmung in der Fauna auch die vorliegende Form an-
gehören. Neue beweisende Abbildungen mit unverletztem ganzrandigem Flügel sind seit Erscheinen des
Horzarrer’schen Werkes nicht veröffentlicht worden, auch eine von Frırsch nach WEINzETTL gegebene
Figur * ist wohl nur eine Kopie nach Gorpruss, mit dessen Figur nicht nur die gezeichnete Form, sondern
auch das Gesteinsstück vollständig kongruent ist. Die Angabe »Schicht 3« in Priesen soll wohl nur das
Vorkommen in dieser Schicht, nicht die Herkunft des abgebildeten Stückes bezeichnen.
Einige fragliche Stücke ohne Flügel liegen aus dem Scaphitenmergel von Gr.-Rackwitz vor
(Geologische Landesanstalt). Sicherer ist das Vorkommen in den Neu-Warthauer Schichten, in denen
sie bei Neu-Warthau selbst (Geologische Landesanstalt), sowie auf sekundärer Lagerstätte bei Hohlstein
(von hier das geflügelte Stück, Löwenberger Realgymnasium) gefunden worden ist. Fraglich wiederum ist
ein Vorkommen in den Tonen des Untersenon (Überquaders) von Wenig-Rackwitz. Über die Vorkommen
im Emscher von Kieslingswalde, den Priesener Schichten Böhmens, dem Untersenon des Harzrandes
und bei Aachen und ihre Beziehungen habe ich mich schon geäußert. Nach GRIEPENKERL® auch noch
im unteren Obersenon von Königslutter, sowie nach Kaunnoven ° wohl auch noch in den Maastrichter
Schichten von Kunraed. Die Rormer’sche Art geht also durch das ganze Senon hindurch, während
Formen mit ganzrandigem Flügel schon aus dem oberen Turon beschrieben werden.
Aporrhais (Lispodesthes) cf. megaloptera Reuss sp.
1845. Rostellaria megaloptera Reuss. Böhm. Kreide I, S. 45, Taf. 9, Fig. 3.
1875. Kostellaria Reussi var. megaloptera GEINITZ. Elbtalgeb. Il, S. 169, Taf. 30, Fig. 10. 11.
1 Aachener Griinsand, S. 53.
2 Daß auch am Harzrande eine Form mit ganzrandigem Flügel vorkommt, wird von G. MULLER angegeben, doch
scheint mir die Abbildung in Anbetracht der Beschädigung des Flügels keinen absolut sicheren Nachweis zu bieten.
3 Priesener Schichten, S. 85, Fig. 77.
* Kreide von Königslutter, S. 87.
° Gastropoden der Maastrichter Kreide, S. 72, Taf. 10, Fig. 10.
— 116 —
1893. Aporrhais megaloptera FRITSCH. Priesener Schichten, S. 84, Fig. 75.
1898. Aporrhais (Lispodesthes) megaloptera G. MÜLLER. Untersenon v. Braunschweig, S. 110, Taf. 14, Fig. 15. 16.
1905. Aporrhais (Lispodesthes) megaloptera DENINGER. Gastropoden d. sächs. Kreide, S. 29.
Ein einzelner Flügel aus den Scaphitenmergeln von Gr.-Rackwitz, der die für die Art charak-
teristische Form erkennen läßt, mit breit ausgerundeter Bucht am Außenrande und breitem dreieckigem,
nach hinten gerichteten Flügellappen (Geologische Landesanstalt No. 926).
Aporrhais megaloptera findet sich in Böhmen nach Frırscr', der die Art aus den Priesener Schichten
abbildet, schon in den Weißenberger Schichten und steigt bis in die Chlomeker Schichten hinauf; in
Sachsen zuerst im Strehlener Pläner (= Teplitzer Schichten), sowie in dem nächst jüngeren Horizont
von Zatzschke (= untere Priesener Schichten). Ebenso im Untersenon des Harzrandes.
Aporrhais (Lispodesthes) coarctata GEIN. sp.
1842. Lostellaria coarctata GEINITZ. Charakteristik d. sachs. Kreide II, S. 71, Taf. 18, Fig. 10.
1845. Rostellaria coarctata Reuss. Böhm. Kreide I, S. 44, Taf. 9, Fig. 1.
?1875. Rostellaria tenuistriata Reuss. Ebenda, S. 45, Taf. 9, Fig. 4.
1875. Rostellaria coarctuta GEINITZ. Elbtalgeb. II, 5. 170, Taf. 30, Fig. 12.
1893. Rostellaria coarctata Fritsch. Priesener Schichten, S. 85, Fig. 78.
1905. Aporrhais (Lispodesthes) coarctata DENINGER. Gastropoden d. sächs. Kreide, S. 30, Taf. 4, Fig. 16.
Kin kleines, nicht gut erhaltenes Stück der geologischen Landesanstalt (No. 913) aus den
’ > SD to}
Scaphitenmergeln von Groß-Rackwitz mit 5—6 Umgiingen, von denen der letzte etwas höher ist als die
übrigen zusammen. Der Flügel zeigt beilförmige Gestalt und entspricht gut der Figur bei Frırsch
(a. a. O.), ist jedoch hinten noch etwas stärker zugespitzt. Die Schale ist mit sehr feinen Spiralstreifen
bedeckt, zu denen auf den ersten Windungen noch eine (Juerskulptur hinzutritt.
Hierher könnten vielleicht noch einige weitere, mit sehr feinen Spiralstreifen bedeckte, flügel-
lose Bruchstücke der geologischen Landesanstalt und des Löwenberger Realgymnasiums vom gleichen
Fundpunkte, die eine (Juerskulptur nur undeutlich oder gar nicht erkennen lassen, gerechnet werden,
nachdem DEnınGER (a. a. 0.) Formen vom Typus der Aporrhais tenuistriata Reuss mit allein vorhandener
Spiralskulptur ebenfalls zu dieser Art gezogen hat.
Die Art ist in Sachsen dem schlesischen Vorkommen entsprechend auf den Scaphitenhorizont
(Strehlener Pläner und Mergel von Zatzschke) beschränkt, und ebenso in Böhmen bisher nur in den
Priesener Schichten gefunden worden.
Cerithiidae Menke.
Cerithium Ap.
Cerithium Willigeri nov. spec.
Taf. IV, Fig. 3 u. 4.
Die meist kleine Art besteht aus 9—-10 flachen Windungen, deren letzte in einen kurzen Kanal
ausläuft. Der Spirawinkel beträgt im Durchschnitt 17°, verändert sich mitunter jedoch im Laufe des
' Chlomeker Schichten, S. 30.
ee
Wachstums, wie Fig. 3 zeigt, bei dem die ersten 5 Windungen schlanker sind als die nächsten. Die
Skulptur besteht aus kräftigen, durch breitere Zwischenräume getrennte (Juerrippen, die nach vorn an
Stärke zunehmen und an der unteren Naht meist zu Knütchen anschwellen, doch bleiben letztere mit-
unter auch ziemlich undeutlich. Seltener sind auch am anderen Rippenende an der oberen Naht Knötchen
vorhanden. Bei stärkerem Anschwellen der Knötchen verbinden sich dieselben zu einer knotigen Naht-
leiste. Es sind daher Formen mit einer unteren Knotenreihe bezw. Nahtleiste von solchen mit einer
oberen oder mit zwei Knotenreihen, sowie auch von solchen, bei denen diese ganz fehlen, nicht zu trennen.
Mitunter verschwinden die Rippen schon oberhalb der Windungsmitte und nehmen dann die Form schlanker,
nach oben gerichteter Spitzen an, doch bleiben die oberen Knötchen davon unbeeinflußt. Die Rippen
sind leicht gekrümmt mit konkaver Vorderseite, seltener etwas wellig, auf den ersten Windungen schmal
und scharf ausgeprägt, auf den letzten etwas breiter. Ihre Zahl beträgt durchschnittlich 15 auf jedem
Umgange, doch verändert sich dieselbe auch bei demselben Stück auf den verschiedenen Windungen,
ohne daß irgend welche Gesetzmäßigkeit, gleichmäßige Abnahme oder Zunahme, wahrzunehmen ist.
Bei einem jedenfalls in die Nähe von Cerithium Willigeri gehörigen Stücke, das sich nur dureh
etwas bedeutendere Größe, sowie eine Einschnürung vor der Naht unterscheidet, sonst aber genau den
gleichen Rippencharakter zeigt, ist die Verschiedenheit in der Zahl der Rippen noch ausgeprägter. Das-
selbe zeigt auf dem siebenten Umgange zwischen den Rippen, auch mit der Lupe kaum wahrnehmbare
Andeutungen ganz feiner (Juerstreifen, die auf dem sechsten Umgange als feine zwischengeschaltete
Rippen gerade noch dem bloßen Auge sichtbar werden, während sie auf dem achten den anderen
Rippen an Stärke gleichkommen, die dadurch stark vermehrt erscheinen. Ähnlich wie auf dem achten
Umgange sind die Rippen auf dem fünften ausgebildet.
Die Art ist verwandt mit dem etwas jüngeren Cerilhium Nerei Murnst.' von Haldem, das bei
ähnlich schlanker Form ebenfalls leicht gekrümmte und nicht in gleichmäßigen Längsreihen stehende
Rippen aufweist, welch letztere jedoch nicht wie bei der vorliegenden Art nach der vorderen Naht zu
an Stärke zunehmen. Auch ist die Krümmung der Rippen bei der Münsrer'schen Art weniger stark.
Eine zweite verwandte Form ist die von Denxınser unter dem Namen (erithium belgicum Murnsr.
aus dem Cenoman abgebildete,” während allerdings die ursprüngliche Münsrer’sche Art bei Goupruss®
4
und Grinirz* durchaus verschieden aussieht?. Die Dentxcer’sche Form zeigt ganz ähnlich gestaltete,
nach der vorderen Naht zu anschwellende und hier etwas vorgebogene Rippen und ebenso auch eine
obere Knotenreihe. Sie unterscheidet sich im wesentlichen nur durch die beträchtlichere Größe und
eine feine Spiralstreifung.
Cerithium Willigeri ist in den Neu-Warthauer Schichten nicht selten, aus denen sie bisher nur
von Neu-Warthau selbst in einer Anzahl von Exemplaren vorliegt (Geologische Landesanstalt, Löwen-
berger Realgymnasium, Sammlung Drester).
1 GoLpruss, Petrefacta Germaniae. Taf. 174, Fig. 3.
2 Gastropoden der sächsischen Kreide, S. 20, Taf. 4, Fig. 6.
3 Petrefacta Germaniae, III, S. 34, Taf. 174, Fig. 2.
* Elbtalgeb. I, S. 267, Taf. 59, Fig. 18.
* Eine dieser nahe kommende Form mit verdicktem, fein gekerbt erscheinendem oberen Nahtrand liegt gleichfalls
vor, ist aber zu schlecht erhalten, um eine sichere Bestimmung zu ermöglichen. Sie stammt aus den Neu-Warthauer
Schichten nördlich von Ludwigsdorf.
— 118 —
Cerithium Dresleri nov. spec.
Taf. IV, Fig. 12.
Die hohe schlanke Form besteht aus 14 flach gewölbten Umgängen. Der letzte zeigt eine ge-
wölbte Basis und geht in einen mäßig langen Kanal über. Am hinteren Nahtrande läuft ein schmaler,
verdiekter, etwa 1/5 der Windungsbreite erreichender Streifen entlang, der mit Knötchen besetzt ist.
Die letzteren erscheinen zuerst in der Wachstumsrichtung etwas gestreckt, sind in der Mitte des Ge-
häuses kreisförmig umgrenzt und nehmen in der Gegend der Mündung die Gestalt ganz kurzer (Juer-
rippchen an. Der Hauptteil der Windungen ist mit kräftigen, gerundeten, geraden Rippen verziert, die
etwas schräg gestellt und durch breitere Zwischenräume getrennt sind. Die Zahl der Knötchen und
Rippen ist nicht übereinstimmend. Während auf der 8. und 9. Windung etwa auf jedes zweite Knötchen
eine (Juerrippe kommt, in deren Fortsetzung es liegt, vermindert sich nach der Mündung zu die Zahl
der Knötchen im Verhältnis zu den Rippen, so daß die Rippen gelegentlich zwischen den Knötchen
endigen und erst jede vierte Rippe mit dem sechsten Knötchen zusammenfällt, bis schließlich die Zahl
der Knötchen und Rippen fast gleich ist.
Es liegt nur ein gut erhaltener Hohldruck aus dem untersenonen Sandstein (Überquader) von
Wenig-Rackwitz vor. Sammlung DRESLER.
Nerineidae Zırr.
Nerinea Derr.
Nerinea bicincta Bronx.
Taf. IV, Fig. 1 und Taf. V, Fig. 17.
1828. Cerithium Buchii KEFERSTEIN. Deutschland, S. 530, Zeitung VIII, S. 98.
1836. Nerinea bicincta Bronx. Jahrbuch f. Mineral., S. 562, Taf. 6, Fig. 14.
1844. Nerinea bieincta GOLDFUSS. Petrefacta Germaniae, Ill, S. 46, Taf. 177, Fig. 5.
1852. Nerinea Buchii ZEkEL. Die Gastropoden der Gosaugebilde, Abhandl, d. k. k. geol. Reichsanst., II, S. 34,
Taf. 4, Fig. 3, 4.
1863. Nerinea Buchii DRESCHER. Lowenberg, S. 336.
1882. Nerinea Buchii WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde, S. 96.
Im Oberquader finden sich stellenweise in großer Häufigkeit hohe Steinkerngewinde mit einer
mittleren Außenfalte und drei Spindelfalten, deren erste gegen die Außenseite vorgeschoben ist und
schräg von hinten in das Gehäuse hineinreicht. Diese Steinkerne wurden von DrESCHER als Nerinea
Buchi Zex. bestimmt, während Grinirz' sie wegen ihrer vollständigen Übereinstimmung mit Stemkernen
von Nerinea Geinitzi Goubr. aus dem Cenoman Sachsens auf diese Art bezog, indem er gleichzeitig die
Vermutung aussprach, daß der Sandstein von Giersdorf, aus dem ihm die Art vorlag, ebenfalls dem
Cenoman angehüre. Wie nun Hohldrücke der Art (Geologische Landesanstalt), die auch von WILLIGER
als N. Geinitzi aufgeführt wird, zeigen, trifft die Annahme von Geinirz nicht zu. Die GoLpruss’sche
Art ist glatt, dagegen zeigt die vorliegende an beiden Nähten Knoten, die besonders an der vorderen
1 Elbtalgeb. I, S. 265, Taf. 53, Fig. 7— 9.
— 119 —
recht kräftig werden und durch breite, in der Mitte flacher werdende, oft ganz verschwimmende Quer-
falten verbunden sind. Seitlich verfließen die Knoten zu einem mehr oder weniger deutlichen Naht-
wulst. Der Spirawinkel betriigt etwa 25°.
Die Form stimmt somit vollständig mit der Gosauform Zexeurs überen, so daß die alte
Drescher’sche Bestimmung zu Recht besteht, nur muß nach den Gesetzen der Priorität die Art den
Namen N. bicincta Bronn tragen, da Krrerstein seinem Cerithium Buchii keine Abbildung beigab, so daß
die Abbildung von Bronn zunächst für die Benennung maßgebend sein muß.
Bei manchen Hohldrücken sind die Rippen völlig verschwunden. Gehen dann noch die Knoten
ineinander über, so entstehen äußerlich Übergänge zu Nerinea incavata Broxx'. Am häufigsten sind
Hohldrücke, die nur das etwas unvollkommene Negativ des Steinkerns darstellen, zwischen dessen
Windungen und Ausbuchtungen dann vielfach noch Gesteinsmasse vorhanden ist, wie dies übrigens
ganz ähnlich bei der zitierten Figur von Grinirz beobachtet werden kann. Da diese mitunter durch
kieseliges Bindemittel verhärtete Gesteinsmasse jedoch niemals tief eindringt und nur die Randkonturen
des Steinkerns leicht wiedergibt, während der der Spindel entsprechende Teil stets hohl ist, so bleiben
beim Herausfallen des Steinkerns, der sich bei verkieselter Randzone meist leicht herauslöst, konkave
Windungsabdrücke übrig, die in der Mitte eine bisweilen ganz undeutlich werdende kantige Erhebung
zeigen. Die Entstehung muß analog der der Skulptursteinkerne angenommen werden, nur dab in letzterem
Falle die äußere, hier die innere Oberfläche, wenn auch unvollkommen, nachgebildet wird. Wie sich
bei Skulptursteinkernen alle Übergänge vom eigentlichen Steinkern bis zur Kopie des Schalenexemplars
finden’, so zeigen sie sich hier in gleicher Weise vom Negativ der äußeren Oberfläche zur undeutlichen
Kopie der inneren Wand. Diese Verschiedenartigkeit der Erhaltung ist für die Bestimmung zu beachten und
vielleicht ist sie für Grrnirz die Veranlassung gewesen, die schlesische Form zu Nerinea Geinitzi zu stellen.
Ob die von Reuss als Nerinea bieineta beschriebene Form”? aus dem Cenoman Böhmens hierher
oder zu der gleichaltrigen sächsischen Form gehört, kann ich nicht entscheiden; nach der Beschreibung von
Reuss sind sehr flache, oft ganz verwischte Höcker vorhanden, was für die vorliegende Art sprechen würde.
Die Art ist besonders im Oberquader von Giersdorf häufig, von wo sie in zahlreichen Exemplaren
(Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium) vorliegt, ebenso in den gleichaltrigen Schichten
bei Neu-Warthau (Geologische Landesanstalt), dem Hangenden der zum unteren Emscher gehörigen
»Neu-Warthauer Schichten«, und von Gehnsdorf (Löwenberger Realgymnasium). Witnickr nennt sie
ferner aus dem Sandstein des Hockenberges, aus dem sie mir jedoch nicht bekannt ist. Ihr Vorkommen
in diesen Schichten zusammen mit Actaronella Beyrichi wäre ein weiterer Beweis für die Richtigkeit der
Horizontierung dieses isoliert aus dem Diluvium aufragenden Schichtenkomplexes als Oberquader, über
den ich mich oben näher geäußert habe‘. Nicht selten ist sie ferner im Oberquader bei Nieder-Bielau,
auch erwähnt Wicriger eine „Nerinea Geinitzi“ aus dem vielleicht schon zum Überquader gehörigen
Ton im Hangenden dieses Sandsteins. Meinem Zweifel über das ebenfalls von WiruıGer angegebene
2 Besonders schöne Serien liegen aus dem Salzbergmergel (Hallische Sammlung) vor.
3 Böhmische Kreide, II, S. 113, Taf. 44, Fig. 5.
4 Vergl. vorn S. 49.
5 Vergl. S. 50.
= 100
? Nerinea incavata Bronn.
1836. Nerinea incavata BRONN. Jahrbuch f. Mineral., S. 553, Taf. 6, Fig. 22.
1844. Nerinea cincta und incavata GoLDFUSS. Petrefacta Germaniae, III, S. 45, Taf. 176, Fig. 19, 177, Fig. 1a, b.
1852. Nerinea cincta und incavata ZEKELI. Gastropod. d. Gosauform., S. 36, Tat. 5, Fig. 1 u. 3.
1863. Nerinea incavata DRESCHER. Lowenberg, S. 336.
1866. Nerinea incavata STOLICZKA. Revision der Gosaugastropoden, Sitzungsber. d. Wiener Akad., 52, I, für 1865,
S. 134.
1882. Nerinea incavata WILLIGER. Löwenberg, S. 96.
Ein einzelner Abdruck aus dem Oberquader von Giersdorf mit schwach konkaven Windungen
und verdickten Nahtkanten stimmt gut mit dieser Art überein, leider fehlt für die vüllige Sicherstellung
der Bestimmung der charakteristische Steinkern mit nur zwei stärkeren Spindelfalten, neben denen noch
zwei weitere angedeutet sein können, doch wird ein solcher von Drescuer beschrieben.
Nerinea Cottai Grrx.' aus dem Cenoman von Koschütz ist äußerlich kaum von N. incavatu ver-
schieden, unterscheidet sich aber durch die schwache Ausbildung der Wandfalte, die nur als breite
mittlere Verdickung der Innenwand erscheint. Löwenberger Realgymnasium.
Pyramidellidae Gray.
Keilostoma Des.
Keilostoma Winkleri Mürr. sp.
Taf. IV, Fig. 5.
1851. Kissoa Winkleri J. MÜLLER. Monogr. d. Aachener Kreide, II, S. 8, Taf. 3, Fig. 6.
1863. Eulima turrita DRESCHER (non ZERK.). Löwenberger Kreide, S 336.
1882. Eulima turrita WiLLiGErR. Löwenberger Kreidemulde, S. 105.
1888. Keilostoma Winkleri HoLzAPFEL. Aachener Kreide, I, S. 136, Taf. 14, Fig. 9.
Eine Anzahl von Abdrücken aus dem Uberquader stimmt gut mit der Aachener Art überein,
wie ein Vergleich mit den Originalstücken ergibt, während die Zugehörigkeit aus den Abbildungen nicht
ohne weiteres hervorgeht.
Das hohe turmförmige Gehäuse besteht aus zahlreichen flach gewölbten Umgängen, Anwachs-
streifen sind nicht erkennbar. Die verdickte Außenlippe zeigt einen breiten, fein quergestreiften Saum,
die Innenlippe erscheint etwas breiter als bei dem abgebildeten Aachener Stück, die Schwiele derselben
ein wenig schwächer, ähnlich wie bei einem zweiten, etwas weniger gut erhaltenen Aachener Exem-
plare. Die Mündung ist oval. Der Spirawinkel schwankt zwischen 30 und 35°.
Drescher beschrieb die Art als Kulima turrita Zex., deren äußerer Mundrand noch nicht ge-
nügend bekannt und die nach Srorıczka? zu Pseudomelania Picrer et Campicure zu rechnen ist. Sehr
ähnlich wird Keilostoma conicum bei Zexeii*, das jedoch flachere Umgänge zeigt, ein Merkmal, das auch
das schlankere Keilostoma tabulatum, dessen Zugehörigkeit Sroriczka für nicht unwahrscheinlich hält,
! Elbtalgeb. I, S. 266, Tat. 53, Fig. 10, 11.
2 Revision jler Gosaugastropoden, Sitzungsber. d. math.-naturw. Kl. d. kais. Akad. d. Wissensch. zu Wien, 52, I,
1865/66, S. 123.
# Gosaugastropoden, Tat. 3, Fig. 8, 9.
SE)
neben den schon von Horzarrkı, angegebenen Merkmalen von der vorliegenden Art unterscheidet. Die
Zexei’sche Figur von K. conicum erscheint außerdem etwas stumpfer als die vorliegende, bleibt jedoch
innerhalb der Variationsgrenzen der Art.
Ob sich Keilostoma labiatum Weinzrrrz bei Frrrscn! aus den Chlomeker Schichten von der
vorliegenden Art trennen läßt, ist ohne größeres Material nicht zu entscheiden. Die Abbildung der
böhmischen Form, die ebenfalls schwach gewölbte Umgänge besitzt, zeigt einen noch größeren Spira-
winkel als Keilostoma conicum, doch ist auch unter meinem schlesischen Material ein Stück (Geologische
Landesanstalt), das ihr in dieser Beziehung nicht nachsteht.
Die Art ist im Löwenberger Untersenon (Überquader) von Wenig-Rackwitz und Sirgwitz nicht
selten, während sie im Aachener Untersenon nach Horzarrez nur spärlich vertreten ist. Löwenberger
Realgymnasium, Geologische Landesanstalt, Berliner Museum für Naturkunde.
Rissoidae Troscuen.
Rissoa Frem.
Rissoa Reussi Gein. ?
Taf. IV, Fig. 2.
1845. ‘Turbo concinnus Reuss. Böhm. Kreideform. I, S. 48, Taf. 10, Fig. 13 (non Roem).
1875. Rissoa Reussi Geinirz. Elbtalgeb. II, S. 163, Taf. 31, Fig. 6.
1905. Rissoa Reussi DENINGER. Gastropoden d. sächsischen Kreideform. S. 27.
Ein kleiner, turmförmiger Steinkern, aus 6 Windungen bestehend, mit Abdruck; der letztere
läßt noch eine siebente Windung erkennen. Die Windungen zeigen mäßige Wölbung und sind mit
zahlreichen, sehr feinen Spirallinien bedeckt. Auf dem Abdruck werden diese von einer undeutlichen
(Juerskulptur gekreuzt, die auf dem Steinkern einigermaßen deutlich nur auf den ersten Windungen
sichtbar ist. Auf dem sechsten Umgange erscheinen die Querstreifen an der Nahtkante etwas stärker
ausgeprägt, doch sind eigentliche Knötchen, wie sie Grixirz auf dem siebenten und achten Umgange
zeichnet, nicht zu bemerken. Abweichend ist der etwas geringere Spirawinkel gegenüber der GEINITZ-
schen Figur, die nach dem Material im Dresdener Museum Kombinationsfigur zu sein scheint, während
die Abbildung bei Reuss besser übereinstimmt. Ebenso ist die Figur bei Fritsch”? etwas weniger schlank,
doch scheint es, da auch die Skulptur in der Abbildung nicht ganz typisch zum Ausdruck kommt, nicht
sicher, ob die Form überhaupt hierher gehört.
Das letztgenannte Stück bei Frirscu stammt aus den zur Brongniarti-Zone gehörigen Malnitzer
Schiehten, während die Form sonst erst in der Scaphitenzone verbreitet ist. So nennt sie auch Reuss
erst aus den Priesener Schichten. Der Scaphitenzone gehört auch das Vorkommen in Sachsen an, wo sie
sich bei Strehlen und Zatzschke findet; ganz entsprechend ist das Auftreten in der Löwenberger Kreide
in den Tonmergeln von Gr.-Rackwitz. Geologische Landesanstalt.
1 Chlomeker Schichten, S. 45, Fig. 35.
4 Weißenberger Schichten, S. 106, Fig. 46.
Palaeontographica. Suppl. VI. ; x 16
— 122 —
Mesostoma.
Mesostoma Charlottae nov. spec.
Taf. IV, Fig. 18.
Ein kleiner schlanker Hohldruck aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz mit 7 gewölbten,
scharf gegeneinander abgesetzten Windungen. Die Miindung ist vierseitig und zeigt einen kurzen Aus-
guß, ihre Höhe übertrifft wenig die des vorletzten Umganges, beide zusammen sind nur ein wenig höher
als die Hälfte der Gesamtlänge. Der Spirawinkel beträgt 38°. Es sind etwa 16 kräftige Querrippen
auf jedem Umgange vorhanden, die durch etwas breitere Zwischenräume getrennt werden; sie werden
von einer feinen Spiraskulptur gekreuzt, die auch an der Basis der Schnecke deutlich ist. Geologische
Landesanstalt.
Naticidae Fors.
Natica Lam.
Natica (Lunatia) Geinitzi Horzarrer.
Taf. IV, Fig. 10.
1843. Natica canaliculata GEINITZ. Charakteristik, S. 47, Taf. 15, Fig. 25, 26, und Kieslingswalde S. 10, Taf. 1,
Fig. 20.
1847. Natica Geinitzii D'ORBIGNY. Prodrome II, S. 150.
1875. Natica Gentii GEINtTZ. Elbtalgeb. II, S. 162, Taf. 29, Fig. 12—14 (non I, Taf. 54, Fig. 6).
1877. Natica Gentii Fritsch. Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 106, Fig. 45.
1887— 88. Lunatia Geinitzii HOLZAPFEL. Aachener Kreide, I, S. 141, Taf. 14, Fig. 26.
1893. Natica Gentii FRITSCH. Priesener Schichten, S. 82, Fig. 66.
1901. Natica (Gyrodes) acutimargo Sturm. Kieslingswalde, S. 65, Taf. 4, Fig. 7 (non A. ROEMER).
1905. Natica (Lunatia) Geinitzi DENINGER. Gastropoden der sächsischen Kreide, S. 26, Taf. 4, Fig. 15.
Mehrere Stücke aus dem Gr.-Rackwitzer Scaphitenmergel stimmen ganz mit den Originalen
Horzarrer's überein. Leider macht sie der Erhaltungszustand zur Abbildung ungeeignet (Geologische
Landesanstalt). Die Stücke erreichen etwa die gleiche Größe wie die Aachener. Von den durch stark ver-
tiefte Nähte getrennten Windungen überragen die älteren deutlich die jüngeren, wodurch sich die Art
von Gyrodes acutimargo unterscheidet, bei welcher Form die Windungen nahezu in einer Ebene liegen,
und deren Windungen auch flacher sind. Die Mündung erreicht etwa die dreifache Höhe der vorletzten
Windung. Bei einem Stücke der Neu-Warthauer Schichten (Löwenberger Realgymnasium) erscheinen
die ersten Windungen etwas niedriger als an dem Aachener Original, doch heben sie sich auch hier noch
deutlich über die letzte heraus, wie auch die Wölbung der Windungen für die Zugehörigkeit zur vor-
liegenden Art spricht.
Lunatia Geinitzi ist mir aus der Löwenberger Kreide nur aus den beiden genannten Horizonten
bekannt. In Sachsen ist die Art in dem den Gr.-Rackwitzer Mergeln gegenüber nur wenig älteren Strehlener
Pliner vertreten, sowie nach DENINGER im Mittelquader von Gr.-Cotta. Aus Böhmen bildeten Reuss und
Frrrsch charakteristische Stücke aus den Priesener Schichten unter dem Namen JN. canaliculata und
Gentii ab, unter welchem Namen auch Geisırz die Art beschrieb. Sehr wahrscheinlich gehört auch die
aus den Weißenberger Schichten von Frırsch abgebildete Form gleichen Namens hierher, ebenso ist
yess
a SSS ae
— 13 —
Frirscæ's N. acutimargo A. Roem. aus den Chlomeker Schichten, wie auch Srurm’s unter diesem Namen von
Kieslingswalde abgebildete Form eine Lunatia Geinitzi. Wie Stücke der Hallischen Sammlung beweisen»
auch im Salzbergmergel, woher Brauns die Art ebenfalls als N. acutimargo beschrieb. Bei Aachen im
Untersenon.
Außer den genannten Stücken finden sich in den Neu-Warthauer Schichten in großer Häufigkeit
(in den meisten Sammlungen vertreten), Steinkerne und Hohldrucke, die hinsichtlich ihrer Form N. Gemitzi
sehr ähnlich werden und sich bei 1—1'/2 cm Höhe wesentlich nur durch die geringere Größe unterscheiden
(vergl. Taf. 4, Fig. 7 u. 11); die aus 4 Windungen bestehenden Stücke zeigen insbesondere auch deutlich
die tiefen Nahtfurchen, sowie die schnelle Zunahme der Windungshöhe. Wenn letztere nicht immer deutlich
hervortritt, so ist das meist durch Verdrückung zu erklären.! Eine kleine Abweichung scheint in der etwas
regelmäßigeren Wölbung zu liegen. Der Mundrand ist nirgends erhalten. Ich wage daher nicht zu
entscheiden, ob hier eine neue Art oder eine kleine Varietät von N. Geinitzi vorliegt. Um Jugend-
exemplare handelt es sich jedenfalls nicht, da die genannten Stücke in viel größerer Häufigkeit auftreten
als die große Form. Steinkerne haben Ähnlichkeit mit solchen von Natica eretacea, deren Größe sie
etwa erreichen, nur daß die Windungshöhe etwas schneller zunimmt, während sich Ausgiisse der Hohl-
drucke schon durch die vertieften Nähte unterscheiden lassen, die bei Natica eretacea nur bei Steinkernen,
nicht aber bei Schalenstücken zu beobachten sind. Ebenso ist sie auch von Naticu Klipsteini durch die
tieferen Nahtfurchen verschieden. Von N. (Lunatia) Stoliezkai, die ähnlich tiefe Nahtfurchen auch bei
Schalstücken zeigt, weicht sie durch die etwas stärkere Wölbung der Windungen und die schnellere
Zunahme der Windungshöhe ab; auch ist sie etwas größer. Ein Teil der von Drescher und WILLIGER
als Natica canaliculata und vulgaris aufgeführten Formen gehört hierher, wie das Material beweist, während
ein anderer Teil von Drescuer’s canaliculata zu Natica ( Amauropsis) bulbiformis var. borealis oder Gyrodes
acutimargo gehören könnte.
Natica (Amauropsis) bulbiformis Sow. var. borealis Frech.
Taf. IV, Fig. 15.
1830. Natica bulbiformis SOWERBY. Transact. geol. Soc. London, 2. Ser. III, S. 418, Taf. 38, Fig. 13.
1841—1844. Natica bulbiformis u. immersa GOLDFUSS. S. 120, Taf. 199, Fig. 16—18.
1843. Natica bulbiformis D'ORBIGNY. Terr. crét. II, S. 162, T. 174, Fig. 3.
1852. Natica bulbiformis u. angulata ZEKELI. Gastropoden des Gosaugeh., S. 45, 46, Taf. 8, Fig. 2, 4.
1866. Ampullina bulbiformis StoLıczkA. Revision d. Gosaugastrop., Sitzungsber. d. math. phys. Cl. d. k. k. Akad.
d. Wissensch. Wien, 52 I, S. 146.
1887. Natica bulbiformis var. borealis FRECH. Untersenone Tone von Suderode. Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges.,
39, S. 188.
In den Formenkreis dieser sehr variablen Art fallen eine Reihe von Abdrücken aus dem Unter-
senon. Nach Sroniczka sind von den Formen, wie sie Zexerı abbildet, mit verhältnismäßig hoher
Windung und kräftiger Nahtkante, vor der eine breite Furche liegt, solche mit niedriger Windung
von fast kugeliger Gestalt nicht zu trennen, wie sie durch die zugehörige Natica immersa Muenst. bei
GoLpruss repräsentiert werden. Ebenso ist die Furche vor der Nahtkante Schwankungen unterworfen.
! Die Schnelligkeit der Zunahme der Windungshöhe ist, was nicht immer genügend in Rechnung gezogen wird,
bei zusammengedrückten Stücken natürlich auf der Schmalseite größer, auf der Breitseite kleiner. Für die Beurteilung ist
also ein Mittelwert zu nehmen.
— 124 —
ei der genannten niedrigen Form ist nur noch eine Abplattung des Gewindes an dieser Stelle zu sehen,
bei der Goupruss’schen Form a. a. O. bleibt kaum noch eine Andeutung übrig, und von dieser zu der
von p’OrBiGNy abgebildeten Form ist nur ein sehr kleiner Schritt. Letztere steht hinsichtlich der
Wölbung der von Frech abgebildeten großen Form! vom Harzrand recht nahe, die von ihm nur
wegen des Zurücktretens der Nahtrinne auf der letzten Windung als besondere Varietät, var. borealis,
unterschieden wird. Die Figuren 5 und 7 bei Frech zeigen dann gleichmäßig konvexe Form der Win-
dungen. Letzteren Figuren entsprechen in dieser Beziehung genau die meisten Stücke aus der Löwen-
berger Kreide. Auch die von Sturm abgebildete Form von Kieslingswalde” zeigt die gleichen Wölbungs-
verhältnisse. Es sind 6 Umgänge vorhanden, die Mündung läßt eine breite Innenlippe erkennen.
Will man trotz der Übergänge mit p’Orsiany® die gleichmäßiger gewölbten Formen als sub-
bulbiformis von der Gosauform abtrennen, wozu man berechtigt wäre, wenn die Variationsgrenzen dieser
im französischen Turon vorkommenden Form andere sein sollten, so daß es hier garnicht zur Ausbildung
gekanteter und gefurchter Windungen gekommen wäre, so müßte auch die vorliegende Varietät unter
diesem p’Orpiany’schen Artnamen aufgeführt werden. Eine gewisse geographische Differenzierung
scheint ja wohl stattgefunden zu haben, da bei Löwenberg nur gerundete Formen vorkommen. In-
wieweit das auch bei anderen Fundorten der Fall ist, entzieht sich meiner Beurteilung, jedenfalls sind
sowohl von Kieslingswalde wie aus dem Untersenon von Suderode nur gerundete Formen abgebildet
worden. Sollten andere Formen auch hier gänzlich fehlen, so dürfte sich eine besondere Bezeichnungs-
weise jedenfalls empfehlen.
Die Form kommt nach oben Gesagtem vom Turon an (Frankreich) vor, findet sich dann im Emscher
bei Kieslingswalde und reicht bis ins Untersenon (Harzrand). Aus der Löwenberger Kreide kenne ich
sie mit Sicherheit nur aus dem Ober- und Uberquadersandstein, aus dem sie von Kesselsdorf und Wenig-
Rackwitz vorliegt, doch wäre es möglich, daß entsprechend dem Kieslingswalder Vorkommen auch einige
Neu-Warthauer Stücke ohne Mundrand, die deshalb nicht sicher bestimmbar sind, hierher gehören.
Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt, Berliner Museum für Naturkunde.
Im Anschluß hieran sei eine mehr kugelige Form aus dem Untersenonquader von Wenig-Rack-
witz erwähnt (vergl. Taf. 4, Fig. 9), die sich zu den gerundeten Formen mit höherem Gewinde etwa
verhält wie N. immersa Musst. zu dem Typus von N. bulbiformis. Von einer besonderen Benennung,
die wohl nötig werden dürfte, sei vorläufig abgesehen. Löwenberger Realgymnasium.
Natica (Gyrodes) acutimargo (A. Ron.) Houzapre.
Taf. IV, Fig. 14.
1871. Natica acutimargo A. Roemer. Norddeutsche Kreide, S. 83, Taf. 12, Fig. 14.
1888. Gyrodes acutimargo HoLzAPFEI. Aachener Kreide, I, S. 142, Taf. 14, Fig. 27.
1905. Natica (Gyrodes) acutimargo DENINGER. Gastropod. d. sachs. Kreideform., S. 26, Taf. 4, Fig. 13. 17.
Die von Houzarren abgebildete charakteristische Art ist nach den Ausführungen genannten
Forschers durch die fast in einer Ebene liegenden Umgänge, die von tiefen Nähten begleitet werden,
1a. 8..0. Tat. 15, Fig. 6.
2 S. 64, Taf. 4, Fig. 3.
3 Prodrome 2, S. 191.
sowie den weiten, kantig begrenzten Nabel unterschieden. Besonders dient diese Art der Aufrollung zur
Unterscheidung von Natica (Lunatia) Geinitzi!.
Nach Denixcer ist die Art von letzterer außerdem durch die noch stärkere Größenzunahme der
Windungen unterschieden; doch zeigen Horzarrzn's Originale, daß im Gegenteile die Größenzunahme
der Windungen bei dieser Art bedeutender ist. Bei N. acutimargo ist bei dem letzten Umgange die
Dicke und Höhe der Windungen etwa doppelt so groß wie bei dem vorhergehenden, wie dies auch die
Abbildung Drnincen’s erkennen läßt, dagegen erreichen Dicke und Höhe der Windungen bei N. Gemitzi
etwa das Zweieinhalbfache bis Dreifache der vorhergehenden.
Die vorliegenden Stücke stimmen in dieser Beziehung gut mit dem Aachener Original überein,
bei dem abgebildeten Stück ragt die Spitze noch ein wenig über die jüngeren Umgänge hervor, doch
bleibt die Zugehörigkeit namentlich im Hmblick auf das letztgenannte Merkmal fraglos.
Dal Srurm’s N. aeutimargo von Kieslingswalde nicht hierher, sondern zu Geinitzi gehört, hat
Denincer schon hervorgehoben, wenngleich sich nach ihm «extimargo ebenfalls neben Geinitzi findet.
Ebensowenig gehört die von Frivscu aus den Chlomeker Schichten unter diesem Namen beschriebene
Art hierher. Wie aus dem Material der Hallischen Sammlung hervorgeht, verbirgt sich unter der von
Brauns aus dem Salzbergmergel aufgeführten N. aeutimargo? auch Lunatia Geinitzi, doch ist auch die echte
N. acutimargo vorhanden. Die Art liegt aus dem Mittelturon der Mittelberge, sowie aus den Neu-Warthauer
Schichten vor (Löwenberger Realgymnasium). In Sachsen ist sie in der Scaphitenzone von Strehlen
gefunden worden. Dem Neu-Warthauer Vorkommen entspricht das Auftreten im Emscher von Kieslings-
walde. Ferner im Untersenon des Harzrandes, von Dülmen und der Aachener Gegend, von wo sie auch
noch aus den Maastrichter Schichten genannt wird.
+
Natica Roemeri Grin.
Taf. IV, Fig. 13.
1840. Natica rugosa GEINITZ. Charakteristik, S. 74, Taf. 18, Fig. 15.
1841. Natica rugosa A. Roemer. Norddeutsche Kreide, S. 83, Taf. 12, Fig. 16.
1850. Natica Roemeri GEINITZ. Quader Deutschlands, S. 128.
1563. Natica Roemer’ DRESCHER. Lowenberg, S. 338.
1875. Natica dichotoma ex parte Grinirz. KElbtalgeh. I, S. 245.
1877. Natica Roemeri Fritsch. Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 105, Fig. 44.
1897. Natica dichotoma Frirscu. Chlomeker Schichten, S. 42, Fig. 29.
1905. Natica Roemeri DENINGER. Gastropoden d. sächs. Kreide, S. 26, Taf. 1, Fig. 11.
Grinitz belegte mit diesem Namen eine zuerst von ihm als rugosa Hénincu. bezeichnete Form
mit niedrigem Gewinde und deutlichen Querrippen, vereinigte sie dann aber mit seiner Natica dichotoma,
mit der sie vielfach wegen ihrer ähnlichen Skulptur verwechselt worden ist. In neuerer Zeit hat
! Die Zusammengehörigkeit der Horzarrer'schen und RoEMER’schen N. acutimargo scheint mir übrigens keineswegs
vollständig erwiesen. Das Horzarrer'sche Original mit seinem weiten, kantig begrenzten Nabel zeigt in keiner Stellung
eine Ansicht wie die Fig. 14b bei Rormer, die hingegen sehr gut der Basalansicht des Horzarrer'schen Originals von
Lunatia Geinitzi entspricht. Es wäre daher sehr wohl möglich, daß sich die scheinbar ebene Aufrollung in der Zeichnung
nur durch deren Mangelhaftigkeit erklärt. Doch wird in jedem Falle an der von HoLzapreL gegebenen eingebürgerten Ab-
grenzung beider Arten festzuhalten sein. Vergl. S. 122. |
2 Salzbergmergel, S. 349.
— 126 —
DexixGer auf die Unterschiede beider aufmerksam gemacht. Sie beruhen nach ihm in dem breiteren
Gewinde, den vertieften Nähten und den schwächeren Rippen, die sich nach unten zu nicht gabeln
sollen, sondern allmählich verschwinden. Das Hauptgewicht ist auf die beiden ersteren Punkte zu
legen, dagegen diirften sich wohl die Formen, bei denen gelegentlich gespaltene Rippen vorkommen,
nicht von denen mit einfachen trennen lassen.
So zeigt die vorliegende breites Gewinde und vertiefte Nähte, gelegentlich aber auch gespaltene
Rippen, und ebenso ist das der Fall bei der von Denincer selbst wenn auch mit Fragezeichen hierher-
gestellten Form aus den Chlomeker Schichten. Dagegen sind mir bei typischen Formen der N. dichotoma
umgekehrt einfache Rippen nicht bekannt.
Die Geisıtz'sche Art ist neuerdings von PETHö zu Otostoma gestellt worden,' doch widerspricht
dem der weite Nabel, den Denincer ausdrücklich bei beiden Grintrz’schen Arten hervorhebt. Daß mit
der Gerntrz’schen Form die Rormer'sche Natiea rugosa, die auch von Strehlen genannt wird, identisch ist,
wird allgemein anerkannt. Die von Brauxs aus dem Salzbergmergel zitierte Nerita rugosa” gehört eben-
falls hierher, wie aus dem Material der Hallischen Sammlung hervorgeht, was man zunächst nicht ohne
weiteres vermuten kann, da Bratns in die Synonymik auch die sicher nicht hierher gehörige Nerita
rugosa bei Gozbrtss* mit aufgenommen hat, die eine echte Neritide darstellt und von Prrnö als Typus
der Gattung Otostoma betrachtet wird.
Die Art liegt mir aus den Neu-Warthauer Schichten von Neu-Warthau selbst vor (Löwenberger
Realgymnasium). DENINGER führt sie aus Sachsen aus den Scaphiten-Schichten von Strehlen an. Was
in Böhmen zu N. dichotoma und zu Roemeri gehört, läßt sich nach den Angaben von Frirscu, der beide
Arten nennt, nicht immer sicher ermitteln, doch dürfte jedenfalls die von Frirscu aus der Bronyniarti-
Zone (Malnitzer Schichten) abgebildete, auch von DexixGer hierher 'gerechnete Form zur vorliegenden
Art gehören, auf die Frırscn auch eine in den Priesener Schichten vorkommende bezieht, ebenso, wie
gesagt, die Chlomeker mit der Löwenberger gleichaltrige Form. Diesem Vorkommen entspricht auch
das vom Salzberge.
Tylostoma SHarre.
Tylostoma Stoliczkai nov. nom.
Taf. V, Fig. 9.
1863. Pterodonta inflata DRESCHER. Lowenberg, S. 339, Taf. 9, Fig. 12,
Unter dem Namen Pferodonta inflata d’OrsB. beschrieb Drescuer eine Form, über deren Ab-
weichungen sich schon Sroriczka geäußert hat‘. Die Wölbung beider Formen ist verschieden, ebenso
die Ausbildung der im Steinkern als Furchen erscheinenden inneren Querverdickungen. Die Art muß
daher einen neuen Namen erhalten.
1 Die Hypersenon-Fauna des Peterwardeiner Gebirges. Palaeontographica 52. S. 116, 1906.
? Salzbergmergel S. 354.
3 Petrefacta Germaniae S. 119, Taf. 199, Fig. 11.
* Cretac. Gastropoda of southern India, S. 41.
me On >
Die Figur Drescuer’s gibt das Original gut wieder, doch ist zu berücksichtigen, daß das Stück
seitlich etwas zusammengedriickt ist. Von den Windungen sind nur die vier letzten erhalten, sonst ist
der eingehenden Beschreibung Drescuer’s nichts hinzuzufügen.
SroniczKa verglich die Form mit seiner Pterodonta Otatoorensis', die er nachträglich fraglich zu
Tylostoma stellte?, wie auch die echte inflata® von ihm als wahrscheinlich zu dieser Gattung gehörig
aufgefaßt wurde. Ich stelle daher auch die schlesische Art vorläufig mit diesen zu T'ylostoma. Von der
indischen unterscheidet sie sich durch die mehr gleichmäßig gewölbte und höhere letzte Windung,
die bei der indischen Art eine stumpfe Kante aufweist.
Ein einziges Stück (Geologische Landesanstalt) aus dem Oberquader (oberen Emscher) von Giersdorf.
Turritellidae Gray.
Turritella Lam.
Turritella iniqueornata Drescu.
Dar WV; igs 1.2. 7.
1863. Turritella iniqueornata DRESCHER. Lowenberg, S. 333, Taf. 9, Fig. 1.
1863. Turritella multistriata DRESCHER. Ebenda, S. 333.
1897. Turritella multistriata FRITSCH. Chlomeker Schichten, S. 42, Fig. 27.
Die Art gehört zu den häufigsten Schnecken der Löwenberger Kreide.
Die Zahl der Umgänge kann bei ausgewachsenen Stücken noch etwas größer werden, als DRESCHER
angibt, und auf 9—10 heraufgehen, der Spirawinkel beträgt etwa 17—18°. Die sehr charakteristische
Skulptur auf den flachen Windungen ist ziemlich konstant und besteht aus 6 Gürteln. Der unterste
derselben, der Nahtgürtel, ist meist durch die nächste Windung verdeckt, so daß in der Regel nur
5 Gürtel, wie sie von Drescher angegeben werden, sichtbar sind. Sämtliche Gürtel sind durch sehr
breite Zwischenräume getrennt. Nach Drescher sind die der 3 oberen gleich und breiter als die der
unteren, die untereinander ungleich sein sollen, doch können hierin auch Ausnahmen vorkommen. Von
den beiden von Drescher genannten, sehr feinen Zwischengürteln zwischen den drei oberen Gürteln
kann gelegentlich der eine oder andere undeutlich werden. Ist das bei beiden der Fall, wie es infolge
der Erhaltung, namentlich bei den ersten 5—6 Windungen vorkommt, so resultieren Formen, die wohl
Drescher bei Beschreibung seiner von ihm als Varietät von T. multistriata Reuss aufgeführten 7. quinque-
cincta GoLpr.* im Auge gehabt hat. Mitunter zeigen auch die ersten Windungen 6 ziemlich gleichmäßige
Gürtel, und erst auf den letzten Windungen tritt dann die typische Skulptur auf (Löwenberger Real-
gymnasium). Unvollständige Stücke derartiger Ausbildung können dann leicht zu Verwechselungen mit
Turritella sexlineata A. Rom.’ Anlaß geben. Außerdem ist bei guter Erhaltung noch eine sehr feine
Spiralstreifung bemerkbar, die von ebenfalls sehr feinen Querfurchen gekreuzt wird. Auf der Basis, die
1 Cretac. Gastropoda of southern India, S. 43, Taf. 5, Fig. 1—3.
2 Ebenda S. 43.
3 D'ORBIGNY, Terr. crét. II, S. 318, Taf. 219.
* Löwenberg S. 333.
® HoLZAPFEL, Aachener Kreide, Taf. 16, Fig. 24—26.
RC RE:
durch eine deutliche Kante abgesetzt ist und nach Drescuer 10 — 12 feine Spiralstreifen tragen soll, habe
ich bei keinem der untersuchten Stücke mehr als 8 zählen können.
Die Art tritt zuerst, und zwar sogleich in großer Häufigkeit, in den Neu-Warthauer Schichten
auf, aus denen ich sie von Neu-Warthau selbst, sowie von dem Fundpunkte südlich Gehnsdorf dicht an
der Chaussee kenne (Sammlung des Verfassers). Ebenso findet sie sich unter den Geschieben gleichen
Alters bei Hohlstein. Ferner etwas weniger häufig im Untersenon (Überquader) von Sirgwitz und
Wenig-Rackwitz. Aus Böhmen nennt Frrrson die Art aus den Chlomeker Schichten, seine Vermutung,
daß eine von Grinirz von Kieslingswalde abgebildete Form ebenfalls hierher gehöre, wird dagegen von
Sturm bestritten.
Turritella nodosa A. Roem.
Taf. V, Fig. 14 (?), Textfigur 15 u. 16.
1841. Turritella nodosa A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 80, Taf. 11, Fig. 20.
1844. Turritella Noeggerathiana GoLDFUsS. Petref, Germ. III, S. 107, Taf. 197, Fig. 1.
1863. Turritella nodosa DRESCHER. Löwenberg, S. 334.
1867. Turritella nodosa SToLiczkA. Cretac. Gastrop., S. 222, Taf. 19, Fig. 20—22.
1887. Turritella nodosa FRECH. Suderode, S. 176, Taf. 16, Fig. 18, 19.
1888. Turritella nodosa HoLzAPFEL. Aachener Kreide, I, S. 155, Taf. 15, Fig. 17, 18, Taf. 16, Fig. 11, 13—19,
21, 22.
1897. Turritella nodosa FriTsch. Chlomeker Schichten, S. 40, Fig. 24.
1898. Turritella nodosa G. MÜLLER. Untersenon v. Braunschweig, S. 100.
Das Hauptmerkmal dieser veränderlichen Art liegt nach Horzarreı, in der schlanken Gestalt
des Gehäuses, sowie der nach Stärke und Abstand ungleichmäßigen Ausbildung der geknoteten Spiral-
streifen auf den flachen Windungen.
Die vorliegenden z. T. in Bruchstücken erhaltenen Exemplare stimmen in diesen Punkten gut
mit denjenigen anderer Fundpunkte überein. Der verhältnismäßig große Spirawinkel bei Textfig. 16 dürfte
auf Verdrückung zurückzuführen sein. Von den Gürteln ist der zweite in der Regel der stärkste,. bei
guter Erhaltung ist er stumpfkantig und erhebt sich etwas über den ersten. Wesentlich schwächer ist
meist der dritte, doch kommen auch Stücke vor, bei denen dieser fast ebenso stark ist. Der vierte
erreicht mitunter fast die Stärke des zweiten, während er in andern Fällen wieder kaum stärker ist, als
der meist schwächere dritte. Der Unterschied in der Stärke der Gürtel ist in den ersten Windungen
mitunter weniger ausgeprägt, als im Alter, doch bleibt auch hier der zweite Gürtel der stärkste. Zwischen
den Gürteln verlaufen zahlreiche sehr feine Spirallinien, unter denen einige gelegentlich etwas stärker
hervortreten. Es sind dies gewöhnlich eine Spirallinie zwischen dem zweiten und dritten oder zwei
Linien unterhalb des vierten Gürtels. Die Spiralskulptur wird von kräftigen wellenförmigen Anwachs-
streifen gekreuzt. Schwankend wie die Stärke der Rippen ist auch der Charakter der Beknotung. Ein
Stück zeigt in der Nähe der Mündung kaum noch Knoten, wodurch es sich T. nodosoïdes FrecH'! nähert.
Die durch die Kreuzung. der Gürtel und der Querlinien gebildeten Knoten erscheinen meist in der
Richtung der letzteren von vorn oben nach hinten unten gestreckt, während auf dem ersten Gürtel des
Texttig. 16 abgebildeten Stückes bestimmte rundliche Knoten ausgeprägt sind. Der unterste Nahtrand
erscheint schwach gekerbt.
1 Suderode, S. 177, Taf. 16, Fig. 8—11.
— 129
Die Art liegt in mehreren Stiicken aus dem Uberquader von Sirgwitz, Wenig-Rackwitz und
Wehrau vor. (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium.) Ein Teil der Stücke ist fraglich
als von Groß-Rackwitz stammend (Scaphiten-Zone) etikettiert. Vielleicht dürften hierher auch einige Bruch-
stücke mit 3
wenig größeren Spirawinkel abweichen. Während Horzarrer einen solchen von 16° angibt, erreicht er
4 Windungen von Neu-Warthau gehören (Löwenberger Realgymnasium), die durch einen
bei diesem mehr als 20°, doch bleibt er auch bei dem von Houzarren Taf. 16 Fig. 11 abgebildeten Stücke
aus dem Untersenon kaum kleiner. Am stärksten ist bei den Stücken, abweichend von den andern,
Fig. 15. Fig. 16.
Turritella nodosa A. ROEM. 2:1. Turritella conf. nodosa A. RoEN.
Scaphitenzone von Groß-Rackwitz ? Nach Photographie. Überquaderton Wenig-
Geol. Landesanstalt. Rackwitz. Geol. Landesanstalt.
der unterste Kiel ausgebildet, doch gibt ihm der zweite nur wenig nach, während der dritte wie bei
den Honzarren’schen Formen am schwächsten ausgebildet ist.
Im gleichen Horizont nach Srurm auch bei Kieslingswalde'. Aus den Chlomeker Schichten
Böhmens nennt Fritsch die Art, doch erinnert das abgebildete Stück durch seine gleich starken und
durch gleich breite Zwischenräume getrennten Gürtel mehr an Turritella acanthophora Mürn.? Häufig im
Aachener Untersenon; am Harzrande weit verbreitet vom Salzbergmergel bis ins untere Obersenon, aus
dem sie GRIEPENKERL? beschreibt.
! Kieslingswalde S. 66.
? HoLzaprEL, Aachener Kreide, Taf. 16, Fig. 9.
3 Versteinerungen der senonen Kreide von Königslutter, S. 80,
Palaeontographica. Suppl. VI. 17
— 130 —
Turritella Drescheri nov. spec.
Taf. IV, Fig. 17.
1868. Turritella nerinea DRESCHER (non Roem.). Lowenberg S. 334.
Ein einzelnes, schlankes, unvollständiges Stiick mit flachen Windungen. Dieselben tragen zwei
spirale Knotenreihen, deren obere dicht an der Nahtkante sitzt, während die untere noch durch einen
Raum von etwa ein Viertel der Windungshöhe von der unteren Nahtkante getrennt wird. Außerdem
sind die Windungen noch von sehr zahlreichen feinen Spiralstreifen bedeckt, von denen einzelne etwas
stärker hervortreten.
Drescuer stellte die Form, wie aus dem Original hervorgeht, zu Turritella nerinea, mit der sie
die obere Knotenreihe und die feinen Spiralstreifen gemein hat. Sie unterscheidet sich von dieser Art
durch den Mangel der (Juerskulptur und die untere Knotenreihe, die Turritella nerinea fehlt’.
Eine gewisse Ähnlichkeit zeigen Jugendexemplare von Turritella alternans Rorm.?, doch sind
bei dieser die feinen Spiralstreifen verhältnismäßig stärker.
Das Stück stammt aus den Neu-Warthauer Schichten und wurde als Geschiebe bei Hohlstein
gefunden (Löwenberger Realgymnasium).
Glauconia Gi».
Glauconia undulata Drescu.
Taf. IV, Fig. 19 und Textfigur 17.
1863. Omphalia undulata DRESCHER. Lowenberg, S. 335, Taf. 9, Fig. 4 (52).
1882. Omphalia undulata WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde, S. 87.
1887. Glauconia undulata FRECH. Suderode, S. 183, Taf. 18, Fig. 9, 10.
1897. Glauconia ventricosa FRITSCH. Chlomeker Schichten, S. 42, Fig. 28.
Zur Untersuchung lagen mir außer anderem Material auch die Originale Drescuer’s vor. Die
charakteristischen Skulpturmerkmale beruhen in dem Vorhandensein zweier flach gefalteter Giirtel auf
der Außenseite der Windungen, von denen der obere der stärkere ist, mit dazwischen liegender flacher
Einsenkung und drei oder vier weiterer Gürtel an der Basis, von denen der letzte am schwächsten
ausgeprägt ist. Treten Knoten auf, so bleiben diese flach und breit, in Drescaer’s Abbildung erscheinen
mir dieselben in den obersten 4 Windungen etwas zu stark ausgeprägt, vielfach fehlen sie ganz. Die
Anwachsstreifen sind sehr stark ausgebogen, die stärkste Zurückbiegung liegt auf dem unteren Gürtel.
Schwankungen unterliegt andererseits, wie vielfach bei Glauconia, die äußere Form selbst, ins-
besondere der Spirawinkel. Während derselbe bei dem Fig. 4 abgebildeten Stücke Drescuer’s etwa
35° beträgt — in der Abbildung ist er noch etwas größer gezeichnet — geht er bei der von Frech
abgebildeten Form auf 28° herab, ebenso bei dem anderen von Drescher abgebildeten Stücke, das auch
durch seine stärkeren Knoten eine gewisse extreme Stellung einnimmt, wohl aber, wie das Original
zeigt, kaum getrennt werden kann. Daß gerade im Spirawinkel bei Glauconien große Variabilität vor-
handen ist, beweist besonders Glauconia Renauxiana D’ORB. Die drei von p’Orsicny abgebildeten Stücke,
1 A. Roemer, Norddeutsche Kreide, Taf. 11, Fig. 26.
? HoLzAPFEL, Aachener Kreide, Taf. 16, Fig. 1. ~
St? —
an deren Zusammengehörigkeit man wohl nicht zweifeln kann, auch wenn man die Art nicht so weit
wie Sroriczka fassen will’, zeigen bei sonst gleicher Skulptur einen Spirawinkel, der zwischen 36 und
52° schwankt.
Der Steinkern ist glatt, nur auf dem letzten Umgange zeigt sich eine ganz schwache Andeutung
der Gürtel. Seine Windungen sind seitlich gewölbt, innen etwas stärker als außen und, wenigstens die
letzten Windungen, hinten und vorn etwas kantig gerundet, wobei die vordere Kante meist etwas
schärfer ist. Der (Querschnitt der Jugendwindungen ist mehr der Kreisform genähert. Der abgebildete»
im Zusammenhang mit einem charakteristischen Hohldruck beobachtete Steinkern ist etwas zusammen-
gedrückt, die Abbildung zeigt denselben in einer Ansicht, die etwa zwischen der größten und geringsten
Breite in der Mitte steht und wohl der ursprünglichen Form entspricht.
Durch eine etwas größere Zahl von Gürteln auf dem letzten Um-
gange unterscheidet sich die von Sturm? als Glauconia undulata abgebildete
Form von Kieslingswalde, eine Abweichung, die im Original noch etwas
deutlicher hervortritt. Die Form nähert sich dadurch @/auconia Giebeli Zex."
aus der Gosauformation, bei der die Anordnung der Gürtel jedoch eine
etwas verschiedene ist. Ob diese Verschiedenheit, der ungleiche Abstand
der einzelnen Gürtel voneinander, indes ausreicht, um beide Formen ge-
trennt zu halten, kann ich in Ermangelung reichlicheren Gosau-Materials
nicht entscheiden, ebensowenig, ob sich vielleicht bei größerem Material
eine Annäherung der Kieslingswalder oder Gosau-Form an die Löwenberger
ergibt, wie ja auch SroniozKa Glauconia Giebeli mit der der vorliegenden
sehr nahe verwandten Glauconia Renauxiana D’ORB. vereinigen will. Jeden-
falls erweist das Vorkommen der Form in vollständig übereinstimmender
Ausbildung am Harzrande die Selbständigkeit der Art.
Die erwähnte Glauconia Renauxiana p’Ors. unterscheidet sich durch
Fig. 17.
die geringere Zahl der Basis-Gürtel, die flacheren und breiteren Gürtel auf PRAIA TR ROE:
der Außenseite der Windungen und die dementsprechend schmälere, mitt- Oberer Emscher (Oberquader)
von Giersdorf; nach DRESCHER.
lere Einsenkung zwischen denselben. an
Original im Berliner Museum fiir
Die Art ist in der Löwenberger Kreide bisher nur aus dem Ober- tai 2
quader von Giersdorf, aus dem sie schon Drzscner beschrieb, bekannt ge-
worden. Sie scheint auch in den gleichaltrigen Chlomeker Schichten Bühmens vorhanden zu sein, aus
denen Frirscu sie allerdings nicht nennt, doch könnte — soweit die Abbildung ein Urteil gestattet —
Sturm Recht haben, wenn er die von Frirscx als Glauconia ventricosa aus diesen Schichten abgebildete
Form hierher rechnet, wofür besonders, trotz der gedrungeneren Gestalt, die Stärke der Basis-Gürtel
spricht. Das erwähnte Vorkommen im Harz ist etwas jünger und gehört dem Untersenon an. Berliner
Museum für Naturkunde, Löwenberger Realgymnasium.
1 Nach StoLıczka gehören noch Omphalia Giebeli Zex., O. turgida ZeK. und O. subgradata Zex. zu dieser Art:
Revision der Gastropoden der Gosauschichten. Sitzungsbericht der Wiener Akad. der Wissensch., Math.-Naturw. Kl. 52, 1,
1865/66, S. 121.
2 Kieslingswalde, Taf. 4, Fig. 10.
3 ZERELI, Gastropoden der Gosaugebilde. Abhandl. d. k. k. geol. Reichsanst. 1852, II, Taf. 3, Fig. 1.
Glauconia ornata Drescn.
Textfigur 18.
1863. Omphalia ornata DRESCHER. Lowenberg, S. 335, Taf. 9, Fig. 6, 7.
1882. Glauconia ornata WiLriGer. Löwenberger Kreidemulde, S. 101.
1887. Glauconia ornata FRECH. Suderode, S. 184, Taf.18, Fig. 4-8.
1897. Glauconia ornata Fritsch. Chlomeker Schichten, S. 42.
Die vorliegenden Drescuer’schen Originale des Berliner Museums für Naturkunde — eine Platte
mit zahlreichen in den verschiedensten Altersstadien befindlichen Stücken — sowie einige weitere Stücke
zeigen folgende Unterschiede gegenüber der vorigen Art:
Von den beiden zunächst hervortretenden Hauptgürteln ist hier der untere der stärkere;
er ist ebenso wie der obere meist bestimmter ausgeprägt als bei der vorigen Art und
tritt oft kantig vor. Die bei den älteren Exemplaren sich ausprägenden Knoten sind
zahlreicher und weniger breit. Zwischen beiden Hauptgürteln ist mitunter ein zarter,
fadenförmiger Gürtel bemerkbar, der aber häufig undeutlich wird, wie er andererseits
auch bei den von Frech abgebildeten Stücken aus dem Harz größere Stärke erreicht.
Außerdem zeigen einzelne Stücke eine noch feinere Spiralstreifung. Ferner liegt unter-
halb des unteren Hauptgürtels in der Regel ein weiterer schwächerer, aber noch deut-
lich ausgeprägter Gürtel, was übrigens auch bei einzelnen Exemplaren von Glauconia
undulata vorkommt. Die Basis trägt unterhalb des geknoteten unteren Hauptgiirtels nur
2 weitere, gleichfalls geknotete Gürtel.
Schwankend ist auch bei dieser Art die Größe des Spirawinkels. Die meisten
Exemplare zeigen einen solchen von 25 bis höchstens 30°, doch geht er nach FrEcH
bis auf 35° herauf.
Fig. 18. Die Art findet sich im Untersenon (Überquader) von Wenig-Rackwitz und Sirg-
Glauconia ornata witz (Berliner Museum für Naturkunde), WirLıGER nennt sie außerdem noch von Ullers-
DRESCH. dorf a. Qu., ferner auch schon aus dem etwas älteren Oberquader von Giersdorf, woher
„ Untersenon ich sie selbst nicht kenne. Dem erstgenannten Vorkommen entspricht das in den unter-
(Uberquader) von = ; = Re
Wenig-Rackwitz Senonen lonen von Suderode, dem letzteren etwa das in den Chlomeker Schichten,
nach Drescher. Woher sie Frirscy, allerdings nur in einem schlecht erhaltenen Steinkern, zitiert.
Glauconia ventricosa Drescu.
Textfigur 19.
1863. Glauconia ventricosa DRESCHER. Lowenberg, S. 334, Taf. 9, Fig. 2, 3.
1882. Glauconia ventricosa WILLIGER. Löwenberger Kreidemulde, 8. 87.
Von den Drescuer’schen Originalen liegt leider nur das eine im Berliner Museum für Natur-
kunde aufbewahrte vor. Die Art läßt sich schon durch ihre größere Gedrungenheit leicht von den beiden
andern unterscheiden. Der Spirawinkel beträgt bei dem untersuchten Originalexemplar etwa 45°; in
der Abbildung ist er etwas zu groß angegeben. Weitere Unterscheidungsmerkmale gegenüber der am
nächsten stehenden @lanconia undulata beruhen in den schärfer ausgeprägten Seitengürteln, sowie der
tlacheren Basis, die zum größten Teile glatt bleibt. Gürtel sind nur am Rande der Basis bemerkbar.
— 133 —
Sie sind feiner und zahlreicher als in der Abbildung Drescuer’s; der Erhaltungs-
zustand erschwert sehr eine genaue Angabe ihrer Zahl, doch zähle ich (in der
Nähe der Mündung) mindestens sechs sehr feine, dicht gedrängte Spiralstreifen.
Zwischen den beiden Nahtgürteln läßt sich bisweilen noch ein mittlerer schwächerer
Gürtel erkennen, der zwar in der Beschreibung Drescuer’s nicht erwähnt, aber
von ihm in der Zeichnung als feine Linie angegeben ist. Glauconia ventricosa
findet sich mit wrdulata zusammen im Oberquader von Giersdorf. Frirscn nennt
sie auch aus den Chlomecker Schichten, doch dürfte die Art, wie schon erwähnt,
besonders in Anbetracht der Ausbildung der Basıs und der Gürtel trotz des ver-
hältnismäßig großen Spiralwinkels besser zu Glanconia undulata zu stellen sein.
Fig. 19.
Glauconiaventricosa Drescu,
Sealariidae Bron. Oberer
Emscher (Ober-
quader) Giersdorf. Original
Scalaria nov. spec. ? im Berliner Museum f. Na-
ere : ‘ a turkunde, nach DRESCHER.
Taf. IV, Fig. 16. ‘
Ein kleiner, schlanker Abdruck mit 8 gewölbten Windungen, gewölbter Basis und runder Miin-
dung. Jede Windung zeigt auf der der Betrachtung zugänglichen Seite &, durch breite Zwischenräume
getrennte (Juerrippen, so daß die Gesamtzahl etwa 15—16 auf jeder Windung gewesen sein dürften.
Außerdem ist eine feine Spiralskulptur vorhanden, die aber nur auf der Basis deutlicher ist. Der Spira-
winkel beträgt etwa 33°.
Die aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz stammende Form (Berliner Museum für Natur-
kunde) wird Scalaria Brancoi Horzarreı! am ähnlichsten, die auch etwa gleiches Alter besitzt. Sie unter-
scheidet sich durch die schärfere Ausprägung, sowie die etwas größere Zahl der Rippen, die dort nur
8—10 auf jeder Windung beträgt; doch ist in Anbetracht des spärlichen Materials, da auch die Horz-
APFEL’sche Form nur in einem Stücke bekannt ist, die Aufstellung einer neuen Art untunlich.
Zur Scalaria gehört ferner ein sehr kleiner, schlanker Abdruck, dessen Spirawinkel etwa 20" be-
trägt mit etwa gleich viel Querrippen, wie die soeben besprochene Form, der an Se. deeorata A. Roëx.? er-
innert, aber sehr viel kleiner bleibt. Der einzige vorliegende, unvollständige Abdruck aus dem Untersenon
von Wenig-Rackwitz (Geologische Landesanstalt No. 404) reicht leider zur Bestimmung nicht aus.
Delphinulidae Fiscner.
Delphinula Lan.
Delphinula tricarinata A. Rorm.
Taf. V, Fig. 5 und Textfigur 20.
1841. Delphinula tricarinata A. RoEMER. Norddeutsche Kreide, S. 81, Tat. 12, Fig. 3, 4, 6.
1844. Trochus plicatocarinatus Gorpruss. Petref. Germ. II. S. 59, Taf. 181, Fig. 11.
! Aachener Kreide I, S. 167, Taf. 18, Fig. 3.
2 HorzapreL. Aachener Kreide, Taf. 19, Fig. 1.
1863.
1869.
1897.
1898.
Man
Trochus plicatocarinatus DRESCHER.
Trochus plicatocarinatus FAVRE.
Trochus tuberculatocincta FRITSCH.
Delphinula tricarinata G. MÜLLER.
134 —
Lowenberg, S. 338.
Lemberg, S. 62, Taf. 9, Fig. 8, 9.
Chlomeker Sch., S. 44, Fig. 33.
Untersenon von Braunschweig, S. 92, Taf. 12, Fig. 7—12.
hat sich gewöhnt, mit diesem Namen einen großen Kreis ineinander übergehender Formen
zu bezeichnen, die sich durch 4—5 Windungen, deutlichen Nabel und 3, mitunter auch nur 2 Knoten-
reihen auszeichnen, indem man Formen von hoher und flacher Gestalt, stärkerer und schwächerer Skulptur,
Fig. 20.
Delphinula
tuberculatocincta
GOLDF. 2:1.
Groß-Rackwitzer
Scaphitenmergel.
Kiesgrube Groß-
Rackwitz. Geol.
Landesanstalt.
die auch im einzelnen Abweichungen zeigen kann, eckigem oder mehr zugerundetem
Windungsquerschnitt zusammenfaßte, welch letztere dann wieder zu der bezüglich der
Höhe und Skulptur gleichfalls recht veränderlichen Delphinula tuberculatocincta’ über-
führen, die nach G. Mütter als jüngere Mutation der Art betrachtet werden kann.
Es liegt mir ein gut erhaltenes Stück von Neu-Warthau (Löwenberger Real-
gymnasium) vor, das noch nicht ganz die Höhe des von Gozpruss, Fig. 11c, abgebildeten
erreicht, und einen mehr eckigen Windungsquerschnitt zeigt, während die Skulptur am
besten mit dem jüngeren, bei MüLner abgebildeten, sowie einem von Favre dargestellten
Stück? aus galizischem Obersenon übereinstimmt, das andererseits wieder durch seine
gerundeten Windungen abweicht und daher von letzterem Forscher schon zu tuberculato-
cincta gestellt worden ist. Wie bei diesen Figuren sind auf der letzten Windung nur
Zu dieser letzteren Form gehörige Stücke mit vollständig gerun-
deten Windungen (Textfig. 20) und feiner Spiralskulptur finden sich in den Scaphiten-
mergeln von Groß-Rackwitz (Geologische Landesanstalt).
2 Kiele vorhanden.
Besonders häufig sind stark
abgeriebene Stücke aus einer Kiesgrube bei Groß-Rackwitz, die wohl demselben Horizont entstammen
dürften (Sammlung Dresier und ScHorz). Delph. tuberculatocincta kann daher nicht als jüngere Mutation,
sondern nur als Varietät betrachtet werden. In weitester Fassung geht die Art also aus der Scaphiten-
zone bis ins Obersenon, in dem sie außer in Galizien nach GrIEPENKERL auch noch in der Kreide von
Königslutter vorkommt.
1841.
1844.
1875.
1905.
Pleurotomaria sublaeris REUSS.
Pleurotomaria sublaevis GEINITZ (1).
Pleurotomaria baculitarum und funata GEINITZ (2). Elbtalgebirge If, S. 167, Taf. 31, Fig. 9 u. 7 (non Pl. funata
Pleurotomaria baculitarum DENINGER.
Pleurotomariidae n’Or».
Pleurotomaria Derr.
Pleurotomaria baculitarum Gein.
Taf. V, Fig. 6.
Böhm. Kreide I, S. 47, Taf. 10, Fig. 9; Taf. 12, Fig. 10 (non A. RoEMER).
Grundriß d. Versteinerungskunde, S. 357, Taf. 14, Fig. 19.
Reuss).
Gastropoden d. sachs. Kreide, S. 25.
Mit obigem Namen bezeichnete Grinirz (2) eine Form mit weitem Nabel, die er als niedrig, kreisel-
förmig und von geringer Höhe charakterisiert.
1 GOLDFUSS.
2 FAVRE.
Die beigegebene Abbildung ist ziemlich unvollkommen,
Petref. Germ., Taf. 181, Fig. 12.
Lemberg, Taf. 9, Fig. 2.
135
auch vermißt man ein Profilbild. Grtnirz bezieht sich dabei im Texte auf seinen Trochus sublaevis in
seiner Charakteristik des Kreidegebirges', sowie auf Trochus sublaevis bei Reuss. Da der Name Pleuro-
tomaria sublaevis bereits von A. Roemer für eine andere Form vergeben war, so mußte der Name für
die Grintrz’sche und Reuss’sche Form umgeändert werden.
Diese beiden Formen dürften indes kaum ident sein. Die von Gerintrz abgebildete Form ist
kegelförmig mit spitzem Spirawinkel, die Reuss’sche Form flacher mit stumpfem Spirawinkel. Über-
gänge sind weder abgebildet, noch auch werden solche im Text erwähnt; es erscheint geboten, beide
auseinander zu halten. Da die Abbildung bei Geinirz im »Elbtalgebirge« der flachen Form bei Reuss
entspricht, so ist der von Grinirz gewählte Name daher auf diese anzuwenden. Ob der anderen die
von Frrrscu aus den Priesener Schichten abgebildete, ebenfalls kegelförmige Form’ mit spitzem Spira-
winkel entspricht, ist nach der Abbildung nicht sicher, da die von Grinitrz gezeichnete Querskulptur
fehlt, doch möchte ich mir in Anbetracht der mangelhaften Zeichnung bei Grinirz ein weiteres Urteil
nicht erlauben.
Die vorliegenden z. T. der Geologischen Landesanstalt, z. T. dem Löwenberger Realgymnasium
gehörigen Stücke sind klein und ziemlich niedrig. Es ist höchstens ein ganz dünner Schalenbelag vor-
handen. Das größte hat 7 mm Durchmesser bei 3'/2 mm Höhe, und besteht aus 5 etwas gewölbten
Umgängen, die durch deutliche Nähte voneinander getrennt sind. Die Basis ist flach und, wie aus den
kleinen Stücken hervorgeht, auf den ersten 4 Windungen durch eine scharfe Kante begrenzt. Auf dem
fünften stumpft sich diese Kante ab und nimmt gerundete Form an, so daß der Windungsquerschnitt
mehr ovale Gestalt bekommt. Von der Skulptur ist infolge der schlechten Erhaltung nichts zu sehen.
Der Spirawinkel schwankt etwas, ist jedoch immer stumpf.
Das hier abgebildete Stück weicht durch die gerundeten Umgänge etwas von den Profilzeich-
nungen der zitierten Abbildungen ab, was sich jedoch durch die Erhaltung erklärt. Reuss und Geinrrz
geben dieses Merkmal für Steinkerne ausdrücklich an, denen sich das abgebildete, nur eine ganz dünne
Schalenbedeckung zeigende Stück seiner Erhaltung nach nähert. Bei dem von Geinirz im Grundriß
der Versteinerungskunde abgebildeten Stück kommt die Wölbung der Windung ebenfalls einigermaßen
zum Ausdruck, wenn auch eine Profilzeichnung fehlt.
Die Art ist in der Löwenberger Gegend ausschließlich auf den Scaphitenmergel von Gr.-Rackwitz
beschränkt. In Sachsen ist sie in dem gleichaltrigen Horizont von Zatsschke verbreitet; dementsprechend
in Böhmen in den Priesener Schichten.
Fritsch nennt sie als Seltenheit auch aus den Chlomeker Schichten, da er nach oben Gesagten
aber den Begriff der Art etwas weiter zu fassen scheint, so bleibt die Angabe unkontrollierbar.
Pleurotomaria Reussi nov. nom.
Pate Vy. Eig...
1841. Pleurotomaria funata Reuss (non Dusarpın). Böhm. Kreide I, S. 47, Taf. 10, Fig. 11.
Ein einzelnes Stück von kegelförmiger Gestalt besteht aus 4 flachen, scharf gegeneinander
abgesetzten Windungen mit kantig begrenzter Basis. Die Skulptur des etwa 9 mm hohen Stückes. zeigt
1 Charakteristik III, S. 73, Taf. 18, Fig. 19.
2 8, 84, Fig. 73.
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/
4 Reihen deutlicher, gerundeter Knoten, die auch in regelmäßigen Querreihen angeordnet sind. Die
Knoten jeder Querreihe sind von den benachbarten durch etwa gleich breite Zwischenräume getrennt,
während die Zwischenräume zu den benachbarten Knoten in der Längsrichtung schmäler sind. Außer-
dem ist an der unteren Nahtkante eine undeutliche Spiralstreifung zu erkennen. Der Spirawinkel er-
scheint infolge der Zusammendrückung etwas größer als er in Wirklichkeit war. Die Mündung ist leider
nicht sichtbar. Die Zurechnung zu Pleurotomaria erfolgte nur auf Grund der vollständigen Uberein-
stimmung mit einer von Reuss aus gleichaltrigen Schichten abgebildeten Form, deren Schlitz von Reuss
ausdrücklich hervorgehoben wird.
Reuss beschrieb seine Art als Plewrotomaria funata, indem er sie, wenn auch mit Fragezeichen,
auf eine ähnliche von Dusarpin' unter diesem Namen abgebildete Form bezog, die sich ebenfalls durch
flache Windungen und eine Anzahl von Knotenreihen auszeichnet. Dieselbe weicht indes durch die un-
gleiche Stärke der Knotengiirtel, sowie auch durch die Form der Knoten selbst ab, die hier mehr in
schräger Richtung gestreckt erscheinen, so daß die Spiralgürtel einem gedrehten Tau, wenigstens der
Abbildung nach, nicht unähnlich werden. Es scheint mir daher, solange Übergänge bei dieser, auch
in der deutsch-bühmischen Kreide, sehr seltenen Art nicht gefunden werden, geboten, die schlesische
auch in der Knotenbildung ganz mit der böhmischen übereinstimmende Form zusammen mit dieser von
der französischen Art getrennt zu halten.
Ziemlich ähnlich wird Trochus amatus D’ORB. wenigstens in der Abbildung bei Frirscx”, die mit
der vorliegenden Form etwa im gleichen Horizont in Böhmen vorkommt. Die ursprüngliche Abbildung
bei Grinirz, der die Form zunächst als Trochus Basteroti beschrieb, welcher Name später von D'ORBIGNY
in amatus umgeändert wurde, weicht allerdings durch die Wölbung der Umgänge ziemlich ab, auch die
neuere Abbildung von Denincer® ist in dieser Beziehung verschieden, während bei Fritsch die Um-
gänge ebenfalls flach sind. Dagegen beträgt die Zahl der Knotenreihen auch bei dem Frirscn’schen
Stücke im Gegensatz zu der Abbildung bei Reuss und dem vorliegenden Exemplar 5, indes soll nach
Reuss andererseits auch bei der vorliegenden Art diese Zahl vorkommen. Als letztes Unterscheidungs-
merkmal bliebe dann der spitzere Spirawinkel, immerhin wäre bei größerem Material zu untersuchen, in-
wieweit Übergänge zu der Frirscu’schen Form vorkommen, über deren Mündung leider nichts aus-
gesagt ist, so daß ausschlaggebende Anhaltspunkte für eine generische Bestimmung fehlen.
Das der Geologischen Landesanstalt gehörige Stück entstammt den Scaphitenmergeln von Groß-
Rackwitz, in Böhmen findet sich die Art nach Reuss im gleichen Horizont bei Priesen.
Außerdem nennt DrESCHER aus dem Mittelturon des Popelberges noch
Pleurotomaria perspectiva n’ORrR.%,
die mir leider nicht bekannt geworden ist.
1 Dusarpın. Les couches du sol en Touraine, Mém. soc. géol. France II, S. 231, Tat. 17, Fig. 7.
2 Priesener Schichten, S. 83, Fig. 63. :
® Gastropoden d. sächs. Kreide, Taf. 4, Fig. 14.
4 Löwenberg, S. 338.
Patellidae Carprenrer.
Patella spec.
Taf. 5, Fig. 4. z
Ein einzelner Steinkern von ovalem Umriß mit subzentralem stumpfem, kaum gekrümmtem
Wirbel, von dem sehr feine Radialstreifen ausstrahlen, aus dem Untersenon-Sandstein von Wenig-Rack-
witz. (Geologische Landesanstalt.)
Acmaeidae Carpenter.
Acmaea Escnoutz.
Acmaea cf. dimidiata Reuss.
1841. cf. Acmaea dimidiata Reuss. Böhmische Kreide, S. 42, Taf. 11, Fig. 8.
Ein winziger angenähert kreisförmiger Steinkern, der am Rande noch Schalenreste erkennen
läßt. Der Durchmesser beträgt nur 3 mm, der Scheitel läuft in eine stumpfe Spitze aus. Am Rande
ist eine äußerst feine Radialstreifung bemerkbar.
Das Stück (Geologische Landesanstalt, Nr. 812) stammt aus den Scaphitenmergeln von Gr.-Rack witz.
Von Reuss wird die Art von dem den Teplitzer Schichten angehörigen Sauerbrunnenberge bei Bilin genannt.
Scaphopoda.
Dentalium Lin.
Dentalium medium Sow.
Taf. 5, Fig. 12.
(1814. Dentalium medium SoWERBY. Min. Conch., Taf. 79, Fig. 5—6.)
1837. Dentalium medium SOWERBY bei Fırron, Observations on the strata below the Chalk. Transact. Geol.
Soc. London, 2. ser. IV, S. 343, Taf. 18, Fig. 4.
1842. Dentalium medium Geinitz. Charakteristik, III, S. 74, Taf. 18, Fig. 25, 26.
1845. Dentalium medium Reuss. Böhm. Kreideform., I, S. 40, Taf. 11, Fig. 4.
1872—75. Dentalium medium GEINITZ. Elbtalgeb., II, S. 178, Taf. 30, Fig. 3, 4.
1893. Dentalium medium FritscuH. Priesener Schichten, S. 91, Fig. 100.
Die Art liegt in mehreren Abdrücken und einem Steinkern von elliptischem (Juerschnitt aus
den Scaphitenmergeln von Gr.-Rackwitz (Geologische Landesanstalt) vor. Das eine Stück erreicht mehr
als 4,5 cm Länge. Die meist schwach gebogenen Stücke sind mit sehr feinen, etwas ungleichmäßigen
Streifen bedeckt, von denen ich bei einem Stücke auf dem Abdruck einer Seite gegen 40 zähle, ein
anderes kleineres läßt nur etwa 20 erkennen. Sie werden von etwas undeutlicheren Querstreifen ge-
kreuzt; sowohl die Längs- wie die (Juerstreifung ist auf dem Steinkern sichtbar.
Die schlesische Form stimmt sehr gut mit der gleichfalls aus dem Scaphiten-Horizont stammenden
böhmisch-sächsischen überein. Frırsch gibt die Art als sehr charakteristisch für die Priesener Schichten
Palaeontographica. Suppl. VI. 18
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und in diesen allenthalben weit verbreitet an, während sie in den Chlomeker Schichten selten wird;
dementsprechend findet sie sich in Sachsen im Horizont von Zatzschke, doch bildet Grinrrz auch schon
ein charakteristisches Exemplar von Strehlen (= Teplitzer Schichten Böhmens) ab.
.
Ich führe die Art mit Geinirz, Reuss und Fritsch unter dem Sowersy’schen Namen auf, da in
der Tat die Übereinstimmung mit der an zweiter Stelle zitierten Abbildung der cenomanen Blakdowner
Form eine sehr weitgehende ist. Immerhin wäre eine Untersuchung an der Hand größeren Materials
wünschenswert, ob nicht wie bei einigen anderen jungkretazischen Arten, die für ident mit solchen von
Blackdown galten, irgendwelche Abweichungen nachzuweisen sind, die zu einer Neubenennung Anlaß
geben könnten. Horzarrer hat schon darauf aufmerksam gemacht, ' daß unter der Fauna von Blackdown
Formen von senonem Habitus vorhanden sind; wir haben daher hier vielleicht im englischen Cenoman
ein Verbreitungszentrum für eine Reihe von Arten vor uns, die dann, sei es wenig oder gar nicht ver-
ändert, sei es stärker umgeformt in den jüngeren Schichten der deutschen Kreide auftauchen. Das
hindert natürlich nicht, daß solche Formen, selbst wenn gegenüber den ursprünglichen des Verbreitungs-
zentrums Abweichungen nicht nachweisbar sind, wie etwa in diesem Falle, lokal als Leitfossilien gelten
können. Übrigens bildet auch NoærzixG unter den baltischen Cenomangeschieben ein Stück ab, das er
hierher rechnet, doch scheint mir hier die Zugehörigkeit nach Untersuchung des Originals nicht durchaus sicher.
Abgesehen hiervon besteht auch über die Bezeichnungsweise der Art keineswegs Übereinstimmung.
Nach Rreknorrt* ist die an zweiter Stelle zitierte, wenigstens der Abbildung nach gut mit der deutschen
Form übereinstimmende Art des jüngeren SowerBy, die er daher auch mit der Gemıtz-Reuss’schen
Form identifiziert, nicht identisch mit der an erster Stelle zitierten Abbildung des älteren Sowergy, die
nur Anwachsstreifen haben soll. Sie wird daher von ihm als Dentalium Geinitzianum bezeichnet, während
der Name D. medium allein der älteren Sowergy’schen Form verbleibt. Da indes die Abbildung der
Mineral Conchology in den Transactions selbst als minderwertig bezeichnet wird, so führt StoLıczka *
den Rycknorr'schen Namen nur mit Fragezeichen unter der Liste der Kreide-Dentalien auf. Ich be-
zeichne die Art daher, solange nicht klar ist, was für eine Form der Abbildung in der Mineral Concho-
logy zugrunde liegt, als Dentalium medium Sow., indem ich als Typus die Abbildung in den Trans-
actions zugrunde lege.
StoLıczka bemerkt übrigens, daß die Form möglicherweise zu Entalis gehören könnte, da in der
einen Abbildung der Transactions ein Schlitz am Hinterende vorhanden zu sein scheine, indes gibt die
Abbildung hierfür doch zu wenig Anhaltspunkte, auch das vorliegende Material spricht nicht für diese
Zugehörigkeit.
Dentalium spec.
Naf, -b,. Pie. 13.
Aus den tonigen Sandsteinen von Neu-Warthau liegt der Steinkern und der zugehörige Abdruck
eines Dentalium mit einigen ungleichmäßigen Längsrippen vor, das spezifisch nicht näher bestimmbar ist.
1 Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch., 1884, S. 470.
2 Mélanges paléontologiques. Mém. couronnés publiés par l’Acad&mie royale des sciences. Bruxelles, 24, 1852, S. 70.
3 Cretaceous fauna of southern India, II, S. 442.
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Am besten stimmt der Abdruck mit Dentalium cidaris bei Greinirz ! überein, einer Form, deren Stellung
jedoch unsicher ist, da Grinirz selber bemerkt, daß hier vielleicht nur ein Cidaridenstachel vorliege.
Durch die ungleich starken Längsrippen erinnert die Form auch etwas an Dentalium alternans
*J. Müzz.? Während sich jedoch bei der typischen Form je eine schwächere Rippe zwischen zwei
stärkere einschiebt, ist hier eine regelmäßige Abwechslung stärkerer und schwächerer Rippen nicht
wahrzunehmen, indes ist auch bei der Abbildung Horzarrer's der Unterschied in der Stärke zweier be-
nachbarter Rippen nicht immer sehr augenfällig. Der zugehörige schwach gebogene Steinkern ist un-
gerippt. Derselbe läßt nur zwei Furchen auf der konkaven Seite erkennen, die */s der ganzen Länge
erreichen. Zwischen beiden liegt eine flache Erhebung.
Ein Teil der von Drescher als Dentalium glabrum beschriebenen Formen dürfte sich auf diese
Art beziehen (Löwenberger Realgymnasium).
Lamellibranchiata.
Wie schon oben erwähnt, herrschen Zweischaler in einzelnen Schichten bei weitem vor. Da
dies z. T. gerade die artenreichsten Horizonte sind, so bilden sie auch den Hauptteil des hier be-
handelten Materials. Die Erhaltung ist nicht immer so, wie sie wünschenswert wäre. In den Neu-
Warthauer Schichten sind sie meist als Skulptursteinkern, im Oberquader und Überquader als Steinkern
erhalten. Das Schloß ist daher, wenn überhaupt dem Vergleich zugänglich, nur als Abdruck erhalten,
und da das Gestein des Überquadersandsteins, der die reichste Zweischalerfauna aufweist, sehr weich
ist, so ist auch die Herstellung eines Abdruckes nicht immer möglich.
Homomyaria.
Gastrochaenidae Gray.
Gastrochaena SrENGLER.
? Gastrochaena amphisbaena Gouvr.
1826— 32. Serpula amphisbaena GoLDFUss. Petref. Germ., 5.70, Fig. 10.
1863. Gastrochaena amphisbaena DRESCHER. Löwenberg, S. 341.
1872. Gastrochaena amphisbaena GEıinıTz. Elbtalgeb. I, S. 235, Taf. 52, Fig. 8—12.
Auf diese in der ganzen oberen Kreide weit verbreitete Art deuten Bohrgänge in verkieseltem
Holz in den Neu-Warthauer Schichten. Drescher nennt sie auch aus dem Oberquader. Die mir aus
diesen von Giersdorf bekannt gewordenen Bohrausfüllungen erscheinen jedoch mehr keulenförmig auf-
geschwollen und erinnern daher eher an Gastrochaena Ostreae Grix.*. Löwenberger Realgymnasium.
In der böhmisch-sächsischen Kreide im ganzen Turon.
1 = Dent. striatum Gein. Charakteristik, Taf. 18, Fig. 27, und Reuss, Böhm. Kreideform. (non Sow.), Taf. 11, Fig. 18.
HorLzAPFEL, Aachener Kreide I, S. 78, Taf. 20, Fig. 7—9.
Elbtalgeb. I, S. 234, Taf. 51, Fig. 11—18, Taf. 52, Fig. 4—7.
nm
w
— 140 —
Clavagellidae Fiscuer.
Clavagella Lan.
Clavagella nov. spec. aff. elegans J. Miu.
Textfigur 21.
cf. 1859. Cluvagella elegans MULLER. Aachener Kreide, Suppl., S.17, Taf. 8, Fig. 3.
1888. Claragella elegans HOLZAPFEL. Aachener Kreide II, S. 143, Taf. 8, Fig. 10, 11.
1897. Clavagella elegans FRITSCH. Chlomeker Schichten, S. 66, Fig. 86.
1901. Clavagella elegans Sturm. Kieslingswalde, S. 89, Taf. 9, Fig. 2.
Eine kleine ovale Form mit vorgerücktem, niedrigem Wirbel und konzentrischer Streifung. Es
wurden Röhren bis zu 5 cm beobachtet. An einem Hohldruck ist der Abdruck von zwei Röhren-
stacheln zu bemerken.
Die Form ist identisch mit der von Fritsch a. a. O. abgebil-
deten, aber wie diese kleiner als die Mürrer’sche Art aus dem
Aachener Untersenon; auch der Umriß stimmt nicht genau mit dieser
überein, insbesondere scheint bei letzterer der Wirbel noch etwas
niedriger und wenigstens in den älteren Wachstumsstadien weniger
stark nach vorn gerückt, doch reicht das Material zur Aufstellung
einer neuen Art nicht aus.
Die vorliegenden Steinkerne und Hohldrücke stammen aus
Fig. 21. dem Untersenon (Überquader) von Sirgwitz und Wenig-Rackwitz.
Clavagella nov. spec. aff. elegans J. MULL. Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium. In der
3:2. Untersenon (Uberquader). Sirgwitz. bil 5 | rede ad Chl k Schicht i‘ Fi
Nach Photographie. Löwenberger Real. Pöhmischen Kreide in den Chlomeker Schichten, ebenso auch im
gymnasium. Kieslingswalder Sandstein.
Anatinidae Gray.
Anatina Lam.
Anatina (Cercomya) lanceolata Gein.
Taf. 6, Fig. 2.
1843. Corbula lanceolata GEINnITz. Kieslingswalde, S.12, Taf. 2, Fig. 3.
1863. Anatina lanceolata DRESCHER. Löwenberg, S. 342.
1872-75. Anatina lanceolata GEINITZ. Elbtalgebirge II, S. 68, Taf.19, Fig. 9.
1897. Anatina lanceolata FrırscH. Chlomeker Schichten, S. 62, Fig. 75.
1901. Anatina lanceolata Sturm. Kieslingswalde, S. 87, Taf. 8, Fig. 10.
Die leicht kenntliche, langgestreckte, vorn gerundete, nach hinten schnabelartig verlängerte
Form, die sich auBerdem durch eine von dem etwa mittelständigen Wirbel schräg nach vorn verlaufende
flache Furche, sowie zwei sich nach hinten erstreckende Kiele auszeichnet, liegt nur in einigen wenigen
vollständigen Exemplaren, sowie in einigen Bruchstiicken vor. Bei einem Exemplar ist vor der die
Furche begrenzenden flachen Falte noch eine zweite ganz flache Einsenkung angedeutet.
ze
Die von Horzarrzu! gegenüber Cercomya papyracea Borum angegebenen Unterschiede, schwächere
Verjüngung nach hinten, stärkerer Wirbel und die genannte vom Wirbel nach vorn unten verlaufende
Furche sind an dem vorliegenden Material gut wahrzunehmen, doch ist die sich nach unten verbreiternde
Furche nicht immer so deutlich wie in der Abbildung. So ist dieselbe auch in der Abbildung Srurm’s
kaum erkennbar, der übrigens — nach meinem Material zu urteilen, irrtümlich — für die vorliegende
Form einen schwächeren Wirbel angibt. Auch erscheint die Aachener Form etwas flacher.
Die Art ist bisher in der Löwenberger Kreide nur im Untersenon von Sirgwitz und Wenig-
Rackwitz gefunden worden. Sie tritt anderweitig zuerst im Emscher auf, so bei Kieslingswalde und
in den Chlomeker Schichten Böhmens und wird ebenso auch aus dem Salzbergmergel aufgefiihrt*. Im
3
Senon von Kümigslutter nach Grirprenkern® bis in die unteren Mucronatenschichten hinaufreichend.
Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Drester, Berliner Museum für Naturkunde, Geol. Landesanstalt.
Lyonsia Turron.
Lyonsia Germari (Giee.) Gers. et var. nov. crassa.
Vat.-5, Bis. 8, 10, 15 u. 18.
1849. Lyonsia Germari GEINITZ (Juadersandsteingeh., S. 150, Taf. 10, Fig. 9—11.
1863. Magdalu Germari DRESCHER. Lowenberg, S. 342.
Obiger Name wird zuerst von Giese, doch ohne Abbildung für eine Art des Salzbergmergels*
angewendet; die erste unter diesem Namen gegebene Abbildung dagegen stammt von Guinitz und be-
zieht sich auf eine Kieslingswalder Form. Ich betrachte daher die Gemrrz’sche Form als Typus, obwohl
nach Untersuchung des allerdings sehr spärlichen Salzbergmaterials der Hallischen Sammlung die Zu-
sammengehörigkeit mit der Salzbergform zweifelhaft erscheint.
Es liegen vier Stücke vor, von denen drei nach ihrer Gestalt bezw. dem Verhältnis von Höhe
zu Länge unter sich und mit der von Grinirz abgebildeten Form enger zusammengehören, während
das vierte durch geringere Länge abweicht. Von den ersteren ist bei einem Stücke das Verhältnis von
Höhe zu Länge = 13:15, bei einem zweiten 18 : 21,5. Setzt man die Höhe — 100, so ergibt das
100 : 115 und 100 : 120, das dritte Stiick® ist unvollständig. Ergänzt man das vierte, hinten etwas be-
schädigte Stück, so kommt man dagegen nur auf ein Verhältnis von 100 : 100. Umgekehrt ist das
Gzinırz'sche Stück entsprechend länger, das Verhältnis ist hier 100:128, die relative Länge ist also
gegenüber dem ersteren um fast ebensoviel größer, als sie bei dem betreffenden Stücke kleiner ist.
Bei allen Stücken sind die drei für die Art charakteristischen vom Wirbel ausgehenden Kanten
gut zu sehen. Die erste erscheint nach vorn schwach konkav und ist am wenigsten deutlich ausgeprägt.
Die zweite geradlinige oder leicht S-förmig geschwungene Kante ist stumpf gerundet und hebt sich
überall deutlich heraus, hinter ıhr fällt die zwischen der ersten und zweiten Kante ziemlich flach er-
scheinende Schale plötzlich steiler ab; der dritte Kiel ist scharfkantig, vor und besonders hinter ihm ist
1 Aachener Kreide II, S. 149.
2 Brauns, Die senonen Mergel d. Salzberges b. Quedlinburg. Zeitschr. d. ges. Naturw. 46, 1875, S. 359.
3 Kreide von Königslutter, S. 370.
4 Neues Jahrb. f. Min. 1847, S. 56.
> Fig. 15. Das Stück ist zu hoch gezeichnet, auch in Fig. 10 ist die Höhe etwas zu groß.
— 142 —
die Schale etwas eingesenkt, der dahinter liegende Teil erscheint flügelförmig abgesetzt. Die Stelle
stärkster Wölbung fällt mit der zweiten Kante zusammen. Der Wirbel liegt etwas vor der Mitte, bei
dem einen Stücke (Fig. 8) erscheint er ebenso wie in der Gernirz’schen Abbildung gerade, bei einem
andern (Fig. 18) leicht gekrümmt, während er bei dem hohen Stücke (Fig. 10) eine stärkere Krümmung
aufweist. Infolge der geringeren Längsausdehnung erscheint das letztgenannte Stück im Verhältnis zu
dieser auch etwas dieker. Ferner sind die drei Kanten stärker zusammengedrängt; der Winkel, den
der Vorderkiel mit der geradlinigen Schloßkante des hinteren Teiles bildet, ist daher ebenfalls etwas
kleiner als bei den übrigen Stücken und der Geivırz’schen Form; während derselbe bei diesen etwa 120°
beträgt, erreicht er hier nur 110°. Ferner wird der Schloßkantenwinkel durch den weiter vorgezogenen
Vorderrand etwas stumpfer. Trotzdem möchte ich die Form zunächst nur als Varietät getrennt halten.
Wenn sie auf den ersten Blick auch von der Grixrrz'schen Abbildung recht abweichend erscheint und
man vielleicht auch nicht geneigt sein würde, die Form für sich allein betrachtet zur gleichen Art zu
stellen, so wird die Lücke doch andererseits durch die abgebildeten Stücke, besonders Fig. 18 ausgefüllt.
Sie sei bis zur Auffindung weiteren Materials vorläufig als var. crassa bezeichnet.
Wie schon oben angedeutet, zeigt die ursprüngliche von GiEBEL mit diesem
Namen belegte Art einige Abweichungen. Im Verhältnis von Höhe und Länge schließt
sie sich allerdings an die Gernrrz’sche Form an, doch ist der Wirbel hier nach hinten
gekrümmt. In Zusammenhang damit steht der Verlauf der Kiele, von denen die beiden
ersten hier auch undeutlicher ausgeprägt sind. An die Stelle des ersten ist eine fast
ganz gleichmäßige Rundung getreten; auch der zweite ist nur angedeutet und die Schale
fällt daher auch nicht so steil hinter diesem ab, so daß die ganze Wölbung überhaupt
Fig. 22.
Lyonsia conf. ca-
rinifera Sow. :
Salzbergmergel. schwächer erscheint. Brauns! beschrieb die Art deshalb als carinifera Sow.”, die nur
Hallische Samm- einen Hinterkiel besitzt und daher eine noch etwas extremere Stellung einnimmt, sonst
lung. Nach Pho-
ee aber besonders in der Sowrrsy’schen Abbildung in ihrer Gestalt sehr große Ähnlichkeit
zeigt. Ich führe die Form, die zwischen der englisch-französischen und der Glätzisch-
Löwenberger steht und auch mit letzterer etwa gleiches Alter besitzt, vorläufig, solange weiteres Material
nicht vorliegt, als L. ef. carinifera an (vergl. Textfig. 22). Die lange opisthogyre Form würde dann das
Extrem eines Formenkomplexes bilden, dessen anderes Extrem das kurze prosogyre Exemplar, Fig. 10,
ist, während die typische Form durch die in der Mitte stehenden Stücke, Fig. 8 u. 18, sowie das
Geixirz'sche repräsentiert wird, von denen sich wieder das letztere und Fig. 8 besonders nahe stehen.
Auch Frrrscn ? bildet aus den Priesener Schichten eine als Lyonsia curinifera bezeichnete schlechte
Form ab, die aber ebenfalls nicht hierher gehört und vor allem die beiden vorderen Kiele vermissen läßt.
Die vorliegenden Stücke stammen zum größern Teil (3) aus dem unteren Emscherhorizont von
Neu-Warthau (Sammlung Drester, Geologische Landesanstalt), während ein Stück (Görlitzer Sammlung)
dem oberen Emscherhorizont (Oberquader) von Giersdorf angehört. Bei Kieslingswalde, wie es scheint,
ebenfalls selten.
1 Salzbergmergel, S. 359.
2 Sowersy, Min. Conch. Taf. 534, Fig. 2 u. D’ORBIGNY, Terr. cretac., S. 373, Fig.1, 2.
® Priesener Schichten, S. 96, Fig. 115.
Liopistha Merk.
Liopistha aequivalvis Goupr. spec.
1834—40. Corbula aequivalvis GoLDF. Petref. Germ., II, S. 250, Taf. 151, Fig. 15.
1841. Pholadomya caudata A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 76, Taf. 10, Fig. 8.
1863. Pholadomya caudata DRESCHER. Löwenberg, S. 342.
1872—75. Pholadomya aequivalris GeiNirz. Elbtalgeb. II, S. 71, Taf. 19, Fig. 6, 7.
1889. Liopistha aequivalvis HouzapreL. Aachener Kreide II, S. 150, Taf. 9, Fig. 4-6.
Die sehr leicht kenntliche, oft abgebildete Art gilt vielfach als Leitfossil für Untersenon, doch
liegen aus der Löwenberger Kreide zwei Stücke aus den zur Brongniarti- Zone gehörigen Mergelsand-
steinen der Mittelberge vor, von denen mit ziemlicher Sicherheit das eine, möglicherweise auch das
andere, wiewohl nicht ganz vollständige, hierher gehört (Geologische Landesanstalt, Nr. 978 und 1019).
Weiter liegt ein Abdruck aus einem Mergel nicht näher bezeichneter Herkunft aus der Löwenberger
Gegend vor, der vielleicht dem Groß-Rackwitzer Scaphitenhorizont angehören könnte (Geologische
Landesanstalt, Nr. 726).
Sehr häufig ist die Art im Neu-Warthauer Horizont (in allen Sammlungen verbreitet), aus dem sie
von Neu-Warthau selbst, sowie von Kesselsdorf (Geologische Landesanstalt) vorliegt. Ferner im oberen
Horizont des Emschers, im Oberquader, so bei Gehnsdorf (Sammlung Sc#orz), Hochkirch (Görlitzer
Sammlung) und im Untersenon (Überquader) von Wenig-Rackwitz und Sirgwitz (Geolog. Landesanstalt,
Sammlung Drester). Auch aus Böhmen nannte Fritsch! schon die Art aus dem tieferen Turon, doch
haben bereits J. Bönm? und Horzarrer auf die Verschiedenartigkeit dieser Form, die auch der
des Löwenberger Mergelsandsteins unähnlich ist, hingewiesen. Dagegen glaube ich nicht, daß die
Reuss’sche Figur? etwas Besonderes darstellt, wie Boum und Horzarrer annehmen. Daß der Vorder-
rand bald mehr gerundet, bald mehr eckig ist, zeigen die Figuren bei Morscu*, daß die Stellung der
Rippen bezw. die Entfernung derselben voneinander schwankt, lassen die von Geinırz abgebildeten Stücke
erkennen. Ferner nennt Frirscn die Art aus den turonen Iserschichten, leider ohne Abbildung. Sonst
hat sie ihre Hauptverbreitung in den Chlomeker Schichten. Infolge des Vorkommens im schlesischen
Turon enthält auch das Auftreten im sächsischen Überquader, den ich nach dem oben Gesagten als
Cuvieri- Zone betrachten muß, nichts Beweisendes für die von Prrrascher ° behauptete Zugehörigkeit
zum Emscher.
In Mittel- und Westdeutschland sehr verbreitet im Emscher und Untersenon; nach GRIEPENKERL ®
in der Kreide von Königslutter noch im Obersenon. Nach Horzarren auch in der Maastrichter Kreide
von Kunraed.
! Weißenberger Schichten, S. 124, Fig. 98.
? Grünsand von Aachen, S. 141.
3 Böhmische Kreide, Taf. 36, Fig. 4.
4 Monographie der Pholadomyen II. Abhandl. d. Schweiz. Paläontolog. Gesellsch. I, II, 1874/75, S. 111, Taf. 35,
Bion Rats 836, Big 2,3.
5 Vergl. PETRASCHEK, Uber das Alter des Uberquaders im sächsischen Elbtalgebirge. Abhandl. d. Isis, Dresden
1897, S. 24. -— Derselbe, Über die jüngsten Schichten d. Kreide Sachsens. Abhandl. d. Isis, Dresden 1904, Heft 1, S. 3. —
Scupin, Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und Böhmen. Neues Jahrb-
f. Min., Beil.-Bd. 24, 1907, S. 700, sowie vorn S. 76.
® a. a. O., 3. 67, (369).
— 144 —
Pholadomyidae Fiscuer.
Pholadomya Sow.
Pholadomya nodulifera Minsr. und var. elliptica Müxsr.
Taf. 5, Fig. 16.
1834. Pholadomya nodulifera MüxsT.; GoLpruss. Petref. Germ. II, S. 261, Taf. 158, Fig. 2.
1840. Pholadomya albina GEINITZ. Charakteristik, S. 49, Taf. 12, Fig. 1.
1841. Pholadomya albina A. Roemer. Nordd. Kreide, S. 75, Taf. 10, Fig. 7.
1863. Pholadomya nodulifera DRESCHER. Lowenberg, S. 341.
1872—75. Pholadomya nodulifera Grtnitz. Elbtalgeb. II, S. 70, Taf. 19, Fig. 5.
1859. Pholadomya nodulifera HotzapreL Aachener Kreide II, S. 155, Taf. 15, Fig. 1.
1397. Pholadomya nodulifera Fritsch. Chlomeker Sch., S. 60, Fig. 71 (non Iserschichten S. 108, Fig. 75, 76).
1901. Pholadomya elliptica Sturm. Kieslingswalde, S. 87, Taf. 8, Fig. 9.
Die meisten hierher gehörigen Formen der Löwenberger Kreide nehmen eine Zwischenstellung
ein zwischen der von Gorpruss a. a. O. unter obigem Namen abgebildeten Form und Pholadomya ellip-
tica Muexsr. ebendort', nähern sich aber mehr der ersteren. Beide Gorpruss’schen Formen sind aus-
gezeichnet durch ovalen Umriß, vor der Mitte stehenden Wirbel und besonders die mehr oder weniger
zahlreichen, durch konzentrische Streifen in kräftige Knoten zerlegten Rippen. Sie unterscheiden
sich besonders durch die größere Länge und die zahlreicheren Rippen bei Phol. elliptica. Diese
zeigt ein Verhältnis der Höhe zur Länge von 100:209 und trägt 21 Rippen, bei dem Original der
Gorpruss’schen Ph. nodulifera beträgt dieses Verhältnis nach Morscx* 100 : 135 (68:92) und die Zahl
der Rippen erreicht nur 13. Ein weiterer Unterschied liegt in den dickeren Knoten bei älteren Stücken
der nodulifera und den stärker vorgekrümmten Wirbeln dieser Art. Srurm spricht bei Ph. elliptica
geradezu von einer deutlichen Tendenz, sich nach hinten einzurollen, doch ist das jedenfalls zu viel gesagt.
Die vorliegenden Stücke sind kürzer als Ph. elliptica, vielfach aber länger als die typische
Ph. nodulifera. Einige Exemplare des Löwenberger Realgymnasiums mafen *:
25 : 36,5 — 100 : 146
27:41 = 100: 152
21:34 = 100: 162.
Die Stücke sind also nicht allzuviel länger als die Gotpruss’sche nodulifera. Die Rippenzahl schwankt
sehr stark. Am häufigsten sind Stücke mit 15—18 Rippen, doch kommen auch solche mit nur 8 Rippen
vor; die Zahl geht hier noch unter die der Goupruss’schen Form herunter, während andrerseits
auch gelegentlich 20 Rippen (Görlitzer Sammlung) gezählt wurden. Auch der Wirbel ist bald stärker,
bald weniger stark nach vorn gekrümmt. Es wird daher hinsichtlich der beiden letzten Punkte die
Lücke zwischen den beiden Gorpruss’schen Figuren ausgefüllt. Da sich andererseits auch die hinsicht-
lich ihrer Schlankheit extremsten vorliegenden Formen schon stark den Abbildungen der Ph. elliptica
bei MorscH * nähern, die ein Verhältnis von 100:181 und 100:185 aufweisen, so bleibt es oft dem
! Petref. Germaniae, Taf. 158, Fig. 1.
? Pholadomyen S. 104.
3 Bei beschädigtem Rande wurde der äußerste vollständige Anwachsstreifen der Messung zugrunde gelegt.
Aon Ore Tat, 34, Rım 3, 4.
— 145 —
persönlichen Ermessen anheimgestellt, welcher Form man ein Stück zurechnen will. Im allgemeinen
halten sich in der böhmisch-schlesischen Kreide auch die vielrippigen Formen hinsichtlich ihrer Mab-
verhältnisse in der Nähe von 74. nodulifera typ., wie dies z. B. die eine Abbildung bei Fritsch zeigt,
die mit 21 Rippen auch nur ein Verhältnis von 100: 160 erreicht. Umgekehrt hat die eine Form bei
Morscx bei einem Verhältnis von 100: 181 nur 10 Rippen. Man wird daher Ph. elliptica höchstens als
Varietät betrachten können, wobei man weniger auf die Rippenzahl als auf die Länge Wert zu legen hat.
Die ebenfalls als Unterscheidungsmerkmal für elliptiea genannte schwächere Knotung scheint bei den
schlankeren Formen in der Tat vorzuherrschen und zwar liegt die Ursache nicht nur in der meist
größeren Zahl der infolgedessen auch schwächeren Rippen, sondern auch die konzentrischen, die Rippen
kerbenden Streifen erscheinen vielfach schwächer.
Daß auch an anderen Punkten der schlesisch-sächsisch-böhmischen Kreide Mittelformen wie die
meisten Löwenberger Stücke vorherrschen, verrät sich schon durch die Literatur, da die Formen bald
zu der einen, bald zu der anderen Art gestellt werden. So rechnet Geintrz die Kieslingswalder Form
zu nodulifera, Sturm zu elliptica. Ebenso hat PETRASCHEK seine Form aus dem sächsischen Ueberquader
zuerst zu nodulifera!, dann zu elliptica® gestellt. Das von Gerxitz von Kreibitz abgebildete Stück ist
ebenfalls eine Mittelform mit 17 Rippen, hält in dieser Beziehung also genau die Mitte zwischen beiden
Extremen. Andererseits kommen nach den Abbildungen von Frirscu, der elliptica mit nodulifera ver-
einigt, auch beide Endformen in Böhmen vor.
Pholadomya nodulifera einschließlich var. elliptica gilt wie die vorige Art vielfach als senones
Leitfossil, findet sich jedoch ebenso wie manche andere in Mittel- und Westdeutschland erst im
Senon auftretende Art in der südostdeutschen Kreide schon im Turon. Aus der Löwenberger Kreide
kenne ich sie zuerst mit Sicherheit aus der Brongniarti-Zone der Mittelberge (Geologische Landesanstalt
[Nr. 681], Sammlung Drester). Aus Böhmen zitiert sie Frırsch ebenfalls schon aus den mittelturonen
Iserschichten, doch ist die von ihm abgebildete Form wohl zu Ph. Esmarki zu stellen; ob daneben auch
die echte nodulifera vorkommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher ist ihr Vorkommen in der sächsischen
Cuvieri-Zone (sächsischer Überquader), das nun nichts Auffallendes mehr hat. Ihre Hauptverbreitung
erreicht die Art allerdings auch in der südostdeutschen Kreide erst im Senon. Sie ist sehr häufig im
Emscher und zwar sowohl in den Neu-Warthauer Schichten wie im Oberquader, aus dem sehr große
Stücke von Hochkirch unweit Görlitz im Görlitzer Museum liegen. Das gleichaltrige Vorkommen von
Kieslingswalde und in den Chlomeker Schichten wurde schon erwähnt. Ebenso auch noch im Über-
quader von Wenig-Rackwitz und Kesselsdorf (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium,
Sammlung Drester). Nach Brauns, der die Form als elliptica beschreibt’, im Salzbergmergel, ferner
im Untersenon von Aachen und Westfalen.
Pholadomya Esmarki Nirs. (mut?).
Taf. 5, Fig. 20.
1827. Cardita Esmarkii NiLSON. Petreficata Suecana, S. 17, Taf. 5, Fig. 8.
1834—40. Pholadomya Esmarkii GoLpr. Petref. Germ., Taf. 157, Fig. 10a, b, d.
1 Isis, 1897. S. 28.
Isis, 1904. S, 7.
3 Salzbergmergel, 5. 360.
we
Palaeontographica. Suppl. VI. 19
— 146 —
1841. Pholodomya umbonata A. Roemer. Norddeutsche Kreide, S. 76, Taf. 10, Fig. 6.
1869. Pholadomya Esmarkii Favre. Lemberg, S. 105, Taf. 11, Fig. 10.
1875. Pholadomya Esmarki MorscH. Monographie d. Pholadomyen II, S. 101, Taf. 33, Fig. 7, Taf. 34, Fig. 5.
1883. Pholadomya nodulifera var. umbonata FrirscH. Iserschichten, S. 108, Fig. 75.
1889. Pholadomya nodulifera HorzAPrEL. Aachener Kreide II, S. 155, Taf. 14, Fig. 12.
Durch den stark vorgerückten Wirbel, den gerundeten Vorderrand, der ganz allmählich in den
Unterrand übergeht und mit diesem einen einheitlichen Bogen bildet, sowie die durch breite Zwischen-
räume getrennten Rippen, die hinten ein Stück der Schale frei lassen und auch nicht bis ganz an den
Vorderrand heranreichen, ist die Art leicht kenntlich. Etwas abweichend von den zitierten Abbildungen
ist die geringere Zahl der Rippen bei dem vorliegenden Material. Es sind hier meist nur 10 oder
ii Rippen vorhanden, wobei die letzte schon recht schwach erscheint, bei einem Stücke sogar nur 8.
Indes gibt Gotpruss, der in der deutschen Beschreibung von 15—20 Rippen spricht, in der latei-
nischen Diagnose auch nur 12—16 an; es liegt daher kein Grund zu einer spezifischen Trennung
vor, doch ist es bemerkenswert, daß in den älteren Schichten die Formen mit geringerer Rippenzahl
vorzuherrschen scheinen, soweit sich das bis jetzt übersehen läßt. Ebenso wie die vorliegenden Stücke
stammt auch die von Frirscx als Pholadomya nodulifera var. umbonata abgebildete Form der Iserschichten,
die, wie auch schon HorzarreL hervorgehoben hat, sicher hierher gehört, aus dem Turon; dieselbe zeigt
13 Rippen; während die ebenda darunter abgebildete Form bei Frırsch! aus den gleichen Schichten
nur 11 Rippen erkennen läßt.
Die vorliegenden Stücke entstammen der Brongniarti-Zone der Mittelberge (Löwenberger Real-
gymnasium, Geologische Landesanstalt, Sammlung ScHorz). Nach Gorpruss auch in der Grafschaft Glatz,
vielleicht bei Kieslingswalde. Nach Frrrscx, wie erwähnt, in den Iserschichten Böhmens, sodann auch
in den Chlomeker Schichten nach Angabe Horzarrer’s. Am Harzrande im Salzbergmergel, sonst auf-
fallenderweise von vielen Punkten nur aus dem Obersenon aufgeführt, so bei Königslutter?, bei Lüne-
burg® und Aachen. Auch Scurürer® zitiert sie nur aus den Mucronatenschichten Westfalens.
Panopaeidae Zirr.
Goniomya Ac.
Goniomya designata GoLpr.
1834. Lysianassa designata Gorpruss. Petref. Germ. II, S. 264, Taf. 154, Fig. 13.
1843. Goniomya designata GEINITZ. Kieslingswalde, S. 12, Taf. 2, Fig. 1.
1863. Goniomya designata DRESCHER. Löwenberg ex parte, S. 342.
1872—75. Goniomya designata GEINITZ. Elbtalgeb. II, S. 71, Taf. 19, Fig. 8.
1889. Goniomya designata HoLzaPpFEL. Aachener Kreide II, S 153.
1898. Goniomya consignata G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, S. 71, Taf. 10, Fig. 7 (non A. ROEMER,
Norddeutsche Kreide, Taf. 10, Fig. 3).
1901. Goniomya Vogti Sturm. Kieslingswalde, S. 85, Taf. 8, Fig. 4
1905. Goniomya designata WEGNER. Granulatenkreide d. westl. Münsterlandes, S. 195.
1 Iserschichten, S. 108, Fig. 76.
2 GRIEPENKERL a. a. O., S. (369) 67.
3 WoLLEMANN, Fauna d. Lüneburger Kreide. Abhandl. d. preuß. geol. Landesanstalt, N. F. 37 1902, S. 80.
* Cephalopoden d. oberen deutsch. Kreide. Paläontogr. 24, S. 246.
ie —
A. a. O. unterschied G. Mürter neben Goniomya designata Gorbruss eine etwas abweichende
Art, Goniomya consignata A. Rormer, indem er eine von A. Rormer als consignata Goupruss abgebildete
Form — mit der ursprünglich wohl die GoLprvss’sche designata gemeint war, da es eine consignata GoLp-
russ nicht gibt — als Typus einer besonderen Art betrachtete. Als Unterschiede führt er an den geraden
Unterrand und das abgestutzte Hinterende der Rormer’schen Form. Man überzeugt sich indes leicht,
daß dem Zusammenvorkommen dieser Merkmale keine konstante Bedeutung zukommt. Die von Grinirz
a. a. O. abgebildete Gon. designata hat ein gerundetes Hinterende, während sie hinsichtlich des Unterrandes,
der hier sogar leicht nach innen eingebogen ist, der Rormer’schen Form näher steht. Umgekehrt ist bei
MüLLER’s Gon. consignata mit abgestutztem Hinterende, der Unterrand leicht gerundet, wie aus den An-
wachsstreifen hervorgeht; der gerade Unterrand der Figur ist offenbar nur durch die mangelhafte Er-
haltung bedingt. Auch Goniomya Vogti Sturm, die sicher nichts anderes ist, als die Goupruss’sche Art,
zeigt gleichzeitig gerundeten Unterrand und ein schräg abgestutztes Hinterende. Auch Weser hat in
letzter Zeit nach Durchsicht reichlicheren Materials von Dülmen darauf aufmerksam gemacht, dal es
kaum durchführbar ist, beide Typen auseinanderzuhalten.
Schwankend ist besonders die Form des Hinterrandes, da gerundete und abgestutzte Formen
ineinander übergehen, wie auch in der Mürrer’schen Abbildung die inneren Anwachsstreifen noch ge-
rundet erscheinen. Will man andererseits zwischen Formen mit geradem oder eingebogenem und solchen
mit konvexem Unterrande unterscheiden, so dürfen jedenfalls nicht alle von erstgenanntem Typus ein-
schließlich der Rormer’schen zusammengefaßt werden. Bei dieser liegt, falls die Figur richtig, der
Wirbel weiter vorn als bei der Gotpruss’schen Form, wodurch dann allerdings ein wichtigeres Unter-
scheidungsmerkmal gegeben wäre. Während ganz konstant bei meinem Vergleichsmaterial der vor dem
Wirbel liegende Teil etwa einem Drittel der Gesamtlänge entspricht, erreicht der Vorderteil bei der
Rormer’schen Figur noch nicht ein Viertel, wodurch auch der Abfall des Vorderrandes ein viel steilerer
wird. Bei der Gorpruss’schen Form ist die Entfernung des Wirbels von der Stelle stärkster Krümmung
des Vorderrandes nur wenig kleiner als die Schalenhöhe in der Wirbelgegend, bei der Rormer’schen
Figur erreicht sie nur etwa */4 dieses Betrages.
Man wird daher alle diese Formen mit vorgezogenem Vorderrand unter dem Goupruss’schen
Namen zusammenfassen und hier auch die Mürter’sche Form, die in dieser Beziehung durchaus typisch
ausgebildet ist und daher den Namen consignata nicht tragen darf, emreihen müssen. Innerhalb dieses
Formenkreises wird man dann vielleicht die Formen mit geradem oder eingebogenem Unterrande höchstens
als besondere Varietät, etwa als var. recta unterscheiden können, namentlich wenn sich Unterschiede in
der horizontalen oder vertikalen Verbreitung ergeben sollten.
Es wären also zu unterscheiden:
1. unter der Voraussetzung der Richtigkeit der Rormer’schen Figur Goniomya consignata A. RoEMER,
die vorläufig nur durch die Rormer’sche Abbildung vertreten wird, !
2. Goniomya designata Goupruss typ., der die Form von Gorpruss, Mürver, Grinirz-Kieslings-
walde und Sturm angehört, und
3. vielleicht noch Goniomya designata var. recta, der die von Grinirz aus den Chlomeker Schichten
von Tannenberg abgebildete Form, sowie einige mir vorliegende Stücke vom Salzberg angehören.
1 Von WEGNER, der indes die Abweichung in der Stellung des Wirbels nicht erwähnt, mit @. designata GoLDF. vereinigt.
— 148 —
Es sei dabei darauf hingewiesen, daß unter den als @. designata zusammengefaßten Formen
solche, bei denen die Höhe hinten etwas größer ist als vorn, mit andern vereinigt sind, die vorn und
hinten etwa gleiche Höhe zeigen. Dem ersteren Typus gehören die Gorpruss’sche und Mürver’sche Form
an, dem letzteren die übrigen. Ich glaube nicht, daß dieser Abweichung großer Wert zukommt, doch
wäre weiteres Material daraufhin zu prüfen.
In die Synonymik nicht mit aufgenommen habe ich die von FrirscH’ von Kieslingswalde ab-
gebildete Form, da in der Abbildung der Wirbel höher und auch etwas weiter nach hinten gerückt erscheint.
Die Löwenberger Stücke gehören, soweit sie überhaupt spezifisch erkennbar sind, teils der Haupt-
form, teils der genannten Varietät an.
Abgesehen von einem fragmentarischen Stück, das aus dem der Scaphitenzone angehörenden
Mergelsandstein von Hermsdorf stammt (Geologische Landesanstalt) und dessen nähere Bestimmung der sehr
unvollständigen Erhaltung wegen kaum möglich ist, liegen aus dem Untersenon (Überquader) von Wenig-
Rackwitz zwei Steinkerne vor. Nur bei einem Stück mit beschädigtem Umriß (Sammlung Drester) ist
die charakteristische Winkelskulptur am Wirbel erhalten, trotzdem ist an der Zugehörigkeit auch des
andern (Geologische Landesanstalt) nicht zu zweifeln. Dasselbe entspricht gut der Abbildung bei Grinirz.
Es zeigt einen stumpfen Wirbel, stark vorgezogenen Vorderrand und geraden Unterrand, würde also zu
var. recta gehören. Vom Wirbel verläuft nach hinten eine gerundete Kante, die bei Gernirz nur leicht
angedeutet ist, aber auch bei Salzbergstücken zu sehen ist.
Die Art hat, wenn alle Angaben richtig sind, sehr große Vertikalverbreitung und würde dann
durch die ganze obere Kreide hindurchgehen. GEINITZ nennt sie schon aus sächsischem Cenoman,
während die von ihm abgebildeten Stücke, wie erwähnt, erst aus den Chlomeker Schichten bezw. Kies-
lingswalde stammen. In Mitteldeutschland vom Salzbergmergel bis ins Obersenon, aus dem sie GRIEPENKERL?
anführt. Ebenso auch nach ScaLürer im westfälischen und nach Honzapret im Aachener Untersenon,
auch aus der Maastrichter Kreide von Kunraed wird sie noch genannt.
Goniomya perlonga FrirscH.
1863. Goniomya designata DRESCHER ex parte. Lüwenberg, S. 342.
1877. Pholadomya perlonga Fritsch. Weißenberg-Malnitzer Sch., S. 124, Fig. 99.
1897. Pholadomya perlonga FRITSCH. Chlomeker Sch., S. 61, Fig. 73.
Ein schlecht erhaltenes nach hinten verlängertes Stück aus der Brongniarti-Zone der Mittelberge
gehört hierher. Der Unter- und Hinterrand ist leider beschädigt, so daß der Umriß nur aus den letzten
Anwachsstreifen rekonstruiert werden kann. Der stumpfe niedrige Wirbel liegt ziemlich weit vorn, noch
etwas vor der Grenze des ersten Schalendrittels. Die kräftigen konzentrischen Streifen verlaufen vorn
stark, unten leicht bogig gekrümmt; hinten erscheinen sie ziemlich gerade und biegen dann kurz vor
dem Schloßrand nach vorn um.
Das Stück stimmt gut mit der zweiten Abbildung Frirscn’s überein.
Ob sich Goniomya Sterni MÜLLER? trennen läßt, auf deren Beziehungen zur vorliegenden Art
Mürter schon hingewiesen hat und die sich nur durch die größere Höhe des hinteren Teiles der Muschel
! Chlomeker Sch., S. 61, Fig. 72.
? Königslutter, S. (370) 68.
3 Untersenon von Braunschweig, S. 73, Taf. 10, Fig. 8.
— 149 —
gegenüber dem vorderen unterscheidet, während bei @. perlonga die Höhendifferenz nur sehr unbedeutend
ist, kann erst größeres Material lehren. Bei dem vorliegenden Stück ist dieselbe bereits etwas größer
als bei der Abbildung von Fritsch, doch reicht dasselbe zur Entscheidung der Frage nicht aus. Das
abgebildete Stück Mürver’s weicht außerdem noch durch den etwas eingebogenen Unterrand ab.
DreEscHer bestimmte die Form als Goniomya designata und führte diese daher auch aus den
Mittelbergen an. Durch den weiter vorn liegenden stumpferen Wirbel, die meist auch größere Länge
und den abweichenden Verlauf der konzentrischen Streifen unterscheidet sich die Art leicht von dieser.
Die Art findet sich ebenso wie bei Löwenberg auch in Böhmen in der Brongniarti-Zone (Malnitzer
Schichten) und geht bis in die Chlomeker Schichten hinauf.
Löwenberger Realgymnasium.
Panopaea.
Panopaea Muelleri nov. nom.
Tate, 6, Fig. 1,
21813. Mya mandibula Sow. Min. Conch., Taf. 43, Fig. 1 (non. 2).
? 1843—44. Panopaea mandibula D'ORBIGNY. Terr. crét. III, S. 344, Taf. 360, Fig. 3, 4.
1863. Panopaea gurgitis DRESCHER. Löwenberg, S. 341, ex parte.
1898. Glycimeris gurgitis G. MÜLLER. Untersenon v. Braunschweig, S. 70, Taf. 10, Fig. 4.
1900. Panopaea mandibula FrirscH. Chlomeker Schichten, S. 60.
1901. Panopaea gurgitis Sturm. Kieslingswalde, S. 86, Taf. 8, Fig. 5.
Nachdem Horzarreı zuerst ausführlicher darauf hingewiesen hatte, daß der Name @G/yeimeris
(bezw. Panopaea) gurgitis als Sammelname für recht verschiedene Formen gebraucht werde, und zunächst
eine Form ausgeschieden hatte, die er als G/. Geinitzi beschrieb, hat sich G. Mürter später nochmals
mit der Art beschäftigt und eine Form als typisch abgebildet, die jedoch ebenfalls nicht als solche be-
trachtet werden darf. Uberblickt man die nach Ausscheidung von P. Geinitzi übrig bleibenden Formen,
die unter dem Artnamen gwrgitis beschrieben worden oder in die Synonymik dieser Art eingesetzt worden
sind, so lassen sich leicht zunächst folgende Formenkreise unterscheiden: Der ursprüngliche Typus
BRONGNIART’S, der neuerdings sehr viel besser von Woops! abgebildet worden ist, kennzeichnet sich
durch gerundeten, ovalen Umriß mit niedrigem breitem Wirbel. Ein zweiter Typus ist der von
D’ÖrBıcnY? abgebildete. Im Gegensatz zu der ersten Form nimmt die Schale nach hinten deutlich an
Höhe zu und überragt hier meist den Wirbel oder wird wenigstens ebenso hoch; dazu kommt ferner
das ziemlich scharfe Umbiegen der Anwachsstreifen an der Hinterecke, das bei der andern Form, wie
es scheint, nur ausnahmsweise zu beobachten ist;? sie möge als Panopaca Orbignyana bezeichnet werden.
Ihr gehört außerdem an die von Reuss* aus Böhmen abgebildete Form und vielleicht Panopaea plicata
8 1 1
Gotpruss* (non Sow.), deren Original vorlag. Der dritte Typus ist der von G. Mütter als P. gurgitis
! Cret. Lamellibr., II, Taf. 35, Fig. 9—14, Taf. 36, Fig. 1—7 (8?).
Zibenrzeret,, IL Mar. 841) Big. 1, 2.
3 Woops a. a. O., Taf. 36, Fig. 8.
* Böhm. Kreide, II, Taf. 36, Fig. 3.
> Petref, Germ., Taf. 158, Fig. 5.
— {50 —
vom Harzrand beschriebene, den ich daher nach diesem Forscher benenne. Er findet sich ebenso auch
bei Kieslingswalde wieder, woher Sturm die gleiche Form abbildet, und zeigt sich auch in der Löwen-
berger Kreide bei Neu-Warthau.
Das einzige von hier vorliegende Stück dieser Art (Geologische Landesanstalt) hat vorn gerundete,
hinten abgestutzte Gestalt. Die Länge erreicht nicht ganz das 1'/2fache der Höhe. Hinten ist die Form
höher als vorn, sie erreicht hier fast die Schalenhöhe der Wirbelgegend. Der etwas vor der Mitte
stehende gerade Wirbel ist klein und spitz. Der gerade Unterrand stößt, wie bei dem zweiten Typus,
unter stumpfem Winkel mit dem Hinterrand zusammen; vom Wirbel aus verläuft schräg nach hinten
eine leichte Furche. Von dem zweiten Typus unterscheidet sich die Art vor allem durch die kürzere
Gestalt, ferner ist der Wirbel etwas kleiner, gerader und mehr der Mitte genähert. Auch erscheint der
eckige Charakter noch etwas stärker ausgeprägt.
Am nächsten steht sie der von p’OrpiGNy' als Panopaea mandibula Sow. abgebildeten, noch
etwas kürzeren Form, deren Rippen und Ränder jedoch hinten keinen so stumpfen, sondern einen mehr
dem rechten genäherten Winkel bilden und die auch einen etwas höheren Wirbel besitzt. Indes scheinen
bezüglich der Rippen Übergänge vorzukommen, wie die von FritscH? aus den Malnitzer Schichten ab-
gebildete Form zeigt, deren Rippen und Ränder hinten einen Winkel bilden, der nur wenig größer ist
als ein rechter. Ebenso ist der Unterschied im Wirbel z. B. von der Srurm’schen, sicher hierher ge-
hörigen Form nicht zu groß, um gegen eine Vereinigung zu sprechen.
Die p’Orsicny’sche Form stimmt wieder offenbar überein mit der von Sowrersy, Min. Conch.,
Taf. 43, Fig. 1, abgebildeten Form, während Fig. 2 verschieden ist. Letztere zeigt weitgehende Ähnlichkeit
mit Panopaea Beaumonti GoLpr.,? P. Iugleri A. Rém.* und Panopaea mandibula bei Geixirz, Ÿ die sich nur
durch das Vorhandensein einer vom Wirbel nach der Hinterecke verlaufenden Furche auszeichnen, welche
jedoch auch bei den Abbildungen der englischen Art bei Woops zu sehen ist. Alle diese Formen unter-
scheiden sich von der andern genannten Sowersy’schen durch den stärker gekriimmten, weiter vorn
stehenden und meist® schlankeren Wirbel. Als Typus für P. mandibula ist die bei Sowersy Fig. 2
abgebildete Form anzusehen, da die Beschreibung des Wirbels (ineurved and pointed) besser auf sie
paßt. Woops führt übrigens beide Formen Sowersy’s zusammen in der Synonymik auf.
P. Muelleri ist bisher nur aus dem Emscher von Neu-Warthau und Kieslingswalde, den Chlomeker
Schichten Böhmens, sowie dem Untersenon des Harzrandes bekannt, doch könnten, wie gesagt, müg-
licherweise noch andere als yurgitis beschriebene Formen hierher gehören, so die Form der Malnitzer
Schichten und die erwähnte ähnliche französische und englische Form.
Panopaea plana nov. spec.
Taf. 6. Fig. 18.
? 1871— 74. Panopaea gurgitis GEINITZ. Elbtalgeb., II, S. 68, Taf. 19, Fig. 2.
1863. Panopaea gurgitis DRESCHER. Löwenberg, S. 341, z. T.
ı Terr. cret., Taf. 360, Fig. 3, 4.
2 Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 125, Fig. 100.
3 Petref. Germ., Taf. 158, Fig. 4 a, b.
4 Norddeutsche Kreide, Taf. 10, Fig. 4.
5 Elbtalgeb., II, Taf. 18, Fig. 20.
5 Nur bei GoLpruss, Petref. Germ., 4c etwas stumpfer.
1881. Panopaea gurgitis WILLIGER. Lowenberg, S. 89, z. T.
1875. Panopaea gurgitis BRAUNS. Salzbergmergel, S. 362, z. T.
Mehrere liingliche Stiicke, bei denen sich die Hühe zur Länge ziemlich genau wie 3:5 verhiilt.
Der Vorderrand ist bogig gerundet, der Unterrand ziemlich gerade, mitunter leicht eingekriimmt, der
Hinterrand meist flachbogig, stellenweise ebenfalls ziemlich gerade; Unter- und Hinterrand stoßen in ge-
rundeter Ecke zusammen. Auch die Anwachsstreifen biegen hinten meist scharf nach oben um. Der
schlanke, aber wenig über den Schloßrand vorspringende Wirbel liegt ziemlich genau an der Grenze
des zweiten und dritten Fünftels der Schale. Hinten ist die Schale ein wenig höher als vorn, doch
überragt sie nicht den Wirbel. Von letzterem zieht eine flache Furche nach der Hinterecke. Vor dem
Wirbel erscheint die Schale meist etwas eingedrückt.
Die Löwenberger Stücke, die gut mit mehreren Exemplaren aus dem Salzbergmergel überein-
stimmen, zeigen Ähnlichkeit mit Panopaea gurgitis bei Gorvruss,! die indes nicht diesen Namen tragen
darf, und von p’Orpicny als Panopaea Goldfussi bezeichnet wurde. Das angebliche Original von
Osterfeld lag mir zum Vergleich vor, doch halte ich es infolge der Abweichungen von der Zeichnung
nicht für ausgeschlossen, daß hier eine Verwechslung vorliegt, obwohl die Ungenauigkeit der GoLpruss’schen
Zeichnungen mitunter recht groß ist. Das Original weicht von der Salzberg-Löwenberger Form durch
erheblich größere Dicke, insbesondere stärker aufgetriebenen Wirbel ab, so daß die letztere einen neuen
Namen bekommen muß. Vielleicht kann sie bei Auffindung weiteren Materials an die GoLpruss’sche
als Varietät oder Mutation angeschlossen werden.
Recht ähnlich wird auch die von Gemıtz als Panopaea gurgitis® abgebildete Form von Strehlen,
doch erscheint hier die vordere Depression etwas weniger deutlich.
Nur durch größere Länge unterscheidet sich P. regularis bei Norriine, * während die p’OrBrany’sche
P. regularis durch höheren Vorderrand und noch niedrigeres Hinterende abweicht. Panopaea Holzapfeli
Hennig * hat etwas stärker gerundete Rippen und ist höher, zeigt aber sonst ähnlichen Habitus.
Die Form scheint, die Zugehörigkeit der Geinrrz'schen Form vorausgesetzt, darnach zuerst in der
Scaphitenzone aufzutreten und würde dann weiter aus dem Emscher des Harzrandes bekannt sein. In
der Löwenberger Kreide kenne ich sie nur aus den Neu-Warthauer Schichten (Geologische Landes-
anstalt, Sammlung Drester).
Panopaea depressa nov. spec.
Taf. 6, Fig. 3, 15 u. 16.
Drei einzelne Stücke von rhomboidischem Umriß stehen der vorgenannten Form recht nahe.
Der Vorderrand ist bogenförmig gekrümmt und geht allmählich in den ziemlich geraden Unterrand über,
der mit dem Hinterrand stumpfeckig zusammenstößt. Der Wirbel ist stumpf und liegt etwas vor der
Mitte, etwa an der Grenze des zweiten und dritten Fünftels der Schale. Er hebt sich nur wenig über
den Oberrand der Schale heraus, der hinter dem Wirbel etwas eingebogen ist. Eine leichte Depression
zieht auch hier vom Wirbel schräg nach hinten unten. Vor dem Schnabel erscheint die Schale noch
1 Petref. Germ., Taf. 153, Fig. 7.
2 Elbtalgeb., II, Taf. 19, Fig. 2.
Fauna d. baltischen Cenomangeschiebe. Palaeont. Abh. v. Dames und Kayser, II, 1885, Taf. 6 (21), Fig. 5.
Revision af Lamellibranchiata i Nilsons Petrif. suec. form. eret. Acta univers. Lund, 1897, S. 59, Taf. 3, Fig. 22.
— 152 —
sehr viel deutlicher eingedrückt als bei der vorigen Form, von der sie sich ferner durch den stärker
vorgezogenen Vorderrand und den noch stumpferen Winkel zwischen Unter- und Hinterrand unter-
scheidet, wodurch die Form selbst schiefer erscheint. Eine Anzahl kräftiger konzentrischer Rippen geben
die Randkonturen deutlicher wieder. Das beste der Stücke stammt aus einem bei einer Brunnenausschachtung
im Liegenden des Hockenauer Sandsteins erschlossenen Mergel und dürfte dem Neu-Warthauer Horizont
angehören (Löwenberger Realgymnasium); die beiden andern stammen aus einem Tonmergel nicht näher
bezeichneter Herkunft, der offenbar dem Gr.-Rackwitzer Horizont angehört. Das eine dieser beiden,
den Fig. 15 abgebildeten Ausguß eines Hohldruckes, stelle ich nur wegen seines Umrisses bezw. des
stumpfwinkligen Verlaufes der Rippen mit hierher, während infolge der Erhaltung nicht zu entscheiden
ist, ob die charakteristische Depression vor dem Wirbel vorhanden war.
Die Form wird Srurm’s Panopaea anatinoides* recht ähnlich, die ich im Original vergleichen konnte.
Diese zeigt ähnlich rhomboidischen Umriß und ist in gleich charakteristischer Weise vor dem Wirbel
eingedrückt, doch ist der Wirbel etwas spitzer, ebenso fehlt die Ausbiegung des Oberrandes, der im
Gegenteil konvex ist und gleichmäßig in den Hinterrand übergeht, so daß die größte Längserstreckung
der Schale nach hinten bei der vorliegenden Form etwas höher liegt.
Panopaea Geinitzi HOoLzAPFEL.
Taf. 6, Fig. 10.
1863. Punopaea gurgitis DRESCHER, Löwenberg, S. 341, z. T.
1871— 75. Panopaea regularis GEINITZ (non D'ORB.). Elbtalgeb., II. S. 69, Taf. 19, Fig. 3 (non 4).
1889. Glycimeris Geinitzi HotLzaprEL. Aachener Kreide II, S. 156, Taf. 11, Fig. 2.
Horzarpren gründete diese Art auf eine von Grrnitz aus dem schlesischen Oberquader von Waldau
in der Ober-Lausitz als Panopaea regularis abgebildete Form, die in verschiedenen Exemplaren vorliegt.
Charakteristisch ist die flache Wölbung des langgestreckten Gehäuses, das fast doppelt so lang
wie hoch wird und zwischen dem Wirbel und dem hinteren Teil des Unterrandes eingedrückt erscheint,
während das zwischen dem Wirbel und dem oberen Teil des Hinterrandes liegende Stück sich wieder
etwas stärker herauswülbt: hierzu treten ferner der stumpfe mittelständige Wirbel und der gleichmäßig
gerundete Rand bezw. die konzentrischen Rippen, die nirgends eckige Konturen zeigen. Der hinteren
Einsenkung der Schale entspricht eine Einbiegung des Oberrandes hinter dem Wirbel. Die typische Form
des Oberquaders erreicht meist ziemlich bedeutende Größe, bis zu 11 cm Länge und 6 cm Höhe.
Die Art liegt aus diesem Horizont von Kesselsdorf (Löwenberger Realgymnasium), Giersdorf,
sowie Hochkirch bei Görlitz vor (Görlitzer Sammlung). Das Vorkommen im gleichen Horizont bei Waldau
wurde schon genannt. Etwas seltener fand sich die Form in dem nächst jüngeren Horizonte, dem
Überquader, bei Wenig-Rackwitz. Die von hier bisher bekannten 3 Stücke sind kleiner, ein Stück erreicht
nur ein Drittel der Größe der im Oberquader vorkommenden Form, eines nähert sich derselben einigermaßen,
doch stimmen alle sonst in jeder Beziehung mit ihr überein (Löwenberger Realgymnasium, Samml. DRESLER).
Nach Frirscx vielleicht auch in den Chlomeker Schichten Böhmens. Bei Aachen typisch im
Untersenon. Daß sie auch schon in älteren Schichten auftritt, zeigt ein Stück des Kgl. Museums zu
Dresden aus dem sächsischen Brongniarti-Quader von Langhennersdorf. In Sachsen nach PETRASCHEK
auch im Überquader (Cuvieri-Zone).
1 Kieslingswalde, Taf. 8, Fig. 8.
Übersicht über die besprochenen Panopaea-Arten.
Panopaea gurgitistyp., lang oval gerundet, breiter niedriger Wirbel. Woops a. a. O., Il, Tat. 35,
Fig. 9—19, Taf. 36, Fig. 1—7.
Panopaea Orbignyana Scup., lang, hinten stumpfeckig, hier wesentlich höher als vorn, den nach
vorn gekrümmten Wirbel überragend; letzterer liegt an der Grenze des zweiten und dritten Fünftels
der Schale. »’Orsıcny, Terr. crét. III, Taf. 341, Fig. {, 2, Reuss, Böhm. Kreide II, Taf. 36, Fig. 3,
(Panopaea plicata, Goupr., Petr. Germ., Taf. 158, Fig. 5 ?).
Panopaea plana Scur., wie vorige Art, aber hinten den Wirbel nicht überragend; vor dem
Schnabel leichte Depression. S. 150, Taf. 6, Fig. 18.
Panopaea depressa Scur., wie vorige, vor dem Schnabel starke Depression, Vorderrand stärker
vorgezogen. S. 151, Taf. 6, Fig. 3, 15, 16.
Panopaea Goldfussi DV’ OrB. (= gurgitis Goupr., Petref. Germ., Taf. 153, Fig. 7), ähnlich plana,
aber dieker, Wirbel aufgetrieben.
Panopaea anatinoides Sturm, Kieslingswalde, Taf. 8, Fig. 8, wie vorige, aber Oberrand konvex.
Panopaea Muelleri Scup., wie Orbignyana, aber kürzer, noch eckiger, Schnabel spitzer und mehr
der Mitte genähert. S. 149, Taf. 6, Fig. 1.
Panopaea mandibula Sow. s. str. Min. Conch., Taf. 43, Fig. 2. P. Beaumonti GoLor., Petr. Germ.,
Taf. 158, Fig. 4a,b. P. Iugleri A. Rosm. Nordd. Kreide, Taf. 10, Fig. 4, wie vorige, aber Wirbel weiter
vorn, schlanker und stärker gekrümmt.
Panopaea Geinitzi Howzarrer, fast doppelt so lang wie hoch, gerundet, mittelständiger, stumpfer
Wirbel, hinten eingeschnürt. S. 152, Taf. 6, Fig. 10.
Mactridae Dası.
Mactra Lim.
Mactra nov. spec.
Lao Rice. 19)
Mehrere Steinkerne und ein Abdruck, von denen jedoch nur ein Stück besser erhalten ist, so
daß nicht ganz sicher zu entscheiden ist, ob alle Stücke, die ihrem Äußeren nach zu Maetra zu rechnen
sind, von denen aber ein Schloß leider nicht erhalten ist, wirklich zusammengehören.
Die Form zeigt ausgeprägt dreieckigen Umriß; der Unter- und Hinterrand sind schwach bogig
gekrümmt, der Vorderrand geradlinig. Der Winkel am Wirbel ist stumpf; der letztere liegt ziemlich
genau in der Mitte, nach der vorderen und hinteren Ecke zieht je eine deutlich ausgeprägte Kante;
vor der vorderen fällt die Schale steil ab, während der Hinterrand noch etwas über die Hinterkante
hervortritt.
Die Form steht etwa in der Mitte zwischen der als Mactra angulata Sow. von Gæixirz! be-
schriebenen Form und Mactra porrecta Grin.” Letztere ist länger und hat einen stumpferen Schloß-
1 Quadersandsteingebirge, Taf. 10, Fig. 5, 6.
?2 Ebenda, Fig. 15.
Palaeontographica. Suppl. VI. 20
kantenwinkel, bei ersterer, deren Original zum Vergleiche vorlag, ist dieser umgekehrt ein wenig kleiner,
vor allem stoßen die beiden vom Wirbel ausgehenden Kanten unter spitzem, bei der vorliegenden Form
unter stumpfem Winkel zusammen. ‚Wactra Debeyana J. MüLLer', die etwa das gleiche Verhältnis von
Länge und Höhe besitzt, hat nach der Abbildung einen mehr stumpf gerundeten Schnabel und besitzt
auch mehr vierseitigen Umriß. Sämtliche Stücke stammen aus dem Oberquader (oberen Emscher) von
Gehnsdorf. Geologische Landesanstalt.
Solenidae Lan.
Drescher? erwähnt als nicht selten im Oberquader von Kesselsdorf und Überquader von Sirgwitz
Siliqua truncatula Reuss,
indem er ausdriicklich das Vorhandensein der charakteristischen schrägen Leiste hervorhebt. Da mir
selbst in keiner der Sammlungen irgend ein hierher gehüriges Stiick bekannt geworden ist, beschränke
ich mich auf die Zitierung der Form.
Pleuromyidae Zrrr.
Ceromya Ac.
Ceromya cretacea J. Mitt.
Taf. 5 Pig. 49.
1847. Isocardia cretacea J. MÜLLER. Monographie d. Aachener Kreideverst., S. 19.
1889. Ceromya cretacea HoLzaPpFEL. Aachener Kreide II, 8. 152, Taf. 9, Fig. 12, 13.
1901. Ceromya isocardioides Sturm. Kieslingswalde, S. 84, Taf. 8, Fig. 2.
Zwei Skulptursteinkerne mit Gegendruck stimmen gut mit den Horzarrkr’schen Originalen
überein, obwohl der Schnabel bei der Horzarrer’schen Abbildung etwas stumpfer zu sein scheint. Die
stark gewölbten Stücke zeigen gerundeten Umriß und fallen hinten etwas schneller ab als nach vorn,
der vorspringende Schnabel ist nach vorn eingedreht. Die Oberfläche ist mit sehr feinen konzentrischen
Streifen bedeckt.
Neuerdings haben sich äußerlich vollkommen übereinstimmende Schalen einer /socardia mit deut-
lichen Schloßzähnen gefunden, so daß entweder an das gleichzeitige Auftreten einer /socardia und einer
Ceromya gedacht werden oder zu der Annahme gegriffen werden muß, daß nur /socardia vorliegt und
die Schloßzähne bei dem zuerst von Horzarrer beschriebenen Steinkern nicht verkieselt sind. Da bei
der von Sturm abgebildeten Form, die ich nach Vergleich des Originals als sicher ident mit der vor-
liegenden Form ansehe, ebenfalls Schloßzähne fehlen, so ist für die letztere der Name Ceromya cretacea
jedenfalls zutreffend, doch ist für den Fall, daß bei Aachen überhaupt keine Ceromya vorkommt, die Art
mit dem Autornamen Gerrnirz zu versehen, da Srurm der von Geinirz als Isocardia cretacea bezeichneten
Art den Namen Cer. isocardioides nur im Hinblick auf die seiner Ansicht nach verschiedene Ceromya
1 HouzapreL, Aachener Kreide II, Taf. 10, Fig. 20.
? Lowenberg, S. 341.
cretacea J. MüLL. gegeben hatte, welcher Name in dem genannten Falle dann fortfallen würde. Im
anderen Falle bliebe der Name Ceromya cretacea J. Mürr. für die vorliegende und die Kieslingswalder
Art bestehen. ’
Beide Stücke stammen aus den mit dem Kieslingswalder Sandstein gleichaltrigen Neu-Warthauer
Schichten (Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt). Wie es scheint auch im Salzberg-
mergel, woher einige Stücke der Hallischen Sammlung vorliegen, bei Aachen im Untersenon.
Tellinidae Lan.
Tellina Liyy.
Tellina strigata Goupr.
Tat.:6, Big. 4.16) Ue.
1839—40. Tellina strigata GoLpruss. Petrefacta Germ., II, S. 234, Taf. 147, Fig. 18.
? 1850. Tellina strigata GEINITZ. Kieslingswalde, S. 12, Taf. 3, Fig. 1—3.
? 1863. Tellina royana DRESCHER. Löwenberg, S. 343.
1889. Tellina strigata HoLzapreL. Aachener Kreide II, S. 159, Taf. 11, Fig. 6—10.
1891. Tellina strigata LANGENHAN und GRUNDEY. Das Kieslingswalder Gestein, S. 11, Taf. 3, Fig. 22.
1897. Tellina strigata Fritsch. Chlomeker Schichten, S. 63, Fig. 77.
Hinsichtlich seiner Größenverhältnisse typisch ist nur ein Skulptursteinkern von ovalem Umriß,
gewölbtem Vorderrand und schräg abgestutztem Hinterrand, mittelständigem stumpfem Wirbel und einer
deutlichen vom Wirbel schräg nach der Hinterecke ziehenden Kante. Die äußerst feine Radialskulptur
der Art ist nicht zu sehen. Die Höhe verhält sich zur Länge wie 17 : 28 — 100:165, ein Verhältnis,
das ziemlich genau Fig. 10 bei Horzarrer, entspricht. Nach Honzarren kommen indes auch schlankere
Formen vor, die sich dadurch in ihrer Gestalt der Tellina royana v’Orp. ohne Radialstreifung nähern, wie
er auch die Tellina strigata von Kieslingswalde bei Grinttz (a. a. O.) mit emem Verhältnis von 100 : 188
hierher rechnet, die noch etwas schlanker ist als Tellina royana D'Ors8. mit einem Verhältnis von 100 : 183.
Bei der von LAnGEenHan und Grunpey abgebildeten Kieslingswalder Form erreicht die Länge im Ver-
hältnis zur Höhe sogar 192.
Horzaprer spricht daher die Vermutung aus, daß auch die Löwenberger 7. royana DrESCHER'S
eine T. strigata ist, was, wenigstens wenn man den Begriff sfrigata unter Einbeziehung auch der ge-
nannten schlanken Formen so weit fassen will, nicht unwahrschemlich ist. Die Längenausdehnung auf
die Höhe 100 bezogen, schwankt bei den in Frage kommenden Stücken zwischen 179 und 195, ist also
etwa die gleiche wie bei der Kieslingswalder Form. Eine Radialstreifung, die stets sehr fein ist und
nach LaANGENHAN und Grunpry auch bei der Kieslingswalder Form kaum bemerkbar wird, ist bei der
Steinkernerhaltung nicht zu erwarten.
Es scheint daher in jedem Falle trotz des der Tellina royana ähnlichen Umrisses das Vorkommen
dieser letzteren französischen Art in Schlesien zum mindesten nicht erwiesen, im Gegenteil legt das
Vorkommen der ähnlich schlanken, schwach radial gestreiften Tellina in der Glatzer Kreide es einiger-
maßen nahe, daß hier die gleiche, nur infolge des Erhaltungszustandes nicht mit Sicherheit als ident
festzustellende Art vorliegt. Vereinigt man daher beide, so dürfte es sich jedoch vielleicht empfehlen,
— 156 —
da bisher aus der Glatzer Kreide nur niedrige schlanke Formen bekanntgeworden sind und solche auch
in der Löwenberger Kreide vorherrschen, sie als Varietiit der typischen Form gegenüber zu kennzeichnen.
Das erstgenannte typische hohe Stiick stammt aus den Neu-Warthauer tonigen Sandsteinen
(Geologische Landesanstalt), die schlanken Stücke gehören teils dem gleichen Horizont (Geologische
Landesanstalt), teils dem Überquader (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium, Samm-
lung DRESLER) an, aus dem die Form von Wenig-Rackwitz und fraglich von Sirgwitz vorliegt.
Die Art ist Leitfossil für Emscher und Untersenon. Eine typische hohe Form bildet Frırsch
aus den Chlomeker Schichten a. a. O. ab. Die schlanke Form scheint auch im Salzbergmergel die
herrschende zu sein, da Brauns das Verhältnis von Höhe zu Länge auf °/s angibt. Die Art geht dann
noch bis in die Plattenbergschichten hinauf und findet sich ebenso bei Aachen im Untersenon.
Tellina Renauxi Maru.
Taf. 6, Fig. 11.
1842. Tellina Renauxii MATHERON. Catalogue méthodique, S. 143, Taf. 13, Fig. 11.
1843. Tellina Renauxii D'ORBIGNY. Terr. crét. II, S. 421, Taf. 380, Fig. 6—8.
1863. Tellina plana DRESCHER. Lowenberg, S. 342.
1889. Tellina Renauxii HoLzapreL. Aachener Kreide II, S. 161, Taf. 11, Fig. 4, 5.
Die Art ist in der Löwenberger Kreide selten. Am besten erhalten ist ein Hohldruck mit Skulptur-
steinkern von Neu-Warthau (Löwenberger Realgymnasium), der sehr gut mit der Abbildung Horzarrer’s
übereinstimmt. Das Stück zeigt ovalen bis gerundet dreiseitigen Umriß, dessen größte Längsausdehnung
etwa in halber Höhe liegt, stumpfen, dicht vor der Mitte liegenden, ganz niedrigen Wirbel, eine
stumpfe, dem Ober- bezw. Hinterrand genäherte, schräg nach hinten verlaufende Kante und feine,
konzentrische Streifen. Die Form ist etwa so schlank wie die von p’OÖrBıcny! abgebildete, die Länge
auf die Höhe 100 bezogen beträgt hier wie da ungefähr 230. Vermutlich auch hierher gehört ein
schlechtes Stück der geologischen Landesanstalt aus dem Oberquader von Gehnsdorf, das andererseits
wieder kürzer ist als die p’Orpiany’sche Form und sich in seinen Maßverhältnissen 7. royana bezw. der
schlanken Varietät der Tellina strigata nähert, aber seiner Gestalt wegen wohl besser hier unterzubringen
ist. Ebenso ist die Art noch im Überquader von Wenig-Rackwitz vertreten. (Löwenberger Realgymnasium.)
Aus den Ausführungen Drescuer’s ist nicht ganz klar zu ersehen, ob er mit der von ihm an-
geführten 7. plana A. Roem., über welche Form sich Horzarrer schon hinreichend geäußert hat, die
vorliegende oder vielleicht Tellina striguta gemeint hat. Er bezieht sich einerseits ausdrücklich auf die
Figuren bei p’Orpicny, erwähnt andererseits aber, daß die Form höher sei als die Reuss’sche ? T. plana,
die etwa ebenso schlank ist, wie die p’OrpiaNy’sche. Auf den weiter vorn liegenden Wirbel der Reuss-
schen Form gegenüber der typischen 7. Penauxi hat Horzarren gleichfalls schon hingewiesen und daher
deren Zugehörigkeit bezweifelt.
Auch Frrrscn’s” Tellina plana aus den Chlomeker Schichten gehört nicht hierher. Sie hat eher
die Form der schlanken 7. strigata als der vorliegenden Art. Ebensowenig ist die von NoETLınG unter
1 Terr. crét., Taf. 380, Fig. 9—10.
2 Böhm. Kreide II, 8. 19, Taf. 36, Fig. 22.
3 Chlomeker Sch., S. 62, Fig. 76.
a nee nen, =A. Lu wem Z— a + ee —_— _ tlt ct.
= “457 =
diesem Namen abgebildete Cenoman-Form eine Tellina Renauxi, wie schon aus der Beschreibung zu er-
sehen ist, in der Norrninc den Wirbel als beträchtlich vor der Mitte liegend bezeichnet.
Dem Vorkommen der Art in der Löwenberger Kreide entspricht das in Mittel- und Westdeutsch-
land. Sie findet sich am Harzrand nach G. Mürzer! im Salzbergmergel, nach Horzarrer auch in den
Plattenbergschichten, bei Aachen im Untersenon.
Tellina (Linearia) costulata Goupr.
1834—40. Tellina costulata GoLDFUSs. Petref. Germ. II, S. 235, Taf. 147, Fig. 19.
1863. Tellina costulata DRESCHER. Löwenberg, S. 343.
1889. Tellina costulata HOLzAPFEL. Aachener Kreide II, S. 162, Taf. 11, Fig. 11—16.
1897. Tellina costulata Fritscu. Chlomeker Sch., S. 63, Fig. 78.
Die durch ihren ovalen Umriß, den kleinen, mittelständigen Wirbel, vor allem aber durch ihre
zarten, radialen, gekerbt erscheinenden Rippchen leicht kenntliche Art läßt infolge der Erhaltung als
Steinkern oder Skulptursteinkern die feineren Zwischenrippen, zwischen den stärkeren, wie sie sonst für
die Art charakteristisch sind, nicht immer gut erkennen. Meist sind sie mehr oder weniger verwischt,
vielfach auch ganz verschwunden, so daß die stärkeren Rippchen durch sehr breite Zwischenräume ge-
\
trennt sind.
Die Art wird von Drescher nur von Neu-Warthau und als Geschiebe Neu-Warthauer Alters von
Hohlstein genannt, woher sie in einer größeren Anzahl von Exemplaren vorliegt (Geolog. Landesanstalt,
Löwenberger Realgymnasium). Sie geht indes als Seltenheit noch bis in den Überquader herauf, aus
dem mir nur ein Stück von Wenig-Rackwitz bekannt geworden ist (Löwenberger Realgymnasium) *.
Fraglich führt Srurm die Art aus dem Kieslingswalder Sandstein an. In Böhmen nach Frrrscn schon
im tiefsten Horizont der Chlomeker Schichten, den Kreibitzer Schichten®. Am Harzrand im Salzberg-
mergel, bei Aachen im Untersenon.
Tellina (Linearia) semicostata Reuss.
Taf. 6, Fig. 5.
1840. Psammobia semicostata GEINITZz. Charakteristik II, S. 49, Taf. 16, Fig. 6.
1841. Psammobia semicostata A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 74, Taf. 9, Fig. 21.
1846. Tellina semicostata Reuss. Böhm. Kreide II, S. 19, Taf. 36, Fig. 11.
1871—75. Tellina semicostata Reuss. Elbtalgeb. I, S. 231, Taf. 51, Fig. 7, 8.
1877. Tellina semicostata FRITSCH. Weissenberger u. Malnitzer Sch, S. 126, Fig. 102.
Eine Anzahl von Stücken aus den Gr.-Rackwitzer Tonmergeln von ovalem Umriß bis zu 3'/2 em
Länge und 2'/4 cm Höhe. Der niedrige, stumpfe Wirbel liegt etwa in der Mitte oder dicht hinter der-
selben. Die Schale ist mit gleichmäßigen, konzentrischen Streifen bedeckt, auf dem hinteren Teile der
Schale ist die charakteristische, feine, vom Wirbel ausstrahlende Radialskulptur deutlich zu sehen. Die
1 Beitr. z. Kenntn. d. ob. Kreide a. nördl. Harzrande. Jahrb. d. pr. geol. Landesanst. 1887, S. 428.
? Bei einem schlechten, wohl zu Tellina gehörigen Stücke aus den Scaphitenmergeln von Gr.-Rackwitz (Geolog.
Landesanstalt) konnten ebenfalls Spuren einer Radialskulptur beobachtet werden, so daß man an die vorliegende Art denken
könnte, doch wäre es gewagt, auf dieses Stück hin das Vorkommen in diesem Horizont auch nur als wahrscheinlich
hinzustellen.
3 Chlomeker Sch., S. 24.
— 158 —
Schale erscheint in ihrem mittleren Teile gleichsam abgeplattet und zeigt nur vorn und hinten schwache
Wölbung. (Geologische Landesanstalt.)
Man wird die längeren und kürzeren Formen, wie sie in den verschiedenen Abbildungen dar-
gestellt sind, wohl kaum voneinander trennen können, dagegen erscheint die von NortLiss abgebildete
Form der baltischen Cenomangeschiebe’ durch ihre deutliche Hinterkante, sowie den gekrümmten Wirbel
abweichend. Sie nähert sich dadurch mehr der Tellina inaequalis Sow., ist jedoch niedriger. Nach
Brauns auch im Salzbergmergel.
Während die Art in der Löwenberger Kreide bisher nur aus der Scaphitenzone bekannt ge-
worden ist, wird sie von Geintrz schon aus dem böhmischen und sächsischen Cenoman genannt. Ebenso
zitiert sie Frırsch, der sie aus dem Labiatus-Horizont (Weißenberger Schichten) abbildet, schon aus
den cenomanen Korytzaner Schichten, sowie dann ferner aus den jüngeren Iser- und den Chlomeker
Schichten.
Veneridae Gray.
Tapes MEGERLE.
Tapes subfaba p’Ors.
Taf. 6, Fig. 13 u. 14.
1839. Venus faba GoLpruss. Petref. Germ. II, S. 247, Taf. 151, Fig. 6 (non Sowerby).
1846. Venus immersa Reuss. Böhm. Kreide II, S. 20, Taf 41, Fig. 11.
1850. Venus subfaba D'ORBIGNY. Prodrome II, S- 237.
1863. Venus faba DRESCHER. Löwenberg, S. 343, ex parte.
1872—75. Venus faba GEINITz. Elbtalgeb. I, S. 65, Taf. 18, Fig. 9, 10.
1889. Tapes faba HoLzAPFEL. Aachener Kreide I, S. 165, Taf. 13, Fig. 7—10.
1897. Venus subfaba Fritsch. Chlomeker Sch., S. 64; Fig. 81 (non V. faba ebenda, Fig. 80).
1898. Tapes subfaba G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, S. 65, Taf. 9, Fig. 10.
1901. Venus faba und subfaba Sturm. Kieslingswalde, S. 82, Taf. 7, Fig. 7.
Mehrere ein- und zweiklappige Steinkerne und Skulptursteinkerne von ovalem Umriß mit kleinen,
vor der Mitte liegenden Wirbeln und feinen, konzentrischen Streifen, neben denen sich in verschiedener
Entfernung tiefere, konzentrische Furchen beobachten lassen. Gute Abdrücke des aus drei Zähnen be-
stehenden Schlosses sind leider selten.
Nach Woops? ist die von HorzapreL als Tapes faba Sow. beschriebene Form, die mit der vor-
liegenden identisch ist, verschieden von der ursprünglichen Sowergy'schen. Sie soll sich unterscheiden
durch stärker gekrümmten Unterrand, spitzeres Hinterende und engere, schiefere Stellung der beiden
hinteren Zähne. Zieht man größeres Material heran, so lassen sich allerdings die beiden ersten Unter-
schiede nicht halten, doch scheint der auf das Schloß bezügliche zuzutreffen. Vor allem ist die SowERBY-
sche Form eine echte Cyprimeria.
Mit Hozzaprez fasse ich die kürzere und die etwas längere Form zusammen, während G. MÜLLER
und Sturm die längere als T. subfaba p’Ors. von der kürzeren, allgemein als Tapes faba Sow. bezeich-
1 1885. NOETLING, Fauna d. baltisch. Cenomangeschiebe, S. 33 (228). Taf. 6 (21), Fig. 2 a, b.
? Cret. Lamellibr. II, S. 188.
— 159
neten unterschieden. Da letzterer Name nunmehr auf die senone Form nicht mehr anwendbar, ist die
Form daher jetzt als Tapes faba Gotvr. zu bezeichnen oder es ist der Name n’Orsıcny's zu wählen.
Um weiteren Verwechslungen der beiden /aba-Formen vorzubeugen, ist wohl das Letztere vorzuziehen. '
Nach Mürver und Srurm soll der Längenindex auf die Höhe 100 im Nenner bezogen, ungefähr 140 bei
T. subfaba, 130 bei faba betragen.
Für die Lösung der Frage nach der Zusammengehörigkeit der langen und kurzen Form wurde
sehr umfangreiches Vergleichsmaterial vom Salzberg mit herangezogen*. Messungen an 20 willkürlich
herausgegriffenen Stücken ergaben dabei so verschiedene Resultate bezüglich der Maßverhältnisse, dab
sich eine scharfe Trennung nicht durchführen ließ. An den Anwachsstreifen einzelner großer Exemplare
angestellte Messungen zeigten ferner, daß die relative Länge sich im Laufe des Wachstums verändert.
Es ergaben sich an drei Stücken, von denen I. und II. vom Salzberg, III. von Neu-Warthau stammt,
folgende Werte:
I. EL HI.
20:14 20:14 21:13
24:17 24:17 24:16
27 : 20,5 27 : 20 26 : 17,5
30 : 23 28 : 21 29 : 19,5
Das ergibt mit zunehmendem Alter eine Abnahme der Liingenindices:
l: IR Il.
143 143 162
141 141 150
132 135 149
130 133 149
Dieselben entsprechen bei den ersten gemessenen Muscheln in der Jugend denen von Tapes
subfaba, im Alter denen von Tapes faba nach MÜLLER. Ich vereinige daher beide Formen wieder unter
dem obengenannten Namen. Die bei IH. gewonnenen Indizes, die auch bei der ausgewachsenen Muschel
oberhalb des sonst bei Jugendformen vorherrschenden Index bleiben, können kaum ein Hindernis dafür
bilden. Übrigens tritt auch im Ausnahmefall im Alter eine Zunahme des Längenindex ein, wie ein Stück
der Geologischen Landesanstalt aus dem Scaphitenhorizont von Hermsdorf zeigt.
Aus der Löwenberger Kreide liegen sowohl kleine, langgestreckte, wie größere, etwas höhere
Formen vor. HorzarreL? äußert auf Grund der Schilderung Drescher’s Bedenken gegen die Richtigkeit
der Bestimmung. Offenbar hat DrescHer mehrere Formen zusammengeworfen und, wenn er von fast
kreisrunden Individuen spricht, dabei auch wohl Exemplare von Cytherea ovalis im Auge gehabt, die
allerdings auch noch besonders, jedoch nicht als Venus ovalis GoLpr., sondern als Venus ovalis Sow. auf-
geführt wird.
! Die Reuss’sche Bezeichnung kann trotz ihrer Priorität gegenüber der bekannten p’OrBIGNY’s kaum in Be-
tracht kommen.
2 Wie HorzaPrEL richtig vermutet, gehört ein Teil der von Brauns als Venus fabacea A. ROEMER (= Cytherea ovalis
GOLDF. non Sow.) vom Salzberg aufgeführten Formen hierher.
3 Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 1884, S. 467.
— 160 —
Etwas abweichend sind nur einige Stücke von ähnlicher Gestalt, die sich durch ihren stärker
vorgezogenen Vorderrand und sehr grofie Liinge auszeichnen. Bei dem abgebildeten Stiick, Taf. 6,
Fig. 17, wurde am Rande des immerhin schon verhältnismäßig großen Exemplars ein Längenindex von
150 festgestellt, in jüngerem Alter war derselbe noch größer; bei einem mittleren Anwachsstreifen er-
wies sich das Verhältnis von Länge zu Höhe wie 23:14, was einen Index von 164 ergibt. Bei der
klemen, von Grixirz als Venus Reussiana abgebildeten, von HoLzapreL vermutungsweise ebenfalls hier-
hergestellten Form, zeigen sich ganz die gleichen Abweichungen, der Längenindex beträgt hier sogar
168, nur sind Vorder- und Hinterrand bei der Grinırz’schen Form etwas gleichmäßiger gerundet, auch
ist der Wirbel bei der abgebildeten Form höher. Ob sie mit der Grixrrz'schen Form hierher gerechnet
werden kann, bleibt jedenfalls ganz unsicher, solange das Schloß nicht bekannt ist.
Wann die Art zuerst auftritt, steht nicht ganz fest, da die Zugehörigkeit der von NoETLING
aus den baltischen Cenomangeschieben beschriebenen Art zweifelhaft ist, ebenso ist mangels eines
Schlosses die Zugehörigkeit eines im Cenoman von Karlsthal bei Lähn beobachteten großen Steinkerns
unsicher. Ein Schloß war auch bei den im Hermsdorfer Mergelsandstein beobachteten Stücken nicht zu
sehen. Diesem Vorkommen würde das im Strehlener Mergel in Sachsen entsprechen, dessen Form übrigens
Woops zur Sowersy’schen Art stellt. Nach PrrrascHek auch im sächsischen Überquader. Sehr häufig ist
sie in den Neu-Warthauer Schichten, auch in den Geschieben dieses Horizontes bei Hohlstein, welchem
Vorkommen das Auftreten in den Chlomeker Schichten Böhmens entspricht. Sie ist hier der häufigste
Zweischaler. Auch im Oberquader von Gehnsdorf und Giersdorf ist sie nicht selten, während sie im
Überquader hinter anderen Zweischalern an Häufigkeit etwas zurücktritt. Sie scheint anderweitig bis
ins Obersenon heraufzugehen. Sehr verbreitet in allen Sammlungen.
Venus Lin.
Venus Goldfussi Ger.
Tat6, Fics Su 0:
1834—40. Venus parva GoLpFuss. Petr. Germ. II, S. 246, Taf. 151, Fig. 4 (non SOWERBY). ®
1849. Venus Goldfussi GEINITZ (1). Quadersandstein, S. 154, Taf. 10, Fig. 7, 8.
1850. Venus subparva D'ORBIGNY. Prodrome II, S. 237.
1863. Venus Goldfussi DRESCHER. Lowenberg, S. 344.
1872—75. Venus Goldfussi GEINITZ (2). Elbtalgeb. II, S. 67, Taf. 18, Fig. 16, 17.
1893. Venus parva FRITSCH. Priesener Sch., S. 97, Fig. 118.
1897. Venus Goldfussi Fritsch. Chlomeker Sch., S. 63, Fig. 79.
Mit diesem Namen werden gewöhnlich kleine, stark gewölbte Formen mit kleinem Wirbel und
undeutlicher Lunula zusammengefaßt, deren Gattungszugehörigkeit infolge des unbekannten Schlosses
nicht ganz sicher ist. Gut mit der von Gernirz (2) abgebildeten Form stimmen das Fig. 8 abgebildete
Stiick, sowie einige weitere Skulptursteinkerne und Steinkerne, bei denen ein Schloß nicht erhalten ist,
überein, die ebenso wie das Grixirz'sche hinten etwas stärker als vorn gewölbt sind. Umgekehrt ist bei
zwei anderen, sonst sehr gut übereinstimmenden Skulptursteinkernen die stärkste Wölbung mehr nach vorn
gerückt, wie bei der von GoLpruss als Venus parva abgebildeten Form, die von Venus parva Sow. sicher
verschieden ist, und auf die sich Geinrrz bei Aufstellung seiner Art bezog. . Ich habe nicht genügend
= ioe
Material, um zu beurteilen, inwieweit die Verschiedenheit in den Wölbungsverhältnissen, die bei manchen
Arten sehr wichtig wird, hier von Bedeutung ist und nehme daher die Gonpruss’sche Form, dem all-
gemeinen Gebrauch folgend, in die Synonymik mit auf, zumal die stärkste Wölbung bei mehreren der
zitierten Abbildungen, wie bei der Originalabbildung von Grrnirz (1) selbst, sowie bei der Form Frirscn’s
aus den Chlomeker Schichten ziemlich genau in der Mitte liegt.
Die Stücke, bei denen die Wölbung mehr nach vorn verschoben ist, stimmen in dieser Beziehung
mit der auch sonst sehr ähnlichen Cytherea tumida Miu. überein, so dal auch die Zugehörigkeit zu
dieser durch ihr Schloß gut charakterisierten Art durchaus möglich ist. Umgekehrt werden die erst-
genannten Stücke, ebenso wie die Figur bei Geixtrz (2), äußerlich Tapes nuciformis Miu. sehr ähnlich,
bei dem die stärkste Wölbung ebenfalls etwas hinter der Mitte liegt, eine Form, die Drusoner für
identisch mit der Geinirz’schen hielt, während ihrer Vereinigung mit dieser im Hinblick auf das un-
bekannte Schloß von Horzarrer widersprochen wurde, welcher andererseits auch auf die große Ähnlich-
keit von Steinkernen dieser Art und von Cytherea tumida hingewiesen hat, die bei nicht erhaltenem
Schlosse mitunter nicht zu unterscheiden sein sollen. Da ein Schloß auch bei meinem Material nicht zu
sehen ist, so müssen die Stücke jedenfalls den Namen Venus Goldfussi tragen, wobei natürlich, ebenso wie
bei der GoLpruss-Gzisıtz’ schen Form, ihre Zugehörigkeit zu Tapes nuciformis nicht ausgeschlossen ist.
Venus Goldfussi, die von Grinirz schon aus dem Cenoman von Tyssa, sodann aus dem Strehlener
Mergel und von Kieslingswalde, von Frırsch aus den Priesener und Chlomeker Schichten aufgeführt
wird, findet sich in der Löwenberger Kreide, zuerst im Mittelturon der Mittelberge (Löwenberger Real-
gymnasium). Der größere Teil der Stücke stammt aus den Neu-Warthauer Schichten; ferner liegt aus
dem Oberquader von Gehnsdorf ein Steinkern gleicher Form vor. Es muß dahingestellt bleiben, ob
alle diese Formen verschiedenen Alters, deren Schloß nicht bekannt, zusammengehören. (Geologische
Landesanstalt.)
Cytherea Lan.
Cytherea ovalis GoLDF. sp.
Taf. 6, Fig. 12 und Taf. 7, Fig.
1834—40. Venus ovalis GOLDFUSS (non Sow.). Petref. Germ. II, S. 247,
1841. Venus fabacea A. Roem. Norddeutsche Kreide, S. 72, Taf. 9, Fi
1863. Venus ovalis DRESCHER. Lowenberg, S. 343.
1889. Cytherea ovalis HoLzAPrEL. Aachener Kreide IIS. 169, Taf. 13, Fig. 11—15.
1898. Cytherea ovalis G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, S. 66, Taf. 9, Fig. 15.
I
Zahlreiche Steinkerne von ovaler Form, deren Höhe etwa */s der Länge erreicht, mit spitzem,
vorgezogenem Wirbel und gleichmäßig feinen Anwachsstreifen. Die Stücke stimmen gut mit den Ab-
bildungen Horzarrer's, der sich über die Art sehr genau geäußert hat, überein. Mehrere Steinkerne
aus dem Oberquader und Überquader lassen den Abdruck des Schlosses der rechten und linken Klappe
gut erkennen; in der letzteren ist der mittlere Zahn am stärksten, was in der Abbildung bei Houzaprer nicht
so gut hervortritt, im Text aber ausdrücklich hervorgehoben wird. Die Abdrücke des charakteristischen
vorderen Seitenzahnes in der linken Klappe, sowie der zur Aufnahme desselben bestimmten Grube in
der rechten, sind ebenfalls gut wahrnehmbar.
Palaeontographica. Suppl. VI. | 21
on ==
Drescuer führt die Form als Venus ovalis Sow. an, welche Art HorzarreL — Tapes faba setzte,
meinte offenbar aber unsere Art Cytherea ovalis GoLpr. sp. Nach Woops! ist Venus ovalis Sow. weder
= Venus faba Sow. noch auch = Cytherea ovalis Goupr. sp., sie ist nach ihm überhaupt keine Cytherea,
so daß der Name Cytherea ovalis GoLpr. in jedem Falle für die vorliegende Form beibehalten werden kann.
Die im Untersenon häufige, in allen Sammlungen verbreitete Art findet sich in der Löwenberger
Kreide zuerst und zwar gleich sehr häufig in den Neu-Warthauer Schichten, sowie im Oberquader von
Giersdorf und Gehnsdorf und im Uberquader von Wenig-Rackwitz. Ferner bei Kieslingswalde, am
Harzrand im Salzbergmergel, woher ich sie in typischen Exemplaren mit Schloß kenne (Hallische
Sammlung), sowie im braunschweigischen Untersenon. Ebenso im Untersenon von Aachen.
Cytherea (?) non spec. aff. plana Sow.
Taf. 8, Fig. 2.
1863. Cytherea plana DRESCHER. Löwenberg, S. 344, z. T.
Im Oberquader von Kesselsdorf findet sich mitunter eine ziemlich große Form, die von DRESCHER
zu Cytherea plana gestellt worden war. Sie zeigt länglich ovale Form, mäßig hohen, vor-
gekrümmten, ziemlich weit vorn liegenden Wirbel und eine stumpf gerundete, von diesem nach der ge-
rundeten Hinterecke laufende Kante, hinter der die Schale etwas schneller abfällt. Da Drescher die
SowerBv'sche Art aus allen drei Senonhorizonten erwähnt, während mir die Form nur aus dem Ober-
quader bekannt geworden ist, und auch das Vorkommen guter Cythereenschlösser hervorhebt, die ich
leider nicht zu beobachten Gelegenheit hatte, so ist es wahrscheinlich, daß Drescher auch noch andere
Formen unter seiner (. plana miteinbegriffen hat. Nur ein einziges Stück zeigt eine Andeutung eines
Abdruckes, der auf einen vorderen Seitenzahn wie bei Cytherea schließen läßt, doch bleibt die Gattungs-
zugehörigkeit immerhin unsicher. Die obige Gattungsbezeichnung ist daher auch nur auf Grund der
äußeren Ähnlichkeit mit Cytherea plana gewählt worden, die sich jedoch durch den etwas weiter zurück-
liegenden, weniger vorgebogenen Wirbel bezw. den stärker vorgezogenen Vorderrand und die weniger
scharf ausgeprägte Kante unterscheidet, welch letztere der vorliegenden Form auch einige Ähnlichkeit
mit manchen Cyprinen gibt. (Berliner Museum für Naturkunde, Geologische Landesanstalt (?), Löwen-
berger Realgymnasium.) Eine ganz ähnliche Form beobachtete ich auch im Hermsdorfer Mergelsand-
stein nördlich des Dorfes selbst.
Cytherea conf. polymorpha Zrrr.
Tat. 75 Bigot 1,
1863. Cytherea plana DRESCHER. Löwenberg, S. 344 z. T.
1864. Cytherea polymorpha ZirTEL. Bivalven der Gosaugebilde, Denkschr. d. kaiserl. Akademie d. Wissensch.
Math.-naturw. Cl. 24, 2, S. 126, Taf. 3, Fig. 6.
1889. Cytherea conf. polymorpha HoLZAPFEL. Aachener Kreide II, S. 172, Taf. 13, Fig. 19.
Ein Steinkern aus den Neu-Warthauer Schichten von 41/2 cm Länge und 4 cm Höhe mit stark
vorgebogenem Wirbel, unter dem sich eine Lunula befindet, vorgezogenem, bogig gerundetem Vorder-
rand und ziemlich geradem, in gerundeter Ecke zusammenstoßenden Unter- und Hinterrand. Von den
1 Cret Kamellibr I, 8.191:
bat Sn sn
— 1638 —
Wirbeln aus verliuft eine gerundete Kante, hinter der die Muschel etwas abgeplattet erscheint, nach
der Hinterecke; eine eigentliche Depression wie bei Zırrer’s Form aus der Gosauformation ist kaum
angedeutet, wie auch Horzarren auf das Fehlen derselben bei der von ihm beschriebenen Form aus
dem Aachener Untersenon hinweist. Die letztere ist etwas länger als die vorliegende Form und ent-
spricht mehr der Fig. 6c bei Zırren, während die vorliegende ihrer Form nach zwischen Fig. 6a und
6c steht. Die Oberfläche trägt deutliche, konzentrische Streifen in ungleichen Abständen. Leider ist
von dem Schloß nicht genug zu sehen, um einen sicheren Schluß auf die Zugehörigkeit der äußerlich
recht gut mit der Zırren’schen Art übereinstimmenden Form zu gestatten (Sammlung Dresvun).
Cyprimeria Coxr. emend. HOLZAPFEL.
Cyprimeria discus Marn.
Taf. 7, Fig. 1 u. 2.
1842. Lucina discus MATHÉRON. Catal. méthod., S. 144, Taf. 13, Fig. 12.
1847. Arcopagia nummismalis D'ORBIGNY. Terr. crét. Taf. 379, Fig. 1—5.
1863. Arcopagia nummismalis DRESCHER. Löwenberg, S. 343.
1864. Circe discus ZITTEL. Gosaubivalven, S. 128, Taf. 3, Fig. 7.
Einige Steinkerne und Bruchstücke von solchen der rechten Klappe zeigen flache Wölbung und
ovalen, der Kreisform genäherten Umriß. Der etwas abgestutzt erscheinende Hinterrand bildet mit dem
Oberrand eine stumpfgerundete Ecke. Die Höhe erreicht etwa °/ıo der Länge. Der Wirbel ist klein und
liegt zwischen dem ersten und zweiten vorderen Drittel der Muschel. Das Schloß zeigt gut die Zu-
gehörigkeit zu Cyprimeria; die Eindrücke der beiden divergierenden gespaltenen Schloßzähne der rechten
Klappe sind im Steinkern deutlich zu sehen.
Drescher zitierte die vorliegende Form als Arcopagia nummismalis AOrBIGNY! (non Maru.), welche
offenbar mit der von Maruéron und Zırren unter obigem Namen aus französischem Turon und der
Gosauformation beschriebenen identisch ist.
Cyprimeria Geinitzi aus dem Aachener Untersenon ist durch die fast kreisförmige Gestalt, der
jede Abstutzung fehlt, leicht zu unterscheiden. Die vorliegenden Stücke (Löwenberger Realgymnasium,
Geologische Landesanstalt, Berliner Museum für Naturkunde) stammen sämtlich aus dem Überquader
von Wenig-Rackwitz.
Cyprinidae Lan.
Venilicardia Sror.
Venilicardia Steinvorthi nov. spec.
Partie 8,
Ein schöner, großer, der Kreisform genäherter Steinkern einer linken Klappe, der auch das
Schloß gut erkennen läßt, von etwa 7'/2 cm Höhe. Derselbe ist ziemlich stark gewölbt und fällt nach
1 Die Bezeichnung als Arcopagia nummismalis bei D'ORBIGNY beruht offenbar auf einem Druckfehler in der MATHÉRON-
schen Tafel, in der die Ziffer 13 zweimal, 12 gar nicht eingedruckt ist; nach der Legende soll Fig. 12 Lucina discus, Fig. 13
nummismalis sein.
— 164 —
hinten etwas steiler als nach vorn ab. Der gleichmäfig gekriimmte Hinterrand beschreibt fast einen
Halbkreis, während der Unterrand etwas flacher gekriimmt erscheint. Der vorgebogene Wirbel liegt
vor der Mitte. Von den Muskeln ist der vordere deutlich, der hintere etwas weniger deutlich erkennbar.
Der vordere Schloßzahn ist wie bei Venilicardia van Reyi Bosqu.' hakenförmig, der zweite ist groß und
breit, von knopffürmiger Gestalt, wie es ähnlich übrigens auch in den Figuren von Venilicardia van Reyi
bei Fritsch” und Sturm” angedeutet ist. Durch eine breite Lücke getrennt, folgt ein schmaler dritter
Schloßzahn, sowie ein langer hinterer Seitenzahn.
Von der obengenannten, bei Aachen und Kieslingswalde vorkommenden V. van Reyi Bosqu. unter-
scheidet sich die Art ebenso wie von Cyprina bifida Zırr.* durch die mehr gleichmäßig gerundete Form,
besonders die sehr viel stärkere Krümmung des Hinterrandes, die gleichzeitig auch eine größere Höhe
bedingt, von ersterer außerdem auch noch durch die gleichmäßigere Wölbung der Schale. Das einzige
vorliegende Stück stammt aus dem Überquader von Wenig-Rackwitz. Löwenberger Realgymnasium.
Ich benenne die Art nach Herrn Direktor Stemvorrn, dessen Freundlichkeit mir die Sammlungsschätze
des Löwenberger Realgymnasiums zugänglich machte.
Cypricardia Lam.
Cypricardia trapezoidalis A. Roem.
Vate7; Big:
1841. Crassatella trapezoidalis A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 74, Haf. 9, Fig. 22.
1897. Crassatella tricarinata FRITSCH (non Rorn.)- Chlomeker Schichten, S 52, Fig. 54.
1901. Cypricardia trapezoidalis STURN. Kieslingswalde, S. 80, Taf. 7, Fig. 5.
Mehrere konzentrisch gestreifte Steinkerne bezw. Skulptursteinkerne von länglich vierseitigem
Umriß mit niedergedrücktem, vorgebogenem Winkel, bogig gekrümmter Vorderseite, geradem bis flach
gerundetem Unterrand und abgestumpftem Hinterrand, sowie der charakteristischen, vom Wirbel nach
der Hinterecke ziehenden Kante, durch die ein flaches oder schwach konkaves Feld abgegrenzt wird.
Ein langer hinterer Seitenzahn ist bei mehreren Steinkernen erkennbar. (Löwenberger Realgymnasium,
Sammlung DRESLER.)
Srurm stellte zur vorliegenden Art auch Crassatella protracta Reuss® aus den Malnitzer Schichten
(Brongniarti-Zone), die ihrer äußeren Form nach auch zu Cypricardia gehört und auf deren Ähnlichkeit
mit €. trapezoidalis Reuss selbst schon aufmerksam gemacht hat. Bei dieser Art ist indes das Hinterfeld
beträchtlich größer, auch erscheint der Wirbel noch etwas weiter vorgeschoben und die ganze Form
dadurch etwas schiefer. Bei dem von Frrrscn® vom gleichen Fundpunkte abgebildeten Stücke treten
die Abweichungen etwas mehr zurück, doch ist auch hier noch das Hinterfeld größer als bei allen anderen
zitierten und vorliegenden Formen, so daß in Anbetracht des verschiedenen geologischen Vorkommens
! HorzaPFEL, Aachener Kreide II, Taf. 16, Fig. 1—8.
? Chlomeker Schichten, S. 53, Fig. 5. 6.
3 Kieslingswalde, Taf. 7, Fig. 3.
Gosaubivalven, Taf. 5, Fig. 1.
5 Böhm. Kreide II, S. 3, Taf. 37, Fig 15.
% Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 115, Fig. 70.
— 165 —
zunächst von einer Vereinigung beider abgesehen wurde. Allerdings tritt die typische Form in nicht
wesentlich jüngeren Schichten als €. protracta auf.
C. trapezoidalis wird von Rormer zuerst aus den Strehlener Mergeln beschrieben (Scaphitenzone);
sie findet sich dann weiter in den böhmischen Chlomeker Schichten und bei Kieslingswalde. In der
Löwenberger Kreide liegt sie von Neu-Warthau sowie aus dem Überquader von Sirgwitz und Wenig-
Rackwitz vor (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung DRESLER).
Cypricardia tricarinata A. Rorm
Taf. 7, Fig. 9.
1841. Crassatella tricarinata A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 74, Taf. 9, Fig. 23.
1863. Aree cf. Raulini DRESCHER Löwenberg, S. 349.
1876. Crassatella tricarinata BRAUNS. Salzbergmergel, S. 373.
1898. Cypricardia tricarinata G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, S. 64, Taf. 8, Fig. 9.
Cypricardia tricarinata unterscheidet sich von der vorigen Art im wesentlichen nur durch das
Vorhandensein zweier weiterer Kiele auf dem durch die obengenannte Kante abgegrenzten Hinterfelde.
Das hier abgebildete Stück (Löwenberger Realgymnasium), das von Drescurr als Area Raulini be-
stimmt wurde, ist etwas höher als das bei Rormer, besonders aber als das bei Mürcer abgebildete, das
abgesehen von den drei Kielen in seiner Form vielmehr Rormer’s frapezoidalis und auch dem abgebildeten
Stücke dieser Art gleicht, als dem von Roemer unter obigem Namen beschriebenen. Ein weiteres Stück
der Löwenberger Kreide ist ebenfalls durch geringere Höhe und verhältnismäßig stärkere Längsausdehnung
ausgezeichnet (Sammlung Dresier). Beide Stücke stammen von Neu-Warthau; am Harzrande im Salz-
bergmergel und im Untersenon von Braunschweig.
Isocardiidae Gray.
Isocardia Lam.
Isocardia sudetica nov. spec.
Tat 8, Me.1.
Ein einzelner doppelklappiger Steinkern aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz (Löwenberger
Realgymnasium), dessen Klappen etwas gegeneinander verschoben sind, ist stark gewülbt, der deutlich
vorspringende, etwas eingedrehte Schnabel liegt vor der Mitte. Der Vorderrand ist S-förmig ge-
schwungen und geht in gleichförmigem Bogen in den Unterrand über: dieser erscheint [flach gekrümmt,
der Hinterrand ist bei dem einzigen vorliegenden Stücke leider etwas beschädigt. Der Schloßrand zeigt
leichte Krümmung. Vom Schnabel verläuft eine flachgerundete, ebenfalls S-föürmige Kante nach hinten,
hinter der die Schale etwas eingedrückt erscheint. Vorn fällt die Schale ziemlich schnell, nach hinten
etwas weniger steil ab. Die größte Länge liegt etwa in der halben Höhe.
Das Stück ist der von Brauns! fälschlich zu Isoarca lunulata A. Rorm. gestellten Form des
Salzbergmergels sehr nahe verwandt, wie ein Vergleich des Hallischen Materials und des Münchener
I Salzbergmergel, S. 381, Taf. 9, Fig. 13, 14.
— 166 —
Originals zeigt, das ich durch die Freundlichkeit von Herrn Professor RotHpierz vergleichen konnte;
Anhaltspunkte für die Zugehörigkeit der Brauxs’schen Form zu Jsoarca gibt keines der mir bekannten
Stücke: ein taxodontes Schloß ist nirgends zu beobachten. Brauxs beschreibt die Zähne als sehr klein. Da
die Hallischen Stücke mit Cucullaeen zusammenliegen, wäre es möglich, daß Stücke letztgenannter Gattung
Brauxs zu der Annahme eines taxodonten Schlosses geführt haben. Bei dem Löwenberger Stück ist
ein solches sicher nicht vorhanden. Zwar läßt der vorliegende Steinkern nicht viel vom Schloß er-
kennen, doch zeigen wenigstens die Eindrücke von zwei Schloßzähnen, daß das Schloß heterodont war.
Die Abweichung von der Harzer Art in der äußeren Gestalt liegt in dem stärker vorgezogenen
Vorderrand der schlesischen Form, deren Spitze auch etwas stärker vorgebogen ist; auch erscheint die
Harzer Form mehr dreieckig. Immerhin nähern sich einzelne Stücke der Salzbergform, die in zahlreichen
Exemplaren vorliegt, der unserigen mehr, als das von Brauns abgebildete Stück erkennen läßt.
Cyrenidae Apans.
Cyrena Lam.
Cyrena cretacea Drescu.
Textfigur 23.
1863. Cyrena cretacea DRESCHER. Lowenberg, S. 345, Taf. 9, Fig. 13.
1887. Cyrena cretacea FRECH. Tone von Suderode, Zeitschr. d. Deutsch. geol. Gesellsch., S. 168,
Taf. 17, Fig. 3—6.
Fig. 23.
Cyrene cretacea Der Beschreibung Drescner’s und Frecn’s ist nichts hinzuzufügen. Die Art ist
DRESCHER. ein gutes Leitfossil für das Untersenon, in dem sie sich auch am Harzrande findet. In
Ausguß eines der Löwenberger Kreide allenthalben im Überquader besonders im Ton und Toneisenstein,
eye weit verbreitet in allen Sammlungen.
graphie. Unter- In der Form ähnlich wird ein Steinkern der geologischen Landesanstalt von Sirg-
senoner Ton- witz (Nr. 454), der wie (. cretacea eine vom Schnabel nach der hinteren unteren Ecke
Sn laufende Kante erkennen läßt, jedoch etwas niedriger bleibt. Vom Schloß sind die Ein-
\Venig-Rack- :
witz. Geolog. :
Landesanstalt. mittleren Schloßzähne keine Beobachtungen gemacht werden konnten.
drücke der langen vorderen und hinteren Seitenzähne zu bemerken, während über die
Cyrena nov. spec. (1).
Taf. 7, Fig. 4.
Außer den beiden genannten Formen finden sich gelegentlich noch andere Steinkerne im Über-
quadersandstein, die ebenfalls zu Cyrena zu rechnen sind. Am häufigsten sind Stücke von 2—3 em Länge
von regelmäßig querelliptischem Umriß mit einer etwa */s der Länge entsprechenden Höhe und mittel-
ständigem Wirbel, die sich in ihrer Form C. (Miodon) ovoides Frec#' nähern, aber gleichmäßiger querelliptisch
sind, während €. ovoides, was in der Abbildung nicht genügend hervortritt, sich etwas mehr nach hinten
verschmälert, wie die Untersuchung des Originals zeigt. An einzelnen Stücken läßt sich das Vorhanden-
1 Suderode, S. 167, Taf. 17, Fig. 8, 8a.
sein je eines langen vorderen und hinteren Seitenzahnes, sowie zweier kleiner mittleren Zähne fest-
stellen. Sämtliche Stücke stammen aus dem Untersenon von Sirgwitz. (Geologische Landesanstalt,
Löwenberger Realgymnasium.)
Cyrena nov. sp. (2).
Pat. 7,819, 10.
Es liegt weiter ein einzelner Steinkern einer rechten Klappe von ovalem Umriß ebenfalls aus
dem Uberquader von Sirgwitz vor. Derselbe zeigt zwei lange Leisten, die den Gruben für die langen
vorderen und hinteren Seitenzähne entsprechen, sowie die Eindrücke dreier mittlerer Schloßzähne. Die
Länge beträgt 16, die Höhe 11 mm. Der Wirbel liegt etwas vor der Mitte. (Geologische Landesanstalt.)
Cyrena nov. spec. (3).
Taf. 7, Fig. 6. :
Der eben besprochenen Form ähnlich wird ein ebenfalls gerundetes Stiick von demselben Fund-
punkt von etwa gleichen Maßverhältnissen (Länge 21 mm, Höhe 14,5 mm), dessen Wirbel aber etwas
weiter nach vorn liegt. Es läßt nur 2 mittlere Schloßzähne erkennen. Ob noch ein weiterer (vorderer)
Schloßzahn vorhanden war, ist infolge des Erhaltungszustandes in dem weichen, bröckligen Sandstein
des Überquaders bei der Kleinheit der Stücke nicht zu erkennen, so daß sich nicht entscheiden läßt,
welcher Untergattung die Form angehört. Jedenfalls dürfte sie kaum zu der durch 2 Schloßzähne aus-
gezeichneten Untergattung Miodon zu stellen sein, die eine andere Anordnung der beiden Zähne zeigt:
die Zähne der vorliegenden Form entsprechen in ihrer Stellung mehr dem 2. und 3. Zahn der drei-
zähnigen Cyrenen (Geologische Landesanstalt).
Cardiidae Lam.
Cardium Lim.
Cardium pectiniforme J. Mutu.
Textfigur 24.
1859. Cardium pectiniforme J. MÜLLER. Aachener Kreide, Suppl., S. 29.
1863. Cardium Ottoi DRESCHER. Löwenberg, S. 347, Taf. 9, Fig. 15.
1887. Cardium pectiniforme FRECH. Suderode, S. 164, Taf. 14, Fig. 1—4. Fig. 24.
1889. Cardium pectiniforme HoLzarrkL. Aachener Kreide II, S. 186, Taf. 17, Fig. 6. Cardium pectini-
Ich kann mich bezüglich der Fassung der Art nur den Ausführungen von Frecn fee J. Mürr.
à 5 : : : : : se 3:2. Ausguß
und Sturm’ anschließen. Wie diese mit Recht hervorheben, ist die Löwenberger, von u a
É eines oni-
DrescHer als Cardium Ottoi Grin.” beschriebene Form von dieser Kieslingswalder Art gyyekes. Nach
getrennt zu halten, sie ist dagegen identisch mit dem zuerst von Aachen bekannt ge- Photographie.
wordenen, von Hozzaprez ausführlich behandelten Cardium pectiniforme J. Münn. Lessons
quader, Sirgwitz.
1 Kieslingswalde, S. 77. Lüwenberger
2 GEINITZ, Kieslingswalde, Taf. 1, Fig. 31, 32. Realgymnasium.
— 168 —
Als Hauptunterschied zeigt sich durchweg die schon von den genannten Forschern hervorgehobene
stärkere Schuppung der Rippen, sowie das Fehlen der Anwachsstreifen in den schmalen, rinnenförmigen
Zwischenräumen der Rippen. Dagegen kann ich Frec# und Srurm nicht beipflichten, wenn sie als Art-
unterschied die bedeutendere Größe von Cardium pectiniforme angeben. Die meisten untersuchten Exem-
plare haben einen Durchmesser von etwa { cm, nur ganz selten erreichen sie bedeutendere Größe,
während das untersuchte Kieslingswalder Material zwischen 7 und 13 mm schwankt. Die stark ver-
größerte Abbildung Drescher’s gibt die Form in charakteristischer Weise wieder.
Die Art tritt meist mit Cyrena cretacea zusammen auf und ist wie diese ausschließlich auf das
echte Untersenon (mit Ausschluß des Emschers) beschränkt. Sie findet sich hier allenthalben im Über-
quader in der Löwenberger Mulde, sowohl in sandigen wie in tonigen Ablagerungen , so besonders bei
Wenig-Rackwitz, Sirgwitz, Ottendorf usw., ebenso auch mit der obengenannten Art zusammen im Unter-
senon bei Suderode.
Cardium cf. Ottonis Gem.
1843. Cardium Ottonis GEINITZ. Kieslingswalde, S. 14, Taf. 1, Fig. 31, 32.
1901. Cardium Ottonis Sturm. Kieslingswalde, S. 77, Taf. 6, Fig. 8.
Zwei der vorigen Art in der Form ähnliche Steinkerne, z. T. mit Gegendruck aus dem Ober-
quader von Gehnsdorf, lassen infolge des Mangels einer deutlichen Schuppung auf diese Art schließen,
falls das Zurücktreten der Querskulptur nicht durch den Erhaltungszustand in dem gegenüber dem Über-
quader etwas gröberen Sandstein bedingt ist. Das Vorkommen im Oberquader würde dem Auftreten im
Emscher von Kieslingswalde etwa entsprechen. Geologische Landesanstalt (Nr. 4111, 428).
Die Art wird von GÜüngEL! und GERSTER? schon aus den Mergeln des Marterberges (Priesener
Schichten) genannt. Das abgebildete Stück bei Gümsen hat auch viel Ähnlichkeit mit der Emscher-
Form, scheint sich aber durch weitere Stellung der Rippen zu unterscheiden.
Granocardium Gass.
Granocardium productum Sow.
Textfigur 25.
1832. Cardium productum SOWERBY. Geol. soc. transact. III. S. 417, Taf. 89, Fig. 15.
1834—40. Cardium tubuliferum GoLpruss. Petref. Germ. II, S. 223, Taf. 15, Fig. 7.
1864. Cardium tubuliferum Z1TTEL. Gosaubivalven, S. 37, Taf. 6, Fig. 1.
1889. Cardium tubuliferum Hotzapret. Aachener Kreide I, S. 173, Taf. 17, Fig. 1—5.
1898. Cardium tubuliferum G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, S. 63, Taf. 9, Fig. 13, 14.
1897. Cardium tubuliferum Fritsch. Chlomeker Schichten, S. 50, Fig. 52.
Zu dieser Art gehören einige wenige Steinkerne mit Gegendruck (Löwenberger Realgymnasium,
Geologische Landesanstalt), von denen jedoch nur einer genau die äußere Gestalt erkennen läßt. Das
Stück ist etwas mehr gerundet als die von Horzarren und MüLtLer abgebildete Form und nähert
sich dem von Zırren abgebildeten.” Zwischen Wirbel und Vorderrand, sowie im vorderen Teile des
! Ostbayr. Grenzgebirge, S. 765.
2 Die Plänerbildungen von Ortenburg bei Passau. Nov. Act. Acad. Leop. 42, S. 42. 1881.
3 Das Stück ist etwas schief aufgestellt, um die Knötchen am vorderen Teil des Stückes zu zeigen.
= Ks
Unterrandes wird der Steinkern zum Skulptursteinkern, der die charakteristische, besonders von Horzarren
beschriebene Oberfliichenskulptur allerdings nur unvollkommen wiedergibt, so daß die langen Dornen,
wie sie bei Schalenexemplaren auftreten, hier nur als Knoten erscheinen. Dieselben stehen, wie bekannt,
bei Schalenexemplaren in den Zwischenräumen der durch Querstege verbundenen Radialrippen, was hier
infolge der Erhaltung gewöhnlich nicht zu sehen ist, nur an einzelnen Stellen bemerkt man in der Fort-
setzung der Knotenreihen nach außen hin ganz am Rande eine schwache Furche. Der größte Teil der
Oberfläche der vorliegenden Stücke ist mit feineren gleichmäßigen Knötchen bedeckt, die in radialen
Reihen angeordnet sind und meist ineinander verfließen. Da wo sie abgesprungen sind, erscheint ein
zartes, aus dünnen radialen Leisten und zarten (Juerstegen bestehendes Gitterwerk, das den Radialrippen
mit ihren Verbindungsstegen entspricht. Die feinen, in Radialreihen angeordneten Knötchen dagegen,
die man vielleicht zunächst ebenfalls als Spuren zarterer Dornen zu
deuten geneigt sein könnte, da die am vorderen Teil des Unterrandes
auftretenden diekeren Knoten in der Fortsetzung dieser Radialreihen |
liegen, sind offenbar als Ausfüllungen der von Horzarrer beschriebenen, F ae bie
zwischen den Rippen und den Querstegen liegenden Schalendurch- ~~
bohrungen aufzufassen. Sie wiirden somit den kleinen Knütchen in
dem von Horzarren abgebildeten Steinkern ! entsprechen. Diese Radial-
reihen, die geradezu zu Pseudorippen verschmelzen künnen, haben also
nichts mit den eigentlichen Rippen zu tun.
Über die Synonymik haben sich Zirren und Horzarrez ein-
gehend geäußert. Sie beziehen dabei auch Cardium alternans Reuss mit
ein, das jedoch die Knoten auf den Rippen haben soll. Ist dies wirklich
der Fall, so wäre die Art getrennt zu halten. Das Gleiche gilt von
C. intermedium Reuss (non Murnst.), für dessen Zugehörigkeit zu C. pro- Fig. 25.
ductum schon DrsHayrs eingetreten war, das aber nach Reuss ebenfalls Cardium (Granceardium) productum
.. C . . . ye a 7
gekörnte Rippen haben soll. Leider konnte ich die Prager Originale ee
; 2 : poe i . Unterer Emscher von Neu-Warthau.
nicht zu Gesicht bekommen, um sie bezüglich dieses Punktes einer
Léwenberger Realgymnasium.
Nachpriifung zu unterziehen. 5
| Die von p'OrBrany schon aus dem Cenoman aufgeführte Art wird auch von Frirscn aus den
cenomanen Korytzaner Schichten, sodann aus den Weißenberger und Malnitzer-, den Iser- und Chlo-
meker Schichten genannt; da er jedoch ebenfalls intermedium mit einrechnet, so ist die Vertikal-
verbreitung des typischen Gr. productum in Böhmen nicht sicher anzugeben. In der Löwenberger Kreide
ist sie mir einwandsfrei nur aus den Neu-Warthauer Schichten bekannt geworden, falls man nicht bei
weiterer Fassung des Artbegriffs dieser Form die an nächster Stelle zu besprechende mit einbeziehen
1 Aachener Kreide II, Taf. 17, Fig. 3. Dafür, daß die Knötchen nicht als etwas den groben Knoten Gleichartiges an-
zusehen sind, spricht zunächst ihre Gleichmäßigkeit, während die Oberflächendornen nach HoLzAPrFEL in abwechselnd stärkeren
und schwächeren Radialreihen angeordnet sind und häufig einzelne Furchen auch ganz frei von Dornen bleiben. Außerdem
wäre die Beschränkung der gröberen Knoten auf den vorderen Teil des Stückes, die sich durch die verschiedene Erhaltung
erklärt, sonst auffällig, da die genannten Knötchenreihen bei dem in Rede stehenden Stücke weiter hinten und bei dem
andern analog ausgebildeten Stücke auf der ganzen Oberfläche auch bei vorgeschrittenem Wachstumsstadium nirgends die
Stärke dieser erreichen.
Palaeontographica. Suppl. VI. 29
=, Ol
will. Drescher führt sie ausschließlich aus dem Uberquader an. Es erscheint daher unwahrscheinlich,
daß sein Card. productum hierher gehört. Daß sein Card. tubuliferum, ein Name, der sonst synonym ist,
nicht identisch ist, wurde schon von J. Bönm hervorgehoben. Sonst ist Gr. produetum noch häufig im
Untersenon, so bei Aachen und im Braunschweigischen. Als selten zitiert es GRIEPENKERL schließlich
auch aus dem Obersenon.
Granocardium Beyschlagi nov. spec.
Taf. 7, Fig. 12.
Die mit der vorigen sehr nahe verwandte Form bleibt meist klein. Sie ist stark gewölbt, an-
genähert kreisrund, wenig ungleichseitig. Der eingekrümmte, starke, wenig vorgebogene Wirbel liegt
etwa in der Mitte. Der Steinkern ist glatt und weist nur gelegentlich am Rande einige wenige wulstige
konzentrische Streifen auf. Der Steinkern der rechten Klappe zeigt den Eindruck eines starken mittleren
Schloßzahnes, vor dem sich noch der eines schwächeren Zahnes befindet; ebenso ist ein starker vor-
derer Seitenzahn vorhanden, der hintere Seitenzahn ist nur undeutlich. Die charakteristische Skulptur
besteht aus feinen Radialrippen; in den zwischen diesen befindlichen Rinnen sind deutliche Dornen
bezw. Knötchen wahrnehmbar und zwar finden sich unregelmäßig abwechselnd feine Rinnen mit starken
Dornen und tiefere Rinnen mit feinen Dornen. Die flacheren Rinnen, die wohl auf Spaltung mit Dornen
besetzter Rippen zurückzuführen sind, verschwinden mitunter fast ganz. Da wo die Knoten abgerieben
sind, bilden sie nur flache Querbrücken zwischen den Rippen, so daß dann die Schale netzförmig ge-
gittert erscheint. Gelegentlich verwischt sich der Größenunterschied zwischen den größeren und den
kleineren Knötchen, wie auch die Furchen stellenweise gleichartiger werden.
Am nächsten steht der Art Granocardium productum, mit der man sie bei weiterer Fassung des
Begriffes je nach dem persönlichen Ermessen vielleicht noch vereinigen könnte. Besonders ähnlich wird
das von Horzarreı Fig. 2 abgebildete Stück durch die abwechselnd schwächeren und stärkeren Dornen-
reihen, doch ist hier nicht die Gesetzmäßigkeit im Auftreten schwacher und starker Dornen in tieferen
und flacheren Furchen zu bemerken, auch erreicht die vorliegende Form durchweg nicht die bei Gr.
produetum die Regel bildende beträchtliche Größe.
Cardium alternans Grix.!, bei dem ebenfalls Reihen stärkerer und schwächerer Knoten abwechseln,
unterscheidet sich leicht dadurch, daß bei diesem die Knoten auf den Rippen sitzen.
Die mir vorliegenden typischen Stücke der Art stammen aus dem Oberquader von Giersdorf
(Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt); unsicher ist die Zugehörigkeit eines Abdruckes
aus dem Untersenon von Sirgwitz (Geologische Landesanstalt).
Granocardium cf. Drescheri J. BorHm.
Taf. 07, Bio. 3;
ef. 1863. Cardium tubuliferum DRESCHER, ex parte. Löwenberg, S. 346, Taf. 9, Fig. 14.
ef. 1885. Cardium Drescheri J. BoEum. Aachener Grünsand, S. 120.
Mit diesem Namen belegte J. Boram eine von DrEscHER aus der Löwenberger Kreide als Car-
dium tubuliferum GoLpr. beschriebene Form. Die Form hat nach DrescHer ebenso wie Gr. productum
(= tubuliferum Gorpr.) durch (Juerstege verbundene Rippen, in deren Zwischenräumen ebenfalls Dornen
1 Elbtalgeb. I, S. 230, Taf. 50, Fig. 10.
vorhanden sind. Sie unterscheidet sich von ihr durch die größere Gleichmäßigkeit der letzteren, die
auch feiner sind, sowie die deutlichere angenähert kreisförmige Rundung und gleichmäßigere Wölbung.
Welche Löwenberger Form Drescher gemeint hat, der sie von verschiedenen Fundpunkten anführt, ist
nicht ganz klar, da vollständig keine Löwenberger mit der Abbildung des von Kieslingswalde stammenden,
mir leider unbekannt gebliebenen Originals übereinstimmt.
In den zur Unterscheidung von Gr. productum dienenden Punkten passen zwei doppelklappige
Skulptursteinkerne, einer davon mit Hohldruck, zu der Drescuer’schen Form, doch bleiben sie mit etwas
mehr als 2 em Durchmesser bedeutend kleiner als die Drescaer’sche Abbildung, auch erscheint der
Umriß ein wenig schiefer. Beide Stücke sind kugelig, wie auch nach Drescher klei-
nere Exemplare relativ stärker gewölbt sein sollen. Die Rippen sind sehr fein, ebenso
die kleinen, bei Ausgüssen der Hohldrucke wahrnehmbaren Knötchen, die wie bei den
vorigen Arten in den Furchen stehen und etwas in die Länge gezogen sind. Wo die-
selben nicht erhalten sind, erscheint die Oberfläche gitterförmig gezeichnet!. Dagegen
erscheinen bei den Skulptursteinkernen die Rippen gekörnt, was sich wohl dadurch
erklärt, daß hier infolge der mangelhaften Wiedergabe der Oberfläche, wie sie ja bei
Skulpturstemkernen sehr häufig ist, die Vertiefungen in radialer und peripherischer
Richtung miteinander verfließen. Wo dies nur in letzterer Richtung geschehen ist,
erscheinen die Körnchen noch durch Querstege verbunden. An einzelnen Stellen sind
auch noch zwischen den Rippen Knötchen, die also ursprünglichen Dornen entsprechen
würden, undeutlich wahrzunehmen.
Beide Stücke gehören den Neu-Warthauer Schichten an. Das eine (Geologische
Landesanstalt) stammt von Neu-Warthau selbst, das andere ist ein Geschiebe von
Hohlstein (Löwenberger Realgymnasium).
1 Mit dieser Form stimmt der Gestalt nach fast vollständig eine Reihe von Stücken der
Hallischen Sammlung aus dem Salzbergmergel überein, die ebenfalls eine Gitterskulptur erkennen
lassen. Eine nähere Untersuchung des gesamten Materials zeigt indes, daß diese Gitterskulptur hier
ganz anders entstanden ist. So bemerkt man (Texttig. 26) bei einem Stücke mit teilweise erhaltener
Fig. %.
Skulpturbild von
Granocardium spec.
Schale auf den Rippen durchbohrte Knötchen bezw. Dornen, die aber nur niedrig bleiben. Nach dem 3-1.
Wirbel zu verflachen sie noch mehr, ebenso heben sich die Rippen, auf denen sie liegen, nicht mehr Salzbergmergel.
heraus, doch bleiben die Öffnungen, die hier mehr langgestreckt sind, bestehen. Infolgedessen er- Hallische Samm.
scheinen die zwischen ihnen liegenden Schalenteile erhaben, also als Rippen, die linearen Reihen Nach Photogr.
der Öffnungen dagegen als Zwischenräume, die durch Querstege von Rippe zu Rippe unterbrochen sind.
Sind die durchbohrten Knötchen, wie dies bei den meisten Stücken der Fall ist, abgerieben, so erscheint die ganze Schale
als gleichmäßiges Maschenwerk, das unten rundliche, etwa kreisrunde Öffnungen besitzt, die durch breite Brücken getrennt
werden. Die letzteren werden bei der nach dem Wirbel zu erfolgenden Längenzunahme der Öffnungen immer schmäler und
erscheinen ganz am Wirbel schließlich nur als feine Querleisten. Genau dasselbe ist bei Skulptursteinkernen zu beobachten,
nur treten hier die erhabenen Teile gegenüber den vertieften auch hinsichtlich ihrer Breite etwas mehr zurück, so daß die
Öffnungen des Maschenwerkes im Verhältnis zu den sie trennenden Stegen größer werden, wie dies ähnlich übrigens auch
mehrfach bei Skulptursteinkernen anderer Arten beobachtet werden konnte, wo die Rippen schmäler, die Zwischenräume
breiter werden, als den wirklichen Verhältnissen entspricht. Bei einzelnen Skulptursteinkernen sind infolge weiterer Aus-
dehnung der Öffnungen die Querstege und die zwischen den Vertiefungen liegenden radialen, als Rippen erscheinenden
Erhöhungen völlig durchbrochen, so daß Reihen von Knötchen auf diesen Pseudorippen gebildet werden. Diese Knötchen
haben also nichts mit den Knötchen der Schalenstruktur zu tun, sind sekundär durch den Erhaltungszustand bedingte Gebilde
und liegen gerade da, wo bei wohlerhaltener Schale mit durchbohiten bezw. hohlen Knötchen die Zwischenräume liegen.
In Skulptur und Wölbung stimmt vorgebogenem Wirbel abweicht (Samm-
mit den eben genannten ein weiteres f lung Drester), über dessen Beziehungen
Stück aus gleichaltrigen Schichten im zur vorliegenden Form aber mangels
Fig. 97. weiteren Materials zunächst nichts aus-
x -s r in 7 rl. AR x our 27 das ur Granocardium NOV. spec.? oe rer
dorf überein (vgl. Textfigur 27), das n ai Ua. gesagt werden kann
» ag 5 - chi ark terer Emscher von Neu-
durch etwas größere Schiefe-und stärker {eret, Emécher von Neu-
Liegenden des Oberquaders von Kessels-
Protocardium Beyr.
Protocardium Hillanum Sow. et var. nov. elongata.
1813. Cardium Hillanum SOWERBY. Min. Conch., Taf. 14, Fig. 1.
1840. Cardium Hillanum GoLpruss. Petref. Germ. II, S. 220, Taf. 144, Fig. 4.
1845. Protocardia Hillana Reuss. Böhm. Kreide II, S. 22, Taf. 45, Fig. 2.
1863. Protocardia Hillana DRESCHER. Löwenberg, S. 346.
1864. Protocardia Hillana ZITTEL. Gosaubivalven, S. 146, Taf. 7, Fig. 1, 2.
1871—75. Protocardium Iillanum GEINITZ. Elbtalgebirge I, S. 230, Taf. 50, Fig. 11, 12.
1877. Protocardium Hillanum Fritscu. Weißenberger und Malnitzer Sch., S. 112, Fig. 64.
1901. Protocardia Hillana Sturm. Kieslingswalde, S. 79, Taf. 7, Fig. 2.
Die typische Form von gerundet vierseitigem Umriß mit angenähert gleicher Höhen- und
Längsausdehnung ist in der Löwenberger Kreide selten und auch in ihrer vertikalen Verbreitung be-
schränkt. Es liegen nur wenige ziemlich große Exemplare der weitverbreiteten, in England schon aus
dem Gault genannten, in Deutschland vom Cenoman bis ins Obersenon reichenden Art aus dem Ober-
quader von Kesselsdorf und dem Überquader von Wenig-Rackwitz vor, welche die charakteristische
Radialstreifung auf dem hinteren Teile der Muschel erkennen lassen (Löwenberger Realgymnasium).
Daneben findet sich eine durch größere Länge ausgezeichnete Form, die ich aus der Löwen-
berger Kreide vorläufig nur aus dem Oberquader von Kesselsdorf kenne, und die sich auch in dem etwa
gleichaltrigen Kieslingswalder Sandstein findet. Höhe und Länge verhalten sich hier etwa zueinander
wie 3:4. Da sie regional beschränkt zu sein scheint — wenigstens ist überall die kürzere Form ab-
gebildete — und auch die vertikale Verbreitung vorläufig nicht ganz übereinstimmt, so dürfte es sich
empfehlen, sie als besondere Varietit, etwa als var. elongata, zu bezeichnen (Berliner Museum für
Naturkunde, Löwenberger Realgymnasium).
Rudistae Lam. emend. Drsnayes.
Biradiolites v’Orp.
Biradiolites fasciger nov. spec.
(at Sie:
1863. Biradiolites cornu pastoris DRESCHER. Löwenberg, S. 358 (non D’ORB.).
Es liegen nur die beiden schon von Drescher beschriebenen Bruchstücke aus dem Löwenberger
Mergelsandstein des Hospitalberges vor, die dieser als Biradiolites cornu pastoris D’Ons. bestimmte. Die
beiden Bänder sind an dem einen größeren Stück (Löwenberger Realgymnasium) infolge Abreibung sehr
undeutlich, dagegen sind sie bei dem anderen Stücke (Berliner Museum für Naturkunde) gut zu beobachten.
iron
Die Breite der Bänder ist von Drescher etwas zu groß angegeben. Die kräftigen kantigen Rippen,
die nicht immer gleiche Stärke zeigen, werden von flachwelligen bis ziekzackförmigen, mitunter sehr
kräftigen, etwas blättrig werdenden Anwachsstreifen gekreuzt. Ein Teil der Rippen zeigt Anlage zur
Bündelbildung, indem sich gelegentlich einzelne feine Rippen an die kräftigeren anlehnen oder auf ihnen
entlang laufen. Durch letzteres Merkmal, sowie die Stärke der Rippen unterscheidet sich die Form von
Biradiolites cornu pastoris.
Eine ähnliche Bündelung zeigt Æadiolites da Rio Catullo Furrerer', bei dem diese Form der
Skulptur noch etwas stärker und an einer größeren Anzahl von Hauptrippen ausgeprägt ist.
Crassatellidae Gray.
Crassatella Lan.
Crassatella arcacea A. Ror.
Tat. 8, Fig. u. 18.
1841. Crassatella arcacea A. Roem. Norddeutsche Kreide, S. 74, Taf. 9, Fig. 24.
1851. Astarte F. Roemeri J. MULLER. Monogr. Aachener Kreide, S. 65, Taf. 6, Fig. 16.
1863. Astarte Roemeri DRESCHER. Lowenberg ex parte, S. 348.
1881. Astarte Roemeri WILLIGER. Lowenberg ex parte. S. 83.
1889. Crassatella arcacea HotLzapreL. Aachener Kreide II, S. 191, Taf. 20, Fig. 1-5, 7, 8.
Non: 1846. Crassatella arcacea Reuss. Böhm. Kreide II, S. 3, Taf. 33, Fig. 27.
Non: 1877. Crassatella arcacea FrirscH. Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 115, Fig. 72.
Die eigentliche Crassat-lla arcacea Rorn. ist in der Löwenberger Gegend selten. Was DRESCHER
und WiLLigEr aufführen, gehört größtenteils zu den beiden folgenden neuen Arten, wie auch die von
Reuss und Frırsch als arcacea abgebildeten Formen, deren Verschiedenheit schon Horzarreı” hervor-
gehoben hat, einer dieser beiden zuzurechnen sind. Nur wenige nach hinten stark verlängerte Skulptur-
steinkerne liegen vor. Der bei größeren Stücken gekerbte Unterrand ist fast gerade, mitunter leicht ge-
schwungen und geht nach vorn in den bogigen Vorderrand über, während er mit dem geraden Hinter-
rande winklig zusammenstößt. Die stärkste Wölbung liegt über der Mitte, von wo aus die Schale
sich nach den Wirbeln zu schnell einkrümmt. Von den Wirbeln verläuft eine stumpfe Kante, vor der
die Schale etwas abgeplattet erscheint, nach der hinteren Ecke. Die Schale wird von zahlreichen
konzentrischen Streifen bedeckt, von denen die zentralen etwas stärker ausgeprägt sind als die rand-
lichen. Über das Schloß konnte ich leider keine Beobachtungen machen.
Das hier abgebildete Stück ist etwas länger als das bei Horzaprez und nähert sich dadurch
sowohl als durch das mehr schräg abgestutzte Hinterende Horzarrer’s Crassatella subarcacea J. BoEHn.
Das Verhältnis von Höhe zu Länge beträgt bei dem Horzarrer’schen Stück 100: 133, bei dem hier
abgebildeten 100:173, bei Horzarrer’s subarcacea 100:187. Ebenso nah wie C. subarcacea steht die Form
andererseits der bei Rormer abgebildeten arcacea, bei der das Verhältnis von Höhe zu Länge 100: 159
beträgt, so daß die Zurechnung zu arcacea immerhin noch gerechtfertigt ist. Der vorhandenen Über-
gänge wegen dürfte es sich überhaupt empfehlen, mit Borum C. subarcacea der Rormer’schen Art nur als
1 Paläontol. Abh. v. DAMES u. Koken. Bd. 6, Nr. 2, S. 99, Taf. 9, Fig. 1—9.
2 Aachener Kreide II, S. 192.
ey, =
Varietät unterzuordnen. Außer dem abgebildeten liegt auch noch ein kleineres Stück vor, das relativ
noch etwas kürzer ist als die Horzarrer’sche Figur.
Relativ noch länger als Crassatella arcacea var. subarcacea bei HoLzarrEL ist wiederum das kleine
abgebildete Stück, das bei einer Höhe von 9 mm eine Länge von 18 mm erreicht.
Auf die Schwankungen, die der Umriß im Laufe des Wachstums erfährt, hat Hotzarren schon
hingewiesen. Ich kann diese Beobachtungen bei den vorliegenden Stücken bestätigen, namentlich die
inneren Anwachsstreifen der kleineren Form, Fig. 13, stimmen recht gut mit dem Umriß der sehr kurzen,
relativ hohen Jugendexemplare bei Horzarrer, Fig. { und 2, überein. Die Zunahme des Längenwachs-
tums ist dann eine sehr schnelle, wobei gleichzeitig eine Verfeinerung der konzentrischen Streifen erfolgt.
Sämtliche Stücke dieser senonen Leitform stammen aus den Neu-Warthauer Schichten oder Ge-
schieben gleichen Alters von Hohlstein (Geologische Landesanstalt, Museum für Naturkunde zu Berlin,
Löwenberger Realgymnasium).
Drescher nennt die Art auch noch aus dem Überquader, doch ist mir kein Stück aus jüngeren
als Neu-Warthauer Schichten bekannt geworden, und zwar weder von C. arcacea typ. selbst, noch von
einer der beiden folgenden Arten, die von Drescher auch noch zu arcacea gestellt worden waren.
Anderweitig häufig im Emscher und Untersenon, so am Harzrand und bei Aachen, in der Kreide von
Königslutter auch noch im Obersenon.
Crassatella bohemica nov. nom.
typ., Taf. 8, Fig. 8.
1846. Crassatella arcacea Reuss. Böhm. Kreide II, S. 3, Taf. 33, Fig. 27.
1863. Crussatella arcacea DRESCHER. Kreidebildungen von Löwenberg, S. 348, ex parte.
1870. Crassatella regularis F. ROEMER. Geologie von Oberschlesien, S. 339, Taf. 29, Fig. 8.
1878. Crassatella conf. arcacea FrirscH. Weißenberger u. Malnitzer Schichten, S. 115, Fig. 72.
1881. Crassatella arcacea ex parte WILLIGER. Kreidemulde von Löwenberg, S. 83.
1883. Crassatella conf. macrodontu Frirscu. Iserschichten, S. 100, Fig. 63.
? 1897. Crassatella regularis LEONHARD. Kreide von Oppeln, S. 51.
1897. Crassatella regularis FRITSCH. Chlomeker Schichten, S. 52.
nov. var. abbreviata, Taf. 8, Fig. 6 u. 9.
? 1846. Crassatella regularis Reuss. Böhm. Kreide II, Taf. 33, Fig. 25.
In den Neu-Warthauer Schichten findet sich nicht eben selten eine Form, die bisher als Crassa-
tella arcacea oder regularis bestimmt worden ist.
Sie zeigt drei- bis fünfseitigen Umriß und ist besonders charakterisiert durch den spitzen, geraden
oder nur ganz wenig vorgebogenen flachen Wirbel, der etwas vor der Mitte, etwa an der Grenze des
zweiten und dritten Fünftels der Schale liegt, sowie die meist ziemlich flache Gestalt. Der Vorderrand
ist bogenförmig gekrümmt, der Hinterrand ist gerade und stößt mit dem ebenfalls geraden oder hinten
leicht nach unten geschwungenen Unterrande unter rechtem oder gelegentlich sogar etwas stumpfem
Winkel zusammen, wie der Winkel andererseits auch mitunter einen rechten noch nicht erreicht. Eine
vom Wirbel nach der Hinterecke verlaufende stumpfe Kante nimmt einen fast geraden oder leicht ge-
schwungenen Verlauf. Vor derselben ist bisweilen eine flache, sich nach unten verbreiternde und un-
deutlicher werdende Furche zu bemerken.
Etwas schwankend ist das Verhältnis von Länge und Höhe. Neben längeren Formen, wie der
bei Reuss, Rormer und hier Fig. 8 abgebildeten, finden sich vielfach auch etwas dickere Formen, bei
denen die Länge die Höhe nur unwesentlich übertrifft; beide sind durch Übergänge verbunden, so daß
man die kürzere höchstens als Varietät, var. abbreviata, unterscheiden kann. Das Verhältnis von Höhe
zur Länge betrug bei einer Reihe von Stücken des Berliner Museums für Naturkunde und einem solchen
des Löwenberger Realgymnasiums (Nr. 3):
Piet SAO 2112
OS OO sot
Dao US
Ai A 00452
T6525. — 1003 139.
Das Schloß, das nur an einem Steinkern der linken Klappe beobachtet werden konnte (Samm-
lung des Museums für Naturkunde zu Berlin), besteht aus 2 divergierenden Zähnen, hinter denen eine
dreieckige Ligamentgrube sichtbar ist. Die Oberfläche trägt feine konzentrische Streifen, die auf der
Hinterfläche oft undeutlich werden. Ihre Stärke ist bei den einzelnen Stücken etwas verschieden. So
ist sie bei den meisten Exemplaren etwas schwächer als bei den beiden abgebildeten Stücken der var.
abbreviata. Auch die mit hierher fraglich zu var. abbreriata gezogene Form bei Reuss zeigt stärkere
konzentrische Streifen als die lange Form Fig. 27 daselbst.
Von Crassatella arcacea unterscheidet sich die Art leicht durch den spitzen und weniger ein-
gebogenen Schnabel, der außerdem bei arcacea stets weiter vorgerückt ist, sowie meist auch durch die
größere Flachheit der Schale. Da wo wie bei Fig. 9 eine etwas stärkere Wölbung auch bei bohemica vor-
kommt, ist dieselbe jedenfalls gleichmäßiger verteilt als bei arcacea, wo sie mehr dem Wirbel genähert liegt.
Von Crassatella regularis D'OrB.! und der ihr mindestens sehr nahestehenden, von Zırren für
identisch gehaltenen Crassatella mucrodonta, besonders deren var. suleifera” ist die Hauptform der vor-
liegenden Art schon durch ihre größere Länge unterschieden, dagegen zeigt var. abbreviata mitunter
eine große Ähnlichkeit. In der Regel kann auch hier der spitzere Schnabel der vorliegenden Art, sowie
die flachere Gestalt als Unterscheidungsmerkmal dienen. Ferner ist die hintere Kante bei Cr. regularis
bezw. macrodonta meist stärker gekrümmt und weniger stark ausgeprägt; immerhin zeigt ein Vergleich
von Fig. 6 mit der Figur bei Zırren und Fig. 4 bei p’ÖrBıcny, wie ähnlich sich einzelne Exemplare
werden können, so daß man bei Bestimmung eines einzelnen Stückes wie des Fig. 6 abgebildeten
geneigt sein könnte, dieses zu regularis zu stellen, während es im Zusammenhang mit den übrigen
seine Stellung bei der vorliegenden Art finden muß. So ist auch das einzelne Stück, das Srurm
als Crassatella regularis abbildet, der Figur nach der p’Orsicny’schen Form in der Tat sehr ähnlich,
während Crassatella regularis in der böhmisch-schlesischen Meeresprovinz sonst nicht mit Sicherheit nach-
gewiesen ist, wie auch PretHé die Zugehörigkeit der von Reuss unter diesem Namen abgebildeten, viel-
leicht ebenfalls zu var. abbreviata der vorliegenden Art gehörigen Form bezweifelt.
Der als Crassatella regularis von Guinirz* aus Strehlen abgebildete Steinkern hat den gleichen
1 D'ORBIGNY, Terr. cret., Taf. 266, Fig. 4—6.
3 ZirreL, Gosaubivalven, Taf. 8, Fig. 2.
3 Elbtalgebirge II, Taf. 17, Fig. 9, und Charakteristik, Taf. 11, Fig. 9.
spitzen, wenig vor der Mitte stehenden Wirbel, besitzt aber keine so scharf ausgeprägte Hinterkante,
was wohl nicht nur auf die Erhaltung zurückzuführen ist. Mit dem von ihm als Crassatella regularis aus
dem unteren Pläner von Plauen abgebildeten Schalenstiicke! könnte die Strehlener Form immerhin identisch
sein. Dieses letztere scheint mir sicher weder zur vorliegenden Art, noch zu Cr. regularis zu gehören.
Am ähnlichsten kann die Art Crassatella Zitteliana bei Peraé werden.” Nach diesem Forscher
sind zu Crassatella Zitteliana SrtoLiczkA® auch die von letzterem als Crassatella macrodonta Sow. ab-
gebildeten Stücke* zu ziehen. Als Unterschied gegenüber Cr. macrodonta aus der Gosauformation gibt
er die schärfere Entwicklung des Kieles bei Cr. Zitteliana an, während das andere von ihm angegebene
Unterscheidungsmerkmal, der Winkel, unter dem die Hinterränder zusammenstoßen, Schwankungen
unterliegt. Durch die stärkere Ausprägung des Kieles, vor dem auch hier eine leichte Depression vor-
handen ist, die einen ganz ähnlich geschwungenen Verlauf des Unterrandes bedingt, werden kurze
öxemplare der Form der vorliegenden Art noch ähnlicher als die echte Or. macrodonta bezw. reqularis.
Peraô, der die Ähnlichkeit der von Reuss abgebildeten längeren Form mit Cr. Zitteliana ebenfalls hervor-
hebt, erwähnt die schlankere und gestrecktere Gestalt der böhmischen Art, durch die sie sich auf den
ersten Blick von Crassatella Zitteliana unterscheiden lasse. Infolge der Schwankungen, denen der Umriß
unterliegt, kann ındes die gestreckte Gestalt als Unterscheidungsmerkmal nicht verwendet werden, wie
übrigens auch Perad ein verhältnismäßig langes Stück (vergl. Fig. 13) abbildet; es bleibt dann, nach
der Prrnö’schen Abbildung zu urteilen, nur der etwas schlankere und spitzere Schnabel, sowie auch die
etwas größere Dicke der meisten Exemplare unserer Art für die Unterscheidung übrig, indes gelten diese
Unterscheidungsmerkmale nur für die Hauptmasse der Stücke, während sie sich bei einzelnen Individuen
verwischen können. Am größten kann die Ähnlichkeit bei kurzen Stücken werden, doch zeigt anderer-
seits auch ein langes Exemplar des Berliner Museums für Naturkunde, bei dem der Schnabel etwas
stumpfer als gewöhnlich ist, eine fast vollständige Übereinstimmung mit Fig. 13 bei Prrnö.
Demgegenüber sind die Variationsgrenzen in dem Umfange, wie sie Prrnö für Cr. Zitteliena an-
nimmt, so verschieden, daß an eine Zurechnung zu dieser Art nicht gedacht werden kann. Wollte man
die böhmisch-schlesische Form mit der ungarischen vereinigen, so wird man von den Formen SToLiczka’s,
die Prrnö mit der seinen vereinigt, unter Aufrechterhaltung von dessen Unterscheidung nur SToLiczkA’s
C. macrodonta, nicht aber Sroriczka’s Zitteliana mit einbeziehen dürfen und die ungarische Art hätte dann
den Namen der schlesisch-böhmischen, nicht aber der indischen zu tragen, doch scheint es mir, soweit
ohne ungarisches Vergleichsmaterial ein Urteil möglich ist, zunächst das Gegebene, die vorliegende Form
von der ungarischen getrennt zu halten.
Die Art ist mir in der Löwenberger Kreide nur aus den Neu-Warthauer Schichten bekannt
(Berliner Museum für Naturkunde, Löwenberger Realgymnasium), ist indes anderweitig schen vom
unteren Turon vorhanden, da die von Frırsch aus den Weißenberger Schichten abgebildete Crassatella
conf. arcacea ebenfalls hierher gehört. Aus dem oberen Turon von Oppeln bildete sie dann F. RoEMER
ab. Sie liegt in typischer Ausbildung außerdem auch aus dem Salzbergmergel vor.
1 Elbtalgebirge I, Taf. 50, Fig. 4.
Die Kreidefauna des Peterwardeiner Gebirges, Paläontographica 52, S. 261, Taf. 19, Fig. 10—13.
3 Cretaceous Pelecypoda of Southern India, S. 296, Taf. 5, Fig. 15—19.
* Ebenda, Taf. 5, Fig. 12—14.
Crassatella gregaria nov. spec.
Taf. 8, Fig. 5, 10—12.
Crassatella arcacea DRESCHER ex parte. Kreidebildungen von Löwenberg, S. 348.
Crassatella arcacea WILLIGER ex parte. Kreidemulde von Lüwenberg, S. 83.
Diese kleine, von Drescuer ebenfalls zu Cr. arcacea gestellte Form ist bei weitem die häufigste
der in der Lüwenberger Kreide vorkommenden Crassatellen.
Die Form bleibt stets klein. Die größten Exemplare erreichen eine Länge von 18—20 mm, die
kleinsten eine solche von etwa 10 mm. Der Umriß ist oval bis vierseitig gerundet. Der vor der Mitte
liegende, bei größeren Stücken fast mittelständige Wirbel ist stumpf, nach vorn gebogen und hebt sich
nur wenig heraus. Der Vorderrand ist bogenförmig gerundet, der in diesen allmählich übergehende
Unterrand wenig gebogen, der Hinterrand gerade; derselbe stößt mit dem Unterrande etwa unter
rechtem oder wenig spitzem Winkel zusammen. Der hintere Teil des Oberrandes, der den Hinterrand unter
stumpfem Winkel trifft, ist dem vorderen Teile des Unterrandes fast parallel. Vom Wirbel aus, vor
dem eine kleine Lunula zu beobachten ist, läuft eine gut ausgeprägte stumpfe Kante nach der hinteren
Ecke. Die Oberfläche trägt bei den kleineren Stücken etwa 10, bei den größeren etwa 18 konzen-
trische Rippen, die durch gleichbreite Zwischenräume getrennt werden. Dieselben nehmen bei den
kleineren Exemplaren und im zentralen Teil der größeren von innen nach außen zunächst an Stärke zu,
um dann im randlichen Teile der letzteren wieder feiner zu werden. Kleine Exemplare sind relativ
etwas höher, ausgewachsene relativ länger. Die Wachstumsverschiebungen lassen sich nicht nur bei
einem Vergleich der einzelnen Exemplare, sondern durch Beobachtung der konzentrischen Streifen fest-
stellen. Größere Stücke bekommen leicht ein an Cypricardien erinnerndes Aussehen.
Die kleinen Exemplare der Art (vergl. Taf. 8, Fig. 11) haben große Ähnlichkeit mit den Jugend-
exemplaren von Crassatella arcacea, wie sie Horzaprez abbildet', bei welcher derartige Wachstums-
verschiebungen in viel stärkerem Maße auftreten. Sie unterscheiden sich von den bei Horzarren ab-
gebildeten Jugendexemplaren nur unwesentlich durch den ein wenig niedrigeren Wirbel, sowie die etwas
geringere Höhe, die bei den abgebildeten Stücken Horzarrer's 0,8, hier nur 0,7 der Länge beträgt, doch
bleibt es immerhin fraglich, ob sich diese Unterschiede stets durchführen lassen, und sie würden daher
vielleicht kaum ein Hindernis sein, die Stücke bei dieser Art unterzubringen, wenn nicht das Zusammen-
vorkommen mit den etwas größeren Stücken (Taf. 8, Fig. 10), insbesondere die Übereinstimmung mit
den inneren Anwachsstreifen derselben, sowie vor allem die Seltenheit der echten Crassatella arcacea
gegenüber der Häufigkeit der kleinen Formen mehr für die Zusammengehörigkeit der meisten derartigen
Stücke mit der eben genannten abgebildeten, etwas größeren Form sprächen, was natürlich nicht aus-
schließt, daß sich unter ihnen zum Teil auch Jugendexemplare von arcacea verbergen. Die hier ab-
gebildete größere Form kann mit gleichgroßen Jugendexemplaren der Crassatella arcacea ihres niedrigen
Wirbels sowie ihrer ovalen Form wegen nicht mehr verwechselt werden.
Crassatella gregaria liegt in einer ganzen Reihe von Stücken aus den Neu-Warthauer Schichten
vor. Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium.
La, an O;, Lat. 20) Figs 1, 2.
Palaeontographica. Suppl. VI.
— 178 —
Astartidae Gray.
Cardita BRUGUIÈRE.
Cardita Geinitzi p’Ors.
Taf. 8, Big. 17.
1840—42. Cardita parvula und Venericardia tenuicosta GEMITZ (1). Charakteristik, S. 51 und 76, Taf. 11, Fig. 5.
1850. Cardita Geinitzi D'ORBIGNY. Prodrome, II, S. 239, Nr. 580.
1872—75. Cardita tenuicosta GEINITZ (2). Elbtalgeb., II. S. 60, Taf. 17, Fig. 11—13.
1893. Cardita tenuicosta Fritsch. Teplitzer Schichten, S. 78, Fig. 62.
non: 1837. Cardita tenuicosta SOWERBY in Firron, Strata below the Chalk, Transact. geol. Soc., IV, S. 335, Taf. 11, Fig. 7.
Eine Reihe von Exemplaren stimmt gut mit den Geixirz'schen (2) Originalen einer in der
böhmisch-sächsischen Kreideprovinz vorkommenden, meist als Cardita tenuicosta SowERBY beschriebenen
Art überein, die nach p’OrspianNy von dieser verschieden und als Cardita Geinitzi zu bezeichnen ist.
Die der Kreisform genäherten, großenteils verdrückten Stücke zeigen einen spitzen, etwas vor
der Mitte liegenden Wirbel, die Oberfläche ist mit sehr feinen Radialstreifen und noch feineren kon-
zentrischen Linien bedeckt, die nur mit der Lupe sichtbar sind.
Die vorliegende sowie die Grryirz’sche Form unterscheiden sich von der im Gault vorkommenden
Cardita tenuicosta Sow.* durch die sehr viel schwächere Querskulptur, den mehr gerundeten Umriß und
den spitzeren Schnabel, während sich die genannten Merkmale für die Figur bei Reuss* ziemlich ver-
wischen, die einem mit der schlesisch-sächsischen Form gleichaltrigen Stück entspricht. Daß sich die
vorliegende Form indes in Böhmen findet, beweist die Abbildung bei Frırsch, von der wohl die
Reuss’sche nicht zu trennen ist, wie ja auch bei der nahe verwandten Cardita santonensis G. MvELL.°
neben gerundeten mehr vierseitige Formen vorkommen. GRIEPENKERL hatte für die böhmische Form
den Namen bohemica* vorgeschlagen, der sich dann aber für diese erübrigt.
Ob die von GRIEPENKERL aus den unteren Mukronatenschichten leider ohne Abbildung beschrie-
bene, mit der böhmischen vereinigte Form wirklich hierher gehört, scheint nach der Beschreibung min-
destens nicht sicher. Jedenfalls trifft die Angabe GRIEPENKERL’s, nach der sich die Gaultform durch
größere Höhe unterscheiden soll, für die böhmische sowie auch die schlesisch-sächsische Form nicht zu.
Die Figur bei D’Orsıcny zeigt etwa gleiche Höhe wie die Figur bei Reuss, die Sowergy’sche ist sogar
etwas niedriger, während die Figur bei Frirsch beide abgebildeten Gaultformen erheblich an Höhe über-
trifft, die hier im Gegensatz zu diesen sogar noch etwas größer ist als die Länge. Dagegen erscheint
das andere von GRIEPENKERL zur Unterscheidung angegebene Merkmal, das auch Woops erwähnt, breitere
Zwischenräume zwischen den Rippen bei der Gaultform, wichtiger. Die oben genannte Mürrer’sche
Cardita santonensis ist durch noch feinere Radialstreifung sowie das Vorkommen einer vom Wirbel
nach hinten ziehenden Kante unterschieden, hinter der die Schale schwach konkav erscheint.
Die Form ist mit Sicherheit bisher nur aus dem Scaphitenhorizont bekannt geworden. Sie findet
sich in Sachsen im Strehlener Mergel und wurde auch in den Mergeln der Teplitzer Straße an der
1 Vergl. Woops, Cret. Lamell., I, S. 124, Taf. 18, Fig. 7—14; D'ORBIGNY, Terr. crét., Taf. 268, Fig. 1—5.
2 Böhm. Kreide, II, Taf. 33, Fig. 16.
3 Untersenon v. Braunschweig, S. 55, Taf. 7, Fig. 10—12.
* Königslutter, S. 58.
Grenze von Dresden und Strehlen beobachtet," in Böhmen in den Teplitzer und Priesener Schichten,
sowie in Bayern nach Gimpet in dem Mergel des Marterberges bei Passau. Letzterem Vorkommen ent-
spricht das in der Löwenberger Kreide, wo sich die Art in den Mergeln von Gr.-Rackwitz (Geologische
Landesanstalt) findet. Sehr wahrscheinlich ist auch die Zugehörigkeit einiger kleinen Stücke, die ich
in den schon stärker sandig werdenden obersten Schichten des Hermsdorfer Mergelsandsteins, dicht an
der Chaussee Hermsdorf-Pilgramsdorf, sammelte.
Eriphyla Gass.
Hriphyla lenticularis Goupr. sp.
Taf. 8, Fig. 4; Textfigur 28.
1834—40. Lucina lenticularis GoLpruss. Petref Germ., S. 228, Taf. 146, Fig. 16.
1846. Lucina lenticularis Reuss. Böhm. Kreide, II, S. 4, Taf. 33, Fig. 20—24.
1863. Lucina lenticularis DRESCHER. Lowenberg, S. 348.
1871. Eriphyla lenticularis StoLiczka. Cret. Pelecypoda of South. India, Taf. 1, S. 181, Taf. 6, Fig. 7—13.
1870 —72. Eriphyla lenticularis GEINITZ. Elbtalgeb., II, S. 62, Taf. 17, Fig. 1, 2; Taf. 18, Fig. 1, 2.
1877. Eriphyla lenticularis FRirscH. Malnitzer Sch., S. 116, Fig. 78.
1889. Eriphyla lenticularis Houzapret. Aachener Kreide II, S. 195, Taf. 14, Fig. 5—7.
1901. Eriphyla lenticularis Sturm. Kieslingswalde, S. 76, Taf 6, Fig. 6, 6a.
Die bekannte Art gehört zu den häufigsten Zweischalern der Löwenberger Kreide. Es liegen
sehr zahlreiche Abdrücke und Steinkerne zum Teil mit gut erhaltenem Schloßabdruck vor, bei denen nur
ebenso wie bei der Kieslingswalder Form die Größe des vorderen Seitenzahnes der linken Klappe,
wenigstens den Aachener Stücken gegenüber, bemerkenswert ist. Derselbe erscheint auch bei beiden
a b c
Fig. 28. Abnorme Formen von Eriphyla lenticularis GOLDr. spec.
Neu-Warthauer Schichten (Unterer Emscher) Neu-Warthau. Berliner Museum fiir Naturkunde.
a und c nach Photographie, b nach Zeichnung.
schlesischen Vorkommen etwas schräger gestellt, als bei der Aachener Form, wo seine Lage sich der
horizontalen mehr nähert. Sehr auffallend ist die starke Neigung zur Variation hinsichtlich des Um-
risses. Neben der selteneren typischen kreisrunden Form finden sich Exemplare von stark hoch-
elliptischem Umriß, bei anderen zeigt sich ein mehr schräg nach vorn, bei andern ein schräg nach
hinten gerichtetes Wachstum, wieder andere sind stark nach hinten verlängert (vergl. Textfig. 28) und
1 PETRASCHEK, Isis, 1904, S. 4,
— 180 —
nehmen eine manchen Venws-Arten ähnliche Gestalt an; der kleine Wirbel rückt dabei von der Mitte aus
mitunter etwas vor oder zurück, doch ist überall das gleiche Schloß — jederseits zwei Zähne und vor
denen der linken Klappe ein Seitenzahn — festzustellen. Ebenso ist bei allen Steinkernen der kleine
Fußmuskelabdruck über dem vorderen Schließmuskel zu beobachten.
An eine Erklärung der verschiedenen Formen durch Verdrückung darf angesichts des häufigen,
ja vorherrschenden Vorkommens derartiger anormaler Exemplare, sowie der Seltenheit von Verdrückungen
bei anderen Formen in den gleichen Schichten, nicht gedacht werden. Zudem scheinen derartig ab-
weichende Formen in der böhmisch-schlesischen Kreideprovinz auch anderweitig vorzukommen, wie
z. B. das bei Reuss, Fig. 22, abgebildete Stück zeigt, das zwar Horzaprez ebenso wie alle anderen
Reuss’schen Abbildungen der Art für zweifelhaft hält, bezüglich dessen Zusammengehörigkeit mit den
vorliegenden Stücken ich jedoch auch ohne bessere Schloßabbildungen keine Bedenken habe. Gleiche
in die Länge gezogene Stücke finden sich auch im Salzbergmergel, wie das Hallische Material zeigt.
Es dürfte sich daher hier um einen regional beschränkten Typus handeln, der sich durch die Neigung
zur Abänderung in der äußeren Form auszeichnet.
Eriphyla lentieularis erscheint in der Löwenberger Kreide zuerst in dem zur Brongniarti-Zone
gehörigen Mergelsandstein der Mittelberge, von wo einige doppelklappige, schloßlose, kreisrunde Stein-
kerne der typischen Form vorliegen (Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt), ferner ist
sie mir aus dem Hermsdorfer Mergelsandstein (Scaphitenhorizont) in einem der geologischen Landes-
anstalt gehörigen Bruchstücke bekannt. Wahrscheinlich gehört auch ein Stück aus den Scaphitenmergeln
von Gr.-Rackwitz (Geologische Landesanstalt) hierher. Am häufigsten ist sie in den Neu-Warthauer
Schichten, aus denen vorwiegend von der Kreisform abweichende Exemplare vorliegen, während sie im
Oberquader seltener wird. Sie liegt hier nur in einigen Exemplaren von Gehnsdorf, Giersdorf (Geo-
logische Landesanstalt) und Kesselsdorf (Löwenberger Realgymnasium) vor. Noch seltener im Über-
quader von Sirgwitz (Geologische Landesanstalt) und Wenig-Rackwitz (Löwenberger Realgymnasium).
Aus Böhmen wird die Art schon aus dem Cenoman genannt, sie findet sich dann in der Brongniarti-
Zone (Malnitzer Schichten), da ich, wie gesagt, die Rruss’sche Form von Laun als richtig bestimmt an-
sehe, ist dann in Sachsen auch im Scaphitenhorizont von Strehlen (= Teplitzer Schichten) vertreten und
geht bis in die den Neu-Warthauer entsprechenden Chlomeker Schichten hinauf. Ebenso im gleichen
Horizont bei Kieslingswalde. Außerhalb der südostdeutschen Kreideprovinz erst im Emscher und Unter-
senon, so am Harzrand und bei Aachen, sowie nach GRIEPENKERL auch noch häufig im Obersenon der
Kreide von Königslutter.
Trigoniidae Lan.
Trigonia Brug.
Trigonia glaciana Srurm.
Taf. 8, Fig. 14—16.
1843. Trigonia alaeformis GEINITZ. Kieslingswalde, S. 14, Taf. 2, Fig. 15, 16.
1845—46. Trigonia alaeformis Reuss. Böhm. Kreide, II, S. 5.
— 181 —
1883. Trigonia aliformis DRESCHER. Lowenberg, S. 348.
1897. Trigonia alaeformis Fritscu. Chlomeker Sch., S. 54, Fig. 60.
1901. Trigonia glaciana Sturm. Kieslingswalde, S. 75, Taf. 6, Fig. 5.
Mit diesem Namen belegte Sturm a. a. O. eine Form von Kieslingswalde, die ebenso wie eine
Reihe anderer oberkretazischer Trigonien bis dahin meist als Trigonia alaeformis beschrieben worden war.
Die Unterschiede von dieser gaultinen Art, die nicht angegeben werden, sind nicht sehr augen-
fällig, nur erscheint wenigstens nach den Abbildungen Lycrrr’s' die englische Form hinter dem auf-
getriebenen Vorderteil etwas eingedrückt und der Schwanzteil dadurch schärfer abgesetzt. Im übrigen
bleibt der Umriß der vorliegenden Art schwankend, worauf auch Frırsch bei der gleichfalls hierher
gehörigen böhmischen Form hinweist. Neben der kürzeren typischen Form kommen ähnlich wie bei
der englischen Art Formen mit mehr gestrecktem Umriß? vor. Auch die zwischen der gerippten Area
und dem Hauptteil der Schale liegende glatte Doppelleiste ist beiden Formen gemeinsam. Der Haupt-
unterschied liegt in der Form der Rippen, die bei Trigonia alaeformis von vorn nach hinten viel schneller
an Stärke abnehmen, ein Unterscheidungsmerkmal, das ich sowohl gegenüber Kieslingswalder wie
Löwenberger und böhmischem Material beobachten konnte. An Breite nehmen hier wesentlich nur die
Zwischenräume der Rippen ab. Diese selbst sind vorn bei gleicher Größe der Stücke etwas schwächer
als bei Trigonia alaeformis, während sie hinten den entsprechenden Rippen der letzteren etwa gleichkommen
oder mitunter noch stärker als dort ausgeprägt sind. Die charakteristischen Knötchen, die durch das
Zusammentreffen mit einer konzentrischen Skulptur auf den Rippen gebildet werden, sind bei Skulptur-
steinkernen bisweilen nur noch andeutungsweise in Form einer leichten Kerbung wahrzunehmen, mitunter
auch ganz verschwunden. Bei manchen Skulptursteinkernen von Neu-Warthau erscheinen die Rippen
ganz schmal und messerscharf, wobei sie durch die Kerbung ein sägeartiges Aussehen bekommen. Dal}
es sich hier nicht etwa um eine besondere Form, sondern nur um eine Folge des Erhaltungszustandes
handelt, ergibt sich aus der Gesamtuntersuchung. Steinkerne sind vollständig glatt und stimmen in jeder
Beziehung mit denen von Trig. vaalsiensis Bönm” überein. Von den starken Muskeln liegt der vordere
auf der Schloßplatte; über dem hinteren Schließmuskel ist ein kleiner Fußmuskel sichtbar. Die zwischen
den Eindrücken des gespaltenen Zahnes liegenden Teile des Steinkerns sind deutlich quergestreift.
J. Boum* hat in seinem Referat über die Srurm’sche Arbeit Trig. glaciana als synonym
mit seiner Tr. vaalsiensis erklärt, trotzdem Srurm im Text ausdrücklich auf den scharfen Unterschied
gegenüber dieser Art hingewiesen hat. Kann auch häufig die Unterscheidung zweier Arten als An-
sichtssache gelten, so ist dies hier sicher nicht der Fall, beide Arten sind scharf geschieden und nicht
einmal durch Übergänge verbunden. Bei Tr. glaciana ist das Stück zwischen dem Hauptteil der Schale
und dem Schildchen, wie gesagt, glatt, bei Tr. vaalsiensis dagegen gerippt. Der Unterschied ist durch-
gehend und wurde bei allen Stücken des Materials festgestellt.
Wahrscheinlich nicht zu trennen ist die früher ebenfalls meist als Trigonia alaeformis aufgeführte
Form des Salzbergmergels, von der sehr reiches Material vorlag (Hallische Sammlung). Brauns,° der die
1 Palaeont. Soc., 29, 1875, Taf. 25, Fig. 3—6.
2 Var. attenuata LYCETT a. a. O., Fig. 4.
3 Aachener Grünsand, S. 99, Taf. 2, Fig. 1, und Horzarrer, Aachener Kreide, S. 198, Taf. 21, Fig. 1—6.
SN Jahrb. 1 Min., 1905, I, S. 300.
5 Salzbergmergel, S. 379.
— 182 —
Verschiedenheit von Tr. alaeformis erkannte, beschrieb sie als Tr. alata Scuuotu., ein Name, der ihr indes
wie GIEBEL' ausgeführt hat, nicht mit Recht zukommt. Greper hat in seiner sehr ausführlichen Be-
schreibung auch auf die verhältnismäBig schwache Kerbung der Rippen hingewiesen und man künnte da-
her vielleicht geneigt sein, diese als unterscheidendes Merkmal gegeniiber der Sturm’schen Art aufzufassen.
Dieselbe zeigt sich indes auch hier nur bei Skulptursteinkernen, während sie bei Schalenexemplaren
kaum geringer ist als bei der schlesischen Art, mit der sie auch die glatte gespaltene Leiste gemein hat.
Die Art tritt dem Kieslingswalder Vorkommen entsprechend zuerst in den Neu-Warthauer Schichten
auf, wo sie gleich in großer Häufigkeit vorkommt. Ebenso im Oberquader von Gehnsdorf und Giers-
dorf; auch im Oberquader von Hockenau beobachtete ich sie; nicht selten schließlich im Uberquader-
sandstein von Sirgwitz und Wenig-Rackwitz. In Böhmen in den Chlomeker Schichten und zwar schon
in deren unterer Abteilung, den Kreibitzer Schichten. Wahrscheinlich auch, wie gesagt, im Salzberg-
mergel. Zahlreiche Stücke in allen zur Bearbeitung benutzten Sammlungen.
Nuculidae Gray.
Nucula Lam.
Nucula striatula A. Roem.
1841. Nucula striatula A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 68, Taf. 8, Fig. 26.
1842. Nucula truncata GEINITZ. Charakteristik, III, S. 77, Taf. 20, Fig. 25.
1846. Nucula pectinata Reuss. Böhm. Kreide, II, S. 5, Taf. 34, Fig. (1, 2, 3) 4, 5.
1850. Nucula striatula D'ORBIGNY. Prodrome, II, S. 243.
1872 75. Nucula pectinata GEINITZ. Elbtalgeb., II, S. 57, Taf. 17, Fig. 3—5.
? 1884. Nucula pectinata FrirscH. Weißenb. u. Malnitzer Sch., S. 117, Fig. 79.
Einige schlecht erhaltene, abgeriebene, ovale Stücke mit feiner Radialskulptur aus dem Gr.-Rack-
witzer Mergel (Löwenberger Realgymnasium) stimmen mit der von A. Roemer als Nueula striatula, später
von Gernitz als N. pectinata Sow. beschriebenen Form überein, die, wie Woops” hervorgehoben, sich
durch den abgerundeten Hinterrand von der gaultinen Sowersy’schen Form ® unterscheidet.
Einige weitere Stücke aus dem gleichen Horizont, bei denen infolge der Abreibung die Radial-
skulptur nur undeutlich oder gar nicht mehr erhalten ist, weichen von beiden Formen durch größere
Kürze und spitzeren Wirbel ab, dürften aber von den übrigen mit ihnen zusammen vorkommenden
Formen kaum getrennt werden können, wie auch Germirz eine kürzere Varietät abbildet. Sie nähern
sich dadurch den mehr dreieckigen Abbildungen bei Reuss, deren abweichende Gestalt indes ebenso wie
bei einem der schlesischen Stücke durch die Steinkernerhaltung bedingt sein könnte.
Außer N. pectinata Sow. zieht Gemitz noch N. truncata Nırs.* zu der vorliegenden Form. Auch
Favre® und Brauns® stellen N. striatula in die Synonymik von N. truncata, die ersterer auch aus dem
1 Zeitschr. f. d. ges. Naturw., 1877, 49, S. 291.
2 Cret. Lamellibr. I, S. 18.
3 Min. Con., Taf. 192, Fig. 7—10.
4 Petrif. Suec., S. 16, Taf. 5, Fig. 6.
5 Lemberg, S. 120, Taf. 12, Fig. 10.
$ Salzbergmergel, S. 381.
— 183 —
galizischen Senon, letzterer aus dem Salzbergmergel anführt. Die Form Favre’s ist ein Steinkern,
über den sich ebensowenig ein sicheres Urteil abgeben läßt, wie über den von Nınsoxn abgebildeten
schwedischen Steinkern. Auch die spätere Abbildung Hennia’s', die ebenfalls einen Steinkern unter
dem Namen N. pectinata Sow. darstellt, gibt keinen sicheren Aufschluß. Ganz unsicher bleibt auch,
was Brauns meint, der auch die Aachener Nucula pulvillus in die Synonymik aufnimmt.
Dagegen ist vermutlich Nucula Blochmanni Grixirz,* die letzterer Forscher später selbst als
synonym mit seiner pectinata ansah, hierher zu stellen, ein Name, der in diesem Falle gegenüber
N. striatula Prioritätsrechte hätte; da indes bei der Rormer’schen Abbildung neben der Schalenskulptur das
taxodonte Schloß zu erkennen ist, was bei der Abbildung von N. Blochmanni nicht der Fall, so erscheint die
Rormer’sche Form besser definiert, und es ist daher der Name dieser generisch festgelegten Art vorzuziehen.
Nucula striatula kommt in der Löwenberger Kreide nur im Groß-Rackwitzer Scaphitenmergel vor
(Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium). Auch in Sachsen ist sie nur im Scaphiten-
horizont und zwar dem Mergel von Strehlen, sowie dem etwas jüngeren von Zatzschke verbreitet. Aus
Böhmen bildet Fritsch ein durch stumpferen Wirbel abweichendes Stück schon aus dem Unterturon
(Weißenberger Schichten) ab, doch ist nach Frirscu ihr eigentliches Lager erst in den Priesener Schichten,
was dem schlesischen Vorkommen gut entsprechen würde. Als Seltenheit nach Frrrsch auch in den
Chlomeker Schichten.
GRIEPENKERL führt die Art aus der (Juadraten- und Mukronatenkreide von Königslutter an; ob
seine Art die echte N. striatula, ist ohne Abbildung nicht zu entscheiden.
Nucula productoides nov. nom.
Rat. 9, Big. 12 u. 17.
1843. Nucula producta GEINITZz. Charakteristik, III, S. 77, Taf. 20, Fig. 26.
1846. Lembulus productus GEINITZ. Grundriß d. Versteinerungskunde, S. 420, Taf. 19, Fig. 15.
1897. Leda producta FriTscH. Priesener Sch., S. 93, Fig. 105.
Die in den Scaphitenmergeln von Gr.-Rackwitz, den gleichaltrigen Mergeln von Zatzschke und
den böhmischen Priesener Schichten vorkommende Art wird meist als Nucula oder Leda producta Nis.
bezeichnet, ein Name, der zuerst von Ninson* zur Bezeichnung eines schwedischen senonen Nueula-
Steinkerns angewendet wurde. Die Abbildung Nırsox’s zeigt eine Form von ausgeprägt regelmäßigem
querelliptischem Umriß mit mittelständigem Wirbel, doch ist nach Hennıc * das Original zu derselben
zu mangelhaft, um eine ausreichende Begriffsbestimmung zu ermöglichen, so daß die Nırsox’sche Art
einzuziehen ist; PrerrascHek® hat daher schon darauf hingewiesen, daß die unter dem Nizsox'schen
Namen laufende böhmisch-sächsische Form neu benannt werden muß.
Wie mir aus den von Reuss unter dem Nitson’schen Namen gegebenen Abbildungen hervor-
zugehen scheint, sind als Nucula producta verschiedenartige Formen zusammengefaßt worden, von denen
ein Teil zu Leda gehören könnte, wie auch p’OrpicNy im Prodrome Leda producta zitiert.
! Revision af Lamellibranch. i Nırson’s Petref. suec. Act. univers. Lundensis 33. Lund 1897.
2 Charakteristik, S. 50, Taf. 10, Fig. 8.
3 Petref. Suec., Taf. 10, Fig. 5.
san aa ON 5.64,
5 Isis, 1904, S. 5.
— 184 —
Als Typus der südostdeutschen Art betrachte ich Formen, die mit der Abbildung bei Nırsox den
regelmäßigen, elliptischen, vorn und hinten gleichmäßig gerundeten Umrifi und die Stellung des Wirbels
in der Mitte gemein haben. Die Formen verschmälern sich kaum oder nur wenig nach hinten, der
Wirbel ist niedriger als bei der Nırson’schen Figur, etwas nach hinten gebogen wie bei Fig. 17 oder
gerade wie besonders bei der zitierten Abbildung von Frırscn, niemals nach vorn gekrümmt. Die
Wölbung ist meist ziemlich stark. Die mir vorliegenden sächsischen und schlesischen Formen stimmen
in jeder Hinsicht miteinander überein.
Von den Reuss’schen' Abbildungen gehören die hinten stark verschmälerten Figuren 19 und 20,
deren Wirbel außerdem höher ist und weiter vorn liegt, ganz gewiß nicht hierher, falls nicht eine sehr
schlechte Zeichnung vorliegt. Fig. 17 und 18 zeigen den wenig verschmälerten Umriß, aber der Wirbel
erscheint besonders bei Fig. 18 höher: da indes hier ein Schalenexemplar vorzuliegen scheint, so wäre
das vielleicht kein Hindernis, beide Formen hierherzustellen. Ohne Kenntnis der Originale möchte ich
mir jedenfalls ein sicheres Urteil nicht erlauben.
Ob die von Brauns und G. MüLLer aus dem Salzbergmergel und Senonquader des Harzrandes
unter dem Nırsoxn’schen Namen beschriebene Form hierher gehört, kann ich ohne Abbildung nicht sagen.
Ebenso führt sie GRIEPENKERL aus dem Senon von Königslutter und WorLLemann aus der Lüneburger
Mukronatenkreide an. Da sie alle Autoren jedoch als Leda producta beschrieben, so ist wohl anzunehmen,
daß die vorliegende Art, die nichts Leda-artiges an sich hat, nicht gemeint ist.
Die von Favre aus der Kreide von Lemberg abgebildete Form hat, wie die vorliegende, mittel-
ständigen Wirbel, der ebenfalls etwas höher erscheint, zeigt in der Form aber doch der generischen
Bestimmung Favre’s entsprechend eher Leda-Charakter und dürfte daher nicht mit hier einzurechnen sein.
{s ist somit nur das Vorkommen in den genannten Horizonten — Mergel von Gr.-Rackwitz
und Zatzschke, sowie Priesener Schichten — verbürgt. Sammlung des Löwenberger Realgymnasiums
und der Geologischen Landesanstalt. Das sächsische Vergleichsmaterial entstammt dem Kgl. Museum
zu Dresden.
Leda Schon.
Leda semilunaris v. Buch.
Taf. 8, Fig. 18—20; Taf. 9, Fig. 7 (9) u. 18.
1838. Nucula semilunaris v. BucH. KARSTEN’S Archiv, Bd. 11, S. 315.
1842. Nucula semilunaris Geinirz. Charakteristik IH, S. 77, Taf. 20, Fig. 30.
1846. Nucula semilunaris Reuss. Böhm. Kreide II, 7, Taf. 34, Fig. 14—16.
1877. Nucula semilunaris Fritsch. Weissenb. u Malnitzer Sch., S. 117, Fig. 80.
1893. Nucula semilunaris FRiTSCH. Priesener Sch., S. 92, Fig. 102.
21905. Leda Foersteri PETRASCHEK. Isis, 1904, S. 4.
Zusammen mit der vorigen Art finden sich kleine, flache Formen von ovalem, nach hinten mehr
oder weniger stark verschmälertem Umriß, ebenfalls mit geradem, stumpfem, vor der Mitte stehendem
Wirbel und deutlichem taxodonten Schloß. Die Höhe ist ebenso groß oder ein wenig größer als die
halbe Länge. Der Schloßkantenwinkel beträgt etwa 115°. Die ganze Schale ist mit feinen, konzentrischen
1 Böhm. Kreide, Taf. 34, Fig. 17—20.
185 -
Linien bedeckt. Die Verschmälerung nach hinten ist bei den einzelnen Formen hinsichtlich ihres Be-
trages recht verschieden. Neben Stücken, wie Taf. 8, Fig. 18 und 20, von deutlichem Leda-Typus finden
sich mehr Nucula-artige Formen mit eiförmigem Umriß wie Taf. 9, Fig. 18, die, wie die dazwischen
stehende, Taf. 8, Fig. 19, zeigt, von den ersteren kaum zu trennen sind. Solche Stücke stehen
wieder dem stark verkürzten Stück Taf. 9, Fig. 9 mit deutlich abgerundetem Hinterende recht nahe.
Doppelklappige Steinkerne erscheinen etwas schlanker als einklappige mit erhaltenem Schloßabdruck,
insbesondere tritt auch der Wirbel stärker hervor.
Die von PrrrascueKk aus den Mergeln der Teplitzer Straße in Dresden genannte Leda Foersteri,
die ich selbst früher unter diesem Namen aufgeführt hatte’, gehört wohl doch ebenfalls hierher. Von
Lda semilunaris unterscheidet sich Leda Foersteri® im allgemeinen durch die schärfere Hinterecke,
doch wird bei manchen Exemplaren die Entscheidung schwer. Noch stärker als bei dem Taf. 8, Fig. 18
abgebildeten Stücke Prrrascner’s ist die Annäherung an Leda Foersteri bei der Fig. 20 abgebildeten
schlesischen Form von Gr.-Rackwitz. Eine ziemlich scharfe Hinterecke zeigt sich ferner auch bei zwei
von Reuss abgebildeten Stücken’, deren konzentrische Linien übrigens wohl zu stark dargestellt sind.
Immerhin bleibt hier Ausnahme, was bei Leda Foersteri die Regel ist, die außerdem auch eine noch
etwas feinere konzentrische Streifung zeigt, weshalb beide Formen, die auch in verschiedenen geologischen
Horizonten vorkommen, getrennt gehalten werden müssen.
Die in der Löwenberger Kreide auf den Gr.-Rackwitzer Scaphiten-Mergel beschränkte Art (Geo-
logische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium), die mir aus Sachsen auch nur aus dem gleich-
altrigen Horizont von Zatzschke bekannt ist, tritt nach Frırscn in Böhmen als Seltenheit schon in den
unterturonen Semitzer Mergeln auf, aus denen ein äußerlich recht gut übereinstimmendes Stück ab-
gebildet wird, doch wird sie auch hier erst in den Priesener Schichten häufig. Nach Fritscn, wenn
auch selten, angeblich noch in den Ghlomeker Schichten Böhmens und bei Kieslingswalde.
Arcidae Lam.
Pectunculus Lam.
Pectunculus Geinitzi pn On».
Taf. 9, Fig. du. 2.
1834 - 40. Pectunculus sublaevis GOLDFUSS. Petref. Germ. II, S. 152, Taf. 126, Fig. 3.
1843. Pectunculus sublaevis GEINITZ. Kieslingswalde S. 14, Taf. 2, Fig. 19—21.
1846. Pectunculus sublaevis Reuss. Böhm. Kreide II, S. 9, Taf. 35, Fig. 10.
1850. Pectunculus Geinitzi D'ORBIGNY. Prodrome II, S, 196.
1863. Pectunculus ventruosus und lens DRESCHER. Löwenberg, S. 349.
1884. Pectunculus ventruosus und lens Frirscn. Weibenb. u. Malnitzer Sch., S. 118, Fig. 82.
1889. Pectunculus Geinitzi HoLZAPFEL. Aachener Kreide I, S. 210, Taf. 23, Fig. 11, Taf. 24, Fig. 1--10.
1897. Pectunculus Geinitzi Fritsch. Chlomeker Sch., S. 56, Fig. 62.
1 Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten in Sachsen, Schlesien u. Böhmen. N. Jahrb. f.
Min., Beil.-Bd. 24, 1907, S. 702.
2 HoLzAPFEL, Aachener Kreide II, Taf. 21, Fig. 13 —16.
3 a. a. 0. Taf. 34, Fig. 14 und 16.
Palaeontographica. Suppl. VI. 24
— 186 —
Die durch annähernd kreisförmigen, hinten abgestutzten Umriß, wenig vorspringende Wirbel
mit dahinter liegender flacher Depression, gekerbten Rand und feine Radialstreifung ausgezeichnete Art
liegt in zahlreichen Steinkernen und Abdrücken, die diese Merkmale gut erkennen lassen, aus verschiedenen
Horizonten der Löwenberger Kreide vor. Ein Teil der Stücke ist verdrückt und daher nicht immer
leicht als hierher gehörig erkennbar.
Houzapret hat schon darauf hingewiesen, daß nicht leicht zu entscheiden, welche der von den
verschiedenen Autoren abgebildeten Formen hierher gehören. Immerhin dürften manche der von HoLzAPFEL
nicht in die Synonymik einbezogenen sächsischen und böhmischen, fein radialgestreiften Pectunculiden
hierher zu rechnen sein, auch wenn die Abstutzung des Hinterrandes nicht so deutlich zu sehen ist, wie
bei der Aachener Form, so u. a. auch die zitierte Form von Reuss. Daß auch bei der als Typus der Art
zu betrachtenden Kieslingswalder Form der Hinterrand nicht immer gerade ist, zeigt Fig. 19 bei Grinrrz,
Kieslingswalde, die man nur wegen des gerundeten Hinterrandes kaum von Fig. 20 wird trennen können.
Wenig charakteristisch sind allerdings die anderen, von Reuss zum Teil als P. lens und brevirostris ab-
gebildeten Formen.! P. Jens Frrrsch, dessen Ähnlichkeit Horzarrer hervorhebt, dem die Form aber doch
nicht als genügend bestimmbar erscheint, möchte ich auf Grund der mir vorliegenden Steinkerne, doch
als zum mindesten sehr wahrscheinlich hierher gehörig ansprechen.
Von den Abbildungen von Geisırz zeigt vor allem die als P. brevirostris Sow. (?) abgebildete
Form? Ähnlichkeit in Gestalt und Skulptur, während sein P. ventruosus und lens Fig. 20 und 33 zu
schematisch und Fig. 42 etwas zu kräftig gerippt erscheint. Möglicherweise gehört die von GEMmITZ
von Plauen als Pectunculus lens abgebildete Form? hierher, doch bleibt das jedenfalls unsicher. Die
Form von der Walkmühle bei Pirna*, die ebenfalls ähnlich wird, läßt besonders die hintere Abstutzung
vermissen. Nicht beipflichten kann ich Sturm’, wenn er den durch kräftigere Rippen, deutlichere Quer-
skulptur und stärkeren, stumpferen Wirbel gekennzeichneten P. obsoletus bei Greryirz® zur vorliegenden
Art zieht.
Wie es scheint, gehört auch der Pectunculus lens bei Brauns aus dem Salzbergmergel hierher,
wie auch schon Bönm annahm. Zwar hebt Horzarren hervor, daß keins der von ihm untersuchten
Salzbergstücke sicher bestimmbar war, doch findet sich in der Hallischen Sammlung eine Anzahl von
Stücken, auch Schalenexemplare, die kaum einen Zweifel über die Zugehörigkeit zulassen.
Die Art zeigt sich sicher bestimmbar, wenn auch als Seltenheit zuerst im Hermsdorfer Mergel-
sandstein, also in der Scaphiten-Zone (Geologische Landesanstalt). Aus älteren Schichten, dem Mergel-
sandstein der Mittelberge, kenne ich nur einen unsicheren, glatten Steinkern ohne Schloß, aber mit der
charakteristischen, vom Wirbel nach hinten verlaufenden Depression, sowie einer der Stützleiste am
hinteren Wirbel entsprechenden Furche (Geologische Landesanstalt). Sehr häufig ist die Form in den
Neu-Warthauer Schichten (Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt), seltener im Über-
1 Böhm. Kreide, Taf. 34, Fig. 11—13.
2 Charakteristik, Taf. 20, Fig. 19 und 21.
3 Elbtalgeb. I, Taf. 49, Fig. 12.
4 Ebenda II, Taf. 16, Fig. 6.
° Kieslingswalde, S. 75.
6 Elbtalgeb. I, Taf. 49, Fig. 7—10.
rar,
quader (Löwenberger Realgymnasium). Nach oben Gesagtem in Sachsen möglicherweise schon im
Cenoman, ebenso vermutlich im Turon Böhmens, häufig dann hier erst im Emscher, den Chlomeker
Schichten. Ebenso im Salzbergmergel, sowie im Aachener Untersenon.
Pectunculus senoniensis nov. spec.
ar. Oy Kies lou, 16,
Die Art unterscheidet sich von der vorigen durch ihren stark querovalen Umriß, sowie die kräftigeren
Rippen. Die Länge erreicht bei den wenigen vorliegenden Steinkernen etwa das Eineinhalbfache der
Höhe. Der ziemlich in der Mitte stehende Wirbel ist stumpf und niedrig, vor und hinter ihm sind je
7 bis 8 kräftige, parallele Zähne vorhanden. Wie bei der vorigen Art ist der hintere Muskel durch eine
Leiste gestützt, deren Eindruck im Steinkern sichtbar wird.
Die Form wurde bisher nur im Oberquader, aus dem mir wieder Pectuneulus Geinitzi nicht bekannt
ist, und zwar bei Giersdorf und Kesselsdorf beobachtet. (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Real-
gymnasium.)
Arca Lam.
Fast alle vorliegenden Arcaformen sind schlecht erhalten oder sehr verdrückt, sie zeigen wohl
Ähnlichkeiten mit bekannten Arten aus gleichem Horizonte, doch ist kaum irgendwo die Übereinstimmung
eine vollständige, während andererseits auch die Erhaltung eine zu ungenügende ist, um zu entscheiden,
ob neue Arten vorliegen.
Arca aff. Geinitzi Reuss.
Tal. 9, Fig. 8.
Cf. 1846. Arca Geinitzi Reuss. Böhm. Kreide I, S. 11, Taf. 34, Fig. 31.
cf. 1872—75. Arca Geinitzi GEINITZ. Elbtalgeb., S. 55, Taf. 16, Fig. 7, 8.
Eine einzelne kleine Form aus dem Scaphitenmergel von Gr.-Rackwitz schließt sich am besten
an obige Art an, ohne jedoch zweifelsfrei mit ihr vereinigt werden zu können.
Das Stück zeigt 6 mm Höhe und 13 mm Länge. Der Wirbelder sich nach vorn verschmälernden
flachen Schale ist stumpf. Er springt ein wenig über den Schloßrand vor und liegt dem Vorderrande
stark genähert, der ebenso wie der Hinterrand bogig gerundet ist. Vorderrand und Hinterrand gehen
in flachem Bogen in den Schloßrand über. Die Schale ist mit haarfeinen Radialstreifen bedeckt, die
deutlicher jedoch nur am Hinterrand wahrgenommen werden können. Die Stärke eines jeden dieser
Radialstreifen dürfte kaum mehr als '/s—'/s mm betragen. Dazu treten ebenfalls sehr feine konzen-
trische Linien. Die typische Arca Geinitzi unterscheidet sich durch den Besitz einer flachen Mittelfurche,
die allerdings mitunter auch recht undeutlich werden kann, wie das Original zu dem von Grinitz, Fig. 7
abgebildeten Stiicke zeigt.
Der Name Arca Geinitzi wurde von Reuss für eine von Gemitz als Arca radiata Muexsr.! be-
1 GoLpruss, Petref. Germ., S. 143, Taf. 138, Fig. 2.
— 185 —
stimmte Art eingeführt. Später hat Brauns’ wieder beide Formen vereinigt, doch halte ich sie ebenfalls
für verschieden, ebenso ist die Zugehörigkeit von Arca Geinitzi aus dem galizischen Obersenon? nicht
sicher, die sich durch einen etwas mehr der Mitte genäherten Wirbel unterscheidet.
Arca Geinitzi ist in Böhmen auf die Teplitzer und Priesener Schichten beschränkt. Den ersteren
entspricht das Vorkommen von Strehlen, den letzteren das in der Löwenberger Kreide.
Arca conf. propinqua Reuss.
Textfigur 29 a.
conf. 1876. Arca propinqua Reuss. Böhm. Kreide II, 8. 12, Taf. 34, Fig. 34.
conf. 1876. Arca propinqua FRITSCH. Priesener Sch., S. 94, Fig. 110.
Ein einzelner Hohldruck mit zugehürigem Steinkern aus dem untersenonen Sandstein von Sirg-
witz wird der genannten Revss’schen Art aus den Priesener Schichten am ähnlichsten, zu der sie
DrEscHER stellte. Die Form ist hinten etwas höher als vorn; die Länge erreicht etwa das Doppelte
der mittleren Höhe. Der zwischen Wirbel, Vorder- und Hinterecke des Unterrandes liegende Hauptteil
der Schale ist stark gewölbt und hebt sich deutlich gegen das flach ausgebreitete
Hinterende heraus; vom Wirbel, der etwa an der Grenze des vorderen Schalen-
drittels liegt, zieht eine breite, flache Furche nach der Mitte des Unterrandes. Die
Area ist klein. Die Oberfläche bedecken etwa 25 feine, fadenförmige Radial-
streifen, die hinten etwas weiter auseinander stehen als vorn, zwischen den mitt-
leren Streifen sind einige noch feinere eingeschaltet. Sie werden von konzen-
trischen Linien gekreuzt, doch ist eine dachziegelförmige Skulptur, wie sie Reuss
Fig. 29a.
rca cone Pre und Frirscx zeichnen, nicht zu beobachten, was jedoch auf den Erhaltungszustand
Reuss. zurückzuführen sein könnte. Ein weiterer Unterschied ist der stärkere Abfall
Kittabguß eines Hohl- des Hauptteils der Schale nach hinten, so daß mir die Zugehörigkeit zu der
a ur rn ar Revss’schen Art zweifelhaft erscheint. Auch Drescher hat schon auf diese Ab-
= SoM ee = weichung eines Stückes, offenbar des genannten, aufmerksam gemacht, erwähnt
aber das Vorkommen zweier weiterer typischer Stücke, die ich nicht kenne,
vom gleichen Fundpunkt und aus dem untersenonen Toneisenstein von Ottendorf. Andererseits ist auch
das Schloß etwas abweichend, es besteht aus zahlreichen schräg gestellten kleinen Zähnchen, von denen
die hinteren etwas länger sind als die vorderen. Der Winkel, den die hinteren Schloßzähne mit dem
Schloßrande bilden, ist dabei wesentlich kleiner als in der Figur bei Grrnirz*, auf die sich Reuss bezieht, |
sowie in der Figur bei Reuss selbst, in der die Abdrücke der hinteren Schloßzähne etwa unter 45° ;
gegen den Schloßrand stehen. Der Winkel beträgt hier nur etwa 20°, der letzte Schloßzahn steht fast
parallel. Die Form entfernt sich dadurch etwas vom Typus der Barbatien, zu dem sie sonst gut paßt |
und zu dem auch Storıczka* Area propinqua stellt.
1 Salzbergmergel, S. 384.
2 Favre, Lemberg, Taf. 12, Fig. 15, 16, S. 125.
3 Charakteristik, Taf. 20, Fig. 12.
4 Cret. Fauna of India, III, S. 344.
— 189 —
Arca conf. undulata Reuss.
Taf. 9, Fig. 13.
1843. Cucullaea undulata Reuss. Geogn. Skizzen, II, S. 195.
1846. Arca undulata Reuss. Böhm. Kreide, II, S. 12, Taf. 34, Fig. 33, 39.
1898. Arca undulata G. MÜLLER, Untersenon v. Braunschweig, S. 50, Taf. 7, Fig. 4.
Mehrere Stücke, von denen der größere Teil verdrückt ist, nähern sich der genannten Reuss’schen
Form, die indes etwas schiefer erscheint als die meisten vorliegenden und eine stärkere Querskulptur
zeigt. Die Form ist vierseitig gerundet. Von dem unmittelbar vor der Mitte liegenden Wirbel läuft nach
hinten mit etwa 50° Neigung gegen den Unterrand eine gerundete Kante, hinter der eine schwach konkave
Area liegt. Der mittlere Hauptteil der Schale erscheint abgeplattet bezw. etwas eingedrückt und fällt
dann nach vorn etwas weniger steil als nach hinten ab. Die Schale ist mit etwa 50 Radialrippen ver-
ziert, über die noch eine sehr feine konzentrische Querskulptur fortläuft. Reuss gibt die Zahl der
Radialrippen nur auf 25—30 an, doch zeigt seine Abbildung gegen 60.
Die Gattungszugehörigkeit der Reuss’schen Art ist nicht ganz klar. Reuss bezeichnete sie zu-
nächst als Cucullaea, ohne jedoch ein Schloß abzubilden oder zu beschreiben. Brauxs', der eine Form
des Salzbergmergels unter dem Reuss’schen Namen beschrieb, stellte diese zu Arca und zwar vermutete
er die Zugehörigkeit zu Scapharca; ihm folgte G. Mürrer, der eine äußerlich gut mit der Reuss’schen
übereinstimmende Form aus dem Untersenon von Braunschweig als Arca undulata Reuss abbildete und
ebenfalls auf Scapharca schloß. Nach Srouiczka” dürfte sie zu Trigonoarca, vielleicht auch Scapharca
gehören. Da aus dem Texte bei Reuss überhaupt nicht hervorgeht, ob ihm irgend ein Schloß vorgelegen,
Brauns aber eines solchen Erwähnung tut, so führe ich die Form ebenfalls als Arca undulata Reuss an,
unter der Voraussetzung der Identität der Harzer und der böhmischen Form, die allerdings erst bei
Feststellung des Schlosses der letzteren gesichert wäre. Die vorliegenden Stücke zeigen leider kein
Schloß. Ihr Fundpunkt ist nicht genau festgestellt, sie liegen in einem Mergel, der vermutlich der
Gr.-Rackwitzer Zone angehört. In Böhmen gehört Arca undulata den Teplitzer und Priesener Schichten an.
Cucullaea Lan.
Cucullaea (Idonearca) Matheroniana p’Ors. var.
Van 9, Ris. u..0; Taf 10, Wies:(7) 12,
1843. Arca Matheroniana D'ORBIGNY. Pal. franc. terr. crét., III, S. 238, Taf. 325.
1863. Cucullaea glabra DRESCHER. Löwenberg, S. 349.
1889. Cucullaea Mutheroniana HoLzAPFEL. Aachener Kreide II, S. 208, Taf. 22, Fig. 2, 4, 8.
Zahlreiche Steinkerne dieser von Horzarrern sehr eingehend behandelten Art, zum Teil mit wohl-
erhaltenem Schloß liegen vor.
Die Art ist ausgezeichnet durch starke Wölbung, vierseitigen Umriß, bogigen Vorderrand, gerad-
linigen Unter- und Hinterrand, die in einem Winkel von etwa 60--75° zusammenstoßen, hohe, mittel-
ständige Wirbel, und eine deutlich ausgeprägte, abgerundete, vom Wirbel nach der spitzwinkligen Hinter-
1 Salzbergmergel, S. 384.
3 Cretac. Pelec. of S. India, S. 344.
— 190 —
ecke ziehende Kante, hinter der die Muschel steil abfällt, während sie vor ihr etwas abgeplattet er-
scheint. Auf der Hinterfläche der Steinkerne ist eine tiefe Furche erkennbar, die einer Stützleiste fiir
den hinteren Muskel entspricht. Der Abdruck des Schlosses zeigt in der Mitte eine Reihe kleiner, senk-
recht stehender Zähne, während die vorderen und hinteren winklig gebogen sind. Bei den Abbildungen
D'OrBiGxy's und Horzarrer's sind allein die vorderen winklig gebogen, die hinteren nur schräg gestellt.
Infolge dieser kleinen Abweichung führe ich die Löwenberger Form vorläufig als Varietät auf.
Horzarrez hat bereits auf die Unterschiede von der nahverwandten Cucullaea subglabra aufmerk-
sam gemacht. Sie beruhen im wesentlichen in der schärferen Kante bei der vorliegenden Art, sowie
der deutlicheren Abflachung der Schale vor der letzteren.
Nur durch stärkere Verlängerung unterscheidet sich eine als Hohldruck erhaltene Form aus dem Über-
quader von Wenig-Rackwitz, die gut mit ©. subglabra var. perversa Sturm! übereinstimmt, wie ein Ver-
gleich mit dem Original zeigt, so daß die Srurm’sche Form wohl auch richtiger hier als Varietät an-
geschlossen wird, als an C. subglabra.
Gute Steinkerne mit Schloß liegen aus dem Überquader von Wenig-Rackwitz und Sirgwitz
vor (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium); wahrschemlich ist die Zugehörigkeit eines
Steinkerns mit schlechtem Schloß aus dem Oberquader von Giersdorf (Geologische Landesanstalt). Ferner
liegen aus dem Mergelsandstein der Brongniarti-Zone der Mittelberge einige zweiklappige Steinkerne
vor, die das gleiche steil abfallende Hinterende zeigen, deren Unterrand aber etwas mehr gerundet ist.
Selbst wenn hierauf nicht zuviel Wert zu legen wäre, bliebe doch infolge des mangelnden Schlosses in
einem so viel älteren Horizont die Bestimmung eine unsichere. Ich begnüge mich daher, sie als €. conf.
Matheroniana abzubilden, indem ich ihre Zugehörigkeit dahingestellt sein lasse. (Löwenberger Real-
gymnasium.) Cucullaea Matheroniana kommt nach Horzarrer auch bei Kieslingswalde sowie im Unter-
senon von Aachen vor, wo sie auch noch als Seltenheit ins Obersenon heraufgeht.
Cucullaea spec. (1).
Taf. 10, Fig. 13.
Ein schloßloser, doppelklappiger Steinkern mit spitzen, weit klaffenden, wenig eingekrümmten
Wirbeln aus dem Oberquader von Giersdorf. Wie bei ©. Matheroniana ist eine stark ausgeprägte, vom
Wirbel nach der Hinterecke laufende, abgerundete Kante vorhanden, hinter der die Muschel steil ab-
fällt. Sie unterscheidet sieh von ihr durch die Stellung der Wirbel, die bei ©. Matheroniana näher an-
einander liegen. Ähnlich wird auch Area Beaumonti D'Or”, deren Vorderrand jedoch wenigstens bei
dem abgebildeten Schalenstück p’Orpicny’s stärker vorgezogen erscheint. Geologische Landesanstalt.
Cucullaea abscisa nov. spec.
Taf. 9, Fig. 4; Taf. 10, Fig. 14.
Einer neuen Art gehören zwei Steinkerne an, von denen der weniger gut erhaltene den Ab-
druck des Schlosses erkennen läßt. Der Umriß der ziemlich stark gewölbten Form ist dreiseitig, die
! Kieslingswalde S. 74, Taf. 6, Fig. 2.
2 Terr. cret., Taf. 224, Fig. 1—3.
— 191 -
Längsausdehnung erreicht etwa das 1'/.fache der Höhe. Der Vorderrand ist bogig gerundet und geht
allmählich in den ganz schwach gekrümmten Unterrand über. Letzterer und der gerade Hinterrand
stoßen unter spitzem Winkel zusammen. Die von dem stark eingekrümmten, mittelständigen Wirbel
nach der Hinterecke laufende Kante ist noch schärfer als bei Cucullaea Matheroniana. Sie bildet mit dem
Unterrand einen Winkel von etwa 45° Hinter der Kante fällt die Muschel unvermittelt steil ab, auf
der Hinterfläche des Steinkerns ist der bogenförmige Eindruck einer Muskelleiste sichtbar. Das Schloß,
dessen Abdruck der zweite, leider beschädigte Steinkern wiedergibt, besteht vorn und hinten aus etwa
6 winklig gebogenen, in der Mitte aus 14 kleineren, ziemlich senkrecht zum Schloßrand stehenden Zähnen.
Mit Cucullaea Matheroniana hat die Form den steilen Abfall des hinteren Schalenteils gemein,
doch läßt sie sich leicht durch die ungleich schärfere Kante unterscheiden, die außerdem bei €. Mathe-
roniana auch nicht so schief verläuft. Ferner ist die Form bedeutend länger als die aus der Löwenberger
Kreide vorliegenden Steinkerne von Cucullaca Matheroniana und die D’Örgısny'schen Abbildungen der letz-
teren, während Horzarrer eine ähnlich lange Form, die er auch noch zu ©. Matheroniana rechnet, aus
der Aachener Kreide zeichnet.! Gegenüber einer von GÜnBEL aus den turonen Kagerhöhschichten als
Area hercynica beschriebenen ähnlichen Form weicht die vorliegende durch die schärfere Hinterkante,
den schwächer gerundeten Unterrand und den weniger vorgeschobenen Wirbel ab.
Ähnlichkeit, namentlich auch in den Maßverhältnissen, zeigt ferner €. ligeriensis D’ORB.?, mit der
auch GünußEL seine Form vergleicht, doch besitzt die p’Orprany’sche Form keine so scharfe Hinterkante.
Auch ist bei Steinkernen dieser Art nach meinem Vergleichsmaterial der Wirbel etwas höher und weniger
eingekrümmt sowie etwas mehr nach vorn gerichtet, ebenso sind die vorderen und hinteren schrägen
Schloßzähne nicht winklig. Vermutlich hat Drescner, der die C. Matheroniana als C. glabra beschrieb,
auch vorliegende Form im Auge gehabt, wenn er dabei des Vorkommens nach hinten verlängerter,
schiefer Formen mit dem Zusatz „(Arca ligeriensis)“ Erwähnung tut’.
Beide Stücke stammen aus dem Oberquader von Giersdorf (Löwenberger Realgymnasium, Geo-
logische Landesanstalt).
Cucullaea spec. (2).
Taf. 9, Fig. 6.
Mehrere schlecht erhaltene Exemplare aus dem Brongniarti-Mergelsandstein der Mittelberge liegen
vor, die äußerlich C. subglabra* am ähnlichsten werden. Leider ist bei sämtlichen Steinkernen der Rand
beschädigt, doch läßt sich der Umriß nach den erhaltenen Anwachsstreifen ungefähr rekonstruieren. Die
Form ist fünfseitig gerundet und etwa ebenso lang wie hoch. Der nach vorn gekrümmte Wirbel liegt
etwa in der Mitte, eine von ihm nach hinten laufende Kante ist gleichmäßig gerundet, bei einzelnen
Stücken noch stärker als bei C. subglabra, so daß sich eine mehr gleichförmige Wölbung, die hinten
etwas stärker ist als vorn, herausbildet. Das Schloß ist leider nirgends erhalten, so daß über die Be-
1 Aachener Kreide II, Taf. 22, Fig. 4.
2 Terr. cret., S. 317.
3 DRESCHER. Löwenberg, S. 349.
“ Vergl. HOLzAPFEL. Aachener Kreide II, S. 206, Taf. 22, Fig. 3, 5.
=a {Oo
“=
ziehungen zu der sonst erst aus jüngeren Schichten bekannten C. subglabra nichts ausgesagt werden
kann, die außerdem noch einen etwas niedrigeren Schnabel besitzt. Die der Muskelleiste entsprechende
Furche ist auf dem Steinkerne gut wahrnehmbar. Geologische Landesanstalt.
Cucullaea cardiiformis nov. spec.
Taf. 9, Wigs 10 will; Taf, 10 Mr Sued:
Die neue Art gehört zu den häufigsten Cucullaeen der Löwenberger Kreide. Vorder- und Unter-
rand bilden einen regelmäßigen Bogen, Unter- und Hinterrand eine gerundete Ecke; bei den vor-
liegenden doppelklappigen Steinkernen gehen sie ohne deutliche Grenze ineinander über. Der Hinter-
rand ist leicht gebogen oder gerade, die größte Höhe erreicht die Form etwa am hinteren Schalendrittel.
Der Wirbel ist niedrig und stumpf, er liegt ein wenig vor der Mitte und ist etwas vorgekrümmt. Ein
eigentlicher Kiel, wie bei den vorigen Arten, ist nicht vorhanden, die Schale fällt nur etwas steiler nach
hinten als nach vorn ab. Steinkerne zeigen eine lange der Muskelleiste der Schale entsprechende
Furche auf dem hinteren Teil der Muschel. Vom Schloß sind auf einigen einklappigen Steinkernen die
Abdrücke einiger langer, vorderer und hinterer, horizontaler Zähne zu erkennen.
Nah verwandt ist Cucullaea Deichmuelleri Sturm, bei der ebenfalls der vordere Teil durch all-
mähliche Wölbung in den hinteren übergehen soll, doch fällt die Schale bei dieser hinten noch etwas
steiler ab, wie die Untersuchung des Originals im Königl. Museum zu Dresden zeigt, auch ist der Umriß
etwas abweichend, insbesondere erscheint bei ©. Deichmuelleri der Hinterrand länger und schärfer gegen
den Unterrand abgesetzt. Dagegen zeigen die von Sturm zu seiner Art gezogenen Formen bei GEemırtz',
die auch den gleichen Horizonten entstammen, hinsichtlich der Wölbung sehr weitgehende Ähnlichkeit.
Sehr nahe kommt der Art ferner die Aachener (©. Muelleri Howzarren?, die gleiches Schloß und
gleiche Wülbungsverhältnisse besitzt. Die vorliegende Art ist gegenüber dieser mehr schräg nach hinten
unten gestreckt und das Verhältnis der größten Längserstreckung in dieser Richtung zur größten Er-
streckung senkrecht dazu ist größer als bei ©. Muelleri, die sich gegenüber der mehr elliptischen C. car-
diiformis der Kreisform nähert. Immerhin ist der Unterschied kleiner als er beim Vergleich der
Aachener Schalenexemplare mit den doppelklappigen, am Schloßrande unvollständigen Löwenberger Stein-
kernen, zunächst erscheint, auch finden sich wenigstens bei Jugendexemplaren Formen, bei denen die
angegebenen Unterschiede fast ganz zurücktreten (vergl. Taf. 9, Fig. 10).
Die Art ist mir nur aus den Neu-Warthauer Schichten bekannt (Löwenberger Realgymnasium,
Geologische Landesanstalt).
Cucullaea spec. (3)
Vat. 11, Fc, 2,
Ein einzelner Steinkern von Neu-Warthau von schief ovaler Form, dessen Schloß nicht erkennbar
ist (Geologische Landesanstalt). Der Wirbel springt stark vor und liegt etwas vor der Mitte. Von ihm
aus läuft schräg nach hinten eine gerundete Kante, hinter der die Schale steil abfällt. Auf der Hinter-
fläche ist die charakteristische, der Stützleiste für den hinteren Muskel entsprechende, tiefe Furche sicht-
1 Kieslingswalde, Taf. 3, Fig. 5 u. 7 und Elbtalgeb. II, Taf. 16, Fig. 4.
2 Aachener Kreide II, S. 209, Taf. 23, Fig. 1.
— 1938 —
bar, die von der Schnabelgegend ausgehend sich allmählich nach hinten biegt und in der Mitte des
Hinterrandes endigt. Der vorgezogene Vorderrand geht in flachem Bogen ganz allmählich in den leicht
gekrümmten Unterrand über, der in spitzem Bogen mit dem Hinterrand zusammenstößt. Recht ähnlich
wird ein schlecht erhaltenes Stück aus dem Mergelsandstein der Mittelberge. In Anbetracht des un-
vollkommenen Materials sehe ich von der Aufstellung einer neuen Art ab, obwohl keine der bisher be-
kannten Arten zu der Form paßt.
Cucullaea crassitesta Zrrr.' zeigt wohl ähnliche Form, doch erscheint wenigstens in der Abbildung
der Schnabel nicht so vorgebogen wie hier. Auch die größere Cueullaea Moutoniana v’ Ors.” zeigt einige
Ähnlichkeit.
Von €. Matheroniana, deren Hinterkante etwa die gleiche Ausbildung zeigt, unterscheidet sich
die Form leicht durch die größere Länge und den stärker vorgerückten Wirbel.
Cucullaea nov. spec.
Taf. 10, Fie. 10.
Ein einzelnes, etwas verdrücktes Stück von ovaler Form. Vorderrand, Unter- und Hinterrand
sind gleichmäßig gerundet und gehen ineinander über. Der stumpfe, nach vorn gebogene, etwas ein-
gekrümmte Wirbel steht wenig vor der Mitte, die darunter liegende Area von mäßiger Größe zeigt
deutliche Streifung. Vom Wirbel verläuft eine stumpf gerundete, nach vorn leicht konkave Kante schräg
nach hinten; hinter ihr fällt die Schale ziemlich steil ab. Die ganze Form ist ziemlich flach. Hinter
der Kante ist die charakteristische, der Muskelleiste im Innern der Schale entsprechende Furche, sichtbar,
die etwas oberhalb der Mitte des Hinterrandes endigt. Die Form zeigt im randlichen Teile eine feine
Radialskulptur, die sich nach innen zu infolge der schlechten Erhaltung verwischt. Außerdem sind un-
regelmäßige, konzentrische Streifen vorhanden. Das Schloß ist leider nicht erhalten, so daß nieht zu
entscheiden ist, welchem Subgenus von Cucullaea die Form zuzuteilen ist.
Das einzige vorliegende Exemplar stammt aus dem Hermsdorfer Mergelsandstein und zwar aus
dem Garten des letzten (westlichsten) Hermsdorfer Hauses (Geologische Landesanstalt).
Einige Ähnlichkeit zeigt die von Horzarren als Area cf. Gallieni v’'Orn. abgebildete Form, die
ebenfalls durch Radialskulptur und gerundeten Umriß ausgzeichnet ist, aber hinten höher wird und sich
nach vorn verschmälert.
Hinsichtlich der Ausbildung der Hinterkante wird Cucullaea cardiiformis am ähnlichsten, auch
der gerundete Umriß und die Wirbelstellung sind ähnlich, doch habe ich hier nie eine Spur von Radial-
streifung bemerken können.
Trigonoarca spec.
Ein einzelner Steinkern von dreiseitig gerundetem Umriß, mit leicht gebogenem Schloßrand und
einer feinen Radialskulptur könnte zu dieser Gattung bezw. Untergattung gehören. Auf der ziemlich
steil abfallenden Hinterfläche ist der Eindruck der hinteren Muskelleiste deutlich zu sehen. Der etwas
1 Gosaubivalven, Taf. 8, Fig. 2.
2 Terr. crét., Taf. 321.
Palaeontographica. Suppl. VI. 25
— 194 —
vor der Mitte stehende Schnabel ist vorgebogen. Zur Aufstellung einer neuen Art reicht das unvoll-
kommene Stück nicht aus, von dessen Schloß auch nur der unterste Rand erhalten ist, so daß Einzel-
heiten nicht wahrgenommen werden können. Das Stück stammt aus dem Untersenon von Sirgwitz
(Geologische Landesanstalt No. 467).
Macrodon Lxcerr.
Macrodon Joh. Boehmi nov. spec.
Taf. 10, Fig. 1 u. 2.
Die ziemlich seltene Form ist stark gewülbt und zeigt einen langen, geraden Schloßrand, der
mit dem Vorder- und Hinterrand in spitzem Winkel zusammenstößt. Der Unterrand ist gerade oder
leicht nach innen eingekrümmt und geht in stumpfem Bogen in den Vorder- und Hinterrand über. Die
Länge erreicht etwa das Dreifache der Höhe. Vorn ist die Schale ein wenig niedriger als hinten. Der breite
Wirbel liegt etwas vor der Mitte. Vor demselben erscheint die Schale eingedrückt, in dem mittleren
Schalenteil ist eine breite, flache Depression vorhanden, nach hinten fällt die Muschel allmählich ab. Die
ganze Schale ist mit äußerst femen radialen Streifen bedeckt, die von konzentrischen Streifen in weiteren
Abständen gekreuzt werden. Das Schloß zeigt hinten 6 lange, sich der Horizontalrichtung nähernde
Zähne, auf die nach vorn 4 kürzere, mehr schräg gestellte folgen. Die Art wird äußerlich Arca aquis-
granensis J. Mürr. sehr ähnlich, zeigt aber ein ganz anderes Schloß.
Es liegen nur zwei Steinkerne (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium) sowie
ein Abdruck (Löwenberger Realgymnasium) vor, die sämtlich aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz
stammen.
Anisomyaria.
Pinnidae Gray.
Pinna Lx.
Pinna decussata Goupr.
1834—40. Pinna decussata GotpFuss. Petref. Germ. II, S. 166, Taf. 128, Fig. 1, 2.
Pinna pyramidalis Minster. Ebenda S. 167, Taf. 128, Fig. 1, 2.
1870. Pinna pyramidalis, P. decussata, P. compressa GEINITZ. Charakt. II, S. 55, Taf. 20, Fig. 1.
1863. Pinna diluviana DRESCHER. Lowenberg, S. 350, z. T.
1871—75. Pinna decussata GEINITz. Elbtalgeb. I, S. 211, Taf. 47, Fig. 4, 5. I, Taf. 15, Fig. 2, 3; Taf. 16, Fig. 1.
Mehrere Steinkerne und Abdriicke, die bei mäßig spitzem Wirbel etwa 11—12 Rippen erkennen
lassen, von denen 6—9 oberhalb, die übrigen unterhalb der Rückenkante liegen.
Von allen zur Unterscheidung von der nah verwandten P. cretacea angegebenen Merkmalen
bleibt wohl nur die weniger schlanke Gestalt bezw. der stumpfere Wirbel. Nach Gemitz beträgt das Ver-
hältnis von Höhe zur Länge bei der vorliegenden Art 1:2,2 bis 1:2,5 gegen 1:3 bis 1:4 bei P. cretacea;
doch ist dabei zu beachten, daß das Höhenwachstum im Alter mit dem Längenwachstum meist nicht
gleichen Schritt hält, so daß die Formen in der Jugend weniger schlank sind als im Alter. Es ist da-
her nicht angängig, unvollständige Stücke, die das Verhältnis 1:2,5 zeigen, nur deshalb zu P. decussata
— 195 —
zu stellen. Aus diesem Grunde gehört wohl auch die von G. Mürrter! aus dem Untersenon von Braun-
schweig abgebildete unvollständige, spitzwinklige Form eher zu P. eretacea als zu P. decussatu. Nach
Geinitz soll zur Unterscheidung auch die stärkere Querskulptur bei P. decussata dienen, die sich auch
bei der Mürrer’schen Form findet, doch ist dies jedenfalls kein durchgreifendes Merkmal. Es liegt eine
Reihe schlanker, spitzer Stücke vor, die ihrer Gestalt nach zu P. eretacea gestellt werden müssen, jedoch
gerade, sehr deutlich ausgeprägte (Juerrunzeln erkennen lassen, welch letztere andererseits bei mehreren
breiteren Stücken nur undeutlich zu erkennen sind. Auch die von Gernirz wohl nur auf Grund der
Skulptur zu P. decussata gestellte Pinna fenestrata A. Roem.” ist schlanker als die eigentliche P. decussutu
und erinnert mehr an P. cretacea. Übrigens bildet Grinirz selbst eine P. cretacea ab*, deren Querskulptur
stärker entwickelt ist, als bei einigen seiner Abbildungen von Pinna decussata. Sicher nicht zu Pinna
decussata, sondern zu cretacea gehört das eine der von Reuss unter ersterem Namen abgebildeten Stücke.‘
Für die Zugehörigkeit der Art zu P. cretacea ist neuerdings wieder WEGNER? eingetreten, doch
glaube ich immerhin an der Selbständigkeit derselben festhalten zu müssen.
Die Art ist mir in der Löwenberger Kreide zuerst aus den zur Drongniarti-Zone gehörigen Sand-
steinen des Popelberges bekannt (Sammlung des Verfassers), sie findet sich ferner in dem etwas jüngeren
Hermsdorfer Mergelsandstein (Sammlung des Verfassers, Löwenberger Realgymnasium), dem zum Ober-
quader gehörigen Hockenauer Sandstein (Löwenberger Realgymnasium) und dem Untersenon von Wenig-
Rackwitz (Sammlung Drester). Geinıtz nennt sie als Seltenheit schon aus dem Cenoman von Sachsen
und Böhmen, doch wird sie erst im Turon häufiger. Nach Frırsch von den Weißenberger bis in
die Chlomeker Schichten. Dem letztgenannten Vorkommen entspricht auch das im oberen Heuscheuer-
quader. Zitiert wird die Art, so von GRIEPENKERL aus dem Braunschweigischen, noch aus dem Obersenon.
Pinna cretacea ScaLor.
1813. Pinnites cretaceus SCHLOTHEIM. LEONHARD’s Taschenbuch VII, S. 113.
1846. Pinna decussata Reuss. Böhm Kreide I, S. 14, Taf. 37, Fig. 2 (non 1).
1863. Pinna diluviana DRESCHER. Löwenberg, S. 350.
1866. Pinna cretacea ZiTTEL. Bivalven d. Gosaugeb. II, S. 87, Taf. 13, Fig. 1.
1872—75. Pinna cretacea GEINITZ. Elbtalgeb. II, S. 54, Taf. 14, Fig. 2, 3.
Die durch ihre schlankere Gestalt von der vorigen Art unterschiedene Form fand sich im
Scaphitenhorizont von Hermsdorf, am Haselberge (Geologische Landesanstalt), in den Neu-Warthauer
Schichten (Lüwenberger Realgymnasium), dem Oberquader von Hockenau, wo ich sie in einem leider
nicht mitnehmbaren Stiicke sah, sowie dem Uberquader von Wenig-Rackwitz (Geologische Landesanstalt,
Löwenberger Realgymnasium). Höhe und Länge verhalten sich hier meist wie 1:3, die Stücke stehen
also Pinna decussata noch relativ nahe.
Auch anderweitig ist die Art mit Sicherheit erst aus dem Turon und Senon bekannt; ob die
von NorttinG beschriebene baltische Genomanform® hierher gehört, erscheint mir ihrer Gestalt nach nicht
! Untersenon von Braunschweig, Taf. 7, Fig. 9.
* Norddeutsche Kreide, S. 65, Taf. 8, Fig. 22. (In der Tafelerklärung als P. canaliculata bezeichnet.)
2A as Op bates Bio 2:
4 Böhm. Kreide II, Taf. 37, Fig. 2.
Granulatenkreide des Miinsterlandes, S. 157.
® Baltische Cenomangeschiebe, S. 27 (219), Taf. 4 (19), Fig. 2.
— 196 —
sicher. In Sachsen erscheint sie nach Gerinirz schon im unteren Turon. Aus Böhmen nennt Fritsch
die Art nur aus den mittelturonen Iser-', sowie den Chlomeker Schichten. Ebenso in Kieslingswalde
und im oberen Heuscheuerquader nach Fierce. Nach Horzaren ist Brauns’ P. diluviana aus dem Salz-
bergmergel ebenfalls eine P. eretacea. Vermutlich auch im Untersenon von Braunschweig, da G. Müzer’s
P. decussata nach oben Gesagtem” auch hierher gehören könnten, desgleichen im Aachener Untersenon,
sowie in der Gosauformation. Im braunschweigischen Obersenon nach GRIEPENKERL, sowie nach Favre
auch im Obersenon von Galizien.
Modiolopsidae Fisoner.
Myoconcha Sow.’
Myoconcha gracilis Drescu.
Textfigur 29.
1863. Myoconcha gracilis DRESCHER. Löwenberg, S. 350, Taf. 9, Fig. 16.
Der Beschreibung von DrescHErR ist nichts hinzuzufügen. Es sind bisher nur
Fig. 29.
Myoconcha wenige Skulptursteinkerne von Neu-Warthau (Löwenberger Realgymnasium) bekannt ge-
gracilis worden. Da das Schloß unbekannt ist, so ist auch die Zugehörigkeit zu Myoconcha nicht
DRESCH. 2:1.
gesichert, zu welcher Gattung Drescher seine Art wohl nur auf Grund der äußeren Ähn-
Nach DRE- É ; 3 . a a R ee ‘ B s ä
en lichkeit mit M. striatula Münsr.* stellte. Andererseits ist auch die Ähnlichkeit mit Modiola
Warthauer @ngustissima Reuss® recht groß, die in der äußeren Form vollständig übereinstimmt, bei
Schichten. der aber die Querskulptur auf die Rippen beschränkt ist, während sie hier in den Zwischen-
(Unterer Em-
scher.) Neu-
Warthau.
Löwenberger
Realgymnas. Mytilidae Lam.
Mytilus Lim.
Mytilus rackwitzensis nov. spec.
Taf. 11, Fig. 1 u. 2.
räumen zwischen diesen auftritt.
Im Toneisenstein des Überquaders findet sich eine ziemlich große, charakteristische Form von
gerundet dreiseitigem Umriß. Der Wirbel bildet eine relativ stumpfe Spitze (Fig. 2) oder erscheint
mehr abgerundet (Fig. 1). Die Länge erreicht etwa das Doppelte der Breite. Der Hinterrand ist bogig
gekrümmt oder stumpfeckig gerundet, der Vorderrand leicht konkav, die größte Breite liegt an der
Grenze des zweiten und hintersten Schalendrittels. Vorn fällt die Schale steil ab. Die ganze Ober-
! In der Abhandlung über die Iserschichten nicht genannt, wohl aber in der Tabelle seiner „Chlomeker Schichten“.
2 Vergl. S. 195.
3 Myoconcha wird mitunter auch zu den Cypricardien gestellt (vergl. Koken, Leitfossilien, S, 192 u. 204).
4 GoLpruss. Petref. Germ., Taf. 131, Fig. 1.
5 ZırteL. Gosaubivalven, Taf. 12, Fig. 5.
fliche ist mit deutlichen, sich gelegentlich gabelnden Radialstreifen bedeckt, die von einigen runzeligen,
konzentrischen Streifen gekreuzt werden.
Die Art zeigt in der Skulptur Ähnlichkeit mit Septifer lineatus Sow. spec.', zu dem Woops frag-
lich auch M. Cottae A. Rorem.? zieht, nachdem auch schon Greinrrz beide Formen unter letzterem Namen
vereinigt hatte. Auch die Gestalt wird der Sowersy’schen Form ziemlich ähnlich, während Horzarrkn's
Septifer lineatus® von Aachen, den auch Woops nicht zu der Sowrrsy’schen Form stellt, durch den
schlankeren Wirbel und den stärker konkaven Vorderrand abweicht. Wie bei der vorliegenden Form
ist auch bei Septifer lineatus Sow. der Wirbel bald spitzer, bald mehr gerundet, wie dies auch ein Ver-
gleich von Mytilus Cottae bei A. Roemer und bei Gzinıtz zeigt, welch letzterer seine Form mit ab-
gerundetem Wirbel daher auch als Modiola beschrieb. Als Unterschied ergibt sich für die vorliegende
Form durchweg die größere Breite. Dieselbe beträgt bei Septifer lineatus etwa '/s —*/5 der Länge. Das
Fig. 1 abgebildete Stück kommt Fig. 12 bei Woops ziemlich nahe, doch wird die Breite bei anderen
Stücken noch größer, wie Fig. 2 zeigt. Außerdem ist bei S. /ineatus trotz größerer Schwankungen 1m
Umriß der Hinterrand stets weniger stark gekrümmt und divergiert weniger stark gegen den Vorderrand
als bei der vorliegenden Art. Ob dieselbe wenigstens zur gleichen Gattung gehört, läßt sich auf Grund
des nur aus Skulptursteinkernen bestehenden Materials nicht entscheiden.
Auch Mytilus striatissimus Reuss® ist ähnlich, bleibt aber viel kleiner und schlanker, und der vordere
steil abfallende, von einer Kante begrenzte Teil ist am Wirbel relativ breiter.
Sämtliche bisher bekannt gewordenen Stücke stammen aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz.
(Geologische Landesanstalt.)
Mytilus concinnus nov. spec.
Taf. 10, Fig. 5.
Eine kleine zierliche Form, die sich ebenso wie die vorige durch sehr feine vom Wirbel aus-
strahlende Radiallinien und einige wenige in größeren Abständen auftretende konzentrische Streifen aus-
zeichnet, aber bedeutend kleiner ist und im Umriß, insbesondere durch größere Schlankheit abweicht.
Vorn fällt die Schale steil ab. Der Wirbel ist spitz; der gerade Oberrand stößt in einer gerundeten
Ecke mit dem Hinterrande zusammen, der in gleichmäßigem Bogen in den ziemlich geraden Vorderrand
übergeht. Die größte Breite liegt bedeutend höher als bei der vorhergehenden Art und bei Septifer
lineatus, von dem sie sich ebenfalls durch den spitzeren Wirbel unterscheidet. Große Ähnlichkeit zeigt
ferner Mytilus suderodensis Frech, Suderode, Taf. XV, Fig. 25, der aber nicht ganz so schlank ist, während
das andere abgebildete Stück (Fig. fa, 1b) nicht gut verwechselt werden kann. Außer einem gut er-
haltenen Skulpturstemkern von Neu-Warthau (Sammlung Dresier) liegen noch einige glatte Steinkerne
von gleicher Form und Größe (Taf. 10, Fig. 3) aus dem Überquader von Wenig-Rackwitz und Sirgwitz
vor (Löwenberger Realgymnasium), über deren Beziehungen sich kaum ein Urteil abgeben läßt. Sie
wurden von Drescher als Mytilus lanceolatus Sow.® bestimmt, mit dem sie allerdings einige Ähnlichkeit
haben, doch ist bei dieser cenomanen Art der Schnabel etwas spitzer, der Vorderteil stärker abfallend.
1 Woops. Cret. Lamell. I, 1900, S. 106, Taf. 18, Fig. 1—12.
2 Norddeutsche Kreide IJ, S. 66, Taf. 8, Fig. 18.
3 Aachener Kreide II, S. 216, Taf. 25, Fig. 10—13.
4 ZitTEL. Gosaubivalven, Taf. 22, Fig. 9.
5 Min. Conch., Taf. 439, Fig. 2.
b
— 198 —
Modiola Lam.
Modiola siliqua Maru.
1842. Modiola siliqua MATHERON. Cat. méth., S. 178, Taf. 28, Fig. 5, 6.
1843. Mytilus siliqua D'ORBIGNY. Pal. franc. terr. crét. 3, S. 274, Taf. 339, Fig. 3, 4.
1849. Mytilus siliqua GEINITZ. Quader Deutschl. S. 168, Taf. 10, Fig. 14.
1863. Modiola siliqua DRESCHER. Löwenberg, S. 351.
1866. Modio/a siliqua ZITTEL. Gosaubivalven, S. 81, Taf. 11, Fig. 3.
? 1871—75. Modiola siliqua GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 215, Taf. 47, Fig. 3, II, S. 55, Taf. 16, Fig. 7, 8.
Mehrere nach hinten sich verbreiternde Stücke mit stumpfem, gerundetem Vorderrand, leicht
eingebogenem Unterrand, gleichmäßig in den Hinterrand übergehendem Schloßrand und einer stumpf
gerundeten, undeutlichen, schräg nach hinten ziehenden Kante. Wo Skulpturreste sichtbar sind,
lassen sich feine konzentrische Streifen beobachten. Vollständige Stücke liegen aus dem Mittelturon der
Mittelberge vor (Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt), die aber leider stark abge-
rieben sind. Dieselben stimmen gut mit der zuerst von Gernirz ((Juader) abgebildeten Form, sowie den
Abbildungen p’Orpieny’s und Zırrer's überein, während die Abbildung von Geryirz im Elbtalgebirge
durch größere Höhe und stärkere Krümmung des Oberrandes abweicht. Außer an dem genannten
Punkte findet sich die Art bei Neu-Warthau und den Geschieben gleichen Alters bei Hohlstein (Löwen-
berger Realgymnasium), sowie im Untersenon von Wenig-Rackwitz (Sammlung Drester, Geologische
Landesanstalt); die Art hat anderweitig ihre Hauptverbreitung im Cenoman und Turon, MÜLLER nennt
sie noch aus dem Salzbergmergel’, sowie dem Untersenon von Broitzem*; ob diese Form, deren Wölbungs-
verhältnisse in der Abbildung etwas abweichend erschemen, wirklich hierher gehört, läßt sich auf Grund
der Figur nicht mit Bestimmtheit sagen. Modiola ef. siliqua bei Prruö? aus dem obersten Senon des
Peterwardeiner Gebirges dürfte nach ihrer ganzen Form, wenigstens nach der Abbildung zu urteilen,
nicht hierher zu rechnen sein.
Modiola flagellifera For».
1856. Modiola flagellifera FORBES. Geol. Transact., 2. ser. VII, S. 152, Taf. 16, Fig. 9.
1866. Modiola flagellifera ZiTTEL. Gosaubivalven, S. 82, Taf. 12, Fig. 2.
1871. Modiola flagellifera StoLiczka. Cret. Fauna of South India, S. 379, Taf. 24, Fig. 1.
1872—75. Modio’a flagellifera Gemitz. Elbtalgeb. Il, S. 55, Taf. 15, Fig. 5.
1897. Modiola flagellifera Fritsch. Chlomeker Schichten, S. 59, Fig. 69.
1900. Modiola flagellifera Woops. Cretac. Lamellibr. of England. Pal. Soc. 54, S. 99, Taf. 17, Fig. 1, 2.
Besonders charakteristisch für die außerordentlich schlanke, durch kleine endständige Wirbel
und eine stumpfe Diagonalkante ausgezeichnete Art sind die konzentrischen Rippen, die im oberen Teil
der Schale kräftig ausgeprägt und durch scharf markierte Zwischenräume getrennt sind, sich dann aber
in eine Anzahl feinere Rippchen auflösen und durch ihre geißelartige Form der Art den Namen ge-
geben haben. Die charakteristische Skulptur läßt auch da, wo nur Bruchstücke vorliegen, keine Ver-
wechslung mit anderen Arten der oberen Kreide zu.
! Jahrb. d. pr. geol. Landesanst. f. 1887 (1888), S. 417.
2 Untersenon v. Braunschweig, S. 46, Taf. 5, Fig. 14.
3 Palaeontographica 52, S. 237, Taf. 16, Fig. 19.
— 199 —
Die Art findet sich besonders im Untersenon von Sirgwitz und Wenig-Rackwitz (Sammlung
Drester, Geologische Landesanstalt), kommt jedoch auch schon in den Neu-Warthauer Schichten vor
(Löwenberger Realgymnasium). In Böhmen gehört sie den Chlomeker Schichten an. Srurm nennt sie
auch aus dem gleichaltrigen Kieslingswalder Sandstein, doch ist das abgebildete Stück, das nur schwache
Skulptur zeigt, wenig typisch. Nach Geinirz auch im Oberquader von Waldau bei Görlitz (oberer
Emscher), ferner am Salzberge nach G. Mürver'!, in der Gosauformation, sowie in der obersten Kreide
des Peterwardeiner Gebirges, woher Pernö” charakteristische Stücke abbildet. In Frankreich schon im
Turon, in England nach Woops sogar schon im Cenoman. Typisch auch in der indischen Kreide.
Modiola radiata Münsr.
Tat. 10, Rie. 9:
1840. Mytilus radiatus MüNsT., in GoLpruss Petref. Germ., S 178, Taf. 138, Fig. 6.
1842. Modiola arcuata GEINITZ. Charakteristik, S. 79, Taf. 20, Fig. 34.
1846. Modiola radiata Reuss. Böhmische Kreide, II, S. 16, Taf. 23, Fig. 8.
1850. Modiola radiata ZivteL. Gosaubivalven, II, S. 83, Taf. 12, Fig. 3.
1863. Modiola radiata DRESCHER. Lowenberg, S. 351.
1884. Modiola radiata Frirscu. Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 120, Fig. 88.
1889. Modiola radiata HoLzapreL. Aachener Kreide II, S. 221, Taf. 25, Fig. 16.
Die charakteristischen von der deutlich ausgeprägten Diagonalkante nach oben und hinten aus-
strahlenden Rippen sind an mehreren Stücken gut zu sehen. Die Art ist nur von Neu-Warthau be-
kannt geworden, sie ist auch hier selten und meist nur in Bruchstücken erhalten. Das einzige besser
erhaltene Stück stimmt der Form nach am besten mit der Horzarrer'schen Figur überein, besonders
hinsichtlich des vorderen Schalenteils, der auch hier nicht so stark vortritt wie bei der Goupruss’schen
Abbildung. Ebenso ist der Oberrand wie bei der Aachener Form bogig gekrümmt, nicht stumpfeckig
wie bei Gorpruss und Zirren. Der Unterrand ist leicht konkav.
Die vertikale Verbreitung der Art scheint anderweitig vom Unterturon bis ins Obersenon zu
reichen. In Böhmen nannten sie Reuss und Frırsch schon aus den Weißenberger Schichten, Reuss
ferner aus den Malnitzer Schichten, Geınırz beschreibt sie als M. arcuata aus den Priesener Schichten
von Postelberg. Ferner in der Gosauformation, sowie nach Brauns und G. Mürrer im Salzbergmergel
endlich auch im westfälischen Unter- und Obersenon, sowie im Aachener Obersenon.
Crenella Brown.
Crenella striatula nov. spec.
Taf. 10, Fig. 4.
Ein gut erhaltener Skulptursteinkern von vierseitig gerundetem bis ovalem Umriß mit ziemlich
steil abfallendem Vorderteil, stark aufgeblähtem, etwas eingekrümmtem Wirbel und mehreren deutlichen
Anwachsstreifen, zwischen denen einige feinere konzentrische Streifen wahrgenommen werden können.
Eine feine Radialskulptur ist angedeutet, etwas bestimmter ist dieselbe nur am Vorderteil und am Unterrande.
Das einzige vorliegende Stück stammt von Neu-Warthau. (Geologische Landesanstalt.)
1 Jahrb. d. pr. geol. Landesanst. f. 1887, S. 418.
2547410 9206, Taf. 16, Big. 17, 18.
= 900, ==
Pernidae Zrrr.
Inoceramus Sow.
Inoceramus bohemicus Leonn.
Taf. 12, Fig. 7.
1826— 33. Inoceramus concentricus GOLDFUSS (ex parte). Petr. Germ., Taf. 109, Fig. 8d, e (non a, b, ce).
? 1863. Inoceramus Cuvieri DRESCHER (non Sow.). Löwenberg, S. 352.
1863. Inoceramus striatus KuntH. Die Kreidemulde bei Lähn, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges., S. 727.
1872—75. Inoceramus striatus GEINITZ (ex parte). Elbtalgeb. I, S. 210, Taf. 46, Fig. 9 —13.
1897. Inoceramus bohemicus LEONHARD. Fauna d. Kreideform. in Oberschlesien, S. 26, Taf. 5, Fig. 1.
1903. Inoceramus bohemicus PETRASCHER. Uber Inoceramen aus der Kreide Böhmens und Sachsens, Jahrb. d. k. k,
geol. Reichsanst. 53, S. 154.
Mit diesem Namen hat LEONHARD (a. a. O.) die cenomanen Formen belegt, die von Geixrrz als
Inoceramus striatus Mant. abgebildet worden sind. Schon Scarürer ! hatte darauf aufmerksam gemacht,
daß die Geinitz’sche Form im übrigen Norddeutschland nicht vorkommt und also auch von der bei
Gornpruss? als Inoceramus striatus abgebildeten verschieden sei, welch letztere, weil mit der englischen
Art nicht nachweisbar identisch, ebenfalls einen anderen Namen, Inoceramus inaequivalvis, erhielt.
Die von Gernirz a. a. O., Fig. 9 und 10, abgebildeten Stücke, die als Grundtypus der Art gelten
müssen, sind namentlich ausgezeichnet durch ihre Ungleichklappigkeit, die annähernd dreiseitige, nach
unten schnell an Breite zunehmende, unten halbkreisförmig begrenzte Gestalt, sowie den spitzen über
die Schloßlinie weit vorspringenden Wirbel, besonders der linken Klappe. Vor dem Schnabel erscheint
die Schale etwas eingedrückt, doch ist dieses Merkmal, auf das Grinrrz großen Wert legt, bei der
kleineren rechten Klappe nicht so stark ausgeprägt, wie auch der Schnabel der letzteren nicht so spitz
ist und nicht so weit vorspringt wie der der linken Klappe.
Mit Recht vereinigt Geinıtz mit diesen breiteren Formen die schmaleren Stücke, Fig. 11 und 12,
die schon einen mehr ovalen Umriß zeigen. Bei derartigen Formen springt der Schnabel der rechten
Klappe, wie mein sächsisches Vergleichsmaterial zeigt, mitunter kaum noch über den Schloßrand vor,
der Vorderteil fällt fast in seiner ganzen Ausdehnung steil ab, wogegen bei dem breiteren Grund-
typus ein steilerer Abfall meist nur in der Nähe des Schnabels zu beobachten ist, während sich die
Schale unten mehr allmählich abdacht. Diese Formen bilden wieder den Übergang zu solchen, wie sie
als Inoceramus concentricus von GoLpruss (excl. Fig. a, b, ce) abgebildet worden sind; auch Kunra hat
schon diese Gorpruss’sche Form von Koschütz bei Dresden hierhergezogen, ging aber zu weit, wenn
er behauptete, daß die Namen concentricus und striatus wohl dasselbe bedeuteten. Auch I. propinquus
Gotpr.’, der ebenfalls von Kuxrx bei Besprechung seines 1. striatus erwähnt wird, zeigt einige Ähnlich-
keit, doch überragt hier umgekehrt, wie bei der vorliegenden Art, die rechte Klappe die linke, so daß
jedenfalls die Form für die vorliegende Art nicht in Anspruch genommen werden kann, wie dies auch
von seiten Leonnarp’s geschieht. Ebensowenig allerdings dürfte sie zu I. labiatus gehören, wie Geinrrz
will, der die Ungleichklappigkeit nur auf Verdrückung zurückführt. Gegen die Zurechnung zu dieser
1 Zur Gattung Inoceramus. Palaeontogr. 24, S. 259 u. 265.
2 Petr. Germ., Taf. 112, Fig. 2.
3 Petr. Germ., Taf. 109, Fig. 9.
et
Art spricht sehon der nach vorn gekrümmte Wirbel, der bei dem echten /abiatus immer wenigstens eine
leichte Krümmung nach hinten zeigt. Bei dem Gonpruss’schen als J. concentricus abgebildeten striatus
ist der‘hintere Flügel etwas größer als bei den Grrnirz’schen Figuren, wodurch der Umriß mehr vier-
seitig gerundet wird, wie übrigens vielfach bei sächsischem Material.
Man ist also genötigt, die Grenzen der Art etwas weit zu fassen. Insofern dürften auch keine
Bedenken bestehen gegen die von LEONHARD aus oberschlesischem und böhmischem Cenoman abgebil-
deten Stücke, von denen PerrascHek bemerkt, daß sie von dem Typus der Art bei Grintrz abweichen.
Schwankungen kommen auch bezüglich der konzentrischen Falten vor, nicht nur hinsichtlich des Ver-
laufs derselben, der natürlich bei den breiten und schmalen Formen verschieden ist, sondern auch hin-
sichtlich der Stärke und Regelmäßigkeit, worauf Prrrascnher schon aufmerksam gemacht hat. Auffallend
regelmäßig und schwach sind die Falten bei dem abgebildeten Steinkerne, der sonst in jeder Beziehung
mit sächsischen Stücken der schmalen Varietät gut übereinstimmt. Derselbe zeigt an dem kurzen, aber
deutlichen hinteren Flügel Andeutungen senkrechter Ligamentgruben. Die niedrige breite Form ist eben-
falls vorhanden; sie kommt neben der genannten schlanken Form im Cenoman der Lähner Spezialmulde
bei Langenau (Löwenberger Realgymnasium) und nach Kuxrx auch in dem Quaderzug unweit Schmottseiffen
vor. DRESCHER’S Inoceramus Cuvieri aus dem Genoman der Neuländer Harte könnte ebenfalls hierher gehören.
Auch anderweitig ist die Art mit Sicherheit nur aus dem Cenoman nachgewiesen. Daß der
Geixrrz'sche Inoceramus striatus aus dem Turon etwas anderes ist, wurde bereits von SCHLÜTER und
LEONHARD ausgesprochen, auch ELBErRT! und PerrascHex * haben die Verschiedenheit dieser GEINITZ-
schen Formen ® hervorgehoben, doch kann ich ihnen nicht beipflichten, wenn sie die GEinırz’sche Turon-
form als identisch mit /noceramus cuneiformis b’Ors.* betrachten, den Expert als Varietät des 7. latus
ansieht. In die Nähe von /noceramus latus dürfte die Form allerdings sicher gehören, doch ist sie von
I. euneiformis durch den größeren Flügel unterschieden. Wie Grinirz, so führt auch Reuss? Inoceramus
, striatus“ aus jüngeren Schichten und zwar aus dem Unterturon an, da er indes keine Abbildung gibt,
wird eine Kritik der Angabe unmöglich. Wie Frirscu® bemerkt, ist ihm nichts, was mit Sicherheit
hierher gehören könnte, aus diesen Schichten bekannt.
Inoceramus labiatus ScnLorn. spec.
Textfigur 30.
1813. Ostracites labiatus SCHLOTHEIM. Leonhards Taschenbuch VII, S. 93.
1822. Inoceramus mytiloides MANTELL. Sussex, S. 215, Taf. 27, Fig. 3; Taf. 28, Fig. 2.
1834—40. Inoceramus mytiloides GOLDFUSS. Petref. Germ. I, S. 118; Taf. 113, Fig. 4.
1846. Inoceramus labiatus Reuss. Böhm. Kreide II, S. 26, Taf. 37, Fig. 16.
1872—75. Inoceramus labiatus GEINITZ. Elbtalgeb. II, Taf. 12.
1877. Inoceramus labiatus Fritsch. Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 131, Fig. 112.
1877. Inoceramus labiatus SCHLÜTER. Zur Gattung Inoceramus, Palaeontographica 24, S. 262.
1 Das untere Angoumien in den Osningbergketten d. Teutoburger Waldes. Verh. d. naturh. Vereins f. Rheinland
und Westfalen 58 (1901), S. 109.
2 a. a. O.
3 Elbtalgeb. II, Taf. 13, Fig. 1, 2.
4 Terr. crét. III, S. 512, Taf. 407.
5 Böhmische Kreide II, S. 24.
6 Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 129.
Palaeontographica. Suppl. VI. 26
— 202 —
PrrrascHek’ hat gelegentlich einer Polemik über das Alter einzelner Schichten in der Glatzer
Kreide die Art als vielleicht revisionsbediirftig bezeichnet, obwohl im allgemeinen ihre Erkennung keine
Schwierigkeiten bereitet und auch SCHLÜTER sie als zu den wenigen Inoceramen gehörig bezeichnet, an
die sich wohl kaum jemals ein Zweifel geknüpft hat, wenn er auch selbst andererseits zugibt, daß
gelegentlich andere Arten irrtümlich hierher gezogen worden sind. Vielfach hat allein die schlanke
Gestalt eines Inoceramus genügt, um ihn als J. labiatus zu bezeichnen, so daß er auch aus Schichten, die
wesentlich jünger sind, als sein eigentliches Lager zitiert wird. Außer der ovalen Form, die hinsichtlich
des Verhältnisses von Länge und Breite bekanntlich Schwankungen unterliegt, ist als charakteristisch
festzuhalten in erster Linie der schief gegen die Achse geneigte Schloßrand sowie vor allem der nach
hinten gekrümmte Wirbel, ferner die deutlich gerippte, von feinen konzentrischen Streifen bedeckte
Obertläche. Die Einkrümmung des Wirbels nach hinten dient besonders zur Unterscheidung von Inoc.
sublabiatus, dessen Wirbel auch etwas spitzer und der auch weniger deutlich gerippt ist. Sie ist ver-
schieden stark bei den einzelnen Exemplaren ausgeprägt; bei den breiteren Formen erscheint sie etwas
stärker als bei den schlanken. Da wo sie undeutlich wird, ist jedenfalls die Achse leicht nach hinten
gekrümmt. Eine kaum merkbare Vorbiegung tritt höchstens wieder an der äußersten Wirbelspitze auf,
doch wird dieselbe nicht so stark wie etwa bei In. propinquus GoLpr.”, den GEINnITz für einen Inoceramus
/abiatus hielt, der aber aus diesem Grunde nicht hierhergezogen werden kann.
Die Art, deren geringe vertikale Verbreitung an der Basis des Unterturon als feststehend galt,
ist in neuerer Zeit wie gesagt mehrfach auch aus höheren Horizonten zitiert worden. So nennt ihn
WOorLEmann® aus der Brongniarti-Zone von Wolfenbüttel, Leonnarp* aus der Brongniarti- und Scaphiten-
zone von Oppeln, Frrrsca® und MicnarL® aus dem Karlsberger Pliner der Heuscheuer-Kreide, der der
Scaphiten- und Curieri-Zone angehört, ebenso soll er nach Geryirz (a. a. O.) im Scaphitenpläner von
Strehlen vorkommen, auch soll nach FLEsEL? Inoceramus sp., den RoEmER* aus dem Senon von Zalesie
abbildet, ebenfalls ein Jn, /abiatus bezw. sublabiatus sem. Außer dem letztgenannten Vorkommen ist
leider kein Zitat von einer Abbildung begleitet. Die Rormer’sche Senonform ist jedenfalls höchstens
In. sublabiatus G. Mürr., kemesfalls /abiatus. Auch von Oppeln und Strehlen kenne ich nur In. sublabiatus.
Leider war es nicht möglich, irgend eines der obengenannten Originale zu untersuchen, so daß die Angaben
vorläufig unkontrollierbar sind. Das junge Vorkommen in Sachsen und im Karlsberger Pläner wären
umso auffallender, als Frırsch die Form sonst nur aus dem untersten Turonhorizont, den Weißenberger
Schichten aufführt. Auch wird das Vorkommen im Karlsberger Pläner, den Fritscu den Iserschichten
zurechnet, in seiner späteren speziellen Abhandlung über diesen Horizont nicht mehr erwähnt.
1 Jahrbuch d. k. k. geol. Reichsanstalt 1904, S. 534.
Petr. Germ., Taf. 109, Fig. 9.
Aufschlüsse und Versteinerungen im Turon des Kreises Braunschweig und Wolfenbüttel. 12. Jahresbericht d.
Vereins f. Naturkunde zu Braunschweig 1889—1901, S. 89.
* Oberschlesische Kreide, S. 49.
° Archiv f. Landesdurchforschung v. Böhmen I, S. 66.
Cenoman und Turon in der Gegend von Cudowa. Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 45, 1893, S. 228.
* Heuscheuer und Adersbach-Weckelsdorf. Festschr. d. schles. Ges. f. vaterl. Kultur. 2. Tagung d. deutsch. geol.
Ges. in Breslau. Sept. 1904. III. Teil, S. 23.
> Oberschlesien. S. 353, Taf. 38, Fig. 7.
ww
Aus der Löwenberg-Goldberger Kreide kenne ich die Art in größerer Häufigkeit nur aus dem unteren
Rabendockensandstein bei Wolfsdorf südlich von Goldberg. Drescher nennt ihn fraglich aus den Mergel-
schiefern des Vorwerksbusches bei Löwenberg sowie den Mergeln vom Hirseberg und von Neuwiese (Plenus-
Zone), ebenso führt ihn WirLıcGer aus diesen Schichten an. Von allen untersuchten Stücken dieses
Horizontes gehört indes sicher der größte Teil nicht hierher. Mit einiger Sicherheit wage ich nur ein
Stück meiner Sammlung aus dem glaukonitischen Kalk im Hangenden der Mergel vom Vorwerksbusch
hierher zu stellen, das den leicht zurückgebogenen Wirbel bezw. die leicht nach hinten gebogene Achse
Fig. 30—33.
Fig. 30. Inoceramus labiatus SCHLOTH. Glaukonitischer Kalk im Hangenden der Plenusmergel der Lettengrube am Vor-
werksbusch bei Lowenberg. Sammlung des Verfassers.
Fig. 31. Inoceramus spec. Plenusmergel, Hirseberg.
Fig. 32. Inoceramus spec. Plenusmergel, Neuwiese.
Fig. 33. Inoceramus spec. Glaukonitischer Kalk im Hangenden der Plenusmergel. Lettengrube am Vorwerksbuschı.
Sämtlich nach Photographie. Fig. 31-33 Sammlung des Löwenberger Realgymnasiums.
erkennen läßt. Dagegen sind die anderen Stücke aus der gleichen Zone von demselben Fundpunkt
und aus dem Plenus-Mergel von Neuwiese und vom Hirseberg zweifellos etwas anderes. Leider ist die
Erhaltung aller Stücke eine so schlechte, daß von einer weiteren Besprechung abgesehen werden muß,
doch mögen wenigstens einige Stücke als Material für spätere Untersuchungen abgebildet werden.
Am besten paßt das Textfig. 31 abgebildete Stück noch zu In. Cripsii Woops, Gret. Lamellibr., I.
S. 276, Textfig. 34, während das hohe etwas an Fig. 35 erinnert, wenn es auch noch schmäler bleibt.
Vorherrschend ist in der Löwenberg-Goldberger Kreide die schmale Form des In. lubiatus, doch
kommt bei Wolfsdorf auch die breitere vor. Daneben findet sich dort eine Form, die zwischen der
— 204 —
schlanken Hauptform und derjenigen steht, die von Gernitz a. a. O. Taf. 13, Fig. 12 als Inoceramus
Cripsii abgebildet worden ist. Etperr hat diese Form als In. Cuvieri var. cripsioides bezeichnet', da-
gegen vermutet PETRASCHEK” die Zugehörigkeit zu seinem dem In. labiatus nahestehenden, an nächster
Stelle behandelten Jn. hereyniceus. Das schlesische Stück schließt sich in seiner schlanken Gestalt noch
an J. labiatus an, während es sich in der Richtung seines Wachstums der genannten Gernitz’schen
Form nähert.
Inoceramus hercynicus Perrascu.
Taf. 10, Fig. 6.
1903. Inoceramus hercynicus PETRASCHEK. Uber Inoceramen aus der Kreide Böhmens und Sachsens. Jahrb. d.
k. k. geol. Reichsanst. 1903 Bd. 53, S. 156, Taf. 8, Fig. 1—3. Textfigur S. 159.
Eine Anzahl von Stücken aus dem Labiatus-Quader vom Ziegenberge bei Wolfsdorf stimmen
gut mit der von PrerrascueK aus gleichalterigen sächsischen und böhmischen Stücken beschriebenen
Form überein. Die meist flachen Stücke nähern sich z. T. der Kreisform, einzelne erreichen bedeutende
Größe, bis zu 10'/; em Höhe und mehr als 9 em Länge. Vorder-, Unter- und Hinterrand gehen in
gleichmäßigem Bogen ineinander über. Der Wirbel ist etwas nach hinten gebogen. Zahlreiche Runzeln
der Oberfläche tragen einige feinere Rippen, die nach den Rändern zu meist undeutlich werden. Der
Winkel, unter dem Hinterrand und Schloßrand zusammenstoßen, stimmt recht gut mit der Angabe
PETRASCHEK’S, etwa 130°, überein. Die Art kann wohl als nächster Verwandter von Jnoceramus labiatus
betrachtet werden, von dem sie sich im wesentlichen durch die breitere Form unterscheidet. Geolo-
gische Landesanstalt, Sammlung des Verfassers.
Inoceramus latus Sow.
Mat. 11, Rie.:5 usb:
1827. Inoceramus latus SOWERBY. Min. Conch. Taf. 582, Fig. 1. 2.
1841. Inoceramus latus und tenuis A. Roemer. Norddeutsche Kreide, S. 61. 62. Taf. 8, Fig. 11.
1843. Inoceramus latus D'ORBIGNY. Terr. crét. II, S. 513. Taf. 408, Fig. 1. 2.
1846. Inoceramus latus Reuss. Böhm. Kreide II, S. 25.
1866. Inoceramus latus Z1TTEL. Bivalven des Gosaugeb., S. 24 (100), Taf. 13, Fig. 7.
1870. Inoceramus latus F. ROEMER. Geologie v. Oberschlesien, S. 316, Taf. 34, Fig. 12 (schmale Form).
1872—75. Inoceramus striatus und latus GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 45. Taf. 13, Fig. 1. 2. 4. 5.
1901. Inoceramus latus Sturm. Kieslingswalde, S. 93. Taf. 10, Fig. 2.
Inoceramus latus wird besonders kenntlich durch den vorgezogenen Vorderrand, den wenig vor-
gebogenen, mitunter fast geraden Wirbel, vor dem die Schale meist etwas eingedrückt erscheint, sowie
den relativ breiten, flach gegen den Hauptteil der Schale abgesetzten Flügel. Vorder- und Schloßrand
stoßen ungefähr in einem Winkel zusammen, der zwischen einem und eineinhalb rechten liegt, der
Winkel der Achse gegen den Schloßrand schwankt zwischen etwa 45 und 60°. In der Nähe des Wirbels
sind gewöhnlich nur feine konzentrische Rippchen vorhanden, deutliche Runzeln setzen meist erst in
3
etwa */4—2 cm Entfernung vom Wirbel ein. Während die Runzeln nach der Peripherie hin an Stärke
zunehmen, nehmen die konzentrischen Streifen umgekehrt bei manchen Stücken an Schärfe ab oder
1 Verhandl. d. naturhist. Ver. f. Rheinl. u. Westfalen Bd. 58. 1901, S. 112.
2 Über Inoceramen aus der Kreide Böhmens und Sachsens, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. 1903, S. 157.
werden wenigstens nicht stärker, so daß dann ein gewisser Gegensatz zwischen dem randlichen, stark
gerunzelten und dem zentralen, meist nur fein gestreiften Teile geschaffen wird. Jugendexemplare lassen
daher oft eine Runzelung ganz vermissen. Oft genug verwischt sich auch dieser Gegensatz. Einen
analogen Skulpturcharakter zeigt übrigens auch In. percostatus G. Mürter!, für den Zrimermann wohl die
vorliegende Art hielt, wenn er Jn. conf. percostatus aus dem Hermsdorfer Mergelsandstein aufführt ’, der
aber sonst wegen seiner sehr viel stärkeren Falten sowie dem deutlich abgesetzten Flügel eine ganz ver-
schiedene Form darstellt. Bekanntlich kommt auch bei der vorliegenden Art eine breitere und schmälere
Varietät vor, die beide auch in der Löwenberger Kreide vertreten sind. Eine typische Abbildung der
schmalen, selteneren Form ist die Rémer’s in der Geologie von Oberschlesien. Ob dagegen das ver-
drückte Stück von Strehlen bei Grinirz* mit seinen ziemlich gleichartigen, nach dem Rande etwas an
Breite zunehmenden Rippen hierher gehört, scheint mir nicht ohne weiteres sicher.
Inoceramus latus wird von Geınıtz schon aus dem Cenomanpliiner zitiert, doch könnte hier
möglicherweise die von GoLpruss als In. latus abgebildete cenomane Form“, die auch von GEinirz in
die Synonymik aufgenommen, aber von SchtLürter? zu In. orbicularis gestellt wurde, gemeint sein. Sie
unterscheidet sich durch den mehr kreisbogenförmigen Verlauf der Rippen, sowie auch den niedrigeren
stumpferen Wirbel. Allerdings wird bei der vorliegenden Form der Verlauf der Rippen in der Jugend
mitunter recht ähnlich. Ihre Hauptverbreitung erlangt die Art erst in der Scaphitenzone, als deren Leit-
fossil sie Srrompeck® aus Nordwestdeutschland aufführt, ebenso bezeichnet Grinirz in Sachsen die schon
im unteren Scaphitenmergel von Strehlen nicht seltene Art in seiner Fossilliste von Zatzschke (oberer
Scaphitenhorizont) als gewöhnlichste Versteinerung’, wie sie auch von Frırsch aus den Teplitzer und
Priesener Schichten genannt wird. Ob allerdings das von Frirscu aus den ersteren abgebildete Stück
hierher gehört, erscheint nach der Abbildung mindestens nicht erwiesen. Ebenso im gleichen Horizonte
bei Oppeln, wo sie Leonnarp indes als selten aufführt. Übrigens erinnert sein In. Cripsii*® ebenfalls nach
der äußeren Form sowie dem Verlauf der Rippen an die vorliegende Art, während die Ausprägung der
Rippen hier für ein solch großes Exemplar eines /n. latus etwas zu regelmäßig erscheint, auch bleibt
die Form etwas flacher. Auch im Emscher ist die Art noch vorhanden, wenn auch schon seltener.
Frirscn zifiert sie aus den Chlomeker Schichten, ebenso bildet sie Sturm aus dem Kieslingswalder Sand-
stein ab. Das Stück erscheint durch Verdrückung etwas flacher, gehört aber sicher hierher, wie das
Original, das ich mit einem andern Stücke des gleichen Fundpunktes zusammen untersuchen konnte, zeigt.
Den angeführten Vorkommen entspricht das in der Löwenberger Kreide. Die Art findet sich
hier zuerst sicher nicht gerade selten im Hermsdorfer Mergelsandstein (Geologische Landesanstalt, Samm-
lung des Verfassers), dem auch das eine große abgebildete Stück vom Haselberge entstammt (Scaphiten-
zone). Im gleichen Horizont, den Gr.-Rackwitzer Tonmergeln, ist sie wie bei Zatzschke wohl die häu-
1 Jahrb. d. preuß. geol. Landesanstalt 1887, S. 413, Taf. 17, Fig. 3.
2 Bau der Gegend von Goldberg, S. 701.
aan (0), Tat 15, Ki.
+ Petref. Germ. I, Taf. 113, Fig. 5.
5 Zur Gattung Inoceramus, S. 260.
5 Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch., 9, 1857, S. 417.
‘ Elbtalgeb. II, S. 198.
° Oberschles. Kreide S. 49, Textfig. 6.
— 206 —
figste Versteinerung (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Dresfrr). Aus
dem darüberliegenden Ludwigsdorfer Cuvieri-Quader, der überhaupt fast versteinerungsleer ist, kenne
ich sie nicht, während sie sowohl typisch wie in der schlanken Varietät in den Neu-Warthauer Schichten
und zwar bei Neu-Warthau selbst sowie als Geschiebe bei Hohlstein wieder auftritt (Geologische Landes-
anstalt, Lüwenberger Realgymnasium, Sammlung des Verfassers), wenn auch in geringerer Häufigkeit
als in der Scaphitenzone. Im Quader des oberen Emschers ist sie ganz verschwunden. Ebenso ist ihr
Vorkommen in älteren Schichten als den oben genannten zweifelhaft. So liegt mir eine einzelne Form
aus der Brongniarti-Zone des Popelberges vor (Geologische Landesanstalt No. 983), die hinsichtlich ihres
Umrisses mit Jn. latus übereinstimmt, aber in der Stellung der Rippen abweicht, welch letztere hier
nicht wie bei der typischen Form zurückgebogen erscheinen, sondern etwa im rechten Winkel gegen
den Schloßrand verlaufen.
Inoceramus nov. spec. ?
Taf. 11, Fig. 9.
In die Verwandtschaft des Inoceramus latus gehört wohl eine große Form, die sich diesem gegen-
über durch den außerordentlich stark vorgezogenen Vorderrand auszeichnet. Dagegen sind Flügel und
Rippen ähnlich wie bei der genannten Art ausgebildet. Sie liegt nur in einem Stück aus den Neu-
Warthauer Schichten als Geschiebe von Hohlstein vor. Ich wage daher die Aufstellung einer neuen
Art nicht, da es sich um eine abnorme Wachstumsform handeln könnte, wiewohl mir ähnliche Formen
auch von zwei anderen Fundpunkten bekannt geworden sind. So ist neuerdings eine recht gut überein-
stimmende Form durch Herrn Axperr-Ebersbach i. Sa. in den gleichalterigen Chlomeker Schichten von
Waltersdorf unweit Kreibitz gefunden worden’. Die Selbständigkeit der Form hat hierdurch einiger-
maßen an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Recht ähnlich wird auch die von Geinırz als In. striatus aus
dem Strehlener Mergel abgebildete Form”. Wie schon erwähnt, stellte ELBERT diese zu In. cuneiformis,
den er wohl mit Recht als Varietät des /noceramus latus betrachtet, und der dessen schmaler Ausbildungs-
form sehr nahe steht, sich aber von der Strehlener Form durch den kleineren Flügel bezw. den sehr
kurzen Schloßrand unterscheidet, wodurch eine stumpfwinkligere Form des Hinterrandes bedingt wird.
Sollte sich die Selbständigkeit der Form bestätigen, so könnte man sie zweckmäßig als /no-
ceramus protractus® bezeichnen, wenn man sie nicht als var. protraeta an In. latus anschließen will. Sie
wäre dann also aus dem Emscher Schlesiens und Böhmens und der Scaphitenzone Sachsens bekannt.
Löwenberger Realgymnasium.
Inoceramus Brongniarti Sow. *
1828. Inoceramus cordiiformis und Brongniarti SOWERBY. Min. Conch. Taf. 440—441, Fig. 2—4.
1834—40. Inoceramus cordiiformis, annulatus und Brongniarti GoLpruss. Petr. Germ. S. 113. 114. 115. Taf. 110,
Fig. 7, Taf. 111, Fig. 3.
1 Näheres darüber in der bereits oben erwähnten Arbeit H. von ANDERT: Die Inoceramen des Kreibitz-
Zittauer Sandsteingebirges, Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des Humboldtvereins zu Ebersbach. (Inzwischen
wahrend des Druckes erschienen.)
2 Elbtalgeb. II, Taf. 13, Fig. 1.
3 Dieser Name ist inzwischen von Herrn ANDERT (a. a. O.) auf Grund meiner Mitteilungen aufgenommen worden.
4 Nach Woops Cret. Lam. II (1912) S. 307 = I. Lamarckii Park., Transact. geol. soc. V, Taf. 1, Fig. 3. Vergl.
auch J. Boum, Zeitschr. deutsch. geol. Gesellsch., Monatsberichte 1912, S, 399. Trotzdem dürfte es sich empfehlen, den ein-
gebürgerten Namen beizubehalten.
1872—75. Inoceramus Brongniarti Greinitz Elbtalgeb. II, S. 43, Taf. 11, Fig. 3—10 (Taf. 13, Fig. 3?).
1874. Inoceramus Brongniarti SCHLÜTER. Zur Gattung Inoceramus, S. 263.
21877. Inoceramus Brongniarti Fritsch. Weißenberger Sch., S. 131, Fig. 111.
1897. Inoceramus Brongniarti LEONHARD. Kreideformation in Oberschlesien, S. 47.
1903. Inoceramus Brongniarti PETRASCHER. Über Inoceramen aus der Kreide Böhmens und Sachsens, S. 161.
Von den verschiedenen Varietäten der bekannten Art, die man sich mit Srrompeck und SCHLÜTER
sehr weit zu fassen gewöhnt hat, ist in der Löwenberger Kreide am häufigsten die durch starke Wöl-
bung, vorgebogene Wirbel und besonders den steil abgesetzten, mittelgroßen Flügel ausgezeichnete Form,
die dem von Gonpruss als In. Brongniarti abgebildeten Typus sowie dem bei Geisirz Taf. 11, Fig. 3, 4,
8—10 entspricht. Da die Abbildung bei Sowergy zu ungenügend ist, um ein Urteil abzugeben, welche
Form vorliegt, insbesondere auch die Ausbildung des Flügels nicht zu beobachten ist, so wird man
den Gorpruss’schen Jn. Brongniarti als typisch zu betrachten haben. Mit ihm stimmt die Sowerey'sche
Form hinsichtlich des steilen Abfalls der Vorderseite und der jedenfalls deutlich erkennbaren Vorbiegung
des Wirbels iiberein, während die Falten hinsichtlich ihrer Breite mehr an Jn. annulatus bei GoOLDFUSS
erinnern. Zwei Stücke der geologischen Landesanstalt nähern sich durch ihren steil abfallenden Vorder-
rand und ihre starke Wölbung var. cordii/ormis GoLpr., sind jedoch etwas höher als die Figur bei
Gorpruss und besitzen mehr flache, breite, wulstförmige Falten, wie sie bei In. Brongniarti sonst vielfach
im Alter auftreten.
Einzelne große, tlache Bruchstücke mit sehr starken, gerundeten Falten gehören dem ebenfalls
meist als Varietät aufgefaßten In. annulatus Goupr. an."
In der Löwenberger Kreide wird Inoceramus Brongniarti bereits aus dem Quader im Hangenden
der Mergel des Vorwerksbusches von WILLiGEr angegeben, während Herr Kantor Drester, der beste
Kenner der Löwenberger Fauna, durch dessen Bemühungen ein sehr großer Teil des Materials im Laufe
von Jahrzehnten zusammengebracht worden ist, mir versicherte, daß er ihn von dort nicht kenne. Sehr
verbreitet ist die Art einschließlich der genannten Varietäten im Löwenberger Mergelsandstein, den
Schichten des Hospitalberges, des Popelberges und der Mittelberge. Leider ist die Erhaltung der in
allen Sammlungen verbreiteten Stücke dieses Horizontes meist eine sehr ungünstige.
In Böhmen scheint die typische Form schon in der Labiatus-Zone vorhanden zu sein, soweit die
nicht sehr gute Abbildung von Frirscx ein Urteil gestattet; auch var. annulata findet sich nach PerrascurK
bereits hier, wie die Form auch im Harz bereits in dieser Zone auftreten soll. Die typischen Stücke
von Gernitz entstammen der Drongniarti- und Scaphiten-Zone Sachsens, und ebenso nennt PrerrascHEeK
die normale Form noch aus den Teplitzer Schichten sowie den Priesener Schichten von Priesen, die
teils der Scaphiten-Zone, teils der Cuvieri-Zone angehören. Wie weit die normale Form hier heraufgeht,
ist leider nicht gesagt. Daß sie auch in Westfalen bis in die Curieri-Zone hinaufreicht, ist durch
SCHLÜTER’S Untersuchungen bekannt.
! Inoceramus annulatus scheint nach der Abbildung von GorLpruss von den übrigen Brongniarti-Varietäten durch
deutlich zurückgebogenen Wirbel abzuweichen. Die Stellung der Achse zum Schloßrand wird dadurch ebenfalls eine andere.
Wie die Untersuchung des GoLpruss’schen Originals zeigt, sind die Abbildungen ungenau. Die Wachstumsachse ist aller-
dings leicht nach hinten konkav, doch bleibt der Wirbelteil selbst ziemlich gerade. Die äußerste Spitze ist abgebrochen,
und nichts spricht dafür, daß sie nach hinten gebogen war.
— 208 —
Inoceramus Frechi FLEGer.
Taf. 11, Fig. 10 (Taf. 12, Fig. 2 ?).
1904. Inoceramus Frechi FLEGEL. Heuscheuer und Adersbach-Weckelsdorf. Festschrift d. schles. Gesellsch. f.
vaterl. Kultur z. Tagung d. deutsch. geol. Gesellsch. in Breslau, II, S. 25.
Unter diesem Namen beschrieb FLEGEL a. a. O. unter Bezugnahme auf ein Stück der Löwen-
berger Kreide von Hockenau eine Form aus der Verwandtschaft des Inoceramus Brongniarti, deren Original
mir vorlag, und die vollständig mit meinen, ebenfalls aus dem (Juader der Hockenberge bei Hockenau
unweit des Gröditzberges stammenden Exemplaren übereinstimmt.
Der Hauptteil der Muschel ist eif6rmig und stark gewellt. Er zeigt einen mäßig spitzen, etwas
über den Schloßrand vortretenden, ziemlich geraden, nur wenig vorgeneigten Wirbel. Die Achse bildet
mit dem Schloßrand einen Winkel von 70—80°. Hinterrand und Schloßrand stoßen etwa unter gleichem
Winkel zusammen. Vorder- und Hinterrand sind fast parallel, nur ist der letztere bei den meisten
Stücken an der Grenze von Flügel und Hauptteil der Schale etwas eingebogen; die Einbiegung zeigt
sich auch an den rundlichen konzentrischen Rippen; bei jungen Exemplaren bezw. im zentralen Teile
größerer Stücke ist sie nur undeutlich oder noch gar nicht ausgebildet. Der Unterrand ist gerundet.
Der Flügel ist groß und infolge der starken Schalenwölbung deutlich, doch ohne Knick abgesetzt. Der
Abfall zum Flügel ist noch etwas steiler als der des Vorderteiles. Starke konzentrische Rippen in
breiteren Abständen bedecken die Oberfläche. Alle Exemplare sind höher wie lang.
Von der Hauptform des Jn. Brongniarti unterscheidet sich die Art durch den noch größeren
Flügel, der bei allen untersuchten Löwenberger und Glatzer Stücken sich sehr konstant erwies. Ferner
erscheint der Hauptteil im ganzen etwas symmetrischer gebaut. Die Bucht ist flacher als bei der
Hauptform und erinnert an var. alata, zu der ich die Form ursprünglich gestellt hatte. Besonders der
ebenfalls meist zu var. alata gestellte In. undulatus A. Roem. von Oppeln sowie auch das Strehlener
Stück bei Gemitz, Elbtal II, Taf. 11, Fig. 6, erinnert sehr an die Art, nur ist bei beiden auch der
Hauptteil der Muschel flacher. In Anbetracht der großen Veränderlichkeit des Inoceramus Brongniarti
gerade in dieser Beziehung könnte man trotzdem vielleicht die Zugehörigkeit zu der genannten Varietät
vermuten, wenn nicht zu der kleinen Abweichung auch eine Verschiedenheit im geologischen Auf-
treten hinzukäme. Die genannten Stücke gehören der Scaphiten-Zone an, und über die Cuvieri-Zone
hinaus ist wenigstens mit Sicherheit nirgends ein Jn. Brongniarti oder eine seiner bekannten Varietäten
nachzuweisen. Die vorliegende Form aber ist bisher lediglich auf den Emscher beschränkt. Das Material
Freser’s entstammt dem oberen Heuscheuer-Quader. In der Löwenberger Kreide gehört sie in dem
versteinerungsarmen Oberquader des Hockenberges im Verhältnis zu anderen Arten immer noch zu den
etwas häufigeren Formen (Geol. Landesanst., Löwenberger Realgymnasium, Breslauer und Görlitzer Samm-
lung, Sammlung Drester). Ein weiteres Stück, das insofern von Wichtigkeit ist, als die Hockenberge isoliert
mitten im Diluvium liegen, entstammt dem Oberquader von Gehnsdorf (Sammlung Drester), über dessen
geologische Stellung im Hangenden der Schichten vom Alter der Neu-Warthauer niemals Zweifel bestanden
haben. Wohl nur ein Jugendexemplar stellt Taf. 12, Fig.2 vom gleichen Fundpunkte dar. (Geol. Landesanst.)
Drescuer führte die Art als In. Brongniarti, WILLIGER als In. Lamarcki auf. Ob der von DRESCHER
aus dem gleichaltrigen Oberquader von Hochkirch und Herzogswalde aufgeführte In. Brongniarti eben-
falls hierher gehört, habe ich leider nicht feststellen können.
— 209 —
Inoceramus Kleini G. Mürr. var.
Taf. 11, Fig. 4 (8).
1888. Inoceramus Kleinii G. MÜLLER. Obere Kreide am nördlichen Harzrand. Jahrb. der preuß. geolog. Landesanst.
f. 1887, S. 415, Taf. 18, Fig. 1.
Zwei schlanke Steinkerne, von denen aber nur der eine doppelklappig ist, aus dem Oberquader
von Gehnsdorf (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Drester) könnten dieser im Emscher des Harz-
randes vorkommenden Art angehören. wie ein Vergleich mit dem Original G. Mtuuers zeigt, das allerdings
bedeutendere Größe besitzt, so daß ich die Form vorläufig als Varietät auffiihre. Für die Zugehörigkeit
zu der Art spricht besonders auch das Vergleichsmaterial aus den Chlomeker Schichten Böhmens, das
mir durch Herrn Anperr-Ebersbach bekannt wurde. Die linke Klappe überragt die rechte. Die Höhe
der stark gewölbten Muschel erreicht etwa das Eineinhalbfache bis Doppelte der Längsausdehnung, der
schlanke und spitze Wirbel ist etwas nach vorn gebogen und ragt über die Schloßlinie hervor. Ein
kleiner bis mäßig großer Flügel ist von dem Hauptteil der Schale durch eine deutliche gerundete Bucht
getrennt. Vorn fällt die Schale steil ab, die Vorderseite erscheint in ihrer ganzen Länge eingedrückt,
bei beiden Stücken ist sie durch eine deutliche Kante abgegrenzt, hinter der sich die Schale noch etwa
bis zur Mitte erhebt, um dann gleichmäßig wieder abzufallen. Die Achse bildet mit dem Schloßrand
einen Winkel von etwa 60°, der Winkel zwischen Vorderrand und Schloßrand erreicht nicht ganz einen
rechten. Die Oberfläche ist mit regelmäßigen, konzentrischen, flachbogigen Rippen bedeckt, die durch
breitere Zwischenräume getrennt sind. Die Rippen stehen auf der einen (linken) Klappe des doppel-
klappigen Exemplars etwas weiter als auf der anderen.
Die Form wird der schlanken Varietät des /noceramus bohemicus Leonx. recht ähnlich, besonders
auch durch die Eindrückung der Vorderseite, doch erscheint dies Merkmal hier noch extremer aus-
gebildet, indem diese hier noch steiler abfällt. Ferner erscheinen die Rippen etwas flachbogiger, auch
kann der Flügel hier mitunter etwas bedeutendere Größe erreichen, wodurch sich die Form wieder mehr
der vorigen nähert, von der sie sich durch die zum Schloßrand schräger gestellte Achse unterscheidet.
In die Verwandtschaft der Form gehört vielleicht auch /noceramus saxonicus PETRASCHER,! der aber bei
weitem nicht so hoch und schlank wird.
Vielleicht nur ein verdrücktes Stück derselben Art ist das Fig. 8 abgebildete (Löwenberger
Realgymnasium), das aus denselben Schichten stammt und hier anhangsweise erwähnt werden möge.
Das Stück ist stark aufgebläht und zeigt eiförmige Gestalt. Der Wirbel ist spitz und nach vorn ge-
bogen. Vorder-, Unter- und Hinterrand gehen in gleichmäßigem Bogen ineinander über. Gleichmäßige
konzentrische Rippen bedecken die Oberfläche.
Inoceramus Lusatiae Änperr.
Textfig. 34.
1911. Inoceramus Lusatiae ANDERT. Die Inoceramen des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges. Festschrift zur Feier
des 50jährigen Bestehens des Humboldt-Vereins in Ebersbach in Sachsen. S. 54, Taf. 2, Fig. 1; Taf. 3,
Fig. 3; Taf. 8, Fig. 3—5.
Durch Herrn Stadtrat Kraursrrunk in Bunzlau erhielt ich während des Druckes einige Stücke
dieser von ANDERT im Emscher des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges aufgefundenen Art. Die Stücke
! Inoceramen a. d. Kreide Böhmens und Sachsens, S. 158, Taf. 8, Fig. 5 und Textfig. 7.
he
—1
Palaeontographica. Suppl. VI.
— 20 —
erreichen sehr erhebliche Größe. Die typische Form zeigt etwa quadratischen Umriß, der Wirbel ist
schwach nach vorn gebogen. Der Hauptteil der Muschel ist stark gewölbt, dreieckig und gegen
den ziemlich großen Flügel scharf abgesetzt, wodurch eine gewisse Ähnlichkeit mit /noceramus
Brongniarti hervorgerufen wird, mit dem die Form in Sachsen ja auch früher verwechselt worden ist.
Vorderrand und Schloßrand stoßen bei meinen Stücken unter einem Winkel zusammen, der nur wenig
größer ist als ein rechter, also dem von Anperr angegebenen Minimalmaß etwa entspricht, während er
nach Anperr bis zu 140° hinaufgeht. Es sind mehrere kräftige, plumpe Falten vorhanden, auf denen
sehr feine konzentrische Streifen gelegentlich sichtbar sind. Vom Wirbel verläuft schräg nach hinten
eine flache Eimsenkung. Durch die Ausbildung der Rippen nähert sich die Form /noceramus percostatus
Fig. 3. Inoceramus Lusatiae ANDERT. Oberquader (oberer Emscher) Herzogswaldau. 3:4. Samml. d. Verf., nach Photographie.
der durch schlankeren Wirbel, steiler abfallende Vorderseite, noch stärkere Falten und eine tiefere, vom
Wirbel nach hinten ziehende Furche unterschieden ist, immerhin kann man bei manchen Stücken
zweifelhaft sein, zu welcher Art sie gehören, wie ich auch im Gegensatze zu ANDERT einen Teil der
Stücke FLEGEL's' als /n. percostatus anerkenne,” während AxDERT diese sämtlich hierher stellt.
Die Stücke stammen aus dem Oberquader von Herzogswaldau. Wahrscheinlich gehört zu dieser
Art auch ein Stück, das ich bei Neu-Warthau sammelte; leider ist der Flügel hier nicht erhalten, so
daß eine einwandsfreie Bestimmung nicht möglich ist. Auch Herr ANDERT, der mein Material einer
Durehsicht unterzog, vermutete die Zugehörigkeit zu derselben.
Nach dem Gesagten ist die Form bisher nur aus dem Emscher bekannt geworden.
! Heuscheuer und Adersbach-Wechselsdorf S. 25.
2 Scupin, Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten in Sachsen, Böhmen u. Schlesien, S. 711.
— 211 —
Inoceramus conf. percostatus G. Muut.
1887. Inoceramus percostatus G. MÜLLER. Obere Kreide am nördlichen Harzrande, S. 413, Taf. 17, Fig. 3a—c.
1905. Inoceramus percostatus FLEGEL ex parte. Heuscheuer und Adersbach-Wechselsdorf, S. 25.
Mit Stücken der vorigen Art erhielt ich durch Herrn Stadtrat Kraurstrunk auch ein solches,
das In. percostatus mindestens schon recht nahe steht und hinsichtlich der Merkmale, welche die letztere
Art von Jn. Lusatiae unterscheiden, nur noch dem Grade nach hinter der MULLErR’schen Art zurückbleibt.
Der Wirbel ist spitz, die Vorderseite eingedrückt, der im Verhältnis zur Länge noch etwas stärker als
bei der vorigen Art gewölbte Hauptteil der Muschel ist schmäler als bei dieser und scharf gegen den
Flügel abgesetzt; die Einsenkung im hinteren Teile der Muschel ist wie bei der vorigen Form schwächer
als bei der Mücrer’s zu beobachten. Die feinen konzentrischen Streifen auf den groben Falten sind
infolge der Erhaltung nur stellenweise angedeutet zu sehen.
Das Stück stammt ebenfalls aus dem Oberquader von Herzogswaldau. Die zuerst aus dem
Emscher des Harzrandes bekannt gewordene Form wurde etwa im gleichen Horizont von FLEGEL im
Oberen Heuscheuerquader beobachtet, wenn auch der größere Teil der Fr&ser’schen Stücke der vorigen
Art angehören mag. Die von FLEGEL aus dem älteren Karlsberger Pliner unter diesem Namen auf-
geführte Form dürfte hingegen nicht zu In. percostatus gehören.
Ebenso auch in dem gleichaltrigen Kieslingswalder Sandstein.
Inoceramus lobatus Müxsr.
Textfig. 35.
1840. Inoceramus lobatus MÜNSTER-GOLDFUSS. Petref. Germ. S. 113,
Taf. 110, Fig. 3.
1877. Inoceramus lobatus SCHLÜTER. Zur Gattung Inocer anus,
S. 275, Taf. 39, Fig. 1 u. 2.
1905. Inoceramus lobatus WEGNER. Granulatenkreide des westl.
Münsterlandes, S. 164. Taf. 10, Fig. 1, 2, Textfig. 7.
Aus dem Oberquader von Herzogswaldau stammt ein
Stück dieser Art, das ich ebenfalls der Güte des Herrn Kravr-
STRUNK verdanke. Es zeigt spitzen Wirbel, deutlich abgesetzte
hintere Depression, deren Kante mit dem Vorderrand einen
Winkel von etwa 45° bildet, und kräftige Falten, während die
feinen konzentrischen Rippchen infolge der Erhaltung ganz
undeutlich sind. Das hier abgebildete Stück dieser in der [
Granulatenkreide Westfalens, Aachens und des Harzrandes ver-
breiteten Form ist das erste, das aus schlesischen Ablagerungen
bekannt geworden ist. Da der Oberquader dem höheren
Emscher entspricht, tritt die Form also hier etwas früher auf
als im Westen Deutschlands. Ubrigens erscheint sie auch
am Harzrand schon im Salzbergmergel, der auBer Emscher- Gberquades. (Ökerer. Kmächer)Herzegewäldau.
fossilien auch solche der Granulatenkreide enthält. Sammlung des Verfassers, nach Photographie.
Fig. 35.
Inoceramus lobatus MUNST.
— 212 —
Inoceramus nov. spec. (ex affinitate cycloidis WEGNER).
Taf. 9, Big. 14.
Ebenfalls nur in einem Stück vertreten ist ein /noceramus von sehr bedeutender Größe mit be-
schädigtem Wirbel. Das Stück zeigt gleichmäßig elliptischen Umriß, der größte Durchmesser beträgt
24 cm, der kleinste 18 cm. Die Achse ist schräg nach hinten gerichtet. Der Flügel des nicht besonders
stark gewölbten Stückes war, selbst wenn man die Beschädigung des Hinterrandes in Rechnung zieht,
nur klein und nicht sehr deutlich abgesetzt. Die Oberfläche ist mit sehr zahlreichen, nicht sehr starken
konzentrischen Rippen bedeckt, in der Nähe des Randes treten außerdem noch einige stärkere kon-
zentrische Furchen auf. Das im Breslauer geologischen Museum befindliche Stück stammt aus dem Ober-
quader von Hockenau.
Die Form gehört, wie es scheint, in die Verwandtschaft des Inoceramus cycloides WEGNER,! von
dem sie sich jedoch ohne weiteres durch den mehr elliptischen Umriß und die viel feineren Rippen
unterscheidet.
Inoceramus conf. crassus PETRASCH.
Taf. 11, Hic. 7.
1903. Inoceramus crassus PETRASCHEK, Uber Inoceramen der Kreide Böhmens und Sachsens. Jahrb. d. k. k. geol.
Reichsanst., Bd. 53, S. 164, Taf. 8, Fig. 4
An der Austrittsstelle der Eisenbahn Alt-Warthau—Neu-Warthau aus dem Bahneinschnitt bei
Neu-Warthau sammelte ich ein schönes Stück, das in Umriß und Berippung sehr gut mit der PETRA-
scher’schen Abbildung übereinstimmt. Wie diese zeigt es annähernd ovalen Umriß, vorgebogenen
Wirbel, kurzen Vorderrand, der etwa rechtwinklig gegen den Oberrand verläuft, und regelmäßige, ovale,
konzentrische Runzeln, die auch am Wirbel schon deutlich ausgeprägt sind. Daneben sind außerordent-
lich feine konzentrische Streifen vorhanden, die aber nur ım zentralen Teile deutlicher wahrnehmbar sind.
Abweichend ist die viel schwächere Wölbung gegenüber der Form PrerrascHex’s, und ich würde es
trotz der sonst großen Übereinstimmung nicht wagen, das Stück auf diese zu beziehen, wenn nicht
einige mir von Herrn Anperr-Ebersbach gezeigte Stücke vom gleichen Fundpunkte wie das PETRASCHER’S
erkennen ließen, daß die große Dicke derselben eine Alterserscheinung ist. Die von Herrn ANDERT
auch mit Perrascher’s Original verglichenen Stücke zeigen deutlich einen peripherischen Knick, jenseits
dessen erst das extreme Dickenwachstum beginnt, während der innere Teil etwa die gleichen Wölbungs-
verhältnisse aufweist wie das vorliegende Stück. Übrigens wird auch von Prrrascher selbst das Vor-
kommen flacherer Jugendformen anerkannt, indem er die von Geinıtz als Jn. Cripsü? bezeichnete, von
Expert? als In. Cuvieri var. cripsioïdes beschriebene flachere Form von Kreibitz ebenfalls mit hierher
zieht. Ein Flügel ist bei dem Neu-Warthauer Steinkern ebensowenig zu sehen wie bei dem Stücke
Prrrascher's; daß derselbe ursprünglich vorhanden war und hier nur abgebrochen ist, zeigt das Material
des Herrn Anpert, das ebenso wie dasjenige PrrrascHek’s aus den Chlomeker Schichten stammt, also
auch hinsichtlich des geologischen Alters zu der Neu-Warthauer Form paßt. Ein zweites Stück dieser
1 Granulatenkreide des westl. Münsterlandes, S. 163, Textfig. 5.
2 Elbtalgeb. II, Taf. 13, Fig. 13.
3 Unt. Augoumien i. d. Osningbergketten. Verh. d. naturh. Ver. d. pr. Rheinlande, 58 (1901), S. 111.
Art aus dem nächstjüngeren Oberquader von Herzogswaldau ging mir während des Druckes durch Herrn
KRAUTSTRUNK in Bunzlau zu, so daß die Art also in der Löwenberger Kreide im ganzen Emscher vor-
kommt. Sammlung des Verfassers.
Inoceramus (Volviceramus) (aff.?) involutus Sow.
Wat 12. Big. à.
1826. Inoceramus involutus SOWERBY. Min. Conch., S: 160, Taf. 583.
1843—47. Inoceramus umbonatus D'ORBIGNY. Terr. crét., III, Taf. 413.
1877. Inoceramus umbonatus SCHLÜTER. Zur Gattung Inoceramus, S. 272.
1887. Inoceramus involutus G. MÜLLER. Obere Kreide am nördl. Harzrande, S. 411, Taf. 16, Fig. 3, 4.
1891. Inoceramus paradoxus v. HAENLEIN. Bei LANGENHAN und GRUNDEY, Das Kieslingswalder Gestein, Taf. 5, Fig. 3.
1897. Inoceramus paradoxus FritscH. Chlomeker Sch-, S. 67.
1901. Inoceramus involutus STURM. Kieslingswalde, S. 91, Taf. 9, Fig. 4, 4a.
1902. Inoceramus involutus WOLLEMANN. Fauna d. Lüneburger Kreide, S. 68, Taf. 1, Fig. 4, Taf. 2, Fig. 7, 8.
Ein einzelner Skulptursteinkern von Neu-Warthau (Löwenberger Realgymnasium) mit spitzem,
niedergedrücktem, sehr stark eingekrümmtem Schnabel. Zahlreiche schwache konzentrische Streifen,
die nach der Schnabelgegend gleichmäßig feiner werden, laufen in flachem Bogen über das Stück fort
und sind durch etwa gleich breite Zwischenräume getrennt. Dazu treten noch einige stärkere ungleich-
mäßige Runzeln.
Die Form ist zweifellos identisch mit der gleichaltrigen Kieslingswalder, von Sturm als In. involutus
beschriebenen, die bei LANGENHAN und GrunpEy den Namen In. paradorus v. HAENLEINX hat, und von
J. Boum,’ wie es scheint, für verschieden gehalten wird. Sowohl die Form von LaANGENHAN und GRUNDEY,
als die von Sturm und die vorliegende zeigen auch in der linken Klappe eine etwas runzelige Ober-
fläche, während Sowrrsy die linke Schale seiner Form als glatt beschreibt, indes zeigt auch seine Ab-
bildung Fig. 3 eine leichte Runzelung, die kaum schwächer ist als die auf dem größten Teil der Schale
bei dem vorliegenden Stücke. Ebenso ist bei den Abbildungen p’OrxicNy’s eine feinere konzentrische
Streifung mit gelegentlichen stärkeren Ringen vorhanden. Desgleichen zeigt In. erogyroides Merk, den
SCHLÜTER auf Grund westfälischen Vergleichsmaterials ebenfalls als wahrscheinlich hierher gehörig be-
trachtet, eine ähnliche Runzelung.
In jedem Falle dürfte die Löwenberger Form höchstens als Varietät von In. involutus getrennt
werden können, die dann, sofern man sie überhaupt besonders bezeichnen will, als var. paradora v. HAExL.
aufzuführen wäre. Das Vorkommen von In. involutus bei Kieslingswalde wird übrigens auch von
SCHLÜTER erwähnt.
Ebenso wie bei der von Sturm abgebildeten Form ist auch bei dem vorliegenden Stück der
Schnabel nicht so stark eingekrümmt, wie bei der von LANGENHAN und GRuNDEY, sowie vor allem der
von SOWERBY, D'ORBIGNY etc., doch dürfte die Stärke der Einkrümmung bezw. Einrollung vielleicht
kein durchgreifendes Unterscheidungsmerkmal sein, wie ja auch SchLürer den schon oben genannten
In. exogyroides Mrnx” für wahrscheinlich zugehörig hält, der etwa die gleiche Krümmung aufweist, wie
ı N. Jahrb. f. Min. 1905, I, S. 300.
? United States geol. Surv. of the Territories. Rep. of the invertebrate Cret. and Tert. Fossils of the Upper
Missouri County, 1876, Taf. 2—5, Fig. 3.
— 214 —
die vorliegende Form und diejenige Srurm’s. Allerdings liegt dann auch kaum noch Grund vor, den
In. umbonatus’ Meek mit nur eingebogenem, nicht eingerolltem Wirbel getrennt zu halten, wie ScHLürer
vorschlägt, während er die unter gleichem Namen abgebildete Form mit stark eingerolltem Wirbel? mit
In. involutus vereinigen will.
Inoceramus involutus gilt in Deutschland als Leitfossil für Emscher, aus dem nächst jüngeren
Horizont gibt SchLüter in seiner Tabelle das Vorkommen bereits als fraglich an. Die Art findet sich
hier bei Kieslingswalde, dem nördlichen Harzrand, in Westfalen, sowie bei Lüneburg, ebenso kommt sie
in Frankreich zusammen mit Emscher-Fossilien an der Basis des Senon in den Zonen des Micraster
cor testudinarium und Mier, cor anguinum vor, wie sie auch in England in diesen beiden Zonen vertreten
ist. In Amerika — unter der Voraussetzung der Identität der genannten Mrex’schen Arten — in Schichten
von angeblich etwas höherem Alter, der Benton Group.
Perna BRuGUIÈRE.
Perna Zimmermanni nov. spec.
Taf. 12, Fig: 17.
1863. Perna lanceolata DRESCHER, Löwenberg S. 352.
Im Löwenberger sandigen Untersenon findet sich häufig eine schlank-zungenförmige, an Perna
lanceolata Gein. erinnernde Art. Die Achse bildet mit dem Schloßrand einen spitzen Winkel von 30—40°.
Der Vorderrand verläuft zunächst senkrecht gegen diesen und biegt dann schräg nach hinten um, indem
er allmählich in den flachbogigen, sich weit nach hinten erstreckenden Unterrand übergeht. In spitz
gerundetem Bogen geht der letztere in den ziemlich geraden oder leicht eingebogenen, seltener schwach
konvexen Hinterrand über. Am Schloßrand sind 5—6 Ligamentgruben bemerkbar.
Die Art wurde von Drescher als Perna lanceolata beschrieben und auch von WiLLıGEr unter
diesem Namen aufgeführt.* Sie unterscheidet sich von dieser im Cenoman vorkommenden, aber auch
noch von MÜLLER aus dem Untersenon des Harzrandes zitierten Art leicht durch ihre größere Schiefe
bezw. den spitzeren Winkel zwischen Schloßrand und Achse, ferner die Form des Vorderrandes, der bei
dieser Art schon von der Wirbelspitze an in gerader Richtung schräg verläuft, sowie die geringere Zahl
der Ligamentgruben.
Die Art hat ihre Hauptverbreitung im Überquader, aus dem sie von Sirgwitz und Wenig-
Rackwitz vorliegt (in fast allen Sammlungen vertreten), während sie in den zum Emscher gehörigen
Schichten noch selten ist. Ein einzelnes Bruchstück (Geologische Landesanstalt) stammt aus dem Ober-
quader von Gehnsdorf. Auch ein Bruchstück von Kieslingswalde (Berliner Museum f. Naturk.) könnte
hierher gehören.
IAS 2.05 Taf. 39, Tatas; hig. 2.
2 Ebenda, Taf. 4, Fig. 2.
3 Vergl. die Bemerkungen ScHLUTER’s a. a. O. S. 274.
fa, a: QO: 8, 417.
— 215 —
Perna cretacea Reuss.
Tat. 12, Ried.
1846. Perna cretacea Reuss, Böhm, Kreide, II, S. 24, Taf. 32, Fig. 18—20, Taf. 33, Fig. 1.
1877. Perna cretacea FrırscH, Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 129, Fig. 110.
Drescher schildert diese Art als häufig in den Geschieben von Neu-Warthauer Alter bei Hohl-
stein, von wo ich leider kein unzweifelhaftes Stück kenne. Sicher bestimmbar ist nur ein Steinkern von
etwas jiingerem Alter aus dem Uberquader von Wenig-Rackwitz (Sammlung DresLer). Dasselbe ist im
Verhältnis zur Länge etwas höher als die Reuss’schen Stücke. Der Vorderrand verläuft senkrecht gegen
den Schloßrand und ist oben leicht eingebogen, doch weniger stark als bei Reuss, wölbt sich dann
wieder vor und krümmt sich in gleichmäßigem Bogen nach hinten. Der Hinterrand zeigt die charak-
teristische konkave Form. Die Stärke seiner Einbiegung unterliegt nach Reuss Schwankungen, da er
auch mitunter fast gerade werden kann. Am Schloßrand sind 7 Ligamentgruben deutlich erkennbar.
Das Vorkommen von Perna cretacea in Böhmen ist insofern ein etwas abweichendes, als die Art
hier nach Reuss und Fritsch vom Cenoman (Korytzaner Schichten) bis in die Brongniarti-Schichten
(Malnitzer Schichten) vorkommt, während sie aus höheren Schichten von den genannten Forschern nicht
mehr erwähnt wird.
Gervillia Derr.
Gervillia solenoides Derr.
Taf. 12, Fig. 4.
1820. Gervillia solenoides Derr. Dict. Sc. nat. 18., S. 503, Taf. 86, Fig. 6.
1866. Gervillia solenoides ZiTTeL. Gosaubivalven II, S. 15, Taf. 13, Fig. 2.
1875. Gervillia solenoides GEINITZ. Elbtalgeb. II, Taf. 11, Fig. 1.
1877. Gervillia solenoides Fritsch. Weißenberger Sch., S. 129, Fig. 109.
1889. Gervillia solenoides HoLzapreL. Aachener Kreide II, S. 223, Taf. 24, Fig. 11, 13.
1898. Gervillia solenoides G. MÜLLER. Untersenon v. Braunschweig, S. 41, Taf. 5, Fig. 6.
Von dieser durch ihre säbelförmige Verlängerung nach hinten ausgezeichneten Art liegt nur
ein auch nicht ganz vollständiger Steinkern von Neu-Warthau vor (Sammlung Drester). Das leicht
geschwungene Stück mit allmählich in den Unterrand übergehendem Vorderrand und konkavem, dem
Vorder- und Unterrand parallelem Hinterrand zeigt ein etwa '/s der Länge erreichendes hinteres Ohr
und stimmt in dieser Beziehung am besten mit den von Horzarrer abgebildeten Stücken, sowie den
von GEeiniTz von Strehlen abgebildeten überein, während das hintere Ohr, worauf Hotzarrer aufmerksam
macht, bei den von Geisırz abgebildeten Kieslingswalder Stücken, die ja dem gleichen Horizont an-
gehören, etwas länger ist. Die sehr schräg gegen den Schloßrand verlaufenden kleinen Zähnchen
kommen auf dem Steinkern gut zum Ausdruck.
Die horizontal sehr weit verbreitete Art soll vom Cenoman bis ins Obersenon! vorkommen, doch
hat Horzaprez schon darauf aufmerksam gemacht, daß eine Revision der Art unter Berücksichtigung
des geologischen Vorkommens wünschenswert wäre. Die von Geinırz aus dem unteren Pliner von
! GRIEPENKERL, Kreide von Königslutter, S. 452.
— 216 —
Plauen abgebildete Form!’ dürfte ihrer Gestalt wegen sicher nicht hierher gehören. Eine ganz ähnliche,
der vorliegenden gegenüber mehr dreieckige Gestalt zeigt übrigens auch die von Nöruıns aus den bal-
tischen Cenomangeschieben abgebildete Form”. Die im Cenoman von Tyssa vorkommende Form, die ich
leider nicht kenne, soll sich durch kürzeres hinteres Ohr von der Strehlener unterscheiden, deren
hinteres Ohr wieder wie bei der vorliegenden kürzer ist als bei der Kieslingswalder*, doch meint auch
Horzarrer, daß eine Revision nur auf Grund größeren Materials möglich ist.
Aviculidae Lam.
Avicula Krem.
Avicula pectinoides Reuss.
Taf. 12, Fig. 6.
1842. Avicula pectiniformis GEINITZ. Charakteristik, S. 79, Taf. 20, Fig. 37 (schlecht).
1845. Avicula pectinoides Reuss. Böhm. Kreide II, S. 23, Taf. 32, Fig. 8, 9.
1863. Avicula pectiniformis DRESCHER. Löwenberg, S. 351 z. T.
1887. Aviculu pectinoides FRECH. Tone von Suderode, Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 39, S. 156, Taf. 14, Fig. 6—9.
1889. Aricula pectinoides HOLZAPFEL. Aachener Kreide II, S. 226, Taf. 25, Fig. 20.
1893. Avicula pectinoides FRITSCH. Priesener Sch., S. 98, Fig. 121.
Die kleine, schief vierseitige Form mit dreieckigem, relativ großem vorderen und flach aus-
gebreitetem, allmählich in den Mittelteil übergehendem hinteren Ohr tritt in einwandsfreien Exemplaren
nur im Oberquader und auch hier nur als Seltenheit auf, aus dem sie von Giersdorf vorliegt (Löwen-
berger Realgymnasium). DRESCHER nennt sie außerdem noch aus dem gleichen Horizont der Hocken-
berge, sowie aus dem Uberquader, rechnete aber noch die folgende Art, Avicula caudigera Zırmer, hier
mit ein, für die Frech als Unterschiede die bedeutendere Größe und die Ungleichklappigkeit angibt.
Eine echte A. pectinoides ist mir aus dem Überquader nicht bekannt geworden. In Böhmen ist
die Art schon im der Scaphitenzone von Priesen vorhanden. Umgekehrt geht sie anderweitig noch über
den Emscher hinaus, so im Aachener Untersenon, sowie am Harzrand, wo sie sich in den untersenonen
Tonen von Suderode findet. Nicht ohne weiteres als hierher gehörig erkennbar ist das von G. MÜLLER
aus dem Untersenon von Braunschweig abgebildete Stück. *
Avicula caudigera Ziıtr. var.
Tat. 12, Fig. 1; 10 us 41.
1863. Avicula pectiniformis DRESCHER. Lowenberg, S. 351 z. T.
1866. Avicula caudigera ZITTEL. Gosaubivalven, S. 13, Taf. 12, Fig. 12.
1889. Avicula caudigera HoLzarreL. Aachener Kreide II, S. 226, Taf. 27, Fig. 19.
Zu dieser von Zırren aus der Gosauformation beschriebenen großen Art dürfte eine im Uber-
quader nicht allzuselten vorkommende Form gehören, die noch etwas größer werden kann als die Zirret’s.
1 Elbtalgeb. I, Taf. 48, Fig. 19.
2 Baltische Cenomangeschiebe, Taf. 3, Fig. 10.
3 GEINITz, Kieslingswalde, Taf. 1, Fig. 33.
* Untersenon v. Braunschweig, S. 38, Taf. 5, Fig. 13.
Sie wird der vorigen sehr iihnlich und unterscheidet sich von ihr besonders durch die bedeutendere
Größe; als weiteren Unterschied gibt Frecu für die Zrrrer’sche Form, wie oben erwähnt, auch noch
die Ungleichklappigkeit derselben an. Bei dem einzigen mir vorliegenden zweiklappigen Stiicke habe ich
eine solche allerdings nicht wahrnehmen können. Da nach Zırren auch die Gosauform nur etwas un-
gleich klappig ist — nach Zirren scheint die rechte Klappe etwas stärker gewölbt als die linke
so glaube ich die Form noch als Varietät zu A. caudigera stellen zu können, trotzdem noch eine weitere
kleine Abweichung zu bemerken ist; bei den Abbildungen Zrrrsv's ist die Länge nicht unerheblich größer
als die Höhe, bei der vorliegenden schlesischen Form ist meist der Unterschied nur gering, doch ist
hierauf wohl kein allzugroßer Wert zu legen, da auch bei der nächstverwandten Avieula pectinoides in
dieser Beziehung Schwankungen vorkommen, wie bereits ein Vergleich der Reuss’schen und Frecu’schen
Figuren zeigt. Die größten Exemplare erreichen eine Höhe bis zu 5'/» em. Daneben finden sich, wie
es scheint noch etwas häufiger, etwas kleinere, deren Höhe bis zu etwa 2'/2 cm herabgeht. Diese
nähern sich dadurch bereits Avicula pectinoides, zu der DrescHEr die Art auch gestellt hat, die wieder
nur halb so hoch wird, sie stehen also nach ihren Größenverhältnissen ziemlich genau in der Mitte. Da
indes Avicula pectinoides in ihrer Größe ziemlich konstant bleibt und die Hauptverbreitung der Mittelform
in Schlesien mit der großen Form zusammenfällt, insbesondere auch die Mittelform nicht so weit herab-
reicht wie die kleine A. pectinoides, so muß dieselbe zu der großen Art gestellt werden.
Die Form tritt als Seltenheit zuerst im Oberquader auf, aus dem nur ein großes Stück von
Gehnsdorf (Geologische Landesanstalt) vorliegt. Häufiger wird sie erst im Sandstein des Überquaders,
aus dem ich sie von Wenig-Rackwitz kenne (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung DREsLER, Geolo-
gische Landesanstalt). Außerhalb der Gosauformation wird Avicula caudigera, allerdings fraglich, von
Horzarrer. noch aus dem Aachener Untersenon abgebildet. Ähnlich wie bei der vorliegenden Form ist
auch hier die Höhe eine verhältnismäßig größere.
Avicula coerulescens Nixs.
Taf. 12, Fig. 5.
1827. Avicula coerulescens NıLson. Petrif. Suec., S. 18, Taf. 3, Fig. 19.
1897. Anicula coerulescens HENNIG. Revision af Lamellibr. i Nilsons Petrif. Suec., S. 54, Taf. 3, Fig. 25—27.
Ein einzelnes Stück (Geologische Landesanstalt) mit spitzem Wirbel, schmalem hinteren Ohr und
steil abfallender Vorderseite. Der abgeplattet erscheinende Hauptteil der Schale ist von etwa 15 faden-
förmigen Radiallinien bedeckt, von denen gegen 5 auf den steil abfallenden Vorderteil entfallen.
Das Stück zeigt so große Ähnlichkeit mit den von HexxiG abgebildeten Stücken, daß ich keine
Bedenken trage, es zu dieser Art zu stellen, wiewohl A. coerulescens sonst erst im Senon auftritt, während
das vorliegende dem mittelturonen Mergelsandstein der Mittelberge entstammt. Eine ähnliche Form
bildet Reuss aus Böhmen unter dem Namen Avieula anomala Sow.' ab, wie auch Frırsch nur diese Art
aus Böhmen kennt. Sie ist durch das Auftreten von 2—3 vom Wirbel ausstrahlenden Falten unter-
schieden und meist auch, mitunter nicht unerheblich, größer, nähert sich aber durch Flacherwerden oder
Zurücktreten der Falten bisweilen der vorliegenden, wie Fig. 2 und 3 bei Reuss sowie eine Abbildung
1 Böhm. Kreide II, S. 22, Taf. 32, Fig. 1-3. Unter diesem Namen ist die Art auch noch in der Liste S. 34 von
mir aufgeführt.
Palaeontographica. Suppl. VI. 28
Fe:
bei Woops! zeigt. Auch die von Fritsch” als A. anomala abgebildete Form trägt nicht mehr diese Radial-
falten. Die von Woops® als Pteria coerulescens Nizs. abgebildeten Stücke halte ich außer Fig. 14 wegen
ihrer abweichenden, stärker verbreiterten Gestalt nicht für hierher gehörig. Die zuerst aus Schweden
bekannt gewordene Art wird von Horzarrer aus den Aachener oberen Mucronatenschichten aufgeführt.
Avicula spec. (aff. glabra Reuss).
Aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz stammt ein einzelnes schief dreieckiges Stiick mit
großem, deutlich abgesetztem Flügel. Das vordere Ohr ist nicht erhalten. Der dem Wirbel genäherte
Teil der Vorderseite fällt etwas steiler ab als der übrige Teil, der gleichmäßiger gewölbt erscheint. Das Stück
gehört offenbar zur gleichen Art wie eine von G. MürLLer* als Avicula spec. abgebildete Form aus dem
Untersenon von Braunschweig und steht Avicula glabra Reuss® nahe, die sich durch eine scharfe Vorder-
kante unterscheidet. Da die Stärke dieser indes auch Schwankungen unterliegt, so scheint es nicht aus-
geschlossen, daß weiteres Material noch engere Beziehungen der beiden untersenonen Formen zu A. glabra
ergeben könnten. Geologische Landesanstalt No. 516.
Avicula Kieslingswaldensis Sturm.
Taf. 12, Fig. 8.
1843. Avicula anomala GEINITZ (non Sow.). Kieslingswalde, S. 15, Taf. 3, Fig. 8.
1863. Avicula triloba DRESCHER. Löwenberg, S. 352.
1897. Avicula triloba Fritsch. Chlomeker Sch., S. 64, Fig. 82 (non Roem.).
1901. Avicula Kieslingswaldensis StuRM. Kieslingswalde, S. 89, Taf. 9, Fig. 3.
A. a. O. beschreibt Sturm aus dem Kieslingswalder Sandstein eine Aricula, die sich von Avicula
triloba A. Roem. spec.®, zu der Reuss und Frrrscx die Art stellten, durch die sehr viel schwächere kon-
zentrische Skulptur und von Avieula anomala Sow. durch den Mangel der Radialstreifen unterscheidet,
im übrigen aber zwei flache, vom Wirbel ausstrahlende Falten besitzt, von denen man allerdings in der
Abbildung wenig sieht. |
Einige Skulptursteinkerne, Hohldrucke und Steinkerne stimmen mit dem Kieslingswalder
Original sehr gut überein und zeigen insbesondere auch die gleichen Unterschiede gegenüber den ge-
nannten Arten. Die Zahl der Falten beträgt hier allerdings drei, doch beschreibt auch Fritsch, der
die Form auch aus den Chlomeker-Schichten von Tannenberg abbildet und auf den Sturm Bezug
nimmt, die Form mit drei Falten. Dieselbe ist übrigens auch bedeutend größer als die Rormer’sche
Figur der A. triloba, die Frirscu als Jugendexemplar betrachtet. Es sind nur feine konzentrische An-
wachsstreifen vorhanden, während die schlechte Abbildung bei RoemEr kräftige konzentrische Rippen
zeigt. Das vordere Ohr ist dreieckig und scharf begrenzt, das große flache hintere Ohr ebenfalls deut-
lich abgesetzt und etwas ausgeschweift.
1 Cret. Lamell. II, Taf. 9, Fig. 4. Pal. Soc. 1905.
2 Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 128, Fig. 108.
3 a. a. O., Taf. 9, Fig. 13—17.
Untersenon v. Braunschweig, Taf. 5, Fig. 10.
5 Böhmische Kreide II, S. 22, Taf. 32, Fig. 4, 5.
6 Norddeutsche Kreide, S. 64, Taf. 8, Fig. 13.
— 219 —
Die Art findet sich dem Vorkommen von Kieslingswalde und Tannenberg entsprechend besonders
in den Neu-Warthauer Schichten, geht aber auch noch in den Uberquader hinauf, aus dessen sandiger
Facies sie von Wenig-Rackwitz vorliegt. Löwenberger Realgymnasium.
Avicula nov. spec. (aff. Geinitzi Reuss).
Taf. 12, Fig. 12.
Ein einzelner Skulptursteinkern einer rechten Klappe mit großem, dreieckigem, spitzem, scharf
abgesetztem vorderen Ohr. Das hintere, ebenfalls scharf abgesetzte Ohr ist leider nicht vollständig er-
halten. Der Hauptteil der Muschel ist mäßig stark gewölbt und zeigt spitzovalen, mandelkernförmigen
Umriß. Die Achse ist unter etwa 45° gegen den Schloßrand geneigt. Die Oberfläche erscheint fast ganz
glatt; nur bei seitlich einfallendem Lichte bemerkt man auf dem hintern Teil der Muschel zwei bis
drei äußerst flache Falten angedeutet.
Die Form steht Avicula Geinitzi Reuss’ am nächsten, besitzt aber etwas stumpferen Wirbel und
erscheint überhaupt etwas weniger schlank; auch liegt die größte Breitenausdehnung des Hauptteils der
Muschel etwas höher. Vor allem aber fehlen bei 4. Geinitzi die genannten Radialfalten, während anderer-
seits die bei dieser vorhandenen konzentrischen Streifen hier nicht beobachtet werden konnten.
Das einzige vorliegende Stück entstammt den Neu-Warthauer Schichten von Neu-Warthau selbst.
Berliner Museum für Naturkunde.
Avicula cf. modioliformis J. Mitt.
Wat. 12, Rio. 13.
1889, Avicula modioliformis MüLr. bei Houtzapren. Aachener Kreide, II, S. 225, Taf. 25, Fig. 23, 24.
Ein einzelnes nicht sehr gut erhaltenes Stück hat große Ähnlichkeit mit Hovzarrer’s Abbildung
von Avicula modioliformis MürL. Der schmale, in einen spitzen Wirbel auslaufende Hauptteil der Schale
ist deutlich gegen das verhältnismäßig große, spitzwinklige vordere, sowie das nur unvollständig er-
haltene hintere Ohr abgesetzt. Die Achse ist unter sehr spitzem Winkel gegen den Schloßrand geneigt.
Auf der Oberfläche ist eine feine konzentrische Streifung sichtbar.
Die Art wurde von Miniter und Horzarren aus dem Aachener Untersenon beschrieben. Das
vorliegende Stück soll dem Turon von Lähn entstammen, könnte aber auch der ja in der Lähner Mulde
bisher noch nicht ausgeschiedenen Plenus-Zone angehören. Löwenberger Realgymnasium.
Pectinidae Lan.
Pecten Kırıxn.
Pecten (Syncyclonema) conf. laminosus Goupr.
Taf. 12, Fig. 14.
1836. Pecten laminosus GOLDFUSS. Petref. Germ. IL, S. 76, Tat. 99, Fig. 9.
1841. Pecten orbicularis Reuss. Böhm. Kreide, II, 8. 27, Taf. 39, Fig. 5.
? 1871—75. Pecten laminosus GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 192, Taf. 43, Fig. 14.
1889. Pecten laminosus HOLZAPFEL. Aachener Kreide, II, S. 231.
! Reuss, Böhm. Kreide I, Taf. 32, Fig. 6, und Fritsch, Priesener Sch., S. 98, Fig. 120.
— 220 —
In der Lettengrube vom Vorwerksbusch bei Lowenberg (/7enus-Zone) und den gleichaltrigen
Schichten im Eisenbahndurchschnitt bei Hartelangvorwerk finden sich ziemlich häufig einzelne Klappen
eines Pecten mit breiten, deutlich markierten konzentrischen Streifen, die wieder noch feinere konzen-
trische Linien zeigen. Die Ohren sind klein und etwa gleich, der Schloßkantenwinkel ist ein klein wenig
größer als ein rechter.
Die Stücke passen gut zu Pecten laminosus Goupr., der ebenfalls auf der einen Klappe konzen-
trische Streifen trägt, während die andere Klappe glatt ist. Auf letztere ließen sich einige glatte Pecten-
Bruchstücke aus den gleichen Schichten sowie ein Steinkern aus den Gr.-Rackwitzer Mergeln beziehen,
der an dem stumpfen Wirbel noch Schalenreste erkennen läßt. Allerdings könnten diese Stücke auch
mit gleichem Rechte auf beiderseits glatte Pectiniden, wie Pecten laeris oder membranaceus bezogen
werden. Ebenso ergäbe sich für die gerippte Klappe auch die Möglichkeit einer Zurechnung zu Pecten
laminosus bei GEixiTz, der, wenn die Beschreibung von Gernirz zutrifft, eine andere Form darstellen
würde, da hier beide Klappen gerippt sein sollen. Mir selbst sind ausgewachsene, beiderseits gerippte
Schalen jedoch nicht bekannt, so daß die Zurechnung zu P. laminosus GotLpr. zunächst das Natürlichste
bleibt. Von Bedeutung wären in dieser Beziehung nur eine kleine rechte und linke Schale von 5 mm
Durchmesser aus den Gr.-Rackwitzer Scaphiten-Mergeln (Geol. Landesanstalt No. 897, 898), die beide
gerippt sind, indes durch ihre sehr kleinen Ohren und den größeren Schloßkantenwinkel etwas ab-
weichen. Übrigens ist auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß Schalen in der Jugend eine
konzentrische Streifung besitzen, dann aber eine glatte Oberfläche bekommen, wie dies z. B. bei der
englischen Form nach den Abbildungen von Woops gelegentlich vorzukommen scheint. !
Uber die Synonymik der vorliegenden Form hat sich Horzarren eingehend geäußert. Sie ist
nach ihm als P. /aminosus Goupr. zu bezeichnen, da die von Gotpruss abgebildete Form von ?. laminosus
Mant. verschieden ist und letzterer in die Synonymik von P. orbicularis Sow. fällt, während sie Woops
allerdings fraglich unter die Synonyma von P. orbieularis mit aufgenommen hat. Doch ist bei der
englischen Form nach Woops die rechte”, bei der Gotpruss’schen die linke Klappe die gerippte.
Außer Pecten laminosus Grinirz betrachtet Horzarren auch die von Fritsch als /aminosus auf-
geführte böhmische Form * als verschieden, die einen Schloßkantenwinkel von etwa 90° erkennen läßt,
eine Besonderheit, derentwegen auch die von p’Orpiany* und Norruına® abgebildeten Formen nicht
hierher gehören sollen. Daß in Böhmen Formen mit etwas stumpferem, einen rechten nur wenig über-
treffendem Schloßkantenwinkel vorkommen, zeigt Pecten orbicularis bei Reuss, der ebenfalls einseitig ge-
rippt ist und wohl in die Synonymik von P. laminosus Goupr. fällt, wie auch das Vorkommen recht-
winkliger und stumpfwinkliger Formen in Schlesien nebeneinander erwähnt wurde. Es erscheint mir
daher fraglich, ob man auf Grund so geringer Winkelunterschiede Formentrennungen vornehmen kann.
Die Art liegt mir aus der Löwenberger Kreide nur aus den beiden genannten Horizonten Plenus-
Zone und Gr.-Rackwitzer Scaphitenmergel vor, die faziell ja ähnlich entwickelt sind und auf etwas
! Cret. Lamellibr. I, vergl. Taf. 27, Fig. 78.
2 Die skulpturierte Klappe, Fig. 4, Taf. 27, bei Woops sieht nach der Abbildung allerdings mehr wie eine linke
Klappe aus.
3 Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 136, Fig. 126.
‘ Terr. crét. Lamellibr., I, Taf. 433, Fig. 14—16.
5 Baltische Cenomangeschiebe, Taf. 3, Fig. 4, 5.
1991 —
tieferes Wasser deuten, während sie in den rein sandigen oder mergelig-sandigen Schichten dazwischen
nicht beobachtet werden konnte. Dagegen ist sie in Böhmen, wenn man P. orbieularis bei Reuss hierher
rechnet, auch in solchen, so im Exogyrensandstein von Malnitz, gefunden worden. Aus jüngeren Schichten
der südostdeutschen Kreide ist sie noch nicht bekannt geworden, während sie im Nordwesten, wie bei
Aachen, gerade im Senon verbreitet ist.
Pecten (Syncyclonema) spatulatus A. Rorn.
Taf. 12, Fig. 18.
1841. Pecten spatulatus A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 50, Taf. 8, Fig. 7.
1888/89. Pecten spatulatus 1loLzaprEeL. Aachener Kreide II, S. 233, Taf. 26, Fig. 3, 5.
Ein einzelnes Stück stimmt gut mit der Abbildung bei A. Roemer überein und zeigt insbesondere
auch den charakteristischen stumpfen Schloßkantenwinkel und die wenig gebogenen, mit den Schloß-
kanten stumpfwinklig zusammenstoßenden Seitenkanten, die dem Ganzen den spatenförmigen Habitus geben.
Diese Rormer’sche Form ist vielfach mit Pecten membranaceus Nırs.' identifiziert worden, während
sie GEinırz zu Pecten Nilsoni Goupr.? rechnet, welch letzterer sich, wie Horzarren ausführt, durch die
ungleichen Ohren und den Byssusausschnitt von membranacens unterscheidet; allerdings ist der Unter-
schied in der Größe der Ohren in der linken Klappe nur sehr unbedeutend. Ferner hatte schon Grinirz
auf die verschiedene Größe des Schloßkantenwinkels hingewiesen, der wenigstens in der Gonpruss’schen
Figur merklich größer ist als bei Nizsox, wo er etwa ein rechter ist. Da auch Roemer ausdrücklich auf
die Ungleichheit der Ohren bei seiner Form aufmerksam gemacht hat, so ist die Vereinigung mit membra-
naceus wohl auf alle Fälle zu verwerfen, doch möchte ich mit Horzarrer auch an der Trennung von
P. Nilsoni vorläufig festhalten. Leider ist die Form der Ohren bei dem vorliegenden Stücke infolge der
mangelhaften Erhaltung nicht festzustellen.
Das einzige Stück stammt aus dem Löwenberger Mergelsandstein der Mittelberge. Geologische
Landesanstalt.
Pecten (Camptonectes) virgatus Nizs.
1827. Pecten virgatus NiLSON. Petrif. Suec., S. 22, Taf. 9, Fig. 15.
1843. Pecten curratus GEINITZ. Kieslingswalde, S. 16, Taf. 3, Fig. 15.
1846. Pecten arcuatus und divaricatus Reuss. Böhm. Kreide Il, >. 27, Taf. 39, Fig. 7, S. 28, Tat. 39, Fig. 6.
1872. Pecten curvatus GEINITZ. Elbtalgeb. J, S. 193, Taf. 43, Fig. 15; II, S. 33, Taf. 10, Fig. 1.
1877. Pecten curvatus Fritsch. Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 136, Fig. 127.
1899. Pecten virgatus HOLZAPFEL. Aachener Kreide, II, S. 299, Taf. 26, Fig. 7—9.
1902. Pecten curvatus Woops. Cret. Lamellibr., I, S. 159, Taf. 29, Fig. 7, Taf. 37, Fig. 16.
Das Hauptmerkmal der Art, die charakteristische Anordnung der Rippen, die von der Mitte nach
außen umgebogen sind und sich vielfach gabeln oder durch Neueinsetzung vermehren, ist bei allen
Stücken gut wahrzunehmen. Es kommen in der Löwenberger Kreide nur feingerippte Formen vor,
während, wie Horzarren ausgeführt hat, die Stärke der Berippung sonst sehr veränderlich sein kann,
wie auch der Umriß insofern Schwankungen unterliegt, als er bald mehr kreisförmig, bald mehr oval ist.
1 Petrif. Suec., S. 23, Taf. 9, Fig. 16.
2 Petref. Germ., II, Taf. 99, Fig. 8.
— 222 —
Als Pecten Kalkowskyi hat Perrascuex! aus der Zone des Actinocamax plenus in Böhmen eine
Form beschrieben, die sich von der vorliegenden durch bedeutendere Größe, bis zu 33 mm Höhe, etwas
größere Breite bezw. mehr kreisförmige Gestalt, etwas größeren Schloßkantenwinkel, feinere Rippen und
Neigung zur Spaltung dieser an den Rändern auszeichnet. Stücke mit ganz ähnlicher Berippung und
von gleicher Größe wie die Fig. 2—4 bei Prrrascner dargestellten liegen von Neu-Warthau vor, doch
möchte ich dieselben in Anbetracht der großen Veränderlichkeit der Art vorläufig nur als Varietät
betrachten.
Nachdem Zırrter? den Geinirz’schen P. curvatus von Kieslingswalde mit dem Nitson’schen P. vir-
gatus vereinigt hatte, wurde die Art, je nachdem die Zusammengehörigkeit beider anerkannt wurde oder
nicht, bald unter dem letzteren, bald unter dem ersteren Namen aufgeführt, da die Abbildungen bei
Nırsox und HısinGEr sehr ungenügend sind. Woops hat neuerdings in seiner Monographie der Kreide-
bivalven wegen Mangels an Vergleichsmaterial wieder den Gerrnirz’schen Namen gewählt. Ich folge
Horzarrev, der auf Grund schwedischen Materials die Übereinstimmung mit der Aachener Form fest-
stellte, die wieder ganz mit der vorliegenden und dem sächsischen cwrvatus übereinstimmt.
Pecten virgatus wird in Sachsen, Böhmen und Oberschlesien bereits aus dem Cenoman genannt,
dem auch die englische Form angehört, und geht durch die ganze obere Kreide hindurch. In der Löwen-
berger Kreide ist er in den Neu-Warthauer Schichten bei Neu-Warthau selbst sowie als Geschiebe bei
Hohlstein nicht selten.
Pecten (Chlamys) spec. (conf. acuminatus GEIN.).
Conf. 1842. Pecten acuminatus GEINITZ. Charakteristik II, S. 84, Taf. 21, Fig. 6.
Conf. 1871—75. lecten acuminatus GEINITZ. Elbtalgeb. T, S. 194, Taf. 43, Fig. 16.
Eine Reihe hochovaler Steinkerne diirften, soweit der Erhaltungs-
zustand in ganz grobem Sandstein es erkennen läßt, Pecten acuminatus
nahestehen. Die Höhe erreicht mehr als das 1!/2fache der Breite, die
Seitenränder stoßen unter einem Winkel von 50—60° zusammen, die
Zahl der Rippen läßt sich nicht genau feststellen, scheint aber etwas
kleiner als bei Preten acuminatus typ. zu sein; sie sind in der Mitte der
“ Schale sehr grob, werden an den Rändern aber feiner und daher in dem
sehr grobkürnigen Sandstein undeutlich.
Die Stücke stammen aus dem oberen Rabendockenquader am Bahn-
hof Hermsdorf, dessen Niveau etwa dem Brongniarti-Quader entspricht,
Fig. 36. gehören also einem jüngeren Horizont an als der typische sächsische
Pecten spec. (conf. acuminatus GEIN.). — Peeten acuminatus, der sich im Cenoman-Quader findet. Der ebenfalls
Oberer Rabendockenquader (Brong-
niarti-Quader) Bahnhof Hermsdorf
a. d. Katzbach. Samml. d. Verfassers. verschieden, da er nach Angabe des Autors ungleichklappig ist. Samm-
(Das 8.21 angeführte Vorkommen im Löwen- : f. ,
berger Cenoman hat sich nicht bestatigt.) lung des Ver assers.
jüngere Pecten acuminatus bei Frrrscu® ist von der sächsischen Form
1 Die Zone des Actinocamax plenus in der Kreide des östlichen Böhmen, Jahrb. d. k. k. Reichsanstalt 55. 1905. S. 431.
2 Gosaubivalven, S. 109.
3 Iserschichten, S. 116, Fig. 89.
= a9
Pecten (Chlamys) spec. (1).
Ein schlecht erhaltener Steinkern aus dem groben Sandstein des Popelberges von etwa 4 cm
Höhe und 3 cm Breite mit kleinem vorderen Ohr, das einen Byssusaussehnitt erkennen läßt. Die größte
Breite liegt etwa in der Mitte. Die Rippen sind fadenförmig und durch etwa 3 - 4 mal so breite Zwischen-
räume getrennt. Ihre Zahl läßt sich infolge des Erhaltungszustandes nicht genau bestimmen, ich schätze
sie auf 16—18. Außerdem sind einzelne konzentrische Wülste erkennbar. Am ähnlichsten wird /’ecten
Mantelli p’Ors., doch dürfte das mittelturone Stück kaum dieser im Senon verbreiteten Art angehören.
Geologische Landesanstalt No. 318.
Pecten (Chlamys) spec. (conf. saxonicus ScuP.).
Textfigur 37.
conf. 1871—75. Pecten multicostatus GEINITZ. Elbthalgeb. I, S. 199, Taf. 45, Fig. 1 (non NıLson).
Einige schlecht erhaltene, nicht ganz vollständige Steinkerne
meiner Sammlung aus dem höheren Rabendockensandstein am Bahnhof
Hermsdorf werden der von Gernitz als Pecten multicostatus Nıus. be-
schriebenen Art am ähnlichsten, doch ist die Bestimmung infolge der
schlechten Erhaltung nicht ganz sicher. Die Grixirz'sche Form aus
sächsischem Cenoman dürfte offenbar etwas anderes sein als die von
Nitson zuerst beschriebene, von HisixGer abgebildete Form aus der
obersten Kreide von Schonen sowie die von GoLpruss abgebildete
Maastrichter Form und muß daher wohl neu benannt werden. Sie
unterscheidet sich besonders durch die Gestalt des vorderen rechten
Ohres mit tiefem Byssusausschnitt sowie die Form der Rippen, die
bei der jüngeren Form mehr abgeflacht und auch etwas enger ge- Fig. 37.
die suche: - Peeten (Chlamys) spec.
stellt erscheinen. Fiir die siichsische Form schlage ich den Namen nr = pst
: : ; : . Oberer Rabendockensandstein (Brong-
Pecten saxonieus vor, der also vielleicht auch auf die vorliegende |
niarti-Quader) am Bahnhof Hermsdorf.
schlesische, etwas jüngere Form anzuwenden wäre. Sammlung des Verfassers.
Pecten (Chlamys)' decemcostatus Go.pr.
1834. Pecten decemcostatus GOLDF. Petref. Germ. II, S. 53, Taf. 92, Fig. 2.
1846. Pecten decemcostatus Reuss. Böhm. Kreide I, S. 28, Taf. 39, Fig. 14.
1871—75. Pecten decemcostatus GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 35, Taf. 10, Fig. 8, 9.
1905. Pecten decemcostatus PETRASCHEK. Zone des Actinocamax plenus in Böhmen, Jahrb. d. k. k. Reichsast. 55,
S. 429, Taf. 10, Fig. 5-7.
1 Da es mir fraglich ist, ob die vielfach, so auch neuerdings von Woops innerhalb von Chlamys angenommene
„Sektion“ Aequipecten FISCHER mit kreisförmigem Umriß und radialen Rippen eine natürliche Gruppe darstellt, so habe ich
von der Ausscheidung eines Formenkreises unter diesem Namen abgesehen. Allerdings wird man die Untergattung Chlamys,
die nach FISCHER v. WALDHEM durch ungleiche Ohren und tiefen Byssusausschnitt ausgezeichnet ist, dann noch etwas weiter
zu fassen haben. Die sich gelegentlich findende Angabe der Gleichklappigkeit bei Aequipecten gegenüber dem etwas un-
gleichklappigen Chlamys entspricht weder der Definition bei Fischer (Manuel de Conchyliologie) noch durchweg den Be-
zeichnungen bei Woops, ebenso gibt Dati (Transact. of WAGNER free Inst. of Science III, 1898, S. 695) beide als fast gleich-
klappig an. Übrigens hält auch E. PnıLıppı Aequipecten nicht für eine einheitliche Gruppe, doch spricht er trotzdem von einem
Subgenus Aequipecten (Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 1900, S. 96).
Die älteren Beschreibungen der Art, die durch ihre {0 oder auch nur 9 Rippen mit breiten
Zwischenräumen leicht kenntlich wird, sind in neuerer Zeit durch PerrascHek im einzelnen noch etwas
ergänzt worden. Der Schloßkantenwinkel, der stets ein rechter sein soll, erreicht bei den vorliegenden
Stücken nicht ganz diesen Betrag, wie er übrigens auch in den Figuren bei P£errascHer etwas kleiner
erscheint. Von den 10 Rippen sind nur 8 kräftiger, die beiden äußeren dagegen ziemlich schwach.
Der tiefe Byssusausschnitt des vorderen rechten Ohres ist gut sichtbar. Die Oberfläche zeigt eine
feine konzentrische Skulptur.
P. decemcostatus ist in der Löwenberger Kreide ziemlich selten, er ist bisher nur aus der Brong-
niarti-Zone der Mittelberge (geologische Landesanstalt) sowie von Neu-Warthau (Museum für Natur-
kunde) bekannt geworden. Das Vorkommen in den Mittelbergen entspricht dem böhmischen im Exogyren-
sandstein von Malnitz, aus dem Reuss die Art aufführt. Frrrscu nennt die Form nicht, vielleicht weil
das von Reuss abgebildete Stück, das den Beginn einer Dreiteilung der Rippen erkennen läßt, nicht
ganz typisch ist, doch macht auch PurrascHer, der die Art in der Plenus-Zone fand, auf dieses Merk-
mal aufmerksam. In Sachsen ist die Art aus jüngeren als mittelturonen Schichten nicht bekannt,
während sie in Bayern noch in die Marterberg-Schichten hinaufgeht.
Pecten (Chlamys) hispidus Gotpr.
Textfigur 38.
1834. Pecten hispidus GoLDF. Petref. Germ. II, S. 59, Taf. 94, Fig. 4.
1846. Pecten serratus Reuss. Böhm. Kreide, If, S. 30, Taf. 39, Fig. 19.
1863. Pecten serratus DRESCHER. Lowenberg, S. 353.
1863. Pecten serratus KuntH. Kreidemulde von Lähn, S. 725.
1871. Pecten hispidus Geinitz. Elbtalgebirge, I, S. 197, Taf. 44, Fig. 9, 10.
1893. Pecten serratus FRITSCH. Priesener Schichten, S. 101, Fig. 124 (non Pecten serratus Fritsch. Iserschichten,
S. 84, Fig. 80).
Mehrere Abdrücke von ovalem Umriß, langen, etwa der halben Höhe ent-
sprechenden Seitenkanten und zahlreichen, sehr stark schuppigen Rippen, die durch
breitere Zwischenräume getrennt werden. Zwischen den Rippen sind mitunter feinere
Rippchen bemerkbar. Obwohl sich dieses Merkmal weder in der Gorpruss’schen
Abbildung noch Beschreibung findet, sind die vorliegenden Stücke doch von dieser
Art nicht zu trennen; auch in den Gernirz’schen Abbildungen ist die gelegentliche
Einschaltung einer schwächeren Rippe bemerkbar. Das Gleiche gilt von dem sehr
nahestehenden und wohl nicht immer leicht zu trennenden Pecten Robinaldinus D’ORB.,'
bei dem, wie Woops erwähnt, mitunter feinere und stärkere Rippen abwechseln.
Die Form nähert sich hierdurch Peeten serratus GoLpr.,” bei dem die Einschiebung
Pecten hispidus GOLDF.
Cenomanquader. Hum- schwächerer Rippen die Regel wird.
prich bei Lähn. Aus- Letztere Form ist sicher verschieden von Pecten serratus Nıus., unter welchem
gußeinesHohldruckes. Namen die vorliegende Art von Kuyru und Drescher aufgeführt wird. Sie unter-
Nach Photographie.
Berliner Museum für “
Naturkunde den Rippen von P. serratus Nits. Gerxrrz hat bereits die Form Kunrus in die
scheidet sich ebenso wie P. hispidus Goupr. durch die breiten Zwischenräume zwischen
: Vergl. Woops, Cretaceous Lamellibranchia, I, 1902, S. 181, Taf. 34, Fig. 7—12, Taf. 35, Fig. 1—10.
2 Petref. Germ., II, Tat. 94, Fig. 3.
Synonymik seines Pecten hispidus aufgenommen. Unter den von Frrrscn als Peeten serratus abgebildeten
Formen dürfte diejenige aus den Priesener Schichten hierher gehören, wogegen die aus den Iserschichten
abgebildete Form ein echter serratus sein könnte.
In der Löwenberger Kreide kenne ich die anderweitig, wie es scheint, in der ganzen oberen
Kreide verbreitete Art nur aus dem Cenoman, so aus dem Quader südöstlich Schmottseiffen, vom Humprich-
berg usw. (Berliner Museum für Naturkunde).
Pecten (Chlamys) Royanus v’ÖrBıanY.
Taf. 14, Fig. 11 u. 12.
1846. Pecten Royanus D'ORBIGNY. Terr. crét., III, S. 613, Taf. 438, Fig. 7—12.
1865. Pecten Royanus Z1TTEL. Bivalven der Gosaugebilde, S. 113, Taf. 18, Fig. la, b.
Es liegen zwei ziemlich große Abdrücke vor, von denen nur der eine (Löwenberger Realgymnasium)
die äußere Form erkennen läßt, während bei dem andern (Geologische Landesanstalt) die Skulptur noch
etwas schärfer ausgeprägt ist.
Das erstgenannte Stück, eme linke Klappe, besitzt hochovale Form und ist 8 cm hoch und
5'/2 cm breit. Die größte Breite liegt etwas über der Mitte. Der Winkel am Wirbel beträgt etwa 72°.
Von den Ohren ist das vordere etwas größer als das hintere. Beide sind sehr scharf abgesetzt. Das
hintere ist stumpfwinklig, das vordere etwa rechtwinklig. Die sehr charakteristische Skulptur besteht
aus zahlreichen Bündelrippen. Jedes Bündel wird von einer stärkeren Haupt- und zwei schwächeren
Nebenrippen gebildet, die sich nach dem Wirbel hin zu einer zugeschärften Rippe vereinigen. Jede
Hauptrippe ist etwa doppelt so stark wie die Nebenrippen und hebt sich über diese hmaus, nach den
Seiten zu verwischt sich der Unterschied zwischen Haupt- und Nebenrippen, wie dies ähnlich auch
ZırreL in Fig. fe andeutet. Die Zahl der Rippen, die von p’OÖrBıeny und ZırreL auf 26 angegeben
wird, ist hier etwas größer und übersteigt 30. Außerdem sind feine konzentrische Streifen bemerkbar.
Eine feine konzentrische und Radialskulptur ist auch auf den Ohren wahrzunehmen.
Am ähnlichsten wird Pecten elongatus Lam. bei Geinttz ', der eine ähnliche Bündelung der Rippen
erkennen läßt, aber stärkere, schuppige (Juerskulptur zeigt und bei dem auch der Unterschied zwischen
Hauptrippen und Nebenrippen in jedem Rippenbündel weniger stark ausgebildet ist.
Die im französischen Senon und in der Gosauformation vorkommende Art ist in der böhmisch-
sächsischen Kreide bisher noch nicht bekannt geworden. Die beiden einzigen vorliegenden schlesischen
Stücke stammen aus den untersenonen Sandsteinen von Wenig-Rackwitz.
Pecten (Chlamys) spec. (2).
Textfigur 39.
Aus dem Plenusmergel der Lettengrube stammt ein großer, ovaler, der Kreisform genäherter
Pecten-Steinkern mit geringen Schalenresten von 5 cm Breite und 5'/2 em Höhe. Die Oberfläche zeigt
sehr zahlreiche feine Rippen, die vorn und hinten so fein werden, daß hier der Steinkern fast glatt
erscheint. Deutlicher sind sie auf den Schalenresten am Unterrande ausgeprägt. Es scheinen auch
1 Elbtalgeb. I, Taf. 44, Fig. 2—4.
Palaeontographica. Suppl. VI. 29
226 —
hier Bündelrippen, bestehend aus stiirkeren und schwiicheren faden-
förmigen Teilrippchen, vorhanden gewesen zu sein. Dieselben lassen
deutliche schuppige Knötchen erkennen. Infolge der Spärlichkeit
der Schalenreste können nähere Angaben nicht gemacht werden.
Das vordere rechtwinklige Ohr ist groß, das hintere stumpfwinklige
etwas kleiner, der Winkel am Wirbel erreicht nicht ganz einen
rechten. Sammlung DRESLER.
Pecten (Chlamys) asper Lam.
1819. Pecten asper Lamarck. Anim. s. vertébre VI, S. 180.
1846. Pecten asper Reuss. Böhm. Kreide II, S. 30, Taf. 40, Fig. 1.
1872— 75. Pecten asper GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 198
1902. Pecten asper Woops. Cret. Lamellibr. I. S. 186, Taf. 35, Fig. 12,
Taf. 36, Fig. 1—4.
Pecten asper ist allenthalben im Löwenberger Cenoman die
Fig. 59. häufigste Art. Sie fand sich an der Neuländer Harte, den Moyser
Ben CU EEE | Felsen, bei Taschenhof an der Katzbach, an der Steinmiihle siidlich
Plenusmergel der Lettengrube am Vor-
werksbusch bei Löwenberg. Nach Photo-
graphie. Sammlung DRESLER. - anderen Punkten. In allen Sammlungen.
von Wolfsdorf, bei Pilgramsdorf, am Humprichberge und vielen
Pecten (Chlamys) Dujardini A. Roem.
1834. Pecten ternatus MÜNSTER bei GoLpruss Petref. Germ. II, S. 52, Taf. 91, Fig. 13.
1841. Pecten Dujardini und ternatus A. ROEMER. Norddeutsche Kreide S. 53.
1843. Pecten Dujardini D'ORBIGNY. Terr. crét. III, S. 615, Taf. 439, Fig. 5—11.
1846. Pecten ternatus und rarispinus Reuss. Böhm. Kreide II, S. 30, 31, Taf. 39, Fig. 15—17.
1872— 75. Pecten ternatus GEINITZ. Elbtalgeb. Il, S. 36, Taf. 19, Fig. 10—13.
1877. Pecten ternatus Fritsch. Weißenberger Sch., S. 137, Fig. 129.
Einige kreisförmige Steinkerne und Hohldrucke, teilweise mit erhaltener Schale, aus dem Sca-
phitenmergel von Gross-Rackwitz (Löwenberger Realgymnasium, geologische Landesanstalt), zeigen die
charakteristischen Rippenbündel dieser Art. Jedes derselben besteht aus einer kräftigeren Hauptrippe,
an die sich jederseits eine bedeutend schwächere anlehnt und ist von dem nächsten Bündel durch
einen breiten Zwischenraum getrennt. Auf der Innenseite der Schale lassen sich in den Zwischen-
räumen der Rippenbündel Andeutungen feinerer Rippen beobachten. Auf der Außenseite treten die
letzteren in der Regel deutlicher hervor; bekanntlich hat diese Verschiedenheit auch ursprünglich zu
der doppelten Benennung Peeten ternatus für einen Steinkern und P. Dujardini für Schalenexemplare
Anlaß gegeben.
Nach Woops sollen von den von Gernitz als Pecten Dujardini abgebildeten Formen, Fig. 10 und
11, nicht hierher, sondern zu dem von ihm aufgestellten Pecten pexatus' gehören, von dem sich P. Dujar-
dini durch die schwächer auftretenden Dornen, die schärfer ausgeprägten Bündelfalten und die unbe-
stimmteren Nebenrippchen unterscheidet, doch ist es mir fraglich, ob man hier wirklich innerhalb der
1 Cretac. Lamellibr. I. S. 190, Taf. 34, Fig. 5, 6, 7.
sächsischen Formen eine Unterscheidung treffen kann, zumal beide Stiicke nur von der Innenseite ab-
gebildet sind.
Pecten Dujardini findet sich in Schlesien sonst noch im Turon von Oppeln’ sowie den entkalkten
Plänern von Kudowa (Mittelturon). In Böhmen scheint die Form bereits in der Plenus-Zone aufzutreten,
da unter den von PerrascueK als P. peratus? abgebildeten Stücken wohl Fig. 8 noch hierher ge-
hören dürfte. Wenigstens zeigt es deutlich die scharf von einander geschiedenen Rippenbiindel. Sie geht
dann bis in die Priesener Schichten hinauf. In Sachsen ist sie vorwiegend in der Scaphitenzone, so
bei Strehlen und in den Mergeln der Teplitzer Straße verbreitet. Anderwärts auch noch im Senon,
so im Untersenon von Braunschweig, Westfalen und Aachen, im Obersenon von Nagorcany nach Kyer,
wie sie auch in Frankreich von mehreren Senonpunkten zitiert wird.
Pecten (Lyriopecten) nov. spec.
Taf. 13, Fig. 8.
Es liegen zwei Abdrücke und ein Steinkern eines großen Pecten von 7 em Durchmesser aus
dem Cenomanquader von Langvorwerk vor (Geologische Landesanstalt), der leider zur Aufstellung einer
neuen Art zu schlecht erhalten ist. Die Form zeigt etwa gleiche Breiten- und Höhenausdehnung und trägt
12 starke, gerundete Falten, die durch gleich breite, hohlkehlenförmige Rinnen getrennt werden. Das
eine Stück zeigt den Abdruck kräftiger, blätteriger Anwachsstreifen, die stellenweise aufgestülpt er-
scheinen und zur Ausbildung kleiner Dornen Anlaß geben. Der Umriß der Ohren ist nur bei einem
Stücke schwach angedeutet.
Am ähnlichsten wird der viel jüngere P. Szeremensis Peruö°?, der indes eine etwas geringere
Faltenzahl aufweist, auch erscheinen seine Falten flacher und weniger stark geschuppt; ferner nehmen
diese bei der vorliegenden Art nach den Seiten hin deutlicher an Stärke ab als bei der Prrmö’schen
Form. Ich stelle die Art zu Lyriopecten, zu der Zırter den durch ähnliche Faltenbildung ausgezeichneten
P. septemplicatus Nırs. zu rechnen geneigt ist.
Vola Kier.
Vola aequecostata Lam.
1819. Pecten aequecostatus LAMARCK. Anim. s. vert. VI, S. 181.
1833. Pecten aequecostatus GOLDFUSS. Petref. Germ. II, S. 54, Taf. 92, Fig. 6.
1846. Pecten aequecostatus Reuss. Böhm. Kreide II, S. 32, Taf. 39, Fig. 22, Taf. 40, Fig 2, 3.
1863. Pecten aequecostatus DRESCHER. Löwenberg, S. 354.
1872—75. Vola aequicostata Geinitz. Elbtalgeb. I, S. 200, Taf. 45, Fig. 5—7.
Die gleichmäßig gestreifte, stark gewölbte Form ist im Löwenberger Cenoman sehr häufig. Sie
fand sich bei Taschenhof an der Katzbach, in den Steinbriichen zwischen Wolfsdorf und Konrads-
waldau in 400 m Höhe, im Quader von Moys bei Löwenberg, am Humprichberg in der Lähner Kreide,
im Cenomanbruche gegenüber Bahnhof Mauer-Waltersdorf und anderen Punkten. Löwenberger Real-
gymnasium, Sammlung Drester, Sammlung ScHorz, Sammlung des Verfassers.
! ROEMER, Geologie von Oberschlesien, S. 340, Taf. 29, Fig. 2, Tat. 37, Fig. 5.
? Zone d. Actinocamax plenus, S. 430, Taf. 10, Fig. 8 und 9.
3 Die Hypersenonfauna des Peterwardeiner Gebirges. Palaeontograph. 52, S. 208, Taf. 15, Fig. 2, 3.
0 =
Vola quinquecostata Sow.
1814. Pecten quinquecostatus SOWERBY. Min. Conch., S. 21, Taf. 56, Fig. 4 8.
1872—75. Vola quinquecostata GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 201, Taf. 45, Fig. 8, 9; I, Taf. 10, Fig. 17, 18.
Die nach Woops schon im Gault vorkommende, bis ins Obersenon zitierte Art ist im Mergel-
sandstein der Mittelberge nicht selten (Geologische Landesanstalt, Sammlung des Verfassers, Sammlung
SCHOLZ); ferner sammelte ich sie in dem etwas jiingeren Hermsdorfer Mergelsandstein des Haselberges
bei Pilgramsdorf. Bei den Stücken der Mittelberge ist die eine der äußeren Zwischenrippen mitunter
etwas schwächer, indem sie sich an die nebenstehende Hauptrippe anlehnt. Bisweilen wird diese Rippe
so schwach, daß sie nur noch mit Mühe wahrgenommen werden kann, wodurch eine Annäherung an
Vola quadricostata entsteht, wie dies auch G. Mürzer ähnlich von Stücken des Harzrandes erwähnt!.
Vola quadricostata Sow. et mut. Faujasi Pıcr. Camp.
1814. Pecten quadricostatus Sowerby. Min. Conch. I, S. 121, Taf. 56, Fig. 1, 2.
1834—40. Pecten quadricostatus GoLpruss. Petr. Germ. II, S. 54, Taf. 92, Fig. 7.
1863. Pecten quadricostatus DRESCHER. Löwenberg, S. 354.
1872—75. Vola quadricostata GEINITZ. Elbtalgeb. II, S. 37, Taf. 10, Fig. 14—16.
1889. Vola quadricostata HOLzAPFEL Aachener Kreide, II, S. 237, Taf. 26, Fig. 20.
1903. Vola quadricostata Woops. Cret. Lamellibr. I, S. 210, Taf. 40, Fig. 6, 7, Textfigur 3, 5.
Nachdem Horzarrern darauf hingewiesen hatte, daß sich unter dem Namen Vola quadricostata
Sow. wohl verschiedene Formen verbergen, ist neuerdings auch Woods, der auf Pıcrer und CampicHE?
zurückgeht, für eine Trennung der älteren cenomanen von der jüngeren Form eingetreten. Während
indes Horzarren ebenso wie n’OrBIGNY” die senone Form als die typische ansieht, beschränkt Woops
den Namen quadricostata auf die ältere Form, der die ursprüngliche Sowergy'sche angehört und bezeichnet
mit Picrer und Campicue die jüngere als Vola Faujasi. Unterschiede sind nach ihm die bedeutendere
Größe, der längere Schloßrand bezw. die größeren Ohren und der größere Schloßkantenwinkel der
älteren Form. Woops rechnet dabei auch die Geinitz’schen Figuren zu quadricostata typ., von denen
Fig. 14 vom Salzbergmergel also schon aus dem Senon stammt. Die letztgenannte Form zeigt gleich-
zeitig, wie übrigens auch eine Durchsicht der Figuren in den verbeitetsten Werken wie Goupruss»
D'ORBIGNY u. a. dab auch im Senon große Formen vorkommen, während andererseits die Original-
abbildung bei Sowersy sogar kleiner ist als viele jüngere Stücke. Was die Größe der Ohren anbelangt,
so zeigt die Grinirz’sche Abbildung der jüngeren Kieslingswalder Form größere Ohren als manche der
von Woops noch zu der älteren Art gerechneten Formen. Doch scheint das immerhin eine Ausnahme;
was ich sonst an Exemplaren der jüngeren Form kenne, hat durchweg kleinere Ohren als das von
Woops abgebildete Stück, andererseits entspricht die bei Briarr und Corner abgebildete Cenomanform *
in diesem Punkte ganz der Figur bei Woops, ein Stück aus dem Löwenberger Cenoman zeigt gleich-
falls die großen Ohren (Löwenberger Realgymnasium). Ebenso ist infolge etwas größerer Höhe der
Schloßkantenwinkel bei den mir bekannten jüngeren Formen meist etwas spitzer, so daß also die Ab-
! Untersenon von Braunschweig, S. 35.
2 Foss. terr. crét. St. Croix. Mat. Pal. Suisse 1870, ser. 5, S. 250, 252.
> Prodr#11 252.107
* Meule de Bracquegnies. Mém. Acad. royale de Belgique 1868, Taf. 4, Fig. 21, 22.
i i a Ze
— 229 —
trennung wenigstens als Mutation ganz gerechtfertigt erscheint. Es wird weiter zu priifen sein, in wie-
weit sich bei cenomanen Stücken diese Abweichungen als konstant oder wenigstens vorherrschend er-
weisen. Nach Geinirz sind die cenomanen Stücke von den jüngeren nicht zu unterscheiden. Die Un-
gleichheit der Zwischenrippen, die v’OrBiany' zur Aufstellung einer besonderen Art Vola Geinitzi ver-
anlaßte, ist bedeutungslos, wie schon Kunru* hervorhob.
Typische Stücke im Sinne von Woops finden sich in der Löwenberger Kreide im Cenoman,
aus dem sie auch Kunrn beschrieb, bei Röhrsdorf und Schmottseifen. Allerdings ist nur bei einem Stein-
kern ein großes Ohr erhalten. Es sind ziemlich große Stücke mit vielfach ungleichen Zwischenrippen.
Sämtliche Rippen sind breiter als die Zwischenräume, während sich im Steinkern das Verhältnis um-
kehrt. Etwas kleinere Exemplare, durchschnittlich von der Größe des bei Horzarrer abgebildeten
Stückes, die also als mut. Faujasi Picrer et Camprcue zu bezeichnen wären, kenne ich aus dem Herms-
dorfer Mergelsandstein (Geologische Landesanstalt) und von Neu-Warthau. Aus jüngeren Schichten ist
sie mir hier nicht bekannt, während sie anderweitig, so bei Aachen, noch bis in die oberen Mucro-
natenschichten hinaufgeht.
Vola propinqua HouzarrEn.
Taf. 12, Fig. 19.
1889. Vola propinqua HoLzapreL. Aachener Kreide II, S. 238, Taf. 26, Fig 18.
Zahlreiche rechte und linke Klappen aus den Neu-Warthauer Schichten stimmen mit den Aachener
Originalen Horzarrens gut überein und zeigen insbesondere gegenüber der vorigen Art die schlankere
Form sowie die stärker vortretenden Hauptrippen, deren Zahl 5—6 beträgt. Von den drei Zwischen-
rippen wird die mittelste gelegentlich stärker, wie dies auch bei Aachener Exemplaren, wenn auch nicht
bei den Horzarprern’schen Figuren, zu sehen ist. Mitunter erscheint die eine der beiden äußeren Zwischen-
rippen nur sehr schwach ausgebildet und an die Hauptrippe, von der sie sich abspaltet, angelehnt, ge-
legentlich auch ist sie ganz verschwunden, sodaß nur noch zwei Zwischenrippen übrig bleiben.
Die Art wird Vola Dresleri Druscu.® sehr ähnlich, bleibt jedoch meist schlanker, auch habe ich das
Auftreten von 4 Zwischenrippen, wie es bei dieser Art vorkommt, noch nicht beobachtet. Immerhin sind
einzelne Exemplare so ähnlich, daß eine Unterscheidung schwerfiillt. Es muß vorläufig dahingestellt
bleiben, ob die Übereinstimmung der beiden Formen, von denen die eine dem Cenoman, die andere
dem Emscher angehört, ohne daß im Turon ähnliche Formen beobachtet werden konnten, auf Konver-
genz oder Verwandtschaft zurückzuführen ist. Auch Drescher war das Vorkommen solcher Formen
bekannt. Wenn er von einer wahrscheinlich zu lola Dresleri gehörenden Form von Neu-Warthau
spricht, so dürfte offenbar die vorliegende Form gemeint sein.
Die Art liegt außer von Neu-Warthau selbst (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung des Ver-
fassers, geologische Landesanstalt) noch aus den gleichaltrigen Schichten an der Chaussee Ludwigsdorf-
Gehnsdorf, dicht bei letztgenanntem Orte vor (Sammlung Scnorz). Das Vorkommen ist also etwas
älter als das Aachener untersenone. Es muß dahingestellt bleiben, was von andern als Fola quadricostata
zitierten Formen noch hierher gehören könnte.
1 Prodr. II, S. 197.
Kreidemulde von Lähn, S. 725.
3 Vergl. S. 230.
12
— 230 —
Vola Dresleri Drescu.
Textfigur 40 u. 41.
1863. Pecten Dresleri DRESCHER. Lowenberg, S. 354, Taf 9, Fig. 7.
Die von DrescHer beschriebene, auf die Plenuszone beschränkte Art ist nur in der Lettengrube
am Vorwerksbusch bei Löwenberg häufiger. Sie zeichnet sich durch 6 kräftige, kielförmige Haupt-
rippen in der rechten Schale aus, die im mittleren Teil derselben durch je 2 stärkere und meist noch
eine schwächere Nebenrippe, nach den Seiten hin durch 3 stärkere und oft eine vierte schwächere Neben-
rippe getrennt werden. Die Zwischenräume zwischen den letzteren entsprechen etwa den Nebenrippen
an Breite. Die Abbildung bei Drescher ist eine Kombinationsfigur und gibt die charakteristischen
Merkmale gut wieder, weshalb ich sie hier noch einmal habe reproduzieren lassen. Nicht immer sind
indes die Hauptrippen so gleichmäßig über die Schale verteilt, wie dies in der Drescuer’schen Abbildung
der Fall ist, in der die Mittellinie der Schale einen der Zwischenräume halbiert, wobei 3 Rippen
davor, 3 dahinter liegen. Dieselbe liegt vielmehr vielfach etwas vor bezw. fast auf der vierten Rippe,
so daß die hintersten Rippen etwas weiter auseinander stehen wie die vorderen. Von den beiden
40h
Figur 40 u. 41.
Vola Dresleri DRESCH. 40 rechte Klappe nach DRESCHER. 41 linke Klappe. Plenusmergel der Lettengrube am Vorwerksbusch.
Sammlung des Lüwenberger Realgymnasiums.
stärkeren Nebenrippen ist die mehr der Mitte geniiherte etwas, jedoch nur wenig, stärker als die andere,
die dritte Nebenrippe, die sich an eine der Hauptrippen anlehnt, ist oft nur mit Mühe erkennbar und läßt
sich nicht bis zum Wirbel hin verfolgen, so daß bei flüchtiger Betrachtung ohne Lupe überhaupt nur
zwei Nebenrippen vorhanden zu sein scheinen. Im Steinkern ist sie ganz verschwunden. Wie mitunter
bei Vola quadricostata vermehrt sich auch bei Vola Dresleri die Zahl der Nebenrippen in den Seitenfeldern
vielfach um eine weitere. Statt zwei sind hier drei etwas stärkere Rippen vorhanden, von denen die
mittelste am stärksten ist, die vierte ist auch hier ganz wesentlich schwächer und deutlicher nur mit
der Lupe wahrzunehmen. Die linke, von Drescher nicht mit abgebildete Klappe ist vollständig flach,
zeigt aber dieselbe Anordnung der Rippen; die letzteren werden hier gelegentlich nach dem Wirbel zu
undeutlich, sodass die Schale hier fast glatt erscheint.
Außer der leicht zu unterscheidenden Vola quadricostata ist am nächsten verwandt Vola alpina
D'Or8.', die bei p’Orsicny zwischen den Hauptrippen zwei gleich starke Zwischenrippchen erkennen
läßt, während sich bei G. Mürver ?” auf einer oder beiden Seiten noch eine äußerst feine, bedeutend
schwächere Nebenrippe von den Hauptrippen abspaltet. Die Art unterscheidet sich von diesen durch
die mehr kielförmigen Hauptrippen sowie den spitzeren Wirbel.
1 Terr. crét. II, Taf. 446, Fig. 4—8.
2 Untersenon von Braunschweig, Taf. 4, Fig. 7.
— 231 —
Limidae p’Ors.
Lima Brug.
Lima Haidingeri Zırr.
Taf. 13, Fig. 9; Taf. 14, Fig. 1; Textfiguren 42 u. 43.
1863. Lima plana DRESCHER, Löwenberg, S. 355.
1865. Lima Haidingeri Zivret, Bivalven der Gosaugebilde, S. 104, Taf. 16, Fig. 5 a—e.
1881. Lima plana WirLıser, Lowenberg, S. 117.
Es liegen ziemlich zahlreiche doppelklappige und einklappige Steinkerne einer Lima vor, die
sehr gut mit dieser Zırrer’schen Art überemstimmen und auch die gleiche Variabilität hinsichtlich ihrer
Gestalt zeigen wie diese Art. Die Form ist ausgezeichnet durch sehr langen, geraden Vorderrand. Der
42
Fig. 42 u. 43. 43
Lina Haidingeri Z1rr. 42 Untersenon, Sirgwitz. 43 Untersenon, Wenig-Rackwitz, nach Photographie. Beide Steinkerne
im Löwenberger Realgymnasium.
Hinterrand verläuft zuerst geradlinig und geht dann ganz allmählich in den flachbogigen Unterrand über.
Die Abweichungen in der Form sind bedingt durch die Schwankungen des Winkels am Wirbel, der ebenso
wie bei der Gosauform den rechten häufig kaum erreicht, während anderseits auch von den übrigen
nicht zu trennende Formen mit stumpfem Winkel am Wirbel vorkommen, doch zeigen spitzere und
stumpfe Formen den erwähnten langen Vorderrand, der nur ausnahmsweise bei Textfig. 43 etwas kürzer
wird. Am häufigsten sind Formen vom Habitus der Fig. 5a bei Zırrer; der Fig. 5b entspricht Taf. 14
Fig. 1, der Fig. 5e Taf. 13 Fig. 9. Die kleinen Ohren sind nur bei einigen Exemplaren zu beobachten,
ebenso der Abdruck der großen Ligamentgrube. Die Form ist stets flach gewölbt und läßt gelegentlich
eine Reihe konzentrischer Streifen erkennen.
Drescaer beschrieb die Art als Lima plana A. Rorm., die in der Tat äußerlich sehr ähnlich
wird, aber Radialskulptur besitzt. Er erwähnt auch eine solche, gibt aber im Gegensatze zu RoENER
por
an, daß dieselbe nicht bis zum Rande reiche, der wieder völlig glatt sein soll. Ich vermute, daß es
sich hier nur um eine feine, bei mehreren Steinkernen zu beobachtende, vom Wirbel ausgehende Run-
zelung handelt, die ganz der Drescuer’schen Beschreibung entsprechend nach dem Rande zu wieder
verschwindet und die nichts mit einer Oberflächenskulptur zu tun hat. Ein Stück aus der Sammlung
des Löwenberger Realgymnasium — Steinkern mit zugehörigem Schalenabdruck, auf dem ersteren
Radialrunzeln (Textfig. 43) — zeigt auf dem letzteren nur feine konzentrische Anwachsstreifen.
Lange Exemplare der Art können in ihrer Form der von Gernirz als Lima Hoperi beschriebenen
Art recht ähnlich werden, die neuerdings von Woops unter dem Namen Lima cretucea’ abgetrennt worden
ist, von der sie durch den Mangel der Radialskulptur abweichen. Von Stücken dieser Art, bei denen die
ja sehr feine Radialskulptur abgerieben ist, insbesondere von Steinkernen unterscheidet sie die etwas
flachere Wölbung, auch ist LZ. cretacea etwas gleichmäßiger gerundet. Während bei Lima Haidingeri
Vorder- und Hinterrand etwa bis zur Mitte der Muschel oder darüber hinaus geradlinig verlaufen, krümmen
sich bei L. eretacea die Ränder meist schon früher ein.
Die zuerst aus der Gosauformation bekannt gewordene Art tritt in der Löwenberger Kreide im
oberen Emscher (Oberquader) auf (Geologische Landesanstalt, Sammlung DRESLER), aus dem ich sie von |
Giersdorf kenne, häufiger ist sie dann erst im Untersenonquader), besonders bei Wenig-Rackwitz und
Sirgwitz (Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium, Sammlung DRESLER). |
|
Lima Meyeri Woops.
Textfigur 44.
1904. Lima Meyeri Woops, Cretac. Lamellibranch. II, Pal. Soc. 58, S. 15, Taf. 4, Fig. 2, 3, Textfig. 4.
Mit diesem Namen belegte Woops eine Form des |
Cenomans, die hinsichtlich ihrer Form etwa zwischen
Lima Hoperi und Lima cretacea Woops (= L. Hoperi Guin.
ET Jr
et al.) steht. Sie zeigt ebenso wie die letztere einen
spitzeren Schloßkantenwinkel als L. Hoperi, ist aber breiter
als L. eretacea.
Es liegt nur ein Steinkern mit Abdruck aus grobem
cenomanen Sandstein vom Hirseberg (Lüwenberger Real-
gymnasium) vor, der einen Schloßkantenwinkel von 90°
aufweist. Unter- und Hinterrand gehen bei der typischen
Form in gleichförmigem Bogen ineinander über; der Vor-
derrand ist etwa 1!/2mal so lang wie der Hinterrand. Auf
dem Abdruck ist eine feine Radialskulptur ganz un-
bestimmt angedeutet.
Vielleicht meinte Grrnitz die vorliegende Form,
Cenomanquader, Hirseberg bei Lowenberg. Löwenberger wenn er Lima Hoperi mit dem Vermerk »selten und zweifel-
Realgymnasium. haft« aus dem Cenoman zitiert.” Später? stellt er die
1 Palaeontograph. Soc. 58, 1904, Cret. Lamellibranch. II, S. 22, Taf. 4, Fig. 13, 14, 15.
2 Quader, S. 192.
3 Elbtalgeb. I., S. 205.
Fig. 44.
Lima Meyeri Woons.
Cenomanform zu L. simplex p’Ors., wie auch Woops die von Iukes-Browx als L. simpler aufgeführte
Form als synonym aufführt. Ebenso wäre zu untersuchen, ob die von Frirscu aus den Korytzaner
Schichten genannte L. Hoperi’, welche Art sonst aus dem Cenoman noch nicht nachgewiesen ist, etwa
hierher gehört, das Gleiche gilt von der Form Micnarts aus dem Cenoman von Kudowa*, die nach ihm
am besten auf Lima Hoperi zu beziehen ist.
Lima Hoperi var. Sowerbyi Grin.
Taf. 12, Fig. 15.
1822. Plagiostoma Hoperi Sowerey, Min. Conch., Taf. 380, Fig. 1. 3 (non 2), (non MANTELL).
1846. Lima Hoperi Reuss, Böhm. Kreide II, S. 34, Taf. 38, Fig. 11, 12.
1849. Lima Sowerbyi GEINITZ, Quader Deutschlands, S. 192.
1872—75. Lima Sowerbyi Grinirz, Elbtalgeb. II, S. 41, Taf. 9, Fig. 13, 14.
1877. Lima Sowerbyi Fritsch, Weißenberger und Malnitzer Schichten, S. 133, Fig. 120.
Während Bronx und Geinirz Sowersy’s Lima Hoperi von der ursprünglichen Form Manteur's
getrennt halten wollten, sind SrromBeck und in letzter Zeit wieder Woops für die Zugehörigkeit der
durch gleichmässigere Rundung bezw. geringere Ungleichseitigkeit ausgezeichneten Sowrrsy’schen Form
eingetreten. Da nicht sicher ist, ob die horizontale Verbreitung ganz die gleiche ist, empfiehlt sich
vielleicht wenigstens eine besondere Varietätsbezeichnung; so gehört alles, was aus der böhmisch-sächsisch-
schlesischen Kreide bekannt geworden ist, dem Sowergv'schen Typus an, einzelne Formen sind infolge
geringerer Ungleichseitigkeit auch gegenüber der Sowergy’schen Form, wie ein Vergleich der Abbildungen
bei Reuss, Fritsch und GEinITZ zeigt, noch extremer ausgebildet, während typische Formen vom Man-
reuv’schen Habitus nicht mit Sicherheit bekannt sind.
Was sonst als Lima Hoperi aus der südostdeutschen Kreide beschrieben wird, weicht durchweg
von der MaxrezL'schen Form durch einen weniger stumpfen Schloßkantenwinkel ab, der etwa ein rechter
ist. Woops stellt daher die von Grinirz im »Elbtalgebirge« abgebildete Form bereits fraglich zu seiner
L. cretacea,® doch müßte dann auch die Form in der Greinrrz'schen Versteinerungskunde, sowie die
Oppelner Form, die offenbar mit der Geintrz’schen identisch ist, in der Synonymik verschwinden. Alle
diese Formen haben die meiste Ähnlichkeit mit p’Orpianys Lima Hoperi, die Woops noch als Varietät
anerkennen will.
Die aus Böhmen schon aus der Plenus-Zone zitierte,* bis ins Obersenon hinaufsteigende Form
liegt nur in einem Exemplar von 10 mm Höhe und 13 mm Länge aus dem Mergelsandstein der Mittel-
berge vor. Geologische Landesanstalt.
Lima clypeiformis D'Or.
Textfigur 45.
1847. Lima clypeiformis D'ORBIGNY, Terr. crét. IH, S. 543, Taf. 417, Fig. 9, 10.
1904. Lima clypeiformis Woops, Cret. Lamellibr., S. 26, Textfig. 5.
1 Chlomeker-Sch., S. 33.
2 Kreide von Kudowa. Zeitsch. d. d. geol. Ges., 1893, S. 234.
3 Woops a. a. O., S. 22, Taf. 4, Fig. 13—15, Taf. 5, Fig. 1—4.
4 PETRASCHER, Die Zone des Actinocamax plenus im östlichen Böhmen. Jahrb. d. k.k. geol. Reichsanst. 55, 1905, S. 425.
Palaeontographica. Suppl. VI. 30
— 234 —
Ein großer ovaler, nur wenig ungleichseitiger
Steinkern von flachgewölbter Form; die Höhe er-
reicht 87/2, die Breite 7'/2 em. Die Oberfläche er-
scheint glatt, am Rande sind einige undeutlich kon-
zentrische Streifen bemerkbar.
Einzelne Exemplare der vorigen Form können
mitunter ähnlich werden, doch bleibt diese meist
viel kleiner. Immerhin kommt das von Reuss ab-
gebildete Stück, Taf. 38, Fig. 11, der vorliegenden
Art hinsichtlich der Größe schon nahe.
Das einzige Stück stammt aus dem Cenoman-
(Juader vom Löwenberg, ist also von gleichem Alter
wie das von D’Orgıcny abgebildete französische und
dasjenige von Woops aus englischem Cenoman.
AE
+
Fute
(Lüwenberger Realgymnasium.)
Lima canalifera Gozpr.
1836. Lima canalifera GoLDFuss. Petr. Germ. II, S. 89,
Taf. 104, Fig. 1.
1863. Lima canalifera DRESCHER. Löwenberg, S. 356.
1863. Lima canalifera KUNTH. Kreidemulde von Lähn,
EB. S. 726.
Lima elypeiformis D’ORB. 1872—75. Lima canalifera GEINITz. Elbthalgeb. II, S. 38,
Cenomanquader. Lowenberg. Steinkern nach Photographie. Taf. 9, Fig. 6—8.
Löwenberger Realgymnasium. 1877. Lima canalifera Fritsch. Weißenberger u. Mal-
nitzer Sch., S. 132, Fig. 117.
1904. Lima canalifera Woovs. Cret. Lamellibr. II, Pal. Soc. 58, S. 1, Taf. 1.
Die in Deutschland meist erst aus dem Turon und Senon zitierte, durch die breiten, tief ein-
geschnittenen Zwischenräume zwischen den 18—25 kräftigen Rippen leicht kenntliche Art wird von
Kuntu aus der Löwenberger Kreide bereits aus dem Cenoman aufgeführt, während Drescuer ausdrück-
lich hervorhebt, daß sie in tieferen als turonen Schichten noch nicht vorhanden ist. In dem Profile
Taschenhof-Hermsdorf, das vom Cenoman bis ins mittlere Turon an der Katzbach gut aufgeschlossen ist,
findet sie sich zuerst unmittelbar nördlich von Neuländel im Hangenden des Plenus-Mergel, also in der
Labiatus-Zone. Sie gehört dann im oberen Teile des Rabendockensandsteins am Bahnhof Hermsdorf zu
den häufigsten Versteinerungen und findet sich ebenso in dem gleichaltrigen Löwenberger Mergelsand-
stein am Popelberg und in den Mittelbergen und dem etwas jüngeren Hermsdorfer Mergelsandstein. In
dem fast versteinerungsleeren Ludwigsdorfer Sandstein (Cuvieri-Zone) ist sie das einzige von mir beob-
achtete Fossil. Besonders zahlreich tritt sie in den Neu-Warthauer Schichten auf, während sie in höheren
Schichten plötzlich verschwunden ist.
Da ich in keiner Sammlung irgendeine Form aus dem Cenoman gefunden habe, die Ähnlichkeit
mit L. cunalifera hat, so vermute ich, daß die Angabe Kunrtn’s betreffs des cenomanen Vorkommens
sich dadurch erklärt, daß früher manche Schichten, die sich jetzt als jünger herausgestellt haben, noch
“€
als Cenoman angesprochen wurden, wie auch der Rabendockensandstein ins Gebiet des Cenomans der
Bryricn’schen Karte fällt.‘ Andererseits nennt sie Gümger unter der gleichbedeutenden Bezeichnung
L. multicostata auch aus dem cenomanen Grünsande von Regensburg." Daß ebenso auch anderweitig
Lima canalifera sicher schon im Cenoman vorkommt, zeigen die Figuren von Woops, der sie aus der
Zone des Pecten asper abbildet. Auf die kleinen Abweichungen in der Rippenzahl bei den einzelnen
Vorkommen der Löwenberger Kreide hat Drescher, der den Rabendockensandstein hier übrigens fälsch-
lich den Neu-Warthauer Schichten im Alter gleichstellt, bereits hingewiesen. (In allen Sammlungen.)
Lima pseudocardium Revss.
Taf. 12, Fig. 16.
1840. Cardium dubium Geinıtz. Charakteristik II, S. 52, Taf. 1b, Fig. 21, Taf. 21, Fig. 20.
1846. Cardium dubium GEINITZ. Grundriß der Petrefaktenkunde, S. 424, Taf. 19, Fig. 5.
1816. Lima pseudocardium Reuss. Böhm. Kreide II, S. 33, Taf. 38, Fig. 2, 3.
1871—75. Lima pseudocardium GEINITZ. Elbthalgeb. I, S. 204, Taf. 42, Fig. 14, 15.
1879. Lima pseudocardium Fritsch. Weißenberger u. Malnitz. Sch., S. 133, Fig. 119.
Drei kleine, stark gewölbte Skulptursteinkerne von schief eiförmiger Gestalt stimmen vollständig
mit den Dresdener Originalen der Art überein. Die Ohren sind an Größe nur wenig verschieden. Die
Oberfläche ist mit sehr zahlreichen feinen, fadenförmigen Rippchen bedeckt, die durch breite Zwischen-
räume getrennt sind; am Vorder- und Hinterrand werden sie so fein, daß sie hier auch mit der Lupe
nur mit Mühe erkennbar sind. Gelegentlich sind einige konzentrische Wülste vorhanden.
Die Stücke gehören den Neu-Warthauer Schichten an, das eine ist ein Geschiebe aus einer
Sandgrube bei Seitendorf, die beiden anderen stammen von Neu-Warthau selbst. (Löwenberger Real-
gymnasium, Geologische Landesanstalt.)
Hoızarren ” hat die Ansicht geäußert, daß vielleicht die Reuss’sche Art auf Steinkerne
irgend einer stark skulpturierten Art gegründet sei, wie auch J. Mürver’s L. pseudocardium nach ihm zu
L. granulata Nits. gehört. Von meinem schlesischen Material habe ich leider keine Abdrücke, die Neu-
Warthauer Form muß daher, solange eine Granulierung der Rippen bei derselben an Hohldrücken nicht
beobachtet ist, den Reuss’schen Namen tragen. Allerdings ist bemerkenswert, daß Drescher keine Lima
pseudocardium, wohl aber granulata anführt, ohne jedoch auf die Form näher einzugehen. Es wäre daher
wohl möglich, daß ihm Material vorgelegen hat, das für die Zugehörigkeit der vorliegenden Form zu
L. granulata spricht. Ein Kautschukabdruck der Geologischen Landesanstalt, der angeblich aus der
Löwenberger Kreide stammen soll, mit 23 Rippen, deren jede drei Knotenreihen trägt, gehört ziemlich
sicher zu dieser Art, doch habe ich davon abgesehen, diese daraufhin besonders aufzuführen, da eine
Fundortsangabe fehlt.
Lima pseudocardium wird von GEIXITz aus dem Cenoman bis in die Scaphiten-Zone von Strehlen
genannt. Nach GümBez in den mittelturonen Kagerhöh-Schichten der Regensburger Kreide. Frırsch
nennt sie aus den Korytzaner, Weißenberger und Malnitzer Schichten, während es bei dem Vorkommen
in den Chlomeker Schichten nach ihm zweifelhaft sein soll, ob nicht Steinkerne von L. aspera vorliegen,
1 Ostbayr. Grenzgebirge, S. 736.
2 Aachener Kreide II, S. 240.
— 236 —
wie er sie auch aus den Iserschichten nicht mit Sicherheit kennt. Leider gestattet auch die schlechte
Abbildung bei Lancennan und Gruner von Cardium dubium aus dem Kieslingswalder Sandstein kein
ganz sicheres Urteil, ob diese Form hierher gehört, unter welchem Namen die Art ursprünglich von
Geinitz beschrieben worden war, der denselben auch in seine Synonymik der Art mit aufnahm. Brauns
und G. MÜLLER führen sie aus dem gleichaltrigen Salzbergmergel an. Die von J. MÜLLER von Aachen
genannte Form gehört, wie gesagt, nach Horzarrer nicht hierher. Über die aus den Maastrichter
Schichten von Mourvox zitierte Form habe ich kein Urteil.
Spondylidae Gray.
Plicatula Lam.
Plicatula Barroisi PERON.
Taf. 12, Fig. 20.
1846. Plicatula pectinoides Reuss. Böhm. Kreide II, S. 37, Taf. 31, Fig. 16, 17 (non Sow.).
1872. Plicatula nodosa Geinirz. Elbthal II, S. 32, Taf. 9, Fig. 5.
1878. Plicatula nodosa Barroıs. ‘Terr. crét. des Ardennes, Ann. Soc. géol. du Nord, V, S. 391.
1887. Piicatula Barroisi Peron. Histoire du Terr. de Craie, Bull. soc. sci. hist. nat. de l'Yonne, ser. 3, vol. 12,
S. 167, Taf. 2, Fig. 5—7.
1889. Plicatula nodosa Fritsch. Teplitzer Sch., S. 86-
1901. Plicatula Barroisi Woops. Cret. Lamellibranch. I, S. 141, Taf. 26, Fig. 12-18,
1893. Plicatula nodosa Fritsch. Teplitzer Schichten, S. 86, Fig. 83.
Drei kleine kreisförmige, beiderseitig gerundete Stücke von 5—8 mm Durchmesser, die z. T. an
der schief abgestutzten Anheftestelle etwas beschädigt sind, tragen auf der Oberfläche zahlreiche, ge-
rundete, unregelmäßige, etwas höckerige Rippen, die sich häufiger noch als durch Spaltung, wie sie
Geinitz angibt, durch Neueinsetzung vermehren. Die rechte Seite ist stark gewölbt, halbkugelig, die
linke schwach konkav. Die Stücke stimmen in jeder Beziehung gut mit den Originalen der von GEINITz
als Pl. nodosa Dus. abgebildeten Art überein, die mit P/. pectinoides Reuss (non Sow.) identisch ist, welch
letztere zuerst von p’OrBicNy auf die Dusarpin’sche Art! bezogen worden ist, worin diesem dann
Geinitz gefolgt ist.
Die vorliegende Form unterscheidet sich indes von der Dusarpin’schen leicht durch die größere
Zahl der Rippen, die außerdem auch bei dieser Form einfach und durch breitere Zwischenräume getrennt
sind. PErox schlug daher für die Art den Namen Fl. Barroisi vor, unter welchem Namen sie neuer-
dings auch von Woops abgebildet worden ist. Die Vermehrung eines Teils der Rippen durch Neu-
einsetzung statt durch Spaltung, wie in der Beschreibung bei Geinirz, ist übrigens in den Figuren sowohl
bei Reuss wie Woops gut wahrzunehmen.
Zwei der vorliegenden Stücke (Geologische Landesanstalt) stammen aus dem Scaphitenmergel
von Groß-Rackwitz, das dritte, kleinste, fand ich im Plenusmergel östlich des Weges Neuland— Ober-
Kesselsdorf auf einem kleinen Hügel ausgewittert im Acker. In Sachsen ist die Art auf den Scaphiten-
mergel von Strehlen und Zatzschke beschränkt, in Böhmen wird sie von FrirscH aus dem unteren
1 Mém. soc. géol. de France I, S. 228, Taf. 15, Fig. 14.
Scaphitenhorizont der Teplitzer Schichten abgebildet. In Frankreich ist sie aus dem oberen Turon
bekannt. Die typischen vielrippigen, von Woops abgebildeten Exemplare stammen ebenfalls aus dem
Turon, und zwar zumeist auch aus der etwa der Scaphitenzone entsprechenden Zone des //olaster planus,
während die senone Form aus der Uintacrinus-Zone etwas weniger Rippen besitzt. Sie geht nach Woops
bis in die Mucronatenschichten hinauf.
Plicatula Drescheri nov. nom.
Taf. 12, Fig. 21; Taf. 13, Fig. 6.
1863. Plicatula Roemeri DRESCHER (non D’ORBIGNY). Lowenberg S. 356.
Im Toneisenstein des Überquaders bei Wenig-Rackwitz findet sich ziemlich häufig eine stark
gewölbte, bisweilen halbkugelig werdende Art mit 10—18 knotigen, unregelmäßigen, nach dem Wirbel
zu verschwindenden Rippen, die durch breite Zwischenräume getrennt sind und von lamellösen Quer-
streifen gekreuzt werden. Bei einzelnen Stücken werden die Rippen von sehr breiten konzentrischen
Rippen durchbrochen, so daß sie sich in Reihen von isolierten Knoten auflösen.
DrescHer bestimmte die Art als Plicatula Roemeri vD’Orp., die aber flacher und stacheliger ist.
Eimigermaßen ähnlich wird die von Fritsch als Pl. inflata! aus Böhmen abgebildete Form, doch gehört
diese kaum zu Pl. inflata Sow. und ist auch von Woops nur fraglich in die Synonymik der Art auf-
genommen worden. Nach der Abbildung scheint sie schwächer gewölbt zu sein als Pl. Drescheri, auch
sind die Rippen stärker. Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt.
Spondylus Lana.
Spondylus striatus Sow.
Vat. 13, Fig. 7.
1815. Dianchora striata SOWERBY. Min. Conch. I, S. 183, Taf. 80, Fig. 1.
1833. Spondylus striatus GoLDFUss. Petref. Germ. II, S. 98, Taf. 106, Fig. 5.
1872—75. Spondylus striatus GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 186, Taf. 42, Fig. 1—3.
1901. Spondylus striatus Woops. Cret. Lamellibr. I, S. 119, Taf. 21, Fig. 1-5.
Zwei einzelne Stücke aus den Mergeln der Plenuszone der Lettengrube (Löwenberger Real-
gymnasium). Das besser erhaltene, abgebildete, mit der ganzen Fläche aufgewachsene zeigt auf der
Innenseite 36—40 Rippen, während bei dem andern beschädigten die Zahl bis 50 heraufgegangen sein
mag. Die Rippen sind durch wenig schmälere Zwischenräume getrennt und spalten sich gelegentlich am
Rande. Mitunter ist hie und da noch eine feinere Rippe eingeschaltet. Sie sind etwas stärker als bei
dem verwandten Sp. latus, der mit ihm zusammen vorkommt, aber wesentlich höher hinauf geht. Die vor-
liegenden Stücke stellen Übergangsformen zu dieser Art dar und könnten, je nachdem man dem einen
oder anderen Merkmal mehr Wert beimißt, auch zu diesem gestellt werden. Außer der Ausbildung der
Rippen gibt Woops für Sp. striatus als Unterschied noch die bedeutendere Größe, die geringere Länge im Ver-
hältnis zur Höhe und den stärker vorspringenden Wirbel an, Merkmale, die sich indes, wie es scheint, auch
verwischen können, wie ein Vergleich der von Woops hierher gerechneten Gonpruss’schen Stücke zeigt.
! Chlomeker Sch., S. 68, Fig. 88.
— 238 —
Das Gleiche ist an den von Reuss als Spondylus striatus abgebildeten, offenbar zusammengehörigen Stücken !
zu beobachten, die von Woops nur fraglich zu Sp. striatus gestellt worden sind und wohl zu Sp. latus ge-
hören, unter denen aber Fig. 11 einen verhältnismäßig schlanken Wirbel besitzt. Es besteht also kein
Hindernis, das abgebildete Stück, bei dem diese letztgenannten Merkmale ebenfalls nicht zu beobachten
sind, auf Grund der Ausbildung der Rippen (vergl. besonders rechts unten am Rande) hierher zu stellen.
Allerdings bildet Horzarren aus Aachener Senon einen Spondylus latus? mit Rippen von mindestens gleicher
Stärke ab, so daß die vorliegende Form schließlich auch mit dem gleichen Rechte wie die Aachener zu
Sp. latus gestellt werden könnte.
Es handelt sich somit hier um zwei Arten, von denen die eine im oberen Cenoman von der
andern abgelöst wird, und die daher besonders an der Grenze von Cenoman und Turon, sowie auch noch
im mittleren Turon Zwischenformen aufweisen, zu denen auch das von F. Rémer als Sp. striatus aus dem
oberschlesischen Turon abgebildete Stück gehört, das von Woops bereits zu Sp. latus gestellt wird,
deren Variationskreise aber auch bei Heranziehung jüngerer senoner Form teilweise zur Deckung
kommen, wenn auch für die Hauptmasse der Formen die angegebenen Unterschiede bestehen bleiben.
Spondylus striatus tritt nach Woops in England schon im unteren Grünsand auf und ist weit
im Cenoman verbreitet. In Deutschland ist er besonders im Cenomanpläner von Plauen, sowie im
Essener Grünsande vorhanden. LroxHarp* nannte ihn unter Anführung der Unterschiede von Sp. latus
auch aus dem oberschlesischen und Wolliner Turon, allerdings unter Zitierung der bereits erwähnten
Revss’schen Formen, sowie des von F. Röner in der Geologie von Oberschlesien abgebildeten, von Woops
schon zu Sp. latus gestellten Stückes, das zwar Sp. striatus, besonders dem vorliegenden Typus, schon
nahesteht, jedenfalls aber nichts für das Vorkommen des Sp. striatus im Turon beweist, so daß es sich
auch bei der Leonuarp’schen Form möglicherweise nicht um Sp. striatus handelt.
.
Spondylus spinosus Sow.
1814. Plagiostona spinosa SOWERBY. Min. Conch. I, S. 177, Taf. 78, Fig. 1—3.
1872—75. Spondylus spinosus GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 31, Taf. 9, Fig. 1-3.
Die bekannte, nach Woops im ganzen Turon und Senon vorkommende Art, deren Hauptverbreitung
ins mittlere Turon fällt, findet sich im Löwenberger Mergelsandstein des Hospitalberges, Popelberges und
der Mittelberge. Sammlung DREsLER.
Spondylus spec.
Taf. 14, Fig. 14.
Aus dem Untersenonquader von Wenig-Rackwitz liegt der Abdruck eines einzelnen großen Spon-
dylus von ovalem Umriß und flacher Form vor (Löwenberger Realgymnasium). Rippen sind nicht vor-
handen, doch ist die Tendenz zur Bildung einer Radialskulptur durch eine feine Lappung der kräftigen
Anwachsstreifen angedeutet, wie sie ähnlich auch die Gorpruss’sche Abbildung von Sp. truncatus Lam.
zeigt, der aber deutliche Rippen aufweist und auch dicker ist.
1 Böhm. Kreide II, Taf. 40, Fig. 5, 10, 11.
? Aachener Kreide II, Taf. 27, Fig. 11.
3 Geol. v. Oberschlesien, Taf. 37, Fig. 3, 4.
+ Kreideformation in Oberschlesien, S. 50.
— 239 —
Anomiidae Gray emend. Desu.
Anomia Lin.
Anomia subtruncata D'Onx.
Taf. 13, Fig. 3.
1842. Anomia truncata GEINITZ. Charakt. III, S. 87, Taf. 19, Fig. 4, 5.
1846. Anomia truncata Reuss. Böhm. Kreide II, S. 45, ex parte Taf. 31, Fig. 13.
1850. Anomia subtruncata D'ORBIGNY. Prodrome II, S. 171.
1872—75. Anomia subtruncata GEINITz. Elbtalgeb. II, S. 30, Taf. 8, Fig. 22, 23.
1877. Anomia subtruncata Fritsch. Weißenb. u. Maln. Sch., S. 141, Fig. 139.
21889. Anomia spec. HOLZAPFEL. Aachener Kreide II, S. 245.
1905. Anomia subtruncata WEGNER. Granulatenkreide d. westl. Münsterl., S. 177, Tat. 7, Fig. 5.
Ein sehr flacher, annähernd kreisförmiger, nur am Schloßrand etwas abgestutzt erscheinender
Steinkern mit kleinem, dicht unter dem Schloßrande liegendem Wirbel und konzentrischer Skulptur
stammt aus dem Untersenon von Wenig-Rackwitz. Außerdem ist eine sehr feine, nach der Mitte zu
verschwindende Radialskulptur angedeutet, wie sie auch Geinitz bei einem Stücke abbildet.
Anomia subtruncata wird von GEINITZ aus dem mittleren und oberen Turon der Plänerfazies ge-
nannnt, in Böhmen findet sie sich nach Fritsch in der ganzen oberen Kreide
von den Weißenberger Schichten, also von der Basis des Turons an bis in
die Chlomeker Schichten. Das vorliegende Stück ist noch etwas jünger. Ferner
beschreibt Horzarrer aus dem Aachener Untersenon eine Form, die vielleicht
hierher gehören könnte und dann dem schlesischen Vorkommen entsprechen
würde. Neuerdings hat sie auch WeGxer in der westfälischen Granulaten-
kreide gefunden. Löwenberger Realgymnasium.
Anomia spec.
Textfigur 46,
Eine etwas schief ovale, mäßig stark gewölbte Form mit wulstigen
konzentrischen Streifen, die zu keiner bekannten Art paßt, stammt aus dem
Toneisenstein des Uberquaders von Wenig-Rackwitz. Da sie nur in einem
Stück vorliegt, das außerdem auch nicht besonders gut erhalten ist, mußte von
der Aufstellung einer neuen Art abgesehen werden. Sammlung Dresver.
Ostreidae Lan.
Ostrea Lr.
Ostrea hippopodium Nits.
Taf. 13, Fig. 4.
1827. Ostrea hippopodium Nitson. Petrif. Suec., S. 30, Taf. 7, Fig. 1.
1834. Ostrea hippopodium GoLpFruss. Petref. Germ. II, S. 23, Taf. 81, Fig. 1.
Fig. 46.
Anomia spec.
Toneisenstein des Uber-
quaders , Wenig-Rackwitz.
Nach Photographie. Samin-
lune DRESLER.
— 240 —
1846. Ostrea hippopodium Reuss. Böhm. Kreide II, 8. 39, Taf. 28, Fig. 10—15, 17, 18, Taf. 29, Fig. 1—18, Taf. 30,
Fig. 13—17.
1863. Ostrea hippopodium KuntH. Kreidemulde v. Lahn, S. 732.
1872—75. Ostrea hippopodium GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 177, Taf. 39, Fig. 12—27, Taf. 40, Fig.:1—3, II, Taf. 8, Fig. 5—7.
1877. Ostrea hippopodium Fritsch. Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 140, Fig. 137.
1889 Ostrea hippopodium HouzapreL. Aachener Kreide II, S. 252, Taf. 29, Fig. 3 —7.
Steinkerne und Schalenexemplare der Art finden sich in verschiedenen Horizonten der Löwen-
berger Kreide vom Cenoman bis ins Untersenon. Das größte der mehr oder weniger der Kreisform ge-
näherten Stücke aus dem Überquader erreicht einen Durchmesser von mehr als 6 cm. Die charakteristische
wulstige Verdickung um den aufgewachsenen Teil der Schale ist meist gut zu erkennen. Der abgebildete
Steinkern einer Unterschale entspricht etwa dem von Grinirz a. a. O. Il, Taf. 8, Fig. 6 abgebildeten
Schalenstück. In der Abgrenzung der Art folge ich Horzarren, der mit Gertnirz entgegen Coguanp'
und Picrer-Campicue * auch die cenomane Form mit einrechnet.
Aus dem Cenoman kenne ich die Form nur in einem Stück, das ich in dem konglomeratischen
Sandstein im Liegenden der Neu-Warthauer Schichten sammelte. Ferner findet sich die Art im Löwen.
berger Mergelsandstein der Mittelberge und des Popelberges (Geologische Landesanstalt, Löwenberger
Realgymnasium), sowie in den Neu-Warthauer Schichten (Geologische Landesanstalt). Im Uberquader
ist sie sowohl im Toneisenstein wie im Sandstein vertreten (Löwenberger Realgymnasium). Auch Frırsch
nennt sie aus der ganzen böhmischen Kreide von den Korytzaner Schichten an. Sie geht anderweitig,
so in Schweden, der Rügener Kreide und Aachen noch bis ins Obersenon hinauf.
Ostrea fallax nov. spec.
Taf. 13, Fig. 5.
1863. Ostrea hippopodium ? DRESCHER. Löwenberg, S. 357.
1891. Ostrea conf. longirostris Lam. bei LANGENHAN und GRUNDEY. Das Kieslingswalder Gestein, S. 11, Taf. 4, Fig. 4—8.
Im Oberquader von Giersdorf findet sich eine große schöne Ostrea, die Drescher fraglich als
Ostrea hippopodium beschrieb, mit der sie indes kaum etwas gemein hat. Dieselbe stimmt vollständig mit
einer von LANGENHAN und GRUNDEY aus dem gleichaltrigen Kieslingswalder Sandstein abgebildeten Form
überein, die von diesen als Ostrea cf. longirostris Lam. bestimmt wurde, mit welcher tertiären Art sie
in der Tat sehr große Ähnlichkeit hat. Es sind gestreckte, zungenförmige, wenig stark gewölbte Stein-
kerne bis zu 12 em Höhe und 5'/2 em Länge. Die Vorder- und Hinterseite ist leicht S-fürmig ge-
schwungen oder gerade. Die Stelle stärkster Wölbung liegt in beiden Klappen vor der Mitte auf einer
dem Vorderrand parallel laufenden Linie, von wo aus die Form demgemäß nach vorn steiler abfällt als
nach hinten. Mitunter prägt sich dadurch eine flach gerundete Kante aus. Der hinter der Mitte liegende
Muskel ist von oben nach unten gestreckt und liegt etwa in halber Schalenhöhe.
Ostrea longirostris scheint sich im allgemeinen nur durch die mehr gleichförmige Wölbung der
Schale bezw. das Fehlen der oben erwähnten Kante zu unterscheiden, doch tritt diese gelegentlich auch
bei der Kreideform zurück, so daß man derartige Formen wohl, wenn sie im Tertiär gefunden wären,
zu O. longirostris stellen würde. Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium, Sammlung DRESLER.
! Monographie du genre Ostrea, S. 100.
2 St. Croix, S. 317.
Ostrea semiplana Sow.
Taf. 14, Fig. 13.
1825. Ostrea semiplana SOWERBY. Min. Conch. V, S. 144, Taf. 489, Fig. 3.
1846. Ostrea sulcata und flabelliformis Reuss. Böhm. Kreide I, S. 39, Taf. 28, Fig. 2 -4, 8, 16, Tal. 29, Fig. 19, 20.
1863. Ostrea sulcata Kuntn. Kreidemulde v. Lähn, S. 732.
1869. Ostrea semiplana COQUAND. Monographie du genre Ostrea, S. 74, Taf. 28, Fig. 1—15.
1872—75. Ostrea semiplana Geinitz. Elbtalgeb. I, S 29, Taf. 8, Fig. 8—11, 13.
1877. Ostrea semiplana Fritsch. Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 141, Fig. 138.
1889. Ostrea semiplana HouzapreL. Aachener Kreide II, 5. 251, Taf. 28, Fig. 5, 6.
1905. Ostrea semiplana WEGNER. Granulatenkreide d. westl. Münsterlandes, S. 177, Textfig. 10.
Eine Anzahl meist schlecht erhaltener ovaler oder dreiseitig gerundeter Schalen mit wulstigen
plumpen Rippen, die vielfach einen unregelmäßigen oder welligen Verlauf zeigen und sich nach dem
Rande zu gelegentlich spalten. Die häufig bei rechten Klappen der Art vorkommende, von oben nach
unten verlaufende, wulstförmige Erhebung, die durch das Aufwachsen auf zylindrische Körper bedingt wird,
ist bei einem Teil der Stücke deutlich ausgeprägt; von ihr aus strahlen die Rippen meist fiederförmig
nach beiden Richtungen aus. Die hohe Ligamentgrube konnte nur bei einem Stücke beobachtet werden.
Über die Synonymik der Art hat sich besonders Houzapren eingehend geäußert, dem ich in der
Fassung der Art folge. Die Unterschiede von der nah verwandten, gelegentlich nur als freie Form der
vorliegenden betrachteten, senonen Ostrea armata hat zuletzt Wecxer überzeugend klargelegt.
Ein einzelnes etwas fragliches Stück (Berliner Museum für Naturkunde) stammt aus den Plenus-
mergeln des Vorwerksbusches bei Löwenberg, die übrigen fanden sich in der brongniarti-Zone des
Löwenberger Mergelsandsteins der Mittelberge (Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt).
Ebenso auch nach Kunru im Mergel der Lähner Mulde am Bober. Drescuer erwähnt die Art auch aus
den Neu-Warthauer Schichten, doch ist hier wohl die folgende gemeint. }
Auch Frrrscn nennt die Art schon aus den cenomanen Korytzaner Schichten, während nach
Geinırz ihr Vorkommen im Cenoman nicht ganz sicher ist. Allerdings hat Frirscu, der die Art in seiner
letzten Ubersichtstabelle! aus allen Horizonten der böhmischen Kreide aufführt, hier das Vorkommen in
den Korytzaner Schichten fortgelassen; doch sind seine Angaben in den verschiedenen von ihm gegebenen
Tabellen nicht immer zuverlässig, wie die Tabelle in den »Teplitzer Schichten« zeigt, wo nicht einmal
das Vorkommen in den Weißenberger Schichten zum Ausdruck gebracht ist, aus denen er sie selbst abbildet.
Eine Ostrea cf. semiplana nennt WOoLLEMANN ferner aus dem Cenoman der Lüneburger Kreide”,
Sie geht dann durch die ganze Kreide bis ins Obersenon hinauf, aus dem sie Houzapret noch aus der
Aachener Kreide nennt.
Ostrea nov. spec.
Wat, 14, Wie 7.
Ein einzelner einklappiger Steinkern von auffallend schmaler, bogig gekrümmter Form und kiel-
förmigem Querschnitt, der auf der konvexen Seite in eine Reihe abwechselnd größerer und kleinerer Fort-
sätze ausgezogen ist. Das Stück stammt aus dem Oberquader von Hockenau. Löwenberger Realgymnasium.
! Chlomeker Schichten, S. 33.
2 Fauna der Lüneburger Kreide, Abh. d. preuß. geolog. Landesanst., N. F., Heft 37, 1902, S. 49.
Palaeontographica. Suppl VI. 31
= ofa =
Ostrea (Alectryonia) diluviana Linse.
1767. Ostrea diluviana LINNE. Systema naturae, S. 1148.
1834—40. Ostrea diluviana GoLpruss. Petrefecta Germaniae II, S. 9, Taf. 75, Fig. 4.
1863. Ostrea diluviana KUNTH. Kreidemulde von Lähn, S. 724.
1869. Ostrea diluviana Coquanp. Monogr. du genre Ostrea, S. 120, Taf. 40, Fig. 1—9.
1871—75. Ostrea diluviana GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 176, Taf. 39, Fig. 1—5.
1883. Ostrea diluviana Fritscu. Iserschichten, S. 120, Fig 93.
1898. Ostrea diluviana G. MÜLLER. Untersenon von Braunschweig, 8. 12, Taf. 2, Fig. 1—3.
Die bekannte kräftig gerippte Art liegt nur aus dem Cenoman der Lähner Mulde, vom Lerchen-
berge und von Langenau vor, als dessen Leitfossil sie mitunter auch betrachtet wird. Indessen hat G. MÜLLER
schon darauf hingewiesen, daß Lixxé mit dem Namen dilwiana ursprünglich eine Senonform gemeint
hatte; MürtLer wandte daher diesen Namen ebenfalls auf eine solche an, die er von der cenomanen als
verschieden betrachtet, welch letzterer nach ihm der Namen Ostrea phyllidiana Lam. zukomme. Es ist
indessen nicht möglich, befriedigende Unterscheidungsmerkmale für beide zu finden. Alle von Coguanp
zur Unterscheidung der cenomanen Form von seiner senonen Ostrea Deshaysi angegebenen Merkmale,
mit der G. MÜLLER seine senone Art gleichsetzt, lassen bei einem Vergleich von reichlichem cenomanen
Material von Essen mit der Senonform vom Harzrande im Stich. Dagegen könnte die eigentliche Ostrea
Deshaysi Cogu. immerhin verschieden von der Cenomanform und damit auch von der deutschen von
Minter beschriebenen Senonform sein. Auch Frrrscr bildet eine deutliche Ostrea diluviana noch aus
den turonen Iserschichten ab. Löwenberger Realgymnasium.
Ostrea (Alectryonia) carinata Lam.
1834. Ostrea carinata GOLDFUSS. Petref. Germ. II, S. 9, Taf. 74, Fig. 6.
1871—75. Ostrea carinata GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 174, Taf. 39, Fig. 6—11.
Die bekannte, im benachbarten sächsischen Cenoman so häufige Art ist in der Löwenberger
Kreide merkwürdigerweise sehr selten. Mit Sicherheit kenne ich sie nur in einem Stücke aus dem
Cenomanquader der Lähner Mulde der Gegend von Kl. Röhrsdorf (Geologische Landesanstalt).
Ostrea (Alectryonia) sudetica nov. spec.
Taf. 13, Fig. 1 u. 2.
1863. Ostrea larva DRESCHER. Löwenberg, S. 357,
1891. Ostrea semiplana LANGENHAHN U. GRUNDEY. Kieslingswalder Gestein, S. 11, Taf. 3, Fig. 31.
1891. Ostrea carinata LANGENHAN U. GRUNDEY. Ebenda, S. 11, Taf. 4, Fig. 5, 6.
Bei Neu-Warthau kommt ziemlich häufig eine kleine charakteristische Art in Steinkernen und
Abdrücken vor. Beide Schalen sind dachförmig gewölbt, sie zeigen eine meist schlanke Gestalt; nur in
der Wirbelgegend ist die Schale etwas verbreitert. Meist sind die Schalen mehr oder weniger stark
gekrümmt, teilweise bis zu einem Halbkreise oder rechten, gelegentlich auch spitzen Winkel. Der größte
Teil der Schale trägt starke Falten, nur der Wirbelteil bleibt mitunter ungerippt und erscheint nur
runzelig oder trägt schwächere Falten. Ihre Zahl schwankt je nach der Größe der Stücke, bei aus-
gewachsenen Stücken wurden im Maximum 14—-18 gezählt, sie sind dachförmig und tief eingeschnitten;
die meisten gehen von dem Rücken bezw. einer auf diesem entlang laufenden mittleren Längsrippe aus,
nur wenige erreichen den verbreiterten Wirbelteil. Außerdem sind gelegentlich mehr oder weniger deut-
liche konzentrische Anwachsstreifen sichtbar.
Vermutlich meinte DrescHEr die vorliegende Art, wenn er von jungen Exemplaren der 0. larva
von Neu-Warthau spricht, deren Jugendexemplare der Art oft ähnlich werden. Da jedoch nur kleine
Formen von höchstens 1'/2—2 cm vorkommen, dürfte es sich hier nicht um diese durch bedeutende
Größe abweichende Form handeln, der auch die Verbreiterung am Wirbelteil fehlt. Unter dem Namen
O. semiplana bildeten auch Lancennan und Grunpey aus dem gleichalterigen Horizonte von Kieslings-
walde ein Stück dieser Art ab, während andere Stücke von ihnen als ©. carinata bestimmt wurden, von
der sich die Art ebenfalls durch ihre Kleinheit unterscheidet. Außerdem weicht ©. carinata im all-
gemeinen durch geringere Krümmung ab, wenngleich auch bei der vorliegenden Art mitunter schwächer
gekrümmte Stücke vorkommen, so daß bei einzelnen Stücken eine Unterscheidung von Jugendexemplaren
dieser Art nicht immer leicht sein dürfte. Auch von Ostrea frons Park.’ ist die Art durch die meist
viel stärkere Krümmung unterschieden, besonders aber wird bei dieser die bei ©. sudetica beobachtete
Rippenzahl erst bei einer Größe erreicht, die Ostrea sudetica niemals erlangt.
Durch ziemlich konstante geringe Größe zeichnet sich auch O. Eggert Gime.” aus, doch weicht
die abgebildete Form ebenfalls durch die mehr gestreckte Gestalt ab. Allerdings beschreibt Güngen die
Form als »etwas gebogen«, ebenso kommen, wie gesagt, auch bei der vorliegenden schwächer ge-
krümmte, bisweilen fast gerade Stücke” vor, so daß es nicht ganz ausgeschlossen ist, daß die schlesische
Art in die Synonymik der etwas älteren Günger’schen fällt, immerhin glaube ich zunächst an einer be-
sonderen Bezeichnung festhalten zu müssen.
Die Art ist auf den Neu-Warthauer Horizont beschränkt, welchem Vorkommen dasjenige von
Kieslingswalde gut entspricht, woher mir ebenfalls einige Stücke (Berliner Museum f. Naturkunde) vor-
liegen. Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium.
Exogyra Sar.
Exogyra columba Lam.
1863. Exogyra columba DRESCHER. Lowenberg, S. 357.
1871— 75. Exogyra columba Getnitz. Elbtalgeb., S. 181, Taf. 40, Fig. 4—7.
1877. Exogyra columba FrirscH. Weißenberger u. Malnitzer Sch., S. 140, Fig. 125.
Wie zuerst Gernirz hervorgehoben hat, ist die allenthalben im Cenoman weit verbreitete Form
in der sächsischen Kreide nicht wie in anderen Gegenden als Leitfossil für diese Formationsabteilung
anzusehen. Sie geht hier bis in den Brongniarti-Quader hinauf. Ebenso bildet sie Frırscn aus dem
oberen Teil der Weißenberger Schichten Böhmens ab, wo sie nach ihm auch noch in der Brongniarti-
Zone (Malnitzer Schichten) zu finden ist. In der Regensburger Kreide geht sie noch bis in die oberen
Kagerhöh-Schichten (= Teplitzer Schichten) hinauf. Güwsen gibt sie sogar noch aus den jüngeren
Großberg-Schichten an. Aus dem Drongniarti-(Juader der Heuscheuer-Kreide (Iserschichten FRrrrscn's)
nennt FLeGez die Art, die bei der Vertiefung des Meeres in Nordwestdeutschland als eine dem seichteren
! GEINITZ, Elbtalgeb. II, Taf. 8, Fig. 12.
2 Ostbayr. Grenzgebirge, S. 768, Fig. 8a.
3 Vgl. LANGENHAN u. GRUNDEY, Kieslingswalder Gestein, Taf. 4, Fig. 6.
— 244 —
Wasser angepaßte Form dort auswanderte, während sie in dem flacheren Wasser der sächsisch-böhmisch-
schlesischen Kreide noch giinstige Lebensbedingungen fand.
Sie tritt in der Löwenberg-Goldberger Kreide im Cenomanquader an Häufigkeit gegen andere
Arten, wie Pecten asper oder Vola aequecostata zurück und ist auch meist nur in kleineren Stücken ver-
treten. Viel häufiger ist sie im Turon der Löwenberger Kreide. In großen Massen, Bänke bildend, fand
ich sie unmittelbar im Hangenden der Plenuszone, also im untersten Turon (Basis des Rabendockensand-
steins) am Eisenbahneinschnitt Neuländel im Katzbachtale, während sie im oberen Rabendockensandstein
am Bahnhof Hermsdorf bisher niemals beobachtet wurde. Auch im Quader oberhalb der Braunauer
Mühle, den ich ebenfalls für Rabendockensandstein anspreche, konnten Abdrücke und Steinkerne der
Art vielfach beobachtet werden. Sehr häufig ist sie ferner in der Brongniarti-Zone im Löwenberger
Mergelsandstein der Mittelberge (Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt), ebenso in
derselben Zone am Wege Groß-Hartmannsdorf - Neu-(Berg-)Warthau (Bunzlauer keramische Schule).
Exogyra lateralis Nits.
1827. Ostrea lateralis Nitson. Petrif. Suec., S. 29, Taf. 7, Fig. 7 —10.
1868. Ostrea lateralis CoQuAND. Monographie du genre Ostrea, S. 96, Taf. 18, Fig. 12, Taf. 30, Fig. 10—14.
1846. Exogyra lateralis Reuss. Böhm. Kreide II, S. 42, Taf. 27, Fig. 38—47.
1863. Exogyra lateralis DRESCHER. Lowenberg, S. 357.
1871—75. Exogyra lateralis GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 179, Taf. 41, Fig. 28—35, U, Taf. 8, Fig. 15-17.
1889. Exogyra lateralis HoLZAPFEL. Aachener Kreide II, S. 256.
dlehrere kleine Stücke mit flügelförmiger Ausbreitung der Schale neben dem Wirbel liegen aus
der Brongniarti-Zone, dem Mergelsandstein der Mittelberge, vor. Dieselben stimmen, soweit die bisweilen
sehr schlechte Erhaltung es erkennen läßt, recht gut mit den von GEiniTz aus sächsischem Cenoman-
und Turonmergel abgebildeten Stücken überein. Auch in der Plenuszone des Hirseberges scheint die
Art vorhanden zu sein, ebenso im Mergel der Lähner Spezialmulde (Löwenberger Realgymnasium).
Uber die Benennung der Art gehen die Ansichten auseinander. Nachdem p’Orsiaxy die von
Reuss abgebildete, mit der senonen Nirsox’schen Form übereinstimmende Art mit der Gaultform E. canali-
culata Sow. sp. (Chama canaliculata Sow.’ non Ostrea canaliculata Sow.) identifiziert hatte, trat u. a. besonders
Coovasn für die Verschiedenheit beider ein. Gerz nahm die Zusammengehörigkeit beider Formen
an, behielt aber den Nırsox’schen Namen bei, da Sowrrsy eine andere recht verschiedene Form unter
dem Namen Ostrea canaliculata abgebildet hatte. Horzarrer hielt nach Exemplaren vom gleichen Fund-
punkte wie die Sowergy'sche Chama canaliculata die Übereinstimmung zwar für wahrscheinlich, doch
schien ihm die Sowergy’sche Abbildung nicht beweisend, weshalb er ebenfalls den Namen E. /ateralis
beibehielt mit dem Bemerken, daß im Falle wirklicher Übereinstimmung auch die Senonform den Namen
E. canaliculata tragen müsse. Ebenso bedient sich G. MürLter, nachdem er früher den Namen Æ. canali-
culata gebraucht hatte, später des Nrzsox'schen Namens. Hoffentlich wird die Monographie von Woops
endgültige Aufklärung über die Frage der Zusammengehörigkeit der älteren und jüngeren Form bringen.
Im Falle der Zusammengehörigkeit beider würde die Art vom Albien bis ins Obersenon reichen.
1 Min. Conch., Taf. 26, Fig. 1.
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I
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Exogyra conica Sow.
1828. Exogyra conica SOWERBY. Min. Conch., S. 638, Taf. 605, Fig. 1-4.
1843. Exogyra conica D'ORBIGNY. Terr. crét., S. 726, Taf. 478, Fig. 5—8; Taf. 479, Fig. 1—3.
1872-75. Exogyra conica GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 183, Taf. 40, Fig. 8-10; II, S. 30, Taf. 8, Fig. 14.
Mehrere stark gewölbte Steinkerne linker Klappen mit nach hinten gedrehtem Wirbel liegen aus
dem Cenomanquader von Löwenberg vor (Löwenberger Realgymnasium).
Exogyra conica nov. var. declivis.
Taf. 14, Fig. 9.
Es liegen mehrere Steinkerne der linken Klappe vor; neben dem einen ist der kreisförmige Ah-
druck der rechten Schale erhalten. Von dem stark nach hinten gedrehten Wirbel aus verläuft eine mehr
oder weniger deutlich ausgeprägte, gerundete Kante nach unten, vor welcher die Muschel steil nach
vorne abfällt, während sie sich nach hinten mehr allmählich abflacht. Der Muskel liegt hinter der Mitte
im oberen Teil der Muschel.
Die Form unterscheidet sich von Ærogyra conica typ. dadurch, daß bei dieser die Stelle stärkster
Wölbung weiter hinten liegt, wie besonders die p’Orpiany’sche Abbildung gut zeigt. Am ähnlichsten
wird in dieser Beziehung noch das von Geinırz von Strehlen abgebildete Stück, das manchen Stücken
der vorliegenden Form recht nahekommt. |
Durch steil abfallende Vorderseite ist auch eine von Horzarren als Ærogyra spec.
Form ausgezeichnet, deren Rand aber infolge grober Berippung des vorderen Teiles gewellt erscheint.
Sämtliche Stücke, oft von stattlicher Größe, bis über 9 em hoch, stammen aus dem Cenoman
der Löwenberger Gegend (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Dresurr).
' abgebildete
Molluscoidea.
Brachiopoda.
Rhynchonellidae Gray.
Rhynchonella Fiscu.
Rhynchonella plicatilis Sow. et var.
Taf. 14, Fig. 2—6.
1814. Terebratula plicatilis und octoplicata Sowerby. Min. Conch., Taf. 118, Fig. 1—5.
1846. Terebratula plicatilis, octoplicata, pisum und Mantelliana Reuss. Böhm. Kreide II, S. 47,48, Taf. 25, Fig. 10— 22
1854. Rhynchonella plicatilis und Cuvieri Davipson. Brit. Cret. Brach. Pal. Soc. 8, S. 75, 88, Taf. 10, Fig. 1-17.
37— 49, 50-54.
1863. Rhynchonella plicatilis und Martini DRESCHER. Lowenberg S. 358.
1872—75. Rhynchonella plicatilis GEimitz. Elbtalgeb. II, S. 26, Taf. 7, Fig. 5 —15.
9
! Aachener Kreide II, S. 255, Taf. 29, Fig. 8.
== 216
var. bohemica SCHLOENB.
Rhynchonella bohemica SCHLOENB., Jahrbuch d. k. k. geol. Reichsanst. 1868, 18, S. 159, Taf. 5, Fig. 11.
Rhynchonellen aus dem Formenkreis der Rhynchonella plicatilis sind in der Löwenberger Kreide
im Mergelsandstein der Mittelberge, des Popelberges und des Hospitalberges, sowie auch im Mergelsand-
stem der Lähner Mulde nicht selten, während die Art in der sandigen Fazies des Turons gar nicht ver-
treten ist. Neben der Hauptform finden sich mehrere der bekannten Varietäten, die früher vielfach als
besondere Arten aufgefaßt wurden.
Am wenigsten häufig ist Rhynchonella plicatilis Sow. typ., wie auch anderweitig in der südost-
deutschen Kreide die vom Sowrxrsy’schen Typus abweichenden Formen häufiger zu sein scheinen. Legt
man die Originalabbildung von SowErsy zugrunde, so sind als Typus zu betrachten Formen von nicht
besonders scharf begrenztem gerundetem Umriß mit zahlreichen Rippen, mäßiger Wölbung und sich erst
in einiger Entfernung vom Schnabel ausbildenden Sinus und Sattel, wobei die Stielklappe mit gerundeter
Zunge in die Brachialklappe eingreift. Bei dieser Fassung würden von den Davipson’schen Figuren
nur Taf. 10, Fig. 37—39 hierher gehören, die jedoch auch noch flacher sind als das Sowergy’sche Stück,
während Fig. 40 bereits große Ähnlichkeit mit Rh. Cuvieri zeigt. Unter den Gernirz’schen Figuren kommen der
Sowerpy’schen Form nur Taf. 7, Fig. 5 u. 6 nahe, wiewohl hier der Sinus etwas schärfer begrenzt erscheint.
Wenig abweichend ist die allgemein nur als Varietät aufgefaßte Rh. octoplicata, deren Sinus
und Sattel etwas schärfer begrenzt erscheint und die sonst nur durch die geringere Zahl der Rippen unter-
schieden ist, von denen hier 8 auf den Sattel kommen. Die von Davinson abgebildeten Stücke
zeigen ferner noch als Eigentümlichkeit die Verwachsung je zweier Rippen zu einer stärkeren, doch ist
davon bei SoweErgy nichts erwähnt. Von den Formen mit 8 Sattelrippen dürften solche, wie sie GEINITZ
Fig. 14 und 15 abbildet, schwer zu trennen sein. Daß hier die Zahl der Sattelrippen noch kleiner wird,
ist dabei von geringer Bedeutung, allerdings würde bei einer Zusammenfassung der Name octoplicata
seinen Sinn verlieren. Dagegen entspricht die von Geiırz abgebildete Form Fig. 9 mit spitzerem
Schnabel und kaum vortretendem Sattel trotz der 8 Mittelrippen wenig dem, was man sonst unter octo-
plicata versteht.
Vertreten ist ferner var. Curieri von gedrungener Gestalt mit kaum ausgeprägtem Sattel, doch
langer Sinuszunge (Taf. 14, Fig. 5 u. 6).
Am häufigsten ist die von U. Sc#LorngacH als Rh. bohemica beschriebene Form, die mindestens
mit dem gleichen Recht wie die vorhergehende Form als Varietät hier angeschlossen werden kann. Die
Stücke sind fünfseitig oder dreiseitig gerundet und zeigen einen in der Mitte oder dicht über dieser be-
ginnenden Sinus. Die kleine Klappe ist stets stärker gewölbt als die große und zeigt etwa Kalottenform,
doch ist die Stärke der Wölbung Schwankungen unterworfen. Auch die Rippenzahl ist sehr verschieden,
so daß stärker und feiner gerippte Formen vorkommen. Neben Formen mit etwa 36 Rippen finden sich
solche mit nur etwa 22-24, von denen auf den Sattel und Sinus etwa 7—12 kommen. Charakteristisch ist
der schlanke spitze Schnabel, neben dem jederseits eine flache Depression zu bemerken ist (Taf. 14, Fig. 2—4).
Geisitz! bezeichnete die SchtorngacH'sche Art als Mittelform zwischen kh. compressa und pli-
catilis. Da diese beiden Formen sich, abgesehen von der verschiedenen Größe des Schnabelloches, be-
1 Elbtalgeb. I, S. 165.
sonders durch die verschiedene Starke des Sinus unterscheiden, so müßte danach Rh. bohemica von
Rh. plicatilis durch schwächeren, von Ah. compressa durch stärkeren Sinus unterschieden sein. Dieses
Unterscheidungsmerkmal gegenüber Ah. compressa wird auch von Gerrnirz angeführt und trifft für alles,
was unter dem Namen bohemica oder den von SCHLOENBACH angeführten Synonymen abgebildet ist, zu,
wobei auch die mehr der Spitze genäherte Ansatzstelle des Sinus bei Rh. compressa zur Unterscheidung
dienen kann. Dagegen wird man auf Grund des Sinus kaum Ah. bohemica von plicatilis unterscheiden
können, die in dieser Beziehung Schwankungen unterliegt. So zeigen auch die von SCHLOENBAOH an-
gezogenen Abbildungen von Ih. plicatilis und bohemica bei Reuss — dort als w/ata bezeichnet — kaum
irgendwelche Unterschiede hinsichtlich dieses Punktes; die von ihm abgebildete Form besitzt sogar
stärkeren Sinus und Wulst als die meisten plicatilis-Formen, und zur Unterscheidung von var. Cuvier,
die allerdings von ihm noch als besondere Art betrachtet wird, dient ihm sogar der stärkere Sinus
von Ith. bohemica, Kin Unterscheidungsmerkmal von var. octoplicata soll ferner in den stumpferen Areal-
kanten und den flacheren Falten der letzteren liegen, doch diirfte es auch hier schwer werden, auf
Grund des letzteren Merkmals beide zu erkennen. Legt man die Abbildung von SCHLOENBACH zugrunde,
so kann der schlankere, sich über seine Umgebung heraushebende Schnabel wohl noch als Unter-
scheidungsmerkmal angesehen werden, den Fig. 3 besonders gut zeigt, etwas weniger deutlich ist er
bei dem Stücke Fig. 2a, das mehr den Stücken bei Reuss entspricht. Bei einem Teile der Stücke dürfte
es trotzdem nicht leicht sein, zu entscheiden, ob Ah. plicatilis oder bohemica vorliegt, so daß die Zu-
rechnung als Varietät zu Zrh. plicatilis durchaus gerechtfertigt ist. Die Form erscheint mir dieser gegen-
über sogar weniger selbständig als var. Cuvier’, die sich meist noch recht gut unterscheiden läßt.
Auch die von SchLorxsacn angegebene Verschiedenheit in der geologischen Verbreitung dürfte
wenigstens nicht in dem von letzterem angenommenen Maße bestehen. Nach ScHLoEnBacH soll Rh. bohemica
von plicatilis abgelöst werden. Erstere soll in der Labiatus- und Brongniarti-Zone verbreitet sein, letztere
zuerst in der Scaphitenzone auftreten. Demgegenüber nennt sie Grinrrz ebenfalls schon aus der Labiatus-
Zone und ebenso befinden sich unter meinem Materiale Stücke aus der Brongniarti-Zone, die zu Lh. pli-
catilis typ. gestellt werden müssen. Ob sich typische bohemica-Formen noch in der Scaphitenzone finden,
ist mir dagegen unbekannt; aus der Löwenberger Gegend liegt weder Fh. plicatilis typ. noch var. bohemica
aus dieser Zone vor, während Rhynchonella plicatilis anderweitig noch im Senon sehr häufig zitiert wird;
allerdings ist nicht zu entscheiden, was hier wirklich zu dieser Art gehört; so erscheint die Zugehörigkeit
der von GRIEPENKERE aus braunschweigischem Obersenon als häufig zitierten Form jedenfalls zweifelhaft.
Nach TH. WEGNER!
bevorzugen. Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt, Sammlung des Verfassers.
soll sie auch in der westfälischen Granulatenkreide die mergeligen Ablagerungen
Rhynchonella Kunthi nov. nom.
Taf. 14, Fig. 10; Taf. 15, Fig. 4.
1863. Khynchonella spec. ind. DRESCHER. Lowenberg, S. 358.
1863. Rhynchonella spec. ind. Kunru. Kreidemulde von Lähn, S. 727.
A. a. O. beschrieb Kunru eine Form als wahrscheinlich neu, die im Cenoman der Lähner Mulde
nicht gerade selten ist. Die nur in Steinkernen vorliegende fünfseitig gerundete Form gehört in die
1 Granulatenkreide d. westl. Münsterlandes, S. 153.
En =
Verwandtschaft der bekannten, ebenfalls cenomanen Rh. compressa, ist aber viel stärker aufgebläht und
von kubischer Form. Der dicht unterhalb des Schnabels beginnende Sinus ist wie bei der genannten
Art breit und flach und greift mit quadratischer Zunge in die kleine Klappe ein, die einen scharf
begrenzten, am Wirbel beginnenden, deutlichen Sattel erkennen läßt. Die kantigen Rippen sind durch
etwa gleichbreite Zwischenräume getrennt, ihre Zahl beträgt im Sinus und Sattel etwa 6—8, auf den
Seitenteilen etwa je 8—10, von denen die äußersten allerdings bisweilen kaum erkennbar sind. Der
Muskelzapfen springt ein wenig über seine Umgebung vor. Man könnte die Form vielleicht als Lokal-
varietät von Rh. compressa auffassen.
Sie liegt aus dem Cenoman der Lähner Mulde nordöstlich Kl.-Röhrsdorf sowohl aus der Gegend
von Schmottseiffen wie vom Humprich unweit Lähn in einer Reihe von Stücken vor. Löwenberger
Realgymnasium, Sammlung Drester, Museum für Naturkunde, Sammlung des Verfassers.
Terebratulidae Kixc.
Terebratula Kieu.
Terebratula phaseolina Lam.
Taf. 14, Fig. 8.
1819. Terebratula phaseolina Lamarck. An. sans Vert. VI, S. 251.
1847. Terebratula biplicata D'ORBIGNY (non Sow.). Pal. franc. terr. crét. IV, S. 95, Taf. 511, Fig. 9—15.
Terebratula phaseolina D'ORBIGNY. Ebenda, S. 109.
1848. Terebratula revoluta, Roysii et var. Virleti, subpectoralis, Tschihatscheffi et var. D’ARCHIAC. Mém. Soc.
géol. 2, III, S. 321, 322, 325, 328, Taf. 19, Fig. 3—6, 9, Taf. 20, Fig. 8, 9.
1871—75. Terebratula phaseolina GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 153, Taf. 35, Fig. 1— 24.
Einige kleine Stücke von angenähert kreisförmigem Umriß und linsenfürmiger Gestalt, von
durchsehnittlich '/2 em Breite und wenig größerer Höhe. Das Verhältnis von Höhe und Breite ist etwas
schwankend, es kommen längere und kürzere Formen nebeneinander vor. Die Stielklappe, deren größte
Konvexität etwa in der Mitte liegt, ist etwas stärker gewölbt als die Brachialklappe, die Schloßkanten
stoßen unter sehr stumpfem Winkel zusammen. Die Stirn zeigt eine leichte Einbiegung nach der Stiel-
klappe hin, ein eigentlicher Sinus ist nicht vorhanden. Diese Einbiegung entspricht der bei größeren
Exemplaren von zwei Falten begrenzten Furche in der Brachialklappe bezw. der Falte in der Stielklappe,
die sich hier noch vor Herausbildung eines Sinus zu entwickeln beginnt.
Nach Tuiessen' gehört das von SchnorxBach Taf. 5, Fig. 1 abgebildete Stück wohl nicht hier-
her, sondern vielleicht zu seiner var. /ongimontana der T. biplicata, in deren Synonymik er es fraglich
unterbringt, da Terebratula phaseolina Lam. nicht so scharfe Falten hat. Die vorliegenden Stücke stimmen
gut mit den kleinen von Grintrz aus dem unteren Pläner von Plauen abgebildeten Stücken Fig. 20—24 überein.
GEINITZz und SCHLOENBACH nennen die Art nur aus dem Cenoman, während die vorliegenden
Stücke der Brongniarti-Stufe des Mergelsandsteins der Mittelberge entstammen. Löwenberger Real-
gymnasium, Geologische Landesanstalt.
1 Die subhereyne Tourtia und ihre Brachiopoden und Mollusken-Fauna. Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 47.
1895. S. 445.
— 249 —
Bryozoa.
Bryozoenreste sind in der Löwenberger Kreide nur spärlich und vielfach auch nur als Abdrücke
vertreten, weshalb eine sichere Bestimmung kaum möglich wird. Sie stammen sämtlich aus den Neu-
Warthauer Schichten.
Cyclostomata.
Sparsicavea »’Örn.
Sparsicavea dichotoma GoLbr.?
1827. conf. Ceriopora dichotoma GoLpr. Petref. Germ. I, 8. 34, Taf. 10, Fig. 9.
1851. Heteropora dichotoma HAGENOW. Bryozoen d. Maastrichter Kreide, S. 47, Taf. 5, Fig, 15.
1863. Heteropora dichotoma DRESCHER. Lowenberg, 5. 360.
1899. Sparsicavea dichotoma GREGORY. Catalogue of Cret. Bryozoa, S. 393.
Einzelne Bruchstückchen von verästelter Form mit verkieselter äußerer Stockwand, während der
axiale Teil zerstört ist. Die Oberfläche ist glatt und zeigt keinerlei Rippen oder Linien. Zwischen
den erößeren Zellwandungen, die stellenweise Quinkunxstellung zeigen, zum Teil aber auch unregel-
D ACT x S Sen; g
mäßigere Anordnung erkennen lassen, sind sehr viel feinere Poren eingestreut. Die Entfernung der
großen Poren voneinander beträgt durchschnittlich 1'/—2 Porendurchmesser, wird aber auch kleiner
oder größer. Drescher beschrieb die Form unter obigem Namen, doch bleibt die Bestimmung, da der
feinere Aufbau nicht beobachtet werden konnte, unsicher. Sparsicavea dichotoma ist im ganzen Senon
fi g
verbreitet. Die vorliegende Form stammt von Neu-Warthau (Löwenberger Realgymnasium).
Nodelea »’Orr.
Nodelea Geinitzi Reuss.?
conf. 1872. Entalophora Geinitzi Reuss, Geinirz. Elbtalgeb. I, S. 117, Taf. 29, Fig. 6 7.
1877. Entalophora Geinitzi Novak. Bryozoen d. böhm. Kreide, Denkschriften d. Akad. d. Wissensch., Wien,
math.-phys. Kl., Bd. 37, Teil 2, S. 107, Taf. 7, Fig. 1-10.
1877. Entalophora Geinitzi Frirscu. Iserschichten, S. 125, Fig. 106.
1899. Nodelea Geinitzi GREGORY. Catalogue cret. Bryozoa I, S. 314.
Ein Abdruck einer baumförmig verästelten Bryozoenkolonie im Neu-Warthauer tonigen Sand-
stein mit Längsreihen alternierend gestellter kleiner Zellmündungen, die um den ganzen Stamm herum-
sehen ohne Nebenzellen, zeigt Ähnlichkeit mit der obengenannten, in der sächsisch-böhmischen Kreide
im Cenoman sowie in den Iserschichten vorkommenden Art, doch reicht das Material zur genauen Art-
bestimmung nicht aus. Geologische Landesanstalt.
Cheilostomata.
Biflustra p’Ors. spec.
1863. Eschara dichotoma DRESCHER. Lowenberg, S. 361.
In den Neu-Warthauer Schichten finden sich Abdrücke eines verästelten flachen Bryozoenstückes
mit allseitig ausmündenden Zellen, die in alternierenden Längsreihen stehen. Infolge der nicht erhaltenen
Zelldecke erscheint die Zellöffnung sehr groß. Drescher beschrieb sie als Eschara dichotoma GoLDF.
Geologische Landesanstalt, Löwenberger Realgymnasium.
Palaeontographica. Suppl. VI. 32
Echinodermata.
Echinoïdea.
Regulares.
Salenidae Desor.
Gauthieria radiata SoricNer spec.
1850. Cyphosoma radiatum SORIGNET. Ours. de deux arrond. du départ de l'Eure, S. 28.
1863. Cyphosoma granulosum? DRESCHER. Lowenberg, S. 358.
1872—75. Cyphosoma radiatum GEINITz. Elbtalgeb. II, S. 8, Taf. 2, Fig. 7—10.
1883. Cyphosoma radiatum SCHLÜTER. Die regulären Echiniden der norddeutschen Kreide I, Abhandl. z. geol. Spez.-
Karte v. Preußen IV, Heft 1, S. 12.
1889. Cyphosoma radiatum FRITSCH. Teplitzer Sch., S. 98, Fig. 125.
1892. Gauthieria radiata SCHLÜTER. Die regulären Echiniden d. norddeutsch. Kreide II, S. 201 (273), Taf 19, Fig. 10.
Mehrere kleine schlecht erhaltene Stücke von 16—17 mm Durchmesser aus dem Mergelsandstein
der Mittelberge dürften dieser besonders in der ostdeutschen Kreide verbreiteten Art angehören. Einzel-
heiten sind nur bei einigen erkennbar. Diese zeigen nur schwach wellige Porengänge mit etwas schräg
gestellten Poren, von denen etwa 5 auf je ein Plättchen kommen. Die Kerbung der Stachelwarzen-
höfe auf Ambulacral- und Interambulacralfeldern ist nur stellenweise erkennbar. Drescuer führt die Ait
als Cyphosoma granulosum auf, unter welchem Namen auch die sächsischen und böhmischen Stücke früher
beschrieben worden sind. Löwenberger Realgymnasium.
Die Art findet sich in Böhmen nach Frrrsch zuerst im oberen Teil der Weißenberger Schichten.
Dem abgebildeten Vorkommen im unteren Teil der Scaphitenzone, den Teplitzer Schichten, entspricht
das in Sachsen im Strehlener Mergel. Sie geht nach Frrrsch auch noch in die Priesener Schichten
hinauf. Ebenso auch im oberschlesischen Scaphitenpläner, sowie im Turon von Wollin, während die Art
im westlichen Deutschland nach ScaLürer seltener sein soll. Sie geht nach ihm hier bis in die Cuvieri-
Zone hinauf. In Belgien wird die Art von Correau! auch noch aus senonen Schichten genannt.
Irregulares.
Cassidulidae Ac.
Catopygus AG.
Catopygus cf. pyriformis GoLDrF.
Taf. 15, Fig. 11.
1826— 33. Nucleolites pyriformis GOLDFUSS. Petref. Germ., S. 141, Taf. 43, Fig.
1853—55. Catopygus pyriformis D'ORBIGNY. Terr. crét. VI, Taf. 973, Fig. 1—6.
1863. Nucleolites carinatus DRESCHER. Löwenberg, S. 359.
1872—75. Catopygus pyriformis QUENSTEDT. Petrefaktenk. Deutschlands III, Echiniden, S. 460, Taf. 78, Fig. 42—45.
Al
! Note sur les Echinides crétaces de la province de Hainaut. Soc. géol. de France. Réunion extraordinaire à
Mons et à Avernes. 1874. S. 110.
— sd —
Eine Anzahl Steinkerne aus dem Oberquader der Hockenberge werden dieser Art am ähnlichsten,
ohne jedoch zweifelsfrei mit ihr vereinigt werden zu können. Möglicherweise liegt eine neue Art vor.
Die meisten Stücke sind leider sehr stark verdrückt, nur eines zeigt gut die äußere Form. Der Umrib
ist länglich elliptisch, der Scheitel liegt dicht vor der Mitte!, die Stelle stärkster Wölbung ist etwas dem
Hinterrand genähert. Die Wölbung ist eine ziemlich gleichmäßige, eine vom Scheitel nach hinten laufende
Kante wie bei C. carinatus ist kaum angedeutet. Der fünflippige Mund liegt etwa in der Mitte der Unter-
seite bezw. dicht vor derselben, der After im oberen Teile der flach abgestutzten oder ein wenig ein-
gedrückten Hinterseite, der obere Teil der Hinterseite ragt etwas über den After vor. Die Ambulacren
sind nur mit Mühe wahrnehmbar und lassen Einzelheiten infolge des Erhaltungszustandes nicht erkennen.
Catopygus pyriformis wird von J. MÜLLER zuerst aus dem unteren Obersenon von Aachen ge-
nannt, ihre Hauptverbreitung hat die Art in der Maastrichter Kreide. Löwenberger Realgymnasium.
Holasteridae Lor.
Holaster Ac.
Holaster suborbicularis AG.
1847. Holaster suborbicularis AGASSIZ u. Desor. Catal. raisonné des Echinides, S. 133, Taf. 16, Fig. 3.
1853—55. Holaster suborbicularis und cenomanensis D'ORBIGNY. Terr. crét. VI, S. 93, Taf. 814, Fig. 6, 7, Taf. 815.
S. 111, Taf. 819, Fig. 7—12.
1872—75. Holaster suborbicularis GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 84, Taf. 20, Fig. 3, 4.
1887. Holaster suborbicularis Novak. Studien a. Echinodermen d. böhm. Kreideform. Abh. d. k. böhm. Ges. der
Wissensch. math. naturw. Kl., VII. Folge, Bd. 2, S. 40, Taf. 1, Fig. 9.
Einige Steinkerne von herzförmiger Gestalt mit abgestutzter Hinterseite aus dem cenomanen
Sandstein vom Nieder-Langenau in der Lähner Mulde gehören zu dieser Art. Das Scheitelschild liegt
etwas vor der Mitte, die Stelle stärkster Wölbung fällt etwa mit ihm zusammen oder liegt dicht davor.
Einzelheiten der Ambulacra sind infolge der mangelhaften Erhaltung nicht zu beobachten. Vom Scheitel
aus verläuft eine sich nach vorn verbreiternde Rinne nach der Vorderseite. Löwenberger Realgymnasium.
Die Art findet sich im Cenoman Böhmens, Sachsens, Westfalens ete.
Cardiaster Ac.
Cardiaster ananchytis Luskr.
Tat, 15, His,
1826. Spatangus granulosus und suborbicularis GoLpruss. Petref. Germ. I, S. 148, Taf. 45, Fig. 3,
1853. Cardiaster ananchytis LESKE bei D'ORBIGNY. Terr. crét. VI, S. 131, Taf. 826.
1858. Cardiaster ananchytis DESOR. Synopsis d. Ech. foss., S. 345, Taf. 49, Fig. 7 9.
1863. Holaster suborbicularis DRESCHER. Lowenberg, S. 359.
1872—75. Cardiaster ananchytis GEINITZ Elbtalgeb. Il, S. 10, Taf. 3, Fig. 4, Taf. 4, Fig. 7.
1897. Cardiaster ananchytis Fritsch. Chlomeker Sch., S. 71, Fig. 91.
Ot
Die bekannte Art, die der vorigen durch die herzförmige Gestalt und die deutliche, sich nach
vorn verbreiternde Rinne vor dem Scheitel recht ähnlich wird, unterscheidet sich im wesentlichen durch
1 In der Abbildung nicht ganz 1 mm zu weit nach hinten.
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eine vom Scheitel nach hinten ziehende stumpfe Kante, ferner liegt die Stelle stärkster Wölbung mehr
dem Vorderrand genähert. Andererseits ist die Vorderseite von Holaster suborbieularis etwas stärker
verschmälert.
Charakteristische Stücke der Art finden sich im Oberquader der Hockenberge (Löwenberger Real-
gymnasium, Geologische Landesanstalt). Ebenso kommt sie auch in den etwas tieferen Neu-Warthauer
Schichten bei Neu-Warthau selbst, sowie als Geschiebe bei Hohlstein in etwas kleineren Exemplaren
vor (Löwenberger Realgymnasium). Eimige schlecht erhaltene Stücke aus dem Löwenberger Mergel-
sandstein der Mittelberge dürften ebenfalls hierher gehören.
Gleichalterig mit dem Vorkommen der Hockenberge ist das von FLeGEez entdeckte im oberen
Heuscheuerquader. Aus Böhmen bildet GEivırz die Art bereits aus den turonen Iserschichten im Lie-
genden der Priesener Schichten unweit Kreibitz ab, ebenso führt sie Frrrscu aus den oberen Iserschichten
an, welchem Vorkommen das im sächsischen oberen Turonquader entspricht. Aus dem sächsischen Über-
quader (— Cuvieri-Zone) nennt sie PETRASCHER.' Sonst ist die Art vorwiegend senon, sie reicht bis
in die Mucronatenschichten hinauf, aus deren obersten Horizont sie auch WorLrLEemann aus der Lüne-
burger Kreide aufführt.
Cardiaster nov. spec.
Taf. 15, Fig. 12.
Ein kleiner Steinkern von schlank herzförmigem Umriß stimmt mit keiner bekannten Art überein,
läßt aber doch zu wenig erkennen, um die Aufstellung einer neuen Art zu rechtfertigen. Das Stück ist
23 mm lang und an der dicksten Stelle 18 mm breit. Der Scheitel liegt etwas, jedoch nur wenig, vor
der Mitte. Die von ihm aus nach vorn verlaufende Furche ist stumpfkantig begrenzt und verursacht
eine Einbuchtung des Vorderrandes. Die Schale fällt vom Scheitel aus nach vorn wenig schneller als
nach hinten ab. Die Ambulacren sind infolge der Steinkernerhaltung nur undeutlich erkennbar.
Das einzige vorliegende Stück fand sich als Geschiebe bei Gr.-Rackwitz (Entnahmestelle für den
Deichdamm), dem Gestein nach kann es nur aus den Neu-Warthauer Schichten stammen. Geologische
Landesanstalt.
Von anderen Arten wird Cardiaster jugatus SchLürer? am ähnlichsten, der jedoch ein anderes
Profil aufweist.
Cardiaster spec.
Zu Cardiaster gehört ferner ein sehr schlecht erhaltener größerer Steinkern mit Schalenresten
(Löwenberger Realgymnasium Nr. 948), mit ebenfalls sehr deutlicher Rinne, die bei diesem zum Abbilden
nicht geeigneten Stücke aus dem Mergelsandstein der Mittelberge etwas schmäler als bei der vorigen
Form ist, was allerdings z. T. auf seitliche Zusammendrückung zurückzuführen sein könnte. Eine stumpfe
Kante verläuft vom Scheitel nach hinten, in dem auch das Maximum der Höhe liegt und von dem
aus die Schale ziemlich gleichmäßig nach vorn und hinten abfällt. Die Poren der Ambulacra erweisen
sich, soweit die starke Abreibung etwas erkennen läßt, als gejocht. Die Form stimmt am besten mit
1 Isis 1904, S. 7.
? Fossile Echinodermen des nördlichen Deutschlands. Verh. d. naturhist. Vereins f. Rheinl. u. Westfalen, 26, S. 247,
Taf. 3, Fig. 3.
== 953 —
der von Sturm! als Cardiaster jugatus Schnürer abgebildeten überein, deren Zugehörigkeit zur SCHLÜTER-
sehen Art mir nicht erwiesen scheint. Daß die Form der Mittelberge nicht zu dieser gehört, beweist
wie bei der vorigen die Verschiedenheit des Profils, da bei €. jugatus die größte Höhe vor dem Scheitel
liegt, auch dürfte die geringere Breite nicht allein auf Verdrückung zurückzuführen sein.
Spatangidae Ac.
Micraster Aa.
Micraster cor testudinarium GoLpr.
or
1826. Spatangus cor testudinarium GoLpruss. Petref, Germ. I, S. 156, Taf. 48, Fig.
1863. Micraster cor anguinum DRESCHER. Lowenberg, S. 359.
1872—75. Micraster cor testudinarium Geinirz. Elbtalgeb. II, S. 11, Taf. 4, Fig. 1—4.
1889. Micraster conf. cor testudinarium Fritscu. Teplitzer Sch., S. 98, Fig. 126.
Zahlreiche, oft verdrückte und stark abgeriebene Stücke finden sich neben einigen wenigen
besser erhaltenen im Löwenberger Mergelsandstein.
Die herzförmige, hinten abgestutzte Gestalt, die tiefen Ambulacralfurchen, von denen die vorderen
länger sind als die hinteren, der stumpfe, vom Scheitel nach hinten laufende Kiel, der in der Mitte,
bezw. dicht vor dieser liegende Scheitel und das charakteristische Profil kennzeichnen die besser erhaltenen
Stücke als hierher gehörig. Die Stücke entstammen größtenteils den Mittelbergen, ebenso findet sich die
Art in der südöstlichen Fortsetzung derselben an der Bismarckhühe und am Popelberg (Löwenberger
Realgymnasium, Geologische Landesanstalt). Ob ein im Hermsdorfer Mergelsandstein gefundener Micraster
der Geologischen Landesanstalt ebenfalls hierher gehört, läßt sich wegen der schlechten Erhaltung nicht
entscheiden.
Micraster cor testudinarium findet sich in Sachsen schon im unteren Brongniarti-Pliiner der säch-
sischen Geologen, so bei Krietzschwitz (= Brongniarti-Zone s. str.), dem etwa das Vorkommen der Mittel-
berge gleichzusetzen sein dürfte, während das Vorkommen bei Strehlen und in den Teplitzer Schichten
Böhmens dem Vorkommen im Hermsdorfer Mergelsandstein entsprechen würde, falls dieses sich be-
stätigen sollte. Ebenso im Pläner von Oppeln und den Kagerhöhschichten der fränkischen Kreide. Nach
SCHLÜTER im Cuvieri-Pliner Nordwestdeutschlands, von wo er fraglich auch noch aus dem Emscher ge-
nannt wird, in dem er in Frankreich und England häufig ist.
Epiaster p’Ons.
Epiaster spec.?
Taf. 15, Fig. 9a.
Ein kleiner schmaler hinten beschädigter Steinkern von ovalem Umriß; die Länge beträgt etwa
21 mm, die Breite 15 mm. Die Poren der eingesenkten Ambulacren sind, soweit es die Erhaltung er-
kennen läßt, gejocht und schräg gestellt. Die Furche, in der das unpaare Ambulacrum liegt, verflacht
1 Kieslingswalder Sandstein, S. 97, Taf. 11, Fig. 7.
= Ola
3/4 der
Liinge des vorderen. Von dem etwas hinter der Mitte liegenden Scheitel zieht sich eine stumpfe Kante
nach hinten. Die Maximalhöhe liegt hinter dem Scheitel.
Das im Besitze der Geologischen Landesanstalt befindliche Stück stammt von Neu-Warthau.
nach vorn, der Vorderrand ist kaum eingebuchtet. Das hintere Ambulacrenpaar erreicht etwa
Schizaster Ac.
Schizaster Sturmi nov. nom.
Taf. 15, Fig. 2.
1901. Hemiaster conf. lacunosus Sturm. Kieslingswalde, S. 98, Tat. 11, Fig. 9.
Ein beschädigtes Stück aus den Neu-Warthauer Schichten (Sammlung Drester) stimmt gut mit
der von Sturm als Hemiaster cf. lacunosus Goupr. beschriebenen Form von Kieslingswalde überein, die
Jedenfalls ebenso wie die vorliegende nicht zu der Gororuss’schen Art gehört, wie ein Vergleich mit
dem mir durch Herrn Professor Srerymann freundlichst übersandten Original der GoLpruss’schen Art beweist.
Das Stück zeigt ebenso wie die Sturm’sche Form kurz herzförmige Gestalt mit flachem Aus-
schnitt auf der Vorderseite. Der Scheitel liegt bedeutend hinter der Mitte, das unpaare Ambulacrum
liegt in einer tiefen, nach vorn flacher werdenden Furche. Ebenso sind die paarigen Ambulacren tief
eingesenkt, die beiden vorderen sind leicht geschwungen und mehr als doppelt so lang wie die hinteren.
Die schräg gestellten Poren sind gejocht. Die Fasciolen sind infolge der Erhaltung nicht erkennbar,
Eine vom Scheitel nach hinten verlaufende Kante scheint, soweit es die Erhaltung erkennen läßt, ebenso
wie bei der Kieslingswalder Form, vorhanden zu sein. Das Maximum der Wölbung liegt etwas hinter
dem Scheitel.
Von Schizaster lacunosus GoLpr.! unterscheidet sich die Art durch die kürzere, vorn etwas breitere
Gestalt. Die größte Breite liegt bei der Gorpruss’schen Art etwa in der Mitte, bei der vorliegenden
davor. Ferner wird die Rinne hier nach vorn hin breiter und flacher, während sie bei Sch. lacunosus
fast gleich breit bleibt. Die Srurm’sche Abbildung zeigt außerdem — was bei dem vorliegenden Stücke
infolge der Beschädigung nicht zu sehen ist —, daß der Scheitel hier mehr an den Hinterrand heran-
gerückt ist als bei der Gorpruss’schen Form.
Etwas näher kommt der letzteren im Umriß die von LaxGEnHan und Grunpey ebenfalls aus dem
Kieslingswalder Sandstein als Schizaster Roemeri abgebildete Form, wobei allerdings dahingestellt bleiben
muß, wie viel hier auf Rechnung der Verdrückung zu setzen ist, auch die Lage des bei dieser weiter
nach vorn gerückten Scheitels entspricht mehr derjenigen der Gouvruss’schen Art, doch ist ein ab-
schließendes Urteil betreffs der verdrückten Form zunächst nicht möglich.
Außer den genannten Stücken liegen noch einige weitere unvollständige Spatangiden-Steinkerne,
z. T. mit Gegendruck, von Neu-Warthau (Geologische Landesanstalt) und aus dem Groß-Rackwitzer
Scaphitenmergel (Löwenberger Realgymnasium) vor, an deren Bestimmung erst nach Auffindung weiteren
Materials gedacht werden kann.
1 Über die generische Stellung dieser von Gemıtz und Sturm als Hemiaster bezeichneten Art vergl. SCHLÜTER,
Zeitschr. d. deutsch. geolog. Ges., 1896, S. 963.
|
bo
on
ou
|
Asteroidea.
Phanerozonia.
Stellaster M. T.
Stellaster Schulzei Corra.
Textfigur 47.
1760. Cu. F. Scuurze. Betrachtungen d. versteinerten Seesterne, Taf. 2, Fig. 6.
1841. Asterias Schulzei A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 28, Taf. 6, Fig. 21.
1863. Asterias Schulzei DRESCHER. Löwenberg, S. 359.
1872 —75. Asterias Schulzei Grinitz. Elbtalgeb. II, S. 15, Taf. 5,
Fig. 3, 4.
Außer dem schon von Drescuer beschriebenen, dem
Berliner Museum für Naturkunde gehörigen Exemplar aus dem
Rabendockensandstein bei Hermsdorf liegt noch ein weiteres
Stück aus dem Oberquader der Hockenberge (Sammlung
Drester) vor. Die Stücke stimmen gut mit dem von GEINITZ
abgebildeten Exemplare aus dem Quader des Mittelturons in
Sachsen überein. Nach Grinirz auch im Kieslingswalder
Sandstein, der fast dem gleichen Horizont angehört wie die
Hockenberge.
Nach Spencer! deutet die Beschreibung der Rormer-
schen Form auf Stauranderaster (= Pentaceros auct. ex parte),
während ihm Stellaster Schulzei bei Geinirz mehr Calliderma
oder Nymphaster zu ähneln scheint.
Fig. 47.
Asterias Schulzei COTTA.
Oberquader (Oberer Emscher) Hockenberge.
Nach Photographie. Sammlung DRESLER.
Stellaster tuberculifer Drescu.
Textfigur 48.
1863. Asterias tuberculifera DRESCHER. Löwenberg, S. 360, Taf. 8, Fig. 5.
Drescuer’s Beschreibung dieser Art, die sich durch die relativ breiteren und daher in etwas ge-
ringerer Zahl vorhandenen, sehr deutlich gekürnelten Randplatten von der vorigen unterscheidet, ist
nichts hinzuzufügen. Alle vorliegenden Stiicke sind Abdrücke der Oberseite und stammen aus dem
Oberquader der Hockenberge, keins derselben ist ganz unbeschädigt; die gute Abbildung Drescuer’s
dürfte wohl eine Rekonstruktionsfigur darstellen. Löwenberger Realgymnasium, Geologische Landesanstalt.
Die Drescuer’sche Form könnte vielleicht auch zu Comptonia gehören, die sich durch das Fehlen
von Dornen auf den unteren Randplatten auszeichnet. Da die letzteren nirgends sichtbar sind, so kann
die Zugehörigkeit indes mit Sicherheit nicht festgestellt werden. Dagegen ist die sonstige Ähnlichkeit
mit einzelnen Comptonia-Arten recht auffallend, wie ein Vergleich der Figuren bei Spexcer, Brit. foss.
1 Brit. foss. Echinodermata IT, Pal. Soc. 61, S. 109.
— 256 —
Echinodermata zeigt’. Auch die durch Vorgänge nach dem Tode des Tieres bedingte scharfe Abgrenzung
der Radialplättchen der Scheibe von den Interradialplättchen, wie sie die Spexcer’schen Figuren zeigen,
Fig. 48.
Stellaster tuberculifer DRESCH. Oberquader (Oberer Emscher) Hockenberge. Löwenberger Realgymnasium.
läßt sich bei der Form der Löwenberger Kreide deutlich wahrnehmen, doch schieben sıch hier nicht wie
bei den abgebildeten Comptonien Spexcer’s die kleinen Radialplättchen so weit zwischen die oberen
Randplatten der Arme ein, die sich hier im größten Teil derselben berühren.
Astropecten nov. spec.
Taf. 15, Fig. 5.
Ein Abdruck der Unterseite aus dem Hockenauer Sandstein mit langen Armen. Der große
Radius erreicht etwa 6, der kleine 1 em. Jeder Arm läßt etwa 45 schmale Randplatten erkennen,
zwischen diesen ist der Abdruck der Adambulacralplatten undeutlich sichtbar. Zur Aufstellung einer
neuen Art reicht das Stück nicht aus. Löwenberger Realgymnasium.
Die Form findet sich bei Drescuer und WILLIGER als Sfellaster albensis Gein. aufgeführt, mit
dem sie jedoch keinerlei Ähnlichkeit hat.
1 Pal. Soc. 59, Taf. 17, Fig. 3, 4, Taf. 18, Fig. 2.
ne
Vermes.
Serpula Lin.
Serpula socialis Goupr.
1833. Serpula socialis GoLpruss. Petref. Germ. I, S. 235, Taf. 69, Fig. 12.
1837. Serpula filiformis SOWERBY in Firron. Transact. geol. Soc. 2, ser. 4, S. 340, Taf. 16, Pig. 2.
1845. Serpula filiformis Reuss. Böhm. Kreide I, S. 20, Tat. 5, Fig. 26.
1863. Serpula filiformis DRESCHER. Lowenberg, S. 330.
1872—75. Serpula socialis GEINITZ. Elbtalgeb. II, S. 200.
Mehrere aus Bündeln dünner Röhrehen bestehende Stücke liegen von Neu-Warthau vor (Geo-
logische Landesanstalt). Die Verbreitung dieser Art soll sich vom Dogger bis ins Senon erstrecken.
Ob es sich dabei in Wirklichkeit um dasselbe Tier handelt, muß indes doch bei derartigen äußerlich
wenig differenzierten Formen zweifelhaft bleiben.
Serpula ampullacea Sow.
1828. Serpula ampullacea SOWERBY. Min. Conch., Taf. 597, Fig. 1—5.
1845 —46. Serpula ampullacea Reuss. Böhm. Kreide I, S. 20, Taf. 5, Fig. 22, Taf. 24, Fig. 6—7.
1872—75. Serpula ampullacea Geinitz. Elbtalgeb. I, S. 284, Taf. 63, Fig. 10—12, II, Taf. 37, Fig. 6—9.
Einige wenig gekrümmte Stücke, die als Fortsetzung eines eingerollten Teiles zu betrachten
sind, mit den charakteristischen Mundwülsten liegen aus dem Mergelsandstein der Mittelberge vor, ebenso
könnte ein Steinkern aus den nächsthöheren Gr.-Rackwitzer Scaphitenmergeln hierher gehören. Auf die
in der Literatur unter anderem Namen aufgeführten Formen, die mit 5. wnpullacea zu vereinigen sind,
ist Geinrrz schon eingegangen. Geologische Landesanstalt.
Die in der ganzen oberen Kreide vorkommende Art ist in der sächsisch-böhmischen Meeres-
provinz, besonders im Genoman und oberen Turon verbreitet. Dem Vorkommen bei Groß-Rackwitz ent-
spricht das von GümBez genannte vom Marterberg bei Passau.
Serpula trachinus Go.pr.
1833. Serpula trachinus Goupruss. Petref. Germ’ I, S. 235, Taf. 70, Fig. 1.
1872—75. Serpula trachinus Geinirz. Elbtalgeb. I, S. 285, Taf. 63, Fig. 15—17.
Einige gewundene Serpeln von kreisförmigem Querschnitt mit deutlichem, nach vorn verflachendeim
Kiel fanden sich auf Craticularia tenuis aufgewachsen im Mergelsandstein des Popelberges bei Liwenberg
(Lüwenberger Realgymnasium).
Getnitz beschreibt die Art nur aus dem Cenoman, aus dem auch die Goupruss’sche Form stammt,
während er aus dem Turon die verwandte Serpula macropus abbildet. Daß hier nicht diese, sondern
S. trachinus vorliegt, geht aus dem Verschwinden des Kiels nach vorn, sowie aus dem kreisförmigen
(Juerschnitt gegenüber dem mehr dreieckigen bei S. macropus hervor.
Serpula gordialis SCHLOTH.
1820. Serpulites gordialis SCHLOTHEIM. Petrefaktenkunde, S. 96.
1833. Serpula gordialis GoLpruss. Petr. Germ. I, S. 234, Taf. 69, Fig. 8.
Gs
vo
Palaeontographica. Suppl. VI.
one
1845—46. Serpula gordialis Reuss. Böhm. Kreide I, S. 19, u. planorbis Reuss ebenda II, S. 106, Taf. 42, Fig. 19—23.
1863. Serpula gordialis DRESCHER. Löwenberg, S. 329.
1872—75. Serpula gordialis GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 282, Taf. 63, Fig. 2, 3, II, Taf. 32, Fig. 3, 4.
Von dieser aus dem Jura und der ganzen Kreide zitierten dünnen, oft schlangenförmig ge-
wundenen oder verschlungenen Form kann wohl dasselbe gelten, was oben von S. socialis gesagt wurde;
sie bietet trotz der weitgehenden Übereinstimmung, wie sie auch geologisch recht verschieden alte
Formen zeigen, zu wenig charakteristische Merkmale, als daß mit Sicherheit der Nachweis zu erbringen
wäre, daß überall tatsächlich dieselbe Art vorliegt.
Zahlreiche Bruchstücke entstammen dem Mergelsandstein des Hospitalberges. Löwenberger Real-
gymnasium.
Serpula septemsulcata Corra.
Taf. 15, Fig. 13.
1841. Serpula septemsulcata A. ROEMER. Norddeutsche Kreide, S. 101.
1846. Serpula septemsulcata GEINITZ. Grundriß d. Veisteinerungskunde, S. 252, Taf. 16, Fig. 8a—c.
1850. Dentalium? difforme Dixon. Geology and fossils of the tertiary and cretaceous formations of Sussex, S. 348,
Taf. 29, Fig. 10.
1872—75. Serpula septemsulcata GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 287, Taf. 63, Fig. 23, 24.
Ein einzelnes gekriimmtes, nach vorn an Dicke zunehmendes Stiick mit 7 kräftigen, etwas un-
regelmäßigen Längsrippen und verhältnismäßig starker Wandung stammt aus dem cenomanen Mergel
der Lettengrube am Vorwerksbusch bei Löwenberg. Die Art ist auch in Sachsen auf das Cenoman be-
schränkt und findet sich im gleichen Niveau in England, wo sie Dixon als Dentalium? difforme beschrieb.
Löwenberger Realgymnasium.
Coelenterata.
Anthozoa.
Hexacoralla.
Fungidae Dana.
Micrabacia E. H.
Micrabacia coronula GoLpr.
1826. Fungia coronula GoLpFUss. Petref. Germ. I, S. 50, Taf. 14, Fig. 10.
1850. Micrabacia coronula M. EDWARDS u. Hame. Brit. foss. corals. Pal. Soc. 3 II, S. 60, Taf. 10, Fig. 4.
1863. Micrabacia coronula DRESCHER. Löwenberg, S. 360. ,
1887. Micrabacia coronula Pocra. Die Anthozoen der böhm. Kreideform. Abh. d. k. böhm. Ges. d. Wissensch.,
math. naturw. Cl, VII. Folge, Bd. 2, S. 32, Fig. 12, 13.
1889. Micrabacia coronula FrirscH. Teplitzer Sch., S. 101, Fig. 134.
Zu dieser leicht kenntlichen Art gehürt ein kleines kreisfürmiges Stiick von 8 mm Durchmesser
und 3 mm Höhe mit flacher Basis und konvexer, in der Mitte eingesenkter Oberfläche. Leider lassen sich
u (uber 246 À
— 259 —
an den Septen die Einzelheiten infolge der Erhaltung nicht deutlich erkennen. Das der Geologischen
Landesanstalt gehörige Stück stammt aus dem Mergelsandstein der Mittelberge.
Die vorwiegend im Cenoman, so bei Essen, in England und Frankreich vorkommende Art geht
in Böhmen nach Fritscu noch bis in die Priesener Schichten hinauf, überschreitet hier also noch den
Horizont, in dem sie in der Löwenberger Kreide vorkommt. Nach A. Römer auch im Untersenon von
Gehrden bei Hannover.
Turbinolidae E. H. (emend. Ocınvın).
Parasmilia E. H.
Parasmilia centralis Maxr.
1822. Madrepora centralis MANTELL. Geology of Sussex, S. 159, Taf. 96, Fig. 2—4.
1850. Parasmilia centralis MILNE Epwarps u. Hate. Brit. foss. corals, S. 47, Taf. 8, Fig. 1.
1872—75. Parasmilia centralis GEINITZ. Elbtalgeb. II, S. 4, Taf. 1, Fig. 10-12.
1887. Purasmilia centralis POGTA. Anthozoen d. böhm. Kreideform., S. 43, Fig. 19, 20.
1889. Parasmilia centralis Fritsch. Teplitzer Sch., S. 101, Fig. 135.
Mehrere konische Exemplare aus dem Scaphitenmergel von Gr.-Rackwitz mit Rippen abwechselnder
Stärke und gelegentlich deutlichen Wachstumsabsätzen. Die Körnung ist infolge der Erhaltung gewöhn-
lich nicht wahrzunehmen. Geologische Landesanstalt.
Die im Turon und Senon weitverbreitete Art findet sich in der böhmischen Kreide vorwiegend
in den Priesener Schichten, welchem Vorkommen das vorliegende entsprechen würde. Seltener in den
Teplitzer Schichten und dem gleichaltrigen Strehlener Mergel. Im gleichen Horizont auch bei Oppeln,
ebenso auch im Wolliner Turon, während sie anderweitig besonders im Senon häufig ist.
Spongiae.
Die Schwämme in der Löwenberger Kreide stammen fast sämtlich aus dem Löwenberger Mergel-
sandstein, in dem sie einen ansehnlichen Teil der Fauna bilden, doch sind gut erhaltene Stücke ziemlich
selten. Herr Professor Raurr hatte die Freundlichkeit, die Bestimmung einzelner Formen zu begutachten.
Hexactinellida.
Dictyonina.
Euretidae Zırr.
Craticularia Zırr.
Craticularia tenuis A. Roem.
Taf. 15, Fig. 3.
1849— 52. Scyphia subreticulata GEINITZ. Charakteristik, S. 94, Taf. 22, Fig. 12.
1841. Scyphia tenuis A. Roemer. Norddeutsche Kreide, 8. 9, Taf. 4, Fig.
1845—46. Scyphia tenuis Reuss. Böhm. Kreide II, 8. 75, Taf. 18, Fig. 8.
1872—75. Cribrospongia subreticulata GEINITZ Elbtalgeb. I, S. 23, Taf. 2, Fig. 2—4.
1878. Ventriculites tesselatus u. Scyphia tenuis QUENSTEDT. Spongien, S. 457, Taf. 137, Fig. 3, 4.
1883. Craticulata tenuis Pocra. Beiträge zur Kenntnis der Spongien d. böhm. Kreideform. I. Abh. d. k. bohm. Ges.
d. Wissensch., VI. Folge, Bd. 12, S. 10, Taf. 1, Fig. 1.
Eine Anzahl von Bruchstiicken aus dem Mergelsandstein der Mittelberge und des Popelberges
besitzen eine etwa °/4 cm dicke Wand und lassen zahlreiche, meist blinde Kanäle erkennen, deren ovale
oder kreisförmige Mündungen in regelmäßigen Längs- und Querreihen stehen, von denen die ersteren
gelegentlich diehotomieren. Das Skelett besteht aus regelmäßigen Sechsstrahlern mit dichten Kreuzungs-
knoten. Die Form wird von Roemer und Reuss als dünnwandig beschrieben, während Gerxrrz in dem
zuerst zitierten Werke die Dicke der Wand seiner mit C. tenuis meist vereinigten Cribrospongia subreticulata
als verschieden angibt. Die Dicke des einen von ihm genannten Stückes, 6, entspricht etwa den
Löwenberger Stücken. Auch Poëra erwähnt, daß die diekeren Bruchstücke sich nur schwer von den
anderen Stücken trennen ließen. Er bezieht sich dabei auf ein von Quexsrenr abgebildetes Bruchstück
von Postelberg, das ich durch die Freundlichkeit von Herrn Professor Kokex im Original vergleichen
konnte; dasselbe stimmt in jeder Beziehung mit den Löwenberger Exemplaren überein. Sollte es sich
als nötig erweisen, die dickwandigen Formen von den dünnwandigen zu trennen, so würde der ersteren
der Name Cr. subreticulata Geinırz vorzubehalten sein,
Die Art wird von Pocra aus der sächsisch-böhmischen Kreide nur aus dem Cenoman genannt.
Jüngeren Alters ist dagegen das oben genannte böhmische Stück QueNsrept’s, das der Scaphitenzone an-
gehört, während das Löwenberger Vorkommen der Brongniarti-Zone entspricht. Noch jünger als jenes ist
das Rormer’sche Original, das aus dem Senon von Lemtörde stammt. Während Gernirz selbst ursprünglich
die Zusammengehörigkeit der Rormer’schen Form mit seiner Crilrospongia subreticulata angenommen hatte,
trat er später wegen der größeren Poren bei der Rormer’schen Form für die Verschiedenheit beider
ein, wogegen Pocra wieder beide vereinigte. Leider steht mir nicht genügend Vergleichsmaterial zur
Beurteilung der Frage zur Verfügung. Ich folge vorläufig letzterem Forscher. Löwenberger Real-
gymnasium, Sammlung DRESLER.
Craticularia auricularis nov. spec.
Tat. 15, Hig. 1:
Ein einzelnes, recht gut erhaltenes Stiick von schiissel- bis ohrfürmiger Gestalt mit etwas knolliger
Wurzel aus dem Mergelsandstein der Mittelberge. (Geologische Landesanstalt.)
Der Oberrand der etwa 4—5 mm dicken Wand ist abgerundet. Zahlreiche, meist blinde Kanäle
verlaufen in dem aus undurchbohrten Sechsstrahlern bestehenden Skelett, deren Öffnungen in regel-
mäßigen Längs- und (Juerreihen stehen. Die Zwischenräume zwischen den Kanälen sind em wenig breiter
als die Ostien. Das Skelett erscheint etwas kompakter als bei der vorigen Art, ohne jedoch die Dichtig-
keit des Skeletts der an nächster Stelle zu behandelnden Gattung Leptophragma zu erreichen. Ebenso
sind die Ostien etwas kleiner als bei der vorigen Art.
1 Es ist übrigens ein Versehen, wenn Pocra angibt, daß QuENsTEDT das Stück als Ventriculites tesselatus aufgeführt
habe. Die unter letzterem Namen abgebildete Form stammt von Salzgitter und ist viel dünnwandiger, stimmt aber sonst
gut überein, während die Form von Postelberg auch von QuENSTEDT als Scyphia cf. tenuis abgebildet wird.
— 261 —
Coscinoporidae Zırr.
Leptophragma Zrrr. nov. spec.
Textfigur 49.
Sehr zahlreiche Bruchstücke, die ein Urteil über die Gesamtgestalt nicht
gestatten, jedoch zu keiner bekannten Art gestellt werden können, zeigen ein
sehr feines, aus undurchbohrten Sechsstrahlern bestehendes Skelett. Die in alter-
nierenden Reihen angeordneten Öffnungen der zahlreichen, meist blinden Kanäle
sind sehr fein und stehen verhältnismäßig weit auseinander. Die Größe der Leptophragma nov. spec.
Poren erinnert an Leptophragma striatopunctatum Rorm., deren Skelett jedoch Brucbstüek. Mittelturon
noch dichter erscheint (Löwenberger Mergelsand-
stein) Popelberg b. Löwen-
Sämtliche Stücke stammen aus dem Mergelsandstein des Popelberges. ao. Löwenbereer Real-
(Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Dre&ster.) gymnasium.
Pleurostoma Roem.
Pleurostoma bohemicum Zirr.
Taf. 15, Fig. 14.
1877. Pleurostoma bohemicum ZiTTEL. Studien über fossile Spongien, Abh. d. math.-physik. Cl. d. k. bayr. Akad.
d. Wissensch., 13, 1. Abt., S. 48.
1883. Pleurostoma bohemicum Pocra. Spongien d. böhm. Kreideform. I., S. 21, Taf. 2, Fig. 7, Textiig. 7.
1889. Plewrostoma bohemicum FrırscH. Teplitzer Schicht., S. 103, Fig. 138.
Mehrere Bruchstücke eines stark zusammengedrückten Schwammes stimmen besonders gut mit
der von Fritsch gegebenen Abbildung (a. a. O.) überein. Beide Wände erreichen zusammen nur eine
Dicke von etwa =
4 mm. Auf der einen Schmalseite sind 4 dicht aneinandergedrängte große Öf-
nungen von {—2 mm Durchmesser mit wulstigem Rande wahrzunehmen. Das Skelett ist dicht, stein-
artig und läßt Einzelheiten infolge der Verkieselung nicht erkennen. Die Mündungen der Kanäle sind
in Längsreihen angeordnet, die bisweilen dichotomieren, wie dies Pocra auch bei böhmischen Exem-
plaren beobachtete, während Zirren nur von unregelmäßig angeordneten Ostien spricht. Nicht zu
trennen von den typischen Stücken mit den seitlichen großen Öffnungen (Sammlung Dresien) dürften
einige weitere Bruchstücke sein (Löwenberger Realgymnasium), bei denen solche nicht wahrzunehmen
sind, die aber in der Anordnung der Poren, der Dicke der Wand und dem steinartigen Skelett gut
übereinstimmen. Wie das von Poëra abgebildete Stück zeigt, stehen die großen Öffnungen oft auch
recht weit auseinander, so daß Bruchstücke ohne Seitenöffnungen nichts Auffälliges haben. Derartige
Stücke sind dann leicht mit Leptophragma zu verwechseln, zu welcher Gattung ich die Stücke auch vor
Kenntnis des Drrster’schen Pleurostoma zu stellen geneigt war. Ob ein aus den gleichen Schichten
stammendes flaches Bruchstück der geologischen Landesanstalt mit etwas feineren Poren, elwa 16 auf
den Zentimeter, gleichfalls hierher oder zu Leptophragma gehört, wage ich nicht zu entscheiden.
Sämtliche Stücke stammen aus dem Mergelsandstein der Mittelberge. In Böhmen findet sich die
Art etwa im gleichen Horizont in den Weißenberger, Malnitzer und Teplitzer Schichten.
— 262 —
Guettardia Micn.
Guettardia stellata Micu.
Taf. 15, Fig; 6.
1822. Ventriculites quadrangularis MANTELL. Sussex, Taf. 15, Fig. 6.
1840—47. Guettardia stellata MICHELIN. Iconogr. zoophyt., S. 121, Taf. 30, Fig. 3, 4, 6, 8-11 (cet. excl.).
1877. Guettardia stellata ZırteLn Studien über foss. Spong. I, S. 48.
1883. Guettardia stellata PoGra. Spongien d. böhm. Kreide I, S. 24.
1864. Pleurostoma stellatum A. ROEMER. Spongitarien d. norddeutsch. Kreide. Palaeontogr. 13, S. 14, Taf. 5, Fig. 7a,b.
1883. Guettardia stellata Hınpe. Catalogue of fossil sponges, S. 104.
Zu dieser Art gehören zahlreiche Stücke der Geologischen Landesanstalt aus der Plenus-Zone
bei Neuländel, die nur in einem, wie ich glaube, unwesentlichen Punkte von der Micnetry’schen
Form abweichen. Während nämlich .der Schwammkörper der letzteren vielfach aus 4 oder 5 flügel-
artigen, stark zusammengepreßten Teilen besteht, die aber auch, wie Fig. 3 bei Micnenn zeigt, in der
Mitte in Verbindung treten können, so daß im Querschnitt die Form eines Kreuzes erscheint, sind bei
dem vorliegenden Material größtenteils zwei stark bogenfürmig gekrümmte Teile vorhanden, die sich
meist, wie bei dem von A. Rorver a. a. O. Fig. 7a dargestellten Stücke, an ihrer konvexen Seite be-
rühren oder auch getrennt bleiben können und nur bei kleineren Stücken in ähnlicher Weise wie
bei MicHeuin Fig. 3 zu einem Kreuz zu verschmelzen scheinen, dessen schmale Balken durch die
zusammengefaltete Außenwand gebildet werden. Die letztere zeigt an der Schmalseite der Arme wie
die Micuerrv'sche Form meist einige Öffnungen von etwa 1 mm Durchmesser, die jedoch auch fehlen
können; außer diesen sind auf der ganzen Oberfläche eine größere Anzahl feiner Poren reihenweise an-
geordnet. Das Skelett besteht aus deutlichen Sechsstrahlern.
Pomet! glaubte unter den Micheuiv’schen Figuren zwei Arten erkennen zu können und will den
Namen stellata nur für die Form mit getrennten Flügeln beibehalten wissen, während die anderen den
Namen @. alata führen sollen. Ebenso schloß er von der Synonymik die von A. Rormer als Pleurostoma
stellatum Mich. abgebildete Form aus, die er als Guettardia Roemeri bezeichnet. Auch Hınpe, dem die
Bemerkung PoueL's wohl entgangen, hält die beiden Mıcnerin’schen Typen getrennt, nennt aber umgekehrt
das @. stellata, was Pome. alata nannte und bezeichnet Pomet’s stellata als radians, ein Name, der nach dem
Prioritätsprinzip also verschwinden müßte. Ob die Pomer’sche Trennung berechtigt ist, vermag ich ohne
senones Vergleichsmaterial nicht zu entscheiden, jedenfalls aber können unter den vorliegenden cenomanen
Formen diejenigen mit getrennten Flügeln von den kreuzförmigen Stücken nicht getrennt werden. Ich
fasse die Art daher vorläufig im Micneriv’schen Sinne und schließe in sie die vorliegende cenomane Form ein.
Will man in der Abgrenzung Pomet folgen, so müßte die vorliegende als @. Roemeri Pom. bezeichnet werden.
Das cenomane Vorkommen der Art bildet ein weiteres Beispiel für die abweichende vertikale
Verbreitung einzelner Arten der südostdeutschen Kreide gegenüber anderen Gegenden. Sie wird von
Poéra auch aus Böhmen schon aus den cenomanen Korytzaner Schichten, allerdings ohne Abbildung,
genannt, während sie sonst erst im Senon vorkommt. Poëra hat schon hervorgehoben, dab mit der
Fundortsangabe Melnitz bei A. Roemer wohl Malnitz gemeint sei. Dieses mittelturone Vorkommen würde
dann zwischen dem cenomanen und dem senonen vermitteln.
1 Palaeont. Oran S. 88.
auge
Guettardia crassa nov. spec.
Tat. 15, Pigs 8,
Es liegt aus der Löwenberger Kreide nur ein einzelnes Stück vor, das aber recht charakte-
ristisch erscheint. Die Außenwand ist in ähnlicher Weise wie bei Guettardia stellata Micu. a. a. O. Fig. 3
zusammengefaltet, so daß sich das Bild eines Kreuzes mit zwei gleichen, sowie einem längeren und
einem kürzeren Arme ergibt. Die Basis ist knollig wurzelig ausgebildet. Zahlreiche feine, unregelmäßig
verteilte Ostien sind auf der ganzen Oberfläche- wahrnehmbar. Das Skelett ist ziemlich dicht, die Maschen
zeigen oft unregelmäßige Gestalt, lassen aber noch deutlich den sechsstrahligen Bau erkennen. Die
großen Öffnungen, wie sie auf den Schmalseiten der einzelnen Arme bei @. stellata auftreten, sind hier
nicht vorhanden, dagegen ist bei dem einen Balken eine flach umrandete Vertiefung zu bemerken. Be-
sonders aber ist die Form von @. stellata durch die größere Dicke der Arme unterschieden, die bei der
Michzuin’schen Art fast parallelrandig begrenzt und so stark zusammengedrückt sind, daß die Innen-
flächen der Flügelwände sich in ihrem größten Teile häufig fast berühren. Eine größere, der vorlie-
genden Art entsprechende Dicke der Flügel zeigt übrigens auch das von A. Roemer a. a. O. als stellata
abgebildete Stück, Fig. 7c, doch wage ich auf Grund der Abbildung allein kein Urteil über die Be-
ziehungen zu der schlesischen Form. Das Stück stammt aus dem mittelturonen Mergelsandstein der
Mittelberge. (Geologische Landesanstalt.)
Ventriculitidae Touum. Swirn.
Ventriculites Manr.
Ventriculites conf. angustatus var. distorta Quensrepr.
1841. Scyphia angustata A. ROEMER, Norddeutsche Kreide, S. 8, Taf. 3, Fig. 5.
1845—46. Seyphia angustata Reuss, Böhm. Kreide II, 8. 74, Taf. 17, Fig. 11.
1872— 75. Cribrospongia angustata GEINITZ, Elbtalgeb. Il, S. 1, Taf. 1, Fig. 3 (non 4—6).
1878. Ventriculites angustatus distortus QUENSTEDT, Spongien, S. 444, Taf. 136, Fig. 15—20.
1883. Ventriculites angustatus HINDE, Catalogue of fossil sponges, S. 114, Taf. 26, Fig. 3, 3b.
1897. Ventriculites angustatus distortus LEONHARD, Kreideform. in Oberschles., S. 31.
Zwei schlanke, stark abgeriebene Stücke mit unregelmäßig verzerrten Poren, wie sie für diese
Varietät im Gegensatz zum typischen «ngustatus charakteristisch sind. Am unteren Teile des einen sind
die Poren stark in die Länge gezogen und verfließen gelegentlich, während die dazwischen liegenden
Teile des Schwammes in Form liinglicher Schwielen erscheinen, wie sie ähnlich, jedoch stärker ausgeprägt,
bei V. nodulifer A. Ror. auftreten. An die Zugehörigkeit zu dieser Art ist indes sowohl wegen der
geringeren Stärke als auch wegen der Beschränkung des genannten Merkmals auf einen ganz kleinen
Teil der Oberfläche, die sonst auf die Qurxstepr'sche Form hinweist, nicht zu denken.
Die im Turon Deutschlands (Böhmen, Strehlen, Oppeln, Harzrand) weit verbreitete Art wurde
im Mergelsandstein der Mittelberge gefunden (Geologische Landesanstalt). Sie scheint ihre Haupt-
verbreitung im Scaphitenhorizont zu haben (Teplitzer Schichten, Strehlener Mergel), wird in Böhmen
aber auch schon aus unterem Turon, den Weißenberger Schichten, von Frırschn und Pocra genannt.
== 06h ==
Andererseits soll sie bei Lüneburg wahrscheinlich noch im Senon vorkommen. Aus England nennt sie
Hixpe aus dem Upper Chalk.
Außer der genannten Art liegt noch ein weiterer sehr schlecht erhaltener Hexactinellidenrest
vor, der ebenfalls auf Ventrieulites, etwa V. radiatus Mast. hinweist, aber für eine genaue Bestimmung
nicht ausreicht. Geologische Landesanstalt.
Maeandrospongidae Zırr.
Plocoscyphia Revss emend. Zıtr.
Plocoscyphia pertusa Gem.
Taf. 15, Fig. 10.
1843. Tragos pertusum GEINITZ (1), Nachträge z. Charakteristik, S. 19, Taf. 6, Fig. 18.
1871. Plocoscyphia pertusa GEINITZ (2), Elbtalgeb. I, S. 26, Taf. 2, Fig. 5; Taf. 3, Fig. 1.
1874. Plocoscyphia pertusa ZırTeL. Handbuch der Palaeontologie, S. 181, Fig. 96.
1883. Plocoscyphia pertusa HINDE, Catalogue of the fossil Sponges, S. 134.
1889. Plocoscyphia pertusa FrırscH, Teplitzer Sch., S. 106, Fig. 146.
Ein einzelnes Stück von unregelmäßig knolliger Gestalt mit flacher Basis ohne Stiel und Zentral-
höhle aus mäandrisch gewundenen, wulstig ausmündenden Röhren bestehend von ziemlich lockerem Gefüge.
Die großen, den ganzen Schwammkörper durchsetzenden Löcher gestatten an mehreren Stellen durch
ihn hindurchzusehen. Die Oberfläche läßt eine Reihe feiner Ostien erkennen. Das Skelett besteht aus
regelmäßigen Sechsstrahlern.
Die Form stimmt am besten mit der Abbildung bei Frırscn und Zirren sowie dem von Getnirz (2)
an zweiter Stelle abgebildeten Stücke überein, während bei der Originalabbildung von Gernrrz die den
Schwammkörper durchsetzenden Röhren noch zahlreicher sind. Cyrtobolia morchella bei Poéra! wird im
Habitus vielleicht noch ähnlicher, soll aber überzählige Arme der Kreuzungsknoten besitzen. Poéra hat
auf Grund dieses Merkmals die Gattung Cyrtobolia abgetrennt, deren Berechtigung von Lronnarp? be-
stritten wird, da dieses auch bei anderen Plococyphien in der Oberflächenschicht zu beobachten sei.
Dagegen zeigt die von Goupruss abgebildete Plocoscyphia morchella® ein festeres Gefüge, das GEısıTz als
Hauptunterschied betrachtet, wenngleich er auch die Möglichkeit, daß sich später die Zusammengehörigkeit
beider herausstellen könnte, in Betracht zieht.
Plocoseyphia cavernosa A. Rom.‘ zeigt ganz ähnlich stellenweise Durchlöcherungen des ganzen
Schwammkörpers, ist aber durch geringere Dicke der Röhrenwandungen bezw. durch schärfere Ränder
derselben unterschieden.
Nicht hierher gehörig ist P/. pertusa A. Rorm.,? die von letzterem Forscher selbständig ohne Be-
ziehung auf die ältere Geisırz’sche Art aufgestellt wurde, aber in der Synonymik der Art in dem späteren
Werke von Getnirz Platz gefunden hat.
' Böhmische Kreidespongien, S. 39, Fig. 18.
? Kreidef. i. Oberschlesien, S. 34.
3 Petref. Germ. I, Taf. 29, Fig. 6.
* Spongitarien d. norddeutsch. Kreidegeb., S. 52, Taf. 15, Fig. 8.
5 Ebenda, S. 53, Taf. 18, Fig. 11.
Das vorliegende Stück des Lüwenberger Realgymnasiums stammt aus dem Mergelsandstein der
Mittelberge. In Sachsen ist Pl. pertusa bisher nur aus dem Cenoman bekannt geworden. Noch etwas
jünger als das vorliegende Vorkommen, ist das in den Teplitzer Schichten Böhmens. Nach Kerrıng,
dem Hınpe folgt, auch schon im englischen Neokom.
Tremabolites Zırr.
Tremabolites megastoma A. Roem.
1841. Manon monostoma und megastoma A. ROEMER, Norddeutsche Kreide, S. 2, 3, Taf. 1. Fig. 8, 9.
1845 -46. Manon megastoma Reuss, Böhm. Kreide II, S. 77, Taf. 20, Fig. 1; Taf. 43, Fig. 9.
1863. Manon megastoma DRESCHER, Lowenberg, S. 361.
1870. Camerospongia megastoma F. Roemer, Geologie von Oberschlesien, S. 307, Taf. 38, Fig. 6.
1878. Cephalites polyostoma QUENSTEDT, Spongien, S. 503, Taf. 139, Fig. 8—10.
1883. Tremabolites megastoma PoGra, Spongien der böhm. Kreideform. I, S. 37.
Scheibenförmige Stücke von unregelmäßigem oder kreisrundem Umriß; die Oberfläche ist von
einer Kieselhaut bedeckt, in der kreisförmige oder elliptische Öffnungen liegen, deren Ränder etwas
angeschwollen sind. Die kreisförmigen Stücke tragen nur eine derartige Offnung und wurden von RoEMmER
als Manon monostoma beschrieben, dürften aber, wie dies schon von Drescher geschehen ist, mit den anderen
Stücken mit mehreren Öffnungen zu vereinigen sein.
Die vorliegenden Stücke stammen aus dem Plenus-Mergel der Lettengrube am Vorwerksbusch
bei Löwenberg und des Hirseberges (Löwenberger Realgymnasium). Drescher gibt außerdem als Fund-
ort Neuwiese an, wo die gleichen Schichten anstehen. In Böhmen gleichfalls in den cenomanen Korytzaner
Schichten, ferner im Turon von Oppeln, sowie auch noch im Untersenon Westfalens und von Peine.
Lithistida.
Tetracladina Zırr.
Siphonia Park.
Siphonia Geinitzi Zrrr.
Textfigur 50.
1846. Cnemidium pertusum Reuss. Böhm. Kreide II, S. 71, Taf. 16, Fig. 7—8, 11—14.
1846. Siphonia pyriformis Reuss. Ebenda 8. 72.
1849 — 50. Siphonia pyriformis und Scyphia heteromorpha (ex parte) GEINITZ. Quader Deutschl. S. 254, 258.
1870. Siphonia pyriformis und Siphonia spec. J. Roemer. Geol. v. Oberschlesien S. 292, Taf. 28, Fig. 1—2.
1871—75. Siphonia pyriformis Grinirz. Elbthalgeb. I, S. 38, Taf. 9, Fig. 1—14.
1878. Siphonia Geinitzi ZiTTEL. Studien über fossile Spongien, II, S. 143.
1884. Siphonia Geinitzi PoGTA. Spongien d. böhm. Kreide, II, S. 35.
1897. Siphonia Geinitzi LEONHARD. Kreidef. i. Oberschlesien.
Ein gutes, im Besitz der Geologischen Landesanstalt befindliches Stück, das aus zwei Individuen,
einem größeren und einem durch Knospung aus letzterem hervorgegangenen kleineren besteht, stimmt
mit der bei Reuss als Cnemidium pertusum und von Ggixirz als Siphonia pyriformis abgebildeten Form
Palaeontographica. Suppl. VI. 34
Fig. 50.
Siphonia Geinitzi ZITT.
Mittelturon (Lüwen-
berger Mergelsand-
stein), Mittelberge
bei Lüwenberg:
Nach Photographie.
Geol. Landesanstalt.
— 266 —
überein, die von Zırten den Namen Siphonia Geinitzi erhielt. Die Gestalt ist un-
regelmäßig walzenförmig. Von der breiten Mündung der Zentralhöhle strahlen längere
und kürzere Kanäle aus. Die Oberfläche zeigt größere und kleinere Poren unregel-
mäßig durcheinander. Wie Gerinirz hervorhebt, finden sich gelegentlich Formen,
bei denen eine Zentralhöhle äußerlich kaum bemerkbar ist, ebenso bildet er ein des-
halb als fraglich angesprochenes Stück ab, bei dem sie ganz zu fehlen scheint.
Ganz das Gleiche läßt sich an dem durch Knospung aus dem größeren hervor-
gegangenen Individuum beobachten, bei dem eine Zentralhöhle ebenfalls nicht zu be-
merken ist. Ein zweites Stück des Löwenberger Realgymnasiums ist dieker und
kürzer und mehr der Birnform genähert, ohne jedoch die schlanke halsartige Ver-
längerung nach unten wie bei der Goupruss’schen 8. pyriformis zu erreichen. Es
ähnelt in der Form etwa Fig. 3 bei Grinirz (a. a. O.). Die nach der Peripherie aus-
strahlenden Kanäle sind auf der ganzen Oberfläche sehr deutlich.
Beide Stücke stammen aus dem Mergelsandstein der Mittelberge. In Sachsen
im Cenoman, ebenso auch in Böhmen, wo die Art nach Revss jedoch auch noch in
den Teplitzer Schichten vorhanden sein soll. Nach F. Rcemer und LEoxHARD auch
in Oberschlesien nur im Cenoman.
Tetractinellida.
Spongia saxonica GEIx.
1842. Spongites saxonicus GEINITZ. Charakteristik S. 96, Taf. 22, Fig. 1 u. 2.
1871— 75.
Spongia saxonica GEINITZ. Elbtalgeb. I, S. 21, Taf. 1, Fig. 1—6.
Die bekannten, früher als Hornschwämme gedeuteten, oft verzweigten Wülste sind neuerdings
von DETTMER! zu den Foraminiferen gestellt worden, während sie FeLıx”? in einem soeben erschienenen
Aufsatze auf Grund der in ihnen beobachteten Kieselspiculae den Tetractinelliden zuweisen konnte. Sie
finden sich überall im Löwenberger Mergelsandstein und sind in allen Sammlungen verbreitet.
1 Spongites saxonicus GEINITZ und die Fucoidenfrage. Neues Jahrb. f. Min. 1912, II, S. 114.
2 Über ein cretacäisches Geschiebe mit Khizocorallium Glaeseli n. sp. aus dem Diluvium bei Leipzig. Sitzungsber.
d. naturf. Gesellsch. z. Leipzig, 39, 1912, S. 22.
Ortsverzeichnis zum geologischen Teil.
Da das Verzeichnis in erster Linie zur Orientierung über die geologische Lage der einzelnen Punkte
dienen soll, andererseits die Aufführung der Seiten, auf denen diese als Fundorte im paläontologischen Teil
genannt werden, das Verzeichnis ohne wesentlichen Nutzen belastet hätte, so ist dieses auf die Seitenzahlen
des geologischen Teiles beschränkt worden.
Alt-Jäschwitz 58
Alt-Warthau 10. 16. 21. 25. 44
Alt-Warthauer Sattel 18
Andreasthal 57
Armeruh 9. 21. 24
Aschitzau 60. 63
Berg-Warthau 33
Bienitz 61
Bismarckhöhe 33
Bober 11. 22. 35
Brandbusch 16
Braunau 32. 42
Braunauer Berge 36. 41
Buchberg 41
Bunzlau 9. 16. 17. 26. 49. 54. 63. 86
Bunzlauer Mulde 9. 20
Bunzlauer Stadtforst 58. 63
Burgberg 11. 22
Beichsel (schnelle) 25. 31
Deutmannsdorf 43. 47. 48
Dobrau 17. 50
Dürrkunzendorf 58
Hichberg 19
Engeltbach 11. 22. 23
Erlingsberge 24. 33
Flachenseiffen 12
Flensberg 19
Försterei Kalkofen 25
Freiwaldau 18
Galgenberg bei Grunau 12. 22
Galgenberg bei Hera sdorf 12. 19
Galgenberg bei Löwenberg 21. 23. 27
Gehnsdorf 42. 43. 48 ff.
Geiersberg bei Goldberg 18. 25
Geiersberg (Dorf) 25. 31
Geiersberge bei Groß - Hartmannsdorf
16. 25
Gickelberg 33
Giersdorf 5. 16. 47. 49. 50
Gießhübel 11. 22
Görisseiffen 10. 12. 24
Görlitz 82
Görlitzer Heide 56
Goldberg 14. 26. 30
Goldberg—Hermsdorfer Mulde 9. 14. 19.
20191: 40
Grenzhäuser 10, 23
Gröditzberg 17. 19
Groß-Hartmannsdorf 10. 18. 25. 33
Groß - Hartmannsdorf — Neu-Warthauer
Mulde 9. 14. 16. 17. 20. 25. 42. 63
Groß-Hartmannsdorfer Sattel 16. 25
Grob-Rackwitz 30. 33. 35 ff. 77. 85
Grunau 12. 22
Grunauer Spitzberg 13. 22. 27. 37. 41.
42. 83
Hliänchen 57
Hainwald 28. 32. 41
Harte 23. 27
Hartelangvorwerk s. Langvorwerk
Hartliebsdorf 48
Hasel i4. 19. 25
Haselberg 36
Heiliger Berg 9. 21. 24
Hermsdorf 10. 14. 18. 30. 31. 32
Hermsdorfer Mulde s. Goldberg— Herms-
dorfer Mulde
Hermsdorfer Spalte 10. 14. 29. 48. 49
Herzogswaldau 18. 24. 33. 42. 48. 50
Hirseberg 24. 27. 28. 29. 32
Hochkirch 48. 50
Hockenau 42. 47. 50
Hockenberge 15. 41. 43. 48
Hoher Stein 25
Hohlstein 42. 48
Hospitalberg 6. 27. 32. 33
Humprich 22. 23
Husdorf 12. 22
Evenitzbach 48
Jäschwitz 63
Jungfernstübchen bei Löwenberg 20. 32
Kahleberg 18
Kappelberg 40 ff.
Karlsthal 12. 22
Katzbach 9. 14. 19. 25. 28. 31
Kellerberg 24
Kesselsdorf 48. 50
Kiefernberg 48
Kienberg 13. 22 23. 41
Klein-Neundorf 10
Klingeberg 59
Klitschdorf 17. 56. 59 ff.
Künigswaldau 55. 57
Krauschteich 56
Kretschamberg 42. 43. 48
Kugelberg 21. 24
Ladenberg 10
Lähn 10. 11. 22. 23. 28. 41
Lähner Mulde 6. 20. 21. 80. 41
Lähnhaus 11
Langenau bei Görlitz 47. 48. 53. 56
Langenau bei Liihn 11. 37
Lange-Berg b. GroB-Hartmannnsdorf 25
Lange-Berg bei Lauterseiffen 41
Lange Treibe 62
Langvorwerk 21. 23. 27. 29
Lerchenberg 12. 22. 27. 37
Lettengrube 26. 29
Lindenberg 10
Lowenberg 26. 28. 29. 30. 86
Löwenberger Becken 84
Löwenberger Bruch s. Schönau—Löwen-
berger Bruch
Löwenberger Mulde 9. 14
Löwenberger Schweiz 21. 24
Looswitz 58
Ludwigsdorf 30. 36. 77
Luftenberg 32
Luftenberg (Kolonie) 14. 24. 27. 32
Meierslaune 56
Mittelberge 6. 33. 41. 43. 78
Mochau 18
Moys 24
Moyser Felsen 24
Mühlberg 19
Naumburg a. Queis 5. 21.24.47. 48.54.57
Neudorf a. Gröditzberg 15. 19
Neuen 57. 63
Neukirch 11
Neu-Flachenseiffen 22
Neu-Jäschwitz 58. 59
Neuland 27
Neuländel 19. 25. 29. 30. 31. 32
Neu-Warthau 21. 25. 26. 33. 44. 47. 49. 58
Neu-Warthauer Mulde s. Groß-Hart-
mannsdorf— Neu-Warthauer Mulde
Neu-Warthau—Wehrauer Spalte 16 ff.
20. 42. 46. 59. 62
Neuwiese 24. 27. 28. 29. 32
Nieder-Bielau 47. 50
Nieder-Groß-Hartmannsdorf 33
Nieder-Langenau 22. 37
Nieschwitz 16. 18
Nieschwitzer Mulde 9. 10. 17. 18
@ber-Kesselsdorf 43. 50
Ober-Langenau 22. 37
Ober-Neundorf 10
Ober-Tillendorf 17
Ottendorf 57. 63
— 268 —
Paulusberg 24
Penzig 53
Penzighammer 48. 56
Pilgramsdorf 5. 14. 24. 25. 28. 30. 32. 36
Plagwitz 14, 24
Plagwitzer Sattel 14. 28
Popelberg 6. 33. 41
Probsthainer Spitzberg 14. 20
Putzberg 18
Queis 60
Habendocken 30. 33
Raumberg 18
Röhrsdorf 13
Rothlach 59
Rothwasser 56. 60
Sauberhiiuser 36
Schellenberg 59
Schiefer 11
Schieferberg 12. 22
Schmottseiffen 10. 12. 22
Schmottseiffener Nordsprung 10
Schmottseiffener Südsprung 12
Schénauer Graben 13. 20
Schönau—Löwenberger Bruch 14. 20. 27
Schrems 62
Schützenhain 48. 50
Schwarzer Berg 57
Schwarze Pfütze 59
Siebeneichen 24
Siegersdorf 57. 63
Silberberg bei Grunau 21. 22
Sirgwitz 19. 48. 58. 63
Sohra 24
Spitzberg bei Grunau s. Grunauer Spitz-
berg
Spitzberg bei Lähn 11. 20
Spitzberg bei Löwenberg 23
Spitzberg b. Probsthain s. Probsthainer |
Spitzberg
Steinberg bei Löwenberg 14
Steinberg östl. Pilgramsdorf 18. 25. 28. 32
Steinberg westl. Pilgramsdorf 24
Steinkammer 41. 42
Steinmühle b. Poln. Hundorf 25
Straßenhäuser 10
Strickermühle bei Löwenberg 21
Thommendorf 60
Tiefenfurt 17. 20. 61
Tiergartenberg 24
Tillendorf 49. 59. 63
Tchirna 57
Ullersdorf a. Bober 54. 58. 63
Ullersdorf a. Queis 5. 28. 48. 50. 57
Uttig 59
Vogtsberge 32. 41
Vorwerksbusch 26. 27. 30
Wachtelberg 15. 19
Waldau 48. 50
Waldhöhe bei Groß-Hartmannsdorf 16
Waldhöhe bei Löwenberg 26. 27. 32. 48
Walditz 58. 65
Waltersdorf 12. 23. 37
Wehrau 5. 10. 16. 17. 50. 59 ff. 63
Wehrauer Spalte s. Neu-Warthau—
Wehrauer Spalte
Weinberg 24
Weiße Zeche 28
Weißvorwerk 61
Wenig-Rackwitz 48. 57. 58. 63
Wenig-Walditz 57
Wiesenhäuser 22
Willmannsdorf 18
Wilsbach 19. 31
Wolfsberg 18. 31
Wolfsdorf 19. 25. 26. 28
Ziiegelberg 60
Ziegenberg 18. 19. 25. 26. 29. 31
Zigansberg 24
Zigeunersteine 41
Zwickerberg 10
Paläontologisches Namenverzeichnis.
Acanthoceras 97
— Rhotomagense 21. 98
— spec. 21. 97
Acmaea 137
— dimidiata 39. 71. 137
Acmaeidae 137
Acrogrammatolepis 88
Actaeonella 106
— Beyrichi 49. 50ff. 70. 106
— cretacea 106
Actaeonidae 106
Actinocamax lanceolatus 92
— plenus 26. 29. 30. 69. 92
Aequipecten 223
Alectryonia 242
— frons 77. 78. 243
Amauropsis 123
Ammonoidea 93
Ampullina bulbiformis 123
Anatina 140
— lanceolata 64. 65.
Anatinidae 140
Andromeda Parlatori 65
Anisomyaria 194
Anomia 239
— spec. 239
— subtruncata 65. 74. 239
— truncata 239.
Anomiidae 239
Anthozoa 258
Aporrhaidae 113
Aporrhais 113
— anserina 114
— coarctata 38. 39.
71. 140
70. 116
— granulata 50. 70. 114
— hirundo 114
— megaloptera 38. 70. 115
— papilionacea 115
— Schlotheimi 38. 44. 46.63. 70. 114
— striata 114
— tenuistriata 116
— vespertilio 69. 69.
Arca 187
70. 113
Arca Beaumonti 190
— Gallieni 193
— Geinitzi 39. 72.
— hercynica 191
— ligeriensis 191
— Matheroniana 189
— propinqua 64. 65. 72.
— radiata 187
— Raulini 165
— undulata 39. 72.
Arcidae 185
Arcopagia nummismalis 163
Arthropoda 91
Astarte Roemeri 173
Astartidae 178
187
188
Astropecten 256
— nov. spec. 51. 75. 256
Aulolepis Reussi 88
Avellana Archiaciana 106
— Humboldti 107
Avicula 216
— anomala 217. 218
— caudigera 51. 65. 73. 216
— coerulescens 34 (vergl. Berich-
tigungen) 73. 217
— Geinitzi 219
— glabra 218
— kieslingswaldensis 45. 46. 65.
73. 218
— modioliformis 29. 37. 73. 219
— nov. spec. 73. 219
— peetiniformis 216
— pectinoides 5l. 73. 216. 217
— spec. 218
— triloba 218
Aviculidae 216
Baculites 102
— baculoïdes 103
— bohemicus 39. 40. 69. 103
|
|
|
|
|
Baculites Faujasi 103
— — var. bohemica 103
— incurvatus 44. 46. 69. 103
3elemnitella mucronata 52
— plena 92
Belemnites lanceolatus 92
— plenus 92
Belemnoidea 92
Biflustra spec. 249
Biradiolites 172
— cornu pastoris 172
— fasciger 34. 72. 172
Brachiopoda 245
Bryozoa 249
Calianassa antiqua 36. 44. 69. 91
— Faujasi 91
Calliderma 255
Camerospongia megastoma 265
Camptonectes 221
Cardiaster 251
— ananchytis 51. 75. 251
jugatus 252. 253
— nov. spec. 46. 75. 252
— spec. 252
Cardiidae 167
Gardita 78
— bohemica 178
— Geinitzi 36. 37. 39. 72. 178
— parvula 178
- santonensis 178
— tenuicosta 37. 178
Cardium 167
— alternans 169. 170
— Drescheri 170
— dubium 236
- Hillanum 172
— intermedium 169
(OO Don 412.167
— Ottonis 51. 52. 72. 168
— pectiniforme 53. 57. 64. 65. 72. 167
— productum 168
— tubuliferum 168
Cassidulidae 250
Catopygus 250
- albensis 77. 78
— carinatus 251
— pyriformis 51. 75. 250
Cephalites polyostoma 265
Cephalopoda 92
Cercomya 140
— papyracea 141
Ceriopora dichotoma 249
Cerithiidae 116
Cerithium 116
— belgicum 117
— Buchii 119
— Dresleri 64. 65. 70. 118
— Nerei 117
— reticulatum 109
— Willigeri 44. 70. 116
Ceromya 154
— cretacea 44. 46. 71. 154
— isocardioides 154
Chama canaliculata 244
Cheilostomata 249
Chlamys 222
Cinulia 106
— Archiaciana 107
— Humboldti 38. 44. 70. 106
Circe discus 163
Clavagella 140
— elegans 65. 140
— nov. spec. 64. 71. 140
Clavagellidae 140
Cnemidium pertusum 265
Coelenterata 258
Comptonia 255
Corax falcatus AG. 29. 69. 88
— heterodon 88
— obliquus 88
— pristiodontus 89
Corbula lanceolata 140
Corylus Schmidtianus 56
Coscinoporidae 261
Cosmoceratidae 96
Crassatella 173
— arcacea 45. 46. 72. 173. 177
— — var. subarcacea 174
— bohemica 45. 72. 174
— — var. abbreviata 174
— gregaria 45, 72. 177
— macrodonta 174. 175
var. sulcifera 175
— protracta 164
Crassatella regularis 175
— trapezoidalis 164
— tricarinata 164. 165
— Zitteliana 176
Crassatellidae 173
Craticularia 259
— auricularis 34. 75. 260
— tenuis 34. 75. 259
Credneria denticulata 46
Crenella 199
— striatula 45. 73. 199
Cribrospongia angustata 263
— subreticulata 260
Crustacea 91
Cucullaea 189
— abscisa 51. 72. 190
— cardiiformis 45. 72. 192. 193
— crassitesta 193
— Deichmuelleri 192
— glabra 189. 191
— ligeriensis 191
— Matheroniana var. 51. 64. 65. 72.
189. 190. 191. 193
— — var. perversa 64. 72. 189
— Moutaniana 193
— Muelleri 192
— nov. spec, 36. 45. 72. 193
— spec. 190. 191. 192
— subglabra 191
var. perversa 190
— undulata 189
Cunninghamites oxycedrus 65
Cycadospermum Schmidtianum 59
Cyclolepis Agassizii 29. 69. 88
Cyclostomata 249
Cyphosoma radiatum 250
— granulosum 250
Cypricardia 164
— trapezoidalis 45. 64. 71. 164
— tricarinata 45. 71. 165
Cyprimeria 163
— discus 64. 65. 71. 163
— faba 158
— Geinitzi 163
Cyprina bifida 164
— quadrata 77. 78
Cyprinidae 163
Cyrena 166
— cretacea 53. 57. 60. 64. 65. 72.
166. 168
— nov. spec. 64. 72. 166. 167
— ovoides 166
|
Cyrenidae 166
Cyrtobolia morchella 264
Cytherea 161
— ovalis 45. 46. 51. 64 71. 159. 161
— plana 51. 71. 162
— polymorpha 45. 71. 162
— tumida 161
Debeya serrata 51. 65
Delphinula 133
— plicatocarinata 134
— tricarinata 38. 44. 70. 133
— tuberculatocincta 134
Delphinulidae 133
Dentalium 137
— alternans 139
— difforme 258
— cidaris 138
— Geinitzianum 138
— glabrum 139
— medium 39. 40. 71. 137
Desmoceratidae 95
Dictyonina 259
Echinodermata 250
Echinoidea 250
Entalis 138
Entalophora Geinitzi 249
Entomostraca 92
Epiaster spec. 253
Eriphyla 179
— lenticularis 34. 36. 39. 45. 51.
64. 72. 179
Eschara dichotoma 249
Eulima turrita 12)
Euretidae 259
Exogyra 243
— canaliculata 244
— columba 21. 24. 30 ff. 34. 35. 74. 243
— conica 245
— '— var. declivis 21, 742245
— lateralis 29. 34 74. 77. 78. 244
Fasciolaria Roemeri 109
Fungia coronula 258
Fungidae 258
Fusidae 111
Fusus 111
— canalifer 109
— coronatus 43. 44. 46. 70. 111
— subcostatus 111
Ganoidei 88
Gastrochaena 139
— amphisbaena 44. 71. 139
— ostrea 139
Gastrochaenidae 139
Gastropoda 105
Gauthieria radiata 34. 35. 7.
Gervillia 215
— solenoides 45. 73. 215
Glauconia 130
— Giebeli 131
— ornata 49, 50. 64. 65. 70
— Renauxiana 130
— subgradata 131
— turgida 131
— undulata 50. 52. 70. 130. 132
— ventricosa 50. 70. 131. 132
Gleichenia Dresleriana 65
Glycimeris s. Panopaea
Goniomya 146
— consignata 147
— designata 64. 65. 71. 146ff.
— — var. recta 146
— perlonga 34. 71. 148
— Sterni 148
— Vogti 147
Granocardium 168
— Beyschlagi 51. 64. 72. 170
— Drescheri 45. 72. 170
— nov. spec.? 171
132
— productum 45. 46. 72. 168. 170.
Guettardia 262
— alata 262
— crassa 34. 75. 263
— radians 262
— Roemeri 262
— stellata 29. 75.
Gyrodes 124
— acutimargo 70. 124
262
Hamites 103
— intermedius 103
— Roemeri 63. 65. 69. 103
Helicaulax 114
Hemifusus 111
— coronatus 44. 46. 63. 111
Heteropora dichotoma 249
Hexacoralla 258
Hexactinellidae 259
Holaster 251
— cenomanensis 251
— suborbicularis 21.34.75. 251.
250
171
252
ern
Holasteridae 251
Homomyaria 139
Tdonearea 189
Inoceramus 200
annulatus 207
bohemicus 73. 200. 209
Brongniarti 34. 35. 39. 49. 73.
206. 208. 210
— var. alata 208
— var. annulata 207
— var. cordiiformis 207
concentricus 200
cordiiformis 206
Crassus 45. 46. 51. 52. 73. 212
Cripsii 203. 204. 205.
cuneïformis 201. 206
Cuvieri 201
— var. cripsioïdes 204. 212
cycloïdes 212
exogyroides 213
- Frechi 49. 51. 52. 73. 208
hercynicus 73. 204
inaequivalvis 200
involutus 45. 46. 73. 213
Kleinii 51. 52. 73. 209
labiatus
201. 204
Lamarcki 52. 206. 208
latus 34 36 37. 39. 40. 45. 46. 73.
201. 204. 206
— var. protracta 206
lobatus 51. 52. 73. 211
Lusatiae 51. 52. 73. 209
mytiloïdes 201
nov. spec. 206. 212
- orbicularis 205
paradoxus 213
percostatus 51.52. 73. 205. 210. 211
propinquus 200, 202
protractus 206
saxonicus 209
spec. 29. 203
striatus 200. 204. 206
sublabiatus 202
tenuis 204
umbonatus 214
undulatus 208
Isoarca lunulata 165
Isocardia 165
cretacea 154
sudetica 64. 65. 72. 165
26. 27. 29, 30. 73. 200.
Isocardiidae 165
Irregulares 250
Keilostoma 120
conicum 120
labiatum 121
tabulatum 120
Winkleri 64. 65. 70. 120
Lamellibranchiata 139
Lamna appendiculata 89
raphiodon 89
Laurus cretacea 65
Leda 184
Foersteri 78. 185
- producta 183
semilunaris 39. 40, 72. 78. 184
Lembulus productus 183
Leptophragma 260. 261
nov. spec. 34. 75. 261
striatopunctatum 261
Lima 231
canalifera 30. 34. 36. 41. 45. 74.
77. 78. 234
clypeïformis 21. 74. 233
cretacea 232
granulata 235
Haidingeri 64. 65. 74. 231. 232
Hoperi 232. 233
— var. Sowerbyi 34. 74. 233
Meyeri 21. 74. 232
multicostata 235
plana 231
pseudocardium 45, 74. 77. 235
simplex 233
Sowerbyi 233
Limidae 231
Linearia 157
Liopistha 143
52. 64.
143
aequivalvis 33. 39. 44. 51.
A TAN They
Lispodesthes 114
Schlotheimi 46. 114
Lithistidae 265
Lucina discus 163
lenticularis 179
Lunatia 122
Geinitzi 44. 122. 125
Lyonsia 141
Lyriopecten 227
carinifera 141
Geımari 44. 46. 51. 52. 71. 141
— var. crassa 141
-
Lysianassa designata 146
Lytoceratidae 102
Macrodon 193
— Joh. Boehmi 64. 65. 72. 193
Macropoma Mantelli 90
Mactra 153
— angulata 153
— Debeyana 154
— nov. spec. 50. 71. 153
— porrecta 153
Mactridae 153
Madrepora centralis 259
Maeandrospongidae 264
Magdala Germari 141
Malacostraca 91
Manon megastoma 265
— monostoma 265
Mesostoma 122
— Charlottae 64. 70. 122
Micrabacia 258
— coronula 34. 75. 258
Micraster 253
— cor anguinum 253
— cor testudinarium 34. 75. 253
Miodon 166. 167
Mitra Roemeri 109
Modiola 198
— angustissima 196
— arcuata 199
— flagellifera 45. 46. 51. 52. 65.
1
— radiata 45. 73. 199
— siliqua 34. 45. 64. 73. 198
Modiolopsidae 196
Mollusea 92
Molluscoïdea 245
Muensteria Schneideriana 65
Mya mandibula 149
Myoconcha 196
— gracilis 45. 72. 196
— striatula 196
Mytilidae 196
Mytilus 196
— concinnus 45. 73. 197
— Cottae 107
— lanceolatus 197
— rackwitzensis 64. 65. 73. 196
— radiatus 199
— siliqua 198
— striatissimus 197
Natica 122
— acutimargo 33. 70. 123. 124
— angulata 123
— bulbiformis 44. 50. 64. 123
— — var. borealis 123
— canaliculata 122
— cretacea 123
— dichotoma 125
— Gentii 122
— Geinitzi 38. 44. 70. 122
-— immersa 123
— Klipsteini 123
— Roemeri 44. 46. 70. 125
— rugosa 125
— Stoliczkai 123
— subbulbiformis 124
— vulgaris 123
Naticidae 122
Nautiloidea 104
Nautilus 104
— elegans 105
— galea 104
— patens 52
— rugatus 50. 69. 77. 78. 104
— sublaevigatus 38. 44. 50. 52. 69.
104
— spec. 105
— westphalicus 104. 105
Nerinea 118
— bicincta 47. 49. 50. 64. 70. 118
— Buchii 119
— cincta 120
— Cottai 120
— Geinitzi 47. 49. 50. 118
— incavata 50. 70. 120
Nerineidae 118
Nerita rugosa 126
Nodelea 249
— Geinitzi 249
Nucleolites carinatus 250
pyriformis 250
Nucula 182
— Blochmanni 183
— pectinata 182
— producta 183
— productoides 39. 40. 72. 183
— pulvillus 183
— semilunaris 184
— striatula 39. 72. 182
— truncata 182
Nuculidae 182
Nymphaster 255
Odontaspis raphiodon 29. 69. 89
Omphalia s. Glauconia
Opisthobranchiata 106
Osmeroides lewesiensis 29. 69. 87
Ostrea 239
— armata 241
— canaliculata 244
— carinata 21. 74. 242. 243
— Deshayesi 242
— diluviana 21. 74. 242
— Eggeri 243
— fallax 51. 52. 74. 240
— flabelliformis 241
— frons 243
— hippopodium 21. 34. 46. 65. 74.
239. 240
— larva 52. 243
— lateralis 244
— longirostris 240
— nov. spec. 241
— phyllidiana 242
— semiplana 29.34. 74.77. 78. 241. 243
— sudetica 46. 74. 242
— sulcata 241
Ostreidae 239
Otodusappendiculatus 29. 30. 69. 89
Otostoma Roemeri 126
Oxyrhina 89
— Mantelli 29. 38. 69. 89
— angustidens 29. 69. 90
— heteromorpha 90
Pachydiscus peramplus 95
— spec. 21. 95
Panopaea 149
— anatinoides 152. 153
— Beaumonti 150. 153
— depressa 39. 44. 45. 71. 151. 153
— Geinitzi 51. 52. 64. 71. 7178149;
152. 153
— Goldfussi 151. 153
— gurgitis 71. 149 ff. 153
— Holzapfeli 151
— Jugleri 150. 153
— mandibula 71. 149. 153
— Muelleri 45. 71. 149. 153
— Orbygnyana 149. 153
— plana 45. 46. 71. 150. 153
— plicata 149. 153
— regularis 151. 152
Panopaeidae 146
Parasmilia 259
Parasmilia centralis 39. 75. 259
Patella spec. 137
Patellidae 137
Pecten 219
— acuminatus 222
— aequecostatus 227
— arcuatus 221
— asper 21 ff. 73. 226. 244
— curvatus 222
— decemcostatus 34. 45. 73. 223
— divaricatus 221
— Dresleri 230
— Dujardini 39, 73. 226
— elongatus 225
— hispidus 21. 73. 224
— laevis 220
laminosus 27. 29. 39. 72. 219
— membranaceus 220
— multicostatus 30. 223
— Nilsoni 221
— nov. spec. 227
— orbicularis 220
— pexatus 226
— quadricostatus 228
— quinquecostatus 228
— rarispinus 226
— Robinaldinus 224
— Royanus 65. 73, 225
— saxonicus 223
— septemplicatus 227
— serratus 224
— spatulatus 34. 73. 221
— spec, 29. 222, 223. 225
— Szeremensis 227
— ternatus 226
— virgatus 45. 73, 221
Pectinidae 219
Pectunculus 185
— brevirostris 186
— Geinitzi 34. 36. 45. 64. 72. 185
— lens 186
— obsoletus 186
— senoniensis 51. 72. 187
— sublaevis 185
— ventruosus 186
Pentaceros 255
Perna 214
— cretacea 65. 73. 215
— lanceolata 214
— Zimmermanni 51. 65. 73. 214
Pernidae 200
Peroniceras 93
Palaeontographica. Suppl. VI.
ors =
Peroniceras subtricarinatum 94
— tricarinatum 46. 50. 52. 66. 69. 93
— tridorsatum 95
— westphalicum 50. 52. 69. 94
Phanerozonia 255
Pholadomya 144
— albina 144
— caudata 143
— elliptica 144
— Esmarki 33. 71. 145
— nodulifera 33. 44. 51. 52. 64. 71.
77. 78. 144
— — var. elliptica 33. 44.51. 71.144
— — var. umbonata 146
Pholas sclerotites 77. 78
Pholadomyidae 144
Phyllicites laevigatus 65
Pinna 194
— canaliculata 195
— compressa 194
— cretacea 36.45. 51.64. 72.77.78. 195
— decussata 34. 36. 51. 64. 72. 194
— diluviana 194. 195
— fenestrata 195
— pyramidalis 194
Pinnidae 194
Pisces 87
Placenticeras 96
— Fritschi 96
— Orbignyanum 38. 46. 50. 52. 66.
69. 77. 78. 96
— syrtalis 96
— Vibrayeanum 96
Plagiostoma Hoperi 233
— spinosa 238
Pleuromyidae 154
Pleurostoma 261
— bohemicum 34, 75. 261
— stellatum 262
Pleurotoma semiplicata 107
— Roemeri 109
Pleurotomaria 134
— baculitarum 38. 39. 40. 70. 134
— funata 39. 134. 136
— perspectiva 136
— Reussi 388. 39. 70. 135
— sublaevis 135
Pleurotomariidae 134
Plicatula 236
— Barroisi 27. 29. 39. 74. 236
— Drescheri 65. 74. 237
— inflata 237
Plicatula nodosa 236
— pectinoides 236
— Roemeri 237
Plocoscyphia 264
— cavernosa 264
— morchella 264
75. 264
Pollicipes angustatus 92
Prionotropidae 93
Prosobranchiata 107
Protocardium 172
64. 72. 172
— — var. elongata 172
— pertusa 34.
— Hillanum 51.
Protopteris Singeri 51
Psammobia semicostata 157
Pseudomelania turrita 120
Pteria coerulescens 218
Pterodonta inflata 126
Ptychodus mammillaris 29.69.90
— latissimus 90
Pycnodus scrobiculatus 88
Pyramidellidae 120
Pyropsis Beuthiana 111
Pyrula coronata 111
— costata 112
Radiolites da Rio Catullo 173
Rapa costata 112
Regulares 250
Rhynchonella 245
— bohemica 246
— compressa 246
— Cuvieri 246
— Kunthi 21. 24. 74. 247
— Mantelliana 245
— Martini 245
— octoplicata 246
— pisum 245
— plicatilis 34. 74. 245
— — var. bohemica 35. 37. 246
— — var. Cuvieri 246
— — var. octoplicata 246
Rhynchonellidae 245
tissoa 121
— Reussi 38. 39. 70. 121
— Winkleri 120
Rissoidae 121
Rostellaria acutirostris 109
— anserina 113
-- coarctata 116
— elongata 109
— granulata 114
O2
Or
Rostellaria hirundo 113
— megaloptera 115
— papilionacea 114
— Reussi 115
— — var. megaloptera 115
— Schlotheimi 114
— striata 114
— tenuistriata 116
— vespertilio 113
Rudistae 172
Salenidae 250
Sealaria 133
— Brancoi 64. 133
— decorata 133 |
— nov. spec. 133
Scalariidae 133
Scalpellum angustatum 92
— maximum 44. 69. 92
Scapharca 189
Scaphites 98
— auritus 38. 40. 69. 101
— binodosus 99. 101
— bladenensis 101
— Geinitzi 38. 40. 69. 78. 98 ff.
— — var. binodosa 99
— — var. intermedia 38. 39. 78. 98 ff.
— — var. Lamberti 99
— kieslingswaldensis 44. 46. 69.
78. 100. 101
— Lamberti 78. 99 ff.
— Meslei 101
Scaphopoda 137
Schizaster 254
— lacunosus 254
— Roemeri 254
— Sturmi 46. 75 (vergl. Berichtigung)
254
Scyphia angustata 263
— heteromorpha 265
— subreticulata 259
— tenuis 259
Selachii 88
Sequoia Reichenbachii 46. 65
Serpula 257
— ampullacea 34. 89. 75. 257
— filiformis 257
— gordialis 34. 75. 257
— septemsulcata 29. 30. 75. 258
— socialis 75. 257
— trachinus 34, 75. 257
Siliqua truncatula 154
274
Siphonia 265
— Geinitzi 34. 75. 265
— pyriformis 265
Solenidae 154
Sparsicavea 249
— dichotoma 46, 74. 249
Spatangus cor testudinarium 253
— granulosus 251
— suborbicularis 251
Spatangidae 253
Spondylus 237
— latus 237
— spec. 238
— spinosus 34. 35. 74. 238
— striatus 29. 30. 74. 237
— truncatus 238
Spondylidae 236
Spongiae 259
Stauranderaster 255
Stellaster 255
— albensis 256
— Schulzei 30 51. 75. 255
— tuberculifer 51. 75, 255
Syncyclonema 219
Tapes 158
— faba 77. 78. 158. 162
— nuciformis 161
— subfaba 21. 36. 43. 45. 46. 51. 64
711. 77. 78) 158
Teleostei 87
Tellina 154
— costulata 45. 46. 64. 71. 157
— inaequalis 158
— plana 156
— Renauxi 45. 51. 64. 71. 156
— Royana 155
— semicostata 39. 71. 157
— strigata 45. 64. 71. 155
Tellinidae 154
Terebratula 248
— biplicata 248
— — var. longimontana 248
— phaseolina 34. 74. 248
— revoluta 248
— Reussii 248
— subpectoralis 248
— Tschihatscheffi 248
— Virleti 248
Terebratulidae 248
Tetracladina 265
Toxoceras turoniense 103
Tragos pertusum 264
Tremabolites 265
— megastoma 27. 29. 75. 265
Trigonia 180
— alaeformis 181
— alata 182
— aliformis 181
— glaciana 45. 46. 51. 52. 64. 72. 180
— vaalsiensis 181
Trigoniidae 180
Trigonoarca 189.
Trochus amatus 135
— Basteroti 135
— plicatocarinatus 133
— sublaevis 135
— tuberculatocinctus 134
Tudicla 112
— clathrata 112
— costata 44. 46. 70. 112
— Monheimi 112
— quadricarinata 112
Turbinolidae 259
Turbo concinnus 121
Turritella 127
— alternans 130
— acanthophora 129
— Drescheri 44. 70. 130
— iniqueornata 43. 44. 46. 64. 70. 127
— multistriata 127
— nerinea 130
— nodosa 38. 44. 64. 70. 128
— nodosoides 128
— Noeggerathiana 128
— quinquecincta 127
— sexlineata 127
Turritellidae 197
Tylostoma 126
— Otatoorensis 127
— Stoliezkai 50. 70. 120
193
Venericardia tenuicosta 178
Veneridae 158
Venilicardia 163
— Steinvorthi 64. 71. 163
— van Reyi 164
Ventriculites 263
— angustatus 263
— — var. distorta 34. 75. 263
— nodulifer 263
— quadrangularis 262
— tesselatus 260
Ventrieulitidae 263
>
Venus 160 Vola aequecostata 21 ff. 74.227. 244 | Voluta Noeggerathi 109
— faba 158. 162 — alpina 230 — nov. spec. 108
— fabacea 161 | — Dresleri 29. 30. 74. 229. 230 — Roemeri 109
— Goldfussi 34. 45. 51. 71. 160 | — Faujasi 228 — semiplicata 108
— ovalis 161. 162 — propinqua 45. 46. 74. 229 — spec. 110
— parva 160 — quadricostata 21. 45. 74. 77. 78. — subsemiplicata 43. 44. 63. 70. 107
— Reussiana 160 228. 230 — suta 108
— subfaba 158 — - mut. Faujasi 36. 74. 228 | — suturalis 108
— subparva 160 | — quinquecostata 34, 36. 74. 228 Volutidae 107
Vermes 257 . Voluta 107 Volutilithes 107
Vertebrata 87 — canalifera 38. 44. 70. 109 | Volviceramus 213
Vola 227 — induta 110 |
Seite 6
204
211
Druckfehler und Berichtigungen.
letzte Textzeile statt Südrande lies: Suderode; FuBnote 2 statt 11 lies: 15.
2 letzte Zeile statt von lies: bei.
Pecten acuminatus in der Fossilliste fallt fort.
Zeile 7 von oben statt entstehenden lies: anstehenden.
Zeile 14 von unten statt vom lies: von.
Zeile 9 von unten statt Märzdorf lies: Merzdorf.
Zeile 11 von unten statt Berg—Warthau lies: Berg-Warthau.
Fossilliste, statt Radiolites lies: Biradiolites,; statt Avicula anomala Sow. lies: Avicula coerulescens NILS.
Zeile 9 von unten statt derselben lies: desselben.
Fossilliste, statt Orbignyamm lies: Orbignyanum, nach Natica bulbiformis Sow. ist hinzuzufügen: var. borealis Frech.
Fossilliste, statt Panopaea Goldfussi D’ORB. mut. nov. plana lies: Panopaea plana nov. spec.
Fußnote, statt Monatsschr. lies: Monatsber.
Zeile 21 und 22 von oben, der Satz: „Von den drei — Zone“ fällt fort.
Fossilliste, statt Pholadamya lies: Pholadomya, statt Trigonia glaciania lies: Trigonia glaciana, statt Stellaster tuber-
Zeile 9 von oben statt faunistich lies: faunistisch. [eulifera lies: Stellaster tubereulifer.
Zeile 11 von unten statt Maierslaune lies: Meierslaune.
9 Zu der Tabelle ist infolge mir bekannt gewordener Mißverständnisse noch folgendes zu bemerken: Der
erste Vertikalstrich im Turon dient nicht zur Trennung der beiden Fazies, sondern der
Horizonte, einerseits der Labiatus- und Brongniarti-Zone (Rabendockensandstein und unterer Mergelsand-
stein), andererseits der Scaphiten-Zone (oberer Mergelsandstein); so kommen z. B. die hier durch + bezeich-
neten Schwämme nur im Mergelsandstein, nicht im Rabendockensandstein vor.
ist in der Tabelle der erste Vertikalstrich im Turon versehentlich ausgefallen.
ist in der Tabelle bei Panopaea Geinitzi im Uberquader, bei Tellina Renauxii im Oberquader ein + einzutragen.
Fossilliste, statt Radiolites lies: Biradiolites.
Fossilliste, statt Ærogyra declivis lies: Exogyra conica und var. declivis.
Tabelle, statt Micraster Sturmi lies: Schizaster Sturm. |Wachelsdorf lies: Weckelsdorf.
Zeile 1 von oben: die Notenziffer ! fällt fort und ist zu PETRASCHER Zeile 12 zu setzen; Zeile 18 von oben statt
ist über Sächsicher Uberquader nachzutragen: Quader des Zittauer Sandsteingebirges.
Zeile 17 von oben fallen die Worte fort: (vergl. Textfigur).
Zeile 13 von unten statt in lies: ins.
Zeile 11 von oben statt SCHLOENB. A. C. H. lies: SCHLOENBACH.
Zeile 14 von oben statt 7’. lies: V.
Zeile 10 u. 11 von unten statt Untersenon von Wenig-Rackwitz lies: Oberquader von Giersdorf; Zeile 12 von unten
Zeile 3 von oben statt tuberculatocincta lies: tuberculatocinctus. [statt zur lies: zu.
Zeile 4 von oben statt deutlicher lies: deutlich.
Textfigur 27 statt Samml. Breslau lies: Samml. DRESLER.
Zeile 9 von oben ist vor Verfeinerung einzuschieben: relative.
vorletzte Textzeile statt Wirbel lies: Muskel.
Zeile 19 von oben fällt hinter „Furche“ das Komma fort.
Zeile 5 von oben statt könnten lies: könnte.
Zeile 20 von oben ist hinzuzufügen: Löwenberger Realgymnasium.
Zeile 17 von oben ist nach und „in“ einzuschieben.
Zeile 16 von unten ist am Schluß des Abschnitts hinzuzufügen: Löwenberger Realgymnasium.
Zeile 14 von unten statt des lies: der.
Zeile 3 von oben statt Wechselsdorf lies: Weckelsdorf,
Inhaltsiibersicht.
Einleitung
Geologischer Teil
Lagerungsverhältnisse oreo yw Gey cee mOn Ste Sy ed Nr it
Die Beziehungen der Tektonik zur vulkanischen Tätigkeit im Löwenberger
Kreidegebiet . :
Die Schichtenfolge in der Löw Er aide :
Das Cenoman .
Der untere Denen
Die Plenus-Zone
Das Turon
Der Habendbkersandsten ee Mittelquader)
Der Lüwenberger und Hermsdorfer Mergelsandstein .
Der GroB-Rackwitzer Scaphitenmergel . -
Der Ludwigsdorfer Sandstein (oberer Mittciqdader
Der Emscher . ; ;
Die Neu-Warthauer Schicheen ;
Der schlesische Oberquader
Das Untersenon . :
Der schlesische ee = : :
Schematisches Profil durch die een een Kreide im Maßstab Te "2000
Übersichtstabelle über die Verbreitung der einzelnen Arten in der Löwen-
berger und sächsisch-böhmischen Kreide . ;
Stratigraphische Folgerungen für die sächsisch-böhmische Fe :
Vergleichende Übersicht der schlesischen, sächsischen, böhmischen und fr änkischen
Kreideablagerungen i
Zur Geschichte der Re in des Lnéebune hee Sudeten: “End
geschichtlicher Rückblick
Paläontologischer Teil
Pisces
Crustacea
Cephalopoda
Gastropoda
Scaphopoda .
Lamellibranchiata
Brachiopoda
Bryozoa
Echinoidea
Asteroidea
Vermes
Anthozoa .
Spongiae . 2
Ortsverzeichnis für den echo Teil
Paläontologisches Namenverzeichnis
Druckfehler und Berichtigungen .
20
Datel:
Suppl. VI.
Palaeontographica.
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Tektonische Kartenskizze
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Kreidemulden
nördlich des Riesengebirges.
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Tafel IL
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Tafel-Erklärung.
Tafel II.
Querprofil durch das Vorland des Riesengebirges SW—NO.
Das 25 km lange Profil verläuft geradlinig in der Richtung Kaltenvorwerk unweit Ober-Göris-
seiffen nordöstlich bis zum Hospitalberge bei Löwenberg, wendet sich hier einige Grad mehr gegen N
und zieht sich. das Siidostende von Löwenberg (Brücke über den Stamnitzbach zwischen Markt und
Bahnhof) schneidend, wieder geradlinig über Ludwigsdorf (Austritt der Seitendorfer Chaussee) östlich
an Gehnsdorf vorbei über Giersdorf durch einen der Neu-Warthauer Steinbrüche und läuft dann durch
die alten Steinbrüche östlich der Goldmühle bei Nieschwitz, den Kirchhof von Thomaswaldau westlich
streifend, bis etwa zur Dorfstraße dieses Ortes. Zwischen dem oberen und unteren Stück des Profiles
ist eine Strecke von etwa 600 m im Gebiete des Cwvicri-Quaders ausgefallen, dessen Lagerungsverhält-
nisse hier infolge Diluvialbedeckung nicht klar sind. Der große Betrag des Ausgehenden dieser Schichten
könnte sich durch eine streichende Verwerfung innerhalb des ausgefallenen Stückes erklären.
Palaeontographica. Suppl. VI. Profil durch die Mulden nördlich des Riesengebirges im Maßstabe 1: 25000.
Taf. Il.
SW Linden-
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Re ng, Sg z 2 z bs 4 je EN Bober -Aue gh ple ge os = ge
eo e628 > Mm SDS ° a DÉTOUR III ae ees = ‘ai AE 7
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os " ° 5 = o ; tia 29 Si 2 COR a N Sn : : ove or 8 À 5 >
° ° oo ° S Mi ET Sis See SS © o Su o = ZA PERG ies
° ae ° ° or LOTT ° Bot anaes = ° 2 ut A m © vo o 6 r ° 9 > nr a gs
CRE a > ae al LINE Ur 4 ge o 28 ° nn > °° N rm eo ,9 Bee GON Oop ay a I L
III an Anim ea a te A » à SE Re
ze = - ee ee 0 0 7 M: 5.0 mm» © °°
Schmottseifener Schmottseifener Schonau—Lowenberger | | |
Stidsprung Nordsprung Sprung
Steinbruch a
Gehnsdorf d cd era d Neu- Alt-Warth omas~
4 i en su sa A. a a su Werthaugg eu Qty ple 9 mu bs rat hi 7 2 sch
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| ae R = Bene ee ee
° = = _ TS = N ER ER ee. =. 612500 o fe ° o a o Lire ~~ o {
Hermsdorfer Sprung ? präcenomaner Bruch? Neu-Warthau - Wehrauer
Sprung
== Ea CNT Fr IIE oo CU EEE =! Fr == Fes Es
sch r& M 7 bs mu ge gt; mt gtz eu eo su d 3
Altpaläozoische Mittel- 1 : 7 = RT Unterer A 3 : A Unterer Turon- Turoner Mergel- Cuvieri-Quader Unterer Emscher Oberer Emscher Untersenon en A
xs et eee Melaphyr Zechstein Buntsandstein ek Cenomanquader Cenomanpläner a (Raben. re De wen en GER Däuyium Put
dockensandstein) Owenberger Quader) Schichten) Jberquader) Iberquader
Mergelsandstein)
H. Soumix: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Karel.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Fig.
dem nur in der Tafel-Erklärung noch Rechnung getragen werden.
Tafel-Erklärung.
Tafel lil
1. Baeulites incurvatus Dus. Steinkern. Neu-Warthauer-Schichten (Unt. Emscher). Neu-
Warthau. Geolog. Landesanstalt FE wl os eo ee nee
2a—c. Ptychodus mammillaris Ac. Plenuszone. Lettengrube am Vorwerksbusch bei Löwen-
berg. Löwenberger Realgymnasium . . . . . . . Ste" ee rece
3au.b. Nautilus sp. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Löwenberger Realgymnasium.
4. Hamites Roemeri Grix. Steinkern. Untersenon. Wenig-Rackwitz. Geologische Landes-
anstalti(coll. "DRRSLER) yu. <5 ae rn a de te nrc ee CRE
5au.b. Peroniceras tricarinatum p’Ors. Steinkernbruchstück. Oberquader (oberer Emscher)
Ullersdorf a. Qu. Berliner Museum für Naturkunde Fee te) Ge eee
6. Scalpellum maximun Sow. KittabguB nach einem Hohldruck. Neu-Warthauer-Schichten
(unterer Emscher). Geschiebe von Hohlstein. Löwenberger Realgymnasium a
7. Scaphites Geinitzi D’ Or». var. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geolog. Landesanst.
8. Baculites incurvatus Dus. Kittabguß nach einem Hohldruck. Neu-Warthauer-Schichten
(unterer Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt (coll. DRrEsLER)
9. Tudicla (?) costata A. Roem. spec. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Löwenberger Realgymnasium à:
10. Placenticeras Orbignyanım Gein spec. Oberquader (oberer Emscher). Ober-Kesselsdorf.
Löwenberger Realgymnasıum RE u >. gee RS ey ee Be
11. Voluta (Volutilithes) subsemiplicata D’OrB. Steinkern. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz.
Geologische: Landesanstalt . 2: u u 2 a4 “G9 2 4 2) eee ee
12 u. 13. Cinulia Humboldti J. Mout. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Skulptursteinkerne. — 12. Verdrücktes schlankes Stück. Löwenberger Real-
gymnasium. — 13. Geologische Landesanstalt.
14. Hemifusus coronatus A. Roum. spec. Skulptursteinkern. Neu-Warthauer-Schichten (unt.
Emscher). Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium
{11
1 Da die Sammlung DRESLER während des Druckes in den Besitz der Geologischen Landesanstalt überging, konnte
Stiicke tragen hier den Vermerk: Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER).
Die im Text noch als Sammlung DRESLER bezeichneten
Palaeontographica Suppl. VI. Taf. II.
13.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co.. Stutteart
H. Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel IV.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Tafel-Erklärung.
Tafel IV.
. . = Seite
lig. fau.b. Nerinea bieineta Bronx. Abgiisse nach Hohldrucken. Oberquader (oberer Emscher). —
Giersdorf. Geologische Landesanstalt . . 2 1 9. wu 1 403.4 8
bo
Rissoa Reussi Gein.? 2:1. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geolog. Landesanstalt 121
Bud. Cerithium Wilhgert Soeur. Skulptursteinkerne. Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Emscher. Neu-Warthau. — 3. Geologische Landesanstalt (coll. Drester). 4. Löwen-
berger Realgymnasium. — Beide Stücke etwas zu groß gezeichnet (11:10) . . . . . 116
» D. Keilostoma Winkleri J. Mürr. Abguß nach einem Hohldruck. Untersenonquader. Wenig-
Rackwitz. Berliner Museum für Naturkunde . . . . ws ee et
6. Aporrhais vespertilio Gotpr. Abguf nach einem Gots Untersenonquader. Wenig-
Rackwitz. Löwenberger Realgymnasium . . rn errr ere ees -. 0)
Nautica nov. spec.? Steinkern. Neu-Warthauer- Schlählen (unterer Emscher). Neu-Warthau.
1
Geologische Landesanstalt . u nu 000 a 5 Boy 0 eee
8. Peroniceras westphalicum vp Ors. 2:3. Oberquader (oberer Emscher). Oberkesselsdorf.
Löwenberger Realgymnasium : . . . . . . . . . . . . . : Sy eee 94
9, Natica (Amauropsis) nov. spec.? (aff. bulbiformis Sow.). Extrem kurze, gewölbte Form.
Abguß nach einem Hohldruck. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwenberger Real-
pymmasium © + + 5 + ew ee ol CPR TR
10. Natica (Lunatia) Geinitzi Horzerr. Steinkern. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher).
Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium. . . 0.
11. Natica nov. spec.? (vergl. Fig. 7). Steinkern. Neu-W ee Schichten (unterer Emscher).
Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt . . . . . . . 2 mn +. 1
12. Cerithium Dresleri Scur. AbguB eines Hohldruckes. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz.
Geologische Landesanstalt (coll. DrEsLeR) . . 2 . CS
13. Natica Roemeri Grix. Skulpturstemkern. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher).
Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium . . . . 2 . . . . .. +... . 4128
> 4a u. b. Natica (Gyrodes) acutimargo A. Rorm. Seitenansicht und von oben. Löwenberger
Mergelsandstein der Mittelberge (Mittelturon) bei Langvorwerk. Löwenberger Real-
SyMnasium « “wu we et a re ee NM en ee Bas er ET;
» 15. Natica (Amauropsis) bulbiformis Sow. var. borealis Frech. Abguß nach einem Hohldruck.
Untersenonquader. Wenig-Rackwitz (etwas zu klein). Berliner Museum für Naturkunde 123
» 16. Scalaria spee. 2:1. Abguß nach einem Hohldruck. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz.
Berliner Museum für Naturkunde + + .. 2 = wu. MN a ee >
17. Turritella Drescheri Scup. Skulptursteinkern. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Rush:
v
Geschiebe von Hohlstein. Lowenberger Realgymnasium . . . en Se et
18. Mesostoma Charlottae Scur. 2:1. Abguß nach einem NES Udierenenunaden
Wenig-Rackwitz. Geologische Landesanstalt . . . . . . . . . . . . . . . . ‘422
» 19, Glauconia undulata Drescn. Steinkern. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Löwen-
berger Realgymnasıum . … =... 4 SON CC EE
Palaeontographica Suppl. VI. Tats IV.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel V.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI,
Fig.
Tafel-Erklärung.
Tafel V.
fau.b und Fig. 2. Turritella iniqueornata DrescH. Bruchstücke von Skulptursteinkernen.
Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt.
— {a 1'/.fache Vergrößerung von Ib. Sig. GD à : . i uw ke 2 eae
3. Pleurotomaria Reussi Scup. Scaphitenmergel von Groß- Packie nk Landesanst. 4:3
4. Patella spec. Stemkern. Untersenoner Quader. Wenig-Rackwitz. Geolog. Landesanstalt
5. Delphinula tricarinata A. Rozm. Skulptursteinkern. Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Emscher). Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium ; is
6au.b. Pleurotomaria baculitarum Gern. Scaphitenmergel von Groß- Ban — Ga. 3 : 2.
6b. 2:1. Geologische Landesanstalt . ee le Gite Ree ele See
7. Turritella iniqueornata Dresch. Skulptursteinkern. 3:2. Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt
8. Lyonsia Germari Geis. Ebendaher. Geologische Landesanstalt EL >
9. Tylostoma Stoliczkai Sour. Steinkern. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Geolo-
gische Landesanstalt DD, .
10. Lyonsia Germari Gem. var. nov. crassa Skulptursteinkern. Neu-Warthauer-Schichten
(unterer Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER)
{{au.b. Ceromya cretacea J. Mürnr. Skulptursteinkern. Ebendaher. Löwenb. Realgymnasium
12.
Dentalium medium Sow. Abguß nach emem Hohldruck. na, von Groß-
Rackwitz. Geologische Landesanstalt
13a u.b. Dentalium spec. Steinkern. Neu-W arier chi nee Crée Emo Neu-
14.
19.
16.
£7;
18.
19.
20.
3
Warthau. Löwenberger Realgymnasium. — 13h. 3:2 i) on, ke ae oe
Turritella conf. nodosa A. Roem. Bruchstück eines Skulptursteinkerns. Ebendaher. Löwen-
berger Realgymnasium. 3: 2 ee ee er ee ee Re :
Lyonsia Germari Geis. Steinkern. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Sammlung
der naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz +. :
Pholodomya nodulifera Müxsr. Übergang zu Ph. elliptica Müxsr. Löwenberger Mergel-
sandstein der Mittelberge bei Langvorwerk (Mittelturon). Geologische Landesanstalt .
Nerinea bicincta Bronx. Stemkern. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Löwen-
berger Realgymnasium en a! ia eer ee es ner ne a a -
Lyonsia Germari Grin. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau.
Geologische Landesanstalt gta SS ee ee an RP iets TE re
Mactra nov. spec. Steinkern. Oberquader (oberer Emscher). Gehnsdorf. Geol. Landesanst.
Pholodomya Esmarckii Nıus. Lowenberger Mergelsandstein der Mittelberge (Mittelturon).
Geologische Landesanstalt
Seite
138
128
141
Taf. V.
Palaeontographica Suppl. VI.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttrart
Die Lüwenberger Kreide und ihre Fauna.
H. Scupin:
Tafel VL
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
- Tafel-Erklärung.
Tafel VI.
Seite
Fig. 1. Panopaea Muelleri Scur. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau.
Löwenberger Realsymnasium . . . 2 ss un u ve «© Dean Gf a) ie
» 2. Anatina (Cercomya) lanceolata Grix. Untersenonquader. Sirgwitz. Geologische Landes-
anstalt- (coll. Drestmr) <9. 4.6 RE
» 3. Panopaea depressa Scur. Abguß nach einem Hohldruck. Scaphitenmergel von Gr.-Rack-
witz? Geologische Landesanstalt: . . 2 2 00 u u u bi
4. Tellina strigata Goupr. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Geologische Landesanstalt
(coll, DRE. 4. & se: à >
5. T'ellina (Linearia) semicostata ee Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geologische
Landesanstalt . . . . ee ee ee a ee ee ee re eS
» 6u. 7. Tellina strigata cee — 6. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Geologische Landesanstalt. — 7. Untersenonquader von Wenig-Rackwitz.
Löwenberger Realgymnasium . . sr : RS dE : i a aloes
» Su. 9 Venus Goldfussi Grin. Neu-W he Schichlen NR Feehan): nenn
Geologische Landesanstalt: . . 2... CT D
10. Panopaea Geinitzi Houzarru. Schlesischer ns (oberer Emscher). Ober-Kessels-
dorf. Löwenberger Realgymnasium . . : 159
11. Tellina Renauri Mar. Ausguß nach einem ES de 3. Ne ee Schiehten
unterer Emscher). Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium . . . 156
12. Cytherea ovalis GoLpr. spec. Skulptursteinkern. Ebendaher. Cana Landes 161
13 u. 14. Tapes subfaba D'OrB. Skulptursteinkerne. Ebendaher. Geologische Landesanstalt 158
15 u. 16. Panopaea depressa Scup. — 15. Abguß nach einem Hohldruck. Scaphitenmergel von
Groß-Rackwitz? Geologische Landesanstalt. — 16. Mergel vom Alter der Neu-Warthauer-
Schichten (unterer Emscher). Hockenau. Löwenberger Realgymnasium . . . . . . 151
17. Unbestimmbarer Steinkern (conf. Tapes subfaba D'Ors.). Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Emscher). Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium .......... . 160
18. Panopea plana Scup. Ebendaher. Geologische Landesanstalt . . . . . . . . . . 150
Palaeontographica Suppl. VI. Taf. VI.
18.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel VII.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
lafel-Erklärung.
Tafel VII.
Fig. 1 u. 2. Cyprimeria discus Maru. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. — 1. Löwenberger
Realgymnasium. — 2. Geologische Landesanstalt ere en
3. Granocardium conf. Drescheri Jon. Boum. Skulptursteinkern. Neu-Warthauer-Schichten
(unterer Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt . « “sp NEO
» 4. Cyrena nov. spec. (1). Abdruck nach einem Steinkern. Untersenonquader. Sirgwitz.
Geologische Landesanstalt : @,@ 0% © ote So Ss Yo “eens coe eee
» 5. Cypricardia trapezoidalis A. Rom. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Löwenberger Realgymnasium ........ 2.4... . . . .
» 6. Cyrena nov. spec. (3). Abdruck nach einem Steinkern. Untersenonquader. Sirgwitz.
Geologische Landesanstalt ..-. = 5% @ 2-« arena ee
7. Cytherea ovalis Goupr. sp. Abdruck nach einem Steinkern. 3:1 (nicht 3:2 wie fälschlich
auf der Tafel gedruckt). Oberquader (oberer Emscher). Gehnsdorf. Geol. Landesanstalt
» 8. Venilicardia Steinvorthi Scur. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. a) Steinkern, b) Gela-
tineabguß des Schlosses. Löwenberger Realgymnasium ie ae ee he
» 9. Cypricardia tricarinata A. Rorm. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Löwenberger Realgymnasium : > a Soe ee
10. Cyrena nov. sp. (2). 5:3. Untersenonquader. Sirgwitz. Geologische Landesanstalt
» 11. Cytherea conf. polymorpha Zırten. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER) . . . . . 2 . . . . . . .
12a—c. Granocardium Beyschlagi Scur. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. — 12a.
Ausguß eines Hohldruckes. — 12b. Skulptur vergrößert. — 12c. Steinkern. Geologische
andesanstalte ee SE tes mre non ties en
Seite
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Palaeontographica Suppl. VI. Tai. VI.
Lichtdruck der Hotkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel VII.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Tafel-Erklärung.
Tafel VIII.
Fig. fau.b. Isocardia sudetica Scup. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwenb. Realgymnasium 165
2. Cytherea (?) nov. spec. aff. plana Sow. Oberquader (oberer Emscher). Ober-Kesselsdorf.
Berliner Museum für Naturkunde . . . . . 2 u 6 nn 2 m 2 m a 0 we le
3. Crassatella arcacea A. Roem. Skulptursteinkern. Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt . Re (3)
4. Eriphyla lenticularis GoLvr. spec. Schloßabguß eines Steinkernes. Ebendaher. Berliner
Museum für Naturkunde . . . . . : 04 Se NP el
5. Crassatella gregaria Scup. Ebendaher. Geologische Landesanstalt . . . . . . . . 177
» 6. Crassatella bohemica var. abbreviata Scup. Ebendaher. Berliner Museum für Naturkunde 174
7. Biradiolites fasciger Scupr. Löwenberger Mergelsandstein. Hospitalberg bei Löwenberg
(Mittelturon). Berliner Museum für Naturkunde . . . 2 2 2 . . . . . . . . . 172
8. Crassatella bohemica Scur. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau.
Löwenberger Realgymnasium . à . ss «© me © © à OR TE
9. Crassatella bohemica var. abbreviata Scup. Ebendaher. Berliner Museum für Naturkunde 174
10—12. Crassatella gregaria Scup. Ebendaher. — 10. Ausgewachsene Form. Löwenberger
Realgymnasium. — 11 u. 12. Jugendlichere Formen. Geologische Landesanstalt . . . 177
13. Crassatella arcacea A. Roem. Ebendaher. Geologische Landesanstalt . . . . . . . 173
14—16. Trigonia glaciana Sturm. — Fig. 14. Ebendaher. — Fig. 15. Ausguß eines Hohl-
druckes. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. — Fig. 16. Steinkern. Ebendaher.
Sämtlich im Löwenberger Realgymnasium . . . . . . nn m . . . . . . . . 180
17. Cardita Geinitzi D'OrB. Scaphitenzone von Groß-Rackwitz. 2:1. Geolog. Landesanstalt 178
1S—20. Leda semilunaris v. BucH. 3:2. — Fig. 18. Scaphitenmergel der Teplitzerstraße in
Dresden. — Fig. 19. Scaphitenmergel von Zatzschke. Beide im Kgl. Museum zu Dresden.
— Fig. 20. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geologische Landesanstalt . . . . 184
Palaeontographica Suppl. VI. Taf. VII,
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart.
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna,
Tafel LX.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Tafel-Erklärung.
Tate] 1X
Seite
Fig. 1 u.2. Pectuneulus Geinitzi D'OrB. — Fig. 1. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher).
Neu-Warthau. Löwenberger Realgymnasium. — Fig. 2. Hermsdorfer Mergelsandstein
(Scaphitenzone) westlich Hermsdorf. Geologische Landesanstalt . . . 2 2 . . . . 185
3au.b. Cucullaea Matheroniana DORB. var. Untersenonquader. Sirgwitz. Löwenberger Real-
gymnasium. — a. Steinkern. Vorderrand nach einem zweiten Stück ergänzt. — b. Quer-
schnitt von links unten nach rechts oben . . . 2 00 un nn u nu +: m 20. 24189
4. Cucullaea abscisa Scur. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Löwenberger Real-
@yMMNASMM se ee we D ee
5. Cucullaea Matheroniana D'Ors. var. Schloß. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwen-
berger Realgymnasiums << . „ur. 5 «© 3 Ce I
6. Cucullaea spec. (2). Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei Langvorwerk (Mittel-
turon). Geologische Landesanstalt . . . . . . . . : À = Paton
7. Leda semilunaris v. Becu. 3:2. Scaphitenmergel von Zatzschke. Kgl. Museum zu Dresden 184
8. Areca Geinitzi DOrB. 2:1. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geolog. Landesanstalt 187
» 9, Leda conf. semilunaris v. Bucu. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geol. Landesanst. 184
10 u. 11. Cucullaea cardiiformis Scup. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. — Fig. 10. Löwenberger Realgymnasium. — Fig. If. Geolog. Landesanstalt 192
12. Nucula productoides Scup. (N. producta auct. non Nits.). 3:2. Scaphitenmergel von
Zatzschke. Königl. Museum zu Dresden . . . . 183
13. Arca conf. undulata Reuss. 3:2. Scaphitenmergel von Groß-Rackwitz. Geol. Landesanst. 189
14. Jnoceramus nov. spec. (ex. aff. cycloïdis WEGNER). 1:2. Oberquader (oberer Emscher).
Hockenau. Breslauer geolog. Museum . . . . . . u 0m m u u an 0 0 nn aa
15 u. 16. Pectunculus senoniensis Scup. Oberquader (oberer Emscher). — Fig. 15. Giersdorf.
Geologische Landesanstalt. — Fig. 16. Ober-Kesselsdorf. Löwenberger Realgymnasium 187
17. Nucula productoïdes Scur. (N. producta auct.). Scaphitenmergel von Groß -Rackwitz.
Löwenberger Realgymnasium . . . «© u. u «= u © + u u & nenn Fee
18. Leda semilunaris v. Buch. 3:2. Scaphitenmergel von Zatzschke. Kgl. Museum Dresden 184
Palaeontographica Suppl. VI. Taf. IX.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel X.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Tafel-Erklärung.
Tafel X.
.1 u.2. Macrodon Joh. Boehmi Scup. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. — Fig. 1. Stein-
kern. — Fig. 2. Abguf nach einem Hohldruck. Beide im Löwenberger Realgymnasium
3. Mytilus spec. Steinkern. Ebendaher. Löwenberger Realgymnasium ee
4a u.b. Crenella striatula Scup. 3:2. Skulptursteinkern. Neu-Warthauer en (unterer
Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt =e ire, i See
5. Mytilus coneinnus Scup. Skulptursteinkern. Ebendaher. Geol. Landesanstalt (coll. Dresixr)
6. Inoceramus hercynicus PrrrascHh. Unterer Rabendockenquader (Zabiatus-Quader). Ziegen-
berg bei Wolfsdorf. Geologische Landesanstalt a “Ea vt. ak
7. Cucullaea cont. Matheroniana p’Ors. Löwenberger Mergelsandstein. Des bei Lang-
vorwerk (Mittelturon). Löwenberger Realgymnasium ur: À rT >
8. Cucullaea cardiiformis Scur. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Be Neu Waren
Löwenberger Realgymnasium ma] 5 EN
9. Modiola radiata Müxst. Ebendaher. Löwenberger Realgymnasium er dr
10. Cucullaea nov. spec. Hermsdorfer Mergelsandstein (Scaphitenzone). Hermsdorf. Geolo-
gische Landesanstalt 1,
11. Cucullaea cardiiformis Sour. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau.
Lüwenberger Realgymnasium Are un As te EUR
12. Cucullaea Matheroniana var. perversa Sturm. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwen-
berger Realgymnasium ae ee a eee ae ee ree es ec
13au.b. Cucullaca spec. (1). Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Geologische Landes-
anstalt ne. A ek RS Re on
14. Cucullaea abscisa Scup. Schloß. Ebendaher. Geologische Landesanstalt
190
190
Palaeontographica Suppl. VI. Tai. X.
13 a. 14.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel XL
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
ew LE
Pala e ritosraphies. : Suppl. V LE
: a
Tafel-Erklärung.
Tafel XI.
1 u. 2. Mytilus rackwitzensis Scup. Untersenoner Toneisenstein von Wenig-Rackwitz. —
Fig. 1. Löwenberger Realgymnasium. — Fig. 2. Geologische Landesanstalt
3. Cucullaea spec. (3). Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau. Geo-
logische Landesanstalt ee eee ee ee a er.
4au.b. Inoceramus Kleini G. Mëzz. Kleine Varietät. Oberquader (oberer Emscher). Gehns-
dorf. Löwenberger Realgymnasium
5 u. 6. Inoceramus latus Sow. — Fig. 5. Hermsdorfer Mergelsandstein (Scaphitenzone).
Haselberg bei Hermsdorf. Sammlung des Verfassers. — Fig. 6. Scaphitenmergel von
Groß-Rackwitz. Löwenberger Realgymnasium
]
Inoceramus conf. crassus Petrascu. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Bahn-
einschnitt bei Neu-Warthau. Sammlung des Verfassers MUST ae ONE
8. Inoceramus conf. Kleinii Mittter. Oberquader (oberer Emscher). Gehnsdorf. Lüwen-
berger Realeymnasium "NU ON NUS ER
9. Inoceramus nov. spec.? Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Geschiebe von Hohl-
stein. Löwenberger Realgymnasium ee ee ne eee
10a u.b. Inoceramus Frechi Fureeu. Oberquader (oberer Emscher). Hockenau. Löwenberger
Realgymnasium
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Palaeontographica Suppl. VI. Tal Xl
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Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Patel oll
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Tafel-Erklärung.
Tafel XI.
Avicula caudigera Zirr. var. Abgub nach einem Hohldruck. Untersenonquader. Wenig-
Rackwitz. Löwenberger Realgymnasium Wr
Inoceramus Frechi FLEGEL iuv.? Oberquader (oberer seien. Getinstiont ‘Geol. ee
3a u.b. Inoceramus (Volriceramus) (aff.?) involutus Sow. Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Qt
œ 1
20.
21.
Emscher). Geschiebe von Hohlstein. Löwenberger Realgymnasium Ph
Gervillia solenoïdes Derr. Neu-Warthauer Schichten. Neu-Warthau. Geologische Landes-
anstalt (coll. DRESLER) UT à .
Avicula coerulescens Nizs. Loéwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei Langvorwerk
(Mittelturon). Geologische Landesanstalt 4 + SS aoe = Tie eee
Avicula pectinoides Reuss. Oberquader (oberer Po Giersdorf. Löwenb. Reale.
Inoceramus bohemicus LEoNH. Cenomanquader. Langenau bei Lähn. Löwenb. Realgymnasium
Avicula Kieslingswaldensis Sturm. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau, Löwenberger Realgymnasium Be Este RS ee
Perna cretacea Reuss. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Geologische Landesanstalt
(coll. DRESLER) D Enr): .
Avicula caudigera Zxrr. var. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Geologische Landes-
anstalt (coll. DRESLER) EL
Avicula caudigera Zxrr. var. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwenb. Realgymnasium
Avicula nov. spec. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau. Berliner
Museum für Naturkunde I n- .
Avicula conf. modioliformis J. Müzz. Turon- oder Plenusmergel. Lähn. Löwenberger
Realgymnasium D 7.
Pecten (Syncyclonema) er laminosus GoLDF. Plenusmergel. Lettengrube am Vorwerks-
busch bei Löwenberg. Löwenberger Realgymnasium EE
Lima Hoperi var. Sowerbyi Geis. Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei Lang-
vorwerk (Mittelturon). Geologische Landesanstalt Rh.
Lima pseudocardium Reuss. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau.
Geologische Landesanstalt ee Ow Sk, er ice ay ee :
Perna Zimmermanni Scup. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Geolog. Landesanstalt
Pecten (Syncyclonema) spatulatus A. Roem. Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei
Langvorwerk (Mittelturon). Geologische Landesanstalt Ei:
Vola propingua Hozzaprz. 2:1. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. Geologische Landesanstalt er ; LL Se Qgepeaaee
Plicatula Barroisi Peron. 2:1. Scaphitenmergel von Groß- Ré Geol. Landesanst.
Plicatula Drescheri Scup. Abguß nach einem Hohldruck im Toneisenstein des Unter-
senons. Wenig-Rackwitz. Geologische Landesanstalt .
219
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Palaeontographica Suppl. VI. Taf. XII.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Seupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel XIIL
Hans Scupin: Die Lowenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica, Suppl. VI.
lafel-Erklärung.
Tafel XIII.
2. Ostrea (Alectryonia) sudetica Scup. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-
Warthau. — Fig. 1. Geologische Landesanstalt. 2:1. — Fig. 2. Löwenberger Real-
gymnasium. 3:2 ne eae : ee
Anomia subtruncate D’OrB. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwenb. Realgymnasium
Ostrea hippopodium Nırs. (etwas zu groß gezeichnet). Neu-Warthauer-Schichten (unterer
Emscher). Neu-Warthau. Geologische Landesanstalt
5au.b. Ostrea fallax Scup. Oberquader (oberer Emscher). Giersdorf. Geol. Landesanst.
6.
=>]
Plicatula Drescheri Scur. 3:2. Toneisenstein des Untersenons. Wenig-Rackwitz. Löwen-
berger Realgymnasium NS: .
Spondylus striatus Sow. Mergel der Plenuszone. Lettengrube am Vorwerksbusch bei
Lowenberg. Löwenberger Realgymnasium ......... . . . . . 644 .
Pecten (Lyriopecten) nov. spec. Cenomanquader. Langvorwerk. Geolog. Landesanstalt
Lima Haidingeri Zxrr. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwenb. Realgymnasium
Seite
Palaeontographica Suppl. VI. Taf. XIU.
Lichtdruck der Hotkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart
H. Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tarel XV
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Fig.
Tafel-Erklärung.
Tafel XIV.
1. Lima Haidingeri Zırt. Oberquader (oberer Emscher) Giersdorf. Geolog. Landesanstalt
2—4. Ihynchonella plicatilis var. bohemica SCHLOENB. Löwenberger Mergelsandstein. Mittel-
berge bei Langvorwerk (Mittelturon) Geologische Landesanstalt :
5,6au.b. Rhynchonella plicatilis var. Cuvieri p’'Ors. Löwenberger Mergelsandstein. Mille
bei Langvorwerk (Mittelturon). Lüwenberger Realgymnasium <> ak ee
Ostrea nov. spec. Oberquader (oberer Emscher). Hockenau. Löwenb. Realgymnasium
8. Terebratula phaseolina Lam. Ebendaher. Geologische Landesanstalt. 3:2 u
9. Exogyra conica Sow. var. nov. declivis. Cenomanquader. Lowenberg. Löwenberger Real-
“I
gymnasium + D: …
10a—d. Rhynchonella Kunthi Scup. Cenomanquader nordöstlich Kl.-Röhrsdorf (LähnerMulde).
Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER) so AL RS CU RE
11 u. 12. Pecten (Chlamys) Royanus D'Or. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. — Fig. 11.
Ausguß eines Hohldruckes. Löwenberger Realgymnasium. — Fig. 12. Skulptur eines
anderen Ausgusses. Geologische Landesanstalt te ee ae
13. Ostrea semiplana Sow. Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei Langvorwerk
(Mittelturon). Löwenberger Realgymnasium st tie he en ts de COUR
14. Spondylus spec. Ausguß eines Hohldruckes. Untersenonquader. Wenig-Rackwitz. Löwen-
berger Realgymnasium
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Palaeontographica Suppl. VI. Taf. XIV.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart.
H. Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Tafel XV.
Hans Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
Palaeontographica. Suppl. VI.
Fig. 1
Tafel-Erklärung.
Tafel XV.
Cratieularia auricularis Scup. Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei Langvorwerk
(Mittelturon). Geologische Landesanstalt (coll. DresLer) .
2. Schizaster Sturmi Scur. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau .
Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER) en ee ee
3. Craticularia tenuis A. Roem. spec. Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge (Mittel-
turon). Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER) = ; ‘
4. Rhynchonella Kunthi Scur. Cenomanquader nordöstlich Klein- Röhrsdorf (Lähner Mulde).
Geologische Landesanstalt (coll. DRESLER) en 5; >
5. Asfropecten nov. spec. Ausguß nach einem Abdruck. Oberquader (oberer Emscher).
Hockenau. Löwenberger Realgymnasium a FE
6au.b. Guettardia stellata Mıc#. Mergel der Deer ne Neuländel an der Katzbach.
Geologische Landesanstalt ee ere er ee eee es à
7. Cardiaster ananchytis Leske. Oberquader (oberer Emscher). Hockenau. Geol. Landesanst.
Sau.b. Guettardia crassa Scup. Löwenberger Mergelsandstein. Mittelberge bei Lang-
vorwerk (Mittelturon). a. von der Seite, b. von oben. Geologische Landesanstalt
9a. Epiaster spec. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Neu-Warthau. Geol. Landesanst.
(9b ist versehentlich verstellt und gehürt nicht hierher, sondern als rechtsseitiges
Profil zu Cardiaster nov. spec. Fig. 12) 0)
10. Plocoseyphia pertusa Grin. Lüwenberger Mergelsandstein. Mittelberge (Mittelturon).
Lüwenberger Realgymnasium
Ila—c. Catopygus conf. pyriformis Gozpr. Oberquader (oberer Emscher). Hockenau. —
a. von oben. b. von der Seite. c. von hinten. Löwenberger Realgymnasium. (Bei der
Reproduktion sind die in der Zeichnung nur schwach angedeuteten Ambulakren fast ganz
verschwunden) N ne ee a . :
12. Cardiaster nov. spec. Neu-Warthauer-Schichten (unterer Emscher). Geschiebe von Groß-
Rackwitz. Geologische Landesanstalt. (Vergl. das Profil 9b) . TER
I3a u.b. Serpula septemsulcata Corra. Mergel der Plenuszone. Lettengrube am Vorwerk’
busch bei Lüwenberg. a. von der Seite, b. Querschnitt 3:2. Löwenberger Realgymnasium
14a u.b. Pleurostoma bohemicum Zirt. — a. Oberfläche eines Bruchstückes. b. Schmalseite
mit Öffnungen. Mergelsandstein der Mittelberge bei Langvorwerk (Mittelturon). Geo-
logische Landesanstalt (coll. DRESLER)
Taf. XV.
Palaeontographica Suppl. VI.
11b, 14 b.
Lichtdruck der Hofkunstanstalt von Martin Rommel & Co., Stuttgart.
H. Scupin: Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna.
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